Zitat

    denn er hat sich krankschreiben lassen und kam gegen meinen Willen nach Hause.

    Schwierige Situation. Einer muss ausziehen, aber wer? Geht man selber? Geht man mit Kindern? Geht der andere? Nimmt der die Kinder mit? Wem überlässt man das große Haus, das gewohnte zu Hause?


    Ich drück die Daumen, dass das bei Euch ohne allzuviel Streit ausgeht. Wichtig ist, dass ihr gemeinsam entscheidet, was ihr nun tut und auch den Kindern das gemeinsam kommuniziert, dass nicht einer die Rolle des Buhmanns zugeschoben bekommt. Mit viel gutem Willen bekommt man das hin, dass man auch nach der Trennung nicht schlecht über den Partner spricht und die Kinder damit in eine aussichtslose Überforderung ihrer Gefühlswelt bringt.


    Ein Patentrezept für Trennungen gibt es nicht. Ich würde raten, den Kontakt nicht jetzt in dieser Phase völlig abreißen zu lassen, wo die Emotionen gerade am größten sind, sondern Deinem noch-Partner etwas zur Seite zu stehen - wenn er denn mag. Ihr seid drauf angewiesen, den Alltag mit den Kindern noch irgendwie gemeinsam zu bewältigen.


    :)*

    Danke Ralph. Leider ist das nicht mehr möglich. Es hat ziemlich gekracht bei uns. Ich bin bereits auf Wohnungssuche. Ich denke, wir beide brauchen ganz dringend Abstand voneinander. Es ist alles noch sehr chaotisch und planlos, anders war es aber einfach nicht mehr möglich.

    Alles Gute dir bei der Wohnungssuche und deinem Neustart. Es klingt als wäre eure Ehe wirklich am Ende- du kannst keine Nähe mehr zulassen und dann ist da noch der andere Mann.


    Ich hoffe allerdings das du die Entscheidung für deine Trennung unabhängig von dem neuen Mann getroffen hast - es ist etwas völlig anderes, ob man sich ein paar Mal pro Woche zum wilden, verbotenen Sex trifft und sich schmachtende SMS schreibt, oder ob man einen Alltag mit 3 Stiefkindern, Scheidungskrieg, Expartnern die irgendwie noch eine Rolle spielen usw. wuppen muss. Und Sex kann schnell langweilig werden, wenn es täglich und ohne Heimlichkeiten stattfindet.


    Da wird sich zeigen wie viel Liebe da tatsächlich zwischen euch ist und wie viel Projektion war, um dich aus deiner unglücklichen Ehe zu befreien.


    Man glaubt das oft erst wenn man es mal selbst erlebt hat.


    Alles Gute dir/Euch jedenfalls und das dein Mann euch in Ruhe lassen möge. @:)

    Zitat

    Ich hoffe allerdings das du die Entscheidung für deine Trennung unabhängig von dem neuen Mann getroffen hast - es ist etwas völlig anderes, ob man sich ein paar Mal pro Woche zum wilden, verbotenen Sex trifft und sich schmachtende SMS schreibt, oder ob man einen Alltag mit 3 Stiefkindern, Scheidungskrieg, Expartnern die irgendwie noch eine Rolle spielen usw. wuppen muss. Und Sex kann schnell langweilig werden, wenn es täglich und ohne Heimlichkeiten stattfindet.

    Ja die Entscheidung fiel unabhängig von ihm. Eine Aussicht auf Beziehung und Alltag ist noch Lichtjahre entfernt. Er steht nir gerade bei wie ein sehr guter Freund, ansonsten läuft da gerade auch nichts. Irgendwann vielleicht mal, aber wir stecken aktuell beide in total blöden Situationen, da ist überhaupt kein Raum für einen gemeinsamen Start.

    Die Frage, die ich mir an dieser Stelle immer wieder stelle: Was bringt diese Heimlichtuerei, diese fehlende Offenheit, dieser Betrug, diese Herumeierei letztendlich? Rechtzeitig die Karten auf den Tisch- offen und ehrlich. Das bringt zwar auch Ärger, aber wird längst nicht derart in die Länge gezogen. Fremdgehen und Betrug finde ich immer verwerflich- das ist unabhängig davon, dass es passieren kann, sich in einen anderen Menschen zu verlieben, es besteht aber immer die Möglichkeit, das zu kommunizieren. Wobei ich der festen Überzeugung bin, dass der Verlust von Liebe und das Entdecken einer anderen Liebe immer im Denken und Handeln der Partner begründet ist und keineswegs so zufällig ist, wie oft behauptet wird. Langeweile, zu wenig gegenseitge Anerkennung, zu wenig Gemeinsames, zu wenig Auseinandersetzung/Kommunikation bei Problemen, ...

    Zitat

    Was bringt diese Heimlichtuerei, diese fehlende Offenheit, dieser Betrug, diese Herumeierei letztendlich?

    Aus moralischer Sicht: Nichts. Aus praktischer Sicht: Einige schöne Stunden, wahnsinnige Gefühle, tolle Erinnerungen, während die eigene Ehe ohnehin schon verfahren ist und quasi kaputt. Das wäre sie aber meistens auch ohne den Betrug bereits gewesen.


    Und die Logik dahinter ist meiner Meinung nach diese: Wenn du die Karten auf den Tisch legst, sobald du dich verliebt hast, aber noch nichts passiert ist, dann fliegt dir ein Leben so um die Ohren das du die neue Verliebtheit keine Sekunde lang genießen kannst. Dann steckst du in dem Chaos, in dem die TE gerade steckt. Dann läuft da erstmal eine ganze Weile nichts mehr, weil du mit dem Aufkehren deines Scherbenhaufens zu tun hast.


    Von daher ist es aus moralischer Sicht sicherlich sinnvoll, die Karten sofort auf den Tisch zu legen. Geht man aber nach dem Vorsatz: "Man lebt nur einmal" mit gleichzeitiger Maximierung positiver Erlebnisse vor, dann wäre es logisch, dieses doppelte Spiel so lange wie möglich weiterzuführen.

    Alias 738653

    Zitat

    Ja natürlich bin ich hier auch mitschuldig, zum größten Teil sogar. Aber jetzt offen zu sein und ihm die Wahrheit zu sagen würde nur beins bewirken.

    Vor allem, wüsste ich nicht, warum Du ihm hier Offenheit schudig sein solltest und Schuld würde ich da auch keine übernehmen. Verantwortung ja, Schuld nicht. Du hast Dich doch schon lange von ihm innerlich getrennt, also die Ehe innerlich gekündigt und damit sind auch die Übereinkünfte hinfällig. Er wusste es zwar nicht, aber so ist es nun einmal. Mittlerweile hast Du ihm auch mitgeteilt, dass Du Dich trennen willst. Eine Offenheit, was nur Dich und dein Leben betrifft, sehe ich völlig unabhängig von seinem Charakter und seinem Ungang völlig unnötig.

    Zitat

    Danke Ralph. Leider ist das nicht mehr möglich. Es hat ziemlich gekracht bei uns. Ich bin bereits auf Wohnungssuche. Ich denke, wir beide brauchen ganz dringend Abstand voneinander. Es ist alles noch sehr chaotisch und planlos, anders war es aber einfach nicht mehr möglich.

    Das meinte ich. All die Pläne, die Du Dir vorgestellt hast, funktionieren nur, wenn Ihr Euch geeinigt habt. Du hast eine Entscheidung getroffen und jetzt kannst Du Dich auf die Gegebenheiten einstellen und entsprechend Deiner Möglichkeiten aggieren.

    Zitat

    Einige schöne Stunden, wahnsinnige Gefühle, tolle Erinnerungen, während die eigene Ehe ohnehin schon verfahren ist und quasi kaputt.

    Naja, gedanklich war die TE aber immer wieder bei ihrer alten Ehe, ihrem alten Partner. Ich kann mir das nicht unbelastend vorstellen und aus den Beschreibungen der TE folgere ich, dass die Phase des Hin und Her alles andere als unbelastend war.


    Für mich ist es unvorstellbar, wie lange der Ehemann der TE an der Ehe hing, ohne was zu unternehmen, obwohl die TE schon lange nicht mehr gefühlsmäßig bei ihm war. Das musste scheitern.

    Ich möchte jetzt auch nach vorn schauen. Bis alles in normalen Bahnen läuft, wird es noch lange dauern, das ist mir klar. Ich bin erstmal ausgezogen, regele so viel ich kann und er kämpft mit allen Mitteln um mich. Es ist heftig, aber ich bin wirklich froh, dass ich den Schritt gewagt habe.


    Ja sensibelmann, er hat die Anzeichen lange ignoriert. Kritik, Tränen, Rückzug, Schweigen.Für ihn war immer alles schnell vergessen oder nur halb so schlimm. Wie respektlos er mich teilweise behandelt hat, war für ihn normal. Ich dagegen war immer wieder erschüttert. Ich war auch öfter sauer auf ihn, aber nie war ich respektlos. Ich versuche mich tatsächlich etwas vom Schuldgefühl zu lösen.

    hast du schon eine Wohnung für dich, drei Kinder und Hunde gefunden? :-o So schnell?


    Auffällig finde ich, wie sehr dein Mann im Laufe dieses Fadens an Sympathie verloren hat. Zu Anfang beschreibst du noch deine Liebe und was ihr alles erlebt habt und das du das unbedingt erhalten willst. Es gab nur wilden, schmutzigen Sex und gute Gespräche, aber keine Gefühle zwischen dir und deiner Affaire.


    Im Laufe der Zeit wird dein Mann immer unangenehmer, bis er schließlich ein potentieller Brandstifter und sexuell übergriffig ist. Ist das alles so, oder macht es das für dich einfacher, ihn zu verlassen und dein Fremdgehen zu rechtfertigen?


    Ich war vor 10 Jahren in fast derselben Situation, ich könnte mich heute noch in den Hintern beißen, dass ich nicht alle Tatasachen auf den Tisch gepackt habe, aber ich hatte mich innerlich schon längst abgemeldet und entliebt, du ingegen hast noch vor 5 Monaten beteuert, dass du deinen Mann liebst. Ist das endgültig vorbei?

    Liebe Alias,


    eine etwas unangenehme Frage, die mir aber nachgeht: Wenn du schon für dich selbst Dinge ausgeblendet hast (so sagst du ja), wie er in eurer Beziehung "wirklich" ist, kann es dann vielleicht sein, dass du auch etwas ausblendest, was seine Beziehung zu euren Kindern angeht?


    Klar, sie lieben ihn, das will ich nicht bezweifeln und ich will auch nicht anzweifeln, dass er auch ein guter Vater ist! Aber: wenn er schon gegenüber dir so grenzüberschreitend und damit verletzend/unterdrückend/emotional gewalttätig rüberkommt (und die deutlich gesetzte Grenze des anderen ständig zu überschreiten IST eine Form von Gewalt, mag sie auch noch so leicht sein), wie ist das denn erst gegenüber den Kindern? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es da ganz und völlig anders sein mag?


    Meine Frage also: Besteht die Möglichkeit, dass du, wenn du ganz arg selbstkritisch bist (was furchtbar unangenehm ist, keine Frage!), möglicherweise auch die negativen Auswirkungen auf eure Kinder unterschätzt oder unterschätzt hast?

    Er ist bei den Kindern auch übergriffig, ja.


    Das äußert sich damit, dass er auch schon mal beleidigend wird. Dass er nicht akzeptiert, wenn die nach einem Streit weinen und sich zurück ziehen. Er duldet keine Wit, obwohl er selbst oft genug laut wird Er ist schnell genervt, hat wenig Verständnis für kindliche Bedürfnisse. .Andererseits hat er immer alles für die Kinder getan, unternimmt viel mit ihnen, hat ihnen viel beigebracht. Also er war weder als Mann nur "schlecht ", noch als Vater. Aber viele seiner Eigenschaften kommen in allen Beziehungen zum Einsatz. Die beiden jüngsten mögen ihn trotzdem, während ihm das älteste Kind so weit wie möglich aus dem Weg geht.


    Wie das mit dem Umgang dann aussehen wird, wird sich herausstellen. Ich werde da sehr auf die Kinder schauen, was sie möchten und was ihnen gut tut. Und ich hoffe, dass er es genau so handhaben wird.


    A