Langjährige Beziehung deshalb aufgeben? Bitte Hilfe

    Hallo liebe Freunde,


    Meine Geschichte könnte etwas lang werden, ich hoffe ihr verzeiht mir das. Es hat alles vor ca 9 Jahren angefangen, also noch zu meiner Jugendzeit. Ich hatte damals eine Freundin, die mir immer von ihrem tollen Freund erzählt hat, dass die beiden sich soo Lieben und so weiter. Naja, nach 8 Monaten haben sie sich getrennt, er hat sich bei mir ausgeheult, hat auch wirklich um sie gekämpft, aber sie wollte nicht mehr. Ende der Geschichte : er und ich sind im Bett gelandet. Die nächsten 2 Jahre in Kurzfassung : wir hatten eine ziemlich komische "Sex-Beziehung", waren uns treu und haben jede freie Minute miteinander verbracht. Als ich ihm damals gesagt hab, dass ich mich in ihn verliebt hab, war es ein ziemlicher Schlag ins Gesicht als er meinte "nein er will das nicht, er will mich zwar nicht verlieren aber er kann und will keine richtige feste Beziehung mit mir führen". Gut, also haben wir noch einige Zeit so weiter gemacht, nach 2 Jahren ging es in die Brüche, weil ich sehr anhänglich wurde und ihn die ganze Zeit über dazu gedrängt habe mich zu lieben und eine feste Beziehung zu führen. Ich hab ihn quasi angebettelt und ständig Szenen gemacht. Also war es aus. 1 Jahr später kam ich bei ihm wieder angekrochen (ich war emotional mehr als abhängig von ihm, wie lächerlich das im Nachhinein klingt, aber damals ist für mich die Welt untergegangen als er weg war, es war wie im Alptraum und ich bin wirklich zusammengebrochen).


    Unsere "Beziehung" ist seeehr langsam wieder von vorn gestartet, er war die ersten Monate extrem vorsichtig und hat mich nicht zu nah ranlassen, zugleich wollte ich natürlich immer eine feste Beziehung und hab ihm das auch deutlich gemacht.


    Nun sind wir seit gut 5 Jahren fest zusammen. Wir wohnen zusammen, es gibt Familientreffen, jeder kennt jeden in unserem Leben, von außen her scheint eigentlich alles ziemlich normal. Würde ich mich nur nicht so unglaublich bescheuert fühlen :( Ich hab mich damals so extrem in diese Sache reingesteigert, dass ich jetzt inzwischen langsam die Ernüchterung spüre und oft an meiner Beziehung zweifle. Ich habe nicht das Gefühl geliebt zu werden, das ist wohl das schlimmste. Ich dachte früher: alles egal, Hauptsache ich habe ihn, egal wie er zu mir ist. Aber jetzt ist es nicht mehr so, ich bin älter geworden und habe mich wirklich sehr geändert, in allen Hinsichten.


    Ich habe das Gefühl, dass wir nur noch zusammen sind weil ICH immer darum gekämpft habe und ihn quasi fast gezwungen habe mit mir zusammen zu sein. Klar, jedes Mal wenn ich ihn frage, ob er es ernst mit mir meint, sagt er sowas wie "ich mag dich wirklich seehr, sonst wär ich doch nicht so lange mit dir zusammen, wie soll ich dir das nur klarmachen, was wäre ich nur ohne dich". Na super, da sind wir beim nächsten Punkt. In den ganzen 9 Jahren hat er nicht ein einziges Mal "ich liebe dich" zu mir gesagt, unglaublich aber wahr. Das ist so etwas, was ich echt keinem erzählen kann, weil es so absurd ist. Besonders kenne ich ja die Nachrichten von ihm an meine ehemalige Freundin als sie noch zusammen waren, er hat sich SO um sie bemüht und ihr so oft gesagt dass sie seine große Liebe ist. Ich fühle mich manchmal sooo doof deswegen, ich weiß es geht nicht nur um die 3 Worte, aber seltsam finde ich es trotzdem. ((Und ja ich habe ihm die berühmten worte schon mal gesagt bevor unsere Beziehung angefangen hat. Seine Antwort war "ich dich auch, aber nur als Freundin, bitte bleib aber trotzdem bei mir" und hat angefangen zu weinen. Von dem her , nein ich werde das sicher nicht nochmal versuchen, ich finde er wäre längst an der Reihe gewesen, auch wenn es sich etwas unreif anhört)) Abgesehen von Worten verstehen wir uns im großen und ganzen schon sehr gut und haben auch sehr schöne Momente miteinander. Aber wenn ich mich selber frage ob ich ihn liebe : ich weiß es nicht. Früher hätte ich ganz klar ja gesagt. Jetzt bin ich hin und her gerissen. Ich kann mir auch nicht vorstellen ohne ihn zu sein, er ist jetzt einfach ein Teil meines Lebens, vielleicht ist es die Gewohnheit, vielleicht mehr.


    Ein großes Problem für mich ist, dass er sehr schnell böse, ja aggressiv wird, manchmal sogar beleidigend. Ich weiß nicht wo uns unsere Beziehung hingeführt hat, ich weiß nur dass sie oft nicht wirklich respektvoll ist, er kritisiert ständig an mir rum und kann meine kleinen Fehler nicht akzeptieren. (Oh mein Gott nein ich bin ihm doch nie fremdgegangen oder so, es geht hier um Sachen wie die Spülmaschine oder manchmal einfach um meinen Charakter wenn es ihm grade nicht passt.). Er eckt mit seiner Art bei soo vielen Leuten an, selbst seine besten Freunde sagen, dass ich Ihnen leid tue, wie er mich manchmal behandelt. Ich bin eigentlich so ein glücklicher Mensch und irgendwie ist er der einzige auf der Welt der mich oft so runterzieht.


    Manchmal stelle ich mir vor, dass ich mit ihm Schluss mache UND ich aber irgendwann merke dass das der größte Fehler meines Lebens war. Dann stelle ich mir wiederum manchmal vor wenn ich ihn ansehe, dass ich bei ihm bleibe, Heiraten, Kinder kriegen, die ganze Palette. Einerseits ist der Gedanke beängstigend, weil ich mir so oft sage, dass ich das alles nicht mehr aushalte, immer diese Streits und diese Vorwürfe. Eine gute Sache an ihm ist, dass er seine Fehler dann auch einsieht und sich wirklich versucht zu bessern um die Beziehung zu erhalten.


    Andererseits ist der Gedanke bei ihm zu bleiben schön, er hat ja auch viele gute Seiten. Ich weiß einfach nicht was ich machen soll, ich frage mich ob ich einfach übertreibe oder eben ob es vielleicht doch etwas besseres (für mich) geben könnte.


    Wir sind übrigens beide noch Studenten und Mitte-Ende 20. Vielleicht war schon mal jemand in einer ähnlichen Situation oder hat einen kleinen Rat, ich freue mich auf eure Antworten und danke fürs lesen. Und nein ich erwarte natürlich nicht, dass mir jemand sagen kann was ich machen soll, ich weiß dass ich das im Endeffekt selbst wissen muss, aber ein paar Anregungen wären sehr schön @:)

  • 12 Antworten

    Ich weiß nicht was du für ein Problem hast, Super-Detektiv, aber ich habe weder einen Grund wegen meinem Alter zu lügen, noch steht die 45 für mein Geburtsdatum noch tut das irgendwas zur Sache.

    du, das war nicht als irgendeine art von klugscheißerei gedacht, es fiel mir einfach nur als ungereimtheit auf. hätte ja auch sein können, dass du im account deiner mutter schreibst, oder so.

    und zu deinem problem...

    wenn du an deine zukunft mit kindern, haus im grünen, gemeinsamen urlauben usw. denkst, ist er da an deiner seite? fühlst du dich da geborgen?

    Tja, dann mal wieder eine Runde Aufklärung: Männer können guten Sex ohne Gefühle haben. Im Gegensatz zu Männern neigt die weibliche Hormonbiologie dazu, nach öfterem, noch dazu regelmäßig gutem Sex, "Gefühle" zu entwickeln. Das ist keine bewusste Gefühlsentscheidung sondern ein Trick der Natur.


    Ihr habt euch auf etwas eingelassen, was nicht wirklich auf beiderseitiger Überzeugung beruht hat. Ende vom Lied, keiner ist mehr wirklich damit zufrieden, geschweige denn glücklich. Untrügliches Symptom dafür ist seine miese Laune. Er fühlt sich nicht wohl in der Situation, weiß ihr aber auch nicht zu entkommen, weil vieles schon Gewohnheit. Nicht zu vergessen die Bequemlichkeit von Männern.


    Lange Rede, kurzer Sinn - du reitest ein totes Pferd.

    Merkst du wie klein du dich machst.

    Zitat

    ich weiß es geht nicht nur um die 3 Worte,

    Ach so... In Beziehungen geht es also nicht um Liebe. Muss ich mir notieren.


    Dann kann man auch getrost einen Partner "ich verachte dich" sagen... Sind ja nur Worte.


    Hast du Angst, dass in Gutbürger hier dich anblafft, dass du dich nicht an die drei Worte hängen sollst?


    Wenn ja, Dann kann ich dir nur sagen, dass jemand der dir sowas entgegen bringt, nicht versteht, worum es dir geht.


    Die Worte sind schon wichtig.Dubdarfst verbale Wertschätzung und Zuneigungsbekundungen als angebracht in deiner Beziehung erwarten. Genauso wie Zärtlichkeit und Rücksicht.


    Liebe hat nicht mit kriechen und sich klein machen, damit der Partner nicht wehgrennt zu tun. Das musst du nicht vor dir selber, nicht vor deinem Partner oder anderen.


    Nur weil er mit dir zusammen ist, heißt es nicht dass er dich so liebt, wie du ihn. Nicht jeder hat das Glück mit dem Menschen, den er am meisten begehrt zusammen zu sein und viele geben sich mit dem zweit besten ab.


    Liebe hat viele Formen. Eigentlich hat er es dir gesagt. Er liebt dich wie eine Freundin und ich ergänze will nicht, dass du weg gehst, damit er nicht alleine sein muss.


    Im übrigen sollte man niemals um die Liebe eines anderen Menschen kämpfen, der einen nicht will. Das ist ungesund. Es sei denn er wendet sich von vorheriger Liebe ab weil man Mist gebaut hat. Aber auch das kann und sollte man nur begrenzt.


    Das Resultat hast du jetzt. Du kommst dir vielleicht sogar vor als hättest du ihn vergewaltigt. Sein Zuwendung nur aufgrund deines Drängen bekommen. Du hast von ihm etwas gefordert was er so eigentlich erstmal nicht wollte.


    Klar kann sich die Meinung ändern. Aber ist es nicht hart zu wissen, der hat einen angeguckt und gedacht: "Ne, die will ich nicht haben"?


    Kommt auch vor, Aber das ist immer oder meist schmerzhaft und erniedrigend für den Partner das zu wissen. Es ist eine Bürde Wort wörtlich und an der scheinst du jetzt zu zerbrechen. Das ist so ein Effekt von Bürden. Sie bauen uns nicht auf, sondern erdrücken uns. Nichts gutes auch nicht für eine Beziehung.


    Du erwachst gerade aus deinem Schlaf. Deiner Verliebtheitspsychose. Verliebtheit vergeht und dann erntet man in der Regel was man gesät hat. Ihr beiden. Er hat dich nicht mit Liebe gefüttert und die Früchte dessen kommen nun hervor.


    Du hast ihn mit Liebe gefüttert, die er nicht wollte. Auch sie Früchte kamen sogar schon früher zum Tragen. Seine Wut, Kritik, Intoleranz und Abwertung dir gegenüber.


    **Welchen Zauberspruch wünschst du dir, der das alles in wahre Liebe für immer und ewig umzuwandeln? ** :-|


    Liebe erfordert Mut. Auch den Mut zu erkennen, Wann etwas keine Liebe ist und los zu lassen und sich frei zu machen auch mit dem Risiko alleine zu bleiben...

    Zitat

    Manchmal stelle ich mir vor, dass ich mit ihm Schluss mache UND ich aber irgendwann merke dass das der größte Fehler meines Lebens war.

    Oder du wachst nach 20 Jahren Ehe auf und merkst, dass das der größte Fehler deines Lebens war. Dann hast du die besten Jahre deines Lebens an ihn verschwendet.


    Die Entscheidung, was du tun sollst kann dir keiner abnehmen. Ich frage mich vor wichtigen Entscheidungen immer, was würde ich mehr bereuen.


    Also frag dich selbst, ob du mit dem Mann glücklich werden kannst oder willst (wenn er dich nicht wirklich liebt, könnte er auch jederzeit jemanden treffen, wo er sich richtig verliebt und dann Schluss machen) oder ob du lieber das Risiko einer Trennung eingehst und im besten Fall jemanden triffst, der dich aufrichtig liebt.

    Also ich persönlich könnte nicht in einer Beziehung verweilen in der ich mich nicht geliebt fühle. Das Leben ist dafür einfach zu kurz. Lass dich nicht schlecht behandeln von ihm, lass dich nicht klein machen.


    Gerade wenn man auch noch Kinder miteinander plant ist es doch wichtig, dass man gemeinsam ein gutes Team ist und sich nicht gegenseitig fertig macht.


    Und er macht dich ja runter vor Freunden, dann würde er dich auch vor potenziellen Kinder runter machen.


    Willst du echt mit so jemanden alt werden?


    Du musst für dich entscheiden.


    Wenn er dich nicht liebt, so aus voller Kraft, wird irgendwann der Tag kommen (ich spekuliere) wo er geht, weil er sich verguckt hat oder er bleibt wegen Haus (schulden) und Kinder (Unterhalt u.Verantwortung).


    Wie gesagt, mir wäre mein Leben dafür zu schade/kurz/wertvoll.

    Wann habt ihr das letzte Mal über eure Beziehung gesprochen? Will er denn überhaupt Heirat und Kinder mit dir? Habt ihr gemeinsame Zukunftspläne? Gerade nach dem Studium kann es aufgrund von Jobaussichten zu großen Veränderungen kommen, was die Beziehung in Frage stellen könnte.

    Zitat

    Also ich persönlich könnte nicht in einer Beziehung verweilen in der ich mich nicht geliebt fühle.

    :-) Sagt sich immer leicht, bis man selber mitten drin steckt. Sicher kaum ein Mensch plant oder sieht sowas für sich als akzeptable Option. 99% der Leute, die in so eine Situation geraten, haben genau so gedacht. Aber eben das ist der Grund warum sie leiden. Ansonsten würde die TE hier sicher nicht schreiben, wenn sie das im Grunde toll findet und ab haben könnte.


    So ist es wenn man verliebt ist. Das sucht man sich leider nicht aus in wen man sich verliebt und wie heftig. Auch nicht du. Also, sag niemals nie ;-)

    Also ich darf das so schon für mich schreiben. Ist ja nicht so als hätte ich noch nie Liebeskummer mit all ihren Dramen gehabt. Ich ziehe ein schrecken mit Ende vor, bevor ich lange vor mich hinleide.


    Liegt aber auch an die Dramen die Hautnah miterlebt habe.


    Für mich persönlich, dass darf jeder so sehen wie man mag, ist eine Beziehung nur brauchbar mit gegenseitiger Liebe und Achtung.


    Auch ich war schon verliebt und habe es trotzdem beendet, weil ich mir selber wichtig genug bin und mich auch niemanden zuliebe ändere.


    Hätte ich das nicht getan, dann hätte ich meinen Mann nie kennengelernt.


    Liebe ist für mich die Basis einer Partnerschaft, ohne Basis, keine (glückliche) Zukunft.