Hier geht es immer noch nicht wirklich voran. Ich bin seit dem Wochenende allein mit den Kindern im Haus und was soll ich sagen? Ich fühle mich sehr befreit ohne ihn. Er beginnt mich zu bedrängen (ich habe das Gefühl, er trinkt abends...), eine klare Entscheidung und treibt mich damit immer weiter weg.


    Mit dem anderen gibt es gerade tiefe Gespräche, die mich sehr berühren. Sowas kenne ich von meiner Ehe nicht. Ich will ihn nicht idealisieren, merke aber immer mehr dass wir mehr gemeinsam haben.


    Getroffen haben wir uns aber erstmal nicht mehr.

    Ich habe nur deinen Eingangsbeitrag gelesen und den letzten, aber was ich dir raten möchte, setzt dich hin und stell dir dein Leben in 10 Jahren vor.


    Einfach mal hineinträumen, wo siehst du dich, mit wem? Welche Art von Leben willst du da führen?


    Das kann ungemein helfen. Zumindest hat es das mir. Denn dabei wurde mir klar, ich sah meine (nun Ex) Mann dabei nicht an meiner Seite. Damit waren für mich die Würfel gefallen.


    Du darfst nur nicht den Fehler machen, deine Entscheidungen davon abhängig zu machen wie der andere Mann entscheidet, denn das spielt keine Rolle. Du musst dein Leben in die Hand nehmen und deine Entscheidungen treffen.

    Zitat

    Mit dem anderen gibt es gerade tiefe Gespräche, die mich sehr berühren. Sowas kenne ich von meiner Ehe nicht. Ich will ihn nicht idealisieren, merke aber immer mehr dass wir mehr gemeinsam haben.


    Getroffen haben wir uns aber erstmal nicht mehr.

    Was bringt das eigentlich, sich mit ihm zu unterhalten, ihn aber nicht zu treffen?


    Versteh mich nicht falsch, ich halte nichts von einer erzwungenen Kontaktpause, ich finde es nur strange, dass man sich beim Treffen beschränkt, aber trotzdem miteinander "tiefe Gespräche" führt.

    Zitat

    Ich habe nur deinen Eingangsbeitrag gelesen und den letzten, aber was ich dir raten möchte, setzt dich hin und stell dir dein Leben in 10 Jahren vor.

    Ich sehe mich auch nicht bei meinem Mann. Mit dem anderen Mann kann ich es mir vorstellen oder aber auch allein. Ich bin niemand, der ein Problem mit dem Alleinsein hat.

    Zitat

    Was bringt das eigentlich, sich mit ihm zu unterhalten, ihn aber nicht zu treffen?

    Eigentlich wollte ich von beiden Abstand um mich zu sortieren. Hat nicht ganz geklappt, habe ihn zu sehr vermisst und brauchte etwas Beistand und ein paar Antworten.

    Ja, es wäre ihm gegenüber auch nicht fair einfach weiter zu machen, auch wenn er es sich gerade so sehr wünscht.


    Das fällt mir jetzt gerade sehr leicht, weil ich Abstand habe. Wenn ich ihn allerdings schwer ihn leiden uu sehen. Er kann mit meiner Zurückweisung leider so gar nicht umgehen. Er versteht es nicht. Für ihn lief die Ehe super. Das macht es noch schwerer. Ich habe leider den Fehler gemacht und immer viel mit mir selbst ausgemacht. So hat er natürlich nicht gemerkt, wie schlecht es mir manchmal ging.

    Ich dreh noch mal ne "Zusammenbleiben-Runde" ;-D


    Gibts denn keine Möglichkeit in deinem Kopf, ein Leben mit ihm zu gestalten, in dem ihr offen und ehrlich eure Gedanken und Gefühle äußert und ihr eure gemeinsame Zeit bereichernd gestaltet? Ihr hattet ja mal Gründe, zusammen zu kommen, Kinder zu zeugen, ein Haus zu kaufen usw. Klar vermisst du ihn jetzt gerade nicht, ihr habt euch ja auch sehr voneinander entfernt, du hast Schuldgefühle und er kann kaum anders, als Druck ausüben und in dir Erinnerungen an eine (für dich) negative Vergangenheit in dir auslösen. Aber er ist ja kein grundlegend anderer Mensch als damals, oder siehst du gar nichts mehr in ihm, was dich an damals erinnert???


    Und nur weil du zu rücksichtsvoll (feige?) warst, ihm zu zeigen, wie es dir geht, hat sich vieles so entwickelt. Vielleicht hätte er damit umgehen können, an seinen Schwachstellen arbeiten und ihr hättet euch gemeinsam entwickelt und nicht auseinandergelebt und es wäre alles ganz anders gekommen...


    Wenn man es ganz krass sagt: Durch deine Rücksicht (oder eher Unehrlichkeit dir und auch ihm gegenüber) hast du dir, ihm und euch beiden gemeinsam die Möglichkeit zur gemeinsamen Entwicklung genommen. Jetzt hat er die scheiß Situation und kann nicht mal maßgeblich was dazu beitragen, dass es sich in eine Richtung entwickelt, die er mitbestimmen kann


    Ich will nicht sagen, dass du "deine eigen eingeschenke Suppe jetzt auch auslöffeln musst", das bringt ja auch nichts. Aber ich rege lieber nochmal an, das bisherige nicht "einfach so" (verzeig, ich weiß, dass das alles andere als einfach ist!) zu verlassen.

    Zitat

    Das macht es noch schwerer. Ich habe leider den Fehler gemacht und immer viel mit mir selbst ausgemacht. So hat er natürlich nicht gemerkt, wie schlecht es mir manchmal ging.

    Auch wenn es jetzt u.U. nicht mehr viel nützt: Fehlende Offenheit und fehlender ehrlicher Umgang miteinander hat so manche Ehe zerstört. Probleme offen anzusprechen und es damit auch mal richtig scheppern zu lassen ist oft heilsamer, als die Probleme für eine Pseudoharmonie unter den Teppich zu kehren oder mit der "besten Freundin" oder einem Forum zu besprechen.


    Aber ich denke, der Mann hätte auch mal die Hufe hoch bekommen müssen und es mal krachen lassen müssen- so ist langsam aber sicher die Ehe den Bach hinunter geflossen- naja- ... beim nächsten Mal ...

    Am scheitern einer Beziehung haben immer zwei Menschen schuld. Da gibt es am Ende wenig Gründe, einem allein die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dass Dir etwas gefehlt hat, dass Dich vieles gestört hat, lag an seinem Verhalten, nicht an Deinem.

    Zitat

    Er versteht es nicht. Für ihn lief die Ehe super. Das macht es noch schwerer. Ich habe leider den Fehler gemacht und immer viel mit mir selbst ausgemacht. So hat er natürlich nicht gemerkt, wie schlecht es mir manchmal ging.

    Das kenne ich woher.. Es ist traurig, aber im Nachhinein auch nicht mehr zu ändern. Bei Dir ist die Liebe weg, damit fällt die größte und wichtigste Basis für eine Partnerschaft. Und es gibt vermutlich wenig Chancen, dass diese Liebe plötzlich neu erwacht. Du hast geschrieben, Du müsstest Dich verbiegen für die Ehe. Das hält niemand auf Dauer durch. Und Dein Mann wird sich auch nicht so verbiegen können, dass Du auf einmal glücklich bist.


    Was bleibt kann eine Freundschaft sein, die man der Kinder wegen im gleichen Haus lebt. Das ist sorgsam abzuwägen, denn man opfert für das Wohl der Kinder ein großes Stück vom eigenen Glück. Für diese Freundschaft unter einem Dach brauch es eine Menge Voraussetzungen, die die wenigsten getrennten Paare erfüllen. Respekt, gegenseitiges Vergeben der Vorgeschichten, beiderseitige emotionale Loslösung, Ende der Liebe auf beiden Seiten und dann auch Toleranz für den, der einen neuen Partner findet. Das ist ein längerer Prozess, bei dem ihr noch ganz am Anfang seid, denn den bisherigen Weg bist Du allein gegangen.


    Ich würde Dir raten, erstmal Ruhe zu bewahren und Deinem Partner weiterhin reinen Tisch zu machen. Dann könnt ihr gemeinsam ausloten, wie ihr möglichst schmerzfrei aus dieser Sache hinauskommt. Das ist insbesondere dabei hilfreich, den Kindern zu bedeuten, dass nicht einer alleine schuld ist. Vermutlich auch Dein Mann nicht ewig damit leben wollen, dass seine Frau sich getrennt hat und er sich das täglich antut, sie zu lieben und nicht zu dürfen.

    Ich melde mich auch mal wieder aus dem Chaos....


    Obwohl ich die Zeit ohne Mann genossen habe, habe ich mich dummerweise wieder mit meinem Mann "vertragen" und wollte uns noch eine Chance geben. Er hat einiges erkannt und eingesehen, möchte vieles ändern. Ich glaube es ihm auch und wäre eigentlich auch optimistisch, dass es jetzt besser läuft. Leider habe ich schon am ersten Tag gemerkt, wie unwohl ich mich damit fühle. Er ist mir noch vertraut, ja. Aber das ist alles. Keine Liebe, kein Wunsch nach Nähe (ganz im Gegenteil, Fluchtgedanken!!), nichts. :-(


    Ich hätte es mir anders gewünscht. Nun kann ich aber ja nicht sagen "ok du kannst zurück kommen " und wenige Tage später "nee dich nicht, ich will dich nicht mehr!". Ich war bezüglich meiner Gefühle ehrlich, habe ihm gesagt, dass da keine Liebe mehr ist. Er ist mir wichtig, ja. Ich will nicht, dass es ihm schlecht geht. Ich will nicht, dass wir alles verlieren, was wir so hart erarbeitet haben.


    Aber warum ist mir sein Glück wichtigster als meins? Es ist ja nicht mal richtiges Glück, es ist nur der Schein vom Glück.


    Ich habe solche Probleme meine wahren Gefühle zu äußern und es zu beenden.


    Ich benehme mich wie ein Kind und drehe mich im Kreis. Wahrscheinlich liest hier bald keiner mehr, weil sich alles wiederholt.

    Du schreibst

    Zitat

    Ich war bezüglich meiner Gefühle ehrlich, habe ihm gesagt, dass da keine Liebe mehr

    und

    Zitat

    Ich habe solche Probleme meine wahren Gefühle zu äußern

    Was sind denn Gefühle, die du ihm nicht gesagt hast?

    Zitat

    Aber warum ist mir sein Glück wichtigster als meins? Es ist ja nicht mal richtiges Glück, es ist nur der Schein vom Glück.

    Ich kenne das leider auch. Den Anschein von Harmonie und Glück aufrecht erhalten, um den anderen nicht zu verletzen und seinen Ansprüchen gerecht werden. Bei mir kommt das durch meine Mutter aus frühen Kindertagen :|N


    Was hält dich zurück, ihm zu sagen, was du willst? (Nicht provokant gemeint!)

    Zitat

    Aber warum ist mir sein Glück wichtigster als meins? Es ist ja nicht mal richtiges Glück, es ist nur der Schein vom Glück.

    Dass das der wahre Grund für deine Unentschlossenheit ist, das kann ich kaum glauben. Vor einigen Tagen hattest du noch Angst die falsche Entscheidung zu treffen, Angst der andere könnte es nicht ernst meinen usw.


    Du hättest schon lange reinen Tisch machen können, stattdessen schiebst du ihm jetzt den schwarzen Peter zu. Er ist nicht schuld an diesem Schwebezustand.


    Davon abgesehen, hat er es verdient so getäuscht zu werden? Vielleicht würde er dich gar nicht mehr wollen wenn er wüsste was in den letzten Monaten passiert ist.


    Dein Mann mag Fehler gemacht haben, aber dass er jetzt zu Kreuze kriecht, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben was du getan hast, finde ich ehrlich gesagt ziemlich unfair.


    Das alles hört sich für mich sehr egoistisch an, und kein bisschen aufopfernd.