Naja, wenn du dich fragst, ob du mit ihr zusammen gekommen wärest, hättest du das früher gewusst, dann wird das mit dem Ankämpfen sehr schwierig werden, da es hier um Grundprinzipien geht.


    Sie war auf einer Reise, hat in der Zeit ein ganz anderes Leben gelebt und hat sich ausgetobt. Das war vor deiner Zeit.


    Jetzt, heute, ist sie mit dir zusammen, du hast dich verliebt in sie, hast eine Zukunft geplant, weil ihr wahrscheinlich gut zusammen passt.


    Was von den beiden letzten Abschnitten wiegt schwerer? An welchem Zeitpunkt misst du die Beziehung? Das würde ich mir überlegen an deiner Stelle.


    Ich kann mich nur nochmal wiederholen und sagen, dass ich 33 Sexpartner ebenfalls als relativ viel sehe und es ist egal, ob zwischen den Kontakten Tage, Wochen oder Jahre liegen. Kontakte sind Kontakte. Mir wäre das allerdings scheißegal, das sind Zahlen und wichtig wäre für mich, wie die Beziehung läuft.

    Überlege doch mal warum Du das billig findest? Was ist daran billig? Gibt es dafür wirklich Argumente oder ist es einfach nur so, dass Mama Dir das so beigebracht hat? Warum empfindest Du Sexualität offenbar als einen "heiligen Akt", der nur aus den richtigen Motiven heraus ausgeübt werden sollte? Ja, wenn man das tut um ein Kind zu zeugen, dann ist es schon was besonderes, aber muss das immer so sein? Kann man damit nicht einfach nur Spass haben, mit jemandem den man einfach nur erotisch findet? Was ist daran so schlimm?

    @ Verschw-praktiker

    Zitat

    Anders ausgedrückt: Muss ein Mensch, um dir zu gefallen, in der Vergangenheit in "vorauseilendem Gehorsam" alles in deinem Sinn "richtig" gemacht haben?

    Nein nicht alles, aber sie sollte bestimmte Dinge die mir nicht gefallen, nicht gemacht haben. Und wenn doch, müsste ich schon länger überlegen, ob ich mich trotzdem darauf einlassen möchte.


    Und dazu gehört für mich z.B., dass sie nicht ONS nach ONS innerhalb eines sehr langen Zeitraums gehabt haben sollte, weil ich das eben nicht gut finde.

    blu_sky, was willst du eigentlich?


    Suchst du hier jemanden mit großen Zauberkünsten, der die Vergangenheit deiner Freundin auslöschen kann?


    Wenn du konsequent bist, trennst du dich von der Frau, die du als Schlampe und minderwertig bezeichnest.

    @ Braunesledersofa

    Ja, ich werde das mit den Zahlen jetzt wieder lassen.


    Ich habe innerhalb der Beziehung den Konflikt, dass ich etwas für mich Schwerwiegendes verwerflich finde, was sie einfach läppisch abtut und sie überhaupt nicht registriert, dass mich das belastet.


    Aber das Problem liegt bei mir, das weiß ich ja.

    @ Dreamer35

    Ich weiß es nicht, das ist halt bei mir einfach so.

    Sie registriert das Problem nicht und tut es "läppisch" ab (warum schon wieder diese Herabsetzung?), weil die ONS nichts greifbares mit eurer Beziehung zutun haben. Es ist das Chaos in deinem Kopf, was das Problem ist, und da kann deine Freundin nicht reingucken.

    Wenn man eine Frau liebt dann muss oder sollte man damit klar kommen, wenn nicht dann gehe zu Psychater und rede über die Problematik mit ihm.


    Eines solltest du dir vor Augen halten, eine Vergangenheit ist eine Vergangenheit, die lässt sich nicht auslöschen.


    Ich rede auch über solche Sachen mit meiner liebsten und sie mit mir, das ist nicht schön für sie und mich aber es ist die Vergangenheit, ganz einfach.

    Jetzt prügelt doch nicht so arg auf ihn ein!

    @ blu_sky

    Ich war früher ein sehr eifersüchtiger Mensch und habe auch sehr enge moralische Maßstäbe an meine Partnerinnen angelegt. So eng, dass keine wirklich in der Lage war dem zu entsprechen. Es fing an damit, dass ich aufgrund meiner Erziehung (sehr religiöse Eltern), davon überzeugt war, meine Partnerin müsse unbedingt Jungfrau sein. Dann habe ich eine kennengelernt in die ich mich verliebt habe und nach ein paar Wochen erfuhr ich dass sie keine Jungfrau mehr ist. Mann war ich enttäuscht. Aber ich war doch so verliebt und ich wollte sie unbedingt, also hab ich darüber nachgedacht, was für mich dadurch wirklich anders ist. Also zuerst war da natürlich der Gedanke, dass ich es nicht war der sie entjungfert, das hat mir weh getan, aber warum? War sie deshalb weniger wert? Nein! War das wirklich wichtig, derjenige zu sein der sie entjungfert hat? Nein! Dann war da noch der Gedanke, dass da ein anderer Mann sein Teil drin hatte (lacht nicht, ich war 15), das hat mich damals tatsächlich geekelt. Aber gabs da wirklich einen Grund sich zu ekeln? Nein, das war ja schon Monate her. Was blieb also noch übrig? Nichts mehr! Ich habe dann angefangen meine ganzen Prinzipien zu überdenken, habe mir Gedanken gemacht über meine Erziehung und habe festgestellt, dass mir meine Eltern viel gutes vermittelt haben, aber auch viel Mist und dann habe ich angefangen aus zu misten. Heute bin ich in meiner Sexualität sehr frei, das würden meine Eltern niemals gutheissen, aber das geht sie auch gar nichts an. Trotz aller Freiheit habe ich immer noch Prinzipien, z.B. habe ich, mit inzwischen über 60 Jahren, noch nie eine Partnerin betrogen.


    Was ich mit all dem sagen will? Ich will sagen höre nicht auf das was Dir eingepflanzt wurde, sondern mache Dir Deine eigenen Gedanken und stelle fest was wirklich wichtig ist und was Du auf den Müll schmeissen kannst. Vielleicht erkennst Du, dass Du da etwas zu wichtig nimmst.

    Ich würde auch sagen, diese Gefühle zu unterdrücken hat überhaupt keinen Sinn, dann kommen sie von hinten und beißen Dir/euch in den Arsch, wenn ihr es gerade am wenigsten gebrauchen könnt. Da musst Du mitten durch und Dich damit auseinandersetzen, weshalb Du es so empfindest und was genau Du da eigentlich empfindest. Dieses ganze Konzept hinterfragen. Dich fragen, was Liebe für Dich ist und was Sex, und was beides für sie ist, und schauen, ob Du da eine neue Perspektive gewinnen kannst. Ansichten sind ja nicht gottgegeben und in Stein gemeißelt, die entstehen irgendwie, sie können hinterfragt werden, und sie können sich auch ändern. Das erfordert aber den Willen dazu und auch die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Weltbild auseinanderzusetzen. Das kann sehr spannend sein, aber auch schmerzhaft und seltsam.