Lieblose Beziehung - und das Kind?

    Ich bin seit 10 Jahren mit meinem Mann verheiratet (zusammen seit 20 Jahren) und wir haben einen 6jährigen Sohn, der gerade eingeschult wurde. Seit 4 Jahren ist unsere Beziehung von einer Ehe zu einer WG geworden. Das war ein schleichender Prozess, der von meiner Seite aus anfing, als unser Sohn 1,5/2 Jahre alt war. Ich habe mich mehr auf das Kind konzentriert und mein Mann wurde eifersüchtig. Wobei er selbst das natürlich nicht so sieht. Als wir noch zu zweit waren, hatte er Hobbys, wir haben beide Vollzeit gearbeitet und daher war alles "normal". Mit Kind habe ich dann nur noch halbtags gearbeitet und hatte plötzlich ständig Termine bzw. ich unternehme viel mit unserem Sohn. Dann hatte mein Mann aber seine Hobbys aufgegeben - aus persönlichen Gründen - und ich hatte plötzlich kaum Zeit, weil ich mit Sohnemann unterwegs war. Da fing er an nörgelig zu werden. Wir haben auch gemeinsam Dinge unternommen. Die ersten 2 Jahre mit Kind war es okay. Danach nicht mehr. Ich merkte, dass ich mich von ihm entfernte. Irgendwann wollte ich keinen Sex mehr und auch sonst fühlte ich mich von meinem Mann nicht mehr angezogen. Wir haben nun seit 4 Jahren eine WG-Beziehung. Das wäre insoweit nicht schlimm, aber wir sind auch nicht mehr besonders nett zueinander. Ich bin eigentlich froh, wenn er nicht zu Hause ist. Wir reden (normal) miteinander, aber wir lachen nicht mehr miteinander bzw. nur noch ganz selten. In der Erziehung sind wir leider auch unterschiedlicher Meinung.


    Nun zu meinem Anliegen. Unser Sohn wurde gerade eingeschult. Er ist ein aufgewecktes Kind, das am liebsten mit Freunden draußen spielt. Er guckt gerne TV, was er aber nur begrenzt darf (30 Min. am Tag - aber nicht täglich), er macht viel Sport. Er ist auf mich mehr fixiert als auf meinen Mann. Wenn mein Mann mit ihm schimpft, schaltet er sofort auf Durchzug und meckert zurück. Bei mir hört er eher zu. In der Schule gibt es jetzt Probleme. Er stört wohl Mitschüler im Unterricht. Er hat auch schon andere Kinder gehauen. Er war seit seinem 2ten Lebensjahr im Kindergarten und dort gab es keine Probleme. Er ist im Unterricht sehr unruhig und dazu kommt, dass er zwar insgesamt sehr pfiffig ist, aber Schreiben fällt ihm schwer und an Lesen ist momentan noch nicht zu denken. Er versteht manche Aufgabenstellungen nicht und fragt dann aber auch nicht nach. Ich sitze also täglich mit ihm zusammen und erkläre ihm das in der Schule gelernte noch einmal. Er macht die Hausaufgaben in der Hausaufgabenbetreuung, aber ich kontrolliere die nachmittags und ggf. muss er sie neu machen bzw. meist hat er sie nicht fertig und macht sie zu Hause.


    Jetzt frage ich mich, ob seine Probleme durch unsere lieblose Beziehung kommen. Wir gehen vor ihm relativ neutral miteinander um, aber trotzdem nicht liebevoll. Insgesamt hat sich inzwischen bei uns zu Hause ein rauer Ton eingeschlichen. Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich auch so zu unserem Sohn spreche. Meine Nerven sind mittlerweile auch nicht mehr die stärksten und da wird schnell mal laut geschimpft von meiner Seite. Mein Mann ist da auch nicht besser, ihm fehlt Einfühlungsvermögen und Selbstkritik. Er sucht grundsätzlich nur Fehler bei anderen... So auch bei unserem Sohn.


    Ich weiß jetzt auch nicht, wie ihr mir helfen sollt... aber vielleicht hat jemand etwas ähnliches erlebt und kann mir seine Sichtweise darlegen... Übersehe ich was?


    Sonst geht nur Trennung... aber fangen dann nicht wieder neue Probleme für unseren Sohn an, die noch schlimmer zu verarbeiten sind?


    Danke schon mal für eure Antworten!!

  • 51 Antworten
    Zitat

    Sonst geht nur Trennung...

    Ja, oder Ihr versucht mal, an der Beziehung zu arbeiten ;-) ?


    So, wie Du es beschreibst, klingt es für mich so, als ob die Entfremdung ursprünglich eher von Dir ausging, weil Dein Mann seine Hobbys aufgeben musste und Du Dich mehr um den Sohn gekümmert hast, richtig? Dann wolltest Du auch keinen Sex mehr.


    Warum hast Du Dich denn emotional von Deinem Mann entfremdet, als er seine Hobbys aufgab? Wurde er dadurch anders?


    Kann er sich nicht andere Hobbys als Ausgleich suchen?


    Und findest Du es richtig, wenn die Mutter sich so sehr auf das Kind fixiert, dass der Mann bzw die Paarbeziehung dabei völlig zu kurz kommt?


    Klingt für mich jedenfalls nicht so, als sei die Ehe so dermaßen kaputt, dass man das nicht wieder hinkriegen könnte. Aber das müssen dann auch beide wirklich wollen....

    Und ja, kann schon sein, dass Dein Sohn merkt, dass da etwas zwischen Dir und Deinem Mann nicht so ist, wie es eigentlich sein sollte. Denke, Kinder merken sowas immer. Dass er weniger Respekt vor seinem Vater hat, als vor Dir, könnte ja evtl auch daher rühren, dass er merkt, dass Du Deinem Mann auch nicht viel Respekt entgegen bringst. Und Du bist halt seine erste und nächste Bezugsperson. Aber der Vater ist für Dein Kind auch extrem wichtig, deshalb sollte es eigentlich in Deinem und seinem Interesse für Dich sein, dass Ihr das wieder hinkriegt @:)

    Ich sehe es auch so, dass es ja hauptsächlich von dir ausging, dass die Beziehung so lieblos geworden ist. Welcher Mann macht das denn lange mit, wenn die Frau nur noch wie eine Glucke mit dem Kind beschäftigt ist und sich überhaupt keine Mühe mehr gibt für die Beziehung zum Mann. Und für deinen Sohn war dieses auf ihn fixiert sein auch nicht gerade gut, denn wie man sieht, macht er jetzt in der Schule Probleme, haut andere Kinder, hört nicht auf die Lehrerin. Und auch dass er sich von seinem Vater nichts sagen lässt, sogar noch freche Antworten gibt, das liegt sicher daran, dass er mitbekommt, wie lieblos du mit deinem Mann umgehst . Wie soll er denn Respekt vor dem Vater haben, wenn er mitbekommt, dass du froh bist, wenn dein Mann nicht daheim ist. Sowas kriegt ein Kind schon mit.


    Ich kann es echt nicht verstehen, dass manche Frauen, sobald sie Mütter sind, nur noch fürs Kind leben und ihr Mann plötzlich abgemeldet ist. da kann man schon das Gefühl bekommen, nur zum Kinder zeugen wichtig gewesen zu sein.

    Kinder bekommen natürlich den lieblosen Umgang mit - und halten ihn wahrscheinlich grad in dem Alter für normal. Was sehr schade ist, denn letztlich werden sie das spiegeln. Was Dein Sohn vielleicht schon tut.


    Ich kann diese Fixierung aufs Kind auch nicht nachvollziehen. Bei uns war es eher umgekehrt, mein Mann war sehr stark auf das Gesamtkonzept Familie und auf die Kinder fixiert (neben seinem fordernden Vollzeitjob). Das hat unsere Ehe auch nahe an den Abgrund gebracht, weil für uns als Paar nicht wirklich was übrig blieb, obwohl es genug Möglichkeiten gegeben hätte.


    Mittlerweile läuft es besser, viel besser sogar, aber daran "arbeiten" wir beide, denn es lag auch nicht nur an ihm (was das lieblose angeht). Aber es hat viel Kraft und Durchhaltevermögen gekostet und hat einige heftige Auseinandersetzungen mit sich gebracht, in denen jeder von uns schon an Trennung dachte oder wir sogar darüber gesprochen haben.


    Ich würde Euch wünschen, dass Ihr noch die Kurve kriegt. Ansonsten sei fair und trenn Dich. Das muß ja nicht in Rosenkrieg ausarten, das liegt ja ganz bei Euch. Gerade wenn (noch) keine neuen Partner involviert sind, sollte es doch möglich sein, eine Trennung vernünftig und im Sinne des Kindes zu regeln.

    Danke für eure Denkanstöße.


    Dass mein Mann seine Hobbys aufgegeben hat, hatte nichts mit mir zu tun. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass er vorher seine Hobbys hatte und als er die nicht mehr hatte, erwartete er, dass ich diese Lücke fülle. Das konnte und wollte ich nicht.


    Wäre ich immer noch glücklich gewesen, hätte ich mich sicher nicht so auf unseren Sohn fixiert.


    Übrigens hört er schon auf die Lehrer. Aber trotzdem muss er halt oft ermahnt werden.


    Dass ich wieder eine normale Beziehung führen kann mit meinem Mann, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wir haben schon so oft Gespräche geführt und am Ende bleibt es gleich.


    Wichtig ist für mich jetzt gerade, dass unser Sohn sich in der Schule zurechtfindet und keinen Stress macht.


    Mein Mann sieht übrigens gar keinen Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Kindes und unserem Miteinander.

    Sei Dir sicher, dass Dein Kind sehr genau mitbekommt, was da zwischen Euch los ist. Das Kind liebt Mama und Papa gleichermaßen und dass die beiden sich offenbar gegenseitig nicht lieben schafft in seiner Gefühlswelt unlösbare Konflikte.


    Ich halte es für extrem wichtig, dass Eltern einen friedlichen, respektvollen Umgang pflegen und ihre Konflikte tunlichst nicht in Gegenwart des Kindes ausfechten. Wenn das unter einem Dach nicht geht, ist die Trennung vielleicht der letzte Ausweg, aber vorher sollte man alles versucht haben, damit das nicht nötig ist. Das hört sich bei Euch nicht so an. Im Gegenteil:

    Zitat

    Wir haben nun seit 4 Jahren eine WG-Beziehung. Das wäre insoweit nicht schlimm

    Das liest sich grausam. Doch, es ist schlimm! Oder zumindest sehr traurig. Immerhin habt ihr Euch mal geliebt.


    Es ist bestimmt nicht selten, dass sich ein Paar über ein gemeinsames Kind verliert. Die Prioritäten verschieben sich, die Zeit wird knapp, der Stress steigt und ganz unbemerkt schleichen sich da neue Verhaltensmuster ein und plötzlich merkt man, der Partner, der die Nr.1 im Leben war ist aufs Abstellgleis geschoben und alles andere ist wichtiger.


    DAS wieder zu korrigieren ist eine Mammut Aufgabe. Zunächst mal müssen beide ein Stück weit bereit sein, da einen neuen Weg mitzugehen. Das kann anfangen mit gezielt geplanten gemeinsamen Abenden: regelmäßig einmal pro Woche einen Babysitter nehmen und bei Kerzenlicht und Wein Essen gehen, bringt schon viel von lange verlorener gemeinsamer Romantik zurück. Sich zu Hause regelmäßig hinsetzen und über die Wünsche an den Partner und an die Beziehung reden, statt nur seiner Wege zu gehen. Den Abend, wenn der Kleine im Bett ist bewusst auch für gemeinsame Zeit nutzen und nicht immer nur den Haushalt, das Geschirr, die Wäsche zuerst angehen. Und wenn das so verfahren ist, dass man gemeinsam keine Wege findet, ist eine Paarberatung fast immer eine gute Idee. Und wenn sie am Ende nur hilft, dass ihr ein Stück weit einiger seid.


    Und: Schafft euch Freiräume, jeder für sich, in denen ihr Euch entspannt. Der raue Umfangston auch gegenüber dem Kind ist ein deutliches Zeichen von viel zu viel Stress und Anspannung. Vielleicht bringt jeder mal in der Woche den kleinen alleine ins Bett und der andere geht zum Sport?

    Zitat

    Wäre ich immer noch glücklich gewesen, hätte ich mich sicher nicht so auf unseren Sohn fixiert.

    Ich kann das verstehen, dass man sich Wege sucht um sich seine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Du hast erkannt, dass du dich aufgrund deiner eigenen Unglücklichkeit sehr auf euren Sohn fixiert hast. Ist passiert. Möchtest du das auch in Zukunft weiter so handhaben, oder wäre es für dich auch denkbar dir selbst andere Wege zur Selbstverwirklichung zu suchen?

    Zitat

    Dass ich wieder eine normale Beziehung führen kann mit meinem Mann, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wir haben schon so oft Gespräche geführt und am Ende bleibt es gleich.

    Habt ihr schon einmal eine Paarberatung versucht? Die muss ja nicht notwendigerweise mit dem Hintergedanken an eine Beziehungsrettung versucht werden. Es kann ja auch versucht werden gemeinsam die Strukturen anzusehen und sich dann im Fall der Fälle bei einer Trennung begleiten lassen.


    Ansonsten: so wie es aussieht, hat dein Mann durch das Wegfallen seiner Hobbies ja auch freie Zeit zur Verfügung. Paarzeit scheinst du nicht zu wollen, aber was spricht gegen mehr Unternehmungen als Familie? Oder Vater-Sohn-Unternehmungen? Dann hättest du auch wieder mehr Zeit um dich um dich selbst zu kümmern, dir Hobbies zu suchen oder was auch immer dich abgesehen von deinem Sohn glücklich macht.


    Dein Kind ist nun in der Schule und wird in den kommenden Jahren immer selbständiger und irgendwann flügge werden. Dann bist du auch wieder auf dich alleine gestellt :-)

    Ralph


    Wir haben schon ein paar Sachen ausprobiert. Jedesmal wenn der Zwerg woanders schläft, gehen wir zu zweit weg. Und jedesmal habe ich tief in mir die Hoffnung, dass es zwisvhen uns doch wieder besser wird. Und dann habe ich schon fast das Gefühl, dass ich ihn mal in den Arm nehmen möchte. Und dann kommt von ihm wieder was blödes und alles ist hin. Im Sommer war das zuletzt: Gerade als ich anfing mich wohl zu fühlen, hat er mir einen Alleingang offenbart, für den ich mich fast getrennt hätte. Ohne Rücksprache hat er ein Motorrad für 15T€ gekauft! Und fand das ganz normal. Er hat nicht verstanden weshalb ich ausgeflippt bin. Wir diskutieren aber nicht vor unserem Sohn solche Sachen. Das ist nur ein Beispiel. Im Streit bin ich dann sofort eine blöde Kuh... Und diese Sachen entfernen mich dann wieder km von ihm...

    Blackheartedqueen


    Ich unternehme regelmäßig etwas mit Freundinnen. Alleine mein ich, ohne Kind. Mein Mann ist derjenige, der keine eigenen Freunde hat. Wenn wir mit anderen etwas unternehmen, organisiere ich das. Wir machen als Familie einiges. Am Freitag waren wir mit Freunden und deren Kind essen, am Samstag im Kino mit unserem Sohn. Aber ich muss das initiieren.

    Wichtig ist: liebst Du irgendwo in Dir drin Deinen Mann noch? Dann gibt es Hoffnung, wenn Ihr beide dran arbeitet. Wenn nicht, musst Du Dich trennen. Ein Kind verkraftet eine Trennung besser als ständigen Streit und Lieblosigkeit.

    Zitat

    Wir haben schon ein paar Sachen ausprobiert. Jedesmal wenn der Zwerg woanders schläft, gehen wir zu zweit weg. Und jedesmal habe ich tief in mir die Hoffnung, dass es zwisvhen uns doch wieder besser wird. Und dann habe ich schon fast das Gefühl, dass ich ihn mal in den Arm nehmen möchte.

    Ich halte es für wichtig, sowas dann unbedingt sofort zu machen. Wie leicht vergisst man, wie schön und wie wichtig es sein kann, sich in den Arm zu nehmen...

    Zitat

    Und dann kommt von ihm wieder was blödes und alles ist hin.

    Kommt da jedes Mal so ein Ding wie mit dem Motorrad? Oder wartest Du zu lange, bis er was blödes sagt? Sagst Du ihm in der Situation auch mal direkt, dass er gerade eine schöne Stimmung versaut? Wobei man das vorsichtig verpacken sollte, Anschuldigungen machen die Stimmung auch nicht besser. Aber das in sich hineinfressen hilft nicht. Sofort ansprechen hilft dem Partner, irgendwann zu erkennen, was er eigentlich falsch macht und wo er etwas anders machen könnte. Viele Menschen neigen dazu, nichts zu sagen, und dann aber wochenlang sauer zu sein. Das bringt nichts ausser noch mehr Ärger.

    Zitat

    Im Sommer war das zuletzt: Gerade als ich anfing mich wohl zu fühlen, hat er mir einen Alleingang offenbart, für den ich mich fast getrennt hätte. Ohne Rücksprache hat er ein Motorrad für 15T€ gekauft! Und fand das ganz normal. Er hat nicht verstanden weshalb ich ausgeflippt bin. Wir diskutieren aber nicht vor unserem Sohn solche Sachen. Das ist nur ein Beispiel. Im Streit bin ich dann sofort eine blöde Kuh... Und diese Sachen entfernen mich dann wieder km von ihm...

    Hast Du mal in Ruhe hinterher mit ihm geredet, wie er sich das mit gemeinsamen Haushalt und Finanzen und so vorstellt? Vielleicht, dass Du ihm sagst, dass Du das Motorrad toll findest, das Geld sicher auch irgendwo über war, aber Du Dir schon gewünscht hättest, dass er das mit Dir gemeinsam entscheidet, ob man gemeinsam einen tollen Urlaub macht oder er allein ein Motorrad kauft. (Kommt mir bekannt vor die Story, hattest Du hier schon mal einen Faden?)

    Euere Entwicklung ist in vielen Beziehungen ähnlich. So was nennt man "der Alltag kehrt ein".


    Ich finde es sehr lobenswert, das du begonnen hast die Situation zu hinterfragen und auch deinen Beitrag dazu, einzugestehen (viele andere sehen immer nur, das der andere die Schuld hat).

    Zitat

    Und jedesmal habe ich tief in mir die Hoffnung, dass es zwisvhen uns doch wieder besser wird. Und dann habe ich schon fast das Gefühl, dass ich ihn mal in den Arm nehmen möchte. Und dann kommt von ihm wieder was blödes und alles ist hin.

    OK, das ist natürlich dann eine extrem unpassende Situation. Aber hast du deinem Mann das mal so gesagt? Weiß er eigentlich, das du an eurer Ehe arbeiten möchtest? Ist ihm die aktuelle Situation überhaupt richtig bewusst? Männer brauche da ab und an mal eine direkte Ansage.


    Nutze doch die nächste "Kinderfreie Zeit" mal nicht um einfach den Abend schön zu verbringen, sondern sag ihm, was du hier so beschrieben hast. Kannst dir ja Notizen machen, damit du nichts wichtiges vergisst. Sag ihm, das es nicht um Vorwürfe geht oder so, sondern nur, wie sein Verhalten bei dir ankommt. Das ist einem Mann oft nicht klar, das er damit viel kaputt macht (weil für ihn es eine "Kleinigkeit" ist)

    Zitat

    Gerade als ich anfing mich wohl zu fühlen, hat er mir einen Alleingang offenbart, für den ich mich fast getrennt hätte. Ohne Rücksprache hat er ein Motorrad für 15T€ gekauft!

    Schon mal daran gedacht, dass er mit dem Motorrad eventuell eine Lücke gestopft hat, die durch deinen emotionalen und körperlichen Rückzug entstanden ist?


    Konsum hat ja oft einen Aspekt von Ersatzbefriedigung und sich-Trösten mir Materiellem.


    Und flippst du auch noch aus und wirfst ihm seine emotionale Krücke vor. Klingt nicht nach einem feinen Zug. ":/


    Du wolltst doch einmal dein Leben mit ihm verbringen. Wie kam es, dass dich emotional so von ihm abgewendet hast?

    Habt ihr ein gemeinsames Konto, oder warum hat dich das so aufgeregt? Wenn er der Meinung ist, ein neues Motorrad zu brauchen (vielleicht auch, wie Lola sagt, da er Ersatz für das braucht, was es Zuhause nicht gibt), warum darf er sich keins kaufen?