Liebeskummer

    Das hier soll ein Faden sein, um mich einfach mal auszukotzen und Alles aufzuschreiben, was mir dazu durch den Kopf geht.


    Die Liebe, die ich empfinde, ist vielleicht nicht mal eine romantische Liebe. Ich weiß es nicht. Es wäre möglich. Aber es ist mir auch nicht wichtig.


    Die Liebe, die ich empfinde, ist wie die Liebe, die ich für meine beste Freundin empfand. Sie war so rein und wunderschön und unverdorben. Es war Liebe auf den 1. Blick und einfach das Gefühl: "Die ist es!" Ich habe sie gesehen und wusste, dass sie ein Teil von mir ist. Das klingt jetzt vielleicht furchtbar kitschig, aber so war es. Ich bin schrecklich dankbar dafür, dass sie 8 Jahre lang Teil meines Lebens war, ein Teil von mir, und mittlerweile erinnere ich mich auch wieder gerne daran. Es fällt mir trotzdem noch immer schwer, ihren Namen zu sagen, oder daran zu denken, wie unsere Freundschaft endete. D.h. von meiner Seite aus endete sie nie, aber wir haben uns am Ende einfach so sehr in unterschiedliche Richtungen entwickelt... Ich hatte eine harte Zeit, in der ich gelogen habe und einfach außer Kontrolle war. Ich habe sie damit sehr verletzt und sie hat mich umgekehrt damit verletzt, dass sie nicht für mich da war und diese Phase nicht mit mir durchgestanden hat, an meiner Seite. Ich hätte Alles für sie getan, nur in dieser Phase war ich so krank und kaputt durch mein Elternhaus, dass ich einfach nicht konnte. So haben wir uns gegenseitig sehr verletzt und am Ende hat sie mich verlassen.


    Und jetzt, 8 Jahre nach dem Ende dieser Liebe auf den 1. Blick, ist sie mir wieder begegnet. Es traf mich ebenso wie der Schlag. Er ist einfach wunderbar. Ich habe ihn gesehen und wusste einfach, dass wir uns ähnlich sind. Er sagt Dinge, die ich denke, er redet, wie ich reden würde, er bewegt sich, wie ich mich bewege. Wir teilen die selben Wünsche und Probleme; es haben sich Parallelen gezeigt, die einfach unheimlich sind. Er hat in seiner Beziehung einen sehr ähnlichen Part wie mein Freund in meiner, umgekehrt habe ich in meiner Beziehung einen sehr ähnlichen Part wie seine Freundin in seiner. Wir sind sehr ähnlich aufgewachsen. Haben einen ähnlichen Geschmack was Musik und Kleidung angeht. Ich verstehe genau, was er tut, und warum er es tut. Meine Intuition hat mich da bisher noch nicht im Stich gelassen; ich wusste das Alles, bevor wir uns überhaupt das erste Mal unterhalten haben. Und umso öfter ich mich mit ihm unterhalte, umso mehr solcher Parallelen tun sich auf. Nur leider haben wir auch die selben Macken.


    Diese Gefühle für ihn zu haben, hat mich einerseits sehr gefreut. Ich meine, wie oft erlebt man sowas schon? Ich würde jetzt tippen... alle 16 Jahre ;-D ? Aber es hat mich auch extrem überfordert. Ich kämpfe mich gerade aus einer sozialen Phobie und habe da auch durchaus beachtliche Fortschritte gemacht. Aber die Begegnung mit ihm hat mich ziemlich weit zurück geworfen. Denn vor wem möchte man sich den bitte auf keinen Fall blamieren, wenn nicht vor seinem "Seelenverwandten"? Und wie das bei Sozialphobikern so ist, erfüllen sich diese Prophezeiungen dann von selbst. Man will besonders cool und liebenswerst rüber kommen, das klappt dann nicht, wodurch man es noch mehr versucht, und dann verkrampft und dann wird Alles komisch.


    Wie ich schon andeutete, haben wir ähnliche Macken - ich sage jetzt aber bewusst nicht welche, weil ich ihm darüber ein Versprechen gegeben habe, was ich auch im anonymen Umfeld halten werde. Aber auf jeden Fall führt das dazu, dass meine Phobie und mein Perfektionismus und meine Angst davor, die Kontrolle zu verlieren, an ihm wie reflektiert werden. Alles, was gut ist, macht er noch besser, und Alles, was schlimm ist, macht er noch schlimmer. Und ich bin eigentlich ein Mensch, der gerne die Kontrolle hat, der beherrscht ist und Beziehungen zu anderen Menschen strategisch eingeht, sprich mit kühlem Kopf und langsam. Ich lasse mich normalerweise nie mehr auf Menschen ein, als sie auf mich, und achte da ganz penibel drauf, genug Abstand zu haben. Aber bei ihm hatte ich diese Chance nie. Es war "Bamm!" Ich habe ihn gesehen und wusste, dass ich ihn liebe. Ich liebe ihn, wie ich meine beste Freundin liebte, noch immer liebe. Da gibt es nichts dran zu rütteln und ich kann mich auf den Kopf stellen deswegen. Ich hasse es, so hilflos und meinen Gefühlen ausgeliefert zu sein, aber ich liebe es auch, mich ihm gegenüber so zu fühlen. Es fühlt sich an wie ein Rausch.


    Kurzes Intermezzo: Ich habe lange darüber nachgedacht, WAS ich da empfinde. Bevor mir also jemand romantische Gefühle andichtet, bitte ich darum, zu respektieren, dass ich mich eben intensiv mit meinen Gefühlen auseinandergesetzt habe und dieses Gefühl für ihn genau kenne. Es ist das, was ich für meine beste Freundin fühle. Es ist nicht das, was ich für meinen Partner fühle. Ich schließe eine romantische Komponente nicht aus, schließlich bin ich polyamor und er ist ein attraktiver Mann. Aber ich hege keinen konstanten Wunsch danach, mich auf dieser Ebene mit ihm zusammen zu tun. Ich will ihn lieber als festen (im Sinne von stabilen) Freund denn als festen (im Sinne von romantischen) Freund.


    So... eigentlich Alles tutti, nee? Das Problem ist nun, dass er meine Gefühle nicht erwidert. Die Parallelen und die Anziehung sind zwar da, da sind wir uns, glaube ich, beide einig, aber er will dem nicht nachgehen. Und das bricht mir im Moment wirklich das Herz. Er hat mir gesagt, dass er mit Frauen, mit denen theoretisch etwas laufen könnte, keine Freundschaften eingeht. Ach, wäre ich doch bloß ein Junge... Ich wünschte ja, ich könnte ihn umstimmen, aber er scheint sehr überzeugt davon zu sein, dass das mit ihm und mir nichts Platonisches sein könnte und verständlicherweise will er seine Freundin weder verlassen, noch betrügen. Das finde ich auch sehr integer und würde ich auch niemals wollen! Das passt auch gar nicht in mein Lebenskonzept. Ich bin nur so unendlich traurig darüber, dass er es nicht riskieren möchte, etwas Platonisches zu starten. Das könnte wirklich gut werden. Meine moralischen Grundsätze setze ich da auch eisern durch, aber er kann das vermutlich nicht so gut, und daher dann seine Entscheidung.


    Es fällt mir sehr schwer das zu respektieren, auch wenn ich es für ihn wirklich möchte. Ich möchte ihm keine Schwierigkeiten machen. Ich möchte ja, dass er glücklich ist. Aber es tut so weh. Und blöderweise macht er es mir auch nicht einfacher. Er versucht zwar, mir aus dem Weg zu gehen, aber manchmal ist die Anziehung einfach so stark, dass sie doch durchbricht. Dann kommt es vor, dass wir einen lustigen Abend mit großartigen Gesprächen verbringen und dann kann man regelrecht spüren, wie er kalt wird. Es ist schwer zu beschreiben. Meistens passiert das innerhalb eines Moments und dann taucht er für Wochen ab.


    Leider konnte ich ihm bisher nicht aus dem Weg gehen, das wäre wohl die beste Lösung - das hilft ja auch gegen normalen Liebeskummer. Aber wir teilen denselben Bekanntenkreis und ich habe es mir so hart erarbeitet, meine soziale Phobie zu besiegen und in diesem Kreis zu bestehen. Aber in letzter Zeit bestehe ich auch nur noch dort, genieße es nicht mehr, weil ich es manchmal schon schwierig finde, mit ihm den selben Raum zu teilen. Ich könnte vor Schmerz zergehen und das stört auch die Stimmung mit allen anderen.


    Ich trage mich ernsthaft mit dem Gedanken, meinen Bekanntenkreis zu wechseln. Witzigerweise trägt er sich derzeit mit demselben Gedanken. Ich habe ihm aber nicht gesagt, dass ich mich mit dem Gedanken trage, weil ich ihn nicht belasten wollte. Er hat einen Grund vorgeschoben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Grund vorgeschoben ist - ich kann sofort erkennen, wenn er mir etwas vormacht. Ich kann sehr tief in ihn hineinblicken, weil ich die Dinge, die er tut, so unglaublich gut nachvollziehen kann. Aber das ist ihm unheimlich, dass er so ein offenes Buch für mich ist, weswegen ich es nicht mehr kommuniziere. Aber ich behielt bisher immer recht, auch wenn ich es selbst kaum glauben kann. Meine Intuition ist klasse, aber so gut war sie noch nie, außer eben bei meiner früheren besten Freundin und ansatzweise bei ein paar anderen engen Menschen in einem Leben wie z.B. meinem Freund.


    All diese Gedanken kennt er nicht. Meist verlaufen unsere Annäherungen nach einer Phase der Kälte nicht sooo toll. Meist zieht er sich genau dann wieder zurück, wenn ich wieder entspannt genug wäre, mal Klartext zu reden. Ich glaube, er denkt wirklich, ich bin in ihn verliebt, und eine Gefahr für seine Beziehung. Ich habe schon oft versucht, ihm das Gegenteil zu beweisen, aber das Timing war immer schlecht. Meist war er dann gerade im Rückzug und ein "Kann ich mal mit dir sprechen?" war dann nicht möglich von seiner Seite aus. Aber ich kann sowas Gewaltiges auch nicht plötzlich und ohne Vorlaufzeit kommunizieren, wenn er nach wochenlangem Schweigen mal wieder Mut gefasst hat. Ich bin halt auch nur ein Mensch. Und ich wüsste nicht mal, ob es etwas ändern würde. Mein Geschlecht kann ich ja schließlich nicht ändern und Gefühle hin oder her - ich sollte es auch nicht ändern müssen, damit es funktioniert.


    Ich kann ihm nicht mal verübeln, dass er denkt, ich wäre in ihn verliebt. Alle denken das. Ich wünschte, die Leute könnten einfach in mein Herz sehen und mir glauben.


    Ich werde ihn so sehr vermissen, aber es fühlt sich einfach so an, als wenn weitere Gespräche sinnlos sind. Wir kennen uns jetzt ein paar Monate und ich kann das nicht noch ewige weitere Monate oder gar Jahre mitmachen, nur in der vagen Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.


    Ich finde es so traurig, dass ich im Moment nicht mal mehr mit einem guten Gefühl in einem Raum mit ihm sein kann. Es tut so weh. Manchmal möchte ich einfach nur weglaufen.


    Kennt jemand von euch so etwas? Glaubt mir jemand ;-D ? Bitte sagt mir nicht, ich bin nur verliebt; ich war oft verliebt und bin mir sicher, dass es mehr und/oder anders ist. Was soll ich jetzt nur tun?

  • 10 Antworten

    Danke fürs Zuhören! Es tat sehr gut, sich einfach mal ausweinen zu dürfen :°( . Ich bin gerade total überfordert und traurig. So jemand begegnet einem einfach selten, so ein "Seelenverwandter". Hmpf... Vielleicht komme ich nochmal wieder zum weiter heulen ;-D ! Hach... :°(

    Ach, noch was: Meine Psychologin (Soziale Phobie) gibt mir in letzter Zeit leider auch so blöde Ratschläge, wie, einfach mal abzuwarten. Aber das geht so für mich nicht. Es ist einfach so schwer. Und was sollte es bei ihm ändern, abzuwarten? Sind ein paar Monate nicht genug, um herauszufinden, was man möchte und was nicht? Oder braucht so etwas wirklich Jahre? Und selbst wenn ich mich jetzt zurückziehe, in der Hoffnung, dass er wieder ankommt - und ggf. er kommt wieder an. Dann freue ich mich vielleicht wieder so sehr, dass er sich zurückzieht. Das ist doch kein Leben. Ich mochte an ihm immer, dass ich so sehr ich selbst sein konnte. Warum also sollte ich anfangen, unauthentisch zu sein? Wenn ich mich zurückziehe, dann aus der Überzeugung heraus, dass ich Alles versucht habe und nichts mehr geht.

    Habe einen Satz vergessen. Edit-Funktion :-x ?

    Zitat

    Ach, noch was: Meine Psychologin (Soziale Phobie) gibt mir in letzter Zeit leider auch so blöde Ratschläge, wie, einfach mal abzuwarten. Aber das geht so für mich nicht. Es ist einfach so schwer. Und was sollte es bei ihm ändern, abzuwarten? Sind ein paar Monate nicht genug, um herauszufinden, was man möchte und was nicht? Oder braucht so etwas wirklich Jahre? Und selbst wenn ich mich jetzt zurückziehe, in der Hoffnung, dass er wieder ankommt - und ggf. er kommt wieder an. Dann freue ich mich vielleicht wieder so sehr, dass er sich zurückzieht. In dieser ständigen Angst muss ich dann leben und bin nur noch verkrampft und unauthentisch, wie auf rohen Eiern. Das ist doch kein Leben. Ich mochte an ihm immer, dass ich so sehr ich selbst sein konnte. Warum also sollte ich anfangen, unauthentisch zu sein? Wenn ich mich zurückziehe, dann aus der Überzeugung heraus, dass ich Alles versucht habe und nichts mehr geht.

    Wie passt denn das hier

    Zitat

    Denn vor wem möchte man sich den bitte auf keinen Fall blamieren, wenn nicht vor seinem "Seelenverwandten"?

    mit dem hier

    Zitat

    Ich mochte an ihm immer, dass ich so sehr ich selbst sein konnte

    zusammen? Gerade bei meinem Seelenverwandten, bei dem ich sein kann wie ich bin, habe ich doch keine Angst, mich zu blamieren? Und ich weiß, du willst es nicht hören, aber für mich klingt der ganze Text so dermaßen danach, dass du dich sofort in ihn verliebt hast :=o Vielleicht wirklich nicht das "verliebt", das du bisher kanntest, sondern eine richtige (romantische meine ich!) "Liebe"?


    Auf freundschaftlicher Ebene kann ich zumindest nicht wirklich viel von deinem Verhalten und deinen Schilderungen nachvollziehen (vielleicht können das ja aber andere hier). Ich habe auch einen Freund, den ich einfach sofort "kannte", in- und auswendig, ich habe quasi hinter seine Mauer geschaut, die er Menschen gegenüber aufgebaut hat. Er ist mir unglaublich wichtig, aber ich bin in seiner Gegenwart nicht nervös, habe keine Angst mich zu blamieren, benehme mich nicht "verliebt" - und genau das wird das Problem sein: Er denkt wirklich, du bist in ihn verliebt, weil du dich nämlich genauso verhälst ;-)

    Hallo Cinnamon,


    also für mich sieht das leider so gar nicht nach Freundschaft aus.


    Dafür sind zu viele Gefühle im Spiel. Verstehst du seinen Standpunkt seiner


    Freundin gegenüber bzw. verstehst du dich gut mit ihr?


    Was sagt dein Freund/ Mann dazu?

    @ :)

    Zitat

    Wie passt denn das hier

    Zitat

    Denn vor wem möchte man sich den bitte auf keinen Fall blamieren, wenn nicht vor seinem "Seelenverwandten"?

    mit dem hier

    Zitat

    Ich mochte an ihm immer, dass ich so sehr ich selbst sein konnte

    zusammen? Gerade bei meinem Seelenverwandten, bei dem ich sein kann wie ich bin, habe ich doch keine Angst, mich zu blamieren?

    Das kommt daher, dass ich Sozialphobikerin bin.

    Zitat

    Und ich weiß, du willst es nicht hören, aber für mich klingt der ganze Text so dermaßen danach, dass du dich sofort in ihn verliebt hast :=o Vielleicht wirklich nicht das "verliebt", das du bisher kanntest, sondern eine richtige (romantische meine ich!) "Liebe"?

    Ööööh... ich will nicht mit ihm schlafen, ich mag es nicht, wenn wir uns körperlich nah sind. Reicht das als Gegenargument?


    Und ich finde es auch ein bisschen unfair, wenn ihr mir hier sagt, was ich fühle.


    Das war ja eben die Prämisse, dass mir doch bitte einfach geglaubt wird.


    Ich finde das auch unfair meinem Partner gegenüber, den ich tatsächlich romantisch liebe.

    Zitat

    Auf freundschaftlicher Ebene kann ich zumindest nicht wirklich viel von deinem Verhalten und deinen Schilderungen nachvollziehen (vielleicht können das ja aber andere hier). Ich habe auch einen Freund, den ich einfach sofort "kannte", in- und auswendig, ich habe quasi hinter seine Mauer geschaut, die er Menschen gegenüber aufgebaut hat. Er ist mir unglaublich wichtig, aber ich bin in seiner Gegenwart nicht nervös, habe keine Angst mich zu blamieren, benehme mich nicht "verliebt" - und genau das wird das Problem sein: Er denkt wirklich, du bist in ihn verliebt, weil du dich nämlich genauso verhälst ;-)

    Ja, ich verhalte mich eben sozialphobisch. Und genau das bin ich ja auch. Eigentlich ziehe ich bei allen anderen eine Show ab, tue so, als wäre ich sonst wie cool. Bei ihm geht das aber nicht, weil er das sofort durchschaut, und normalerweise wäre das auch nicht schlimm. Es wäre sogar schön, mich fallen lassen zu können, und auch einfach mal ängstlich sein zu dürfen. Niemand sonst hält mich dort für ängstlich und er war der Einzige, der gemerkt hat, dass ich eigentlich total schüchtern bin. Ich habe mich beim "Zuhause" gefühlt.


    Ich bitte das an dieser Stelle nochmal miteinzubeziehen. Mir ist wirklich gar nicht geholfen, wenn man hier mal eben wegstreicht, dass ich Sozialphobikerin bin, und dort mal eben dazu dichtet, dass ich ihn vögeln will.

    Zitat

    Hallo Cinnamon,


    also für mich sieht das leider so gar nicht nach Freundschaft aus.


    Dafür sind zu viele Gefühle im Spiel.

    Warum denn das? Darf man seine Freunde nicht lieben? Ich habe auch meine beste Freundin geliebt. Das kommt dem zumindest viel näher.

    Zitat

    Verstehst du seinen Standpunkt seiner


    Freundin gegenüber bzw. verstehst du dich gut mit ihr?

    Ich kenne sie leider nur vom Sehen. Seinen Standpunkt kann ich insofern nachvollziehen, dass er es eben nicht darauf ankommen lassen will, da er (mich oder sich) für zu schwach hält, keinen Mist zu bauen. Es tut mir nur sehr weh und ich würde auch keinen Mist bauen. Vielleicht tut es gerade deshalb so weh.

    Zitat

    Was sagt dein Freund/ Mann dazu?

    @ :)

    Was spielt das für eine Rolle? Ich kann ja nicht sagen: "Upps, der findest das nicht so toll, also fühle ich jetzt anders." Genauso wenig: "Upps, der fände es viel besser, wenn ich für y statt x so fühlen würde, also mache ich das jetzt."


    Bitte nochmal:


    Ich habe doch darum gebeten, mich und meine Gefühle ernst zu nehmen. Das hilft mir überhaupt nicht, wenn jetzt noch 10 Leute mir erzählen, was ich ja "tatsächlich" fühle. Das weiß nur ich, ihr könnt nicht in mich rein schauen. Also glaubt mir bitte oder lasst es, aber versucht mich nicht von eurer Sicht zu überzeugen.


    Ich möchte eher herausfinden, was ich mit dem, was ich fühle, mache. Wie ich damit umgehen kann und so weiter.

    Zitat

    Das Problem ist nun, dass er meine Gefühle nicht erwidert. Die Parallelen und die Anziehung sind zwar da, da sind wir uns, glaube ich, beide einig, aber er will dem nicht nachgehen.

    weißt du, ich bin ja fest davon überzeugt (und das gilt jetzt für meine gefühle!!!), dass wenn der andere nicht auch dieses nahe, innige, "seelen verwandte" gefühl hat, dann überinterpretiere ich etwas. dann gibt es in mir eine sehnsucht, die ich auf diesen menschen konzentriere... schwer zu erklären, aber vielleicht verstehst du, was ich meine?


    ich frage jetzt mal ganz böse (ich glaube, ich darf das :)_ ): kann es sein, dass du auf so ein gefühlserlebnis "gelauert" hast, weil du angst vor deinen eigenen fortschritten hast? weil du einen grund brauchst, um einen rückschritt zu rechtfertigen?

    Zitat

    Mir ist wirklich gar nicht geholfen, wenn man hier mal eben wegstreicht, dass ich Sozialphobikerin bin, und dort mal eben dazu dichtet, dass ich ihn vögeln will.

    Also erstens habe ich weder das eine noch das andere gesagt - bitte dichte mir doch nicht einfach etwas dazu ;-) Und zweitens habe ich denke ich deutlich genug gemacht, dass das meine Sicht der Dinge ist. Wenn du keine Meinungen hören willst, weil

    Zitat

    Und ich finde es auch ein bisschen unfair, wenn ihr mir hier sagt, was ich fühle.


    Das war ja eben die Prämisse, dass mir doch bitte einfach geglaubt wird.

    es ja im Grunde eh feststeht, was Sache ist, bist du glaube ich in einem Forum schlecht aufgehoben ;-)

    Ich denke ich habe verstanden, dass du auf eine ganz ungewöhnliche Art fühlst, was dann dadurch noch ungewöhnlicher wird dass du Sozialphobikerin bist.


    Aber du musst einfach lernen, zu akzeptieren, dass die allermeisten anderen Menschen nicht auf diese Weise fühlen und das überhaupt nicht nachvollziehen können, und dass deine Art zu fühlen für andere vielleicht sogar eine Art Bedrohnung darstellen kann. Und egal ob er dir das Platonische abnimmt oder nicht, ER tickt da so wie die meisten Menschen, sieht dich für sich und seine aktuelle Beziehung als Gefahr, und der weicht er eben aus - was ich absolut vernünftig und fair gegenüber seiner Freundin finde. Zumal du ja generell sehr heftige Gefühle für andere Menschen hast und er da keinerlei Anspruch auf Exklusivität geltend machen könnte - was die meisten Menschen in ihren Beziehungen aber gerne so möchten.


    M.E. bleibt dir also nichts anderes übrig, als Abstand von ihm zu gewinnen und parallel dazu zu beginnen, dir eine Strategie dafür zuzulegen, dass die meisten Menschen im Punkt "Liebe" völlig anders ticken als du. Nur mal so ein spontaner Gedanke von mir: Vielleicht kannst du ja lernen, solche Gefühle zu empfinden ohne solche Gefühle auch vom Gegenüber zu empfangen?

    Boah, ich bin so traurig... Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so traurig war :°( . Es ist wirklich kaum zu ertragen. So, als wäre jemand gestorben.


    Auch wenn das nicht jeder verstehen wird, brennt das ganz anders als herkömmlicher Liebeskummer. Freundschaften bedeuten mir einfach mehr als Partnerschaften. Mein Partner musste mich ein halbes Jahr lang bearbeiten, bis ich unserer Beziehung eine Chance gab, weil ich nicht wollte, dass sich unsere Freundschaft verändert oder verloren geht. Sie hat sich zwar doch verändert, aber sie ist noch immer da und das Fundament unserer Beziehung, neben oder sogar über unserer Liebe zueinander.


    Freundschaftsschmerz brennt anders als Beziehungsschmerz, denn Beziehungen ersetzen Freundschaften für mich nicht; sie kommen nur dazu.


    Ich dachte nicht, dass ich soetwas nochmal fühlen würde in meinem Leben. Dass es so wehtut. Eigentlich bin ich geübt darin, Schmerzen auszuhalten. Ich habe keine besonders zugewandte Familie und hatte auch schon oft Liebeskummer, sogar Freundschaftskummer. Aber so schrecklicher Kummer ist ziemlich neu.


    Ich habe auch nochmal und nochmal in mich reingehört, weil hier ja jemand meinte, vielleicht hast du vorher einfach noch nie geliebt. Der Gedanke hat mir zunächst Angst gemacht, aber ich kann jetzt ehrlich sagen: "Doch, ich habe vorher schon geliebt. Romantisch, freundschaftlich und familiär." Freunde bedeuten für mich Alles. Vielleicht auch, weil ich eben keine so nette Familie habe und keine Geschwister. Aber warum auch immer es so ist, sowas rational zu erklären ist ja eh kaum möglich - es ist nun mal so.


    Für ihn scheint das Alles einen anderen Stellenwert zu haben und ich kann ihn so gut verstehen, das ist fast schon von Ironie getragen. Er ist sehr integer und bedacht in seinen Handlungen; enge Freundschaften zu Frauen pflegt er nicht gern oder ist, wenn dann, sehr überlegt, wenn er sie eingeht. Ich bin eher ein Wirbelwind und voller Emotion und Energie. Nicht, dass er das nicht wäre, aber er ist einfach ruhiger und lässt sich mehr Zeit. Vielleicht ist es auch einfach eine Frage der Zeit und er braucht Zeit, um zu sehen, dass das, was ich von ihm will, ihm und seiner Beziehung nichts wegnehmen muss, nicht schädlich ist. Er hat es, glaube ich, nicht gern, wenn man in sein Leben platzt. Das ist verständlich, nur tut es so weh, weil es mir so anders geht, und es ist so schwer auszuhalten.


    Ich fühle mich zurückerinnert an meine Schulzeit; meine beste Freundin war manchmal die ganzen Sommerferien über weg und ich habe jeden Tag gefragt, wann sie zurückkommt, und konnte die Ferien nur halb so sehr genießen wie sonst.


    Ein schönes, intensives Gefühl, aber auch sehr schmerzvoll.


    Hätte es nicht anders kommen können? Langsamer für mich oder schneller für ihn? Es ist zum verrückt werden...


    Danke an alle, die geantwortet haben, aber ich fühle mich im Moment einfach zu müde, um zu antworten. Danke an alle, die mich verstehen, und auch an die, die mich nicht verstehen, sie meinen es ja nur gut. Nur hilft es mir halt nicht, wenn meine Gefühle angezweifelt werden - das war mir nochmal wichtig zu erwähnen. Was nützt es auch, wenn meine Gefühle angezweifelt werden? Das ändert ja nichts an meinen Gefühlen und verändert auch die Situation nicht. Oder was würde es besser machen, würde ich ihn romantisch lieben, hätte ich meine beste Freundin romantisch geliebt und sonst noch niemanden? Abgesehen davon, dass das so nicht stimmt, würde es auch nichts verändern.