Ich war in der Zeit von 19 bis 40 nie länger als drei Monate ohne feste Beziehung. Und es wechselte mehrmals. Ich konnte nicht länger ohne Frau sein. Ich habe in den kurzen Phasen zwischen zwei Beziehungen mich kaum ausgehalten. Das Alleinsein hat mich verrückt gemacht. Also weitersuchen.


    Dann konnte ich nicht mehr und habe zwei Jahre ohne Beziehung ausgestanden. Ich habe gelernt, wie es sich anfühlt, habe die Einsamkeit ausgelotet. Das waren zwei wertvolle Jahre für mich, voller Höhen und Tiefen.

    Puh ... durchatmen:

    Zitat

    "Ich bin Anfang 30, ich will endlich ein Kind. Eines kann ich mit ihm aufziehen, aber auch ohne." (sie hat ohne sein Wissen die Pille abgesetzt)


    Eine andere:


    "Weißt du, was hier die Miete kostet? Ist doch zu zweit viel einfacher."

    Menschen, die rein ökonomisch denken und wo es an Gefühl mangelt, gab und gibt es immer. Das ist schwer nachvollziehbar, wenn man anders tickt.


    Ich weiss wovon ich spreche, da ich einen (zweieiigen) Zwilling habe, der recht gefühlskalt durch das Leben geht.


    Für mich ist z.B. das "Freundschaft +" soetwas von abschreckend. Immerhin ist es ehrlich und wenn Leute damit zufrieden sein können oder gar glücklich. Dann ist es absolut ok.

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    Ja, man kann es natürlich auch so sehen, vielleicht handelt es sich einfach positive Menschen, die nach vorne schauen und nicht zurück.

    ich sehe das ähnlich kritisch, wie du.


    klar, nach einer trennung sollte man nach möglichkeit nach vorne blicken und nicht 10 jahre lang in tiefste depressionen fallen. ;-D


    aber beziehungen und trennungen zeigen einem - finde ich zumindest - ja ein stück weit auch eigene fehler, schwächen oder unzulänglichkeiten auf. ich finde es wichtig, sich dann auch die zeit zu nehmen, sich diesen zu stellen und evtl. irgendeine lehre daraus mit zu nehmen. irgendwas, was einem auf lange sicht hilft, was einen reifer oder selbstbewusster macht.


    ansonsten sehe ich beim partner-hopping auch noch das problem, dass man demjenigen nicht gerecht wird. will sagen: wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann weil da liebe im spiel ist. man respektiert und achtet sich und mag sich eben sehr.


    bei manchen menschen hab ich aber den eindruck, da ist irgendwann im leben mal ein loch ins selbstwertgefühl gerissen worden und das muss nun unbedingt mit einem partner gestopft werden. wenn sich dann der aktuelle als nicht mehr passend entpuppt, sucht man sich den nächsten partner usw.


    da sehe ich eben das problem, dass man sich nie ganz seinem innenleben stellt oder mit dem loch im selbst befasst. anstatt ein loch im boot zu flicken schöpft man einfach das wasser immer wieder raus und von zeit zu zeit frustriert einen das dann so, dass man den eimer wechselt.

    Das schnelle nexten kenne ich aus meinem direkten Umfeld eher auch nicht, aber ich bin vielleicht noch zu jung ;-).


    Mein Bruder bildete in den 20gern eine Ausnahme. Er neigte nach Beziehungen zu 2-3 monatigen ONS Phasen und schob oft erst danach die Beziehungsdepression. Er hat das mit seinem angegriffenen Ego begründet, besonders wenn er verlassen wurde.


    Was ich mich frage, wenn ich das hier:

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    Mich schockiert vor allem auch das Unverständnis, wenn man Zeit benötigt, etwas zu verarbeiten. Sei es nach einem Todesfall, einer Trennung oder wonach auch immer. Man muss funktionieren, darf nicht "jammern" und wenn doch, folgen oft unnütze, ärgerliche Floskeln wie "wird schon wieder".

    lese, was wohl ein sehr zentraler Punkt für Dich ist: Sind Deine Freunde da nicht für Dich da? Und wenn sie für Dich da sind, warum ist dann das Umfeld was Du offensichtlich nicht näher kennst und wo Du hauptsächlich spekulieren kannst "warum wieso weshalb" so wichtig? Was erwartest Du von Deinen Freunden in so einer Situation, bzw was machst Du als Freundin in so einer Situation bei anderen?

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    bei manchen menschen hab ich aber den eindruck, da ist irgendwann im leben mal ein loch ins selbstwertgefühl gerissen worden und das muss nun unbedingt mit einem partner gestopft werden. wenn sich dann der aktuelle als nicht mehr passend entpuppt, sucht man sich den nächsten partner usw.


    da sehe ich eben das problem, dass man sich nie ganz seinem innenleben stellt oder mit dem loch im selbst befasst. anstatt ein loch im boot zu flicken schöpft man einfach das wasser immer wieder raus und von zeit zu zeit frustriert einen das dann so, dass man den eimer wechselt.

    Das ist sicher ein wichtiger Aspekt: Es gibt tendenziell viele Menschen, die Selbstwert für Frembestätigung substituieren. Da könnte ich mir auch vorstellen, dass wenn das Gegenüber dann weniger oder nicht mehr bestätigt schnell genexted wird.

    Ich habe ähnliches beobachtet.


    Eine Bekannte, Mitte Zwanzig wechselt fast nahtlos von einem Kerl zum nächsten.


    Läuft immer alles nach Schema F ab. Typ kennen lernen, überall von großer Liebe reden,


    nach 3-4 Wochen erster Streit, eine Woche später wieder versöhnt und wenige Wochen später endgültig getrennt. Dann großes hinterher Geflenne und wenige Wochen danach nächster Versuch mit einem neuen Typen.


    Eine andere Frau war langjährig liiert und hat mit ihrem Freund zusammengelebt.


    Dann hat sie sich während sie offiziell noch mit ihm zusammen war sich in einen anderen verliebt.


    Hat dann gemeint, wenn das mit dem Neuen klappt schenke ich dem Alten reinen Wein ein.


    Wenn nicht, mache ich dem Alten wieder schöne Augen und versuche die Beziehung aufleben zu lassen.


    Dann einen anderen kennengelernt und dem schöne Augen gemacht, gleichzeitig anfangs betont,


    eigentlich den Ex noch zu lieben und den Neuen nicht.


    Der Ex weiß aber immerhin jetzt Bescheid, dass es einen Neuen gibt.


    Momentaner Stand der Dinge, Beziehung mit dem Neuen schwierig und Ex immer noch in der Wohnung.


    Jegliche Hinweise, doch mal das Leben in eigener Wohnung in Angriff zu nehmen werden abgeschmettert.

    Zitat

    Sind Deine Freunde da nicht für Dich da? Und wenn sie für Dich da sind, warum ist dann das Umfeld was Du offensichtlich nicht näher kennst und wo Du hauptsächlich spekulieren kannst "warum wieso weshalb" so wichtig?

    Das Umfeld ist darum "wichtig", weil ich mir diesbezüglich Sorgen um meine Zukunft mache. Diejenigen "Switcher", die ich kenne, gaukeln dem Neuen jeweils ein so starkes Verliebtsein vor und schaffen es teilweise auch, dass das Gegenüber innerhalb von kürzester Zeit bei ihnen einzieht. Ich mache mir da schon so meine Gedanken, wie ich es vermeiden kann, auch mal an so jemanden zu geraten und drauf rein zu fallen. Bitte nicht damit verwechseln, dass ich anderen Vorwürfe mache oder was auch immer. Wenn wer täglich wechselnde Sexualpartner bevorzugt, dann bitte. Ist alles jedem selbst überlassen, solang es nicht mich selbst betrifft.

    Zitat

    Was erwartest Du von Deinen Freunden in so einer Situation, bzw was machst Du als Freundin in so einer Situation bei anderen?

    Meinst du damit, wenn ich in einem Tief bin? Jene Personen, welche ich wirklich als "Freunde" bezeichne, gehen bei einem Problem auch darauf ein. Ich finde es wichtig, dass wenn man sich z.B. über etwas aufregt, nicht ständige Standardaussagen kommen wie "reg dich nicht auf" oder "ist ja nicht so schlimm". Ein einfaches "ja, das ist scheiße!" ist manchmal mehr wert als gezwungenes die Sonne scheinen lassen. Oder im Falle einer Trennung auch mal zuhören und Zeit geben, die Gefühle auch mal zuzulassen. Ein schnelles "nach vorne blicken" kann meiner Meinung auch schnell mit Verdrängen verwechselt werden.

    Zitat

    Sind Deine Freunde da nicht für Dich da? Und wenn sie für Dich da sind, warum ist dann das Umfeld was Du offensichtlich nicht näher kennst und wo Du hauptsächlich spekulieren kannst "warum wieso weshalb" so wichtig?

    Das Umfeld ist darum "wichtig", weil ich mir diesbezüglich Sorgen um meine Zukunft mache. Diejenigen "Switcher", die ich kenne, gaukeln dem Neuen jeweils ein so starkes Verliebtsein vor und schaffen es teilweise auch, dass das Gegenüber innerhalb von kürzester Zeit bei ihnen einzieht. Ich mache mir da schon so meine Gedanken, wie ich es vermeiden kann, auch mal an so jemanden zu geraten und drauf rein zu fallen. Bitte nicht damit verwechseln, dass ich anderen Vorwürfe mache oder was auch immer. Wenn wer täglich wechselnde Sexualpartner bevorzugt, dann bitte. Ist alles jedem selbst überlassen, solang es nicht mich selbst betrifft.

    Zitat

    Was erwartest Du von Deinen Freunden in so einer Situation, bzw was machst Du als Freundin in so einer Situation bei anderen?

    Meinst du damit, wenn ich in einem Tief bin? Jene Personen, welche ich wirklich als "Freunde" bezeichne, gehen bei einem Problem auch darauf ein. Ich finde es wichtig, dass wenn man sich z.B. über etwas aufregt, nicht ständige Standardaussagen kommen wie "reg dich nicht auf" oder "ist ja nicht so schlimm". Ein einfaches "ja, das ist scheiße!" ist manchmal mehr wert als gezwungenes die Sonne scheinen lassen. Oder im Falle einer Trennung auch mal zuhören und Zeit geben, die Gefühle auch mal zuzulassen. Ein schnelles "nach vorne blicken" kann meiner Meinung auch schnell mit Verdrängen verwechselt werden.

    Wenn man sich schnell und häufig verliebt, sind diese fliegenden Wechsel eben einfach die naheliegendste Option.


    Ich verliebe mich langsam und selten. D.h. selbst wenn ich es wollte, könnte ich es nicht so halten. ;-D


    Für andere fühlt es sich so gut an, also nachen sie es.


    Ich würde aber um keinen Preis mit den Leuten tauschen wollen, die sich so leicht verlieben...

    Das hast du sehr gut beschrieben! Immer die große Liebe.


    Geht oft so weit, dass innerhalb von kürzester Zeit (wenigen Wochen) über Kinder, Wohnung, Haus diskutiert wird. Streit, Geheule, Trennung, nächster bitte...

    Zitat

    Das hast du sehr gut beschrieben! Immer die große Liebe.

    Naja, um diese Strohfeuertypen, kann man ja recht leicht einen Bogen machen. ;-) Wenn jemand meinen würde, mir seine Liebe zu beteuern zu können bevor er mich überhaupt ernsthaft kennt, dann könnte ich ihn überhaupt nicht erstnehmen. Da wäre doch völlig offensichtlich, dass es gar nicht um mich geht.

    wednesday

    Zitat

    Das Umfeld ist darum "wichtig", weil ich mir diesbezüglich Sorgen um meine Zukunft mache. Diejenigen "Switcher", die ich kenne, gaukeln dem Neuen jeweils ein so starkes Verliebtsein vor und schaffen es teilweise auch, dass das Gegenüber innerhalb von kürzester Zeit bei ihnen einzieht.

    Wieso machst du dir denn Sorgen? Das hast du doch wunderbar in der Hand!

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    Wieso machst du dir denn Sorgen? Das hast du doch wunderbar in der Hand!

    Naja, dazu müsste man doch jemand sein, der sein Gegenüber stehts sofort durchschaut :-) Aber ich könnte ja einfach nach einem Lebenslauf im Liebesbereich fragen ;-D

    Zitat

    Naja, dazu müsste man doch jemand sein, der sein Gegenüber stehts sofort durchschaut

    Nein - es geht da ja um deine Handlungen. Du skizzierst es doch hier:


    Geht oft so weit, dass innerhalb von kürzester Zeit (wenigen Wochen) über Kinder, Wohnung, Haus diskutiert wird. Streit, Geheule, Trennung, nächster bitte... - Zu solchen Gesprächen und Handlungen wie zusammenziehen, gehören ja nun mal zwei. Außerdem hat Lola dazu ebenfalls etwas geschrieben:


    Naja, um diese Strohfeuertypen, kann man ja recht leicht einen Bogen machen.