Mirsanmir

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    Mein Mann würde mich nicht anbrüllen sondern mir alles erzählen.

    Und genau das ist der Punkt. Der Mann hier hat seine Angst und seine Nachfrage denkbar ungeschickt eingebracht, keine Frage, aber er hat auch keine vernünftige Antwort erhalten sondern wurde angegangen wie er denn auch nur zweifeln, nachfragen könnte. Das wurde total abgeblockt, da wurde erstmal total emotional reagiert und sich nicht hingesetzt und tief durchgeatmet um dann vernünftig darüber zu reden wo diese fixe Idee herkommt.


    Und bei der Reaktion wurde er natürlich misstrauisch und hat sich in etwas reingesteigert bei dem er gerade offensichtlich ganz generell auf einem mentalen Abstellgleis steht. Das passiert ja schnell wenn man irgendwie nahe der irrationalen Panik irgendeinen Gedanken fasst, ziemlich menschlich.


    Euer Vertrauen fusst darauf das ihr nachfragen könnt und Antworten bekommt, redet. Das alles ist hier nicht passiert und deshalb ist die Eskalation und die Überzeugung des Mannes die immer weiter gefüttert wurde nicht sonderlich überraschend und das Resultat des Verhaltens von beiden und wenn man das sieht, dann kann man vielleicht mal vom Kriegspfad runter steigen.


    Ich weiß nicht ob da eine Beziehung ist die zu retten ist, aber zumindest erwachsene Umgangsformen sollten drinne sein.

    Und ich bin ganz bie Hatschepsut, der Mann ist nicht weniger emotional utnerwegs als die TE, aber irgendeiner muss damit ja mal zuerst aufhören, sonst bewegt man sich in einer unguten Spirale.

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    Ihr seid alle echt gnadenlos.

    Manchmal habe ich auch den Eindruck, dass manche hier auf Med1 in diese radikale Konsequenz, die sie hier anonym in ihre Empfehlungen stecken, möglicherweise nur ein Wunschbild von sich selbst projezieren. Was hier immer an Trennungsempfehlungen und Therapiebedürftigkeit durchgepaukt wird, müsste man ja auch im wahren Leben so finden. Nur sieht es da doch deutlich gemäßigter aus (mein Eindruck). Es ist leicht, aus einem Konflikt hier starke Worte entstehen zu lassen und sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Es ist aber die Kunst, einen Konflikt in einer Partnerschaft auch wieder beilegen zu können. Und da ist ein guter Rat aus der Ferne deutlich schwieriger als ein "schieß ihn in den Wind".

    Zitat

    @ Comran


    Könntest du tatsächlich darüber hinweggehen und mit einem Menschen eine Beziehung führen, der so etwas über dich öffentlich verbreitet und deinem Wort nicht glaubt? :-o

    Drüber hinweggehen?


    Nein. :|N


    Mich aber binnen 3 Wochen aus einer ansonsten wunderbaren Beziehung verabschieden, während man Eltern wird?


    Auch nein. :|N


    Für mich wäre das eine Kurzschlusshandlung. Vor allem nach so einem Streit, wenn man ohnehin emotional aufgewühlt ist. Dazu hätte es gar nicht kommen sollen.

    Ich hinke grad etwas hinterher, aber trotzdem wollte ich diese Frage noch beantworten:

    Zitat

    Wie kommt ihr zu solchen Einstellungen? ???

    Ich vertraue (außer meiner Mutter) aus Erfahrung niemandem 100%, sogar ich selbst habe schon Dinge gemacht, die ich Jahre zuvor niieeeeee für möglich gehalten hätte. Da kann ich das auch nicht von einem anderen Menschen verlangen. Und ich habe null Probleme, jemanden mit dieser Einstellung aus ganzem Herzen zu lieben.


    Und die Sache mit dem HIV-Test fand ich auch ein gutes Beispiel. Man diskutiert nicht lang herum, man macht den, und gut is.


    Aber:

    Zitat

    wenn über das Baby gesprochen wird, dann betont er immer mal wieder "WENN das mein Kind ist". (...)


    Das hat mein Freund - oder besser Ex-Freund - als "Schuleingeständnis" gesehen, denn warum sollte ich mich denn trennen, wenn der Test doch positiv und er der Vater ist? (...)


    Es ist ja nicht mal so, dass dieses Thema "Vaterschaftsttest" nur zwischen ihm und mir besprochen wird - es war beim Arzt mehr als einmal Thema, seine Eltern wissen Bescheid (und vermuten ebenfalls Untreue von mir, einfach auf Grund der Tatsache weil ihr Sohn so einen Test möchte) und meinen Eltern hat er es auch schon erzählt. Und natürlich in unserem Freundeskreis ist es bekannt, wobei ich nicht weiß ob er es jedem erzählt hat oder es nur weitererzählt wurde. Aber so oder so glauben natürlich alle, dass er einen "Verdacht" hat dass ich fremdgegangen bin. Da ist nichts mit "er will einfach die gleiche Sicherheit haben wie eine Mutter" sondern es wird als Verdacht der Untreue gesehen.

    Das Verhalten deines Freundes geht so wirklich gar nicht. Der wirkt ja vollkommen panisch, ohne dass ein Anhaltspunkt dafür vorzuliegen scheint. Das wirkt so als würde da mehr dahinterstecken als einfach der Wunsch, Gewissheit zu haben. Die Frage, ob er tatsächlich jetzt schon Vater werden will, finde ich in dem Zusammenhang zB interessant.


    An deiner Stelle würde ich sobald wie möglich Distanz zwischen euch bringen. Und dann würde ich mich mit der Schwangerschaft, dem Baby und dem Arrangieren deiner Zukunft (wer wird dir bei der Betreuung helfen, (wann) willst du evtl wieder Arbeiten gehen, wo wirst du wohnen usw) beschäftigen. Dabei würde ich davon ausgehen dass du alleine klarkommen solltest. Das Inordnungbringen deiner Beziehung zu dem Vater deines Kindes würde ich auf später verschieben. Und dann könnten ein paar therapeutische Sitzung mit beiden durchaus sinnvoll sein.

    Der Freund der TE scheint ein Vertrauensproblem zu haben, höchstwahrscheinlich nicht nur das. Meine ersten Gedanken beim Lesen möchte ich hier gar nicht hin schreiben...


    Meiner Meinung nach, stimmt hier schon länger etwas nicht. Rosarote Brille? Bekanntermaßen ebbt nach zwei Jahren der Verliebtheitshormonspiegel ab und die Beziehungsarbeit beginnt.


    Wie kann es sein, dass der Freund in aller Öffentlichkeit wiederholt solchen garstigen Unsinn von sich geben kann "WENN das Kind denn von mir ist"?


    Wer ist denn da bitteschön alles auf den Ohren gesessen? Wie sieht so ein soziales Umfeld, Eltern, Freunde, Bekannte, Verwandte aus, wenn da keiner mal nachfrägt, bei ihm oder ihr, wie das denn eigentlich gemeint ist?


    Hat das überhaupt niemand ernst genommen oder für bedenklich gehalten? War da niemand, der diesem Freund mal den Kopf gewaschen hätte? Traurig, traurig.


    Dem Freund hilft eh nur eine Therapie, weil der hat ganz offensichtlich, zumindest für mich, noch ganz andere Probleme.


    Ich hoffe liebe Solina, du hast Menschen, die dir zur Seite stehen und dir die Kraft geben, die du brauchst. :)*

    Cote Sauvage


    Volle Zustimmung, nur zu dem Punkt hier eine Anmerkung:

    Zitat

    Das Verhalten deines Freundes geht so wirklich gar nicht. Der wirkt ja vollkommen panisch, ohne dass ein Anhaltspunkt dafür vorzuliegen scheint. Das wirkt so als würde da mehr dahinterstecken als einfach der Wunsch, Gewissheit zu haben. Die Frage, ob er tatsächlich jetzt schon Vater werden will, finde ich in dem Zusammenhang zB interessant.

    Das hatten mein Mann und ich sogar noch beim zweiten Kind, also diese rasende Panik als es dann soweit war. Uns hat einfach jeweils die Ungewissheit überfallen, der Abgrund über den man bei jedem Kind gehen muss, weil man einfach nicht weiß was kommt. Wenn man nicht total belämmert ist, dann kann einem das schon rasende Angst machen, egal wie sehr man im Grunde ein Kind will.


    Also obwohl wir schon eines hatten und das Zweite ein Wunschkind war, saßen wir nach der Erkentnis das ich nun schwanger bin auf den Sofa, guckten uns an und sagten im Chor:"Scheiße, was haben wir uns dabei gedacht?!" Aber mit der Angst kann man arbeiten, die flaut wieder ab und dann erzählt man auch keinen Blödsinn mehr. Nur, wenn man sich dann irgendwo reinsteigert und auch scheinbar bestätigt wird, dann kann sich sowas akut verselbstständigen. Das Hirn macht manchmal interessante Sachen, besonders wenn man vor dem Unkontrollierbaren steht.

    Im Zusammenhang mit Kuckuckskindern habe ich kürzlich einen Juristen gehört, der empfohlen hat, nach JEDER Geburt einen Vaterschaftstest durchzuführen. Einfach damit alle Seiten sicher sind. Diese Sicherheit gibt auch Vertrauen.


    Insofern fände ich es richtig, wenn die TE halt die Geburt abwartet (ein mühsames und gefühl ewig dauerndes Warten) und dann dem Vater beweist, dass sie sicher nicht fremd gegangen ist. Damit hat er auch die Sicherheit.


    Natürlich ist das Vertrauen bereits jetzt schon angeknackt durch seine Zweifel, doch die lassen sich ausbügeln, die Gewissheit wird siegen, da bin ich überzeugt!

    Seine Zweifel lassen sich ausbügeln, ihre wohl nicht.... ich finds auch heftig was der Mann sagt und verlangt. Ich denke ich könnte auch absolut nicht damit leben. Wohnt ihr Grade zusammen ? Kannst du nicht zu deinen Eltern gehen?

    @ EinMann65

    Zitat

    Natürlich ist das Vertrauen bereits jetzt schon angeknackt durch seine Zweifel, doch die lassen sich ausbügeln, die Gewissheit wird siegen, da bin ich überzeugt!

    Gewissheit? Von welcher Gewissheit sprichst du denn bitte? Der Test kann genau so gut falsch sein, oder die TE besorgt sich ein "richtiges" Ergebnis. Was sagt der "Jurist" denn dazu, sich einen wasserdichten Vaterschaftstest zu besorgen? Ein Vaterschaftstest, der Sicherheit und Vertrauen spendet? In welcher Welt lebst du eigentlich? Vertrauen muss man jemandem SCHENKEN.


    Wenn man das nicht kann, dann sollte man sich von den Menschen fern halten, denn dann helfen einem nämlich auch keine Tests und Verträge, sondern höchstens ein Therapeut.

    Zitat

    nach JEDER Geburt einen Vaterschaftstest durchzuführen. Einfach damit alle Seiten sicher sind.

    Du meinst, damit nicht versehentlich die Ankunft eines neuen Heilands verschlafen wird?


    Wieso sollte eine Frau Sicherheit anhand eines Vaterchaftstest bekommen wollen, wenn niemand anderes als Vater in Frage kommt außer ihrem Partner und dem Heiligen Geist?


    Mein Mann war als Kind schwer erkrankt und die Ärzte eröffneten seiner Mutter, dass er wohl einmal keine Kinder zeugen können wird.


    Er lernte mich kennen, hatte (im Gegensatz zu mir) einen brennenden Kinderwunsch, überzeugte mich davon, es zu wagen, eine Familie zu gründen, wir heirateten und ich wurde auch prompt schwanger.


    Meine Schwiegermutter hat mir später gestanden, dass ihre Bedenken, ob das Kind tatsächlich von ihrem Sohn stammen kann, erst verflogen waren, als sie unsere Tochter zu Gesicht bekam. Mein Mann hatte zu keinem Zeitpunkt Zweifel an seiner Vaterschaft.


    Freundlicherweise hat ihn die Natur damit belohnt, dass seine Töchter auf den ersten Blick und ohne jeden Zweifel als seine Kinder identifiziert weerden können. Selbst aus einer Menge von hundert anderen heraus ;-D .


    Meine Schwiegermutter hat mir erst kürzlich berichtet, dss sie den damaligen Arzt meines Mannes getroffen hat, der sich nach ihrem Sohn erkundigte und dem sie stolz berichtete, dass dieser mittlerweile Vater von zwei bezaubernden Töchtern ist.


    Auf seinen erstaunten/zweifelnden Blick hin konnte sie ihm endlich sagen, dass er sich damals geirrt hat und es daran keinen Zweifel gibt. Ganz ohne Vaterschaftstest, freundlicherweise.

    Nach den weiterführenden Schilderungen der TE nehme ich meine Einschätzung weiter vorne wieder zurück.


    Ich stimme allerdings anderen Usern zu, dass er wohl eine irrationale Angst entwickelt hat. Das Problem ist dabei jedoch, dass er damit hausieren geht und sich damit Bestätigung sucht, die er anscheinend auch bereitwillig bekommt. Du wirst sicher das gleiche bei deinen Freunden tun und damit hat sich ein tiefer Graben ausgebildet. Nun ist dieser nur noch schwer zu überwinden und eine Trennung scheint unvermeidbar.


    Allerdings werdet ihr nun durch dieses Kind verbunden sein. Wie du schon befürchtest würde das in einem großen Konflikt (eventuell bis vors Gericht) ausarten. Das heißt eigentlich ist es egal ob ihr zusammen bleibt oder nicht, ihr müsst an dem Konflikt arbeiten. Ich kann dir auch aus Erfahrung sagen, dass auch wenn beide Elternteile für das Kind da sind, es für das Kind belastend ist, wenn da ständig ein Streit in der Luft ist.


    Mit dem Abstand kannst du nun erstmal zur Ruhe kommen und dann kannst du auch tief in dich gehen. Ich denke es gilt zu erforschen, ob die rosarote Brille wirklich die letzten zwei Jahre aufsaß und ob es schon früher Anhaltspunkte gab, die ein Scheitern der Beziehung voraussagen konnten. Und dann kannst du entscheiden inwiefern du an dieser Beziehung arbeiten möchtest und mit welchem Ziel: Eltern, Freunde, Ehe.

    Zitat

    Im Zusammenhang mit Kuckuckskindern habe ich kürzlich einen Juristen gehört, der empfohlen hat, nach JEDER Geburt einen Vaterschaftstest durchzuführen. Einfach damit alle Seiten sicher sind. Diese Sicherheit gibt auch Vertrauen.

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    Brave New World. {:(

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    Freundlicherweise hat ihn die Natur damit belohnt, dass seine Töchter auf den ersten Blick und ohne jeden Zweifel als seine Kinder identifiziert werden können. Selbst aus einer Menge von hundert anderen heraus ;-D .

    Das Glück hat ja aber nicht jeder. ;-) Ich hab in der Tat sie Gewissheit, denn ich hab das Kind ja ausgetragen, aber ich könnte umgedreht nicht sicher sein, dass mir als Mann nie Zweifel kämen. Gerdade wenn man es wirklich in den Zirkel der Panikreaktion einordnen kann finde ich, kann man einem geliebten Menschen gegenüber auch mal ein wenig Nachsicht walten lassen. Wer hat sich nicht schonmal gnadenlos dumm verhalten? Wenn man ernsthaft eine Familie plant, dann sollte die Bereitschaft einen akuten Fall von Idiotie mit auszusitzen schon vorrausgesetzt werden. ;-D ;-D


    Und unüberwindlich. Mh. Also mein Ex und ich haben es nochmal versucht. Nach einem Jahr Trennung und nachdem ich ein Kind von einem anderen hatte und er eine Affaire mit einer Frau die kaum eine Frau war und jede Menge Wut und Verletzung und Misstrauen das unser Umfeld ja auch mitbekommen hat. Braucht man halt ein wenig Arsch in der Hose öffentlich dazu zustehen das man freigedreht hat, sich wieder gesammelt hat und ja auch niemand ausser einem selbst daran glauben muss.


    Bin ganz froh das wir die zweifelnd gehobenen Augenbrauen, gerollten Augen und Medea Prophezeiungen ignoriert haben. Sind glücklich verheiratet und die Geschichte von damals ist mittlerweile eher etwas das uns verbindet denn trennt. Einfach weil wir wissen das aufeinander unfassbarer Verlass ist.

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    Bin ganz froh das wir die zweifelnd gehobenen Augenbrauen, gerollten Augen und Medea Prophezeiungen ignoriert haben. Sind glücklich verheiratet und die Geschichte von damals ist mittlerweile eher etwas das uns verbindet denn trennt. Einfach weil wir wissen das aufeinander unfassbarer Verlass ist.

    danae87, mMn ein sehr schöner/guter Beitrag.