Das ist sicher eine Sache der Einstelllung. Für mich/uns ginge so ein Alleingang gar nicht. Auch vor den Kindern nicht. Auch wenn wir getrennte Girokonten haben (mit Vollmacht) landet alles in einem Topf. Ein meine und Deine gibt es nicht, größere Ausgaben spricht man ab, das war auch vor den Kindern so. Obwohl wir beide immer sehr gut verdient haben. Alle Sparkonten oder Depots laufen auch - seit wir verheiratet sind - auf uns beide.


    Aber wir ticken in dem Bereich auch gleich, da gibt es nur sehr selten Konflikte. Keiner von uns käme im Traum auf die Idee, mal eben 15.000 EUR auszugeben, egal für was. Selbst einen 1000er würde keiner von uns einfach verpulvern. Und das hat auch gar nichts mit Gängeln zu tun. Für uns ist es einfach selbstverständlich und es fühlt sich auch keiner benachteiligt oder ausgenutzt oder gar "unterdrückt".


    Aber wie gesagt, das ist sicher eine Frage der Mentalität und der gemeinsamen Absprachen. Ich wage zu behaupten, daß es für die meisten "normalen" Haushalte ein NoGo ist - zumindest bei dieser Summe.

    doomhide


    Es ist schwer die Situation richtig zu beschreiben für fremde. Du musst es dir so vorstellen, dass wir jeden Abend lange reden über alles mögliche. Und jeder erzählt dem anderen seinen Tag. Leider ticken wir beide komplett anders. Früher war das noch nicht ganz so, aber inzwischen haben wir uns ziemlich auseinander entwickelt. Das läuft dann oft so, dass mein Mann von der Arbeit erzählt, und erzählt... und ich stelle Fragen, gebe Anregungen dazu etc. Irgendwann erzähle ich ihm von meinen Arbeitserlebnissen und von ihm kommt dann als Antwort "aha. Bei mir war heute auf noch das....." und auf mein Erzähltes wird gar nicht eingegangen. So als würde es reichen, dass ich es mal laut ausgesprochen habe, ohne dass er einen Kommentar abgeben muss. Das ist blöd und deshalb habe mich meine Fragen über seine Belange inzwischen bewusst reduziert. Bei Gesprächen unseren Sohn betreffend sagt er mehr, aber alles andere scheint ihn nicht zu interessieren. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass das früher mal anders war. Nur hat es mich früher nicht so gestört.

    Ja das wäre in einer funktionierenden Beziehung sicherlich richtig aber du schreibst selbst:

    Zitat

    Dass ich wieder eine normale Beziehung führen kann mit meinem Mann, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Wir haben schon so oft Gespräche geführt und am Ende bleibt es gleich.

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    Mich interessieren die Wünsche meines Mannes nur noch begrenzt, weil er sie nicht äußert. Das hat auch mit der emotionalen Entfremdung zwischen uns zu tun.

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    Wir haben nun seit 4 Jahren eine WG-Beziehung.

    Ich verstehe nicht wie man das überhaupt noch Beziehung nennen kann. Ihr interessiert euch nicht mehr füreinander und lebt quasi wie WG-Kumpels nebeneinander. Mir ist nicht klar warum ich meine Finanzen bzw. meine Anschaffungen mit einem WG Mitglied besprechen sollte.


    Ihr solltet wohl mal langsam anfangen darüber zu reden wer jetzt das Haus abbezahlt und wie ihr die gemeinsamen Kosten aufteilen wollt oder ob ihr ewig so weiterleben wollt.

    Beim Geld ist es wie mit allen anderen Dingen in einer Beziehung: Es muss Absprachen, Regeln geben, wie man mit sowas umgeht. Und offenbar hat entweder ER sich nicht an die Absprache gehalten, oder ihr habt beide versäumt, das Thema Geld mal auszudiskutieren. Streit über Geld kommt häufig vor. Meine Frau meinte auch irgendwie, das was ich als der besser verdienende habe, ist Familieneinkommen und gehört allen, das was sie verdient ist ihrs allein. Das klappt so nicht. Aber wir reden trotzdem über alle Investitionen und wenn ich mir was teureres kaufen will ist es am Ende meist meine Frau, die mich nötigt, mir endlich auch mal was für mich zu gönnen...

    Zitat

    Er hat versucht sich zu entschuldigen, aber in mir war etwas zerbrochen.

    Der Satz regt mich auf, vermutlich weil ich den so ähnlich auch oft zu hören bekomme. Er zementiert so etwas endgültiges. Er lädt dem anderen unwiderruflich die Schuld auf. "Da ist ja schon so viel passiert, aber diesmal hat er es so übertrieben, dass es nun endgültig kaputt ist." Jeder macht Fehler, Du auch und man redet drüber, verzeiht, kommt drüber hinweg und findet neue Wege, vermeidet es, alte Fehler zu wiederholen. Klar fühlt man sich blöd, wenn der andere einen verletzt. Aber dieses "da ist was zerbrochen" ist meines Erachtens nur ein Vorwand, sich keine Mühe geben zu müssen, etwas zu verzeihen, weil, das geht ja nicht mehr, es ist ja jetzt eh kaputt.


    Die Bereitschaft, Fehler zu verzeihen ist in einer Beziehung ziemlich wichtig!!

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    Wir haben schon so oft Gespräche geführt und am Ende bleibt es gleich.

    was waren denn das für gespräche? und wie habt ihr gesprochen? hast du gesagt, was dir fehlt und er hat genickt, oder habt ihr euch wirklich mit euren vorstellungen, wünschen, ideen, träumen erwartungen... auseinandergesetzt?

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    also, ich wundere mich schon darüber, dass manche es völlig normal finden, dass in einer Familie mit einem Hauptverdiener, ein Familienmitglied, ohne Absprache, auf einen Schlag 15TEU ausgibt. Viele scheinen nicht zu wissen, mit welchen Beträgen Familien hier so über die Runden kommen. ??? Und ich glaube auch nicht, dass die TE ihrem Mann keine eigenen Vergügungen gönnt. Sondern es geht dabei ja vor allem auch um Vertrauen.

    In einer intakten Ehe bespricht man finanzielle Dinge, klar. Aber diese Ehe ist doch Lichtjahre von einer intakten Beziehung entfernt. Sie hat sich aus der Ehe verabschiedet und es zu einer WG verkommen lassen. Wenn er mit seinem verdienten Geld den Unterhalt an beide (Frau und Kind) beisteuert, kann er mit dem Rest machen, was er will. Ohne tatsächlich gelebte Ehe sollte man auch nicht auf die finanziellen Vorzüge dieser ehelichen Gemeinschaft bestehen. Das ist Rosinenpickerei. Wären sie auch räumlich, und nicht nur wie jetzt emotional getrennt, hätte sie auch kein Recht, ihm in seine Finanzen zu quatschen, solange sie ihren Unterhalt bekommt.

    Zitat

    Ich finde aber schon, dass bei all der Diskussion über die Investition gesprochen werden muss. Wir haben ein Haus und gemeinsame Verpflichtungen.

    Könnt ihr denn aufgrund der Anschaffung des Motorades diesen Verpflichtungen icht mehr nachkommen? Oder geht es um den Kontostand auf dem gemeinsamen Konto zum Zeitpunkt der Trennung??


    Wenn du sagst, in dir ist etwas unwiederbringlich zerbrochen, dann geh den ganzen Schritt und führe ein Leben als Alleinerziehende. Und gib deinem Mann die Möglichkeit, eine Frau zu finden, die ihn liebt und nicht nur erträgt. Vielleicht bekommt so dein Sohn wenigstens bei den Papa-Wochenenden eine Beziehung vorgelebt, die von Liebe und Respekt getragen ist.

    Das mit dem Motorrad war nur ein Beispiel. Das ist sicher nicht das Hauptproblem unserer Beziehung. Und natürlich können wir unseren Verpflichtungen trotzdem weiter nachkommen. Es geht einfach ums Prinzip. Es ist nicht normal so etwas alleine zu entscheiden. Und dass es in einer Phase war, wo wir uns wieder angenähert haben - was er auch gemerkt hat und es auch gesagt hat - war umso verletzender. Ich gehe auch los und kaufe mir was schönes und das kann dann auch mal 500 - 1000 € kosten. Das macht mein Mann auch zwischendurch. Das erzählen wir uns dann hinterher. Er kauft dann irgendwelche elektronischen Dinge, bei mir sind es Schuhe und Klamotten. Aber nochmal: 15T€ ist einfach eine andere Dimension.




    Seherin


    In den Gesprächen hat er gesagt was ihn stört, was er sich vorstellt und ich genauso. Ich habe einen großen Wunsch: ich will mehr lachen mit ihm. Er ist ein Miesepeter, ein Pessimist... bei ihm ist das Glas immer halb leer. Ich bin ein positiver Mensch. Ich brauche Menschen um mich rum, bin gerne mit vielen Leuten zusammen, habe auch viele Bekannte und 2 enge Freundinnen. Ich knüpfe auch schnell Kontakte und quatsche auch gerne.


    Er wünscht sich eigentlich das gleiche - bis auf die Unternehmungen. Ihm reicht es alleine mit dem Motorrad zu fahren. Er braucht keine anderen Menschen. Er möchte eigentlich nur mit uns was machen und freut sich auch, wenn wir zusammen mit anderen Bekannten etwas unternehmen. Aber: er geht anderen auf die Dauer auf die Nerven, weil er immer nur über materielle Sachen spricht. Er erzählt was er gekauft hat, was er kaufen will, wie es funktioniert und alles was er hat ist grundsätzlich das beste. Beispiel: meine Eltern haben sich ein neues Auto gekauft und unterhalten sich über die Anzahl der Airbags mit ihm. Nachdem mein Vater sagt wir haben 8 Airbags, kommt seine Antwort: mein Auto hat aber 12 Airbags. Unser Sohn sagt letztens zu ihm beim Auto fahren: dein Navi sieht genauso aus wie das in Mamas Auto. Da kommt seine Antwort: Ja, aber meins ist größer... ":/ Das nervt halt andere. Wenn wir auf Eltern der Schulkameraden von unserem Sohn stoßen, und uns unterhalten, wird er grundsätzlich nur auf sein Motorrad angesprochen. Weil die schon garnicht mehr wissen, über was sie mit ihm reden sollen...


    Mir sind soziale Kontakte aber total wichtig und ihm nicht. Das ist ein schwieriger Punkt bei uns.

    Zitat

    Wenn du sagst, in dir ist etwas unwiederbringlich zerbrochen, dann geh den ganzen Schritt und führe ein Leben als Alleinerziehende.

    Bei einer Trennung muss man nicht automatisch alleinerziehend werden. Es können sich auch nach einer Trennung die Eltern die Erziehung teilen! :)^ Ich finde nicht, dass ein Kind einen Elternteil verlieren sollte, nur weil die Eltern sich trennen wollen.

    DieKruemi


    Mein Mann ist alleine. Er hat keine Familie, keine Freunde. Nur meine Familie. Das ist ein Grund, weshalb ich es mir so schwer mache. Ich weiß, dass Mitleid kein Grund für unsere Situation sein darf, aber er tut mir einfach leid. Er würde durch eine Trennung alles verlieren - materiell meine ich, denn das ist ihm sehr wichtig.

    Zitat

    Bei einer Trennung muss man nicht automatisch alleinerziehend werden. Es können sich auch nach einer Trennung die Eltern die Erziehung teilen! :)^ Ich finde nicht, dass ein Kind einen Elternteil verlieren sollte, nur weil die Eltern sich trennen wollen.

    us meinen nachfolgenden Sätzen wird ja deutlich, dass ich die Vaterrolle auch als wichtig sehe. Ersetz den Begriff "alleinerziehend" durch "alleinlebende Mutter" oder was auch immer.....

    Zitat

    Ich habe einen großen Wunsch: ich will mehr lachen mit ihm. Er ist ein Miesepeter, ein Pessimist... bei ihm ist das Glas immer halb leer. Ich bin ein positiver Mensch. Ich brauche Menschen um mich rum, bin gerne mit vielen Leuten zusammen, habe auch viele Bekannte und 2 enge Freundinnen. Ich knüpfe auch schnell Kontakte und quatsche auch gerne.


    Er wünscht sich eigentlich das gleiche - bis auf die Unternehmungen. Ihm reicht es alleine mit dem Motorrad zu fahren. Er braucht keine anderen Menschen. Er möchte eigentlich nur mit uns was machen und freut sich auch, wenn wir zusammen mit anderen Bekannten etwas unternehmen.


    Mir sind soziale Kontakte aber total wichtig und ihm nicht. Das ist ein schwieriger Punkt bei uns.

    War er denn früher anders oder ist er schon immer so gewesen? Manche Menschen benötigen nicht so viel soziale Kontakte und sind auch schnell genervt wenn diese sich aufdrängen. Mir geht das genauso.

    Lola,


    wir haben auch schon über Trennung gesprochen. Und die würde definitiv nicht auf dem Rücken unseres Sohnes ausgetragen! Es würde wöchentlich einen Papatag mit Übernachtung bei Papa geben und natürlich jedes zweite Wochenende ein Papawochenende. Das ist das Mindeste!

    ich wollte eigentlich noch ein paar sachen schreiben, ob du ihn nicht vielleicht ihn selber sien lasen könntest, deine erwartungen mal komplett neu definierst, aber seit diesem satz

    Zitat

    Es würde wöchentlich einen Papatag mit Übernachtung bei Papa geben und natürlich jedes zweite Wochenende ein Papawochenende.

    bin ich fast sicher, dass du eher eine trennungsberatung brauchst, als eine "ehe-rettungs-beratung" ":/

    doomhide


    Als ich ihn kennenlernte, hatte er eine komische Clique um sich. Das waren so halbstarke... Da waren wir beide Anfang 20. Mit denen hatte er dann aber irgendwann nichts mehr zu tun und er hat sich dann voll in meinen Freundeskreis eingebracht. Ich habe viele Unternehmungen organisiert und alles war gut. Wir waren dann auch regelmäßig mit einer kleinen Clique im Skiurlaub. Als wir dann Mitte 30 waren heirateten wir und auch viele in unserem Umfeld. Dann fing er irgendwann an zum Einzelgänger zu werden. Er meldete sich bei niemandem und die, die sich bei ihm meldeten haben sich dann irgendwann zurückgezogen. Und mir hat dann einer mal den Grund genannt, nämlich, dass er nur noch über diese ganzen gekauften Sachen spricht. Wir waren dann auch nochmal mit Freunden im Urlaub und da hat er dann sogar Streit angefangen. Ohne Grund. Er war einfach genervt. Seitdem hat sich das erledigt.


    Viele treffen sich nur mit uns, um mir einen Gefallen zu tun. Ich alleine (mit Kind) bin überall gern gesehen. Ich telefoniere auch mit vielen mehr oder weniger regelmäßig.


    Selbst meine Eltern kommen nur ungern zu uns wegen ihm :-/ Unser Sohn ist einmal pro Woche bei denen und dann bin ich nachmittags auch eine Stunde mit dort. Wäre das nicht so, würde ich meine Eltern kaum noch sehen. Allerdings telefonieren wir häufig.