Läuft das für euch unter "Freundschaft"?

    Hallo, vielleicht klingt das ein wenig albern.


    Ich habe eine Freundin, die sich immer wieder wie jemand verhält, wie ich es eher von einer Bekannten erwarten würde.


    Sie selbst hat mir schon mal geschrieben: "Dafür sind Freunde schon da", also nehm ich an, ich bin für sie mehr als eine gute Bekannte.


    Wir wissen einiges davon, was im Leben des anderen vor sich geht und ging. Privates, intimes.


    Sie fragt mich sehr viel, was mich zum Erzählen einlädt, ich frage auch nach, wobei ich das Gefühl habe, sie versucht eher, sich kurz zu fassen.


    Ich genieße die Zeit, die ich mit ihr verbringe, sehr.


    Wir sehen uns etwa alle drei Wochen.


    Könnte von mir aus öfter sein, aber sie hat oft die Woche schon voll.


    Ein paarmal hat sie unsere Verabredung auch schon gecancelt, weil sie sich umentschieden hat, um etwas mit jemand anders zu unternehmen. Danach habe ich mich immer eher zurückgezogen und ihr den Ball überlassen.


    Am WE sehen wir uns nie, das ist für ihren Freund reserviert, wobei sie mit ihm auch zu Festen geht, so dass sie ihn ja auch nicht exklusiv "hat".


    Heute erfahre ich zufällig, dass sie länger privat in L.A. ist, sie verreist normal nie so weit.


    Mir hat sie davon nichts erzählt. Nicht mal eine Kurznachricht kam, dass sie das spontan entschieden hätte.


    Ist auch nicht das erst Mal. Dass sie im Sommerurlaub ist, erfuhr ich per Kurznachricht, als sie schon 2 Wochen dort war, nahm daheim an, sie habe viel um die Ohren und melde sich deshalb nicht.


    Wenn es ums Termine konkretisieren geht, kann ich sie nachmittags schonmal anrufen, aber sie geht abends nie ans Telefon.


    Das hab ich vielleicht dreimal versucht und dann aufgegeben, sie ruft dann auch nie am nächsten Tag zurück, um sich zu erkundigen, was es gab.


    Kommt vor, dass ich ihr eine Nachricht schicke, ob sie am soundsovielten Zeit hat... es können mehrere Tage vergehen, ohne dass sie antwortet, auch wenn sie die Nachricht gelesen hat.


    Dafür, dass sie angeblich eine Freundin ist, finde ich das schon schräg.


    Komme mir gerade vor wie "unter ferner liefen"..., und das ist dann wohl doch mehr eine Bekanntschaft. Auslöser war nun, dass ich von ihrem Aufenthalt in L.A. erfahren habe. Ich weiß im Moment gar nicht, wie ich damit umgehen soll, ob ich überhaupt noch so viel privates von mir erzählen will, man macht sich ja auch verletzlich, wenn der andere über einen gut Bescheid weiß.

  • 40 Antworten
    Zitat

    Dafür, dass sie angeblich eine Freundin ist, finde ich das schon schräg.

    Menschen sind verschieden. Mein Partner hat zB Freunde aus der Schulzeit, von denen er nur alle paar Monate mal was hört. Sehen tun sie sich noch seltener. Trotzdem bezeichnen sie sich als Freunde und nehmen auch seit 25 Jahren rum Platz im Leben des anderen ein. Du würdest das sicher nicht als Freundschaft bezeichnen, weil man dann ja nie weiß wo der andere gerade Urlaub macht ;-D


    Wenn du meinst, dass die diese Freundschaft, Bekanntschaft, zwischenmenschliche Beziehung oder wie auch immer so nicht gut tut, dann fahr halt die Intensität runter.


    Für mich wäre die Art von Freundschaft wie du sie offensichtlich führen wollen willst einengend und erstickend.

    Ich enge sie nirgends ein. Was daran einengend sein soll, einer Freundin mitzuteilen, dass man das erste Mal im Leben auf einen anderen Kontinent fliegt, verstehe ich nicht. Zumal ich ihr vor 2 Wochen erzählte, dass ich in den Herbstferien einen kleinen Städtetrip plane.


    Sie hat dreimal Anrufe zur Abendzeit nicht angenommen, das ist ihr gutes Recht, ich habe es dann ja auch nicht nochmal versucht. Mein Verhalten finde ich da eher normal "unter Freunden", ihres abweisend und gewöhnungsbedürftig.


    Ich habe auch Freunde, die ich schon sehr, sehr lange kenne, die nicht in der Nähe wohnen, da ist es klar, dass man nicht so genau über deren Leben Bescheid weiß, aber sie wohnt eben in unmittelbarer Nähe und ich kenne sie noch nicht so lange (etwa zweieinhalb Jahre), als dass ich mir keine Gedanken mache, was das über unseren Status aussagt.


    Mein Bauchgefühl sagt schlicht: du bist Lückenfüller, sie hält dich warm, aber nicht viel von dir, spürt, dass du gerne mehr Kontakt hättest und macht dann mal einen auf "Freundin", damit du ihr erhalten bleibst, fühlt es aber nicht so. Und sorgt für genügend Distanz, damit du nicht überschwänglich wirst.

    Jeder hat ei anderes Verständnis von Freundschaft, gerade was die Intensität angeht. Mir selbst wäre dein Wunsch nach Kontakt wohl auch zu viel, vieles was du als negativ beschreibst, handhabe ich auch so.


    Ich telefoniere praktisch nie mit Freunden, antworte manchmal erst verspätet au Nachrichten, am Wochenende bin ich nur selten ohne meinen Freund unterwegs und versuche Treffen ohne ihn unter der Woche zu verwirklichen und ab und an kommt es auch vor, dass ich von Dingen wie Urlaub erst um Nachhinein erzähle.


    Für mich und meine Freunde ist das kein Problem, trotzdem haben wir ein tolles Verhältnis und können uns im Zweifelsfall auch absolut aufeinander verlassen.


    Ich denke also nicht dass es bei dir zwangsläufig etwas damit zu tun hat, dass sie keine richtige Freundin in dir sieht - vielleicht definiert sie es nur für sich anders.


    Wenn dir das nicht ausreicht, was ja vollkommen legitim ist und sicher vielen so gehen würde, würde ich an deiner Stelle etwas auf Abstand gehen. Hast du das Gefühl mehr zu " investieren " als sie?

    Zitat

    Mein Bauchgefühl sagt schlicht: du bist Lückenfüller, sie hält dich warm, aber nicht viel von dir, spürt, dass du gerne mehr Kontakt hättest und macht dann mal einen auf "Freundin", damit du ihr erhalten bleibst, fühlt es aber nicht so. Und sorgt für genügend Distanz, damit du nicht überschwänglich wirst.

    Das Gefühl kann Dir natürlich niemand streitig machen. Vielleicht wäre es noch eine Überlegung wert, wie viel davon Du wirklich so von ihr spürst und wie viel davon Kränkung/Verletzung auf Deiner Seite ist. Ich kann gut verstehen, dass die Situation für Dich unschön ist, aber vielleicht steckt von ihrer Seite tatsächlich gar keine Böswilligeit dahinter, sondern ein anderes Verständnis eurer Beziehung.


    Ich würde mich in Deiner Stelle auch abgeschoben fühlen und würde das nicht als "echte" Freundschaft nach meinem Verständnis sehen. Ich fürchte, da kann man sich nur arrangieren oder eben nicht, d.h. die Freundschaft auch selber abschreiben und komplett einstampfen. Mir geht es da leider eher so, dass es mir schwerfällt, in so einer Bekanntschaft auf Sparflamme dann noch viel Sinn zu sehen, wenn der andere Part offenbar nicht dasselbe will wie ich. Ich habe dann auch das Gefühl, zu geben und zu geben undwenig zurückzubekommen und lass es dann lieber ganz. :-/

    Es gibt so viele Arten von Freundschaft. Ich habe z.B. eine Freundin, die 600 km entfernt wohnt, unsere Freundschaft hält schon fasr 20 Jahre. Manchmal fahren wir zusammen in den Urlaub, manchmal telefonieren wir nur alle 2 Monate, wir treffen uns ca 2 mal im Jahr, und dennoch: wenn einer ein Problem hat, steht der andere auf der Matte. Bei meinem letzten Umzug vor 4 Jahren kam sie spontan rüber, um zu helfen, ich bin mal vor Jahren die Strecke über Nacht mit dem Auto zu ihr runtergefahren, um ihr ihre Katze zu bringen.... nie würde ich an dieser Freundschaft zweifeln.


    Eine andere Freundschaft ging nach ca 10 Jahren in die Brüche. Denn obgleich wir fast täglich telefonierten, uns fast jede Woche sahen--es war meiner damaligen Freundin zu wenig, sie brauchte mehr Aufmerksamkeit.


    Das wichtigste in einer Freundschaft ist, dass man sich nahe fühlt - egal, ob man sich physisch nahe ist. Und jeder sollte in etwa das gleiche von der Freundschaft erwarten.

    Ich kann den Vorrednern da nur zustimmen. Jeder definiert Freundschaft für sich anders.


    Meine Freunde wohnen alle weit verstreut und wir sehen uns selten, manchmal telefonieren wir, aber eher unregelmäßig.


    Ich bin ein schlechter Schreiber von Sms und sooo gern telefoniere ich nicht. Manchmal sehe ich im Laufschritt eine Nachricht und dann vergesse ich hinterher zurück zu schreiben. Geburtstage vergesse ich dauernd, auch meinen eigenen.


    Aber wenn was ist, sind wir füreinander da. Da gibt es keine Barriere, wenn wir uns sehen.


    Auch bei mir sind allerdings Freundschaften kaputt gegangen, weil die andere Person viel mehr mit mir unternehmen wollte als ich Zeit hatte. Andere Freundschaften sind in die Brüche gegangen, weil der Kontakt und die emotionale Nähe nachließ.


    Du musst auf dein Gefühl hören. Es ist wichtig, dass die Freunde ähnlich in dieser Hinsicht ticken, sonst ist einer immer unzufrieden.

    Warum muss denn alles eine Begriffsdefinition haben? Was hilft es dir weiter, ob du sie jetzt in die Schublade "Freundin" oder "Bekannte" steckst? Ihr Verhalten wird ja so bleiben, wie es aktuell ist, und es macht sicher auch keinen Sinn, dass du mit ihr jetzt eine Diskussion anfängst, ob ihr jetzt Freundinnen oder Bekannte seid. Das wird reines Begriffsmikado, vermutlich würde sie das auch als Kritik auffassen, wenn du damit anfängst, was die Stimmung unter euch dann auch belasten wird.


    Daher gebe ich dir den Rat, einfach mit ihr umzugehen, wie es dir gut tut - und dir keinen Kopf über Definitionen zu machen.


    Ich treffe meine besten Freunde übrigens nur alle 1-2 Monate. Ich lass auch mal die Mailbox drangehen, wenn ich gerade keinen Kopf für Smalltalk habe, oder beende ein Gespräch nach 5 Minuten wenn andere Dinge drängen. Dennoch sind das Menschen, die mir im Leben wichtig sind. Aber im Leben gibt es auch noch viele andere Dinge, die mir wichtig ist, und der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.


    Wer im Leben ein wertvoller Begleiter ist, das merkt man meiner Erfahrung nach sowieso erst, wenn man in Not ist. Für eine gute Freundschaft muss man nicht klammern.

    Och, wenn Du sie sowieso nur alle 3 Wochen siehst, und zwischenzeitlich keine Nähe per geschriebenem Wort aufgebaut wird, hake die innerlich ab. Du bist ewig der Bittsteller, das ist keine Freundschaft, unabhängig von der Schuldfrage. Ich lese nichts darüber, dass Euch etwas innig verbindet. Ein Hobby, ein Projekt... etwas SCHÖNES was euch beiden wichtig ist wovon Ihr zusammen SCHWÄRMT. Beri manche sind das auch gemeinsame KOSTBARE Erinnerungen, von denen sogar noch bis ultimo gezehrt werden kann.

    Zitat

    Sie selbst hat mir schon mal geschrieben: "Dafür sind Freunde schon da", also nehm ich an, ich bin für sie mehr als eine gute Bekannte.

    Wenn mir etwas wichtig ist - wie Dir wohl die Freundschaftsdefinition - und ich das annehmen muss, weil ich es nicht weiss bespreche ich das mit der betreffenden Person, weil ich's sonst nicht wissen kann. Das "Ich vermute jetzt mal, dass" bildet sehr häufig eine Basis für Illusionen im Leben. Das ist nicht zwangsläufig schlimm - wir alle sind auf Annahmen über die Realität täglich angewiesen um handlungsfähig zu bleiben - aber wenn es Bereiche betrifft, die mir persönlich wichtig sind bau ich ungern auf Sand.


    Meiner Erfahrung nach gibt es unterschiedliche Freundschaften: Einmal die Menschen, die man trifft und nach kurzer Zeit weiss man einfach das passt ohne dass man viel definieren muss (die gemeinsame Basis geht über ein gemeinsames Thema hinaus), dann das was ich mal "intellektuellere" Freundschaften nennen würde wo zwei sich anfreunden, die ein sehr unterschiedliches Beziehungsverhalten haben und wo quasi alles "ausverhandelt" werden muss und noch viele anderen Formen. Zweitere Freundschaften können aus meiner Sicht sehr bereichernd sein, weil sie helfen über den eigenen Tellerrand zu schauen, sind aber zeitweise anstrengend und brauchen sehr viel mehr Kommunikation als erstere. In diesen Freundschaften kann man viel über sich selbst lernen, aber das will nicht jeder undd es läuft halt emotional längst nicht soooo rund wie in ersteren Freundschaften, einfach weil die eigenen Annahmen die man hat "wie" es denn zu sein hätte nicht mit dem zusammenpassen was in der Realität tatsächlich abläuft.


    Für mich liest es sich so als möchtest Du jemanden mit dem ersteres möglich wäre und vermutlich ist sie dafür einfach nicht die passende Freundin. Vielleicht ist sie dann aus Deiner Sicht eher eine Bekannte?! Und vielleicht wäre sie damit einfach zufrieden, weil das was für Dich unter Bekanntschaft läuft bei ihr eben noch Freundschaft ist?

    Ich habe eine Bekannte, ich nenne sie so. Wir hören die gleiche Musik, sie ist 10 Jahre älter als ich und eigentlich immer nur mit ihrem Bruder und ihrem Mann unterwegs. Fast jedes Wochenende auf Konzerten und die fahren auch nur zu dritt in den Urlaub. Wir treffen uns ab und zu zufällig, es ist immer ganz nett und wir unterhalten uns, verstehen uns gut. Das geht so seit 15 Jahren. In der Zeit gratulieren wir uns gegenseitig zum Geburtstag, werden gegenseitig auf größere Feste eingeladen sonst besteht wirklich nur der zufällige Kontakt. In den 15 Jahren wurden vielleicht 20 SMS verschickt (Geburtstagsgrüße und Einladungen) und noch nie haben wir telefoniert. Als wir uns das letzte Mal trafen, hatte sie eine andere Freundin dabei. Sie stellte mich vor mit den Worten: "das ist Unwissende meine beste Freundin!!!" Ich bin aus allen Wolken gefallen. Ich sehe sie als Bekannte, eher flüchtig, niemals als Freundin und für sie bin ich ihre beste Freundin! :-X So unterschiedlich können die Sichtweisen sein. Für sie reicht dieser sporadische Kontakt aus.

    Ich fand es sehr aufschlussreich, eure Gedanken dazu zu lesen.


    Der beste Weg wäre es wohl, sie einfach zu nehmen wie sie ist mit ihrer Definition von "Freundschaft" und es nicht persönlich zu nehmen. Meine Erwartungen an sie zurückzuschrauben. Mich hält nichts davon ab, sie unter "Bekannte" zu führen.


    Werde ihr dann aber nicht mehr so viel über mich erzählen.


    Es ist eben schade, dass meine Freunde viel weiter wegwohnen. Schön wäre es einfach, jemanden in der Nähe zu haben, wo ich das Gefühl habe, ich kann sein wie ich bin und muss nicht immer darauf achten, was und wie ich es sage.


    Und mir keine Gedanken machen, was der andere über mich oder unsere Beziehung zueinander denkt, ob ich ihm "zuviel" werde. Überhaupt "taktisch" agieren.


    Das steht vielleicht einer Kennenlernphase an, wenn man frisch verliebt ist, aber nicht, wenn ich jemanden schon mehr als zwei Jahre kenne und regelmäßig treffe.


    Alles irgendwie anstrengend.

    Mit "nur Bekanntschften" würde ich aber auch nicht über Intimes reden. Für mich klingt das nach einer normalen Freunschaft. Freundschaften sind verschieden, ohne dass sie weniger freundschaftlich sind oder sonstwas. Manche Freunde haben täglich Kontakt und sind immer up to date, was bei dem anderen ansteht, manche sind enge Freunde, aber haben nur alle Wochen bis Monate mal Kontakt, dafür umso intensiver. Schräg ist an keiner Art von Freunschaft etwas; wenn du dir Freundschaft anders vorstellst, dann passt ihr eben einfach nicht 'zusammen', ohne dass eine von euch beiden "schräg" wäre.


    Ich persönlich mag lieber die engen Freundschaften, die ohne täglichen Austausch auskommen, und mich würde die Erwartungshaltung auch mit der Zeit nerven (was ist z.B. so schlimm daran, dass sie abends nicht mehr ans Telefon geht und am Folgetag zurückruft?!)

    Zitat

    Och, wenn Du sie sowieso nur alle 3 Wochen siehst, und zwischenzeitlich keine Nähe per geschriebenem Wort aufgebaut wird, hake die innerlich ab. Du bist ewig der Bittsteller, das ist keine Freundschaft, unabhängig von der Schuldfrage.

    Find ich unfair. Nicht alle Leute, die nur sporadisch Kontakt haben, sind keine Freunde bzw. der andere nur Bittsteller.

    Zitat

    Ich lese nichts darüber, dass Euch etwas innig verbindet. Ein Hobby, ein Projekt... etwas SCHÖNES was euch beiden wichtig ist wovon Ihr zusammen SCHWÄRMT. Beri manche sind das auch gemeinsame KOSTBARE Erinnerungen, von denen sogar noch bis ultimo gezehrt werden kann.

    Ich glaube ich habe nicht einen einzigen Freund/Freundin, mit dem/der mich ein Hobby, ein Projekt oder ein gemeinsamer Traum verbindet.... Finde das überhaupt nicht wichtig, man mag sich oder man mag sich eben nicht.