Liegt es an mir? Oder an ihm? Oder an uns?

    Tja...wo und wie soll ich anfangen?

    Da ich unter Alias schreibe, kann ich schon etwas ausholen.



    Mein Mann und ich, wir sind nun fast 13 Jahre zusammen. Davon 9 Jahre verheiratet. Wir haben drei Kinder. Eines davon ist Asperger-Autist.

    Ich war bisher die einzige Frau im Leben meines Mannes. Vor mir hatte er keine richtige Beziehung. Ich selbst hatte vor ihm auch nur zwei „längere“ Beziehungen.


    So viel zu den Eckdaten.


    Nun zur Situation:

    Ich merke schon seit einer Weile, dass ich nicht wirklich zufrieden bin.

    Natürlich liegt das nicht nur an ihm.

    Aber das sind Sachen an denen ich arbeite (zum Beispiel Gewichtsabnahme).

    Er ist...wie soll ich das beschreiben...ein sehr logisch denkender Mensch. Zu logisch denkend. Und wie ich finde auch egoistisch. Ja, ich denke er ist auch egoistisch.

    Er hat eine wohlbehütete Kindheit gehabt, in der er wirklich alles alles bekommen hat. Was heute noch so ist.

    Meine Kindheit war das krasse Gegenteil.

    Weswegen ich gewisse Dinge nicht als selbstverständlich ansehe.

    Zum Beispiel: zu seinem runden Geburtstag habe ich mir sehr viel Mühe gegeben und Wien Feier organisiert. Das hat er natürlich freudig angenommen. Ich mache ihm Hochzeitsgeschenke. Mache ihm zwischendurch eine Freude.

    Aber irgendwie ist das alles...dieses Bemühen nur einseitig.
    ich habe seit drei Jahren nichts mehr zum Geburtstag bekommen.

    Hochzeitstage vergisst er immerzu.
    Weder sagt noch schreibt er dass er mich liebt.

    Mittlerweile kann ich es nicht mehr zu ihm sagen. Entweder macht er kurz drauf was, was mich verletzt, oder es fühlt sich nicht richtig an.

    Wir wollten uns einen Hund zulegen. Er hat zugestimmt, die Kinder haben sich wahnsinnig gefreut. Drei Wochen vor dem Züchtertreffen meint er dass wir nun doch keinen bekommen.

    Dann haben wir uns für Meerwchweinchen entschieden. Tja. Das war auch abgemacht. Am Tag als wir uns welche aussuchen wollten, war er plötzlich wieder dagegen. Es sei ihm zu stressig.

    Ja, aber dann muss er sowas doch vorher sagen?!

    Hinzu kommt dass er sich nicht wirklich Zeit nimmt für die Kinder. Laptop, PC, Handy und Tablet haben da Vorrang. Letzteres sogar auf Toilette.

    Als ich mal eine Paartherapie vorgeschlagen habe, hat er sofort abgelehnt. Wenn ich so mit ihm darüber spreche dreht er es immer so hin, als übertreibe ich und ich sei das alles Schuld.

    Oft lacht er dann und sagt „ja, ist klar“ oder so.



    An Paarabenden hat er auch nicht wirklich Interesse.

    Am aufmerksamsten ist er noch wenn ich ihm eine SMS schicke. Aber auch oft bleibt diese unbeantwortet...

  • 28 Antworten
    Alias 971886 schrieb:

    ich habe seit drei Jahren nichts mehr zum Geburtstag bekommen.

    Schenkt er dir auch sonst nix mehr? Wenn ihr z.B. einkaufen geht? Ich finde diese Geschenke zu einem bestimmten Datum auch bekloppt. Braucht kein Mensch.


    Forderst du denn die dir fehlenden Sachen ein? Wie reagiert er drauf?


    Das mit dem Haustier ist komisch, aber nicht wirklich schlimm, finde ich. Eventuell hat er halt nach der ersten Entscheidung drüber nachgedacht und findet die Idee dann halt doch nicht mehr so toll. Meist bleiben die Haustiere dann an einem Elternteil hängen - von der Pflege her.


    Ein wirkliches Problem sehe ich eigentlich nicht.


    Was macht er denn mit dem Tablet auf Toilette, da du das so erwähnst?

    Mal abgesehen davon, dass ich es den Kindern gegenüber nicht fair finde, wenn Versprochenes kurzfristig wieder abgesagt wird: Warum darf allein er entscheiden, ob es ein Haustier gibt oder nicht? Pflegt ihr ein ultra konservatives Rollenverständnis und er ist quasi das Oberhaupt?

    Alias 971886 schrieb:

    Aber irgendwie ist das alles...dieses Bemühen nur einseitig.

    Man sollte keine Geschenke mit der Erwartung machen, dann auch etwas zurückzubekommen. Sowas kann leicht schiefgehen. Generell aber: War es früher anders und er hat gerne geschenkt oder hast du ihn da schon immer mit der Nase drauf stoßen müssen? Was würde passieren, wenn du ihm keine Geschenke mehr machst? Wäre er sauer?

    Alias 971886 schrieb:

    Weder sagt noch schreibt er dass er mich liebt.

    Wie sieht es denn außerhalb von Anlässen aus, was seine Aktionen angeht? Zeigt er irgendwie, dass ihm etwas an dir liegt? Nimmt er dich in den Arm, kauft er einfach ungefragt mal deinen Lieblingspudding mit oder kümmert sich sonstwie? Oder hängt er wirklich nur am PC?

    Alias 971886 schrieb:

    Wir wollten uns einen Hund zulegen. Er hat zugestimmt, die Kinder haben sich wahnsinnig gefreut.

    Wir = Du und die Kinder? Hat er vielleicht öfter das Gefühl, dass du dich mit den Kindern gegen ihn "verbündest"? Was wäre denn passiert, wenn er von Anfang an gesagt hätte, dass er den Hund und die Meerschweinchen nicht will? Hätte es dann Zoff gegeben oder sonstwas? Weil es ist den Kindern wirklich ganz ätzend gegenüber, etwas zu versprechen und dann nicht einzuhalten, deshalb versuche ich herauszufinden, warum er das zweimal macht und nicht direkt sagt, dass er keine Tiere will.

    Außerdem wichtig: Wie stark hätte er sich denn um die Tiere kümmern müssen? War vorher zwischen dir und ihm abgesprochen, wie es mit den Tieren laufen soll? Liegen Allergien vor und wie denkt er generell über Tiere? Und könnten sich die Kinder selbst schon kümmern - du schreibst nicht, wie alt sie sind - oder würde die Pflege hauptsächlich an euch Erwachsenen hängenbleiben, so dass seine "Ist zu stressig"-Aussage schon Sinn macht?

    Alias 971886 schrieb:

    Hinzu kommt dass er sich nicht wirklich Zeit nimmt für die Kinder. Laptop, PC, Handy und Tablet haben da Vorrang. Letzteres sogar auf Toilette.

    War das schon immer so? Waren es Wunschkinder? Dass man das Tablet mit auf die Toilette nimmt finde ich heutzutage nichtmal ungewöhnlich - früher waren es Zeitungen, heute halt Tablets - aber wenn er sich dann natürlich drei Stunden auf dem Klo verschanzt, damit er "kinderfrei" hat, dann ist das schon was anderes.

    Alias 971886 schrieb:

    Als ich mal eine Paartherapie vorgeschlagen habe, hat er sofort abgelehnt.

    Was würdst du denn gerne in einer Paartherapie erreichen? Bzw. was möchtest du auch gerne von dem Faden hier? Willst du dich nur mal auskotzen, willst du Bestätigung von uns, dass er ein Arsch ist oder dass du was falsch machst oder sonstwas? Denn keiner hier kann dir wirklich sagen, was in seinem Kopf vorgeht und ändern wirst du ihn nicht können - du kannst nur dein eigenes Verhalten ändern und schauen, ob er darauf dann reagiert. Daher auch meine Frage, was passiert, wenn du ihm z.B. nichts mehr schenkst.

    Alias 971886 schrieb:

    An Paarabenden hat er auch nicht wirklich Interesse.

    Was möchtest du denn gerne mit ihm an Paarabenden machen? Hat er früher gerne Paarabende gehabt und wenn ja, hast du eine Idee, warum sich das geändert haben könnte (neuer Job, Kids anstrengend, Hobbies aufgegeben...)?

    Alias 971886 schrieb:

    Am aufmerksamsten ist er noch wenn ich ihm eine SMS schicke. Aber auch oft bleibt diese unbeantwortet...

    Das klingt schon sehr traurig, aber ich weiß nicht ganz genau, was du mit "am aufmerksamsten" meinst? Soll das heißen, dass du da am ehesten noch eine Antwort bekommst und er dich sonst ignoriert? Oder schreibt er netter als er im direkten Miteinander ist?


    Sorry, dass ich so viel frage, aber vieles ist für mich einfach sehr unklar. Ich finde z.B., dass sein Verhalten mit der Tier-Sache so gar nicht zu deiner Aussage, dass er logisch ist, passt, denn ich finde sein sprunghaftes Verhalten sehr unlogisch. Denn wenn man sich Meerschweinchen kauft, dann holt man sich normalerweise ja vorher schon den Auslauf und baut alles für die Tiere auf, damit die dann nicht ewig in der Transportbox hocken müssen - heißt das, dass ihr jetzt total viel Tierzeug bei euch habt, was keiner benutzt, wenn er sich erst am Tag des Meerschweinchenkaufs umentschieden hat?


    Generell klingt er schon sehr lieblos, aber man müsste wirklich wissen, ob er schon immer so war oder ob sich das erst in letzter Zeit so entwickelt hat. Ihr seid ja nun schon lange zusammen, da wäre es wirklich gut, ein bisschen mehr darüber zu wissen, wie er früher war und seit wann du so unzufrieden bist, denn das wird ja wohl nicht von Anfang an so schlimm gewesen sein, sonst hättet ihr wohl nicht drei Kinder.

    Danke für die Antworten.


    Ich versuche auf alles einzugehen.

    Also, entschieden haben wir uns gemeinsam für die Tiere.
    Also er und ich. Und als die Entscheidung stand, haben wir die Kinder eingeweiht.

    Nein, wir haben da noch nichts gekauft. Wir wollten dann schonmal welche aussuchen und dann die Sachen besorgen und die Tiere nächste Woche abholen.

    Anfangs war er ganz anders. Ich meine, machen wir uns nichts vor. Irgendwann ist die Verliebtheitsphase weg und die „richtige“ Liebe ist da.

    Aber er hat das anfangs echt lange gemacht. Bis kurz bevor wir geheiratet haben.

    Er hat liebevolle Nachrichten hinterlassen. War einfach aufmerksam. Hat zwischendurch an mich gedacht.

    Und da geht es mir nicht um Gegenstände. Man kann sich ja auch anders zeigen dass man jemanden liebt.

    Jemand fragte, ob auch sonst keine Geschenke mehr kommen.

    Nein, kommt es nicht.

    Aber ja, manchmal bringt er er meine Lieblingsschokolade mit.

    Jetzt wo ihr es schreibt, doch, schon.


    Vielleicht sehe ich das auch zu streng?



    Ich bemühe mich eben genau wie am Anfang. Und bei ihm hat es nachgelassen. Und das verstehe ich nicht.

    Das klingt sehr nach eingefahrenen Strukturen.


    Wie ist denn Euer Familienmodell? Bist Du daheim und er arbeitet voll bzw übernimmt die Ernährerrolle?

    Ich finde sein Verhalten sehr lieblos, hast Du ihn denn schonmal angesprochen ob er Dich noch liebt?

    Wieso gilt sein Wort denn mehr als Deines zum Thema Haustier? Ich würde sowieso denken, dass alles mit dem Haustier an Dir hängen bleibt, wieso möchte er dann keines?


    Ich denke Ihr habt sehr viel Redebedarf, sonst ändert sich hier gar nichts.

    Richtig, die Arbeitsaufteilung.

    Ja, es war so abgesprochen, dass ich mich tagsüber kümmere.

    Und er dann Abends eine kurze Runde geht.

    Er empfindet dass aber als zu stressig, und denkt dass dann alles an ihm hängen bleiben würde. Obwohl das ja gar nicht geht weil er ja den ganzen Tag arbeitet.


    Ich bin der Meinung, dass alle dafür sein sollten. Ich würde es auch nicht wollen, dass wir zum Beispiel auf einmal eine Katze haben obwohl ich es nicht möchte.


    Genau, momentan bin ich zuhause. Under jüngstes Kind ist ca. zwei Jahre alt. Ich bleibe aber noch etwas zuhause und fange dann an von zuhause aus zu arbeiten.


    Das mit dem Redebedarf...dem stimme ich voll und ganz zu. Aber wie gesagt, versuche ich es, übertreibe ich es, mache Aufstand, bin es Schuld. Obwohl versuche ruhig und normal mit ihm zu sprechen.

    Eine funktionierende Beziehung bedarf des Engagements beider Partner. Es ist ein Geben und Nehmen. Einseitig klappt das nicht. Wenn nur einer sich Gedanken um Geschenke macht, der andere nicht, wenn nur einer dem anderen sagt, dass man ihn liebt, aber nichts zurück kommt, wenn nur noch einer an gemeinsamer Paarzeit interessiert ist, dann ist das nicht mehr tragfähig. Und auch die Aufgaben im täglichen Leben, allem voran das Kümmern um die Kinder ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nicht nur einer stemmen kann. Ebenso gilt das für Entscheidungen von größerer Tragweite wie die mit dem Hund. Sowas spricht man gemeinsam ab.


    Dass Du, Alias hier ein großes Problem siehst, wenn das in Deinen Augen alles extrem einseitig daher kommt, ist völlig normal. An diesem Punkt kann man zum einen anfangen, zu hinterfragen, ob das mit den Gefühlen beim Partner wohl noch alles so ist, wie es sollte. Fühlst Du Dich noch geliebt?


    Der einzige Auswegs aus dieser Misere ist, miteinander zu reden. Dazu gibt es viele Möglichkeiten. Bei einem Glas Wein zu Hause, bei einem Essen zu zweit auswärts ohne Kinder. Wichtig ist, dass man sich die Zeit dazu nimmt und sich bewusst einen Abend für so eine Gespräch aussucht, denn das ist nicht mal eben zwischen Tür und Angel nebenbei erledigt. Wenn man das Gefühl hat, zu keiner gemeinsamen Kommunikation mehr in der Lage zu sein, dann ist Hilfe von außen angesagt. Und da ist die Paartherapie sicher der beste Weg. Wenn sich jemand dann auch diesem letzten Strohhalm verweigert, dann bleiben da nicht viele Möglichkeiten. Zunächst würde ich dann man dem Partner mit der Brechstange klar machen, dass die Lage ernst ist. Langfristig wird sowas auf eine Trennung hinauslaufen, aber das ist kein Automatismus, den man nicht durchbrechen könnte. Also mach dem Mann klar, dass die Trennung da irgendwo als Drohkulisse im Raum steht und er nun bitteschön vielleicht doch mal mit macht an der Lösungsfindung.

    Alias 971886 schrieb:

    Er empfindet dass aber als zu stressig, und denkt dass dann alles an ihm hängen bleiben würde.

    Hat das Gründe, dass er so denkt? Also hat er irgendwie schlechte Erfahrungen gemacht? Generell verstehe ich schon, dass jemand, der arbeiten geht (anstrengender Beruf?) nicht noch groß Lust auf einen Hund am Abend hat, wenn man kein großer Tierfreund ist und Meerschweinchen machen auch viel Arbeit, wenn man sie artgerecht hält.


    Dennoch ist es nicht okay, wenn man eine Vereinbarung trifft und sie dann kurz vor Schluss wieder umwirft. Macht er sowas öfters? Und auch, wenn ihr euch gemeinsam für die Tiere entschieden hattet: Wer hatte denn die Idee zuerst? Ich sags mal ganz krass: Wenn der Mann schon keinen Bock auf seine eigenen Kinder hat und lieber am PC sitzt, dann finde ich es nicht unbedingt verwunderlich, dass er dann ebenso keine Lust auf einen Hund hat.:-/

    Alias 971886 schrieb:

    Aber er hat das anfangs echt lange gemacht. Bis kurz bevor wir geheiratet haben.

    Das ist dann ja wirklich schon so einiges über die Verliebtheitsphase hinaus. Vielleicht denkt er, dass er dich jetzt ja sicher hat, wo ihr verheiratet seid, und er sich daher nicht mehr anstrengen muss? Wenn er immerhin mit kleinen Aktionen noch an dich denkt, dann mag er dich ja offensichtlich schon, aber will sich anscheinend nicht mehr anstrengen.

    Alias 971886 schrieb:

    Ich bemühe mich eben genau wie am Anfang. Und bei ihm hat es nachgelassen. Und das verstehe ich nicht.

    Jede Beziehung im Leben bedeutet auch (Beziehungs-)Arbeit, das ist richtig. Aber es gibt eben auch Gründe, warum es nachlassen kann.

    "Bemühen" scheint ja generell ein Thema bei ihm zu sein: Tiere zu stressig, keinen Bock auf Kinder, keinen Bock auf Paarabende und erst recht nicht auf anstrengende Gespräche mit der Ehefrau. Ist er im Beruf sehr gefordert oder hat gesundheitliche Beschwerden oder so, dass ihm alles zuviel zu sein scheint? Burnout? Hast du das Gefühl, dass er glücklich in seinem Leben ist?

    Alias 971886 schrieb:

    Under jüngstes Kind ist ca. zwei Jahre alt.

    Magst du sagen, wie alt die anderen sind? So im groben Rahmen? Einfach, damit man sich vorstellen kann, wovor dein Mann sich so ziert. Du hast auch angesprochen, dass ein Kind Asperger hat. Das ist ja nun etwas, womit viele ganz normal leben können, andere aber in ihrem Umfeld Probleme haben. Hast du das Gefühl, dass dein Mann sich vielleicht von den Kindern zurückzieht, weil er keinen Zugang zu ihnen findet und es auch nicht versuchen will? Asperger kann sowas manchmal schwerer machen und da muss man als Eltern je nach Schwere schon einfühlsam sein und sich damit beschäftigen.


    Generell stimme ich Ralph_HH aber zu: Wenn sich dein Mann jeglicher Kommunikation verweigert, du aber definitiv nicht so weitermachen kannst und willst, dann braucht er die Pistole auf die Brust. Allerdings solltest du nicht mit Konsequenzen drohen, die du nie durchziehen würdest. Also eine potentielle Trennung ansprechen, wenn du dich nie trennen würdest, hat keinen Zweck; sobald er merkt, dass du das eh nicht machst wird er in Zukunft sonst erst recht abwiegeln, weil er dann denkt, dass du eben übertreibst und alles nur heiße Luft ist. Daher hatte ich auch vorher gefragt, was deine Intention ist - einfach nur mal auskotzen und eventuell Tipps holen, aber die Beziehung auf jeden Fall erhalten oder ob es dir wirklich um Alles oder Nichts geht und du deine Ehe kurz vorm Zerfall siehst, wenn sich nichts ändert.

    Alias 971886 schrieb:

    Drei Wochen vor dem Züchtertreffen meint er dass wir nun doch keinen bekommen.

    Dann haben wir uns für Meerwchweinchen entschieden. Tja. Das war auch abgemacht. Am Tag als wir uns welche aussuchen wollten, war er plötzlich wieder dagegen.

    wieso bestimmt er das ?


    Klar bei einem Hund kan iches ja noch verstehen und klar könnte/msste er es vorher sagen.


    Aber bei Meerschweinchen , da hört es doch aber auf. Ist doch albern. Was ist ihm da zu stressig , er wird ja wohl nicht die Fütterung und Pflege übernehmen.

    Wenn die Kinder sich dazu verpflichten und du bisschen mithilst kann er es doch nicht einfach ablehnen. Bestimmt er immer alles bei euch ?

    ....ich habe nicht alles gelesen, nur Deinen Bericht, da sind mir die Tränen gelaufen.


    Ich bin mit einem hochintellgenten Menschen verheiratet, seit 25 Jahren und seit über 10 Jahren geht es mir wie Dir, aber rückwirkend schon immer.


    Wir haben auch drei Kinder, Gott sei Dank mittlerweile Erwachsene, der letzte im Studium, haben alle studiert und ich war todalleine in der Erziehung und musste sie immer vor seinen Launen schützen.


    Liebesbekundungen, vergiß es, so minimalistisch und karg wie in der Wüste Gobi.


    Ich bin durch die Hölle und zurück mit meinem Mann, in eine Hölle, die so eiskalt war, wie sich niemand vorstellen kann.


    Vor ca 2 Jahren bin ich dann selbst zum Psychologen gegangen, weil ich so einsam an seiner Seite war, ich hatte schlimme Gedanken (Suizid) in mir, ich habe mir die Schuld gegeben für diese so kalte Ehe..


    Mein Mann ist definitiv ein Asperger Autist mit einer Inselbegabung, eine Profession, die er zu seinem Beruf gemacht hat, er ist eine graue Eminenz in seinem Fachgebiet...


    Ich bekomme nie Blumen, er sagt nie, dass er mich liebt, er schläft oft auf der Couch, er hat Tablett, Fernseher und Handy zugleich, er löst tausend Sudokus, er antwortet fast nie auf Nachrichten, er geht nicht ans Telefon, er hat Rituale und es interessiert ihn nichts von mir oder den Kindern.


    Liebe, Zuwendiúng, Fürsorglichkeit, Romantik, Genuß, Schönheit, das alles habe ich nicht. Ich habe einen Mann, der eisern arbeitet, der uns top verorgt, aber ich bin "einsam zweisam" mit ihm.


    Ich bin an allem schuld und er spielt mit seinem immensem Wissen, er spielt mich an die Wand, er nimmt mich nicht ernst und ist oft peinlich im Restaurant und egoistisch zu mir, ich habe mich oft geschämt.


    Ich habe alles kompensiert und hatte schlimme Gedanken, ich habe immer gedacht, warum liebt er mich denn icht? was mache ich falsch?


    Aber eine andere will er anscheinend auch nicht....


    Ich habe über ein Hobby, dass er hat, eine Zugang gefunden, mich reingekniet, es auch mitzumachen, es verbindet mich etwas mit ihm dort, aber nur da, sonst bin ich alleine.


    Ich habe ein Buch gelesen, 22 Dinge die eine Frau wissen muss, wenn sie mit einem Asperger verheiratet ist, mir ist es alles wie Schuppen von den Augen gefallen.....


    Wenn Du schon ein Kind mit Asperger hast, dann nehme ich an, dass Dein Mann das auch hat, es ist vererbbar.


    Mein Kleiner hat das auch, ist auch sehr schwierig und immer unter den besten in seinem Medizinstudium.


    Ich kann Dir nur das Buch empfehlen, vielleicht findest Du ein paar Antworten darauf.


    Und ich kann hoffen, dass Du für dich schöne Dinge findest, habe ich irgendwann, ich spiele wieder Klavier, nur wenn er nicht da ist, nervt ihn nämlich, höre Musik, wenn er nicht da ist, nervt ihn auch, besuche meine Kinder und mache schöne Dinge mit ihnen, natürlich alleine, mache viele Dinge , die mir guttun neben meinem Job, was ihn kaum interessiert.


    Lies das Buch, es hilft, das positive bei mir ist, mein Mann gibt durch seine Begabung uns sehr viel Sicherheit in der Basís und das danke ich ihm, auch wenn mir im täglichen Leben fast alles fehlt, was andere liebende Paare haben:°_

    ...vielleicht sage ich Dir auch noch die Positiven Dinge:


    Ich habe sehr viel Freiheiten, wenn ich mich an seinen Rituale halte, ich wollte früher immer alles mit ihm zusammen machen, jetzt genieße ich vieles alleine und er lässt mich.


    Ich habe festgestellt, wenn ich ihn mit Gefühlen bedränge, dann ist alles dicht, seit ich ihn einfach so lasse, wie er eben ist, geht es besser.


    Auch merke ich, dass er mich sehr im sozialen Umfeld braucht und im Alltag, ich bin die Brücke zur Außenwelt für ihn und ich versorge ihn da, wo er es nicht kann.


    Er sagt nie, dass ich attraktiv und schön für ihn bin (habe ich von anderen gehört, aber ich wollte es von ihm hören), aber er sieht auch keinen anderen Frauen hinterher.


    Er nimmt die Welt anders wahr und geht konsequent seinen Weg, das schätze ich sehr.


    Er ist superintellegent und das liebe ich sehr an ihm, auch wenn er mich nicht oft dran teilhaben lässt.


    Ich habe eine sehr innige Beziehung zu den Kindern, weil er es nicht kann, auch das genieße ich.


    Er ist sehr stark in dem was er vertritt, da kann die Welt untergehen, er bleibt bestehen und das gibt Sicherheit, weil er immer Recht hat.


    In seiner Familie sind alle sehr intellegent im mathematischen Bereich, und alle so kalt und hart.


    Ich hingegen habe mir mein Leben schwer erkämpfen müssen, was meinem Mann einfach zugefallen ist.@:)

    Vielleicht ist es nur Projektion, weil ich mich selbst gerade damit beschäftige - aber mir fallen dazu die Begriffe: passiv-aggressives Verhalten, Reaktanz, Trotz, Konfliktscheue, verdeckter Widerstand, Machtspiele ein.

    Ich glaube (und lasse mich wirklich sehr sehr gerne in dieser Hinsicht eines besseren belehren), dass man da mit den klassischen Tipps in Richtung "Kommunikation" nicht weiterkommt. Denn das würde ja voraussetzen, dass der Partner zur Kommunikation bereit ist. Meiner Vermutung nach passiert dann eher genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll: Du äußerst den Wunsch nach irgendetwas und er verletzt Dich mit Verweigerung; das Erfüllen von Erwartungen wird vermieden; Du sprichst etwas offen an, er reagiert mit Schweigen oder leugnet das Offensichtliche ("stimmt ja gar nicht", "das ist deine Meinung"); wenn Du ihn zu irgendwas motiviert kriegst, dann macht er nur desinteressiert und missmutig mit, nörgelt etc.


    Soweit ich das bisher verstanden habe, ist die Ursache eine unsichere Persönlichkeit bzw. ein Minderwertigkeits-/Unterlegenheitsgefühl. Er kann sich nur über diese Mittel "wehren", abgrenzen, aufwerten, da er im offenen Konflikt nicht bestehen könnte. Deswegen wird womöglich auch die Paartherapie abgelehnt. Letztendlich ist es eine unerwachsene, kindliche Strategie.


    Ich bin leider noch nicht so richtig weit damit, wie da eine Lösung aussehen kann, weil ich mich immer noch frage, was denn mit so einem Verhalten in einer Beziehung langfristig das Ziel sein soll ":/. Aber ein paar Gedankenanregungen: Gibt es einen Bereich, wo er sich Dir stark unterlegen fühlt? Gibt es eine "offene Rechnung", irgendwas, wofür er sich mit diesem Verhalten rächt?


    Letztendlich kann ich mich nur den Vorschreibern anschließen: Auf Dauer ist das nicht auszuhalten und läuft auf Trennung hinaus. Konfliktscheue Menschen bzw. Männer führen die natürlich nicht selbst aus sondern drängen die Partnerin dahin, damit sie danach auch noch in der Opferrolle hocken können.

    ...liebe vanPelt,


    das passt alles gut zum Asperger und für mich hört es sich so an.


    Sie können nicht wirklich kommunizieren, nur über erlerntes und Analyse von Verhalten.


    ich habe mich nicht getrennt, stand aber kurz davor und ich bereue es mittlerweile nicht, dass ich es nicht getan habe.


    Aber ich bin 54 und vielleciht liegt es daran, dass ich mein Leben anders genieße jetzt.


    Ich glaube an den Asperger, weil es sich für mich so anhört.