langjährige beziehung beenden oder den nächsten Schritt wagen?

    Hallo,


    Ich bin mittlerweile seit über 8 Jahren in einer Beziehung. Damals war ich 16 und er 17. Wir haben viele Höhen und tiefen erlebt und es war für beide die erste richtige Beziehung. Nun Leben wir seit fast 5 Jahren zusammen, vorher habe ich zwei Jahre allein in meiner eigenen Wohnung gelebt. Als ich zu ihm gezogen bin haben wir uns verlobt und ich war mir sicher, wir würden für immer zusammen bleiben. Nun bin ich fast 25, meine Ausbildung endet in wenigen Monaten und unser Plan ist es seit Jahren, dann ein Haus zu kaufen und Mittwoch Familienplanung etc zu beginnen. Doch seit gut einem Jahr machen mir diese Gedanken Angst. Früher wollte ich nie Kinder haben, nicht weil ich sie nicht mag, sondern weil es eine extrem große Verantwortung bedeutet. Erst durch ihn konnte ich mir vorstellen eine Familie zu gründen. Jetzt wird aber alles so real und ich stehe vor der Wahl, was will ich aus meinem Leben machen? Ich glaube immer mehr dass ich etwas verpasst habe im Leben, mich nicht ausgelebt habe und noch nicht genug für mich selbst im Leben getan zu haben. Ich liebe meinen Freund, er ist wie mein bester Freund. Unsere Beziehung funktioniert super, außer was den Sex angeht und ich frage mich soll's das mit 25 schon gewesen sein? Ich frage mich also was soll ich tun? Habe ich einfach nur angst, die völlig unbegründet ist oder sollte ich tatsächlich erst mein Leben leben, bevor ich mich so extrem binde?

  • 16 Antworten

    Es ist alles so routiniert. Anfangs in der Beziehung hatte ich große Probleme damit, ständige schmerzen. Die sind durch eine Therapie allerdings weg und ich hatte mir erhofft dass wir jetzt experimentieren etc. Aber es fehlt die Leidenschaft, das begehren des anderen.

    Zitat

    Ich liebe meinen Freund, er ist wie mein bester Freund. Unsere Beziehung funktioniert super, außer was den Sex angeht und ich frage mich soll's das mit 25 schon gewesen sein?

    Ein paar kurze Worte.. Viel zu wenig, um daraus einen Zustand Eurer Beziehung abzuleiten und Dir Ratschläge zu geben. Und doch sagen diese Worte schon viel..


    Die Beziehung funktioniert "super", das liest man hier so oft. Es verkommt bei vielen zu einer Floskel. Kein Streit? Also ist doch alles super. Wirklich? Was ist denn eine Beziehung? "er ist wie mein bester Freund".. Ja. hm... Ein Partner sollte auch der beste Freund sein, aber doch auch weit mehr. Ist er NUR Dein bester Freund? Zu einer Beziehung gehört auch die Leidenschaft, der Sex, die gegenseitige Anziehung, der unbedingte Wunsch, am liebsten Tag und Nacht beim Partner zu sein (auch wenn sich das mit der Zeit ziemlich relativiert). Mit meinem besten Freund will ich nicht zusammen leben.


    "Das soll's mit 25 schon gewesen sein?" Nein, um Himmels willen. Mit 25 hat man doch Pläne? Mit dem ersten Job und dem Geld endlich mal die großen Dinge angehen. Weite Reisen z.B. Gemeinsam so viel von der Welt entdecken.


    Wenn Du das Gefühl hast, der aufregende Teil deines Lebens wäre jetzt vorbei und ab jetzt ist 60 Jahre lang "durchhalten" angesagt, dann stimmt da was nicht.

    Wenn Du das Gefühl hast, der aufregende Teil deines Lebens wäre jetzt vorbei und ab jetzt ist 60 Jahre lang "durchhalten" angesagt, dann stimmt da was nicht.


    Genau das Gefühl habe ich auch. Ich habe in den letzten Jahren auch immer mal wieder mit ihm geredet, was ich mir wünsche, vorstelle etc. in einer Beziehung. Aber bisher war immer ich diejenige die das Gespräch gesucht hat. Mir kommt es so vor als wäre er zufrieden und glücklich und nur ich habe ein Problem in unserer Beziehung.


    Dazu kommt dass ich jemanden kennengelernt habe, es lief nie etwas zwischen uns, wir sind beide in einer Beziehung. Dennoch ist die sexuelle Anziehung zwischen uns sehr groß. Wir flirten vielleicht mal ein wenig und dabei merke ich einfach wie sehr mir Komplimente etc fehlen. Wobei mir mein freund sehr wohl Komplimente macht, aber ich kann diese nicht so ernst nehmen wie wenn sie von dem anderen besagten Mann kommen.

    Ich glaube schon dass er mich noch begehrt, ich ihn aber nicht mehr so wie früher. Er ist für mich alltäglich geworden... Der Sex beschränkt sich auf maximal einmal die Woche was mich überhaupt nicht stören würde wenn er gut wäre. Aber oft lasse ich mich darauf ein um einer Diskussion über das Thema aus dem Weg zu gehen. Ich weiß dass dieses Verhalten falsch ist, aber ich bin es irgendwie leid über dieses Thema mit ihm zu sprechen. :-|

    Naja ich denke du musst aufpassen und erst mal denken:


    Der andere übt natürlich einen Reiz auf dich aus. Macht dich wahrscheinlich total an, alles ist neu und man ist neugierig. Da hat dein Freund, bei dem du alles schon seit 8 Jahren kennst, es schwer.


    Warum bringst Du bei ihm nicht mal neue Varianten ins Spiel. Einfach machen, nicht reden.


    Ich hatte auch mal ne Partnerin, die immer alles todgelabert hat.

    Zitat

    Ich liebe meinen Freund, er ist wie mein bester Freund. Unsere Beziehung funktioniert super, außer was den Sex angeht und ich frage mich soll's das mit 25 schon gewesen sein?

    Zitat

    Dazu kommt dass ich jemanden kennengelernt habe, es lief nie etwas zwischen uns, wir sind beide in einer Beziehung. Dennoch ist die sexuelle Anziehung zwischen uns sehr groß.

    Genau so war's bei mir vor 2 Jahren auch. Jung zusammengekommen, alles toll, der Freund ist ein lieber Kerl, man ist vermeintlich glücklich, man springt auf einen anderen an, der einem schöne Augen macht.... Naja, ich kann Dir nur sagen wie's bei mir weitergegangen ist. Affäre mit dem Anderen, erkennen, wie schön & erfüllend Sex sein kann, Trennung gerade im Gange. Glücklicherweise bin ich vor Heirat & Nachwuchs (stand beides schon im Raum) drauf gekommen. Für alle Beteiligten wäre es fairer gewesen, ich hätte mich schon vor 2 Jahren getrennt.

    Oh glaub mir ich bin keineswegs jemand der alles "totlabert". Eher die "ich behalte alles für mich, bis es nicht mehr geht". Ich weiß aber von ihm, daß er mit unserem Sex zufrieden ist und ich eben nicht.

    @ blaueAster

    Wow. Hast du die Trennung oder die Affäre je bereut? Natürlich ist eine Affäre oder ein seitensprung unfair und früher konnte ich nie verstehen wie man das seinem Partner antun kann, aber mittlerweile kann ich so ein Verhalten nachvollziehen. Ich kann es nicht gut heißen aber ich verstehe wie es dazu kommen kann.

    Ist denn wirklich "alles gut" außer dem Sexleben ? Wenn ja: Hast du das denn mal ganz klar und deutlich angesprochen und auch direkt formuliert und nicht bloß was in Richtung "wir könnten ja mal mehr ausprobieren" gesagt ? Wenn dem so ist und er da wirklich nicht drauf eingegangen ist kannst du es eigentlich bloß nochmal richtig deutlich machen und ihm die Pistole auf die Brust setzen und sagen das du einfach nicht vollständig glücklich bist und es so nicht reicht. Zieht er daraus nicht die richtigen Konsequenzen musst du die ziehen.


    Ich glaube aber eigentlich das nicht wirklich "alles gut" ist denn wenn ihr schon darüber geredet habt und er so garnichts verändern will dann liegt zumindest schonmal ein Problem in der Kommunikation vor.

    Eine Affäre hat ja meist einen Anlass, nämlich der, dass es in der eigenen Beziehung schlecht läuft. Mitunter kann es ein willkommener Anlasse sein, dem Partner die Augen zu öffen, die eigene Beziehung in Schwung zu bringen oder eben zu merken, dass die Beziehung am Ende ist und man sich doch lieber trennen sollte.

    Zitat

    Mir kommt es so vor als wäre er zufrieden und glücklich und nur ich habe ein Problem in unserer Beziehung.

    Das ist schön für ihn. Aber schlecht für Dich, denn Du hast damit gleich zwei Probleme: Du fühlst Dich nicht wohl, und Du hast den schwarzen Peter gezogen bei der Frage, wer etwas ändern muss/will. Er wird da keinen Bedarf sehen, etwas zu tun, solange er zufrieden ist, es liegt also an Dir, ihn zu motivieren, dass ihr beide gemeinsam neuen Schwung in die Beziehung bringt.

    Ich glaube mir fehlt vorallem selbstbewusstsein bei ihm, vorallem was den Sex angeht, zwar auch im Alltag aber dort weniger. Er wirkt immer noch so unsicher und das obwohl wir schon so lange zusammen sind. Ich weiß nicht ob ich irgendwas ausstrahle wodurch er sich unsicher fühlt oder er sich innerlich Druck macht. Dazu kommt, dass wir damals zusammen gekommen sind, als ich an einem tiefpunkt in meinem Leben stand. Er war für mich da, hat mich verstanden, seine Familie war so harmonisch, nett und freundlich. Eben all das was ich bis dahin nicht wirklich kennen gelernt hatte. Habe ich damals vielleicht schon liebe mit Freundschaft verwechselt? Ich fand ihn nie richtig anziehend, sondern immer sehr nett und jemand auf den ich mich verlassen kann. Vielleicht wurde er über die Jahre einfach zu einer Selbstverständlichkeit von der ich mich nicht mehr trennen wollte, obwohl Gedanken an eine Trennung jetzt nicht zum ersten mal auftreten.