Wg "natürlich": Das hat danae weniger umständlich ausgedrückt als ich:

    Zitat

    Na ja, es gibt ja einen Weg zwischen: alles geschehen lassen und alles machen. Also wieso sind Aspirin noch in Ordnung und ein Eingriff nicht?

    Du lehnst ja nun nicht alles ab was unnatürlich ist. Manches Unnatürliche ist ok für dich, anderes nicht. Also ist die Tatsache dass etwas unnatürlich ist, kein Unterscheidungskriterium

    Und wie passt jetzt deine fatalistische Denke mit deinem Streben nach Unabhängigkeit zusammen?

    Zitat

    Könnte aber auch verschiebbar sein, um das genau zu wissen, muss die konkrete Situation da sein.

    Deine Grenze ist meinem Eindruck nach eben nicht auch nur ein Yota verschiebbar. Denn das würde meinem Verständnis nach voraussetzen, dass man sich die Situation aus der Nähe genauer betrachtet und ihr zumindest in Ansätzen aussetzt. Und das ist etwas, was du für dich ablehnst, was du laut eigener Aussage nicht brauchst, um dir bei deiner a priori getroffenen Entscheidung sicher sein zu können.


    Wenn ich deine zwei "Kräfte" für mich beleuchte, dann sieht das wie folgt aus:


    1. Diese Grundhaltung ist mir zu extrem, zu eindimensional, zu wenig rational. Zudem sehe ich hier das Problem, dass das Paradigma die Person bestimmt und nicht eine unabhängige Person je nach Situation entscheidet. Trotzdem kann ich es verstandesmäßig nachvollziehen, dass jemand anderes eine andere Grundhaltung zu dem Thema hat.


    2. Wie ich nun merke ist jedoch für mich viel problematischer deine zweite Kraft nachzuvollziehen. Ich verstehe, dass dich deine Kindheit dahingehend geprägt hat und das Weiterleben voraussetzt, dass du diese alten Gefühle überwindest. Darüber hinaus kann ich aber weder verstandes- noch gefühlsmäßig die Problematik erfassen. Ich habe hier ein Problem, weil


    1. Ich suche nur vergeblich nach der Stringenz deiner Denkweise und deiner Gefühlswelt. Außerhalb der unbedingten Ablehnung der Abhängigkeit von der Schulmedizin kann ich diese einfach nicht erkennen; für mich erscheinst du sehr ambivalent, zumindest in deinen Aussagen. Und dabei empfinde ich diese Ambivalenz bei dir nicht als eine, die nicht aufgelöst werden müsste, ja sogar nicht aufgelöst gehört. Wenn ich das mal so sagen darf: du wirkst für mich wie eine Gleichung, die, wenn ich ihre Variablen in der Gesamtheit ansehe, eigentlich aufgehen muss, es aber nicht tut, weil eine Variable fehlerhaft ist.


    2. Mein persönlicher Hintergrund reagiert viel stärker auf deinen persönlichen Hintergrund als auf deine Grundhaltung in 1, auch wenn diese für mich gelinde gesagt sehr esoterisch angehaucht und Unsinn ist.

    @ CoteSauvage

    Nun also zürück zum Thema natürlich / nicht natürlich und machen lassen / nicht machen lassen.


    Da befinde ich mich wohl auf einem Mittelweg, weil es kaum möglich ist, das eine oder andere Extrem zu leben. Als Vergleichsbeispiel nehme ich mal die Ernährung. Ich finde die Nutztierhaltung und ihre Begleiterscheinungen (nicht tiergerechte Unterbringung, Transporte etc) nicht gut. Eigentlich müsste ich von daher konsequent auf das Fleisch-essen verzichten. Aber ich mag einerseits einige Gerichte mit Fleisch sehr gern und ich mag auch überhaupt nicht kompliziert tun bei Einladungen oder Geschäftsessen. Also esse ich Fleisch. Nicht so viel und oft wie der Durchschnitt, aber eben auch nicht gar keins. Das ist ein Mittelweg, hinter dem ich stehen kann.


    Auf Behandlungen bezogen halte ich es ähnlich. Bei starker Migräne oder um den Blutdruck zu senken, finde ich Tabletten für mich akzeptabel. Aber Eisen oder Vitamin D und dieses und jenes zu schlucken, bloss weil meine Werte offenbar nicht so sind, wie sie sollen – da sperre ich mich schon wieder. Vielleicht lautet das Motto: soviel wie nötig, aber so wenig wie möglich? Irgendwo zieh ich da jeweils die Grenze. Ich sehe das als Kompromiss, nicht zwingend als Widerspruch.


    Was das Thema Schicksal angeht, bin ich noch nicht weiter. Ich suche nach Beispielen, wo ich mich "dem Schicksal" nicht gefügt habe. Ich habe das starke Gefühl, dass es sie gibt, aber ich komm gerade nicht drauf.

    Gerade in sehr defizitären Familien wird aber ja oft darauf geachtet auch nach dem Auszug die Bindung und die ungesunden Strukturen zu halten. Da wird sich ins Leben eingemischt, Schuldgefühl verbreitet und offen gedroht oder sogar Gewalt angewendet. Sich da zu lösen ist sehr schwer und erfordert zumeist Einsatz.

    Ich kann deine Mittelwege gut nachvollziehen, Himmelgrün.


    Aber zu den Nährstoffen, die es auch in Tabletten- oder Tropfenform gibt, habe ich eine andere Einstellung. :-)

    Zitat

    Aber Eisen oder Vitamin D und dieses und jenes zu schlucken, bloss weil meine Werte offenbar nicht so sind, wie sie sollen

    Ich habe einen großen Bekanntenkreis und mich lange Zeit mit Medizin auseinandergesetzt, natürlich als Laie, aber ich habe es doch getan, für mich selbst und auch wegen einiger Bekannter, die hier Hilfe gebraucht haben, wegen Alter, schwerer Krankheit ect.


    Einige der Betroffenen haben Nährstoffmängel gehabt und das kann eine Krankheit, auch eine normalerweise kleine, doch massiv verlängern oder gar lebensgefährlich machen. Vitamin D Mangel ist nicht zu unterschätzen. Ein Bekannter von mir konnte deshalb nach einer Erkältung wochenlang kaum mehr fünfzig Meter laufen, ohne das er sich massiv schlapp gefühlt hat, nicht mehr in der Lage war weiterzugehen. Eine ältere Frau hat wegen Nährstoffmängel viele diffuse Beschwerden gehabt, wo der Arzt nichts gefunden hat, bis dann einmal jemand alle wesentlichen Nährstoffe auf ihre Kosten getestet hat. Einige, wie das B12, Folsäure, Vit. D, Zink, Selen ect. waren am absolut unteren Limit. Nach dem auffüllen verschwanden viele Symptome und es geht ihr gut.


    Es ist natürlich jedem selbst überlassen wo er seine Grenzen zieht. Ich wollte hier aber einmal eine Lanze brechen, für die Nährstoffe, die man auch schlucken kann. Ist nichts anderes als andere Mittel auch, wenn der Körper zu wenig hat und der Motor deshalb stottert. ;-) Man kann auch mit der besten Ernährung nicht immer alles richtig machen, wenn über längere Zeit etwas nicht richtig aufgenommen wird, vielleicht wegen zuviel Stress, vielleicht wegen einer bisher unentdeckten Grunderkrankung oder Medikamenten, die man einnehmen muss oder wie bei einer anderen Bekannten, weil sie B12 gar nicht verstoffwechseln kann über den Magen/Darm.

    @ Caramala

    Deinen Beitrag kann ich nur unterschreiben.


    Habe aufgrund meiner Borreliose nur noch wenig essen können und innerhalb von Tagen 15 Kilo abgenommen. An manchen Tagen war ich froh, wenn ich Wasser oder Tee trinken konnte und es drinnen blieb.


    Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen Vitamine (C,B und D) zuzuführen.


    Das hat wirklich einen großen Unterschied ausgemacht.


    Viele Symptome sind erträglicher geworden. :)z

    Zitat

    Ist nichts anderes als andere Mittel auch, wenn der Körper zu wenig hat und der Motor deshalb stottert.

    Das stimmt so einfach nicht. Viele Nährstoffe wirken nur in Kombination miteinander richtig. Tabletten haben nicht selten diverse Nebenwirkungen- insbesondere wegen enthaltener Spurenstoffe und Beistoffe und auf Grund schwieriger Dosierung- die mittels Tabletten auch schnell zu hoch sein kann. Vitamin D-Mangel hat man in der Regel nur, wenn man sich zu selten im Freien aufhält (erst recht im Winter). Abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Eiweiß ((See-)Fisch, Käse, Ei, Linsen. Erbsen, Bohnen, Hafer- geht also auch ohne Fleisch), und Fett (vor allem pflanzlich, z.B. Leinöl, Distelöl, Rapsöl, ...) und vielen verschiedenen Gemüsesorten (insbesondere auch roh- Kohlrabi, Radischen, Paprika, Tomaten, Mohrrüben, Weißkohl/Rotkohl, Gurke, ...) und Obst sorgen im Normalfall automatisch für eine Nahrungszusammensetzung, die keinen Mangel irgendwelcher Stoffe aufweist.


    Nahrungsergänzungstabletten würde ich nur im absoluten Notfall empfehlen (auch wenn der menschliche Stoffwechsel individuell unterschiedlich mitunter ziemlichen Nährstoffkram ohne größere negative Folgen verträgt, manche negative Folgen sind aber auch erst langfristig spürbar und wirksam).

    Zitat

    Was ist eine defizitäre Familie?

    Eine in der defizitäre Strukturen gelebt werden, zum Beispiel in dem Kinder die Elternrolle ausfüllen oder wenn Gewalt ausgeübt wird. Das ist ja nicht einer der kaputt ist, das ist ein kaputtes Konstrukt das sich aber irgendwie doch hält. Meist in dem die einzelnen Mitglieder in ihren eigenen Dynamiken es halten, wie ein Co-Abhängiger einen süchtigen hält.

    @ sensiblemen

    Ich hatte es so verstanden, dass die natürliche Zufuhr nicht immer gegeben ist. Ich konnte fast 3 Monate nicht richtig essen. Da fehlt es an Mineralien und Vitaminen zwangsläufig.


    Wir reden hier nicht über den Allgemeinzustand eines gesunden Menschens.

    Sensibibelman, ich habe mich sicher nicht richtig ausgedrückt. :-)


    Wenn ich von Nährstoffmängeln spreche und wie man sie diagnostizieren kann, dann meine ich eine Vollblutuntersuchung, die von einem entsprechenden Arzt durchgeführt werden kann und die genau aufzeigt, wie die Nährwerte in der Zelle und im Vollblut aussehen.


    Und wenn ich von Tabletten spreche, dann meine ich welche ohne Hilfsstoffe und die genauestens auf den im Blut festgestellten Mangel angepasst sind. Es gibt Apotheken, die diese selbst herstellen, die günstiger sind, als das, was man frei kaufen kann.


    Und bei entsprechenden Grunderkrankungen, ich habe das selbst erlebt, nützt selbst die fantastischste Ernährung, wie du sie richtigerweise genannt hast, nicht viel. Heute hier hat z.B. die Borreliose genannt.


    Ich würde das nicht schreiben, wenn ich nicht entsprechende Fälle kennen würde und diese sind nicht so selten. Und ich habe hier vieles gelesen und vor allem im realen Leben Menschen kennengelernt, wo es lebensrettend gewesen ist, wie z.B. die Degeneration von Nerven, eine beginnende Polyneuropathie wegen B1 Mangel. Alle Familienmitglieder gesund, alle das gleiche gegessen, aber der Sohn schwerste Schmerzen in den unteren Extremitäten über mehrere Wochen. Selbst im Krankenhaus hat keiner herausgefunden was fehlt, bis der junge Mann durch Zufall ein entsprechendes Präparat selbst sich verordnet hat.


    Bei einem gesunden Menschen, der relativ stressfrei lebt und der auch sonst keine Defizite vorzuweisen hat, stimmt es, dass eine gesunde Ernährung und entsprechende Freizeitaktivität alles abdecken kann, aber das ist nicht bei jedem der Fall. Ein Bekannter von mir ist Arzt und er macht Vollblutuntersuchungen. Er selbst hat sich wegen einer eigenen Erkrankung damit auseinandergesetzt und er führt diese Untersuchungen öfters durch. Zink und Selenmängel sind z.B. extrem häufig der Fall, bei Zink alleine schon deshalb, weil der Körper es unter Stress vermehrt ausscheiden kann.


    Ich sehe dies aus den oben genannten Gründen anders, sehe aber überdosierte Kombipräparate auch als kritisch an.

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    Und bei entsprechenden Grunderkrankungen, ich habe das selbst erlebt, nützt selbst die fantastischste Ernährung, wie du sie richtigerweise genannt hast, nicht viel.

    Ja, deswegen hatte ich auch die Einnahme dieser Tabletten nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Meine Erfahrung sagt mir, dass es aber hinreichend viele Menschen gibt, die vorzeitig oder wenig sinnvoll auf diese Tabletten zugreifen.