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    Die Beziehung zu meinem Freund war meinerseits immer schon mehr von Vernunft und weniger von Leidenschaft geprägt

    Genaugenommen hast du zwei falsche Partner (ich nehme mal die Affäre den Partner für Leidenschaft und Sex, deinen "Freund" als Partner im Sinne von Freundschaft), mit denen du nur halb zusammenpasst.


    Suche dir einen Freund, bei dem die Leidenschaft, der Sex und die Liebe stimmt- dann hast du dein Problem nicht mehr- genaugenommen geht es allen damit besser- die Männer erfahren Erlösung aus falscher Hoffnung. "Harmonie" und Partnerschaft, die auf Betrug und Lüge aufbaut, ist nicht tragfähig und ist weder eine richtige Partnerschaft noch harmonisch. Es ist auch großer Selbstbetrug.

    BlaueAster, ich würde mich an deiner Stelle trennen. Wenn ihr schon verheiratet wärt und Kinder hättet, würde ich es weiterhin mit ihm versuchen, aber so auf keinen Fall. Ich glaube, dass du das richtig schlimm bereuen würdest. Noch bist du frei. Binde dich nicht an jemanden, den du nicht mehr riechen kannst. Das ist ein absolutes Alarmzeichen. Ich konnte meinen Ex nach der Trennung auch nicht mehr riechen, am Anfang der Beziehung schon. Wenn du erstmal Kinder hast, ist alles viel schwieriger. Du hast dich in eine Illusion verrannt, was deine perfekte Beziehung betrifft. Die schönen Erinnerungen bleiben dir ja trotzdem.

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    Die Beziehung zu öffnen, kommt für ihn nicht in Frage, ich bearbeite ihn schon seit Beziehungsbeginn damit, es ist aussichtslos. Auch wenn er von der Affäre wüsste, würde er mich nicht verlassen. Da es ihm aber weh tun würde, verheimliche ich sie vor ihm. (...)


    bin ich im Gegensatz zu meinem Partner nicht allzu monogam veranlagt. Eine offene Beziehung, "was-ich-nicht-weiß-macht-mich-nicht-heiß", Dreier etc. würden meiner Natur wohl eher entgegen kommen, dass lehnt mein Partner aber ab. Darum soll es aber hier nicht gehen.

    Darum geht es aber, auch wenn du es nicht wahrhaben willst. Wie kommt man dann auf die Idee, eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der in diesem Punkt eine völlig andere Einstellung hat, und dann "seit Beziehungsbeginn" ihn zu "bearbeiten", dass ER gefälligst seine Einstellung ändert? Was soll an so einer Beziehung denn harmonisch sein?! Auch wenn du ihm deine momentane Affaire nicht auf die Nase bindest, wenn er nicht ganz blöd ist, wird er schon "seit Beziehungsbeginn" Schiss haben, dass du ihm nicht treu bleiben wirst.

    Zitat

    Genaugenommen hast du zwei falsche Partner (ich nehme mal die Affäre den Partner für Leidenschaft und Sex, deinen "Freund" als Partner im Sinne von Freundschaft), mit denen du nur halb zusammenpasst.

    Genau so ist es.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man bei jemandem, auf den man sexuell gar keine Lust mehr hat, noch von Liebe sprechen kann. Das kann für mich jedenfalls nur Freundschaft sein, Liebe beinhaltet auf jeden Fall auch Sex. Machst du dir da nicht evtl. aus Bequemlichkeit was vor? Z.B. wegen der Unsicherheit, dass der Affärenmann vielleicht nicht mehr als eine Affäre will und du dann allein sein könntest?

    Liebe BlaueAlster,


    vor einigen Jahren war ich mal in einer ähnlichen Situation. Es war mein erster Freund, davor keine sexuelle Erfahrung und von Anfang an mehr Vernunft als Leidenschaft. Ich würde sagen nach 3-4 Jahren war die Luft raus, aber ich blieb bei ihm. Schließlich verbrachte ich die meiste Zeit mit ihm, sonst lief eher weniger in meinem Leben.


    Nach gut 5 Jahren Beziehung lernte ich jemanden anderen kennen. Wir passten sexuell super zusammen und auch sonst fühlte ich mich auf einmal wieder lebendig. Ich bin nicht sofort gegangen, weil ich wie du gezweifelt habe. Im Nachhinein weiß ich, dass die Trennung längst überfällig war. Für ihn, aber auch für mich. Ich war nur zu feige mir das Einzugestehen und von vorne anzufangen. Ich hatte Angst vor dem, was danach kommen würde.


    In diesem Sinne: Spring über deinen Schatten und lass deinen Freund gehen! Auch dir wird es danach besser gehen.

    @ BlaueAster

    Ich kann gut verstehen, dass manche Postings hier im Thread harter Tobak für dich sind.


    Ich zum Beispiel habe manchmal einen derart rationalen und sachlichen Blick auf die Dinge, dass meine Einschätzungen und Ratschläge in Beziehungsdingen geradezu verletzend wirken können.


    Das ist natürlich nicht meine Absicht.


    Es ist nun auch so, dass Fremdgehen ein Thema ist was zum Teil recht stark polarisiert, viele Menschen haben da eine strikte Moral was das angeht und reagieren dementsprechend rigoros wenn das Thema auf den Tisch kommt. Manch einen triggert das auch einfach weil er oder sie selbst ein mal der Betrogene war.Und da wird dann eben derjenige der denjenigen betrogen hat auf dich projiziert.


    Ich denke dieser Thread kann dein Problem nicht lösen aber er kann dir Denkanstöße geben.


    Ich selbst habe ja auch mal ein totes Pferd geritten, etwa ein Jahr lang. Der Sachverhalt war da nur anders, da passte es sexuell aber die Gefühle waren meinerseits nicht mehr amourös. Als ich die Beziehung dann beendete waren wir 7 Jahre zusammen. Schön ist das nicht, darum habe ich mich ja auch lange um diesen Schritt gedrückt. Daher verstehe ich auch wenn man diesem Schritt aus dem Weg geht.


    Ich denke bei dir muss der Leidensdruck schon recht hoch gewesen sein, dass du dich zur Affäre entschlossen hast. Mir jedenfalls kommt es nicht so vor als hättest du dich leichtfertig darauf eingelassen.


    Es kommt mir auch so vor als sei dein Freund im Bilde was eure Sexualität angeht, ob er begreift wie essentiell dieses Problem ist vermag ich nicht zu sagen.


    Aus deinen Zeilen lese ich aber heraus, dass da durchaus Gespräche geführt wurden und von dir auch signalisiert wurde am Problem zu arbeiten.


    Im Prinzip läge eine Mögliche Lösung darin die Beziehung zu öffnen. Nur funktioniert dies in den seltensten Fällen zur beiderseitigen Zufriedenheit. Aber das ist auch kein möglicher weg, wenn dein Partner schon Toys als Gegner empfindet wird er damit nie und nimmer zurecht kommen.


    Nun gut, er hat da ja auch irgendwie die A-Karte. Er merkt ja auch dass es nicht so rund läuft und ich denke er kann machen was er will, ihr seid sexuell inkompatibel geworden. Und die Tatsache dass deine Affäre nun schon 2 Jahre andauert sagt mir, dass das nicht einfach eine Episode ist.


    Für jeden hat Sex einen anderen Stellenwert in der Beziehung, für mich ist er essentiell und daher wäre für mich eine Beziehung ohne funktionierenden Sex nicht denkbar. Für andere mag das anders sein und diese könnten in deiner Situation darauf verzichten. Gangbar ist dieser Weg nicht für jeden.


    Nun, langer Rede, kurzer Sinn, ich denke für deine Situation gibt es keinen Königsweg sofern sich nichts grundlegend ändert.


    Die Erkenntnis dass man einen Tod sterben muss ist zwar schmerzhaft, bringt einem aber weiter. Es kann aber durchaus noch Zeit ins Land gehen bis man soweit ist.

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    Ja, aber Diskussionen darüber verunsichern ihn, sodass dann nichts mehr geht. Dabei hat sich sein Selbstvertrauen seit wir zusammen sind schon stark verbessert. Auch Spielzeuge, die mir enorm helfen, sieht er als Konkurrenz. Eine sachliche Diskussion ist da schwierig. Er bemüht sich sonst wirklich, manchmal funktioniert es auch. Aber es dauert halt lang, ich merke, für ihn ist es eher frustrierend, als dass er es als erfreulichen Zeitvertreib mit Versuch & Irrtum sehen kann - dass macht mir ja dann auch keinen Spaß - und so zieht es sich halt hin... Versteh mich nicht falsch, ich bin für meine Empfindungen selbst verantwortlich und bevorzuge eine aktive Rolle. Ach, ich merke gerade, dass es echt nicht passt. Bisher ist alles, was mir gefällt, für ihn schmerzhaft/irritiernd/unangenehm. Wir finden auch keine für beide angenehme Position, obwohl wir körperlich ganz normal (und sportlich) sind.

    Sieht nicht nach sexueller Kompatibilität aus. Auch eure Auffassungen zu Monogami/Polygamie betrifft, divergiert ihr. Ich wüsste echt nicht, wie man so zusammenkommen soll. Der Titel deines Fadens müsste anders lauten: "wir passen sexuell nicht zusammen". Ich habe auch mal in einer solchen Beziehung verharrt, wollte mir nicht eingestehen, dass nichts mehr zu machen war. Sieh, du bist seit zwei Jahren in einer Affäre. Aus deiner polygamen Perspektive mag das nicht weiter verwerflich sein, aber im Grunde genommen fehlt da an allen Ecken und Enden der Respekt für die Haltung deines Freundes. Auch wenn er (leidend) bei dir bleiben würde, käme die Geschichte aus, wärt ihr nicht auf der gleichen Augenhöhe. Fändest du das auf Dauer wirklich erfüllend für dich? Ja, es ist schmerzhaft, sich aus einem zum Teil liebgewonnenen Konstrukt zu lösen und ja, du wirst die Illusion anderer zerstören. Aber dann kannst du endlich das Leben leben, das dich ausmacht.

    Es gab hier schon Stränge, in denen Menschen ähnliches berichteten, die 25 Jahre verheiratet waren. Oft wurde da geraten, sich klar zu bekennen, vom Ehepartner zu trennen und das unwürdige und perspektivlose Schauspiel zu beenden. Manche Ehepartner bleiben trotzdem zusammen, weil viel Verbindendes da ist, das ihnen aus den unterschiedlichsten Gründen wichtiger ist. Sehr oft werden Affären des Partners mit großer Ausdauer und schmerzvoll ertragen, manchmal halbwegs geduldet. Oder die Partner haben schon lange nichts mehr miteinander und gestehen sich gegenseitig zu, ihre Sexualität außerhalb der Ehe zu leben. Wenn der eine dem anderen nichts Großartiges vorgaukelt und jeder Partner noch ungefähr weiß, warum er die Beziehung oder Ehe fortsetzt, mag das in Ordnung sein.


    Wenn man aber erst noch vor der Ehe steht, erst lächerliche 8 Jahre zusammen ist und seinen Partner bereits seit zwei Jahren hintergeht, habe ich dazu nur eine Meinung, die nicht sehr freundlich ausfällt.


    Du, TE, schreibst, dass die Beziehung zu deinem Freund von Anfang an von Vernunft und nicht von Leidenschaft geprägt war. Er ist dein "bester Freund", du kannst ihm vertrauen und dich ihm anvertrauen. Aber der Sex ist für dich inzwischen eine Zumutung, du kannst seinen Geruch nicht mehr so gut haben und - das dürfte sehr sicher sein - in absehbarer Zeit auch seine körperliche Nähe nicht mehr gut ertragen. Diese Signale hast du längst erfasst.

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    Ob ich meinen Freund oder den Affärenmann mehr liebe, weiß ich nicht.

    Weder noch. Du liebst deinen Freund nicht als Mann, sondern weil er dein bester Freund ist, dein menschlicher Freund, mit dem du deine erste längere Beziehung hattest und viel erlebt hast. Es waren für dich prägende Jahre deiner Jugend. Er ist dir vertraut, gibt deinem Leben eine Ordnung und verlässlichen Rückhalt. Er wäre wohl ein guter Vater deiner Kinder; auch ein Gesichtspunkt, wenn du etwas weiter in die Zukunft schaust.


    Aber du spürst und - wie dein Faden beweist - weißt auch schon längst, dass er sich mit allen Raffinessen auf den Kopf stellen könnte. Sexuelle Anziehung, das Gefühl, von seinen bloßen Berührungen elektrisiert zu sein, das hast du nie gespürt und wirst du bei ihm nie spüren. Ihr harmoniert in der Hinsicht nicht und habt es noch nie getan. Das ist dir inzwischen sehr klar. Deinen Affärenmann liebst du aber offensichtlich auch nicht. Denn, wie Linala80 auf Seite 2 schrieb, betrachtest du ihn auffällig abgeklärt.


    Was ich recht unschön finde, ist, wie du bilanzierst: "Was hab ich von dieser Beziehung, was von jener? Wären beide zusammen nicht das Beste?" Das ist Rosinenpicken. Dazu müsstest du dir Menschen suchen, die sich bewusst darauf einlassen. Dein Freund aber möchte nicht eine Rosine in deinem Kuchen sein, sondern er möchte erklärtermaßen eine monogame Beziehung mit einer loyalen, ihn liebenden und ihm zugewandten Frau. Er ist bislang auch noch in dem Irrglauben, dass er eine solche Beziehung führt. Dabei ist es nurmehr ein Schauspiel, in dem er, ohne es zu wissen, in einer ganz wesentlichen Hinsicht eine Gastrolle spielt. Das hat er nicht verdient. Vor allem dann, wenn er wirklich dein bester Freund ist. Bist du auch seine beste Freundin?


    Du solltest dringend klare Verhältnisse schaffen!

    Ich möchte ein Stück weit für Dich die Lanze brechen an dieser Stelle, nicht, weil ich das was Du gerade tust mit Deinem Leben und dem der beiden Männer gut finde. Nein, dass ist in der Tat nicht ok, und das weißt Du selbst.


    Du bist sehr jung in Deine Hauptbeziehung eingetreten, und das lässt (oftmals, nicht immer), wenig Vergleichsmöglichkeiten zu. Mit Anfang 20 oder noch jünger, erlernt Mann und Frau erst wie eine Beziehung sich aufbaut und lebt. Die meisten haben als Hautnah-Vergleich nur das, was die eigenen Eltern vorgelebt haben. (als grobe Orientierung)


    Als Du Deinen "besten Freund", kennen und vermeintlich lieben gelernt hast, warst Du noch nicht die reifere Frau von heute. Konntest also Deine Wünsche und Bedürfnisse nicht verlässlich genug kennen, wie das heute ein Stück weit möglich ist.


    Ich kann auch nachempfinden, dass Menschen Angst vor Veränderung haben, manchmal aus den richtigen Motiven das Falsche tun, oder umgekehrt. Ich bin mir sicher, dass Du die inneren Grabenkämpfe schon zig Male in Dir durchgespielt hast, in der Hoffnung das sich eine Lösung auftun wird. Tut es jedoch nicht, wenn Du weder erwischst noch offen konfroniert wirst. (Dein Langzeit-Lover hätte es richten können ;-) oder Dritte, die etwas wissen)


    Ich würde mich denen in Deinem Faden anschließen, die sagen lass beide Männer hinter Dir. So haben sie die Chance, die Frau in ihr Leben zu lassen, in denen die wichtigen Aspekte passen die eine zukunftsfähige Beziehung tragen.


    Du wirst in diesem Moment sicher noch glauben, nein ich kann nicht. Es wird viel Chaos und Schmerz bringen, wenn Du Dich offenbarst. Aber das ist der Preis, wenn man konsequent leben will. Und das sollte Du vor Deinem 30. Geburtstag passieren. Oft ein wichtiges Datum im Leben einer jungen Frau.


    Ein Affärenmann, der 2 Jahre zulässt, dass Du zu Deinem "besten Freund" nach Hause fährst mag Dich mit jeder Faser seines Körpers begehren, sogar heiß begehren. Aber aufrichtig lieben, hmm nein glaube ich nicht, sonst hätte er Dich schon dermaßen unter Druck gesetzt, dass die Balken krachen. Oder wäre von selbst gegangen, weil er das nicht weiter erträgt. Ebenso wäre es umgekehrt bei Dir gewesen.


    Das Du Angst vor den Reaktionen der anderen hast, kann ich zu gut verstehen. Mir erging es ähnlich als ich meinen damaligen Partner mit drei sehr jungen Kindern verließ. Wir hatten ein Haus, ein tolles Grundstück, und Außenstehende dachten tolle Familie. Ich hatte wie Du im Hinterkopf, was werden die Großeltern sagen, die glauben wir wären die Glücklichsten ever.


    Was werden andere sagen, und bei mir spielte damals kein Dritter einer Rolle. Man unterwirft sich sehr oft der Bewertung Außenstehender, die nicht in Deinen Schuhen gehen und leben.


    Auch hier, trenn Dich von beiden Männern und konsequent. Finde Dein Ich, und hinterfrage für Dich selbstkritisch was will ich von diesem meinen Leben. Was sind die Werte und die Basis die mir wichtig ist.


    So lange Du das nicht erkennst und weißt, wirst Du (vielleicht) wieder in so ein Liebes-Wirr-Warr geraten.


    Spiel es durch nach der Trennung, bin ich jemand der eine offene Beziehung präferiert, was ok ist, wenn Du den passenden Partner hast. Bin ich jemand, der ohne Probleme und Schmerz polyamore empfindet, dem es also nicht schwer fällt mehr Menschen auf demselben Level zu lieben und zu begehren.


    Derzeit ist das nicht der Fall. Aber es ist wichtig, dass Du Dich erkennst, um den zu Dir passenden Partner und Lebensstil zu finden. Ein Mann, der mit all dem was Du bist und verkörperst nicht nur klar kommt irgendwie, sondern der Dich genau dafür liebt wie Du bist und empfindest.


    Wenn Du ein stabiles Familiengefüge willst, ist das was Du gerade lebst komplett falsch. Es ist eine Art von Schleudersitz, die eine massiv falsche Situation katapultiert, wenn die große Entdeckung einsetzt.


    Was Du nicht brauchst, Dich dafür schämen das ein geglaubt geliebter Mann an Deiner Seite in die Freundschaftsschiene gerutscht ist. Das passiert sehr vielen Menschen, die verlässlich vertraut miteinander leben, aber die körperliche Leidenschaft im Alltag auf der Strecke blieb.


    Das ist auch etwas, dass man ehrlich erklären kann und nichts was vorwürflich geahndet werden sollte. Bei der Affäre, mit der Du versuchst hast zu komensieren, was Dir als junge und leidenschaftliche Frau fehlt ist es etwas anders. Ihr habt nur die Sternstunden miteinander geteilt, und es ist nicht gesagt, dass es für den Alltag und das gemeinsame Leben ausreichen wird, eure "Beziehung" war nicht den Belastungen des alltäglichen Miteinanders ausgesetzt.


    Dein "bester Freund" hat das Recht zu wissen, wer er an seiner Seite lebt. Du nimmst nicht nur Dir die Möglichkeit den passenden Partner zu finden, bei dem alles passt, sondern vor allem ihm nimmst Du wichtige Jahre seines Lebens. Versuche Dich mal in seine Postiion rein zu fühlen, belogen und betrogen, immer noch in Zukunftsträumen schwelgend.


    Es hat etwas von der Situation, in der eine junge Frau auf Hochzeit und Familie hofft, und der Partner sie immer wieder vertröstet. aber bereits sicher weiß das es nicht mit der aktuellen Partnerin passieren wird. Er jedoch zu feige ist, dass offen zu kommunzieren und statt dessen zig Gründe vorschiebt warum es zum gegenwärtigen Zeitpunkt gerade nicht geht. Nicht identisch miteinander vergleichbar, aber ähnlich. Du hälst ihn auch hin, nur auf andere Weise.


    Mach aus Dir einen glücklichen Menschen/Frau. Das bist im Moment nicht, sonst gäbe es diesen Faden nicht. Dann wäre alles in bester Ordnung. Du würdest zwei Männer mit all ihren Stärken und Vorlieben genießen und gut ist. Dem ist aber nicht so, und ich denke, dass Du trotz der Höhenflüge mit Deinem Lover tief traurig bist. Er steht nur als Stellvertreter für etwas was Du noch in Dir suchst.


    Beschenke Dich und diese beiden Männer, in dem Du Dich befreist von falschen Träumen und unrealistischen Erwartungen. Beginn ein neues Leben, Deins. Du hast die Kraft dazu, siehe den ersten Schritt dazu Dein Beitrag hier im Forum. :)* :)^

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    Wir gelten sozusagen als Vorzeigepärchen im Freundes- und Familienkreis.


    [...]


    Abgesehen von meinem rein egoistischen Gründen, habe ich erhofft, vom Affärensex neue Impulse für den Beziehungssex sammeln zu können.

    Kann es sein, dass dich auch ähnlich egoistische Gründe bei ihm halten? Genießt du dieses "Vorzeigepärchen-Sein" und wäre es dir unangenehm, wenn du Freunden und Familie erklären müsstest, dass du dich trennst (??oder diese auch den Affärenmann erfahren??)?

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    Eine offene Beziehung, "was-ich-nicht-weiß-macht-mich-nicht-heiß", Dreier etc. würden meiner Natur wohl eher entgegen kommen, dass lehnt mein Partner aber ab. Darum soll es aber hier nicht gehen.

    Doch, eigentlich geht es darum. Denn es relativiert die sexuelle Qualität, die du deinem Freund ankreidest. Wäre dein Freund der Superstecher im Bett, dann wäre deine Natur immer noch polygam, d.h. auch dann würde er dir vermutlich nicht genügen. Jemand, der seine polygame Veranlagung nicht einem "Wunschpartner" unterordnen kann, der muss einen Partner finden, der zu dieser Veranlagung kompatibel ist.


    Was du meiner Meinung nach aber auch herausfinden musst, ist folgendes: bist du wirklich polygam, oder wurmt dich die mangelnde Breitenerfahrung im Sex? Schließlich kamt ihr unerfahren und jung zusammen und dich wurmt es, dass du immer "nur ihn" im Bett hattest. Für mich ist es noch nicht 100% glasklar, ob du wirklich polygam bist, oder ob du nicht einfach nur eine unverbindliche Experimentierzeit nachholen möchtest, um herauszufinden, was dir wirklich liegt. Ein Affärenmann kann dir das nicht ersetzen, denn auf eine gewisse Weise bist du ihm ja auch "treu" und gebunden.


    Du wirst dieses Knäuel irgendwann entheddern müssen - aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Daher kann ich dir auch nur raten, früh herauszufinden, was du wirklich möchtest. Und mehr zu dir zu finden, anstatt dich zwischen zwei Männern aufzureiben. Die berufliche Trennung über die Woche ist vermutlich nur vorübergehend - die Tage deiner einfachen Affäre sind daher gezählt. Irgendwann wirst du Farbe bekennen müssen. Daher raube nicht euch dreien weiter kostbare Lebenszeit, sondern übernimm Verantwortung für dein Leben und deine Entscheidungen. Hier muss alles auf den Tisch, vor allem bei deinem Partner (er ist wohl, der am allerwenigsten von der Situation weiß). Und dann musst du - müsst IHR - herausfinden, ob und wie es mit euch weitergeht. Und das sollte mit Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt passieren. Bei beidem hast du aktuell ein deutliches Defizit.

    Linalina,


    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Und ja, ich kann mir meinen Freund mit einer anderen Frau vorstellen, das würde ich aushalten.


    Den Affairenmann lasse ich erstmal bewusst aus meinen Überlegungen raus, obwohl er einen sehr starken Zug auf mich auswirkt. Ich versuche herauszufinden, ob meine Beziehung so noch fortgeführt werden sollte. Ich habe eine sehr "abgeklärte" Persönlichkeit, also absoluter Kopf- und weniger Herzmensch. Keine Ahnung, was mir mein Herz zu sagen hat.

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    Solange du nicht darauf stehst deinen Partner zu erniedrigen oder ihm Schmerzen zuzufügen, wird es ja wohl nicht so schlimm sein, dass man sich darauf nicht einlassen kann.

    Natürlich nicht, auf Schmerzen & Demütigung steh ich nicht.


    Langsam kristallisiert sich heraus, dass bei uns sexuell einiges im Argen liegt. Was mich deprimiert, da ich meinen Partner ja liebe. Auch wenn das in meinen Texten nur zögerlich durchschimmert. Aber eine Beziehung ohne Sex ist eine Freundschaft.

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    Ich denke dieser Thread kann dein Problem nicht lösen aber er kann dir Denkanstöße geben.

    Auf verschiedene Denkanstöße uns Erfahrungsberichte habe ich auch gehofft. Dass ich nicht darum herum komme "einen Tod zu sterben", ist mir schon klar... Lord Hong, ich hab dir eine PN geschrieben.

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    Es gab hier schon Stränge, in denen Menschen ähnliches berichteten, die 25 Jahre verheiratet waren.

    Uomo, ich kenne diese Geschichten. Darum auch die Frage, ob sich soetwas wirklich ein Leben lang aushalten lässt oder ob man lieber rechtzeitig einen Schlusstrich darunter zieht. Danke auch für den Rest Deinens Postings.

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    Was du meiner Meinung nach aber auch herausfinden musst, ist folgendes: bist du wirklich polygam, oder wurmt dich die mangelnde Breitenerfahrung im Sex?

    Stimmt, diese Frage muss ich erst beantworten.


    Ich möchte mich ausdrücklich bei allen Beitragsschreibern bedanken. Auch wenn vieles dabei war, was mich hat schlucken lassen. Ich habe viele Denkanstöße bekommen, die ich so gar nicht im Sinn hatte, ich habe meine Gedanken neu ordnen können. Bisher habe ich nie mit jemandem über diese Dinge geredet, sich das von der Seele zu schreiben tut allein schon gut.


    Meinem Partner werde ich reinen Wein einschenken. Entweder Beziehung öffnen oder Trennung. Erstmal allein zu sein und mir über mich und meine Wünsche selbst klar zu werden, erscheint mir erstrebenswert.


    Um das nochmal klarzustellen: Ich liebe meinen Partner als Menschen und wünsche ihm von Herzen das beste, auch wenn das nicht mit mir ist.


    Für mich ist das Thema soweit beendet.

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    Entweder Beziehung öffnen oder Trennung.

    So, wie du deinen Freund beschreibst, bedeutet Öffnung der Beziehung einen faulen Kompromiss, den er aus Angst, dich zu verlieren, eingehen wird. Überlege dir gut, ob du das willst.

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    Uomo, ich kenne diese Geschichten. Darum auch die Frage, ob sich soetwas wirklich ein Leben lang aushalten lässt oder ob man lieber rechtzeitig einen Schlusstrich darunter zieht.

    Es hätte dir sicher geholfen, wenn alle Fäden mit diesen Geschichten die weitere Entwicklung geschildert hätten. Denn das liegt anschließend oft im Nebel, daher stellt man viele Fragen immer wieder.

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    Für mich ist das Thema soweit beendet.

    Das wäre schade - s.o.. Es wäre schön für das Forum und späteren Menschen mit dem gleichen Problem, wenn du dich nochmal melden würdest, wie du für dich deinen Weg gefunden hast. @:)

    Typischer Fall von: Die Natur macht's möglich, die Kultur/Moral verbietet.


    Der Fehler liegt im Konzept wie wir Beziehungen leben. Dieses Konzept ist jedoch lediglich ein übernommenes und verinnerlichtes.


    Um seinen ureigenen Bedürfnissen gerecht werden zu können, braucht man manchmal ein eigenes Konzept, welches nicht unbedingt dem gesellschaftlich anerkannten Beziehungskonzept entspricht. Monogamie ist eine Erfindung der Neuzeit, das sollte man sich stets vor Augen halten, wenn man damit Probleme hat.


    Im Prinzip kann man es sich einrichten wie man will, man braucht eben nur den/die passenden Partner dazu.