@ stiptease

    Die Antwort auf Lancis' Frage interessiert mich auch:

    Zitat

    Eine andere Frage: Was würdest du tun, wenn ihr nicht durch äußere Umstände wie die Wohnsituation aneinander gebunden wärt? Was ist, wenn du die Möglichkeit hättest, dich umzudrehen und zu gehen, ohne dass es auf irgendetwas anderes Einfluss hätte, als auf deine Gefühle?

    Was mich selbst betrifft – wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich sie nicht nutzen. Ich habe diese "War's das schon?"- bzw. "Ist es das?"-Phase eigenartigerweise schon relativ früh durchgemacht, wir waren noch gar nicht so lange zusammen, ich war zweimal in jemanden anders verliebt, einmal ganz am Anfang, dann etwas später nochmal (gelaufen ist da aber nie was), um am Ende festzustellen: Er (mein Mann) ist es, sonst keiner. Und ein Abenteuer mit jemandem anders wäre nichts beglückendes für mich, sondern nur ungefähr vergleichbar mit einem Schuss einer aufputschenden Droge. Ich bin jetzt in unserer Partnerschaft angekommen und da will ich auch bleiben. Wenn uns an unserem gemeinsamen Leben etwas nicht passt, dann ändern wir es gemeinsam.

    Hallo Striptease,


    beim Lesen deiner Beiträge drängten sich folgende Gedanken auf.


    In dir gährt scheinbar eine Sehnsucht nach Lebendigkeit, Veränderung und Überraschung.


    Anfangs dachte ich, dass du dir das Gefühl von Verliebtheit zurückwünscht, diesen Rausch der Hormone. Du weißt selbst, dass diese Zeit (an der Grenze des Wahnsinns) mit keinem Partner der Welt länger als 2 bis 3 Jahre anhält. Das ist gut so, denn wer ständig high ist, vergisst, dass das Leben noch mehr zu bieten hat.


    Ich kenne eine Frau, die ihr Leben lang von dieser Sehnsucht nach Bestätigung, nach Verliebtheit getrieben wurde, für eine kurze Zeit spürte sie das Glück in Form des Lufthauches der Schmetterlinge. Sie war die Geliebte vieler Männer, das unerfreuliche Ende ließ sie jedes Mal aufs Neue leiden. Heute wirkt sie verbittert, beneidet alle, kann sich über nichts freuen (außer jemanden geht es schlecht), sie kann nicht mehr lieben, nicht die Kinder, Enkel oder den Partner.


    Vielleicht hat deine Sehnsucht nichts mit deinem Partner zu tun. Bringe selbst Neues in dein Leben. Verändere dich beruflich, finde eine Aufgabe, die dich erfüllt.


    Das Glück vom Partner zu erwarten, funktioniert wohl ohnehin kaum.


    Die Tür einer neuen Partnerschaft mag spannend erscheinen, die alten Probleme, die wir mit uns herumschleppen, lösen sich dabei nicht in Luft auf. *:)

    Zahme Vögel singen von der Freiheit, wilde fliegen ;-) Alt, abgelutscht aber immer noch zutreffend.


    Ich habe den Eindruck, dass Du an einem Übermaß an "Beziehungswohlstand" leidest. Du hast alles, was Dir Sicherheit, Beständigkeit und Bequemlichkeit vermittelt und bist scheinbar übersättigt davon, weil Du (im Gegensatz zu den meisten anderen hier Schreibenden) meiner Meinung nach ein geistig sehr reger Mensch bist, der mit dem Kopf innerhalb von 10 Minuten die ganze Welt bereisen kann und der sein größtes Wohlbefinden eben nicht dauerhaft aus der klebrigsüßen, vorhersehbaren Beziehungs-Symbiose schöpfen kann. Dir fehlt vermutlich momentan eine gewisse Bodenständigkeit und evtl. befürchtest Du ja auch, dass das Flatterhafte in Dir die Überhand gewinnt.


    Ich bin da Seherins Meinung, die da schrieb, dass es eher allumfassender klingt als nach einer sich anbahnenden Beziehungsunzufriedenheit. Ist es eine Art Torschlusspanik? Die Angst, als Mutter mit Teilzeitjob in irgendeinem Häuschen im Grünen herumzudümpeln, getrieben und gehetzt von den vielen Wünschen, Träumen und Sehnsüchten die da noch so im Kopf wie böse Geister herumschwirren? Es ist nicht jederfraus Traum, sesshaft zu werden und in harmonietriefender Familienidylle nebst Labrador und Kinderturmen herumzudümpeln.


    Du siehst den Weg vor Dir. Er ist breit, bequem, gut begehbar und Millionen Frauen vor Dir sind ihn schon gegangen, ohne groß darüber nachzudenken. Nun gibt es aber auch viele verschlungene Seitenpfade, die ins Ungewisse führen – mitunter Sackgassen aber durchaus auch bunte, spannende Pfade in ein anderes, lebendiges Leben.


    Ich denke schon, dass die Beziehung (gerade dann, wenn es die erste und dann noch langfristige ist...) einen gravierenden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung nimmt. Man streibst doch immer gemeinsam gangbare Wege an, fährt Kompromissrouten, anstatt rücksichtslos, ohne Ballast und Klotz am Bein seinen ganz eigenen, persönlichen Weg zu gehen.


    Und irgendwann schleicht sich dieses Gefühl still und leise ein und es setzt sich fest – das Gefühl, dass "das" ja irgendwie noch nicht alles gewesen sein kann und da draußen, irgendwo noch etwas ganz Großes auf mich wartet ;-)


    Ja, das Große wartet auf Dich aber Du musst aktiv werden und Dich auf die Suche begeben. Ich persönlich bin der Meinung, dass eine tiefe, langjährige Bindung da eher hinderlich ist und Emotionen wie Verbindlichkeit, Liebe, Pflichtgefühl und Verantwortungsbewusstsein einen doch am Boden halten.


    Mag sein, dass das nur eine Phase ist – es kann aber auch sein, dass es erste Anzeichen eines Umbruches sind. Ich würde es einfach annehmen und die Zeit wird zeigen, ob Du den gemeinsamen, vorgezeichneten Weg gehen wirst oder doch noch eine Metamorphose erlebst.


    Ich kann das alles jedenfalls sehr, sehr gut nachvollziehen :-)

    Weißbuche


    Die Sehnsüchte der TE nur auf die Bestätigung anderer Männer zu reduzieren, halte ich für ziemlich eindimensional. Deine Aussage bestätigt mich aber in meiner folgenden Äußerung...

    Zitat

    weil Du (im Gegensatz zu den meisten anderen hier Schreibenden) meiner Meinung nach ein geistig sehr reger Mensch bist, der mit dem Kopf innerhalb von 10 Minuten die ganze Welt bereisen kann und der sein größtes Wohlbefinden eben nicht dauerhaft aus der klebrigsüßen, vorhersehbaren Beziehungs-Symbiose schöpfen kann.

    Natürlich bringt man das Gefühl, dass etwas fehlt erstmal mit der Beziehung und setzt gedanklich erstmal dort an, weil man vermutlich erstmal planlos ist und diese Sehnsüchte gar nicht richtig einordnen kann.


    Striptease geht es gewiss um viel, viel mehr als nur um die Bestätigung anderer Männer und das Verliebtsein nebst Schmetterlingen. Aber vielleicht weiß sie es selbst ja noch gar nicht ;-)

    Zitat

    Naja, die "Schmetterlinge" selbst kann man sicherlich nicht selbst erarbeiten- aber man kann für ein günstiges Klima sorgen, so dass sich die Schmetterlinge entfalten können.

    Zitat

    Die Fadenerstellerin möge mich korrigieren, wenn ich mich irre, aber ich hatte den Eindruck, dass das bereits geschehen ist, sich dabei aber nichts geändert hat. Manchmal reicht ein günstiges Klima einfach nicht.

    Naja, man kann zwar viel tun und machen, dabei aber permanent am Ziel vorbeisausen. Ich habe den Eindruck, dass bei striptease zwar viel für Abwechslung getan wird, das ist aber gar nicht das allein Entscheidende- es fehlt die Überraschung, das Spontane- ich habe den Eindruck von zuviel "Planung"- da kann auch die Abwechslung vom Alltag zu alltäglich werden.


    Wenn zuviel klar ist, wird es langweilig. Auch zuviel Harmonie kann langweilig wirken. In meinen Augen geht zuviel Harmonie mit zu starker Anpassung Hand in Hand...

    Mollienchen


    Nein, um Gottes Willen...


    Aber stimmst Du mir nicht zu, dass es noch viele Abstufungen zwischen Dumpfbacken und geistig sehr regen Menschen gibt?


    Es gibt Menschen, die in sich ruhen und das genießen können, was sie haben. Und dann gibt es eben auch Menschen, die mitunter von einer gewissen Unruhe getrieben werden; ähnlich vielleicht, wie ein Zugvogel im beginnenden Herbst. Und diese Unruhe ist oft mit sehr viel Denkerei und Analysieren verbunden.


    Das meinte ich mit geistiger Regheit ;-)


    Und ich bin der Meinung, dass die "geistig Beständigeren" (ich nenne es jetzt lieber mal so, damit sich niemand beleidigt fühlt) deutlich glücklicher sind, weil sie vom Gefühl der inneren Unruhe, des manchmel auftretenden Wandertriebes, des Gefühls, etwas zu verpassen oder der Frage, ob das nun alles schon gewesen ist und auch der Ahnung, dass "da draußen" noch irgendetwas Großes wartet – meistens doch verschont bleiben.


    Es mag natürlich auch sein, dass Striptease mit meinen Ausführungen überhaupt nichts anfangen kann und ihre Ursache eine ganz andere ist.

    Hallo Vagabundin,

    Zitat

    Die Sehnsüchte der TE nur auf die Bestätigung anderer Männer zu reduzieren, halte ich für ziemlich eindimensional.

    Ich auch, zumal das nicht mein Ansatz war. :)z


    Sie spürt eine Sehnsucht nach mehr und sucht die Ursachen in der Partnerschaft. Dabei äußert sie den Wunsch überrascht zu werden, Spannung und Glücksgefühle zu erleben.


    Wenig sinnvoll finde ich diesen Lösungsansatz:

    Zitat

    Alternative wären kurzfristige Schmetterlinge mit anderen Männern (ohne schlechtes Gewissen, Verstecken usw), Single-Spaß,

    , , weil das an ihrem Problem (Suche nach Sinn, nach Lebendigkeit) vorbeigeht.


    Sicher gibt es Menschen, die eher die Beständigkeit lieben, andere fühlen die Lust auf Neues intensiver.


    Die Zuordnung Langzeitpartnerschaft bedeutet:

    Zitat

    Mutter mit Teilzeitjob in irgendeinem Häuschen im Grünen herumzudümpeln

    ,

    Zitat

    Ballast und Klotz am Bein

    ,

    Zitat

    klebrigsüßen, vorhersehbaren Beziehungs-Symbiose

    finde ich zu eindimensional.


    Es stimmt, wenn eine Partnerschaft so einengt, dann hört Entwicklung auf, dann ist Leere vorprogrammiert. Dazu gehören jedoch zwei Partner: Der Versorger, der das Geld ranschafft, außen aktiv bleibt und die klischeehafte Mutti, die das Haus hütet, schön ausssieht und sich langweilt.


    In meinem Umfeld gibt es viele Frauen, die es sich eben nicht in der Partnerschaft gemütlich gemacht haben, die selbstständig und aktiv ihr Leben gestalten. Sie erwarten auch nicht, dass der Partner ihnen die Glückseeligkeit garantiert, weil sie die Verantwortung für die Umsetzung der Lebenspläne nicht an den Partner abgegeben haben.


    Stripteas' Methapher von den geöffneten Türen möchte ich noch ergänzen. Wenn ich mich z.B. für eine Familie mit Kindern entscheide, öffne ich eine Tür, *den Raum darin, gestalte ich dabei immer noch selbst.


    Ich konnte meinen Beruf, der für mich so etwas wie eine Berufung bedeutet, gut mit zwei Kindern ausüben, weil mein Partner auch gern Vater war. Kindergärten erlebten wir nicht als Notlösung, sondern als entwicklungsfördernd.


    In der Region, in der unser Schwiegersohn aufwuchs, ist die Mutter in der Regel Hausfrau. Er, seine Freunde und Familie akzeptieren nicht nur, dass meine Tochter ihren kreativen Beruf nicht aufgegeben hat, sondern sie sind der Meinung, dass so Partnerschaft besser gelebt werden kann. Beide sind für die Kinder da, keiner ist gezwungen, seine beruflichen Vorstellungen für mehr Geld zu opfern, weil sie zusammen genug verdienen.


    Mit oder ohne Partner, das Leben bietet ständig neue Möglichkeiten. Glück sehe ich in einem selbstbestimmten Leben. Wen ich das Gefühl hatte, mir wird etwas aufgezwungen, dann fühlte ich mich so lange unglücklich, bis ich mich aus der Situation befreit hatte.

    Zitat

    weil Du (im Gegensatz zu den meisten anderen hier Schreibenden) meiner Meinung nach ein geistig sehr reger Mensch bist, der mit dem Kopf innerhalb von 10 Minuten die ganze Welt bereisen kann und der sein größtes Wohlbefinden eben nicht dauerhaft aus der klebrigsüßen, vorhersehbaren Beziehungs-Symbiose schöpfen kann

    nachdem auch ich meine erste "beleidigtheit" überwunden habe... ;-)


    eigentlich ist gerade diese gabe eine gnade, wenn sie – von demjenigen, der sie besitzt – richtig eingesetzt wird! ich frage mich immer, ob diese unrast, diese suche, das noch-nicht-angekommen-sein-gefühl, die daraus entstehende langeweile in der momentanen lebenssituation... denn durch handeln und leben verändern wirklich verbessert wird!? vielleicht kurzfristig, aber dann tritt wieder diese langeweile ein (jedenfalls klingt es für mich so, wenn striptease über ihr gefühl schreibt). und dann? wieder von vorne anfangen – mit jemandem neues? wieder solange, bis man den dann begriffen hat... und dann?


    vielleicht ist es ja gerade dann sinnvoller, mit dem kopf zu reisen, anstatt es immer in der realität zu tun?


    ach... schwierig in wort zu fassen, was ich meine ":/

    Lancis


    Das von damals war kompliziert. Die damals geschriebenen Fäden wurden von Tag zu Tag geschrieben. Was ich gerade fühlte, das stand drin. Ich erinnere mich auch nicht mehr genau, es sind etaw 3 Jahre her... Geblieben ist nur das Gesamtbild. Es ging um triviale Dinge, Streit, Fremdgehen, Wut, Fremdgehen... Wir haben uns damals für einander entschieden, weil es sich richtig anfühlte. Damals habe ich ihn vermisst. Ich fühlte mich damals in all diesem Schmerz und all der Wut lebendiger, als heute. Ich konnte ihn damals besser spüren, klarer sehen. Wenn ich mich zurück erinnere, dann tat mir die Vorstellung ihn als Mann zu verlieren damals weh.


    Was wäre heute, wenn ich gehen könnte? Ich weiß es nicht. Ich bin durchaus ehrlich. Ich kann nicht sagen, dass ich dann gehen würde, denn dann wäre es ja klar: geh! Es könnte durchaus sein, dass ich am nächsten Tag aufwache und mich genauso schlimm fühle, wie damals vor 3 Jahren. Ich hatte damals, davor, zwar nicht solche... beständigen Zweifel, aber wer weiß? Wenn es wirklich so ist, dass der Esel aufs Glatteis läuft (und das ziehe ich durchaus in Betracht...


    wie Vagabundin schreibt:

    Zitat

    Ich habe den Eindruck, dass Du an einem Übermaß an "Beziehungswohlstand" leidest. Du hast alles, was Dir Sicherheit, Beständigkeit und Bequemlichkeit vermittelt und bist scheinbar übersättigt davon

    Ja, das mag es durchaus sein. Und natürlich bin ich mir der Gefahr bewusst, dass ich in der Hungerphase wieder ihn haben wollen werde, weil er dann eben doch nicht nur der geliebte Mensch, sondern auch der Geliebte ist.


    Aber auch das andere ist wahr... Ich suche das Gefühl.


    Vagabunding, ich verstehe, was du meinst. Ich wünsche mir oft abschalten zu können. Weil ich dieses "Rege", diese Unruhe als lästig empfinde. Es ist destruktiv und das Problem ist, dass kein Risiko-Mensch bin.


    Als ich im Ausland war, war ich frei. Das Land, die Situation hat dazu eingeladen loszulassen und ich tat es. Ich ließ los und ich war glücklich. Ich wäre gern da geblieben, das muss ich offen sagen.


    Und um nochmal Lancis zu antworten... In dieser Zeit wäre ich nicht traurig, wenn er Schluss gemacht hätte. Ich habe es durch gewisse Momente fast provoziert. Nicht, weil ich es so wollte, sondern weil ich beim Streiten keine Rücksicht mehr auf seine Reaktion nehmen wollte. Ich war hier und da unfair, rücksichtslos... Dort war es mir egal. Nur war dort nicht das richtige Leben. Also kann ich nicht sagen, ob es ein echtes Gefühl war.


    Vagabundin

    Zitat

    nd ich bin der Meinung, dass die "geistig Beständigeren" (ich nenne es jetzt lieber mal so, damit sich niemand beleidigt fühlt) deutlich glücklicher sind, weil sie vom Gefühl der inneren Unruhe, des manchmel auftretenden Wandertriebes, des Gefühls, etwas zu verpassen oder der Frage, ob das nun alles schon gewesen ist und auch der Ahnung, dass "da draußen" noch irgendetwas Großes wartet – meistens doch verschont bleiben.

    Das umschreibt es gut. Ich frage mich oft, wie ich leben würde, wenn ich ihn nicht mit 15 getroffen hätte. Ich komme nicht umhin zuzugeben, dass mich diese Beziehung in eine Richtung prägte und drängte. Bereits die Wahl des Studienortes war damit verbunden und im nachhinein alle Stationen des Lebens. Die Stadt, in der ich jetzt lebe, wählten wir, weil er dort eine Arbeit fand. Manchmal muss ich mich fragen, wie mein eigenes Leben aussehen würde. Es ist jetzt unser Leben. Natürlich habe ich selbst entschieden es so zu leben. Aber manchmal stelle ich mir vor, dass ich für einen Tag "bei mir" zu Besuch bin... Hätte ich helle Möbel anstatt der schwarzen (Kompromiss zwischen uns beiden, da er eigentlich hell-braun mag und weiß überhaupt nicht)? Hätte ich mehr Freunde? Wären das alles Leute aus meinem Studiengang oder wären es Künstler, Chaoten, weil ich ja so viel mehr Zeit gehabt hätte neben dem Studium? Wie wäre ich als Person? Ist das, was ich fühle, diese Sehnsucht, das eigentliche "ich" und die Angst, die mich daran hindert es auszuprobieren nur die Konsequenz dieser "Prägung"?


    Oder umgekehrt? Bin ich das alles... ängstlich, einwenig konservativ, zugeknöpft... und will nur hin und wieder anders sein, weil vom "wollen allein" nichts Schlimmes passieren kann?


    Als ich ins Ausland ging, hatte ich Angst. Ich wollte es nicht. Ich denke, ich war der einzige Mensch in diesem Flugzeug, in dieses wunderbare Abenteuer-Land am Ende der Welt, der heulte, weil er in Deutschland bleiben wollte. Und ich erwartete nichts. Als ich zurück musste, weinte ich wieder, weil ich etwas gefunden hatte, was ich nicht für möglich hielt. Und zwar ohne ihn. Ganz allein. Aber wie gesagt... Dort gab es keinen Alltag, keine Probleme für die man dann doch jemanden an seiner Seite haben will, es war nicht aussagekräftig, jedenfalls nicht vollständig.


    Weißbuche Seherin


    Das mache ich ja :) Ich reise im Kopf. Seit Jahren. Und ich gestalte meine Räume. Und trotzdem... hatte ich das Bedürfnis diesen Faden aufzumachen und zu fragen, wie es anderen geht. Und es stellt sich immer noch die Frage, ob "Kopfreisen" alles ist.

    Folgendes spielt, meiner Meinung nach, eine Rolle:


    1. ihr seid schon im Teenageralter zusammengekommen, wart quasi nocht "unfertig" und habt euch gemeinsam weiterentwickelt und gegenseitig geprägt


    2. dadurch?? seid ihr euch schon zu ähnlich, ihr wisst wie der andere denkt, fühlt und handelt und dieses "gegensätzliche" ist nicht (so) da


    Andere Menschen lernen ihren Partner erst später kennen, haben in der Zwischenzeit viel erlebt, sich selbst verwirklicht ohne Einfluss eines Langzeitpartners, sie mussten keine Rücksicht auf andere nehmen, sind auch mal auf die "Nase gefallen" usw.

    Martienchen


    irgendwie hab ich dich überlesen, Süße :-/

    Zitat

    Kennst mich ja, ich bin da genau wie Du. Vielleicht hängt es wirklich ein bisschen davon ab, ob man ein Routine-Mensch ist oder nicht. Ich bin keiner. Ich ziehe gerne um, wechsle gerne die Jobs, wohne gern in fremden Ländern. Routine langweilt mich schnell. Ich schätze Dich ähnlich ein. Ich denk irgendwie: Lieber gar keine Beziehung als eine, die mich nicht 100%ig glücklich macht.

    Ja und dein nächster Satz ist leider auch wahr: gibts nicht... die 100%. Aber du gehst doch auch nicht... ich meine, du reist, aber eigentlich bleibst du auch "vor Ort"... Wenn ich wüsste, ich könnte sofort "ins Abenteuer" fliehen, würde ich es vielleicht tun. Aber der Weg wäre, denke ich, viel prosaischer... Selber Job, selbe Stadt, selbe Probleme, nur ohne Beziehung ;-D :-/