Dann erklärs mir doch bitte :-) Du meintest, dass man gemeinsame Zukunftsvorstellungen haben muss, damit es funktioniert. Stimme ich dir auch vollkommen zu. Hier z.B. bei wünschen sich Kinder. Sie sagt so schnell wie möglich, er sagt in 5 Jahren. Was hat das mit hinhalten zu tun?

    Mathilda82


    Ich meine man sollte einen Kompromiss finden in dem beide Parteien zufrieden sind. 5 Jahre ist keine so lange zeit. Du hattest von Bekannten geschrieben die die Flucht ergriffen haben in einer Langzeitbeziehung weil sie nach 10 Jahren ein Kind wollte, er vorher auch, aber sich unter Druck gefühlt hat.


    Ich wollte schon früh Kinder, mein Mann später, wir haben uns geeinigt und sind beide glücklich damit.

    Zitat

    ich habe nämlich den eindruck, dass du ihn sehr liebst, ihr nur beide den alltag passieren lasst, ihn aber nicht selber gestaltet!?

    @ Seherin,

    ich denke, das trifft es schon ganz gut. Und es sollte sich nicht so anhören, als sei an dieser Situation nur mein Freund "schuld", ich weiß, dass wir da beide unseren Anteil daran haben. Leider sind wir beide eher passive Menschen, was diesen Punkt betrifft – wir würden gerne mehr aus dem Alltag ausbrechen, aber irgendwie macht niemand den ersten Schritt. Solche Dinge, wie du sie beschrieben hast...ja, sowas fehlt mir manchmal, und dazu braucht es eigentlich nicht viel, eigentlich nur ein wenig Mut und einen, der damit anfängt...Mein Freund ist eigentlich recht zufrieden im "dahinplätschernden Alltag", von dem man so mitgetragen wird...aber ja, mir fehlt das, was du oben eigentlich schön in einem Satz gesagt hast – mehr eigene Gestaltung, und eben in der Form, dass man auch als Paar mal wieder etwas "außergewöhnlicheres" tut. Ich glaube, ich muss mir da auch an die eigene Nase fassen und solche Dinge einfach mal umsetzen. Es stimmt schon, ich kann nicht von meinem Freund erwarten, dass er dies tut, wenn ich es mir doch wünsche...klar, irgendwo hätte ich gerne, das solche spontanen Aktionen von ihm kommen, dass er mich damit überrascht...Aber es vielleicht auch zuviel verlangt? Zumal ich diejenige bin, die ja diesen Wunsch hat...nicht er. Und wer weiß, vielleicht würde das Ganze ja auch ein "Selbstläufer" werden und im Endeffekt würden wir dann beide dazu beitragen, dass unsere Beziehung einfach wieder ein Stückweit mehr Schwung hat – ich will ja nicht viel, nur ab und zu solche Momente wie von dir beschrieben....aber ich darf mich das auch nicht immer nur wünschen, sondern muss vielleicht selbst beginnen, das, was ich mir wünsche, umzusetzen.

    @ Grauamsel:

    Es freut mich, dass bei euch offensichtlich beides da ist – Spannung und langjährige Vertrautheit. Das wünsche ich mir auch :)

    ... was ich in meinem ersten Beitrag eigentlich noch schreiben wollte:


    Kurz bevor wir heirateten, sagte eine alte, sehr weise Verwandte zu uns: -Nun werdet Ihr bald "ja" sagen zu einander und ich wünsche Euch, dass Ihr JEDEN TAG "ja" sagen könnt zu einander. Ihr MÜSST jeden Tag "ja" sagen zu einander, nur so kann ein gemeinsames Leben gelingen. Manchmal jubelt man "JA!" - manchmal sagt man bloss leise "ja", aber auch ab und zu wütend "JA". Es wird traurige, verzagte "ja" geben, hoffnungsfrohe und auch schwierige. Manchmal ist man auf das JA des Liebsten angewiesen, damit man eine Bockigkeit aufgeben kann - manchmal ist ist das JA zur Versöhnung fast nicht sagbar. Es MUSS gesagt werden...


    Und sie sagte noch: -Geht NIE schlafen im Streit; es könnte sein, dass eines von Euch nicht mehr aufwacht. SO ein Abschied für immer wäre der härteste, der denkbar ist.


    Je älter ich selber werde, desto mehr weiss ich, dass die alte Tante Esthi recht hatte. Und die obigen Worte habe ich meinen Söhnen zur Hochzeit geschrieben. Tanti Esthi lebte nicht mehr und ich empfand diese Weisheit als ihr Vermächtnis.


    Ihr alle in diesem Faden sollte auch daran teilhaben - wenn Ihr wollt. Möchte mich niemandem aufdrängen oder niemanden belehren. Einfach so, als Denkanstoss.

    @ Delilah

    Ja, hast recht: BEIDES ist noch vorhanden bei uns. Wir empfinden das als Geschenk und arbeiten daran. Zum Glück haben wir uns ein Stück des Jungen und des Mädchen in uns bewahren können, was wir einst waren...

    Hei, ich habe nur einige der eingangsanworten gelesen, darum hier mal meine antwort.


    Ich war 21 als wir uns kennengelernt haben, jetzt bin ich 34 und er 39. Wir leben inzwischen in Norwegen und haben unser hobby zum job gemacht. Ja ich bin glücklich, wir schwimmen auf eine wellenlänge teilen viele vorlieben wie sport, lesen, musik machen, denken häufig gleich, verstehen uns blind und ohne worte. Streiten uns bei bestimmten dingen und auch anderen immer wieder wie die kesselflicker, aber ich möchte keinen anderen mann haben.


    Wir sind nicht verheiratet, wollen auch keine kinder haben, was inzwischen auf natürlich art auch nicht mehr ginge. Ich kann mir viel vorstellen nur eines nicht, ich habe keine ahnung wie ich ohne ihn leben könnte, sollte ihm bei einer unserer unternehmungen etwas passieren und ich es überleben. Darum geniest jeden augenblick wie wenn es der letzte wäre, wir versuchen das zumindest ":/

    Grauamsel


    Mein Mann und ich und auch die Kinder gehen nie ohne Kuss und ein "ich hab dich lieb" auseinander.


    Vor 4 Jahren habe ich meine Mutter verloren und das Letzte was ich ihr am Telefon sagte war "Ich Liebe Dich".


    Meine Mutter sagte immer das man nie im Streit aus dem Haus gehen soll , weil man nie weiß ob man sich wiedersieht.

    @ Superkröte

    Schön von Euerm lieben Familienbrauch zu hören - müsste man direkt selber auch einführen. Wir küssen uns zwar auch zum Abschied und beim Wiedersehen, aber sagen bloss zu einander "mach's gut und gib acht", wenn eines weggeht.

    Hallo striptease,


    also ich habe meinen Mann mit 16 kennengelernt, wir sind seit 10 Jahren zusammen, davon 2 verheiratet. Wir hatten auch unserer Höhen und Tiefen, haben uns verletzt und wieder zusammengerauft, uns getrennt und wieder versöhnt.


    Und das Kribbeln? Ich vermisse es nicht... Ich bin einfach unendlich froh, ihn zu haben, zu wissen, dass er da ist, wenn ich ihn brauche.


    Ich habe in diesen 10 Jahren viele Männer kennen gelernt, manche haben Interesse an mir gezeigt, aber keiner kam jemals an meinen Mann heran. Ich kam nicht mal in Versuchung. Und ich hatte nie Angst, dass ich was verpasse, weil ich immer noch der Meinung bin, dass keiner so toll ist wie er.


    Was hilft dir das jetzt? Keine Ahnung.. aber vielleicht kann ich dir raten, deine Beziehung anzunehmen, dich fallen zu lassen. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass wir beide was verpassen, aber who cares? Warum muss es denn immer kribbeln? Warum kann es nicht einfach schön sein, sich so zu vertrauen, den anderen genau zu kennen usw. Warum muss man immer nach etwas Neuem suchen? Es gibt eine Person in deinem Leben, die dich glücklich und zufrieden macht. Natürlich empfindet man das irgendwann als alltäglich, aber ist das nicht das Ziel?


    Man könnte sagen "Ich mag Schokolade, aber ich kann sie nicht jeden Tag essen". Logisch.. aber es ist doch gut zu wissen, dass sie in greifbarer Nähe ist.


    Keine Ahnung ob das für dich Sinn ergibt...


    Viele Grüße,


    Belanna

    Striptease


    Wäre es nicht besser du würdest die Frage anders formulieren? Z.b. wer ist mit seiner erster Liebe über Jahre glücklich geblieben? Was dir zu denken gibt, das haben beinahe alle in deiner Situation, besonders Frauen.


    Hattest du schon vor deinem Partner einen anderen, einen anderen Sexualpartner?

    ich glaube das solche Gedanken schon irgendwie normal sind.. nach einigen Jahren ist es halt Alltag, was aber auch nicht direkt schlimm sein muss.


    Ich bin mit meinem Mann zusammen gekommen als ich 15 war, er war 19 und wir sind jetzt bald 13 Jahre zusammen. :-)


    Bei uns gab es auch schon Phasen in denen ich das Gefühl hatte eher in einer WG zu leben.. aber die waren immer nur kurz.


    Im Gegenzug gibt es auch heute noch Situationen in denen die Schmetterlinge den Weg in den Bauch doch noch finden :-) Oft durch simple Kleinigkeiten. Aber diese Situationen zeigen mir dann auch einfach, das alles richtig ist, so wie es ist. Das ich glücklich bin und das die "Gewohnheits-/ WG-Gedanken" völlig überflüssig sind.


    Ein Leben ohne meinen Mann ist unvorstellbar für mich :-D

    Zitat

    Ich meine, ich bin zufrieden. Ist das Glück?

    Ich weiß nicht. Fühlst du dich glücklich?

    Zitat

    Es ist, als würde man seit 12 Jahren dieselbe Musik auf dem Ipod haben. Es sind die absoluten Lieblingslieder... aber man kennt die Reihenfolge, man weiß vom ersten Takt an, welches es ist, man kennt den Text...

    Und, berührt dich diese Musik immer noch? Hast du immer noch das selbe innerliche Jauchzen, wenn du diese ersten magischen Takte hörst? Oder haben sie für dich längst keine Magie mehr? Die meisten Lieder sind für mich Spielerei. Ich höre sie mir gerne an, bin vielleicht sogar eine Weile auf sie fixiert, doch irgendwann werde ich ihrer überdrüssig. Aber ich habe ganz wenige Lieder, die schon lange zu mir gehören und bei denen ich immer noch die Augen schließe, wenn der erste Takt anschlägt, bei denen immer noch Gefühle hochkommen, bei denen mir die Kehle eng wird. Mit Menschen geht es mir ganz ähnlich. Hat dein Partner denn noch diesen Zauber für dich?

    Zitat

    Ich frage mich manchmal nur, ob ich den Mann liebe und finde eigentlich keine Gründe warum nicht.

    Ist das nicht etwas wenig? Keine Gründe dagegen zu finden?


    PS: Vielleicht liegt bei mir eine Verwechslung mit einem anderen Schreiber vor, aber wart ihr nicht bereits einmal getrennt? Wie kann die Beziehung dann zwölf Jahre andauern?

    @ Grauamsel

    Sie war eine sehr weise Tante, deine Tante!


    Wir gehen niemals ohne Versöhnung schlafen, egal, was dem voraus gegangen ist. Mein Mann ist täglich viele km auf der Autobahn unterwegs und ohne nette Geste verabschiede ich ihn nie.


    Meinen Mann habe ich mit 18 kennen gelernt. Wir sind seit über 30 Jahren verheiratet. Es gab im Laufe der Jahre einiges, was wir miteinander und was wir gemeinsam gegen andere ausgefochten haben. Es gab auch Zeiten, in denen wir uns als Paar zugunsten der Kinder "zurückgenommen" haben. Aber das war keine bewusste Entscheidung. Ich weiß nicht, warum man heutzutage alles und jedes regelrecht sezieren muss. Klar sollte man einiges hinterfragen, aber man sollte vor allem SEIN.


    Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht, wenn die Gesundheit zu wünschen übrig lässt, weiß man, dass es nicht ewig so weiter gehen wird. Und man merkt, dass viele Dinge völlig nichtig sind.

    @ striptease

    Es gibt da so eine Spruch "Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Glatteis tanzen"


    Wichtig sind doch das Aufeinander-Verlassen-Können, die Verständigung ohne Worte, das Fallenlassen.

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    Allerdings bin ich ein Typ, der Routine mag und liebt. Auch in Beziehungen, besonders da

    Das kann ich auch für mich so sagen.


    Die Spannung aufeinander, das Kribbeln ist durch die Jahre trotzdem nicht weniger geworden.

    Zitat

    aber sagen bloss zu einander "mach's gut und gib acht"

    Was heißt bloß? Auf den genauen Wortlaut kommt es doch gar nicht an. Das "Gib acht" schließt doch all das Ungesagte ein. Man muss das "Ich liebe dich" nicht jeden Tag neu aussprechen, aber man muss es leben.

    Zitat

    aber ich darf mich das auch nicht immer nur wünschen, sondern muss vielleicht selbst beginnen, das, was ich mir wünsche, umzusetzen.

    ganz genau! es kann doch kaum jemand die gedanken des anderen lesen. klar ist es widersinnig, wenn man dem partner sagen muss: überrasch mich! – weil es ja dann keine überraschung mehr ist ;-)


    wir machen immer mal wieder dates... erotische verabredungen und ganz "normale". da sagt dann einer an, dass heute abend nichts anderes vorgenommen werden darf und gestaltet dann den abend... das geht mit der ansage einher, dass der andere sich hübsch, erotisch, warm, praktisch, verrucht oder sonstwie anziehen soll, dann und dann fertig sein muss...


    klar muss irgendeiner mal anfangen... manchmal fängt fast immer der eine an, aber ist doch egal, wenn das ergebnis stimmt :)z