• Mein Freund will sich die Hörner abstoßen

    Ich bin momentan echt ratlos und verwirrt. Mein Freund und ich sind 2 1/2 Jahre zusammen. Ich wage auch zu behaupten, dass diese Zeit sehr glücklich war. Anfang des Jahres verkündet er plötzlich, dass er etwas für eine andere Frau empfindet und diese auch mal geküsst hätte. Wir haben die Sache ausdiskutiert, er hat sich für mich entschieden und hat zu…
  • 116 Antworten

    Hehe, er meinte dann ja auch dass er mir das nicht glaubt, dass ich dann einen Schlussstrich zieh.


    Ich hab ihm dann aber gesagt, dass ich das sehr wohl tun werde!


    Und auch wenns hart ist, und ich hoff, dass es nie passieren wird, dann werd ichs tun.


    Ich hab zwar noch keine Ahnung wie, aber wie gesagt hoff ich ja, dass ich es nie machen muss.


    1x kann meiner Meinung nach als Ausrutscher gewertet werden, macht er das mit einer anderen nochmal, ist es kein Ausrutscher mehr!


    Er meinte aber auch, dass er daraus gelernt hat und so einen Blödsinn nimma macht ohne vorher klare Verhältnisse zu schaffen!

    mein Rat

    Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass ich den Ratschlag geben sollte, im Alter von 23 Jahren noch keine sehr festen Bindungen einzugehen. Und Ausschlieslichkeiten eher maßvoll zu leben. In diesem Alter muss man wirklich noch die Augen offen halten für andere (von beiden Seiten). Sonst bereut man das in 20 Jahren zutiefst.

    @ unerwünscht

    ich denke deine Meinung hat nur mit deiner persönlichen Lebensgeschichte zutun, und ist in dieser Form – als Verallgemeinerung – kein nützlicher Rat.


    Manche sind mit 15 so reif wie andere mit 30 und andersrum. Es hängt wohl eher als vom Alter davon ab, ob man bereits weiß wer man ist, was man möchte und ob man sich traut sich selbst zu leben. Tut man das nicht, bereut man das später bestimmt. Weil es innerhalb einer festen Beziehung noch mehr Mut verlangt, sich selbst zu leben als wenn man sich als Single verändern möchte. Aus diesem Grund machen viele Schluss, weil sie meinen nur als Single zu sich selbst kommen zu können.

    @ Wasserfee,

    genau richtig!! Hat zwar nicht wrklich was mit Andreas Problem zu tun, aber du srichts etwas sehr wichtiges an!


    Heutzutage muss sich jeder idealisieren, man ist kaum mehr bereit etwas für einen anderen aufzugeben. Und so kommt es das man niicht die Mühe und das Durchhaltevermögen einsetzt, das für eine stabile Beziehung nötig wär.


    Das bezieht sich jetzt nicht nur auf eine Partnerschaft, sondern auf viele Bereiche des Lebens. Der Kinderwunsch wird zum Beispiel dadurch gehemmt. Wie kann man sich mit einem Klotz am Bein denn schon selbst verwirklichen??

    Jepp, und ich hoffet schon, das es zum Thema passt ;-) Letzendlich geht es doch darum?!


    (Und das mit dem Kinderthema stimmt auch find ich, kenne jemanden der erst mit 40 welche will, weil er es als totales Selbstentfaltungshindernis sieht - wenn ich das so sehen würde, würde ich auch keine wollen, aber naja...Viele müssen einfach lernen, für sich selbst zu sorgen! Inklusive mir )@:)

    unerwünscht

    ich gebe dir recht soweit. Leider hat man die Erfahrung meist hinterher ... heute wüßte ich auch auf was ich ganz bestimmt achten muss. Meines Erachtens wissen beide noch nicht so recht was sie wollen und da würde ich auch nicht krampfhaft daran festhalten. Ein paar "wichtige Dinge" abzuchecken (am Partner) die man haben "muss" und welche die man ganz bestimmt nicht haben möchte bleibt meist aus und man findet sich hier wieder ... cest ca. Also ... klingt sehr rationell und sachlich ... aber ich würde mir heute eine Wunschliste machen mit Prioritäten und Prio. 1 muss passen ... sonst weg damit ... oder wir sehen uns hier wieder ;-D

    hotpearl

    Zitat

    Hat zwar nicht wrklich was mit Andreas Problem zu tun, aber du srichts etwas sehr wichtiges an!

    Ich denke doch, dass es etwas mit Andreas Problem zutun hat. Mein Freund sagte mir damals auch ganz klar, es ginge nicht darum, dass er mit unserer Beziehung unzufrieden wäre, sondern mit sich selber. Er hatte eben das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Er wusste nicht, was er eigentlich vom Leben wollte. Es schien so, als wäre er jetzt mit 30 erst aufgewacht, um sich überhaupt mal die Frage zu stellen, was er eigentlich, wo und mit wem vom Leben will.


    Interessant war, dass ich ihn schon anfangs beim Kennenlernen gefragt hatte, welche Sehnsüchte er im Leben hätte. Ich bekam eine befremdende Antwort, denn er zählte mir ein paar Dinge auf, die er noch an seinem Computer vorhatte, zu programmieren. Nach drei Jahren sah das ganz anders aus. Er sprach von fernen Ländern, fing an, Japanisch zu lernen, war neugierig darauf, neue Leute kennen zu lernen, etc.


    Das klang mir alles sehr nach Selbstfindung und das war eigentlich ein Prozess, mit dem ich gar nichts zutun hatte, also auch vollkommen machtlos war, darauf einzuwirken. Ich hatte ja scheinbar die drei Jahre schon darauf eingewirkt, dass er angefangen hatte, sich mal andere Ziele im Leben zu setzen, als nur Computerinternes.


    Der Zusammenhang zu Andreas Problem gestaltet sich m.E. so, dass sie im Zweifel sich nur drüber klar werden kann, was sie selbst will und ihm das auch klar mitteilt, aber im Falle aller Fälle kann sie nur für sich selbst die Konsequenzen ziehen. Es bringt m.E. nichts, ihn davon z.B. überzeugen zu wollen, dass er durch sein Austoben auch nicht klüger wird. Ich fürchte, dass es nicht selten das ernüchternde Ergebnis solcher Selbstfindungsprozesse ist: Man stellt fest, man kann hinreisen, wo man will, man kann andere Frauen "ausprobieren" wie man will, sich selbst findet man nicht woanders oder bei anderen, weil man sich selbst schließlich überall mit hin mitnimmt. Sich selbst muss man schon bei sich selbst suchen und nicht irgendwo in der Welt. Aber vielleicht haben ja solche Selbsterfahrungstrips genau den Sinn, diese Erkenntnis zu gewinnen, dass man bei sich selbst suchen muss.


    Andrea kann also m.E. im Grunde gar nichts tun. Sie kann sich nur im schlimmsten Falle selber da rausziehen, um nicht ständig verletzt zu werden, auch wenn er sie gar nicht bewusst verletzen will, sondern dies einfach ein Nebeneffekt seiner Selbstfindung ist. Ich hatte jedenfalls den Fehler gemacht, zu lange um ihn zu kämpfen. Das war nur qualvoll und hatte nichts gebracht. Reisende kann man eben nicht aufhalten, aber man kann einen für sich besten Zeitpunkt finden, an dem man sich verabschiedet.

    wieauchimmer

    unterschreibe ich so ... war bei mir bis ca. 28 so, dass ich (leider) keine große Aufmerksamkeit für meine damaligen Beziehungen hatte (unbewußt), da ich selber nicht genau wußte wo der Zug mit mir hinfährt.

    Artus

    Zitat

    da ich selber nicht genau wußte wo der Zug mit mir hinfährt.

    Immerhin hatte mein Freund ja die Chance, als sein Selbsterfahrungstrip sich eher als Reinfall zeigte und er erst da bemerkte, was er dafür aufgegeben hatte, die Rückfahrkarte zu kaufen, hatte er ja schon. Das tragische Ende war ja nicht geplant.


    Es bestünde aber auch für Andrea die Möglichkeit, ihn im Zweifel ziehen zu lassen, aber sich im Guten zu trennen (bei uns waren so einige Knackse angefallen in der Trennungsphase, die wir noch hätten aufarbeiten müssen. Besser wäre gewesen, wir hätten uns eher gegenseitig losgelassen und uns im Guten trennen können), vielleicht kann es dann irgendwann einen Neuanfang geben. Sie sollte aber nicht in dieser Hoffnung auf ihn warten, sondern ihr eigenes Leben leben unter der Voraussicht, dass er eher nicht zurück kommt.

    @ wie auch immer und Artus

    Bei meinem Partner 24, ich 27, habe ich wie gesagt auch so ein Gefühl.....ich vermute, es gibt Anhaltspunkte dafür, das auch er sich irgendwann finden möchte und ich habe die Befürchtung das ich da keine große Rolle spiele. Das stimmt mich traurig und ich habe Angst meine besten Jahre zu verschenken, weil ihm dann in 10 Jahren aufällt das er sich selbst finden muss...... Aber Reisende soll man nicht aufhalten!

    wieauchimmer

    wo du recht hast, hast du recht. ich hatte so was auch mal, mit dem unterschied, dass die frau sich auf einen selbsterfahrungstrip begab. ich habe nicht versucht, das zu verhindern, habe ihr aber gesagt, dass sie nicht davon ausgehen kann, bei ihrer rückkehr alles unverändert vorzufinden. naja, als sie dann nach einem jahr zurückkam, war ich weg.


    reisende kann man in der tat nicht aufhalten. es gibt sicher welche, die kommen nach einer bestimmten zeit mit gestutzten hörnern und bestimmten vorstellungen davon zurück, was sie wollen und was nicht. manche bleiben aber auf immer dem peter-pan-syndrom verhaftet und laufen mit 40 noch in kurzen hosen rum und bohren in der nase.


    reisen bildet nicht nur, sondern ist auch mit bestimmten risiken verbunden. darüber sollte man die aufbruchswilligen nicht im unklaren lassen, sag ich mal so.

    hotpearl

    Zitat

    ich vermute, es gibt Anhaltspunkte dafür, das auch er sich irgendwann finden möchte

    Eine solche Ahnung hatte ich von Anfang an (denn ich kannte ja auch seine bisherige Lebensgeschichte und wäre ich nicht seine Beziehung gewesen, sondern nur eine Freundin, dann hätte ich ihm sogar dazu geraten, sich erstmal selbst zu finden). Ich hatte allerdings die Hoffnung, es würde nicht so "schlimm" werden, dass er sich auch von mir befreien möchte. Mein Bauchgefühl hatte leider Recht, meine Hoffnung leider nicht.

    pocas

    Zitat

    ich habe nicht versucht, das zu verhindern, habe ihr aber gesagt, dass sie nicht davon ausgehen kann, bei ihrer rückkehr alles unverändert vorzufinden.

    So eine große Klappe hatte ich auch ;-)


    "Du brauchst nicht denken, dass ich auf dich warte!". Hatte sogar zwischenzeitlich einen Liebhaber, aber das wars einfach nicht.


    Wir waren einfach drei Jahre so richtig glücklich miteinander gewesen (was er ja selbst sagte und daher konnten wir uns auch so schlecht loslassen). Ich habe einfach aus meiner Sicht, die ich schon vorher genug Gelegenheit gehabt hatte, mich selbst zu finden (und in einer Situation war, wo ich nicht einmal nur wissen musste, was ich selber will, sondern gleich noch für ein Kind mitentscheiden musste. Das macht ungemein "erwachsen".) auch nicht so ganz nachvollziehen können, wieso man so ein Glück einfach aufgibt. Mich in seine Situation versetzend, konnte ich es aber doch verstehen.


    Da konnte ich mich anstrengen, wie ich wollte, ich habe einfach auf seine Rückkehr gehofft. Die Hoffnung stirbt ja (leider) immer zuletzt. Ich wusste, dass mir dieses Hoffen gar nicht gut tat, hab aber den Knopf zum Ausschalten einfach nicht gefunden.

    Zitat

    es gibt sicher welche, die kommen nach einer bestimmten zeit mit gestutzten hörnern und bestimmten vorstellungen davon zurück, was sie wollen und was nicht.

    Immerhin hatte er ganz schön eins auf den Deckel bekommen. Seine tollen neuen Freunde hatten dann doch keine Zeit für ihn und waren näher betrachtet nicht mehr so toll. Seine neue Flamme, von der er schwärmte, sie sei genauso freiheitsliebend wie er, hatte sich die Freiheit genommen, ihn nach Wien ziehen zu lassen, um sich dann doch (sogar eine Woche vor dem physikalischen Umzug) zu entscheiden, bei ihrem Freund zu bleiben. Zu seiner Enttäuschung sagte ich ihm dann nur (den Spruch konnte ich mir einfach nicht verkneifen) "Ja, sie war eben genauso freiheitsliebend wie du."


    Er hatte da tatsächlich "sein Fett weg" bekommen. Ob er deshalb nun wirklich wusste, was er will, kann ich auch nicht sagen.

    Zitat

    manche bleiben aber auf immer dem peter-pan-syndrom verhaftet und laufen mit 40 noch in kurzen hosen rum und bohren in der nase.

    Das stimmt, aber dafür hielt ich ihn eigentlich für zu intelligent und wenn ich mir überlegte, wie er war, als ich ihn kennen lernte, völlig unbedarft und "computerverstrahlt", wie er bei der Trennung war und nach dem Jahr Trennung, er hatte sich enorm entwickelt (und gefiel mir so sogar noch besser als zuvor)

    @Wasserfee

    Zitat

    ich denke deine Meinung hat nur mit deiner persönlichen Lebensgeschichte zutun, und ist in dieser Form – als Verallgemeinerung – kein nützlicher Rat.


    Manche sind mit 15 so reif wie andere mit 30 und andersrum. Es hängt wohl eher als vom Alter davon ab, ob man bereits weiß wer man ist,

    Also ich lebe ja nicht in einem von der Aussenwelt abgekapselten nur mich betreffenden Raum, sondern ich erlebe natürlich auch andere Menschen bzw. Paare die mehr oder weniger lange Beziehungen hinter sich haben.


    Ich meinte auch ganz und gar nicht die Reife für eine feste Bindung. Es geht einfach darum, dass man aus einer "grösseren Auswahl (von der Menge und von der Zeit)" seine Entscheidung für eine auf "Lebenszeit" angelegte Beziehung trifft.


    Ein triviales Beispiel, du gehst in einen Laden und kaufst die das T-Shirt, das am allerersten Ständer hing, bezahlst und gehst wieder, ohne dichweiter umgesehen zu haben.


    Glaubst du nicht, dass du spätestens zu Hause dir darüber Gedanken machst, ob nicht ein schöners oder besser sitzendes woanders zu finden gewesen wäre? Du wirst immer denken, "auch vielleicht hätte ich noch weitersuchen sollen"! Wenn du aber durch alle Läden gelaufen bist, und dir das genommen hast, was in der grossen Auswahl, dir am besten gefallen hat, dann wirst du es immer schätzen und es mit Freude tragen.

    Zitat

    Aus diesem Grund machen viele Schluss, weil sie meinen nur als Single zu sich selbst kommen zu können.

    Genau! Und exakt aus diesen Grund ist es klüger erst etwas zu erreichen, sich zu finden, bevor man sich bindet um dann doch wieder auseinander zu gehen.

    Zitat

    Der Kinderwunsch wird zum Beispiel dadurch gehemmt. Wie kann man sich mit einem Klotz am Bein denn schon selbst verwirklichen??

    Allerdings ist der entsprechende Zeitpunkt im Leben tatsächlich sehr schwer zu finden.


    Denn irgendeine Ausrede findet sich immer um keine Verantwortung zu übernehmen. Noch eine Weiterbildung, ein Seminar oder der Urlaub schlechthin...etc.


    Hier gilt es dann aber Reife zu zeigen.

    Zitat

    Glaubst du nicht, dass du spätestens zu Hause dir darüber Gedanken machst, ob nicht ein schöners oder besser sitzendes woanders zu finden gewesen wäre?

    Möglich, spricht aber auch einfach für Unentschlossenheit und nicht wissen was man eigentlich will. Ich kann mir 100 T-Shirts anschauen und dann eins kaufen, und dann Zuhause trotzdem denken "ach vielleicht wäre in dem Laden, oder vl wäre doch das rote..."


    Es geht darum, ob man wußte was man will und dann zu seiner Entscheidung stehen kann!

    Zitat

    Wenn du aber durch alle Läden gelaufen bist, und dir das genommen hast, was in der grossen Auswahl, dir am besten gefallen hat, dann wirst du es immer schätzen und es mit Freude tragen.

    Meiner Meinung nach nicht, so einfach ist ein Mensch eben nicht.


    Und da habe ich das Gefühl, dass du von dir ausgehst und bereust das du dir nicht mehr "T-Shirts" angeschaut hast.


    Es geht um Verantwortung - besonders für sich selbst, und die trägt man oder eben nicht. Das das einfach ist hat ja niemand behauptet.

    Zitat

    Und exakt aus diesen Grund ist es klüger erst etwas zu erreichen, sich zu finden, bevor man sich bindet um dann doch wieder auseinander zu gehen.

    Aha. Und wann ist das? Wann ist man denn damit fertig, sich zu finden?! Meiner Meinung nach niemals, und deshalb muß man das auch nicht VOR einer Bindung "erledigen". Man darf sich nur nicht dann in einer Beziehung verlieren, aber das ist wieder das Thema Verantwortung.


    Es ist nicht so, das man irgendwann denkt "so, jetzt habe ich alles gemacht was ich als "freier" Mensch tun wollte, habe mich selbst gefunden - fertig!! Jetzt eine Beziehung und ich bleibe für immer so wie ich jetzt bin" Das wäre doch wirklich nicht gerade das, was man sich unter Glücklichsein vorstellt, oder? Ich mir jedenfalls nicht. Ich möchte auch MIT meinem Partner wachsen und mich und uns entwicklen.

    Zitat

    Denn irgendeine Ausrede findet sich immer um keine Verantwortung zu übernehmen.

    Du sagst es doch selbst :-) Und wo ist jetzt der Unterschied zum Thema Beziehung?!