Ich kann aus eigener, mehrfacher Erfahrung sagen: Das Thema Haushalt wird dann erst so kritisch, wenn die Liebe weg ist. Solange man sich liebt und die Beziehung ansonsten in Ordnung ist, diskutiert man vielleicht mal, wer was tut im Haushalt - aber diese verbissenen, harten Kämpfe um dieses Thema kommen meist dann, wenn das Ende nur noch eine Frage der Zeit ist.


    Ich hatte jedenfalls meist zu Anfang einer Beziehung leidenschaftlichen Sex auf dem Küchentresen - und gegen Ende der Beziehung ebendort verbissene Anschuldigungen zum Thema Müll runterbringen.


    Das zeigt: es liegt nicht am Haushalt. Es liegt daran, das das Thema Haushalt plötzlich einen unverhältnismäßig hohen Stellenwert in der Beziehung bekommt, weil da sonst nicht mehr viel ist.


    Deshalb würde ich anstelle der TE auch mal auf die Frage: "War er schon immer so?" antworten: Ja, wahrscheinlich, aber erst jetzt stört es sie so sehr das sie fast durchdreht.


    Ich würde mir an Stelle der TE Gedanken um meine Ehe machen, sonst ist das Thema Haushalt bald nichtmehr eurer größtes Problem.

    Zitat

    Ich hatte jedenfalls meist zu Anfang einer Beziehung leidenschaftlichen Sex auf dem Küchentresen - und gegen Ende der Beziehung ebendort verbissene Anschuldigungen zum Thema Müll runterbringen. Das zeigt: es liegt nicht am Haushalt.

    Und Du hast von Anfang an mit Deinen Partnern zusammengewohnt?




    Klar liegt es nicht am Haushalt (der Arme kann wirklich nichts dafür o:)), die Ursachen liegen einerseits an dem Ferkelpartner, der aus Faulheit und fehlendem Respekt keinen Finger rührt, anderseits an dem Gegenpol, der den Totalausfall komplett übernimmt. Wenn sich hier erst einmal Gewohnheiten gebildet haben, sind die wohl schwer zu ändern. Deshalb bin ich bei derartigen Extremfällen auch entweder für getrennte Wohnungen oder eben eine Putzfee, wobei mein Respekt und die körperliche Anziehung bei einem derartigen Stinktier ganz schnell gegen 0 ginge. Von daher wäre bei mir da recht schnell die komplette Beziehung vorbei, ich wundere mich hier, dass manche so sehenden Auges (der Kerl war während des Studiums ja schon eklig) in ihr Unglück ziehen.

    Zitat

    Ich kann aus eigener, mehrfacher Erfahrung sagen: Das Thema Haushalt wird dann erst so kritisch, wenn die Liebe weg ist. Solange man sich liebt und die Beziehung ansonsten in Ordnung ist, diskutiert man vielleicht mal, wer was tut im Haushalt - aber diese verbissenen, harten Kämpfe um dieses Thema kommen meist dann, wenn das Ende nur noch eine Frage der Zeit ist.

    In der ersten rosaroten Verliebtheitsphase sieht man schon über vieles hinweg. Aber um jahrelang in einer verdreckten Bude zu wohnen bzw. immer dem Dreck hinterherputzen zu müssen reicht die schönste Liebe nicht aus. Sowas macht die Liebe kaputt.


    Wenn über Kleinigkeiten gestritten wird, die vorher nie ein Problem waren, dann hast du vermutlich recht. Sowas kommt erst wenn die Liebe weg ist.

    Zitat

    Und Du hast von Anfang an mit Deinen Partnern zusammengewohnt?

    Nein natürlich nicht. Den Sex auf dem Küchentresen gab es vor allem zu den Zeiten, in denen ich noch eine eigene Wohnung hatte. Da war es uns dann aber auch egal, ob der Tresen aufgeräumt oder dreckig ist. ;-)


    Es stimmt natürlich - mit einem richtigen Messi lebt es sich bei größter Liebe nicht leicht. Das kann ich hier aber nicht erkennen - er ist unordentlich - ja. Aber sie hat ihn trotzdem geheiratet und viele Jahre mit ihm zusammen gelebt. So schlimm kann es also nicht mit ihm gewesen sein bisher - was hat sich also verändert?


    Ich kann mich ja über vieles so richtig aufregen im Leben - aber über den Haushalt habe ich mich meist erst aufgeregt, wenn ich eigentlich schon im tiefsten Inneren meines Herzens nicht mehr mit dem Mann zusammen sein wollte. Dann störten mich plötzlich die liegengelassenen Socken, Kleiderhäufchen, in die Ecke gefetzten Boxershorts, usw. so sehr, dass ich hätte schreien können- für mich mittlerweile ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Beziehung zuende geht. Vorher habe ich die Sachen meines jeweiligen Partners immer noch mit einem milden Lächeln weggeräumt.


    Die Macken eines anderen Menschen bei sich Zuhause täglich zu erleben ist unerträglich - es sei denn, man liebt diesen Menschen. :)z

    Zitat

    Deshalb bin ich bei derartigen Extremfällen auch entweder für getrennte Wohnungen oder eben eine Putzfee,

    Fände ich auch gut in diesem Fall - oft sind es ja die Männer, die so unordentlich sind (nicht immer, wohlgemerkt, ich kenne sehr penible Männer), und oft sind es auch die Männer, die x Stunden mehr außer Haus arbeiten und entsprechendes Geld nach Hause bringen - was spricht dagegen, den Mann seinen Anteil an der Hausarbeit "delegieren" zu lassen von dem Geld, das er verdient? Wer wenig Zeit hat, braucht Unterstützung.


    In Zeiten in denen ich viel gearbeitet habe (70 std. Wochen), mein damaliger Partner ebenfalls (wobei er der ordentlichere war!) habe ich einmal in der Woche eine Putzfrau gehabt, mit der ich ZUSAMMEN 3 std. am Wochenende Ramba Zamba gemacht habe. Dann war der Haushalt für die Woche erledigt. Waren 30 Euro in der Woche, die hat mein damaliger Partner bezahlt, weil er wirklich 0 Zeit hatte für Hausarbeit. Thema Haushalt erledigt. Es gab aber keinen wirklichen Streit um das Thema im Vorfeld hier. Nur beiderseitige chronische Unlust. :-)

    Zitat

    Ich kann mich ja über vieles so richtig aufregen im Leben - aber über den Haushalt habe ich mich meist erst aufgeregt, wenn ich eigentlich schon im tiefsten Inneren meines Herzens nicht mehr mit dem Mann zusammen sein wollte. Dann störten mich plötzlich die liegengelassenen Socken, Kleiderhäufchen, in die Ecke gefetzten Boxershorts, usw. so sehr, dass ich hätte schreien können- für mich mittlerweile ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Beziehung zuende geht. Vorher habe ich die Sachen meines jeweiligen Partners immer noch mit einem milden Lächeln weggeräumt.

    Kenn ich gut. Ist man voller Liebe, räumt man das achselzuckend weg. Man sagt hin und wieder etwas, aber es ändert sich nichts. Fehlt die Liebe, stört es einen plötzlich extrem, denn die Bereitschaft, für den erwachsenen und nun ungeliebten Mitbewohner etwas aufzuräumen tendiert gegen Null. Aber auch mit Liebe gibt es Grenzen. Wenn die Arbeit zu viel wird, als dass man sie mal eben nebenher für den anderen mit erledigt, z.B. Das ist der Fall, wenn Kinder im Haushalt leben. Und wo es nicht mehr nur um ein bisschen aufräumen geht sondern um Dreck, Hygiene, komplett vermüllte Küchen und das Thema Müllsack im Bad... Da nutzt alle Liebe nichts.