Naja, am Anfang ist die Euphorie immer groß, die Hormone auf dem oberen Level. Darum ist auch der Sex meist besser, interessanter, die Lust darauf (auf das Neue) unbändig. Und nach ein paar Jahren kommt dasselbe wie jetzt.


    Trotzdem - genieße was jetzt ist.

    Zitat

    Darum ist auch der Sex meist besser, interessanter, die Lust darauf (auf das Neue) unbändig. Und nach ein paar Jahren kommt dasselbe wie jetzt.

    Oh Gott, ich habe nicht vor, dass über Jahre hinweg zu tun!


    Shojo, danke.

    Zitat
    Zitat

    Ich sehe es so, dass letztlich niemand etwas tut, das er/sie nicht richtig findet

    So ein Blödsinn.

    Finde ich nicht. Wenn man sich für eine Handlung entscheidet, dann muss ein "ja" zur Handlung da sein. Sonst würde man es nicht tun. Das heißt nicht, dass man die Handlung nicht auch problematisch finden kann. Aber unterm Strich gibt es für die Person in der jeweiligen Situation mehr (oder Wichtigeres) das dafür spricht.


    Es ist eine andere Art von "richtig" als "richtig" im Sinne von "moralisch einwandfrei", aber es bleibt dabei, dass du das so wolltest.

    Zitat

    Wie er es sieht, weiß ich allerdings nicht.

    Das wäre aber wichtig. Nur willst du es jetzt gar nicht wissen, denn dein Mann könnte es ja so sehen wie Lola, und das würde dir jetzt absolut nicht ins Konzept passen.

    Zitat

    Oh Gott, ich habe nicht vor, dass über Jahre hinweg zu tun!

    Ursprünglich hattest du überhaupt nicht vor, sowas zu tun. Wann genau willst du es denn abstellen? Nach ein paar Wochen? Nach ein paar Monaten? Momentan willst du es überhaupt nicht abstellen.- Das ist doch Naivität pur.

    Zitat

    Oh Gott, ich habe nicht vor, dass über Jahre hinweg zu tun!

    Du kannst das was bereits geschehen ist, nicht mehr rückgängig machen. Du bist dir dadurch aber klar geworden, was dir in deiner Ehe fehlt und auch, dass du eine gemeinsame Zukunft mit deinem Mann möchtest. Es wäre daher wirklich nur fair, es sofort zu beenden.

    Zitat

    Ursprünglich hattest du überhaupt nicht vor, sowas zu tun. Wann genau willst du es denn abstellen? Nach ein paar Wochen?

    Das ist wie mit dem Rauchen aufhören - aber erst an Silvester ;-)

    Zitat

    Momentan willst du es überhaupt nicht abstellen.- Das ist doch Naivität pur.

    Ich hatte etwas von Abstand gelesen. Zumindest ein Schritt in eine Entscheidung.


    LolaX5:


    Ich habe deine Reaktionen auf Fremdgehen schon mehrmals gelesen und du hast eine klare Meinung dazu. Meine Meinung dazu ist vom moralischen Standpunkt gar nicht mal viel anders (mich würde ein Seitensprung oder eine Affäre extremst verletzen und die Grundfesten meiner Beziehung erschüttern). Aber außer der Tatsache, dass du das dem Forum klar machst und mit dem Finger auf den Sünder zeigst, vermisse ich auch ein bisschen die Zielrichtung, was deine Beiträge bewirken sollen. Außer dass sich die Betroffenen noch schäbiger fühlen. Aber ist das die Motivation, wenn hier jemand einen solchen Faden aufmacht? Ich denke nicht. Sicherlich - einen Spiegel vorhalten und beim Reflektieren helfen, das darf und soll sein. Aber der Schwerpunkt sollte nicht in der Anklage liegen, sondern in dem, was nun für die Zukunft folgen sollte.


    Nur meine Meinung, ohne deine Moralvorstellungen infrage stellen zu wollen.

    Zitat

    vermisse ich auch ein bisschen die Zielrichtung, was deine Beiträge bewirken sollen.

    Meine Zielrichtung ist, dass die betrogenen Partner die Wahrheit erzählt bekommen, wenn sie es wissen wollen würden (wovon ich mal stark ausgehe, wenn es keine anderslautende Vereinbarung gibt.). Damit die Betroffenen selbst entscheiden können, was daraus für sie folgt. Alles andere ist für mich Entmündigung des Partners (wenn es nicht explizit eine Abmachung gibt, dass der Partner sowas nicht wissen wollen würde.)

    Zitat

    Meine Zielrichtung ist, dass die betrogenen Partner die Wahrheit erzählt bekommen, wenn sie es wissen wollen würden (wovon ich mal stark ausgehe, wenn es keine anderslautende Vereinbarung gibt.).

    Weiß man das immer so genau? Ich denke, dass solche unangenehmen Themen - vor allem in etwas eingeschlafenen Beziehungen ohne offenen Dialog - gerne umschifft werden. Monogamie wird auch oft nur unausgesprochen als Norm vorausgesetzt, aber wieviele Paare sprechen in jüngeren Jahren offen darüber, was sie sich erlauben und was nicht? Ich glaube, dass gerade der Umgang mit einem Seitensprung (wissen wollen oder nicht) eines der größten unausgesprochenen Themen in Beziehungen ist.


    Ich habe mit meiner Frau einen sehr offenen Dialog, was Sex betrifft, zumal wir auch gelegentlich in Paareclubs sind. Wir haben eine klare Grenze - es gibt keinen Sex mit anderen. Weder in Anwesenheit noch in Abwesenheit des Partners. Insofern hat sich die Frage nach dem Umgang mit einem Seitensprung gar nicht gestellt. Weil dieser in unserer Denkwelt nicht vorkommt. Die TE war bisher auch der Meinung, dass ihre Welt eine ohne Fremdgehen ist. Ob sie wirklich weiß, was sich ihr Partner in einem solchen Fall erhofft?

    Schuldgefühle sind fehl am Platz und unbrauchbar.


    Verantwortung ist das Stichwort - für sein eigenes Leben und auch dem anderen gegenüber.


    Monogamie ist etwas, was sich kulturgeschichtlich etabliert hat und man versucht, dem gerecht zu werden, ohne es zu hinterfragen.


    Ein weiterer Grund, warum man such nicht allzu sehr der Frage der Schuld widmen sollte.


    Ich selbst würde mich freuen, wenn ich von einer Frau, mit der ich zusammen bin, hören würde, wie gut es ihr tut, mit jemand anderem Sex zu habeń.


    Dass das vielleicht bedeuten würde (was nicht zwangsläufig so sein muss), dass sie unseren Sex nicht so gut findet.. na ja.. Muss man denn in allem, womöglich sogar bis zum Lebensende, immer gut sein?


    Man kann natürlich sich fragen, ob das zu ändern ist oder vielleicht es auch hinnehmen, wenn man realisiert, dass es nicht zu ändern ist.

    Ich würde es wissen wollen, wenn meine Frau mit jemanden anderem etwas hat. Auch wenn es weh tut (Eifersucht, Gekränktsein, Zurückgesetztsein..). Aber daraus kann eine Zukunft werden, eine gemeinsame oder auch eine getrennte. Wenn es nicht ausgesprochen würde, würde die Vergangenheit nur weiter gehen.


    Würdest du, Alias, es von deinem Mann wissen wollen, wenn er eine Zweitbeziehung hat? Vielleicht hat er auch eine Affäre und kann es genauso gut verstecken wie du?

    @Alias

    Ich kann an und für sich gut nachvollziehen, was in dir vorgeht. Nicht, dass ich selbst solche Erfahrungen gemacht hätte, aber verstehen kann ich es immerhin.


    Mutterschaft kann und ist auch oft der Tod der Leidenschaft. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Der 1. und wichtigste ist aber in sich selbst zu suchen. Ich sehe und höre das immer wieder, dass frau schimpft und klagt, was sie nicht alles rund um Kind und Kegel zu tun hat, und wie gut es doch der Herr Gemahl hat, der sich da nicht so den Kopf drum herum macht.


    Da frage ich mich dann tatsächlich, ob man die Kinder als eigenes Lebensprojekt sieht, oder als gemeinsames beider Partner. Ich habe mich in meiner Ehe nicht als Frau verloren, weil ich nicht den Anspruch an mich selbst hatte, alles alleine (und somit "besser") managen zu müssen. Wir haben zusammen Kinder bekommen, zogen sie zusammen groß, hielten abwechselnd an ihren Betten Wache, wenn es nötig war. Mein Mann hat rund um die Kinder alles souverän, wenn auch anders als ich, hinbekommen. Ich bin genauso berufstätig und würde es nicht einsehen, mich doppelt und dreifach abzumühen. Das geht viel leichter und entspannter, wenn man sich das teilt und dem Mann das auch zutraut. Nicht jede Tasse muss auch direkt gespült werden und manch Liegengebliebenes hat auch noch Zeit bis morgen. Pingeligkeit ist unnötig.


    Natürlich gibt es Phasen in der Ehe, die mal ruhiger ablaufen. Es gibt durchaus auch handfeste Krisen! Bisher dauerten solche Lebensabschnitte bei uns nicht allzu lange, da wir beide eher ungeduldig und mit unseren Gefühlen gleich hochhinaus, und manchmal auch über's Ziel hinaus, schießen. Da lässt der große Knall nicht lange auf sich warten. |-o


    In über 20 Jahren gab es durchaus auch Versuchungen, sowohl für mich, als auch für ihn. Wir haben öfter darüber diskutiert, was wir machen oder wollen würden, wenn so ein "Ausrutscher" passieren würde. Auch über die Risiken und Gefahren des Ganzen. Will heißen: Man unterschätzt leicht, dass man sich über guten Sex plötzlich doch verlieben kann, auch wenn es erst mal klar trennbar erscheint. Sex macht etwas mit einem, das man nicht gleich voll überblicken kann.


    Ich würde eine einmalige Geschichte nicht direkt meinem Mann beichten, ihn aber auch nicht belügen, falls er fragen sollte, ob ich je fremdgegangen bin. Da würde ich mit der Wahrheit rausrücken. Bei einer handfesten Affäre, wie es bei dir ist, sehe ich riesiges Potential für den Supergau. Wenn in eurer Beziehung das Thema "Treue" einen sehr hohen Stellenwert hat, kann sowas ganz böse enden. Klar gibt es auch Beispiele, in denen es gelungen ist, die Beziehung wieder neu zu gestalten, oder gar zu beleben. Das kommt ganz darauf an, wie die Partner ticken. Für einen durchaus großen Teil kommt ein fortführen der bisherigen Beziehung dann einfach nicht in Frage. Manche Menschen sehen sich außer Stande einen Seitensprung zu vergeben. Es ist nunmal verletzend diese Dinge zu erfahren.


    Ich sehe mich nicht in der Lage dir etwas zu empfehlen. Ich kenne weder dich, noch deinen Mann und kann schwer beurteilen, was passieren würde, wenn diese Geschichte auf die ein oder andere Weise auffliegt. Jedes Paar hat so seinen eigenen Weg der Kommunikation. Wie man mit Worten umgeht, wie aufmerksam man dem Anderen gegenüber ist, wer gesprächsführend ist usw. Das ist vom Schreibtisch aus nicht lösbar.


    Auch wenn ich nie fremdgegangen bin, werde ich mich davor hüten hier den Moralapostel zu spielen, oder dir gar noch mehr Schuldgefühle aufhalsen wollen, als du ohnehin schon hast. Wie war doch gleich der Spruch? "Ist das Hirn zu kurz gekommen, wird sehr gern Moral genommen. - Wiglaf Droste, Gedichtband "Nutzt gar nichts, es ist Liebe"


    Du solltest mit deinem Mann das Gespräch suchen, herausfinden was in ihm so vorgeht, ihm mitteilen was in dir abgeht und mit ihm zusammen versuchen, eure Beziehung (neu) zu gestalten. Das geht nur, wenn beide wollen. Ob du ihm dann die Affäre beichtest oder nicht, da würde ich mich langsam herantasten und prüfen, was für oder gegen spricht. Das geht ganz gut, wenn man über alles mögliche spricht und der Denkrichtung des Partners ein Weilchen folgt. Ach, und solltest du denken, dass man nach mehreren Jahren den Partner eh in und auswendig kennt, dann lass dich überraschen! Manchmal ist es kaum zu glauben, wie sehr sich Denkweisen mit den Jahren weiter entwickeln oder auch gerne mal dir Richtung wechseln! ;-)


    P.S.: Eins kann ich dir aber versichern: Die Kinder werden schneller groß als du es dir im Moment vorstellen kannst. Freiheiten kommen ständig neue hinzu, bis sie dich kaum mehr brauchen und ihr eigenes Leben leben. :)*

    Es ist immer ne moralische Frage. Wie kann man ernsthaft von Liebe zum Ehemann sprechen und ihm gleichzeitig sowas antun? %:| Wenn man Jemanden austiefstem Herzen liebt, dann sollte man ehrlich sein und ihm die Entscheidung überlassen, ob er die Ehe so weiterführen kann und will.