Lebensplanung - irritierende Aussagen

    Hallo zusammen,


    mein Freund und ich sind sind seit rund 4,5 Jahren glücklich ein Paar. Ich bin 25 Jahre alt und mein Freund 27 Jahre alt. Als wir uns kennen lernten haben wir natürlich über unsere Lebensplanung gesprochen. Er war und ist der Meinung, dass man nicht so spät Kinder bekommen sollte und meinte damals selbst, er will noch bis 30 am liebsten Vater werden. Auch über das Heiaten äußerte er sich nicht kritisch sondern war der Meinung, dass es "besser" ist ganz klassisch vorher zu heiraten - wenn es geht. In den letzten Jahren hat sich das (so dachte ich) auch nicht groß verändert. Ich wusste damals nur, dass er Hochzeitskleider überflüssig findet.


    Wir beiden studieren noch sind aber in ein paar Monaten fertig, trotzdem werden wir andauernd angesprochen ob wir mal heiraten möchten. Wir tun das natürlich ab, wir sind ja noch jung allerdings sind wir gestern auf das Thema gekommen. Ich war erschrocken wie er sich auf einmal äußerte. Wir kamen auf das Thema Heirat weil meine Schwester geheiratet hatte und die Frage nach dem Familienname noch nicht geklärt ist. Wir kamen also auf das Thema "Name annehmen - ja oder nein?!


    Ich dachte immer, dass es für uns klar ist, dass wir später mal heiraten und eine Familie gründen. Er hatte sich auch immer so geäußert - das Thema hatten wir schon mehmals da mir das wichtig ist, dass die Lebensplanung zusammen passt.


    Nunja, als wir gestern auf das Thema kamen und disskutiert haben ob es nun zeitgemäß ist den Namen des Mannes anzunehmen oder nicht meinte er " naja heutzutage muss man ja garnicht mehr heiraten - wenn dann halt zum Steuer sparen" oder "So eine Hochzeit ist ja eh nur teuer" oder "Hochzeiten sind eh überflüssig". Und das obwohl er doch weiß, dass es mir sehrwohl wichtig ist. Dann kamen wir auf das Thema ob es für Männer ein Problem ist wenn die Frau den Antrag macht (seine Cousine hatte an dem Abend erzählt, dass sie ewig auf einen Antrag gewartet hatte). Er sagte dann so sachen " Wenn mir DIE FRAU mir einen Antrag machen würde müsste SIE sich halt ein paar Witze anhören". Oder " Wenn ich ne FRAU heiraten würde dann ..... oder "wenn ICH mal heirate".


    Er hat nie gesagt "wenn wir mal heiraten" oder "wenn wir mal ein Kind bekommen". Am Ende meinte er dann "na ein Glück müssen wir uns damit nicht auseinander setzen, alles zu seiner Zeit". Mir ist auch aufgefallen, dass er auf das Thema nie reagiert wenn wir darauf angesprochen werden. Er sagt immer "wenn ich mal eine heirate".


    Ich bin nun einfach irritiert und komme mir ein bisschen...zurückgewiesen vor. Ich will ja garnicht, dass wir gleich heiraten und Kinder bekommen - das weiß er ja eigentlich (Ich finde Kinder Ü30 zu bekommen für normal - im Gegesatz zu ihm, wir studieren ja auch noch). Früher, als wir frisch zusammen waren, hat er noch anders geredet, da hätte er am liebsten noch während dem Studium Kinder bekommen. Auch vor etwa drei Monaten, als wir einen (für unsere Verhältnisse) größeren Streit hatten meinte er, dass er denkt das mit uns beiden ist fix und wir gehören zusammen. Wir sind auch ansonsten sehr glücklich und es läuft sehr gut mit uns.


    Vielleicht hat er Angst ich erwarte etwas und redet deshalb nun so abfällig über das Heiraten und macht mir damit klar, dass ich in nächster Zeit nicht damit rechnen kann/sollte ?!

  • 63 Antworten

    Wenn dich sein Verhalten umtreibt, warum stellst du ihm nicht klare Fragen? Weil du Angst vor der Antwort hast, oder weil du es als Frau unpassend findest, das Thema anzusprechen, und lieber auf einen Antrag warten möchtest?


    Würde ich machen ;-) . Also ihn fragen.

    Ich denke er würde es mir nicht direkt ins Gesicht sagen - da er eigentlich weiß, dass es mir wichtig ist.


    Seine Antwort ist ja "na ein Glück müssen wir uns damit nicht auseinander setzen, alles zu seiner Zeit".


    Ist es doof von mir, dass ich mir da schon Gedanken drüber mache und es von ihm "fordere" das zu tun?

    Hast du denn sonst auch irgendeinen Grund an eurer Beziehung oder seinen Gefühlen für dich zu zweifeln?


    Wenn nicht, würde ich dir empfehlen, dich zu fragen, ob die Ehe überhaupt wirklich wichtig ist. Man kann auch unverheiratet ein Leben lang zusammen bleiben!


    Ich sehe es so: Wenn es klappt, muss man nicht heiraten, um das Leben miteinander zu verbringen. Und wenn es nicht klappt, ist es besser nicht verheiratet zu sein.


    Insofern finde ich jeden, der nicht heiraten will, höchst vernünftig. :=o


    Vielleicht kannst du für dich die vermeintliche Wichtigkeit der Ehe ebenfalls überdenken. Dann würdet ihr lebensplanungsmäßig wieder zusammen passen. ;-)

    Er wusste aber von Anfang an, dass mir das Heiraten und die Ehe wichtig ist. Ich war schon immer der Meinung, dass wenn man nicht heiraten möchte man wirkliche Zweifel an der Beziehung hat. Das bestätigst du ja auch an der Aussage. Ich will hier auch keine Diskussion über die Notwendigkeit der Ehe - mir ist klar, dass das jeder anders sieht.

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    Und das obwohl er doch weiß, dass es mir sehrwohl wichtig ist.

    Warum ist dir das wichtig? Glaubst du, eine Beziehung wird dadurch besser oder schlechter?

    Zitat

    Ich finde Kinder Ü30 zu bekommen für normal

    Aufgrund der körperlichen Konstitution ist das Kinderbekommen unter 30 aber günstiger. Das mit Ü30 Kinder bekommen ist in der Regel Karrierebestrebungen zugrundeliegend aber ansonsten nicht besonders rational.

    Zitat

    Er wusste aber von Anfang an, dass mir das Heiraten und die Ehe wichtig ist.

    Mag ja sein. Aber er scheint zwischenzeitlich vom Konzept der Ehe nicht mehr überzeugt zu sein. Und dafür gibt es sehr, sehr gute Gründe.

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    Ich war schon immer der Meinung, dass wenn man nicht heiraten möchte man wirkliche Zweifel an der Beziehung hat.

    Das mag deine Meinung sein, aber es ist Unsinn. Das mag so sein, wenn sich jemand grundsätzlich vorstellen kann zu heiraten und "nur" den altuellen Partner nicht heiraten will. Aber wenn man ganz grundsätzlich gegen die Ehe ist und niemals heiraten würde, dann ist das KEIN Zweifel an der Partnerschaft. Für mich gilt: Lebenslange Treue: Ja gerne. Ehe: Nein, danke! Ich will den Staat nicht in meiner Beziehung.

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    Das bestätigst du ja auch an der Aussage.

    Nein, überhaupt nicht! :|N

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    Ich will hier auch keine Diskussion über die Notwendigkeit der Ehe - mir ist klar, dass das jeder anders sieht.

    Wenn dein Partner am Sinn der Ehe zweifelt, wirst du um dieses Thema nicht herum kommen. Es könnte sich nämlich die Frage stellen, ob dir die Ehe oder dein Partner wichtiger ist. Wenn du ihn verlassen würdest, nur weil er nicht heiraten will, würde ich mich z.B. fragen, warum du ihn überhaupt heiraten willst. Sooo wichtig kann er dir dann ja nicht sein, wenn du ihn nur willst, wenn du von ihm geheiratet wirst.


    Überlege dir doch mal, warum du heiraten willst. Und in einem zweiten Schritt überlege, ob man diese Dinge, die du mit der Ehe verbindest, nicht vielleicht auch ganz anders erreichen kann... :)*

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    Warum ist dir das wichtig? Glaubst du, eine Beziehung wird dadurch besser oder schlechter?

    Nein aber ich sehe keinen Grund nicht zu heiraten wenn man an der Zukunftsfähigkeit nicht zweifelt.

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    Das mag deine Meinung sein, aber es ist Unsinn. Das mag so sein, wenn sich jemand grundsätzlich vorstellen kann zu heiraten und "nur" den altuellen Partner nicht heiraten will.

    Er hat nie gesagt, dass er nicht heiraten will. Er sagt ja schon "Wenn ER mal heiratet etc." Ich komme da nur nicht vor.Er hat sich nie so geäußert.


    Außerdem geht es mir ja nicht nur um die Ehe....es geht um das "mich Ausklammern" in Zukunftsszenarien.

    Ich finde, es klingt nicht danach, als hätte er darüber nachgedacht und wäre von der Ehe an sich nicht mehr überzeugt. Wenn Sätze fallen wie "wenn ich mal eine heirate" würde ich auch nicht auf diese Idee kommen. Vielleicht ist das für ihn einfach Zukunftsmusik, worüber er sich jetzt keine Gedanken machen will. Ich habe ähnlich gedacht und auch dann erst geheiratet, als ich schwanger war. Ohne Kinder wäre es vermutlich nie passiert. Eine Ehe nicht ausschließen heißt nicht, dass man grundsätzlich dagegen ist und sie für nicht wichtig halten (was ich bei ihm vermuten würde) heißt nicht, dass er es nicht ausschließt.


    Warum besprichst du das nicht einfach mit ihm?

    Ich denke, dass Dein Freund etwas zurück rudert. Denn langsam wird es ja ernst mit der Heirat und dem Vaterwerden . Es liegt nicht mehr in weiter Ferne, so wie früher. Und jetzt kommen die Ängste.


    Verlust der Freiheit usw. Deshalb schiebt er die Sache mit der Heirat wieder in die Ferne.


    Nach dem Motto: wenn ich mal eine Frau heirate......


    Ich persönlich hätte mich niemals in diesem jugendlichen Alter binden können.


    Insofern kann ich Deinen Freund gut verstehen. Jetzt kommt es halt drauf an,


    wie er mit seinen Bedenken und Zweifeln klar kommt.


    Vielleicht kann er seine Angst überwinden und es wird alles so, wie ursprünglich geplant.

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    Verlust der Freiheit

    Warum eine längere Beziehung ein Verlust an Freiheit bedeuten soll, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.Wer meint, er möchte nicht ewig mit dem Partner oder der Partnerin zusammenbleiben oder fühlt Verlust an "Freiheit", hat die falsche Partnerin oder den falschen Partner.

    Ja, das ist gerade auch meine Befürchtung. Würde ich ihn darauf ansprechen würde er es auf jeden Fall abstreiten - alleine um mich nicht zu verletzen, ich kenne ihn.


    Allerdings hat er sich in der Vergangenheit nicht stark verändert und Bindungsängste hat er auch nicht.....vielleicht merkt er, dass er "alt" wird und will er verdrängen.

    Zitat

    Aufgrund der körperlichen Konstitution ist das Kinderbekommen unter 30 aber günstiger. Das mit Ü30 Kinder bekommen ist in der Regel Karrierebestrebungen zugrundeliegend aber ansonsten nicht besonders rational.

    Das weiß ich ja. Ich wollte damit nur sagen, dass ich ihm in keinsterweise irgendwie Druck gemacht habe - im Gegenteil. ER war immer der Meinung man sollte jung Kinder bekommen - und ist es auch immernoch.

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    Ja das mit der Zukunftsmusik war ja auch seine Aussage - komischerweise war die noch vor ein paar Jahren SEHR viel lauter und konkreter.

    Das musst du nicht unbedingt auf dich beziehen. Wenn man schon länger zusammen ist, stellt sich doch erst recht die Frage, warum heiraten, geht doch ohne gut. Also die Notwendigkeit und irgendwelches romantisches Gedöns nimmt doch eher ab. Außerdem ändert man auch mal seine Meinung, die man in jungen Jahren mal so von sich gegeben hat.. wie gesagt, mit dir muss das nichts zu tun haben. Viel entscheidender wird die Frage sein, ob ihr beide Kinder wollt, dann stellt sich das Heiratsthema ohnehin neu, wenn dem so sein sollte. Da das ja momentan gar nicht im Raum steht (auch wenn er mal andere Pläne hatte), ist das nicht weiter akut.


    Was ich viel bedenklicher finde, ist die Tatsache, dass ihr nicht unbefangen darüber reden könnte. :-/ Denn das wäre in meinen Augen eine wichtige Voraussetzung um überhaupt zu heiraten.

    Also ich würde ihn konkret ansprechen und nach seinen aktuellen Vorstellungen befragen. Es ga hier kürzlich erst einen Faden, wo die Ehe jetzt den Bach runtergeht weil er sie jahrelang hingehalten hat und sich immer noch nicht für ein Kind entscheiden kann.


    Wenn Dir das alles wichtig ist, dann kläre es und zieh notfalls die Konsequenzen.

    Hallo Sensibelman,


    eine Zweierbeziehung ist immer ein Verlust der Freiheit. Man konzentriert sich im Wesentlichen auf eine


    Person. Und man hat eine Verantwortung und wird gebraucht. Wer gebraucht wird, ist nicht frei.


    Niemals. Ich war z. B. viele Jahre Sportfliegerin und habe dabei recht riskante Dinge getan.


    Das hätte ich mit einem festen Partner niemals tun können. Denn das Gefühl, dass sich ein Mensch,


    den man liebt , Sorgen macht, verdirbt die Lust am Abenteuer. Ich für mich habe die Jahre des


    Ungebundenseins gebraucht.

    Mach dich locker.


    Wahrscheinlich hat er einfach etwas stoffelig reagiert und gar nicht bemerkt, wie sehr er deine Gefühle verletzt.


    Lass ein wenig Grass über die Sache wachsen und sprich ihn in ein paar Wochen in Ruhe auf das Thema an. Hier kannst du auch auf das letzte Cespräch verweisen und sagen, dass es dich sehr irritiert hat.

    Zitat

    Ja das mit der Zukunftsmusik war ja auch seine Aussage - komischerweise war die noch vor ein paar Jahren SEHR viel lauter und konkreter.

    Vor ein paar Jahren, war das aber noch Jahre hin und dadurch viel leichter für ihn so Pläne zu machen, da ja noch in weiter Ferne. Wahrscheinlich dachte er sich "Mit Ende 20 ist man richtig erwachsen und wenn man dann mit jemandem 5 Jahre zusammen ist, dann hat man bestimmt Lust auf Familie gründen."


    Nun ist er 27, alles ist nicht mehr so fern, aber erwachsener fühlt er sich sicher nicht. Immerhin ist er im Studium und sicher noch finanziell von Eltern oder vom Staat abhängig. Dann möchte man ja vielleicht doch nochmal einiges ausprobieren, Reisen, im Ausland leben, erstmal richtig Arbeiten. Ich denke, das ist ganz normal.


    Meine Schwester hat früher auch immer große Töne gespickt, sie möchte doch mindestens 3 Kinder und alle vor 30. Jetzt wird sie in 4 Monaten 30 und hat noch kein Kind und ist nicht verheiratet. Sie liebt ihren Freund, mit dem sie seit 8 Jahren zusammen ist trotzdem nicht weniger. Aber die beiden wollten erstmal auch eine erwachsene Paarbeziehung zu zweit genießen und sich beruflich bisschen entwickeln.


    Die Frage ist doch auch: Warum beschäftigt dich das so, wenn du Kinder und Heiraten auch noch nicht in naher Zukunft siehst? Dann lehne dich doch jetzt zurück, genieße deine Beziehung und suche nicht die Nadel im Heuhaufen.