Libido wiedergefunden

    ...


    leider nicht durch meinen Mann.


    Ansich wäre es ja ein Grund zur Freude. Endlich habe ich wieder richtig Lust auf Sex. Ich dachte schon, ich sehe meine Libido in diesem Leben nicht wieder. Und plötzlich taucht da dieser Mann auf.


    Es begann harmlos. Einige Gespräche, ab und zu ein paar Nachrichten schreiben, auch harmlose Treffen. Man konnte zusammen lachen, aus dem Alltag fliehen (wir haben beide Familie und verantwortungsvolle Jobs, sind beide schon über 10 Jahre vergeben), ein bißchen geknistert hat es auch. Allerdings war ich mir immer sicher, dass ich niemals fremdgehen würde. "Sowas machen andere. Unmöglich diese Menschen. Wie kann man seinem Partner sowas nur antun? Dann lieber gleich trennen."


    Ja all das dachte ich mal.


    Dann kam das erste Treffen, dass nicht in der Öffentlichkeit stattfand. Ich bin so naiv dorthin gegangen, hatte ja auch immer standfest behauptet, da könnte nie was passieren. Schließlich gehören immer zwei dazu und ich würde ja nie sowas tun. Klar. Ich weiß nicht was es war. Sein Duft, sein Mut mich einfach zu packen, zu küssen und mich gegen die Wand zu drücken? Es ist nicht zum Äußersten gekommen, ich habe dann doch irgendwann stop sagen können. Danach hat sich alles geändert. Die Gespräche, Treffen und Nachrichten wurden persönlicher, erotischer. Mittlerweile kam es auch zum Sex. Ich bin einerseits völlig schockiert darüber, dass ich mich auf so etwas eingelassen habe, andererseits genieße ich es so sehr. Dieses Gefühl begehrt zu werden, mich fallen zu lassen, all das zu erleben, was schon lange in meinen Phantasien geschlummert hat. Ich kann offen mit ihm darüber reden und unsere Vorlieben sind sehr ähnlich.


    Ich weiß nicht warum ich diesen Faden eröffne. Ich kann mit niemandem darüber reden und dabei bin ich doch so furchtbar schlecht darin, Geheimnisse für mich zu behalten.


    Ich fühle mich schäbig und gleichzeitig glücklich, schuldig und beflügelt, hinterhältig und erleichtert.


    Momentan schwebe ich in der Luft und weiß nicht wohin mit mir. Ich möchte keine Trennung, kann das aber nicht ewig weiterführen. Wie kann man nur so blöd sein und sich auf so etwas einlassen???

  • 308 Antworten
    Zitat

    Wie kann man nur so blöd sein und sich auf so etwas einlassen ???

    Um Dir diese Frage zu beantworten, solltest Du vielleicht einmal in aller Ruhe reflektieren, was zwischen Dir und Deinem Mann alles schiefgelaufen ist und warum Deine Libido oder besser gesagt die Lust auf Deinen Mann flöten gegangen ist.


    Ob es jetzt blöd ist oder nicht sei mal dahingestellt..

    Zitat

    Um Dir diese Frage zu beantworten, solltest Du vielleicht einmal in aller Ruhe reflektieren, was zwischen Dir und Deinem Mann alles schiefgelaufen ist und warum Deine Libido oder besser gesagt die Lust auf Deinen Mann flöten gegangen ist

    Darüber habe ich natürlich nachgedacht und die Antwort ist wohl ganz klassisch für Seitensprünge. Alltagsstress, Langeweile (wir haben es beide nicht geschafft Spannung und Abwechslung beizubehalten im Bett und somit läuft alles ziemlich eintönig), er ist nicht mehr wirklich in Form (oh Gott, wie ekelhaft oberflächlich das klingt! Mir war bisher nicht mal klar, dass mich das überhaupt stört) und wir leben momentan ziemlich nebeneinander her. Jeder bewätigt seinen Alltag so gut er kann, das Bedürfnis nach gemeinsamen Aktivitäten ist momentan eher spärlich auf beiden Seiten. Romantik und Leidenschaft sind nach all den Jahren leider auch flöten gegangen. Mir ist durchaus bewusst, dass daran beide schuld sind. Vieles war mir bis jetzt auch nicht bewusst. Es hat sich halt so eingeschlichen.


    Ich war auch nie so auf das Äußere eines Mannes bedacht und ganz plötzlich schmelze ich dahin beim Anblick und jeder Berührung dieses durchtrainierten Männerkörpers. Ich bin richtig überfordert mit all den Gefühlen, die gerade an die Oberfläche sprudeln.

    Damit hast Du ja Deine Frage ausführlich selbst beantwortet. Mach Dir nicht allzuviele Vorwürfe, das Leben bietet mehr als nur ein dumpfes dahinvegetieren. Das entscheidende ist jetzt, wie Du weiter damit umgehst.


    Stichwort Ehrlichkeit.


    Darf ich noch fragen wie alt ihr seid?

    Ich-Anfang 30, die Männer beide Ende 30. Also noch zu jung um "kein" Sexleben zu haben.


    Ehrlichkeit wäre mir auch am liebsten, aber damit wäre dann endgültig alles dahin. Treue war immer ein wichtiges Thema, weshalb ich mich noch mehr wie ein Arschloch fühle.


    Ich bin einfach auch mal froh, nicht immer nur die liebe, fürsorgliche und zuverlässige Mutter, Ehefrau und Mitarbeiterin zu sein, sondern einfach mal etwas NUR für mich zu tun und es mit allen Sinnen zu genießen. Und ich bin ziemlich traurig darüber, was mir die letzten Jahre entgangen ist. Ich hatte tatsächlich vergessen, wie erfüllend ein ausgefülltes Sexleben sein kann .

    Es mag dir schwerfallen, aber Versuch mal die Situation als Chance zu verstehen.


    Es hat einen gewaltigen Paukenschlag gegeben (ich hab das Gefühl, es läuft noch nicht so lange, der Schlag wird noch lauter werden, noch deutlicher für dich hörbar). Dieser Paukenschlag hat den Staub weggeblasen, der sich auf dein Leben gelegt hat. Dieser Staub, der Staub der Langeweile, der Bequemlichkeit, der Faulheit, der selbstverständlichen Sicherheit den Partner zu haben, der hat all die kleinen Unzulänglichkeiten zugedeckt. Er hat auch die Unbefriedigung zugedeckt, das Sehnen (das über die Jahre immer kleiner geworden ist), die Ideale von Selbstverwirklichung, die Wünsche sind darunter verschwunden. Und jetzt ist alles wieder da, schlagartig, und damit überdeutlich.


    Jetzt stören dich Dinge an deinem Mann, die dir womöglich nicht mal mehr bewusst gewesen sind. Es ziehen dich Dinge an, machen dich glücklich, erregen dich, lassen dich dich wieder lebendig fühlen, begehrenswert, begehrt, Dinge, die Du womöglich jahrelang nicht mehr gefühlt hast. Sie haben ein Verlangen in dir (wieder) freigesetzt, das Du schon fast vergessen hattest.


    Du sagst, Du möchtest deinen Mann nicht verlassen. Ich denke, Du möchtest die Sicherheit, das Wissen wo man hingehört, nicht aufgeben. Du sagst, Du fühlst dich gleichzeitig beflügelt, ich sage durch das neue Begehrtwerden, das sich so gut anfühlt, das dem Selbstwertgefühl guttut. Im Moment zerreißt es dich zwischen Heimat und Abenteuer, zwischen Treuebruch und Betrug einerseits, und Lust und Lebendigkeit andererseits. Und darin wirfst Du die Schuldfragen auf, die Schuld, dass euere Beziehung zu dem geworden ist, was sie heute ist, die Frage nach deiner Schuld, weil Du deinen Mann betrügst (das macht dein Liebhaber übrigens auch ...).


    Ich denke, dass diese so klassische Situation landläufig immer, und meist auch noch ausschließlich, über die Schuldfrage diskutiert wird (und in dem Kontext hab ich einschlägige Erfahrung und weiss von was ich rede). Meist wird dann gerichtet, verurteilt und entsprechend gehandelt. Die gängigen Resultate sind entweder die Trennung oder das (oberflächliche) Verzeihen. Beides führt nach meiner Meinung aber dazu, dass im Grunde einfach genau so weitergemacht wird, wie zuvor. Damit ist aber entweder (im besseren Fall) der Erhalt des Status Quo die Konsequnez (der Staub senkt sich langsam wieder auf die selben Partner), oder (im schlechteren Fall) ist das nächste Scheitern vorprogrammiert und nur eine Frage der Zeit (der nächste Paukenschlag kommt, dann eben mit einem anderen Partner).


    Wesentlich zielführender ist es, nicht die Schuldfrage zu stellen (die orientiert sich an der öffentlichen Moral und den gesellschaftlichen Normativen), sondern zu fragen, wie es dazu hat kommen können (und das orientiert sich an deinen Bedürfnissen). Was hast Du, und ich bin mir sicher auch dein Mann, vermisst? Was hat euch träge werden lassen? Was müsste geschehen, damit ihr euch wieder in eurer Beziehung wohl fühlt, und nicht nur einfach sicher? Stell dir die Frage, wie Du sein müsstest, damit es in deiner Ehe wieder knistert. Frag dich, zu was Du deinen Mann einladen müsstest, damit Du zu dem kommst, was Du gerne teilen würdest, ihm schenken würdest, von ihm bekommen würdest. Und dann frag dich, was genau dich von dieser Einladung abhält. Die Antwort ist auch die Antwort auf die Frage, wo die Baustellen liegen.


    Nimm deine aktuelle Situation als Anlass, deine Beziehung neu zu definieren. Ich halte absolut nichts davon, zu versuchen, die Beziehung zu retten. Es würde bedeuten, das Geschehene auszublenden, zurückzugehen zu dem, wie es vorher war, weiterzumachen wie zuvor.


    Aber erstens kannst Du die Zeit nicht zurückdrehen. Du hattest, und hast noch, Sex mit dem anderen Mann. Du kannst das Vergnügen dabei, das Verlangen und die Lust, nicht einfach abschalten. Dein Unterbewusstsein lässt sich da nicht betrügen. Und warum solltest Du deine Lust verdrängen? Nimm sie wahr und setz dich damit auseinander. Sie befriedigt ein Bedürfniss, das ein Teil von dir ist. Sie zu verweigern, zu verleugnen, würde bedeuten, einen Teil von dir selbst zu verleugnen. Das kann schon mal nicht wirklich eine Lebensstrategie sein.


    Und zweitens würde ein Zurückgehen zu alten Mustern auch bedeuten, das weiter zu betreiben, was dich ja genau in diese Situation geführt hat. Die alten Muster weiterführen hieße, dich selbst zu verweigern


    Du wirst dich entscheiden müssen zwischen einem womöglich lebenslangen Betrug, indem Du deinem Mann nichts sagst und alles versuchst zu verheimlichen. Dein Gewissen würde dich ausfressen und Du wirst weiterhin in einer langweiligen und unbefriedigenden, womöglich einengenden, Beziehung leben müssen. Das ist der Weg des geringsten Risikos und der Bequemlichkeit, aber auch des kleinsten gemeinsamen Nenners. Oder Du kannst die Chance nutzen und auf deinen Mann zugehen, ihm alles offenbaren und den Versuch wagen, gemeinsam mit ihm eine neue Beziehung zu beginnen. Das ist der Weg der Chance und des größten möglichen Gewinns, aber auch der der grössten Anstrenung.


    Eine neue Beziehung ist dann aber nur möglich, wenn ihr euch selbst erneuert, wenn ihr die Ursachen für das Verstauben ergründen könnt, wenn ihr die Bereitschaft mitbringt, euch offen zu sagen, was nicht (mehr) passt. Das ist dann aber auch eine harte Nummer, das geht nicht ohne Schmerzen, das ist geprägt von Anstrenung. Es braucht Mut, den eigenen Unzulänglichkeiten ins Auge zu blicken.


    Wenn man die Schuldfrage überwunden hat, dann kommt man zwangsläufig zur Frage nach dem Anteil, zum eigenen Anteil. Und dann braucht es Mut und Selbstverantwortung, daran zu arbeiten. Aber eines hat die ganze Sache ja bereits gezeigt. Lebensfreude und Lebenslust steckt wenigstens in dir noch ganz sicher drin. Und das zu erleben, das ist die Anstrenung doch alle mal wert. Dann ist es doch ein logischer Schritt, die Lebensfreude und Lust in deiner Beziehung zu deinem Mann zu suchen, denn dann kannst Du beides haben, Lust und Sicherheit, und das auch noch ohne Betrug.


    Meine Frau und ich haben das ganze Programm durch, es hat sich gelohnt bis jetzt. Wir sind in einen Prozess eingestiegen, der womöglich nie enden wird. Aber das macht dann eben auch den Reiz aus, und sorgt dafür, dass sich der Staub nicht mehr so einfach auf alles legen kann. Wenn Du mehr wissen möchtest, dann schreib mir ne PN.


    ich drück dir die Daumen.


    Mick

    Wow, Mick. Ich bin baff. Das hast du super geschrieben und ich kann allem 1:1 zustimmen.


    "Schuld" will ich auch gar nicht suchen. Ich weiß, dass wir beide nicht aktiv genug an der Beziehung gearbeitet haben und uns irgendwie darauf verlassen haben, dass alles irgendwie weiter läuft. Ich habe mich sehr den Kindern zugewandt, bin in meiner Mutterrolle aufgegangen, habe vergessen dass ich auch noch eine Frau bin und habe zugegebenermaßen seine Bedürfnisse oft als Last angesehen. Jetzt wird mir klar, dass man so keinesfalls eine erfüllende Ehe führen kann.


    Du hast auch vollkommen Recht, Ehrlichkeit wäre der mutigste Weg, allerdings auch der schmerzhafteste. Und genau davor fürchte ich mich. Ich habe Angst meinem Mann so weh zu tun. Seine Reaktion würde sehr, sehr heftig ausfallen und ich weiß nicht, ob ich das verkrafte. Und ich bezweifle, dass er es als Chance sehen würde. Er würde mir nie wieder vertrauen (was ich verstehe!), hätte wahrscheinlich noch Ekel davor mich je wieder anzufassen und ich denke nicht, dass er mir ernsthaft verzeihen würde. Und ich? Ich kann das auch nicht vergessen. Und ich denke auch, dass mir das alles sehr fehlen würde. Das finde ich schlimm, beendet werden muss es ja schon. Ich habe auch seiner Familie gegenüber ein schlechtes Gewissen. Und auch meinen Kindern gegenüber, weil ich unsere Familie auf's Spiel setze.


    Wer war denn bei euch der Betrogene und wie lief das alles bei euch (wenn ich fragen darf? )?

    Natürlich darfst Du fragen! Ich hätte das ja sonst nicht geschrieben. Allerdings wäre mir eine Antwort hier in alles "Öffentlichkeit" doch zu persönlich, es liegt mir durchaus auch etwas an meiner Anonymität. Finden wir einen Weg über PN? (Kannst Du mir eine schreiben, auch wenn Du deine unterdrückt hast? Keine Ahnung, ob das geht. Dann könntest du mir eine Mailadresse schicken, die wir verwenden könnten.)

    Wie kommt dein Mann zuhause ohne deine Libido klar? Ist er entspannt, oder ist es ein Problem für ihn, dass du keine Lust hattest?

    Zitat

    Ehrlichkeit wäre mir auch am liebsten, aber damit wäre dann endgültig alles dahin.

    Ich habe dieses Wort mal hervorgehoben. Denn es imipliziert irgendwie, als wäre zwischen euch schon zumindest ein bisschen dahin. Oder meinst du, dass ausschließlich durch die Affäre schon etwas zerstört wurde? Magst du das nochmal genauer erklären?


    Insgesamt eine sehr verfahrene Situation. Alles hat seinen Preis, wo Licht ist, ist auch Schatten. Ich glaube, das meiste wird von dir abhängen - nicht von der Reaktion deines Partners. Nur stellt sich die Frage, wie weit willst du es kommen lassen, damit ein möglicher Knall auch möglichst heftig ausfällt? Wo ziehst du die Grenze, wo du dich entscheiden musst? :-/

    Er kam mit der fehlenden Lust mal mehr, mal weniger klar. Es ist auch nicht so, dass gar nichts läuft oder dass der Sex schlecht ist Ist er nicht, aber eben doch immer das gleiche Programm. Wenig Leidenschaft, "bloß nicht die Kinder dabei wecken und bloß nicht zu lange, müssen ja morgen früh aufstehen und überhaupt ist man ja einfach müde.

    Zitat

    Denn es imipliziert irgendwie, als wäre zwischen euch schon zumindest ein bisschen dahin.

    Die Beziehung ist es für mich definitiv wert erhalten zu bleiben, daran zu arbeiten und sie zu retten. Aber für mich hat sie ihre Unschuld verloren. Irgendwie ist sie nicht mehr rein. Sie war zwar etwas langweilig, aber immer ehrlich ubd loyal und ich habe jetzt sein Vertrauen missbraucht.


    Ich weiß nicht, ob ICH mir das verzeihen kann.

    Zitat

    Nur stellt sich die Frage, wie weit willst du es kommen lassen, damit ein möglicher Knall auch möglichst heftig ausfällt? Wo ziehst du die Grenze, wo du dich entscheiden musst?

    Das weiß ich eben nicht. Mein Kopf UND mein Herz sagen, vergiss den anderen Mann und arbeite an deiner Ehe. Und zwar ohne meinem Mann zu sagen was passiert ist. Aber mein Verlangen nach dem anderen ist so extrem groß, ich habe sowas noch nie erlebt. Ich bin nicht verliebt, aber ich mag ihn sehr gern und mir würden die Treffen mit ihm sehr fehlen. Er macht keine Anstalten es zu beenden. Ich habe Angst, wenn ich das beende, dass ich mich dann wieder wie eine Maschine fühle, die nur für andere funktioniert und nichts für sich hat. Diese eine halbe Stunde in der Woche ist die einzige freie Zeit, die ich nur für mich habe.

    Zitat

    Das weiß ich eben nicht. Mein Kopf UND mein Herz sagen, vergiss den anderen Mann und arbeite an deiner Ehe. Und zwar ohne meinem Mann zu sagen was passiert ist.

    An einer Ehe müssen aber immer zwei arbeiten. Wenn Du jetzt einfach so zurückkehrst, wird er dann auch sehen, dass er etwas für euch tun muss? Ist die Gefahr nicht viel zu groß, dass ihr wieder in den gleichen Trott verfallt? Dann ist es vorprogrammiert, dass irgendwann der nächste kommt, der Dich einfach gegen die Wand drückt.


    Du sagst auch, ihr wart immer ehrlich und loyal zueinander. Warum jetzt mit der Ehrlichkeit aufhören? Es ist vielleicht hart, aber dennoch der einzig richtige Weg.


    Stehe zu dem, was Du gemacht hast, es lässt sich nicht mehr ändern. Gib Deinem Mann aber die Chance darauf zu reagieren, das sollte er sich verdient haben. Wie diese Reaktion ausfallen wird, kann Dir hier aber keiner vorhersagen...

    Du hast das erlebt, was schon endlos viele vor Dir erlebt haben. Insofern muss die Antwort auf die Frage "wie kann man nur" lauten: Es ist wohl normal.


    Die spannende Frage ist: Was macht man nun damit, was lernt man daraus?


    In vielen Beziehungen schläft die Libido irgendwann ein. Der Partner ist einem vertraut und gewöhnlich geworden und nicht mehr neu und aufregend. Die Zweisamkeit ist ersetzt durch Familienleben, Beruf und Haushalt, was kaum noch Platz, Gelegenheit, Zeit und Stimmung übrig lässt für Erotik. Da sind die Voraussetzungen mit einem Affärenpartner ungleich einfacher.


    Nun kann man diese Erkenntnis dazu nehmen, mal für sich festzustellen: Da sind Bedürfnisse und die werden nicht befriedigt. Die Befriedigung kann man sich außerhalt holen aber man kann ja durchaus auch in der bestehenden Beziehung mal versuchen, da neuen Schwung rein zu bringen. Was nicht eben einfach ist. Das als Problem zu erkennen, gemeinsam darüber zu reden und gemeinsam versuchen zu wollen, das wieder zu beleben, ist ein erster Schritt. Was danach kommt, kann vielfältig sein. Sich gemeinsam bewusst Räume schaffen. Mal einen Abend zu zweit ohne Kinder organisieren, sich für einen schönen Abend verabreden. Sich neue Phantasien schaffen, Fotoshootings, Spielzeug, was immer. Manche öffnen sich etwas nach außen, besuchen gemeinsam einen Swingerclub wo man auch nur zu zweit sein kann, um nur das Ambiente dort zu genießen, andere gehen weiter und beziehen dort andere mit ein. Noch extremer wäre der letzte Schritt zur offenen Beziehung, wobei das ein Spiel mit dem Feuer ist, wenn zu Hause einiges im Argen liegt würde ich das nicht empfehlen. Aber es gibt ziemlich viele Alternativen dazu, das heimlich zu tun.

    Ich glaube schon, dass er mitmachen würde, er hat einiges aufgegeben, weil ich mich relativ zurück gezogen habe.


    Ja er hat sich Ehrlichkeit verdient, aber ich bin zu feige um mit seiner Reaktion leben zu können. Ihr könnt nicht voraussehen wie er reagiert schon. Es gibt nur 2 Möglichkeiten:


    1.Er versucht mir zu verzeihen, weil er die Trennung nicht will. Dann wird er nir nie wieder vertrauen, wird es mir immer vorhalten und wird auch anderen erzählen, was ich getan habe.


    2. Er trennt sich und ich bin schuld daran, dass unsere Familie auseinander bricht. Das könnte ich mir auch nicht verzeihen und natürlich möchte ich ihn nicht verlieren.


    Kurzfassung, ich bin mutig genug mich auf einen anderen Mann einzulassen, aber zu feige um dazu zu stehen.

    Das ganze ist ja, wie Du geschrieben hast, nicht von heute auf morgen passiert. Du hast Dich bewusst öfter mit ihm getroffen, und sorry, so naiv kann man nicht sein, zu glauben, da könnte nichts passieren. Es war Deine Entscheidung keine Notbremse zu ziehen. Es muss Dir also klar gewesen sein, was Du alles aufs Spiel setzt.


    Nicht falsch verstehen, ich kann die ganze Geschichte bestens nachvollziehen und verstehen, nur wenn ich eines gelernt habe, dann dass ein Verschweigen der Super-GAU ist. Mit Anfang dreißig ist man noch jung, da ist noch genug Zeit sein Leben neu zu ordnen.


    Also mal Hand aufs Herz, wenn Du die Augen schließt und mal zehn fünfzehn Jahre in die Zukunft blickst, was siehst Du da?

    Ich bin kein Freund gnadenloser Ehrlichkeit. Wenn Du es als einmaligen Seitensprung abhaken möchtest, mach das mit Dir aus.


    Was ich schade finde, ist, dass in einer Partnerschaft ein Problem auftaucht und das einer für sich alleine löst, ohne den anderen mit einzubeziehen. Du könntest zumindest versuchen, das mit Deinem Partner intensiv zu diskutieren. Dass die Leidenschaft, der Sex Dir extrem fehlt, dass Du Lösungen suchst, dass Du eine Lösung brauchst und dass Du möchtest, dass er Teil der Lösung ist. Und erst wenn das nicht hinhaut, dann kann man andeuten, dass man gemeinsam entscheiden könnte, dass man die Beziehung öffnet. In letzter Konsequenz kann man dem Partner die rote Karte zeigen und quasi mit Ansage fremd gehen, ob dann offen oder heimlich ist fast egal. Vielleicht ist es für die gemeinsame Lösung ein bisschen spät, das hängt davon ab, ob Du die Affäre aufgeben würdest, um an der Ehe zu arbeiten, oder ob Du das eh schon hinter Dir gelassen hast.

    Zitat

    1.Er versucht mir zu verzeihen, weil er die Trennung nicht will. Dann wird er nir nie wieder vertrauen, wird es mir immer vorhalten und wird auch anderen erzählen, was ich getan habe.


    2. Er trennt sich und ich bin schuld daran, dass unsere Familie auseinander bricht. Das könnte ich mir auch nicht verzeihen und natürlich möchte ich ihn nicht verlieren.

    Kurz dazu:


    Wenn jemand verzeihen will, dann tut man das mit voller Konsequenz. Dann erzählt man das nicht rum oder hält es dem anderen ewig vor. Das Vertrauen hat auf ewig einen Knacks, aber das kann aus der Ehrlichkeit auch wieder erwachsen. Anders, als wenn er das von alleine rausbekommen würde.


    Und die Schuldfrage sollte man ohnehin nie stellen. An einer gescheiterten Beziehung haben immer beide ihren Anteil.

    Ja...irgendwann kommt der Alltag und hat Lust mal was anderes auszuprobieren. ..und man mag das kribbeln im Bauch und das Abenteuer. ...möchte aber das was man hat nicht verlieren...


    Ich sage immer...irgendwann kommt sowieso alles raus....wenn du das beibehalten willst ....musst du damit irgendwann rechnen. Aber wenn mann fremdgeht, sind Abenteuer woanders sucht...da stimmt die Ehe auch nicht