Liebe TE,


    dein Kind "plärrt" so viel, weil es vollkommen unentspannte Eltern hat, denen gebügelte Klamotten, die Arbeit und ein reibungsloser Tagesablauf wichtiger sind als alles andere. Kleinkinder nehmen Spannungen sehr gut wahr, und einige von ihnen reagieren darauf als Ausdruck ihres Wunsches nach Sicherheit mit der vermehrten und lautstarken Forderung nach Aufmerksamkeit. Einen Großteil des Tages ist das Kind wegrationalisiert, weil seine Eltern sich auf ein finanzielles und arbeitsteiliges Konstrukt "geeinigt" haben, das im Grunde immer nur dich benachteiligt. Den Rest der Zeit klammert sich dein Sohn natürlich an dich, weil du abgesehen von der Fremdbetreuung (die ich nicht schlecht reden will!) die einzige Konstante bist.


    Ganz allein kommst du da nicht raus: Dein Mann hat sich gut eingerichtet und du selbst hängst in deiner Spirale von erwünschter Perfektion fest, die aber nie erreicht werden kann. Auch äußere Veränderungen wie ein neuer Job oder ein kurzer Urlaub werden nur temporär helfen. Die Zweck-WG mit deinem Mann funktioniert nicht. Ich halte mich mit Ratschlägen wie Eheberatung etc. zurück - du musst herausfinden, ob und was überhaupt noch helfen wird. Wichtig ist allerdings, dass du Zufriedenheit erlangst. Und dir darüber klar wirst, dass du die nicht durch saubere Fenster oder einen aufgeräumten Keller bekommst.

    Mein Kind hat seit seiner Geburt nur geschrieen. Ich glaube nicht, dass es an äußeren Faktoren liegt, sondern vielmehr ein Charakterzug ist.


    Und dass ich nichts mit ihm mache, wenn ich von der Arbeit komme ist eime haltlose Unterstellung.

    Ich habe nur mal über den Anfang und die letzten beiden Seiten gelesen. Grad zuletzt fiel mir auf "ich kann ja nicht...".


    Nein? Kannst Du nicht? Doch! Wenn sich irgendwas ändern soll, mußt Du sogar. Er hat sich über längere Zeit jetzt so eingerichtet, daß es für ihn paßt. Ihn aus diesem Muster zu holen ist schwer. Und nervenaufreibend. Aber wenn ihm etwas an Dir und dem Kind liegt, dann ist es nicht unmöglich.


    Dafür mußt aber auch Du Deine Komfortzone (kein Streß mit ihm) verlassen. Ich bin der Meinung, daß das nur über Konfrontation funktionieren wird. Vorsichtige Gespräche und Andeutungen werden da nichts bringen.


    Alternativ kannst Du es einfach mal mit direkten Ansagen versuchen: "Morgen früh stehst Du auf und kümmerst Dich um .." Und wenn er es nicht tut, dann bringst Du ihm das Kind hin (und suchst Dir ein ruhigen Ort für Dich).


    Mit "es wäre schön...", "ich würde mich freuen wenn..." und "ich finde das nicht gut ..." wirst du nicht (mehr) weiterkommen.

    Zitat

    Ich kann ihm ja schlecht vorschreiben, wann er kein Geld verdient

    Das Thema Finanzen scheint bei euch ein großes, ungeklärtes Thema zu sein.


    Ist es für dich so ok, wie es finanziell läuft?


    Für mich wäre es ein Punkt, bei dem ich ganz klar einfordern würde, es gemeinsam neu aufzustellen. Einfach weil so viel dran hängt - deine Entlastung im Haushalt in Form einer Haushaltshilfe, die Betreuungssituation eures Sohnes, deine Arbeitsbelastung.

    DakredSunshine

    Aber entspannt bist du doch nicht, oder? Ganz unabhängig, ob das für dein Kind irgendwas bedeuten würde, aber es wäre doch für dich alleine schon toll, wenn du entspannter sein könntest. Wenn du da deinen Mann aber nicht mit reinnimmst, wie soll es alleine gehen? Ihr seid nun mal Eltern, da kann sich nichts verändern, wenn nicht beide mitziehen (ist ja sogar bei getrennten Eltern so, dass sie irgendwie miteinander Dinge planen/besprechen müssen).

    Zitat

    Er verdient nur Geld, wenn er arbeitet, im Urlaub nicht. Somit habe ich da wenig Mitspracherecht.

    Aber wenn man eine gemeinsame Kasse hat, haben beide Mitspracherecht, wie Einzahlungen uns Ausgaben laufen. Es wird gemeinsam gewirtschaftet, überlegungen gemeinsam durchgesprochen und gemeinsam Entscheidungen getroffen.


    Findest du die Aufstellung derzeit mit den getrennten Kassen (wo du dann kein Mitspracherecht bei seinen Ein-/Auszahlungen hast) wirklich fair und eurer Situation angemessen?

    Zitat

    Was heißt ist es ok? Er verdient nur Geld, wenn er arbeitet, im Urlaub nicht. Somit habe ich da wenig Mitspracherecht.

    Mit der Einstellung wirst du auch nie auf einen grünen Zweig kommen, fürchte ich...

    Zitat

    Ich glaube Alleinerzeihende sind nie entspannt.

    Mal ganz ketzerisch: Du wärst dann vermutlich wesentlich entspannter als jetzt. Weil du nicht mehr rumeiern müsstest mit dem, was dein Mann tut oder nicht tut, sondern dir euer Leben ganz gemütlich zu zweit einrichten könntest, ohne auf ihn Rücksicht nehmen zu müssen. Er zahlt Unterhalt, kümmert sich selbst um sein Haus, seinen Garten und seine Mieter und du hast seine Arbeit nicht an der Backe. Im Moment belastet die Situation mit ihm zusätzlich. Dieser Faktor wäre ohne ihn halt definitiv weg.

    Zitat

    Findest du die Aufstellung derzeit mit den getrennten Kassen (wo du dann kein Mitspracherecht bei seinen Ein-/Auszahlungen hast) wirklich fair und eurer Situation angemessen?

    Nein, das finde ich nicht. Aber man kann leider auch niemanden zwingen.

    @ katharina-die-große:

    so kann man es natürlich auch sehen.

    Zitat

    Nein, das finde ich nicht. Aber man kann leider auch niemanden zwingen.

    Bei einem gemeinsamen Kind geht das.


    Ich behaupte nicht, dass es leicht durchzusetzen ist. Gerade weil ihr wie völlig erstarrt in eurer derzeitigen Situation zu sein scheint.


    Aber ihr seid verheiratet, habt ein gemeinsames Kind, ihr wollt beide als Familie in Zukunft zusammenleben (oder?) - da sollten vernünftige, ruhige Gespräche über so ein Thema doch möglich sein.

    DarkredSunshine


    Du schreibst immer wieder, "man kann keinen zwingen". Das stimmt. Du kannst deinen Mann nicht zwingen. Aber: willst du dich deshalb, weil du IHN nicht zwingen kannst, bis in alle Ewigkeiten von ihm zwingen LASSEN? Denn so läuft es doch. Er macht nicht, was du dir wünschst, aber du machst alles so, wie er sich das vorstellt.


    Warum lässt du dich zwingen? Warum lässt du das mit dir machen?

    Irgendwie begreife ich es nicht.


    Ihr seid verheiratet, habt einen gemeinsamen Sohn.


    Theoretisch besteht Unterhaltspflicht.


    Praktisch zahlst du alles, was euren Sohn betrifft.


    Ist es dir nicht möglich, mit ihm alle Finanzen auf den Tisch zu packen und gemeinsam zu planen und zu entscheiden?

    Habe ich weiter vorne ja schonmal geschrieben und dann bekam ich zur Antwort: kann ich nicht.... So dann steht man da:


    KiTa-Gebühren müssen trotzdem gezahlt werden, Klamotten / Schuhe auch und Essen muss er ja auch was.