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    ich wollte mich mal umhören, wie das bei euch zu Hause so läuft. Was eure Männer mit dem Baby, Kleinkind, oder auch dem größeren Kind so unternehmen bzw. sich darum kümmern.

    Unsere Tochter ist 15 Monate alt.


    Mein Mann macht sie morgens für die Kita fertig und bringt sie hin, ich hole sie nachmittags wieder ab (bin Lehrerin und daher mit dem Unterricht meistens am frühen Nachmittag durch). Abends bringen wir sie immer im Wechsel zu Bett, einen Tag er, einen Tag ich. Wenn sie vorher gebadet wird, machen wir das meistens gemeinsam. Nachts wird die Kleine schon länger nicht mehr wach, vorher haben wir uns da aber auch abgewechselt (nur stillen konnte er natürlich nicht). Abends kochen tun wir beide mal, öfter aber mein Mann. Die jeweils andere Person erledigt während der Zeit so Kleinkram wie Aufräumen oder Wäsche aufhängen. Geputzt wird am Wochenende oder nach Bedarf, ziemlich 50:50, würde ich sagen.


    Aufstehen und frühstücken tun wir eigentlich immer gemeinsam, es sei denn, einer von uns war abends mal unterwegs.


    Am Wochenende unternehmen wir meistens was zusammen. Manchmal hat einer von uns was vor, bei dem der andere nicht dabei sein will/kann. Dann kümmert die Person sich um unsere Tochter. Insgesamt hat mein Mann ein sehr enges Verhältnis zu unserer Tochter, von Anfang an eigentlich. Das liegt sicherlich auch daran, dass wir im ersten Jahr drei Monate gemeinsam im Ausland waren und daher viel Zeit miteinander verbracht haben. Im Job vermeidet er Überstunden, damit er abends nicht erst kommt, wenn unsere Tochter schon schläft. Allerdings fängt er demnächst was Neues an, mal sehen, ob er das da auch so durchziehen kann. Ich selbst arbeite so viel wie nötig und so wenig wie möglich. ;-D Manchmal muss ich am Wochenende korrigieren, dann macht er natürlich in der Zeit was mit unserer Tochter.


    Anders käme die Aufteilung in meinen Augen auch gar nicht in Frage. Das ist ja eine Sache, die sich auf die Beziehungsqualität auswirkt. Je ausgeglichener beide sind, desto mehr Zeit und Muße sind dann für die Beziehungspflege da.


    Ich finde es ehrlich gesagt beschämend, wie sehr und mit welchen fadenscheinigen Ausreden sich viele Männer immer noch aus der Verantwortung stehlen, wenn es um die eigenen Kinder geht. Im Job ist niemand unersetzlich, auch wenn manche das gerne von sich denken. In der Familie sieht das meiner Meinung nach aber anders aus. Ich wäre stinksauer und würde mir das, was der Vater deines Kindes da abzieht, nicht bieten lassen. Aber es gehören eben auch immer zwei dazu. Das solltest du dir vermutlich vor Augen halten. Alles Gute! @:)

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    Das solltest du dir vermutlich vor Augen halten.

    Ich kann ihn aber auch schlecht an den Haaren aus dem Bett zerren. Auszug auf bestimmte Zeit ist auch eher nicht umsetzbar, da wir ja irgendwo unter kommen müssten.

    Wie deutlich bist du denn schon geworden? Wenn er dich anfaucht, du müsstest an nichts denken, dann nimmt er deine Belastung anscheinend überhaupt nicht ernst oder es ist ihm nicht klar, wie belastet du dich eigentlich fühlst.

    Ich sagte ihm schon, dass ich so eben nicht weiter machen will und kann. Das sich einfach mal was ändern muss. Er meint auch, ich sehe müde und platt aus.


    Ob ihm das so bewusst ist, weiß ich leider nicht.

    Zum Thema, wenn das Kind nach dir weint, weil "du eben aktuell angesagt bist" - würde ich ihn mal fragen ob er vielleicht etwas ändern will, damit er auch angesagter ist.


    Mein Mann macht eine Umschulung seit der Kleine (20 Monate) auf der Welt ist, was tagsüber 12-13h außer Haus bedeutet (incl. Fahrt) plus abends zusätzlich lernen. Daher habe ich einen Großteil von Kind und Haushalt übernommen, freiwillig, damit er Zeit für die Umschulung hat


    Er findet aber jeden abend 1h zeit für unseren Sohn, zum spielen, kuscheln, tanzen, singen oder Buch lesen. Die Nachtschichten übernehme ich überwiegend, da ich morgens länger schlafen kann wie mein Mann, einen Bruchteil seines Arbeitsweges und der Arbeitszeit habe und auch besser mit weniger Schlaf auskomme wie er.


    Das Zubettgehen war bislang meine Aufgabe, da der Kleine sonst auch nur gebrüllt hat. Bis ich vor 2 Wochen unerwartet über Nacht ins KKH musste. Seitdem klappt alles problemlos mit Mama oder Papa, auch ohne Tränen.


    An den Wochenenden unternehmen wir alles gemeinsam, außer Sonntag vormittag, da geht mein Mann immer 2h mit dem Kind spazieren, damit ich in Ruhe kochen kann.


    Ich bin mit unserer Aufteilung zufrieden, mein Mann würde gerne, wenn es nach der Ausbildung möglich wäre, auch beruflich etwas zurückstecken um mehr Zeit für unser Kind und mich zu haben. Wäre auch schön.


    Ansonsten kann ich dir nur raten, versuche immer wieder mal ohne Vorwurf (auch wenn es schwer fällt) mit deinem Mann zu reden, :)_ und schau wo du für dich immer mal 5 gerade sein lassen kannst, das entspannt auch unheimlich. :)^

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    Ich sagte ihm schon, dass ich so eben nicht weiter machen will und kann. Das sich einfach mal was ändern muss. Er meint auch, ich sehe müde und platt aus.


    Ob ihm das so bewusst ist, weiß ich leider nicht.

    Falsche Formulierung. Es muss nicht "sich mal" etwas ändern, sondern ER sich. Und wenn DU nicht so weiter machen willst, dann wird er am Ende die Nachricht mitnehmen, dass wieder DU diejenige bist, die an ihrem Verhalten irgendetwas so justiert, dass es wieder passt. Er ist da außen vor.


    Hör auf durch die Blume zu kommunizieren. Sag ihm, er übernimmt mehr Haushalt, oder Du trennst Dich. Klare Worte, alles andere versickert ungehört.

    Ja, genau so, Ralph. Das Problem ist, dass man die Arbeit nicht sieht, die darin steck den status quo zu erhalten. Genau das ist, Darkred Sunshine, ganz offensichtlich euer Problem. Er sieht seinen Stress und denkt du schaukelst da zu Hause gemütlich deine Eierstöcke. "Das bisschen haushalt macht sich von alleine, mein Schatz" *träller*


    Da nützt es nur, wenn er mal dein Programm bekommt. Rollentausch. Wann hat er Urlaub?

    Aber er kann entscheiden, dass du bis dahin keine Freizeit hast? Wann machst du denn Urlaub? Wenn er das ohne dich entscheidet, kannst du das auch. "Schatz, ich habe in der ersten August-Woche Urlaub und fahre ein paar Tage alleine an die Nordseeküste. Ich muss dringend mal raus."


    Wenn du immer für alles eine Entschuldigung oder einen Gegengrund hast, ist es doch klar, dass sich nichts ändert. Wieso sollte er was ändern, wenn du im Grunde doch alles akzeptierst, was er macht und entscheidet? Du sagst zwar es passt dir nicht, aber so richtig dahinterstehen tust du ja scheinbar auch nicht.