Wer so ein starkes Misstrauen hegt wieder dieser Mann, dem hilft auch kein Vaterschaftstest. Es könnte ja auch die Partnerin fremdgegangen sein und dabei verhütet haben, oder seine Spermien waren schneller bzw. sind genau ins fruchtbare Zeitfenster gefallen, die des angeblichen Nebenbuhlers nicht. Ein Fass ohne Boden.

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    Wer so ein starkes Misstrauen hegt wie dieser Mann, dem hilft auch kein Vaterschaftstest.

    Naja. Da frägt Mann sich schon, warum der Partner der TE ein dermaßen hohes Misstrauen an den Tag legt. Also normal ist dieses Verhalten ja nicht. Insbesondere dann, wenn ihm die TE liebevoll versichert, dass nur er allein der Vater sein kann.

    Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. Der Mann braucht die Bestätigung (warum auch immer) und warum soll man das verbauen, nur weil man es auf sich selber reflektiert. Ein Kind ist eine große Verpflichtung und nicht jeder kann rational damit umgehen, insbesondere wenn Ängste im Spiel sind. Da hilft es nicht, selbst wenn man sich dessen bewusst ist, sondern man braucht mehr und in diesem Fall einen biologisch-statistischen Test, der vielleicht hilft die nötige Gewissheit zu schaffen.

    Für mich deutet sich auch an, dass da etwas grundsätzliches nicht passt an der Geschichte. Ich kann ja nur mutmaßen, wie ich reagieren würde und ich glaube, ich wäre bei dieser Forderung aus allen Wolken gefallen, wäre angepisst und verletzt und all sowas. Aber wenn ich wüsste, dass ich treu war und die Fakten (Zeitpunkt der Zeugung) für mich sprechen und er das auch weiß, wäre für mich schnell klar, dass es einen anderen Grund haben muss als Angst vor Untreue. Und genau da würde ich nachbohren. Test okay, aber nur, wenn wir Tacheles reden.


    Dieser Schnellschuss von Faden eröffnen bis hin zu "Ich zieh aus" wäre für mich vorschnell die Flinte ins Korn werfen, wenn meine Beziehung bis dato wirklich so glücklich und intakt war. Und passt zu deiner Selbstbezeichnung als Drama Queen. (Wobei ich Abstand auch erstmal für sehr sinnvoll halte, so ist das nicht)


    Ich hab das Gefühl, dass es euch an Streikultur mangelt und ihr euch beide in eine Patt-Situation manövriert habt, wo es nur darum geht zu gewinnen oder dass der andere endlich mal erkennt, welche Verletzungen und Schäden er angerichtet hat. Sinnvoll ist es nicht, weil es zu keiner Lösung führt. Da euch euer gemeinsames Kind dauerhaft verbindet, wäre es zielführender gemeinsam an euren Sorgen und Verletzungen zu arbeiten und anzuerkennen, dass ihr beide euch in diese Situation manövriert habt. Schuldzuweisungen sind da wie immer eigentlich fehl am Platz.


    Dass er das vor Freunden oder der Familie breittritt, finde ich auch nicht optimal. Allerdings würde ich bei mir annehmen, dass meine Freunde durchaus differenzieren und sich eine eigene Meinung bilden können, und wer denkt, ich sei eine "Schlampe", ist ohnehin die längste Zeit mein Freund gewesen. Um meinen Ruf würde ich mir also die geringsten Sorgen machen.


    Wie ist dein Verhältnis zu seinen Eltern? Kannst du mit ihnen reden und versuchen zu ergründen, warum er so am Rad dreht? Ich mein, wenn mir jemand sagen würde, ich will nen Vaterschaftstest, dann nehm ich das doch nicht wortlos zur Kenntnis, sondern hake nach, warum. Irgendwas wird er denen doch gesagt haben? Gleiches gilt für eure Freunde ":/


    Gab es in eurer Beziehung je Anlass zu Misstrauen? Ist einer von euch je fremdgegangen? Fragen dazu, ob er generell misstrauisch ist, haben dir ja schon andere gestellt.

    Als sie den Faden eröffnet hat, stand ja schon fest, dass sie damit nicht würde leben können. Das Problem war bereits 3 Wochen alt. Hätte mein Mann damals statt mit mir zusammen die Schangerschaft zu erleben eine solche nachdrückliche Forderung gestellt, wäre mir auf der Stelle klar gewesen, dass ich den falschen Mann gewählt habe. Darüber hätte ich keine Sekunde nachdenken müssen, nur darüber, warum mir das nicht vorher klar geworden ist und ich so blind sein konnte.

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    Hätte mein Mann damals statt mit mir zusammen die Schangerschaft zu erleben eine solche nachdrückliche Forderung gestellt, wäre mir auf der Stelle klar gewesen, dass ich den falschen Mann gewählt habe. Darüber hätte ich keine Sekunde nachdenken müssen, nur darüber, warum mir das nicht vorher klar geworden ist und ich so blind sein konnte.

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    Das gilt genauso für mich. Ich könnte nicht mit einem Menschen zusammen sein, der meinem Wort nicht traut oder dessen Wort ich nicht traue. Das hat nichts mit Schnellschuss oder "jemanden vorschnell abschießen" zu tun, sondern mit einer grundsätzlichen Lebenseinstellung.

    Einen Test zu verlangen ist das eine. In der Konstellation (feste Beziehung, Wunschkind, Zeugung vermutlich im gemeinsamen Urlaub) schon mal sehr ungewöhnlich und ja, ich würde auch an der Stelle schon die Beziehung hinterfragen. Könnte aber durch ein offenes Gespräch über die Hintergründe noch geklärt werden.


    Aber dann sollte der Test wenigstens unaufgeregt nach der Geburt stattfinden, als reine Formalie und ohne großes Theater während der Schwangerschaft. Aber bei jeder Gelegenheit zu betonen, dass er sich nur unter Vorbehalt freut, die Sache mehrmals beim Arzt anzusprechen und sogar Eltern und Bekannte mit reinzuziehen - da wäre mein Vertrauen in ihn auch weg. Das ist keine Basis für eine Beziehung und Elternschaft. :(v

    Es gibt Menschen, die Glauben bzw. Vertrauen können, und es gibt Menschen, die damit Probleme haben- die wollen (wissenschaftliche) Sicherheit.


    Доверяй, но проверяй! (Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. -frei nach W. I. Lenin)


    Ob man mit jemandem zusammenleben kann, der Probleme mit Vertrauen hat, muss wohl jeder individuell für sich entscheiden.


    In jedem Fall wird deutlich, wieviel Zwist und Streit durch Lüge und Betrug unter die Menschen gebracht wird. Misstrauen ist nicht unbedingt eine persönliche Erfahrung, kann aber als soziale Erfahrung übernommen worden sein- wie der Freund der TE es tat.

    Mein Freund und ich haben vor einiger Zeit schon mal so ganz generell über Vaterschaftstests und Kuckuckskinder und das Problem gesprochen, dass ein Vater nach Jahren die Vaterschaft nicht mehr aberkennen kann, wenn er dann rausbekommt, dass es nicht sein leibliches Kind ist und sowas.


    Und da meinte mein Freund, dass er generelle Tests als Selbstverständlichkeit befürworten würde. Und auch, dass er ebenfalls einen Test machen wollen würde - eben einfach um wissen zu können, dass es sein Kind ist, auch ohne dass es da irgendein konkretes Misstrauen geben muss.


    Und ich denke nicht, dass ich da dann ein Problem mit hätte, wenn er das Geld dafür ausgeben möchte, kann er das gern tun und wenn es ihm irgendwelche (wenn auch unbegründeten) Ängste nimmt, umso besser. Hat nicht jeder von uns manchmal ganz ohne besonderen Grund oder Verdacht Ängste, wissend, dass sie irrational sind?


    Problematisch finde ich bei dem Mann der TE allerdings auch den Umgang damit - das stetige betonen auf "wenn es denn mein Kind ist", dauerndes Ansprechen beim Frauenarzt, dass er anscheinend bei Freunden und Familie herumerzählt, dass er auf den Test besteht, ....


    Trotzdem würde ich wegen dieser Sache noch nicht die ganze Beziehung wegwerfen, Schwangerschaft und Eltern-Werden ist doch einfach eine Ausnahmesituation für beide. Die würde ich wohl erst einmal abwarten, bevor ich eine eigentlich glückliche und tolle Beziehung wegwerfe ":/

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    Problematisch finde ich bei dem Mann der TE allerdings auch den Umgang damit - das stetige betonen auf "wenn es denn mein Kind ist", dauerndes Ansprechen beim Frauenarzt, dass er anscheinend bei Freunden und Familie herumerzählt, dass er auf den Test besteht, ....

    ich auch, aber ich könnte mir vorstellen das diese Art des Umgangs auch massiv was mit der Weigerung der Te zu tun hat einen Test vornehmen zu lassen. Vielleicht eine Art Vorsichtsmaßnahme um nicht enttäuscht zu werden falls es eben nicht seines sein sollte. Wäre ja auch reichlich schmerzhaft wenn das dann rauskäme und man hätte sich sehr vorgefreut.


    Alles in allem werden hier ganz offensichltich grundverschiedene Erwartungen an Partner und Partnerschaft sichtbar. Und das ist deutlich etwas worüber man wie Erwachsene sprechen sollte, ganz unabhängig von Test oder nicht Test.

    Ich finde das auch keinesfalls okay, dass er den Test fordert und wie beschrieben würde ich das auch nicht locker wegstecken. Aber ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die vermutete Untreue bzw das 100%ig Sichergehen-Wollen nur vorgeschoben ist. Und wenn meine Beziehung vorher wirklich gut und intakt war, würde ich wissen wollen, was da auf einmal los ist.


    Mir fehlt da ein Puzzlestück von intakt und super hin zu der aktuellen Situation binnen drei Wochen.


    Dass er zu Beginn des vierten Monats damit ankam, passt zu meiner Vermutung, dass er gemerkt hat, dass er das doch gar nicht will oder nicht mit ihr. Vielleicht hat er vorher gehofft, es erledigt sich von selbst.


    Dieses ewige Gerede, falls das Kind von ihm ist, dann ... Ist aus meiner Sicht ein weiterer Versuch sich zu distanzieren/distanziert zu halten.

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    Dass er zu Beginn des vierten Monats damit ankam, passt zu meiner Vermutung, dass er gemerkt hat, dass er das doch gar nicht will oder nicht mit ihr. Vielleicht hat er vorher gehofft, es erledigt sich von selbst.

    Das wäre ja fast noch bitterer als seine Angst sie wäre ihm fremdgegangen...

    Danke nochmal für eure vielen Antworten!


    Wie gesagt will ich ihm ja den Weg zum Test nicht verbauen: er krieg ihn ja! Aber dass es für unsere Paarbeziehung weitere Konsequenzen hat ist ebenso klar. Selbst jetzt würde es nichts mehr ändern wenn er auf den Test verzichten würde - das würde nichts an den letzten Wochen und seinem grundsätzlichen, nachhaltigen Misstrauen mir gegenüber und dem gestern angeblich vorgeworfenem "Schuldeingeständnis" ändern. Ob er den Test will oder nicht ändern also nichts am Ergebnis. Deshalb kann ich es auch nicht verstehen wenn jemand die Trennung als "Erpressungsversuch" deutet.

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    Hätte mein Mann damals statt mit mir zusammen die Schangerschaft zu erleben eine solche nachdrückliche Forderung gestellt, wäre mir auf der Stelle klar gewesen, dass ich den falschen Mann gewählt habe. Darüber hätte ich keine Sekunde nachdenken müssen, nur darüber, warum mir das nicht vorher klar geworden ist und ich so blind sein konnte.


    Monika65

    :)z :)z :)z


    Dem kann ich nichts mehr hinzufügen.

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    Da frägt Mann sich schon, warum der Partner der TE ein dermaßen hohes Misstrauen an den Tag legt. Also normal ist dieses Verhalten ja nicht.

    Stimmt. Wenn es bis vor ein paar Wochen noch eine intakte Beziehung inclusive Vorfreuen auf das Baby gab, würde ich drauf tippen, dass ihm eine nahestehende Person den Gedanken mit dem Test eingeflüstert hat.


    zB. die Mutter. Es wäre einfach, einen sowieso unsicheren Charakter mit ein paar geziehlten manipulativen Fragen, (bist du sicher dass...? Forder unbedingt einen Vaterschaftstest, damit du Sicherheit hast! Man kann ja nie wissen..... etc) dahin zu bringen, dass er auf einmal Sachen denkt, glaubt, sagt und fordert, die er selber vor einigen Wochen noch für unmöglich gehalten hätte. Die verletzte (zurecht) und abwehrende Haltung der TE kann er ja nun als eine "Art Geständnis" ihrer Untreue vor allen Freunden und Verwandten hochhalten. So fühlt er sich weniger als der A..... :|N

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    Hätte ich einen Sohn, würde ich ihm sowieso auch das raten, logisch. Was würdest Du denn machen, wenn Du einen Sohn hättest? Ihm nicht zu Vaterschaftstest und Ehevertrag raten, ihm nicht sagen, er soll sich kein Kind unterjubeln lassen, Kondome benutzen, etc. etc.?


    ........


    Kleio

    Kleio würde das ihrem eigenen Sohn raten.


    Ich würde meinem Sohn raten, auf gar keinen Fall mit einer Frau zu schlafen, bei der er nachher einen Vaterschaftstest brauchen würde, um sich zweifelsfrei sicher zu sein, dass das Kind seines wäre.

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    Und da meinte mein Freund, dass er generelle Tests als Selbstverständlichkeit befürworten würde. Und auch, dass er ebenfalls einen Test machen wollen würde - eben einfach um wissen zu können, dass es sein Kind ist, auch ohne dass es da irgendein konkretes Misstrauen geben muss.


    .....


    MrsHide

    OK. Ganz andere Ausgangssituation.

    @ Solina @:) :)*

    selbst wenn du jetzt verletzt und wütend bist, dein Freund ist der Vater deines Kindes. Reiß nicht alle Brücken ab. Selbst wenn du ihm jetzt nicht mehr vertrauen kannst und er als Mann und Partner für dich nicht mehr in Frage kommen sollte, werdet ihr als Eltern deines kleinen Würmchens noch ein gutes Stück Arbeit vor euch haben.


    Ich wünsche dir Kraft, Ruhe und gute Berater in dieser für dich schwierigen Situation. :)* :)* :)* :)* :)*