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    denn mir fehlt auch manchmal die Aufregung, die Überraschung...

    aber, da ist doch jeder mitverantwortlich, dass diese aufregung immer wieder aufleben kann.


    mein mann und ich kennen uns nun seit 22 jahren (sind aber erst seit knapp 6 jahren offiziell zusammen) und pflegen unsere beziehung gerade im alltag besonders. auch wir haben anstrengende jobs, 4 kinder (die zwar nicht mehr bei uns wohnen, unsere energie aber noch gewaltig fordern), einen hund, eine riesige familie die es zu pflegen gilt... und trotzdem ist uns unsere liebe und beziehung das wertvollste.


    und wenn ich merke, dass uns der alltag zu "erwachsen" werden lässt, dann bringe ich halt wieder spannung rein:


    da schnappe ich ihn mir halt mitten im "tatort": komm, wir gehen mit dem hund und machen unanständige sachen im park


    da entführe ich ihn an einem regnerischen sonntag zu einem "scheiß-egal-wie-das-wetter-ist-picknick"


    da muss er nachts um 1h mit mir in eine spielhölle zum darten


    da mache ich während der woche popcorn und rufe einen kino-abend im wohnzimmer aus


    da schleppe ich ihn in ein billiges motel und bringe ihn mit der frage: kann man das zimmer auch für 2 std. mieten in verlegenheit


    da lade ich alle kinder zum fußballabend mit grillen auf dem balkon ein


    ...


    dazu muss ich auch manchmal energie zusammenkratzen und ein wenig mut finden, aber bisher lohnt sich das!


    ich habe nämlich den eindruck, dass du ihn sehr liebst, ihr nur beide den alltag passieren lasst, ihn aber nicht selber gestaltet!?

    striptease

    Ich habe oft den Eindruck, dass es einfach sehr viele verschiedene Liebes- und Glückstypen gibt. Es gibt zum Beispiel Menschen, die dem Kribbeln und die Ungewissheit des Anfangs einer Beziehung nicht viel abgewinnen können. Sie sind davon verunsichert, können sich nicht fallenlassen, finden das äußerst unentspannt. Dafür lieben sie vielleicht die Sicherheit und Geborgenheit, haben kein Problem mit symbiotischer Zweisamkeit und fühlen sich nur umso verbundener, je besser, intensiver und länger sie ihren Partner kennen und da ist es dann auch egal, ob er heimlich Popel isst oder seine Socken drei Tage lang trägt.


    Auf der anderen Seite gibt es die, für die Vertrautheit der Anfang vom Ende ist. Ab da wird es öde, farblos, asexuell. Spannung muss da sein, um sich zum anderen hingezogen zu fühlen und wenn diese abnimmt, geht es bergab.


    Und irgendwo zwischen diesen Extremen befinden sich die meisten Menschen. Entweder etwas mehr auf der einen oder eben tendenziell mehr auf der anderen Seite. Deshalb schlagen sich vermutlich auch so viele Leute in Diskussionen zum Fremdgehen die Köpfe ein, denn sie verstehen sich einfach nicht. Keiner kann das Empfinden des anderen wirklich nachvollziehen und sich vorstellen, dass es andere gibt, die tatsächlich Sex ohne Gefühle haben können. ;-)


    Bei dir erscheint es mir so, als würdest du schon mehr in der "Verbundenheitsecke" stehen, aber ein ganz kleiner Teil von dir sucht eben Spannung und Abenteuer. Es wird dir nicht helfen, aber für dich ist es doch an sich schön, dass du offenbar zu den Menschen gehörst, die eine lange, vertraute Beziehung mit jemandem führen können, dabei immer noch Sex haben und nicht komplett der Suche nach Neuem, Aufregenderem verfallen. ;-) Das ist mehr als viele andere haben, die zwar immer auf der Suche nach tiefer Liebe sind, dabei aber ständig auf die Nase fallen, weil sie die damit verbundene Vertrautheit einfach nicht positiv empfinden können.




    Und Superkröte möchte ich mal kurz etwas zur Seite springen. Es ist natürlich immer sehr ketzerisch, wenn man sagt, man liebe seine Kinder mehr als seinen Partner und ich bin auch nicht sicher, ob ich es genauso ausdrücken würde.


    Dass es da einen Unterschied gibt, kann aber auch ich nicht leugnen. Für meine Kinder habe ich zunächst einmal eine vollkommen andere Verantwortung. Mein Mann kommt notfalls auch sehr gut allein über die Runden und überlebt ohne mich (postuliere ich zumindest mal ;-D ). Außerdem muss ich zugeben, dass ich vor meinem Mann auch schon in anderen Beziehungen geliebt habe und diese Beziehungsliebe daher weitaus weniger exklusiv ist als die zu meinen Kindern. Letztere flaut jedenfalls nicht wegen äußerer Umstände ab (Alkoholkonsum, Umgang mit Geld, Fremdgehen, Streitereien etc.), sondern hat in der Regel Bestand. Ich kann mir nicht vorstellen, mich irgendwann mit meinen Kindern derart auseinanderzuleben, dass ich mir lieber andere Kinder suche. ;-)

    Ich glaube diese Gedanken kommen weil es uns zu gut geht.


    Merke es ja selbst :-/ Läuft alles gut und eintönig, muss ich einen Streit erzwingen - total blöd...


    Oft schätzt man nicht was man hat weil man noch keine Enttäuschungen in früheren Beziehungen erlebt hat. (Man kommt mit den ersten Freund zusammen, hatte vorher noch nie Liebeskummer, eine gescheiterte Beziehung, Streit etc.)


    Und manchmal sucht man nach einem Höhepunkt wenn alles so dahin plätschert... Dann hat man Sehnsucht nach diesen verdammten Schmetterlingen im Bauch.... und überhaupt... so fremde Haut, ein neuer Mann, die ganze Aufregung... ja, das könnte doch ganz interessant sein... ;-)

    Kennst mich ja, ich bin da genau wie Du. Vielleicht hängt es wirklich ein bisschen davon ab, ob man ein Routine-Mensch ist oder nicht. Ich bin keiner. Ich ziehe gerne um, wechsle gerne die Jobs, wohne gern in fremden Ländern. Routine langweilt mich schnell. Ich schätze Dich ähnlich ein. Ich denk irgendwie: Lieber gar keine Beziehung als eine, die mich nicht 100%ig glücklich macht. Dumm ist nur, dass es dieses 100%ige Glück wahrscheinlich nicht gibt. Bzw. vielleicht nicht für Leute wie mich gibt. Auf der anderen Seite sieht man ja ab und zu mal ein Paar, das auch nach zig Jahren noch irre glücklich ist. Und sich verliebt anschaut und so. :-/ Meine Eltern zum Beispiel. Sowas will ich halt

    @ Striptease:

    Hast du in all den Jahren eigentlich mal jemanden kennengelernt, der dir gefährlich werden konnte?

    @ Emma:

    :)= So denke ich auch.


    Ich kenne übrigens kein Langzeitpaar, bei dem noch ordentlich die Schmetterlinge fliegen ;-)

    Superkröte

    Zitat

    Es ist ja auch wichtig das beide in einer Partnerschaft die gleiche "Zukunftsvorstellung" haben, ob mit oder ohne Kinder.

    Die hatte alle die gleiche Vorstellung, also ein eindeutiges JA zu Kindern. Nur wollten die Männer ungefähr 5 bis 10 Jahre später und fühlten sich völlig überrumpelt von diesem Gedanken. Und wenn das Gedankenkarusell einmal läuft, dann ist es nicht mehr zu stoppen.

    Mathilda82


    Nun, für mich hat das was mit hinhalten zu tun wenn beide sagen "ja wir wollen Kinder" und 10 Jahre später heißt es noch "mal sehen" :-/ . Eine Bekannte von mir hat 15 Jahre lang "mal sehen" gehört. Weil irgendwas hat ihrem Mann nie gepasst. Ich finde es besser dann gleich zu sagen "ich bin mir nicht sicher ob ich Kinder möchte". Denn im Gegensatz zu Männern haben wir Frauen leider so eine biologische Uhr die irgendwann mal laut anfängt zu ticken.


    Aber das hier ist nicht das Thema.

    kennengelernt mit 23


    zusammen 29 jahre


    ja unsere beziehung ist klasse. glück eingeschlossen

    Zitat

    ich bin zufrieden. Ist das Glück?

    nein.


    frau seherin hat es auf den punkt gebracht.


    es fehlt dir offensichtlich die spannung, das unerwartete, das spontane, das unmögliche, der kick, die schmetterlinge.


    gemeinsam SPASS haben, lachen weinen, herzklopfen


    verrückte dinge tun...


    ja, und bei mir/uns waren es dann auch die großen abenteuer, die wir zusammen geteilt haben und immer noch teilen.


    mit 50 drei monate einfach weg. ans andere ende der welt, mit dem rucksack.


    die "kinder" allein zu haus...


    und im moment


    sind wir auf einer besonderen reise – charlie hat zwei frauen – sie hat zwei männer.


    kurz wir sind zu viert gemeinsam unterwegs mit einem anderen paar. ]:D


    sehr spannend und noch keinen moment bereut.

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    Ich finde es besser dann gleich zu sagen "ich bin mir nicht sicher ob ich Kinder möchte".

    Ich glaube du verstehst nicht. ;-) Ich weiß z.B. auch sehr sehr sichter das ich mal Kinder will, muss aber trotzdem meinem Freund sagen, dass ich das frühestens in 5 Jahren möchte und nicht jetzt schon. Und das ist dann kein Hinhalten.

    Zitat

    Denn im Gegensatz zu Männern haben wir Frauen leider so eine biologische Uhr die irgendwann mal laut anfängt zu ticken.

    Zum Glück fangen diese Uhren in der heutigen Gesellschaft sehr spät an zu ticken und nicht schon mit 20 oder 25. ;-) Ich würde mich auch mit Mitte oder Ende 30 nicht zu alt für ein Kind fühlen.

    Mathilda82


    Ja, du verstehst nicht was ich meine ;-) , ich habe nur gemeint das man dazu stehen soll was man sagt.


    Und das mit der Biologischen Uhr meine ich auch ab ende 30. Es geht nicht um das alt "fühlen" sondern um das "biologische Alter". Und ja es ist schwieriger schwanger zu werden mit 39 als mit 30.

    Eigentlich ist "alles" schon gesagt - und ich melde mich trotzdem noch.


    Märchenprinz und ich lernten sich kennen, als er 23 und ich 19 war - eine Liebe auf den allerersten Blick. Er ist auch jetzt noch mein Märchenprinz und ich seine Wetterhexe. Wir kennen uns 44 Jahre und sind davon 43 verheiratet. Zumeist sind wir glücklich verheiratet; kleinere Krisen hatten wir auch, ist ja klar, aber die Liebe zu einander hatten wir immer. Die Liebe hat auch jetzt Bestand, wo wir beide nicht mehr gesund sind und vieles nicht mehr unternehmen können.

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    Ich hoffe und bete, dass ich nienienie die Rolle der Mutter über die der Partnerin stellen werde.

    Hier liegt, meiner Meinung nach, einer der Schlüssel zu dauerhaftem Glück. Man hat in erster Linie "einander" und miteinander hat man die Kinder. Und die Kinder sollen von Anfang an spüren, dass ihre Eltern ein Paar sind, die mit viel Liebe und Umsicht und gutem Willen ihren Nachwuchs grossziehen. Wenn die Kinder das spüren, versuchen sie viel seltener, die Eltern "gegeneinander auszuspielen". (Grauamsels haben 2 Söhne (40 und 37) und 7 Enkel)

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    Man merkt meist erst wie sehr man jemand liebt wenn es schwierig ist

    Ja, das stimmt. Erst dann wird einem mal wieder bewusst, "was man aneinander hat" - und wie gross die Angst ist, wenn es dem anderen gesundheitlich schlecht geht.

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    Bauchkribbeln und Spannung wie an ersten Tag geht wohl nicht einher mit langjähriger Vertrautheit...Und es wär auf Dauer wohl auch anstrengend

    JAAA, aber sicher! Ich bin übrigens auch ein Harmoniebolzen; zum Glück mein Schatz auch.

    Zitat

    ich habe nur gemeint das man dazu stehen soll was man sagt.

    Tue ich doch und taten die Freunde meiner Freundinnen auch. Ich stehe dazu, dass ich Kinder möchte aber in frühestens 5 Jahren und auf keinen Fall jetzt.