• Männer, was macht das Bordell so geil?

    Wieso macht der Bordellgang süchtig? Ich habe von einem Mann gehört, er findet den Gang zum Bordell geil. Also es macht ihn total geil....
  • 253 Antworten

    Was mich interessieren würde ist die Frage, warum Männer sich einerseits auf das "Abenteuer" Prostituierte einlasssen, andererseits diese aber dann als Schlampe abtun und abfällig über diese Frauen reden. Oder noch verkürzt gefragt: Was ist für einen Mann so toll daran, mit einer Schlampe zu schlafen (ich weise ausdrücklich daraufhin, dass nicht ich Prostituierte als Schlampe bezeichne sondern z.T. das Klientel dies tut).


    Oder ähnlich gelagert: Warum, nachdem ein Mädchen von ihrem Freund schwanger ist, kommt der Typ plötzlich daher und sagt, die hat doch mit jedem was, ich war nicht der einzige (glaubt er das wirklich und wenn ja, warum fällt ihm das erst hinterher ein, hätte ihn das vorher nicht viel mehr stören müssen)?

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    Sexuelle Befriedigung kannst du dir aber auch alleine verschaffen

    nein

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    Wenns so wäre, hätten sich im Mittelalter wahrscheinlich 90% aller Männer umbringen müssen, die zu arm waren, um selbst eine Ehe eingehen zu können

    Wieso umbringen? ich habe nicht gesagt, dass sexuelle befriedigung lebensnotwendig ist. Individuelle Freiheit (gab es im Mittelalter so auch nicht für jeden) ist aich nicht lebensnotwendig, würdest du aber trotzdem als Grundbedürfnis sehen, oder?

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    materielle Zwänge

    kann man über viele Berufe sagen. Jeder, der sich eine Putzfrau nach hause holt, profitiert auch von der finanziellen Lageeiner/eines anderen. So wie bei vielen anderen Berufen auch. Nur wenn es um sexuelle Dienstleistungen, ist es plötzlich Ausnutzung . Welch eine Heuchelei.

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    mafiöse Strukturen

    Deswegen sage ich ja, dass ein Bordellbesucher verplichtet ist, so gut es eben geht sicher zu gehen, dass das Bordell seriös ist. Dafür muss man dann eben tiefer in die Tasche greifen. Ein gut geführtes Bordell ist eben teurer. Was definitiv unmoralisch ist, ist auf dem Strich die Dumpingpreise wahrzunehmen, weil dort sind meines Wissens nach tatsächlich viele Zwangsprostituirte.

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    Und wie ist es in diesen Ländern mit der "Freiwilligkeit" der Sexworkerinnen bestellt? Fragen über Fragen...

    Das lehne ich ja auch ab. Ich sage, dass Mann ein Recht auf sexuelle Befriedigung hat (so wie Frauen auch: http://www.stern.de/panorama/eheliche-pflichten-verletzt-kein-sex-frau-bekommt-schadensersatz-1756855.html) Ich sage NICHT, dass ein mann dieses Recht um jeden Preis hat. Auf Zwangsprostituirte hat ganz sicher niemand ein Recht, so wie ich auch andere Grundbedürfnisse nicht befriedigen darf, indem ich die Rechte anderer missachte. Nach Thailand würde ich deninitiv niemals

    @ SirTelemark

    Ich wollte mit meinem Beitrag eigentlich darauf hinaus, dass man das Thema Prostitution so undifferenziert wie hier nicht wirklich diskutieren kann; weil eben so vieles unter Prostituition fällt (freiwillige Sexworkerinnen, aber auch Menschenhandel) und eine Differenzierung zwischen Kriminalität und persönlicher Freiheit extrem schwer fällt. Und diese alle Aspekte kann man nicht unter einem Schlagwort diskutieren, weil jeder bei dem Begriff ein anderes Bild vor Augen hat, andere Assoziationen herstellt.

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    Jeder, der sich eine Putzfrau nach hause holt, profitiert auch von der finanziellen Lageeiner/eines anderen. So wie bei vielen anderen Berufen auch. Nur wenn es um sexuelle Dienstleistungen, ist es plötzlich Ausnutzung . Welch eine Heuchelei

    Eben solche Statements werfen wieder alle Formen der Prostitution in einen Topf und verschleiern die vielfach kriminellen Strukturen dahinter. Mag sein, dass ich deswegen das Thema anders betrachte, weil ich selbst eine Frau bin. Weil zwischen putzen und mich von einem zahlenden Kunden penetrieren oder an intimen Körperstellen anfassen zu lassen ein dermaßen himmelweiter Unterschied besteht. Nehmen wir mal ein Extrembeispiel, um die Absurdität dieses Vergleiches (Dienstleistung vs. Prostitution zu unterstreichen): für dich ist es also das Gleiche, wenn ich dem Nachbarskind 5 Euro fürs Rasenmähen gebe, oder wenn ich im Keller mit ihm sexuelle Handlungen vornehme?


    – > vermutlich nicht. Sex ist keine Dienstleistung, zumindest wird es in unserem Kulturkreis nicht primär als solches verstanden

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    für dich ist es also das Gleiche, wenn ich dem Nachbarskind 5 Euro fürs Rasenmähen gebe, oder wenn ich im Keller mit ihm sexuelle Handlungen vornehme?


    – > vermutlich nicht. Sex ist keine Dienstleistung, zumindest wird es in unserem Kulturkreis nicht primär als solches verstanden

    sorry, aber wenn du sagst, Sex ist keine Dienstleistung (bzw kann keine sein), wirfst du doch genauso alles in einen Topf. So wie ich deinen Beitrag verstehen muss, vergleichst du Bordellbesucher mit Kinderschändern. Dagegen verwahre ich mich natürlich ausdrücklich.


    Wenn ich sage, dass Prostitution einen Sinn hat, rede ich immer von erwachsenen Frauen, die sich aktiv dafür entschieden haben. (soll heißen, weil sie von sich aus bereit sind, das für Geld zu tun und nicht durch andere dazu gezwungen werden)

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    Weil zwischen putzen und mich von einem zahlenden Kunden penetrieren oder an intimen Körperstellen anfassen zu lassen ein dermaßen himmelweiter Unterschied besteht.

    Das hat aber auch gesellschaftsideologische Gründe. Sexualität und Selbstbefriedigung werden von Kindesbeinen an als etwas Persönliches, Heiliges und Unverkäufliches propagiert.

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    Sexuelle Befriedigung kannst du dir aber auch alleine verschaffen


    nein

    Armer Telemark, hast Du keine Hände?


    'Recht auf Sex' finde ich ein seltsames Konzept. Rechtsprechung ist eine rein menschliche Erfindung, Sexualität ist naturgegeben. Und der Natur bist Du als Individuum scheißegal. Wer gewährt Dir also das Recht auf Sex? Ein Recht, das nirgends eingeklagt werden kann, ist doch nichts wert.

    Zitat

    Armer Telemark, hast Du keine Hände?

    Das ist auf Dauer nicht befriedigend. ich trenne nämlich nicht nur Liebe und Sex voneinander, sondern auch Selbstbefriedigung und Sex. Für mich sind das zwei unterschiedliche Formen der Sexualität und das eine kann das andere nicht ersetzten. So wie Essen und Trinken zwei unterschiedliche Formen der Nahrungsaufnahme sind und man beides braucht.

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    'Recht auf Sex' finde ich ein seltsames Konzept. Rechtsprechung ist eine rein menschliche Erfindung, Sexualität ist naturgegeben. Und der Natur bist Du als Individuum scheißegal. Wer gewährt Dir also das Recht auf Sex? Ein Recht, das nirgends eingeklagt werden kann, ist doch nichts wert.

    Ich rede ja auch nicht vom menschlichen Gerichtswesen, sondern von einem moralischen Recht. Wenn du so willst, ein "natürliches Recht", welches besagt, dass Menschen ihre Grundbedürfnisse befriedigen dürfen. Nicht weil ein staat das garantiert, sondern weil ichdadurch, dass ich ein menschbin, moralisch ein recht darauf habe. Ein solches recht ist nicht in jedem Staat einklagbar, aber wertlos ist es deshalb nicht. Als moralische Legitimation kann es immer noch dienen. Aber das geht jetzt zu sehr ins Philosophische...

    Ich finde auch nicht, dass es ein moralisches Recht auf Sex mit einem anderen Menschen gibt. Sonst gäbe es ja ein Recht darauf, jemanden zu vergewaltigen, wenn man niemanden findet, der Sex mit einem möchte. :-o

    @ LolaX5

    Nein, denn wie bei jedem anderen Recht werden die Rechte des einen durch die Rechte des anderen eingeschränkt. Das Recht auf Sex wird durch das Recht auf Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung begrenzt. Also ist eine Vergewaltigung auch dann unmoralisch, wenn es ein Recht auf Sex gibt. (Mal ganz davon abgesehen dass es pervers und widerlich ist)


    Zum Beispiel hat man meiner Meinung nach auch ein allgemeines Recht auf soziale kontakte, weil das auch ein Grundbedürfnis ist. Das heißt aber noch lange nicht, dass eine bestimmte Person mit mir befreundet sein muss, nur weil ich das will.

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    sorry, aber wenn du sagst, Sex ist keine Dienstleistung (bzw kann keine sein), wirfst du doch genauso alles in einen Topf.

    Darüber muss ich jetzt erstmal nachdenken ... ":/

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    So wie ich deinen Beitrag verstehen muss, vergleichst du Bordellbesucher mit Kinderschändern. Dagegen verwahre ich mich natürlich ausdrücklich.

    Ich hab doch ausdrücklich geschrieben (hast du ja auch mitzitiert), dass diese Auffassung NICHT nicht nicht nicht nicht als "normal" empfunden wird von Durchschnittsmenschen! Da unterstellst du mir ja auch was ...

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    Das hat aber auch gesellschaftsideologische Gründe. Sexualität und Selbstbefriedigung werden von Kindesbeinen an als etwas Persönliches, Heiliges und Unverkäufliches propagiert.

    Natürlich, das bestreite ich ja auch gar nicht und diese Ansicht beißt sich ja auch nicht mit meiner Argumentation. Eben, dass Sex im Allgemeinen eben nicht als Dienstleistung aufgefasst wird und wir diese Auffassung dann auch zwangsläufig an unsere Kinder tradieren.

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    Wenn ich sage, dass Prostitution einen Sinn hat, rede ich immer von erwachsenen Frauen, die sich aktiv dafür entschieden haben. (soll heißen, weil sie von sich aus bereit sind, das für Geld zu tun und nicht durch andere dazu gezwungen werden)

    Frage: Kann und will ein Freier das überprüfen (zumal es ja auch hier genügend Fäden von alkoholisierten Puffbesuchern gibt, wo das Urteilsvermögen klar getrübt ist)? Meiner Meinung nach ist es nur sehr, sehr schwer für einen Kunden zu eruieren, wer hier was freiwillig macht. Und schon ist wieder der fatale Brückenschlag zur Kriminalität nicht weit :-/

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    Frage: Kann und will ein Freier das überprüfen

    Es gibt nicht den "einen Freier". Ich kann nur von meinen zwei Besuchen sprechen und kann sagen, dass ich es überprüfen wollte und dabei nüchtern war. Man kann es ein Stück weit überprüfen. Zum Beispiel kann man im Internet herausfinden, wie gut der Servive in einem laden ist und wie sauber es ist. Wenn die Preisklasse höher wird, ist Zwangsprostitution unwahrscheinlich, solche läden auf ihren ruf und guten Service achten. Ist ein doofer Vergleich, aber in einem Luxusrestaurant hat man ja auch mehr Vertrauen in die hygiene der küche als in einer Imbissbude. Zum anderen kann man darauf achten, wie lange es das Bordell schon gibt und ob häufig die Betreiber wechseln. Wenn es einen Laden dauerhaft gibt und die Betreiber auch bleiben, spricht das für eine gewisse Konstanz, die in der Illegalität so schwer möglich ist. Das sind alles gute Indizien. 100% sicher kann man natürlich nie sein.

    (gibt es hier eigentlich keine Editier-Funktion? Ich schicke meine Beiträge gerne mal ungeprüft raus und editiere dann die Fehler weg, aber das geht hier nicht, oder?)