Bei meinem Freund und mir ist er eher der ordentlichere. Bei ihm ist alles im "Rechten Winkel" und mal schnell drüber gewischt, bei mir ist in nem Raum ne Bombe explodiert, wenn ich mal was suche (vor allem, wenn ich zuvor aufgeräumt habe und deswegen nichts mehr finde ;-) )


    Wir haben dann hier im Haushalt immer alles gemeinsam gemacht, geholfen hat uns dabei eine App (die ich auch Dir ans Herz legen kann, da sieht man dann nämlich auch die ganzen Dinge, die jemand tut, ohne dass sie gesehen werden).


    Nun hat es sich kürzlich bei uns aber so geändert, dass ich am Tage beruflich viel stärker eingespannt bin, er aber die meiste Zeit Zuhause, da er noch studiert und im Moment wenig Veranstaltungen sind.


    Da hat es mich extrem genervt, wenn ich nach einem Arbeitstag nach Hause kam und es war noch nichts gemacht. Also alle Baustellen noch offen. Meine Laune war dann regelmäßig im Keller. Er will dann Aufmerksamkeit und meine Zeit, der Haushalt will Aufmerksamkeit - und für mich bleibt einfach nichts übrig. Es ging nicht darum, dass er nun für den Haushalt allein verantwortlich ist, sondern darum, dass, wenn wir alles "gemeinsam" machen, alles letztendlich von mir abhängig bleibt. Das ließ sich allerdings wunderbar mit einem Gespräch klären. Ich habe den Fokus darauf gesetzt, dass es letztendlich uns, unserer gemeinsamen Zeit und damit eben auch ihm zugute kommt, wenn er, da er die Zeit hat, ne Stunde hier die gröbsten Plörren macht.


    Mein Ex war übrigens auch ein schlimmer Pascha, mein Exex wiederum einer, der am liebsten gehabt hätte, dass er den Hausmann macht und ich für die Kohle sorge. War in meinen Augen beides übrigens ein Albtraum.


    Aber zu Dir: ich denke, zu einem großen Teil liegt das Problem wirklich bei Dir. Denn es gibt auch immer jemanden, der mit sich machen lässt. Wenn etwas "gar nicht geht", dann sollte man es auch nicht zur Diskussion stellen, dann wird eben genau das: nämlich diskutiert. Gehört in den Themenkomplex der Grenzsetzung. Bei dem Aufschnitt-Klau wäre ich beispielsweise ausgerastet, das geht gar nicht. Ich glaube, sowas könnte hier auch nie vorkommen, weil das einfach so klar ist, dass das ein No-Go ist. Das ist so ignorant und rücksichtslos.


    -Du wiederum denkst aber darüber nach, ihm als "Lösung" die Brote zu schmieren. Aber wenn Du die Mama-Rolle nicht haben willst, darfst Du sie auch nicht einnehmen.


    Bei meinem Ex bin ich aber auch in diese Spirale rein geraten - eben, weil er ein ganz schlimmer Pascha war. Keine Verpflichtungen annehmen wollen, aber selbst große Erwartungen und all' das ist dann von meiner Seite natürlich selbstverständlich. Ich hab ihm dann auch irgendwann gesagt, dass ich diese Rolle nicht haben möchte: die nörgelnde Alte, die quasi mit dem Nudelholz zuhause wartet (was er mir dann wiederum vorwerfen kann) - er mich aber in die Rolle drängt, wenn er für jeden kleinen Handschlag nen Auftrag braucht. Da war es aber nicht die "Unfähigkeit zum Mitdenken" sondern der komplette Unwille, was ich im Nachhinein mangelnder Liebe und Wertschätzung von seiner Seite zuschreibe und andererseits mein starker Wille, an der Beziehung "zu arbeiten", Kompromisse zu schließen, Verständnis zu haben, zurückzustecken usw. Mit dieser Haltung habe ich aber letztendlich diese Dynamik verstärkt. Denn je mehr ich investiert habe, desto mehr hat er sich ausgeruht und gefordert. Naja, es kam, welch' Überraschung, zur Trennung.


    Du könntest Dein Sauberkeitsbedürfnis infrage stellen und ggf. etwas anpassen, Du solltest aber auch Dein Harmoniebedürfnis infrage stellen und mal schauen, ob er das nicht ganz clever ausnutzt, um sich vor unliebsamen Aufgaben zu drücken. Da bist Du dann aber auch Teil der Dynamik und daran könntest Du ansetzen.


    Und zuletzt: wertschätze seine Bemühungen. Wenn er staubsaugt, ist das doch prima. Nachsaugen würde ich da nicht. Vielleicht aber kommentieren, dass es gründlicher geht und er vielleicht da und dort nochmal nachsaugen muss. Er wird dann mit Sicherheit nicht von heute auf morgen perfekt, aber es wird womöglich mit der Zeit besser, weil es leichter ist, gründlich in einem Rutsch zu saugen, als nochmal los zu müssen und/oder von Dir kritisiert zu werden.


    An der Stelle merkst Du dann auch, ob er grundsätzlich willens ist oder eben das als Aufhänger nimmt:"ich kann Dir sowieso nichts Recht machen, also lass' ich es ganz." Auf diese "Sich-Drücken-Strategie" darf man sich aber gar nicht erst einlassen. Das ist ihm vielleicht über Jahre bei seiner Mutter geglückt - aber Du bist eben nicht seine Mutter sondern seine Partnerin und darfst da ganz andere Ansprüche, nämlich an einen erwachsenen Mann, stellen. ;-)@:)