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    Wir haben viel zusammen erlebt und all das wegzuschmeißen würde mir das Herz brechen.

    Du hast es doch schon weggeschmissen. Erst lässt du ihn ewig unter deiner fehlenden Libido leiden, ohne etwas dagegen zu unternehmen und jetzt betrügst du ihn sogar noch. Dafür ist dein Herz offensichtlich hart genug. Spiel also nicht die Wehleidige. Du hast kein Recht, deinem Partner so eine Ruine von Beziehung aufzuzwingen. Gib ihm die Chance auf eine Frau, die ihn mehr zu schätzen weiß und die scharf auf ihn ist.


    Eltern könnt ihr ja trotzdem weiterhin gemeinsam sein.

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    und wenn es vorbei ist, dann versuch, deinem mann weiterhin eine gute ehefrau zu sein.

    Was heißt hier weiterhin? Sie war es doch bisher schon nicht: Jedenfalls nicht, wenn man zu einer guten Beziehung auch ein erfüllendes Sexleben zählt!

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    quäl ihn nicht mit einem geständnis, das wäre sehr schlimm für ihn. gönn dir deine affäre, aber bleib gleichzeitig eine gute ehefrau.

    Ich finde es wirklich unglaublich, welches Ausmaß an Egotrip und Verrat einige Menschen für akzeptabel halten. :-o :(v %:|

    bovary, danke für deinen Beitrag. So ungefähr habe ich es bisher auch getan. Ich bin viel ausgeglichener und fröhlicher als sonst und habe einge meiber typischen Verhaltensweisen schonsehr überdacht, seit ich Kontakt zum anderen habe. Ich rede wieder mehr mit meinem Mann, höre ihm zu und habe mehr Interesse an seinem Tag.


    Wir verstehen uns momentan besser als sonst. Das legitimiert natürlich die Affäre nicht, das ist mir klar.


    tiffy, ich habe natürlich Angst, dass er es allein heraus bekommt, allerdings wüsste ich nicht wie. Nachrichten werden sofort gelöscht, wir verbringen wenig Zeit miteinander (der andere und ich ) und erzählt haben wir es keinem.

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    Wir verstehen uns momentan besser als sonst. Das legitimiert natürlich die Affäre nicht, das ist mir klar.

    Aber anscheinend hast du deinem Mann gegenüber ja ein schlechtes Gewissen, sonst hättest du diesen Faden ja nicht eröffnet. Wie funktioniert das, dass man genau weiß, dass man seinem Partner, mit dem man sein Leben verbringen will, mehrmals weh tut und das dann im Zusammensein mit ihm ausblendet und bestens gelaunt ist? Merkt dein Mann überhaupt nichts?


    Ich denke, dass Fehler passieren können und ich würde auch für mich die Hand nicht ins Feuer legen. Aber ich weiß, dass ich meinem Mann nichts vorspielen könnte. Ich persönlich finde so Beiträge, dass man sich eine Affäre gönnen sollte, wenn die eigene Ehe schlecht läuft, befremdlich.

    Lola, ich finde dich ziemlich anmaßend. Du kennst mich nicht. Ich habe immer zu meinem Mann gestanden, egal was passiert ist. Ich war immer für ihn da, habe viel verziehen und auch einiges ausgehalten. Ich habe seine, unsere, Kinder geboren, alles für unsere Familie getan, habe seine Eltern unterstützt, habe jahrelang zurückgesteckt, damit es allen, auch ihm, gut geht. Eine Ehe besteht nicht nur aus Sex. Und wie schon mal geschrieben, es gibt Sex MIND. 1 Mal die Woche und der ist auch schön. Es ist nicht so, dass ich mich sperre. Nur habe ich zu wenig Eigeninitiative gezeigt, das weiß ich. Aber ich war nie gemein zu meinem Mann, habe ihm seine gewünschte Freiheiten, seine Hobbies zugestanden, während ich keine Zeit für mich hatte.


    Also bitte sei vorsichtiger mit solchen Aussagen.

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    Wie funktioniert das, dass man genau weiß, dass man seinem Partner, mit dem man sein Leben verbringen will, mehrmals weh tut und das dann im Zusammensein mit ihm ausblendet und bestens gelaunt ist?

    Ich weiß es nicht. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist. Ich bereue eher in ruhigen Momenten, wenn ich allein bin. Ansonsten versuche ich es auszublenden. Es ist wie ein Mantel, den ich ablege, sobald ich nach Hause komme. Das was mit IHM passiert ist das Eine, mein Familienleben das Andere. Ich habe versucht nichts zu vermischen.

    Die Probleme in der Ehe, über die du am Anfang geschrieben hast, also, dass ihr nicht genügend Zeit füreinander habt, etc.: Hast du mit deinem Mann schon darüber gesprochen? Also weiß auch er, dass du zur Zeit mit eurer Beziehung nicht ganz glücklich bist?

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    Lola, ich finde dich ziemlich anmaßend. Du kennst mich nicht.

    Du hast hier dein Verhalten geschildert und das finde ich nunmal verurteilenswert. Du hast es doch selbst früher so gesehen. Wieso ändert sich deine Ansicht, nur weil du jetzt auf der anderen Seite bist? Ich finde, dass man an sich selbst strengere Maßstäbe anlegen sollte als an andere, nicht umgekehrt.

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    Ich habe immer zu meinem Mann gestanden, egal was passiert ist. Ich war immer für ihn da, habe viel verziehen und auch einiges ausgehalten. Ich habe seine, unsere, Kinder geboren, alles für unsere Familie getan, habe seine Eltern unterstützt, habe jahrelang zurückgesteckt, damit es allen, auch ihm, gut geht.

    Ich halte nichts von Selbstaufopferung. Das geht nicht auf Dauer gut. Das hast du jetzt ja durch dein eigenes Verhalten unter Beweis gestellt. Wenn du meinst, dass du dir durch früheres Zurückstecken das Recht auf eine heimliche Affaire "erlitten" hast, dann kannst du das ja sicher auch deinem Mann so erklären... :=o

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    Eine Ehe besteht nicht nur aus Sex.

    Richtig. Aber wenn nicht anders vereinbart, ist Sex mit anderen üblicherweise beiderseitig nicht erwünscht.

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    Und wie schon mal geschrieben, es gibt Sex MIND. 1 Mal die Woche und der ist auch schön. Es ist nicht so, dass ich mich sperre.

    Willst du jetzt Applaus dafür, dass du deinem Mann auch noch ein Gesundheitsrisiko zumutest?! Vor HPV und andren STDs schützen Kondome nicht so wirklich. Außerdem: Ich finde finde das Hin- und herspringen zwischen zwei Sexpartnern sogar noch perfider und demütigender. Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, was mir jemand in einer Beziehung antun könnte.

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    Also bitte sei vorsichtiger mit solchen Aussagen.

    Ich sehe dafür keinen Anlass. Du verhältst dich mies und das wird man ja wohl noch so benennen dürfen...

    Alias, ich möchte dir gerne mal zwei völlig konträre Aspekte vor Augen führen:

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    Ich habe Angst, wenn ich das beende, dass ich mich dann wieder wie eine Maschine fühle, die nur für andere funktioniert und nichts für sich hat. Diese eine halbe Stunde in der Woche ist die einzige freie Zeit, die ich nur für mich habe.

    Ich denke, jeder Mensch hat moralische Werte. Der eine mehr, der andere weniger. Ich glaube schon, dass du ein moralischer Mensch bist, daher dieser eine Punkt hierzu:


    Für deine Situation, die du beklagst, trägst du auch selbst eine Verantwortung. Du hast sicher die Kinder mitentschieden. Du hast selbst bestimmt, wie weit dich dein verantwortungsvoller Beruf in Anspruch nehmen darf. Du warst mit deiner Lustlosigkeit in der Ehe zufrieden und hast dich arrangiert. Daher überlege sehr gut, wem du eine Mitverantwortung gibst. Die meiste Verantwortung trägst du selbst. Beklage dich nicht über mangelnde Zeit, wenn du Kinder und Beruf so gewollt hast. Und lass deinen Mann nicht das Opfer sein für rücksichtslose Freiheiten, die du dir in deiner Situation plötzlich nimmst.


    Und nun zum anderen Punkt:

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    Ich will mich nicht trennen. Auch wenn es nicht so rüber kommt, ich liebe meinen Mann. Wir haben viel zusammen erlebt und all das wegzuschmeißen würde mir das Herz brechen.

    Ich wundere mich immer über Beziehungen, die sich über die Vergangenheit definieren. Da zeigst du die Moral, die du mit dem anderen Mann nicht leben kannst. Du interpretierst in Vergangenes deine Werte. Und ein Ende interpretierst du als Wegwerfen. Ich hingegen finde, man sollte den Wert einer Beziehung nicht in der Vergangenheit suchen, sondern in der Zukunft. Ausruhen in der Vergangenheit kann man sich nach paar tollen Jahren leicht. Aber um sich dafür zu entscheiden, bei jemandem an der Seite zu bleiben, muss man eine Zukunft sehen, die das auch wert ist.


    Ich möchte dir keinen Rat für eine entweder/oder-Entscheidung geben. Die Zukunft mit deinem Mann kann ich nämlich nicht sehen. Das kannst du viel besser.

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    Aber diesmal ist es nur das körperliche, sexuelle. Vielleicht war ich deshalb nicht darauf gefasst, dass ich doch schwach werde.

    Es ist "nur" der Sex. Man könnte sich die Haare raufen, wieviele einfache Möglichkeiten dir offenstehen würden, wenn es wirklich nur darum geht. Swingerclubs und offene Beziehung wären viel einfacher als eine riskante Affäre, weil sie ehrlich wären. Aber ja, ein Partner muss das dann aushalten können. Aber so ist es, dass du dein Fremdgehen aushalten musst - und wenn es rauskommt, muss dein Partner die Wahrheit aushalten, hintergangen worden zu sein. Glaub mir, das ist viel schwerer, als einmal offen über die sexuelle Gestaltungsweise der Partnerschaft zu reden.

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    Ich hoffe ich habe die Stärke mich von ihm fernzuhalten.

    Du gibst eine Tendenz vor. Fernbleiben vor der Versuchung ist eine Sache. Du hast die Versuchung aber nun kennengelernt. Das allein wird nicht reichen. Sie wird dich wieder jucken, wenn sich bei euch nichts ändert. Du brauchst eine Veränderung. Du hast einmal an der verbotenen Zigarette gezogen, und es hat dir noch keinen Schaden gebracht. Du wirst wieder ziehen, wenn du nicht stark bist und dir andere Dinge wichtiger werden.

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    So ungefähr habe ich es bisher auch getan. Ich bin viel ausgeglichener und fröhlicher als sonst und habe einge meiber typischen Verhaltensweisen schonsehr überdacht, seit ich Kontakt zum anderen habe. Ich rede wieder mehr mit meinem Mann, höre ihm zu und habe mehr Interesse an seinem Tag.

    Ein Mensch, der in schlechten Zeiten Alkohol trinkt, nimmt seinen Alltag auch viel toller und intensiver wahr. Die Kunst besteht aber darin, sich nüchtern wieder zurechtzufinden.


    Was hat dich und den anderen eigentlich zusammengeführt? War das ein bestimmtes Thema, oder hast du auch auf gewisse Weise den Flirt aktiv gesucht?


    Ach ja, abschließend noch ein paar Worte, die ich mir nicht verkneifen möchte: hast du mit deinem Mann auch mehr Sex, seit du den anderen kennst? Ich hoffe nämlich, der Sex mit dem anderen war safe und geschützt. Nicht nur, dass du ein Risiko eingehst - du schleppst es unter Umständen auch noch nach Hause. Einfach nur eine pragmatische Feststellung - auch ohne Wertung.

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    Du hast es doch schon weggeschmissen. Erst lässt du ihn ewig unter deiner fehlenden Libido leiden, ohne etwas dagegen zu unternehmen und jetzt betrügst du ihn sogar noch. Dafür ist dein Herz offensichtlich hart genug. Spiel also nicht die Wehleidige. Du hast kein Recht, deinem Partner so eine Ruine von Beziehung aufzuzwingen. Gib ihm die Chance auf eine Frau, die ihn mehr zu schätzen weiß und die scharf auf ihn ist.


    Eltern könnt ihr ja trotzdem weiterhin gemeinsam sein.

    @ LolaX5,

    wer hat denn dir das oben von dir angesprochene Recht gegeben, das Du der TS absprichst? Was fängt sie jetzt mit deinen Beiträgen an in ihrer Situation? Hast Du auch etwas konstruktives, etwas das eine Verbesserung für alle Beteiligten mit sich bringt? Was bleibt am Ende übrig, wenn sie sich so verhält, wie es dir gerecht werden würde? Ich meine, außer dass dann nach deinen Massstäben die Schuldfrage geklärt ist.


    Ich finde es schon sehr erstaunlich, wie Du hier die Keule der Moral auspackst. Das ist genau die Schuldorientierung, die nur Verurteilung nach sich zieht, die ich in meinem Beitrag oben gemeint hab. Danke dafür, dass Du die hier so ausführlich demonstrierst. In meinen Augen ist das genau die Geisteshaltung, die zu den Situationen führt, in der die TS jetzt steckt. Stromlinienförmig den Ansprüchen derer gerecht werden, die meinen die "Wahrheit" und die Definition von "Richtig" zu besitzen und sich dabei einfach am Mainstream ausrichten. Eine alternative Moral zur "Öffentlichen" zu haben, eine eigene innere, das ist anstrengend. Da ist es dann einfacher, sich an den gängigen Angeboten zu bedienen. Differenzierung und (Selbst)Reflektion geht anders. Die TS hatte gerade eine Kollision zwischen diesen beiden Welten.


    Ich frage mich, was mehr Mut erfordert, sich selbst in diesem Konflikt zu begegnen, oder sich einfach an den gedeckten Moraltisch zu setzen, schmeckt zwar fad, aber bequemer als selbst zu kochen, und die anderen essen das ja auch.


    Aus einer konflikthaften Situation eine Chance zu erkennen, die Chance zu mehr Selbst, die Chance zu mehr Du und Ich, zu weniger "aber die anderen ...", diese Chance zu nutzen, das gibt einem solchen Konflikt Sinn, das gibt den Impuls zu einer Entwicklung. Aber das steht nicht auf dem Menue dieser fehlerlosen ignoranten sogenannten "Moral".

    Liebe Alias,


    Ich möchte Dir als jemand schreiben, der eine ähnliche Situation bereits erlebt hat.


    Auch bei mir und meinem Mann hatte sich der Alltag eingeschlichen und auch bei uns war es so, dass dies erst aufgefallen ist, als ein anderer Mann auf der Bildfläche erschienen war.


    Es ist bei mir nicht so weit gekommen wie bei Dir-Gefühle waren aber auch in Spiel.


    Ich muss aber sagen, dass ich sehr schnell sehr ehrlich zu meinem Mann war, weil ich trotz dem anderen wusste wo ich hin gehöre. Aus Deinen Beiträgen höre ich ähnliches heraus- für mich klingt es so, dass Du Dich weiterhin an der Seite Deines Mannes siehst.


    Ich kann Dich nicht dazu bringen, ehrlich mit ihm zu sein. Aber ich kann Dir sagen, dass es in meinem Fall das Richtige war. Es war im ersten Moment furchtbar, für uns beide, und es hat viel Vertrauen gekostet, welches erst wieder mühevoll erarbeitet werden musste. Heute, es ist mittlerweile schon einige Jahre her, sind wir als Paar stärker denn je, wissen, wie wir rechtzeitig reagieren müssen, damit es nicht mehr soweit kommt. Auch wir haben mittlerweile Kinder, welche den Alltag natürlich zusätzlich zur Herausforderung machen, aber durch das Vergangene und die Ehrlichkeit, die wir damals miteinander gelebt haben und noch heute leben, kommen wir damit gut klar.


    Wir gehen auch immer mal wieder zu einer Eheberatung, wenn wir das Gefühl haben, es klemmt irgendwo und wir kommen nicht weiter, denn das kann immer mal sein.


    Was ich Dir sagen will: wenn Du Deine Ehe nicht aufgeben willst, dann musst Du es auch nicht tun-aber Du musst Vertrauen in Dich und Deinen Mann haben, dass ihr einen Ausweg finden könnt, mit oder ohne der Wahrheit, das liegt wiederum bei Dir.


    Und noch als Addendum: ich bin der festen Überzeugung, dass wir nicht für Monogamie gemacht sind, rein biologisch passt das einfach nicht zu Primaten. Deswegen ist das, was Dir gerade passiert in meinen Augen auch nicht unvorstellbar oder unmöglich. Monogamie ist eine Entscheidung, und die muss man hin und wieder richtig bewusst treffen und sie kann wirklich Arbeit bedeuten-aber diese Arbeit lohnt sich sehr oft.


    Wünsche Dir und Deiner Zukunft alles Gute @:) @:)

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    Ich sehe mich in meiner Familie, mit meinem Mann, allerdings mit viel mehr Freiheit als jetzt. Momentan fühle ich mich etwas eingesperrt. Solange die Kinder noch klein sind, wird sich das wohl auch nicht ändern.

    Das hier ist glaube ich ein wenig untergegangen, find eich aber recht wichtig. Also sowas hört man dann irgendwann gerne mal in so Seitensprung/Affären was auch immer threads. Also man könnte ja meinen du siehst dich eher in ne roffenen Beziehung oder mit mehr leidenschaftlichem Sex mit deinem Mann. Aber du hast das geschrieben. Okay ich gebe zu, Freiheit könnte auch das bedeuten, zumindest die offene Beziehung. Aber ich vermute, das ist nicht gemeint oder zumindest nicht nur das. Also was ist gemeint. Was ist das Problem, ist der leidenschaftliche Sex vielleicht gar nicht so sehr das was fehlt, sondern da steckt noch mehr dahinter?

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    Hast Du auch etwas konstruktives, etwas das eine Verbesserung für alle Beteiligten mit sich bringt

    Die TE hat durch ihr Handeln eine Situation erzeugt, in der das nicht mehr möglich ist. Die Frage ist jetzt nur mehr, ob sie so fair ist, ihrem Partner die Wahrheit zu sagen.

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    Was bleibt am Ende übrig, wenn sie sich so verhält, wie es dir gerecht werden würde?

    Ehrlichkeit. Und die Möglichkeit für alle Beteiligten auf Basis der Wahrheit darüber zu entscheiden, wie die Zukunft aussehen soll.

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    In meinen Augen ist das genau die Geisteshaltung, die zu den Situationen führt, in der die TS jetzt steckt.

    Unsinn. Meine Geisteshaltung sieht weder Selbstaufgabe vor noch die überhebliche Gewissheit, dass ich gegen jedes Risiko zum Fremdgehen immun wäre. Die Untreue der TE resultiert also sicher nicht aus meiner Geisteshaltung.

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    Eine alternative Moral zur "Öffentlichen" zu haben, eine eigene innere, das ist anstrengend. Da ist es dann einfacher, sich an den gängigen Angeboten zu bedienen.

    Ich glaube nicht an eine öffentliche Moral, sondern nur an eine höchstpersönliche. Was irgendwelche Außenstehenden denken, ist logischerweise völlig egal. NICHT EGAL sollten dagegen die Wünsche des eigenen Partners sein: Wenn er es wissen wollen würde, dann hat er m.E. ganz klar ein Recht auf die Wahrheit. Ihn darum zu betrügen ist noch viel schlimmer als die sexuelle Untreue...

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    Aus einer konflikthaften Situation eine Chance zu erkennen, die Chance zu mehr Selbst, die Chance zu mehr Du und Ich, zu weniger "aber die anderen ...", diese Chance zu nutzen, das gibt einem solchen Konflikt Sinn, das gibt den Impuls zu einer Entwicklung. Aber das steht nicht auf dem Menue dieser fehlerlosen ignoranten sogenannten "Moral".

    Jeder soll tun, was er/sie tun möchte. Aber man sollte dann schon auch den Arsch in der Hose haben, auch dazu zu stehen was man tut. Und nicht dem Partner, der der vertrauteste Mensch sein sollte, eine FAKE-Version von sich selbst vorspielen.

    Hallo TE,


    ich sehe es so ähnlich wie Bovary. Ich würde deinem Mann jetzt wohl nichts sagen. Sicher, diese absolute Ehrlichkeit wirkt anständig und korrekt, weil man sich natürlich in die Position des Ehemannes hereinversetzt. Aber wir Menschen handeln nicht immer nach einem moralischen Impertaiv, gerade in erotischen Angelegenheiten. In manchen Fällen ist die Ehrlichkeit richtig, führt zu einer gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Beziehung, wie z.B. bei Mick. Aber nicht jede Beziehung verträgt diese Ehrlichkeit. Und ein Vertrauen ist dann weg, wird eben oft nicht mehr aufgebaut. Ich meine, du kennst deinen Mann ja so gut, dass du wohl einschätzen kannst, wie er reagiert. Ja, es ist dir passiert, ein Vakkuum in deinem Leben ist durch die Begegnung mit dem anderen Mann ausgefüllt worden. Leidenschaft gegen Routine. Da werden viele Leute schwach. Da soll mir mal keiner erzählen, er würde immer standhaft bleiben. Wenn ja, na dann schön für ihn/sie. Trotzdem plädiere ich jetzt nicht dafür, einfach immer so mal eben fremdzugehen, wenn die Beziehung erotisch einschläft.


    Du TE, stellst im Momenst nicht die gesamte Beziehung in Frage. Du willst mit deinem Mann zusammenbleiben und du weißt auch am besten warum. Ich glaube nicht, dass man sich immer trennen muss, nur weil eine Person ein bestimmtes Bedürfnis nicht erfüllt. Aber man darf sich nicht selber anlügen. Wenn du sicher bist, du bist nicht verliebt, du willlst mit deinem Mann zusammenbleiben, dann würde ich dem Ehemann die Affäre nicht erzählen, aber sehr deutlich machen, dass mir in der Beziehung etwas fehlt. Versucht, die Beziehung wieder aufzufrischen. Eine lange Beziehung wird nie wieder neu, aber man kann sie sicher wieder beleben. Du hast durch die Affäre erkannt, dass du eben auch Frau und nicht nur Mutter bist. Da solltest du dich mit deinem Mann, finde ich, schon auseinandersetzen. Du bist laut deiner Aussage nicht in den anderen verliebt, dein Mann hat eine gute Chance.


    Zur Ehrlichkeit in jedem Fall würde ich nur raten, wenn du eigentlich mit dem Gedanken der Trennung spielen würdest und mit dem anderen eigentlich zusammen sein willst. Dann wäre es unfair, deinen Mann in einer sicheren Beziehung zu wiegen. Denn dann hat das Alte gegen das Neue meist keine Chance. Wen es vor allem der Sex ist, der dich mit dem anderen verbindet, das geht meist nach einiger Zeit vorbei. Du versuchst ja jetzt richtigerweise Abstand zu gewinnen. Denn eine kurze Affäre ist in meinen Augen etwas anderes als zum Beispiel jahrelang eine Parallelbeziehung zu führen. Vielleicht hat dir die Affäre die Augen geöffnet. Mach dir meiner Meinung nach nicht zu viel Gedanken um "Schuld" sondern darum, was du für dich und deine Beziehung in der nächsten Zeit willst.