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    So ein Ansinnen könnte ich verstehen, wenn die Zeugung ein "Unfall" war, aber in der Situation, in der ein Pärchen ein Kind plant, bewußt die Verhütung wegläßt und sich dann eine Schwangerschaft einstellt finde ich die Ankündigung im 4(!) Monat, nach der Geburt sofort einen Test zu wollen, auch extrem übergriffig.

    Ich sehe das wie Mööp Mööp. Grundsätzlich fände ich ein Vaterschaftstest nicht schlimm, aber unter diesen Umständen bei einem geplanten Kind, möglicher Zeitpunkt im Urlaub und so kurz nach Feststellung der Schwangerschaft st es sehr verletzend. Mich würde es auch stutzig machen, dass er so sehr darauf besteht und sogar konkret beim Arzt nachfragt, wenn er vorher nie darüber laut nachgedacht hat.


    Wie reagiert er denn jetzt in der Schwangerschaft? Begleitet er dich zu Terminen, freut sich usw.? Oder ist er distanziert, solange nicht bewiesen ist, dass es sein Kind ist?

    Ich stelle mir gerade vor wie er seine 14 jährige Tochter dann monatlich zum Schwangerschaftstest bei offener Toilettentür bittet, weil sie ja möglicherweise schwanger werden und er für das Kind in Vorleistung gehen müsste was ja auch nicht sein eigenes ist. Gruselig.


    Bei den genannten Umständen stimmt einfach was nicht mit dem Typ - vor allem wenn er nicht überreisst das er da tatsächlich Grundvertrauen zerstört, sondern meint seine Forderung würde nichts an seinem bestehenden Verhältnis zu seiner Frau ändern. Da fehlt einfach ein grundlegendes Verständnis davon wie Vertrauen funktioniert.


    :|N

    Hallo! *:)

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    Damit will ich nur Sicherheit, dass er mich nicht aus rein materiellen Gründen heiraten will und dann ausbeutet - wenn er mich liebt und deshalb heiratet dann stört ihn sowas doch nicht, oder?! Ich bin mal gespannt was er darauf sagt...

    Bei größerem Besitz/Erbschaften keinen Ehevertrag zu wollen, halte ich für naiv und gefährlich. Das Geld, das er bekommen könnte, fehlt dir am Ende vielleicht im Alter oder deinen Kindern. Man weiß nicht, was in Deutschland in 10, 20, 30 Jahren los ist. Sich abzusichern (vorallem mit Kindern) ist völlig vernünftig und hat nichts mit Anti-Romantik zu tun.


    Ich glaube auch nicht, dass du Lust darauf hast, in 20 Jahren deinen (Achtung, nur eine Hypothese) eventuell verhassten Ex-Mann und seine neue Freundin vom Erbe deiner Eltern zu finanzieren. Frag mal geschiedene Männer ü50, die damals "aus Liebe" geheiratet haben...


    Es gibt genügend Menschen (Frauen mittlerweile wohl auch), denen eine Scheidung finanziell das Genick gebrochen hat. Als werdende Mutter solltest du vielleicht langsam mal die rosarote Brille abnehmen. Selbstschutz ist kein Verbrechen. ;-)


    Zum Thema:


    Ich bin eine Frau, kann aber nachvollziehen, dass dein Partner einen Test möchte. Ihr kennt euch erst seit 2 Jahren, habt relativ schnell den nächsten Schritt gemacht, er ist vielleicht noch nicht an dem Punkt angelangt, für dich die Hand ins Feuer zu legen. Das bedeutet aber nicht, dass das nicht noch kommen wird.


    Wie du selbst schon erwähnt hast, gibt es genügend untergejubelte Kinder. Dass dich die indirekte Unterstellung verletzt, ist nachvollziehbar - Du verlierst aus meiner Sicht aber den Blick für das Wesentliche. Euer Kind.


    Hier geht es ausschließlich um dein Ego. Du bist verletzt, du stellst ihn in Frage, du trennst dich vielleicht, du kannst mit einem Test zwar leben, es aber emotional nicht verkraften.


    Was ist mit ihm?


    Darf er keine Gefühle haben?


    Dass er sich gefreut hat, ist ja nur eine Seite der Medaille. Es gibt auch sehr viele Frauen, die während der Schwangerschaft grübeln, sich heute freuen und morgen bedrückt sind. Bei Männern wird das wohl nicht anders sein - Denn es gibt nicht nur Freude/Leid, sondern auch ganz viel dazwischen. Zu den Gedanken eines Mannes gehört da sicherlich auch die Vaterschaftsfrage.


    Wäre es dir lieber, dass er seine Gefühle herunterschluckt und dir das Honigkuchenpferd vorspielt, nach der Geburt dann aber komisch wird, dich nicht unterstützt, sich nicht richtig freut, oder schlimmer - Das Kind nicht annehmen kann?


    Ich finde daher, dass du ihm das Zweifeln "erlauben" sollest.


    Wenn er jetzt insgesamt misstrauisch wäre und dir wörtlich Untreue vorwerfen würde, wäre mMn deine Wut berechtigt - Laut dir macht er das aber nicht, sondern möchte den Test nur aus Sicherheitsgründen.


    Ich kann mich Kleio anschließen. Dass du ihn so einfach wegschmeißen bzw die komplette Beziehung beenden möchtest, weil er nicht deinem Wunschbild (blindes Vertrauen) entspricht, sagt auch einiges über dich aus. Ich höre da, wie schon gesagt, eigentlich nur dein Ego - Und nicht dein Herz/Verstand...


    Lass ihn den Test später machen. Ich finde deine Texte hier sehr neurotisch, was vielleicht auch an den Hormonen liegt. Wenn du schon selber sagst, dass du eine Dramaqueen bist, solltest du, gerade jetzt, zur Ruhe kommen. Mach kein Fass mehr auf, das Testergebnis wird ja sowieso positiv sein, von daher hast du eh nichts zu befürchten.


    Die "Erlaubnis", einen tollen Mann zu vergraulen, weil dein Ego verletzt ist, bekommst du von mir nicht. Sei froh, dass du so jemanden gefunden hast. :)z


    Liebe Grüße und alles Gute!

    Wenn ich nochmal drüber nachdenke:


    Lass ihn den Vaterschaftstest machen. Soll er aber von seinem Geld bezahlen. Und er soll dir danach nie wieder mit solchen untreueunterstellungen ankommen.


    Und du machst mit ihm auf jeden Fall den Ehevertrag. Quasi im Gegenzug für den Vaterschaftstest - als Beweis von ihm, schwarz auf weiß, dass es ihm nicht um deine Kohle geht bei der Heirat.

    Ich hab's Gefühl ihr redet bei dem Thema auf 2 unterschiedlichen Ebenen miteinander. Du bist komplett auf der emotionalen Ebene: "Er vertraut mir nicht!" "Kann ich ihm noch Vertrauen" "Liebt er mich wirklich". Er ist bei total auf der Sachebene: "Ich möchte den Beweist, dass das mein Kind ist". Somit ist es verständlich, dass ihr nicht versteht, was der jeweils andere von euch will.


    Ihr seid nun wirklich noch nicht lange ein Paar. Denke zurück an frühere Situationen in denen es zu Diskussionen kam: Könntet ihr euch immer ineinander hineinversetzen? War er oft sehr sachlich und du daher auch die "Dramaqueen"? Vielleicht ist das auch ein grundlegendes Problem in der Beziehung und kommt nur jetzt stark ans Licht, weil es um ein gemeinsames Kind geht.


    Wie gesagt, denke ich, ist sowas sicher im Gespräch mit einem Therapeuten zu klären. Oder vertraue dich deinem Frauenarzt an, der wird das sicher nicht das erste Mal hören und kann euch dann jemanden empfehlen. Rede mit deinem Partner offen, dass du Angst hast, dass darüber nun die Beziehung zerbricht.


    Und behalte im Hinterkopf, dass es auch einige Menschen, z.B, hier im Forum gibt, die den Standpunkt deines Freundes tatsächlich verstehen können, genauso wie es genug gibt, die dich verstehen. Es gibt wohl kein Richtig oder Falsch und eine Lösung muss erarbeitet werden.

    Vielleicht ist dieser Mann einfach nur total verunsichert von der neuen Situation und dreht so am Rad wie du ;-D


    Also meine erste Idee beim Anfangstext (hab auch nicht alle Seiten gelesen) war, lass das Baby auf die Welt kommen. Dann schaut ihr mal eine Weile zu ... denn häufig ist das schon Vaterschaftstest genug - Ähnlichkeit und so.


    An die ganz große Glocke wie du würde ich es nicht hängen. Dein Mann/Freund ist auch nur ein Mensch mit Gefühlen, die manchmal verrückt spielen können. Nicht alles muss man auf sich beziehen und über jedes Stöckchen springen.


    Viel Glück und Freude in der Schwangerschaft @:)

    Eins ist dein Freund jedenfalls nicht>besonders weitsichtig. %-|


    Ich sag dir mal aus Sicht eines Mannes was ich machen würde wenn ich berechtigte Zweifel hätte:


    Die Geburt abwarten, einen Test machen & damit die Beziehung nicht gefährden.


    Bin ich dann der Vater wächst mein Vertrauen in die Frau nochmals deutlich an & ich gehe gestärkt aus der Sache raus & bin Emotional befreit.


    Wenn nicht spielt alles andere keine Rolle mehr. Aber mit der Vorteil das man nicht zahlt aus Gutgläubigkeit. Ist eigentlich ein ganz einfaches Ding. Wenn man es natürlich so ungeschickt anstellt wie dein Freund & eine gut laufende Beziehung gefährdet...tja selber schuld :-/

    Unter den genannten Umständen, finde ich es richtig schei*e und gemein von ihm einen Vaterschaftstest zu verlangen. Ich wäre auch sauer und verletzt!! Und ich bin auch im 4. Monat und unser (zweites) Kind war durch und durch geplant ;-) wenn mein Mann damit ankommen würde, wäre auch erstmal Krieg angesagt.


    Nachdem er aber schon seit Wochen diesen Wunsch äußert und wenn er den auch wirklich bis zur Geburt durchzieht, kannst du ihm den aber auch schlecht abschlagen, ohne suspekt zu klingen. Oder du sagst ihm, du machst den Test, wenn er dir vernünftige Gründe nennen kann. Wie auch immer, ich würde dann halt den Vaterschaftstest machen lassen, auf seine Kosten. Wer weiß, vielleicht kommt der Test auch dir/dem Kind irgendwann zu Gute, sollte es eine Trennung geben, er keine Alimente zahlen wollen, plötzlich sagt, er ist nicht der Vater, was weiß ich. Dann kannst du dir ins Fäustchen lachen.


    Allerdings würde ich auch mal gut bei IHM nachforschen, was er denn so macht wenn er alleine ist, für mich klingt das schon ein bisschen auf "von mir auf dich schließen". Vielleicht will er damit von sich ablenken? Ich will dir keine Angst machen, aber es KÖNNTE sein.

    @ Solina123

    Hier sollte man Sachebene und Beziehungsebene exakt trennen. Dann sieht die Angelegenheit schon wesentlich entschärfter aus. Der eine Part agiert auf der Sachebene, der andere auf der Beziehungsebene. Da kann man bei diesem Thema nicht zusammen kommen. Dein Mann wird sicherlich bei Freunden, Bekannten und bei der Arbeit über die Schwangerschaft gesprochen haben. Das ist schon mal der erste Teil, bei dem einem Riesenflöhe ins Ohr gesetzt werden. Der andere Teil sind die Medien, die dieses Thema gerne in Horrorszenarien ausschlachten. Dein Partner ist schlicht und einfach mit der Tatsache, dass ihr ein Kind bekommt, überfordert. Er will absolut sicher sein. Ich kenne ein halbes Dutzend Männer, die für Kinder zahlen, die nicht ihre sind. Und einige wissen es nicht einmal.


    Du weißt, dass bei dir alles in Ordnung ist und er der Vater ist. Aber er agiert in einer Stresssituation völlig irrational. Und das ist aber nicht einer etwaigen Untreue deinerseits geschuldet. Das findet ausschließlich in seinem Kopf statt. Lass den Test machen und gut.

    Liebe Solina123,

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    OMG, der Mann muss mich nach den zig Fragen meines Freundes zu so einem Test für eine totale Schlampe halten :-(

    Oh nein, wie schrecklich! Er hat Dich also auch noch vor dem FA mit diesem unsäglichen Mißtrauensvotum bloßgestellt??!!


    :(v :°_ Oh Gott, das tut mir so leid für Dich!!



    An die "Test-ist-okay-Fraktion":

    Ich finde es erschreckend wie viele Forenuser beiderlei Geschlechts es hier verständlich finden, wenn ein Mann ohne begründeten Verdacht von seiner schwangeren Partnerin - mit der er bewusst ein Kind gezeugt hat - einen Vaterschaftstest verlangt.


    Wie kommt ihr zu solchen Einstellungen? ???


    Kommt ihr entweder aus sehr "sachlichen" Beziehungen, oder habt ihr schlechte Vorerfahrungen gemacht?


    Anders kann ich mir diese rein rational und Kalkül orientierten Beiträge nicht erklären, welche teilweise schon der (zu Recht!) verletzten Partnerin den schwarzen Peter zu schieben, sollte diese des Mannes Verlangen nach einem unbegründeten Vaterschaftstest nicht völlig okay finden. :|N


    Schlimmer noch, man sei ja naiv! Oder mache sich "verdächtig" sollte man diesen Test verweigern. :|N


    Fast tut es mir Leid, in welch kalten Verhältnissen/Beziehungen/Ehen/Elternhäusern (?) solch negative Gedankengänge entstanden und genährt worden sein müssen.


    Ist ein gesundes Maß an Vertrauen in den Partner denn schon nicht mehr zeitgemäß?


    Muss ich, nur weil es Menschen gibt die unehrlich und untreu sein, dies von vorneherein meinem geliebten Partner grundlos unterstellen? Nur weil es theoretisch im Rahmen der Möglichkeiten läge - auch wenn keinerlei realistischer oder Verdacht oder Grund zum Mistrauen besteht?


    Solche kranken Auswüchse unserer postmodernen Gesellschaft - und ihre Repräsentanzen hier im Forum - sind einfach nur traurig und weisen den Weg in eine entmenschlichen und kalte Welt.


    :-X

    Nachtrag:

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    Lass ihn den Test später machen. Ich finde deine Texte hier sehr neurotisch, was vielleicht auch an den Hormonen liegt. Wenn du schon selber sagst, dass du eine Dramaqueen bist, solltest du, gerade jetzt, zur Ruhe kommen. Mach kein Fass mehr auf, das Testergebnis wird ja sowieso positiv sein, von daher hast du eh nichts zu befürchten.

    :|N :|N :|N :|N

    Liebe Solina123,

    bitte nimm Die soetwas nicht zu Herzen.


    Du bist weder eine Dramaqueen, noch naiv oder gar neurotisch. Deine Erwartung dass Dir Dein Partner vertraut ist normal und natürlich!


    Natürlich hast Du etwas zu verlieren, wenn Du dem Test zustimmst: eine Paarebene in der Vertäuen und nicht Kontrolle herrschte.

    @ :)

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    Der eine Part agiert auf der Sachebene, der andere auf der Beziehungsebene.

    Sehe ich anders! Er agiert sehr wohl auf der Beziehungsebene wenn er ihr mißtraut und unterstellt fremdgegangen zu sein.

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    Dein Mann wird sicherlich bei Freunden, Bekannten und bei der Arbeit über die Schwangerschaft gesprochen haben. Das ist schon mal der erste Teil, bei dem einem Riesenflöhe ins Ohr gesetzt werden.

    ":/


    Also wenn ein Kollege/Freund meines Partners auch nur andeuten oder unterstellen würde, ich könne fremdgegangen sein, wäre er mit Sicherheit bei meinem Partner auf alle Zeiten unten durch!


    Wie vermessen und unverschämt!

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    Ich kenne ein halbes Dutzend Männer, die für Kinder zahlen, die nicht ihre sind. Und einige wissen es nicht einmal.

    Aber Du weißt es,ja? Bist Du der Regisseur bei irgendeiner RTL II Trash TV Show, oder in welchem Unfeld lebst Du?

    Ich finde den Test auch nicht ok......aber: gibt es nicht schon genug Kinder, die ohne Vater aufwachsen? Ich meine, hier in diesem Fall gab es keinen "schlimmen" Vorfall ( Betrug, Gewalt, Entlieben etc) der werdende Vater ist gerade in einem Wahn, in dem er mit normalen Argumenten nicht mehr einzufangen ist. aber deswegen die Beziehung wegwerfen und das Kind als Alleinerziehende aufziehen? Wenn das Kind später fragt, wieso die Mutter den Vater verlassen hat und so das Kind im täglichen Leben Vaterlos ist, ist die Antwort "er wollte einen Vaterschaftstest"? Den Test wird es eh nicht verhindern, denn ohne dem wird er die Vaterschaft wohl sowieso nicht anerkennen, wenn er in diesem Wahn bleibt. Und das ist ja das Blöde, einem Wahn ist mit Vernunft nicht beizukommen. Vermutlich wäre es hier sehr sinnvoll, wenn der Mann mal mit einem Psychologen, Lebensberater oder Coach reden könnte, denn das Problem wird nicht echtes Mißtrauen, sondern Angst vor Kontrollverlust sein. Die Urangst, seine Zukunft auf einem Selbstbeschiß aufzubauen.


    ja, ich weiß, ein so emotionales Thema rational zu diskutieren, ist schwer, aber neben Glauben und Fühlen wäre es doch toll, wenn wir in allen Lebenslagen Gewißheit haben könnten. Gäbe es einen Labortest, der zu 100% beweisen könnte, dass der Partner einen liebt und es absolut ernst mit uns meint würden wir diesen Test nicht wollen, auch wenn wir eigentlich spüren, dass wir geliebt werden? Die Mehrheit der Männer geht nunmal durchs Leben mit dem Glauben, dass sie ihre Kinder tatsächlich selbst gezeugt haben--die allerwenigsten wissen es.

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    Vermutlich wäre es hier sehr sinnvoll, wenn der Mann mal mit einem Psychologen, Lebensberater oder Coach reden könnte, denn das Problem wird nicht echtes Mißtrauen, sondern Angst vor Kontrollverlust sein. Die Urangst, seine Zukunft auf einem Selbstbeschiß aufzubauen.

    Das halte ich für eine gute Idee. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass der Partner der TE selbstreflektiert genug ist, um das Problem auf seiner Seite zu sehen.

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    Gäbe es einen Labortest, der zu 100% beweisen könnte, dass der Partner einen liebt und es absolut ernst mit uns meint würden wir diesen Test nicht wollen, auch wenn wir eigentlich spüren, dass wir geliebt werden?

    Nein, ich weiß dass ich geliebt werde und bekomme es jeden Tag gezeigt. :-)


    Einen Test für etwas braucht man immer nur dann, wenn man zweifelt. Und ich zweifle nicht.


    Auch dieser Wunsch wäre nur ein Symptom unserer nach absoluter Sicherheit und kompletter Kontrolle strebenden Gesellschaft.

    Ein ganz interessanter Faden. Es gibt Lebensbereiche, die nur auf der Grundlage von Vertrauen wirklich funktionieren. Wenn ich mit einer Frau eine feste Beziehung oder Ehe führe, funktioniert das normalerweise nur, wenn ich Vertrauen habe. Und Vertrauen bedeutet in einer Beziehung nunmal, dass man das, was für eine gute Beziehung essentiell ist, nämlich Treue, eben nicht weiß, sondern daran fest glaubt. Hielte man sich vor Augen, wie horrend hoch die Quote von Partner/innen ist, die (seriösen Erhebungen zufolge) im Laufe einer Beziehung untreu werden, müssten sich die Partner realistischerweise jeden Anruf und jede Nachricht an das jeweilige Mobiltelefon des Partners gegenseitig automatisch weiterleiten oder einen Transponder um den Hals hängen, der dem Partner den aktuellen Aufenthaltsort anzeigt. Völlig undenkbar. Aber statistisch gesehen wäre das fast zwingend.


    Auf emotionaler Ebene ist der Wunsch, einen Vaterschaftstest zu machen, für die Beziehung eine Katastrophe. Denn er impliziert, dass er ihr nicht voll vertraut. Damit stellt er eine der wesentlichsten Grundlagen der Beziehung in Frage. Ganz abgesehen davon bringt der Freund der TE diesen Wunsch obendrein noch reichlich ungeschickt an.


    Auf rationaler Ebene aber könnte man dem Wunsch, einen Vaterschaftstest machen zu lassen, die Berechtigung nicht ohne Weiteres absprechen. Die Quote von Kuckuckskindern ist hoch und die Dunkelziffer ist beträchtlich. Daran ändert nicht allzu viel, dass die werdende Mutter ihren Partner liebt. Selbst dass es ein Wunschkind ist, muss die Sache nicht grundlegend ändern. Ich hätte mir das früher auch niemals vorgestellt, aber ich kenne inzwischen tatsächlich mehrere solcher Fälle, bei denen in einer liebevollen Beziehung ein Wunschkind von einem anderen Vater stammt. Drei Beispiele:


    Sie liebt(e) ihren Partner wirklich, von ganzem Herzen. Ein Kind war geplant. Aber dann passierte es, dass sie bei einer Fortbildungstagung einen schwachen Moment hatte. Sie bekam ein Kind und war verzweifelt, weil es von einem anderen war als von dem Mann, den sie innig liebte. Der vermeintliche Vater hat es 20 Jahre später durch einen ganz dummen Zufall erfahren. In einem anderen Fall liebte die Frau ihren Partner sehr und wünschte sich ein Kind. Aber nicht von ihm. Denn für ihr erträumtes Kinderglück wünschte sie sich die besten Erbanlagen, die sie überhaupt nur kriegen kann. Und ihr Freund war zwar ein ultracooler Typ, aber so gar kein Schlaukopf, und obendrein hatte er eine gesundheitliche Einschränkung, die sich möglicherweise vererben konnte. Nun könnte man berechtigterweise die Frage stellen, ob es dann mit der Liebe wirklich so weit her war - egal, ihrem Empfinden nach war es so. Der Vater ihres Kindes wurde dann ein anderer, der tatsächlich die besten Gene versprach und für den Fall der Fälle auch noch wohlhabend war. Von ihr eiskalt kalkuliert, menschlich derb daneben. Aber meine Güte, ist das denn aus ihrer Sicht so völlig unverständlich? Sie hat das ersehnte Kind und nach wie vor den Partner, den sie will. In einem dritten Fall bestand der Kinderwunsch schon länger, aber es stellte sich kein Nachwuchs ein. Die Frau hatte inzwischen eine übermächtige Sorge, kein Kind mehr zu bekommen und hörte die biologische Uhr laut ticken. Sie ging dann eine Affäre mit einem Mann ein, einzig und allein mit dem Ziel, schwanger zu werden. Das trat dann auch ein. Ihrem Mann hat sie sich später offenbart. Er hat sich damit arrangiert. Da beide mittlerweile auch an eine Adoption gedacht hatten, ging das sogar ganz gut. In den genannten drei Fällen liebten die Frauen ihre Partner und bekamen das Wunschkind. Die vermeintlichen Väter hatten keinerlei Anhaltspunkte, misstrauisch zu sein.


    Außergewöhnliche Einzelfälle? Naja ... realistisch betrachtet nicht wirklich, über alle Gesellschaftsschichten hinweg. Das wirkliche Leben ist oft viel irrsinniger, als man denkt. Damit will ich das Ansinnen des Freundes der TE bestimmt nicht gutheißen. Manche Dinge funktionieren nur auf der Grundlage von Vertrauen. Eine verbleibende Unsicherheit ist dann immanent. Und manchmal ist es für alle Beteiligten tatsächlich besser, wenn nicht alles ans Tageslicht kommt.


    Vielleicht macht sich der Freund von Solina mal klar, was sein Verlangen nach einem Vaterschaftstest für sie emotional bedeutet. Und vielleicht hat Solina ein klein wenig Verständnis dafür, dass diese Weichenstellung im Leben ihn auch durchwirbelt. Möglicherweise ist dann noch etwas zu retten.