Mein Mann redet nicht mit mir

    Ich kenne meinen Mann nun seit 7 Jahren. Verheiratet sind wir seit 4 Jahren. Wir haben ein gemeinsames Haus und 2 wundervolle Kinder. Finanziell geht es uns gut. Er arbeitet Vollzeit, ich Teilzeit.


    Nun zu meinem Problem: Mein Mann war schon immer eher verschwiegen und hat seine Probleme mit sich selbst ausgemacht. Er hat sich aber auch für mich und meine Anliegen interessiert. Vor 4 Jahren hat er berufsbegleitend ein Vollzeit-Masterstudium gemacht. Natürlich war diese Situation sehr extrem und furchtbar anstrengend. Er hatte in dieser Zeit schon einen anspruchsvollen Job in der Forschung und Entwicklung. In dieser Zeit kam unsere Tochter auf die Welt. Es war auch sein Wunschkind. Ich habe den Haushalt gemacht und mich um unser Kind gekümmert, damit mein Mann in Ruhe studieren kann. In dieser Zeit hat er sich- ich habe es auf den Stress geschoben- sehr wenig für uns interessiert. Wie es mir ging und auch wie es unserer Tochter ging war absolut unwichtig. Über seine Tage wollte er nicht sprechen, also fragte ich nicht mehr nachUnsere Kommunikation ebbte vollständig ab. Nach der Entbindung unseres Sohnes würde ich sehr krank. Das Studium hatte mein Mann längst abgeschlossen, also hoffte ich auf die Unterstützung meines Mannes. Ich muss noch dazu sagen, dass ich in beiden Schwangerschaften wegen starker Übelkeit Gewicht verlor. Ich war also in der 40. SSW leichter, als vor der Schwangerschaft. Trotzdem zog sich mein Mann immer in sein Büro im Keller zurück und vergrub sich hinter seiner Arbeit. Dass wir zu zweit etwas unternehmen, kommt nicht vor, auch Sex, Zärtlichkeiten oder Umarmungen bleiben auf der Strecke, weil er vorgibt, den Kopf dafür nicht frei zu haben.


    Zwischenzeitlich erwähnte er einmal, eventuell noch eine Dissertation schreiben zu wollen. Ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen, denn er arbeitet ja ohne Diss schon mehr als 60 Stunden in der Woche. Die Bedingung für ein 2. Kind lautete: Keine Dissertation! Nun ist das Kind da und wenn ich ihn frage, ob bezüglich Dissertation etwas läuft, verneint er. Beim Aufräumen und Staub putze nicht fand ich nun aber sämtliche Dokumente, die für die Einreichung einer Dissertation benötigt werden. Es war alles ausgefüllt, ein Doktorvater scheint schon gefunden zu sein. Ich fühle mich ehrlich gesagt extrem hintergangen. Oder reagiere ich über? Mein Mann ist ohne Zweifel ein intelligenter Mensch, dem ich die Dissertation problemlos zutraue. Mein Problem ist, dass er das nun völlig hinter meinem Rücken machen möchte und ein Familienleben, wie wir es uns einmal gemeinsam vorgestellt haben, nicht stattfindet. Wir leben so schon mittlerweile in 2 komplett unterschiedlichen Welten. Er hat nur seine Arbeit und ich versuche Kinder, Job, Haushalt und Hobbies unter einen Hut zu bekommen.


    Macht eine solche Beziehung überhaupt Sinn? Würde mich sehr über Antworten von einem neutralen Standpunkt aus freuen!

  • 38 Antworten

    Dein Mann kommuniziert nicht, zieht sich zurück, lebt in seiner eigenen Welt. Eine richtige Beziehung führt ihr schon lange nicht mehr, und ihn scheint das gar nicht zu stören. Ob solch eine Beziehung Sinn macht? Nein, das sehe ich nicht so. Was soll man mit einem Ehepartner, der sein Leben nicht mit seiner Ehefrau teilen möchte? Außerdem lässt er dich mit den Kindern und dem Haushalt gänzlich im Stich.


    Das zieht sich jetzt über einige Jahre, und an deiner Stelle würde ich ihm mal ein Ultimatum stellen: Entweder ihr arbeitet GEMEINSAM wieder an euer Beziehung (Therapie/ Gespräche/ gemeinsame Unternehmungen) oder du trennst dich. Sollte er Desinteresse zeigen oder Besserung geloben und sich weiterhin so arschig verhalten, dann würde ich mich an deiner Stelle wirklich trennen. Mit so jemandem zusammenzuleben wird dich nicht glücklich machen, sondern weiterhin runterziehen.

    Mit Einreichen meinst du aber anmelden oder? Also wenn sie fertig wäre zum einreichen, würde ja zumindest der Aufwand wegfallen, dann hätte er sie ja schon fertig.


    Also, das variiert ja ein bisschen von Fach zu Fach, aber an sich ist eine Doktorarbeit scheißviel Arbeit (außer bestimmte Medizindoktorarbeiten, teilweise haben die ja eher überschaubares Niveau ;-)). Wenn das mit dem masterstudium gleichzeitig schon sehr viel Stress war, eine Doktorarbeit ist nochmal ein ganz anderes Level.


    Ich würde da insgesamt zwischen drei Sachen teilen: 1. Das er dir es nicht gesagt hat, dass er es anscheinend trotzdem vor hat 2. Wenn er das wirklich macht und es dann die Doppelbelastung gibt und 3. Das damit zusammenhängende aber trotzdem eigenständige problem, das sihr nicht mehr miteinander redet


    Zu 1. ich schätze mal du bist dir sicher, dass das aktuell ist und er es nichtmal ausgefüllt hat und dann einen Rückzieher gemacht hat? Also das er kurz davor ist es einzureichen? Also sel bst wenn er sie anmelden würde, man muss sie dann ja nicht schreiben abbrechen kann man immernoch. Die Frage ist halt inwiefern du damit leben kannst, das selbst wenn er das tun würde, das er es dir nicht erzählt und gegen Absprachen anscheinend zumindest verstoßen will. ich würde das auch sehr davon abhängig machen von den anderen zwei Punkten. Also angelogen zu werden ist scheiße keine Frage, aber noch eher zu verarbeiten als wenn alles zusammen kommt. Also wenn sich alle drei Punkte nicht ändern, sehe ich da auch nicht viel Hoffnung. Also zumindest nicht, wenn du einigermaßen zufrieden sein willst.


    Zu 2.Das habe ich ja schon anklingen lassen, eine Doktorarbeit ist ein haufen Arbeit, ich frage mich eh wie Leute das hinbekommen, die noch nebenher arbeiten. Dann aber Vollzeit wo er eh schon 60 Stunden arbeitet? Okay er promoviert schätze ich mal über was Ähnliches, also fallen da Synergieeffekte an, aber trotzdem. Und dann noch Familie, also selbst wenn ihr Problem 3 lösen würdet, sähe ich da keine Möglichkeit, dass er überhaupt die Zeit hätte, das Interesse an dir und den Kids auszuleben. mal ganzd avon abgesehen, dass eine Doktorarbeit dann auch so ablenken kann, das jegliches Interesse erstrickt wird.


    Kommen wir zu dem entscheidenden problem


    3. Darin sehe ich irgendwie die Kerncrux. Das mag durch das Studium begünstigt oder gar ausgelöst worden sein, ist aber jetzt selber das problem und führt dann noch vielö eher zu Punkt 1 und 2. Also wenn er sich nicht für euch interessiert, kann er die Doktorarbeit machen und dich anlügen. das problem ist, da irgendwas zu machen. Ohne ihn geht das logischerweise nicht. Und ich finde es sehr schwer abzuschätzen, wie es dabei ihm ausschaut. Also ob da noch was zu reißen ist oder er sich da einfach nur entfernt hat ohne es zu merken und bereit wäre wieder auf dich einzugehen.


    Was ich hoffentlich nicht überlesen habe: hast du ihn mal darauf angesprochen? Wenn ja und wie und wie hat er reagiert?

    Dein Mann kennt den Ernst der Lage nicht. Und das ist kein Zufall, denn du hast daran mitgewirkt, ihm "den Rücken frei zu halten". So machen manche Frauen das, weil sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Und dein Mann hat daraus abgeleitet, dass das so in Ordnung ist, dass seien Welt wichtiger ist als deine.


    Dabei ist ihm sicher aus dem Blick geraten, was sich in deiner Gefühlswelt abspielt. Und um damit nicht so konfrontiert zu werden, hat er die Distanz zwischen euch kräftig ausgebaut. Dann ist es nicht so gefährlich für ihn und seine eingefahrenen Ego-Wege. Es scheint, dass du und die Kinder darin nicht mehr großartig vorkommen. Und nun hast du die A-Karte, ihm das klar zu machen, ihn wieder aus seiner Ego-Welt heraus zu holen und mit dem ganzen Ernst der Lage zu konfrontieren. Das ist eine Mammutaufgabe, und sie ist undankbar. Du nimmst sie nicht seinetwegen auf dich, sondern deinetwegen und euretwegen, bzw. der Kinder wegen.


    Zu Beginn dieser Gespräch könnte er die Meinung pflegen" Das ist DEIN Problem". Darum ist deine wichtigste Ansage: "Das ist UNSER Problem!" er muss sich (und sein Verhalten) als Verursacher dieses Problem erkennen. Er muss erkennen, dass eure Beziehung, so wie sie jetzt verläuft, eine extrem kurze Halbwertzeit hat.


    Um das aber überzeugend über zu bringen, musst du vor einem solchen Gespräch für dich heraus finden, ob das stimmt. Bist du wirklich bereit, notfalls eine Trennung in Kauf zu nehmen? Bist du bereit, dich ihm gegenüber eindeutiger zu verhalten und das einzufordern, was er nicht freiwillig gibt? Und was bist du bereit zu tun, wenn er es dir nicht leicht macht?


    Die gefundenen Unterlagen sprechen eine deutliche Sprache, ich kann aber nicht beurteilen, ob du das heran ziehen solltest. Denn da steckt ja "Spionage" und Spekulation dahinter. Es reicht vermutlich ihm klar zu machen, dass die Diss für dich absolut keine Option ist und du froh darüber bist, das wenigstens DAS geklärt werden konnte. Aber nun gibt es Weiteres zu klären.


    Es sieht nicht so aus, als würde dein Mann es dir leicht machen, das Gleichgewicht bei euch wieder her zu stellen. Das hängt davon ab, wie ernst dir das alles ist. Und darüber musst du dir zunächst selber klar werden.

    Ich seh das Problem weniger in der Dis, sondern mehr darin, dass ihr nebeneinander herlebt. Da würde ich an deiner Stelle ansetzen.


    Es ist ja nicht nur so seit kurzem, aber eigentlich mehr als die Hälfte der Zeit, die ihr euch kennt. Kann es sein, dass er das Studium und jetzt die Dis nutzt, um sich aus eurer Familie heraushalten/ ausbrechen zu können? Wollte er das zweite Kind?

    Zitat

    Oder reagiere ich über?

    Ja, total!


    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.


    Wenn es sein Traum ist einen Doktor zu machen würde ich ihn lassen bis er sich den Traum erfüllt hat.


    So wie ich das sehe ist der Doktortitel sehr wichtig für ihn, wenn er daran sogar heimlich arbeitet. :)z

    Zitat

    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.


    Wenn es sein Traum ist einen Doktor zu machen würde ich ihn lassen bis er sich den Traum erfüllt hat.

    Kann man machen, wenn die Beziehung stabil ist. Ist sie hier aber nicht. Stattdessen gibt es eine deutliche Schieflage, bei der eine macht, was er will (die Diss) und der andere sich mehr und mehr einschränkt.

    Zitat

    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.


    Wenn es sein Traum ist einen Doktor zu machen würde ich ihn lassen bis er sich den Traum erfüllt hat.


    So wie ich das sehe ist der Doktortitel sehr wichtig für ihn, wenn er daran sogar heimlich arbeitet. :)z

    Das klingt alles sehr nach Einbahnstraße. Vor allem war ja die Absprache, dass es nur ein zweites Kind gibt, wenn er nicht die Doktorarbeit schreibt. Wenn die Diss sein großer Traum ist, hätte er es da klipp und klar sagen sollen. So hintenrum ist aber echt ne hausnummer. Desweiteren ist es aber womöglich ihr Traum, sich nicht alleine um die Kinder zu kümmern, sondern gemeinsam ein familienleben zu haben. Es ist nicht so einfach, dass es einfach sein Traum ist und basta. Da hängt eben viel dran, wenn er keine Kompromisse eingehen will und die Diss alles ist, dann hätte er sich das mit der Familie anders überlegen sollen. Mal ganz davon abgesehen, vielleicht ist nach der Diss ja die Habil sein großer Traum oder sonst irgendwas, es gibt keine Garantie, dass er immer wieder irgendwas machen will, auf ihre Kosten. Und ja ihre Kosten, da alles andere an ihr hängen bleibt.

    Zitat

    Ja, total!


    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.

    Also, ich bitte dich! Entgegen gemeinsam getroffener Absprachen, sogar auf direkte Nachfrage hin zu lügen und sein Ding durchzuziehen, das fällt nun echt nicht mehr unter die Kategorie "Freiheit zur Erfüllung eigener Wünsche". Das ist einfach Mist.


    Keine Diss der Welt kann es rechtfertigen, einen anderen Menschen gegen dessen Willen einfach komplett mit all dem allein lassen, was man eigentlich zu zweit "verbockt" hat.

    Und wenn es letztlich wirklich seinen "Wünschen und Träumen" entspräche, alles so gegen ihren Willen und entgegen ihrer Absprachen durchzuboxen, sich also auf ihrem Rücken selbst zu verwirklichen, dann hätte sie - wenn man mich fragt - wirklich einen Grund zur Überreaktion.

    Hmm,hör auf an deine früheren träume zu glauben oder gar zu hoffen das diese noch wahr werden!!!


    Fang an genau so dein eigenes Leben zu führen,und hör ENDLICH mit dem Quatsch "Rücken frei halten" auf!!!


    Geh mal aus,geh ins Kino,triff dich mit deinen Freundinnen und lass ihn sich doch mal um die Familie kümmern.


    Zeig endlich ihm und auch DIR,das du nicht mehr dieses FALSCHE Spiel mitmachst!!!

    Als ich das gelesen habe, wie Du die Dissertationspapiere entdeckt hast, musste ich spontan an einen Alkoholiker denken, einen Süchtigen der seine Sucht versteckt und verleugnet. Was mag der Grund sein dass er sich trotz Familie so in die Arbeit flüchtet? Ansich schlägt ja, sobald man Kinder hat, doch die Biologie zu und die Vaterinstinkte erwachen...


    Ihr habt euch in einem Status eingelebt, aus dem auszubrechen nicht eben einfach ist. Oldie hat es beschrieben, Dein Mann wir es als DEIN Problem sehen. Da sind vermutlich schwere Geschütze gefragt, um ihn da aufzuwecken und ihn unter Druck zu setzen. Es wird für beide Seiten schwer sein, das zu ändern, für ihn, da er sich offenbar in seiner Welt wohl fühlt, für Dich, weil Du einen geliebten Partner zu etwas motivieren musst, was in einer Ehe eigentlich selbstverständlich sein sollte. Wie wertvoll kann gemeinsame Zeit sein, wenn der Partner sie nur widerwillig hergeben will?


    Die schweren Geschütze, die nötig sind, sind schwer zu finden. Man sollte das vielleicht langsam eskalieren, je nachdem, was ihr da bisher schon so versucht habt. Am Anfang wie am Ende steht das gemeinsame Gespräch, das wichtigste in jeder Beziehung. Gerade daran scheint es bei Euch zu mangeln. Versuchst Du denn, ihn mit Worten zu erreichen, ihm zu vermitteln, dass Du sein Verhalten nicht nur missbilligst, sondern wegen der Schwere der Diskrepanz gerade an der Ehe insgesamt zweifelst? Kommt das bei ihm an? Ich schätze, er neigt dazu, Andeutungen jeglicher Art zu verdrängen und wird erst aufwachen, wenn da ganz etwas anderes passiert, wie eine Affäre Deinerseits oder wenn Du ausziehst.


    Versucht doch für den Anfang mal, gemeinsam Regeln festzulegen, wie er sich in den Familienalltag mit einbringt. 3x die Woche bringt er die Kinder ins Bett, zwei Abende die Woche gehören Euch als Paar, ab 20 Uhr spätestens. Am Sonntag wird nichts gearbeitet. Einmal die Woche ein Babysitter und ihr geht gemeinsam weg. All solche Dinge.


    Wenn das alles auf Dauer nicht fruchtet, kann man das sicher weiter eskalieren, aber dazu müsste an dann mal gucken, was ihr alles versucht habt. Am Ende kannst Du ihn z.B. damit konfrontieren, dass er quasi eine Affäre mit seiner Arbeit hat, mit der er Dich um Eure gemeinsame Zeit betrügt und ihm dann damit drohen, dass Du Dir einen Liebhaber suchst. Oder eine eigene Wohnung. Aber hoffentlich kommst Du ohne diesen Quatsch aus. Es gilt herauszufinden, was er braucht, damit er aufwacht.

    Puh, harter Tobak. Generell würde ich ihn wohl auf jeden Fall mit dem Fund konfrontieren und ihn fragen, was er sich dabei gedacht hat. Vorher würde ich mir aber Gedanken machen, was du selbst von ihm erwartest.


    Möchtest du selbst mehr arbeiten? Hast auch du Wünsche oder Pläne? Möchtest du, dass er sich mehr kümmert? Möchtest du überhaupt noch mit ihm eine Beziehung führen? Das solltest du dir auf jeden Fall vorher überlegen, um daraus dann abzuleiten, was du von ihm erwartest. Beispielsweise, dass er feste Zeiten in der Kinderbetreuung übernimmt, in denen du einfach nicht mehr anwesend sein wirst. Oder dass du eben Vollzeit arbeiten gehst.


    Dass er a) eure Absprachen missachtet und b) dir auch noch auf konkrete Nachfrage ins Gesicht lügt, ist natürlich ein viel tieferes Problem. Da müsst ihr wohl eh mal dringend über euch und eure Beziehung sprechen...

    Was mir als erstes dazu einfällt ist die Frage, ob ihr euch jemals wirklich kennengelernt habt? Ihr seid jetzt 7 Jahre zusammen und vor 4 Jahren hat er sein Studium gemacht. Dennoch habt ihr Hochzeit, Haus, Kinder irgendwie zusammen hinbekommen. Und das alles irgendwie in auffällig kurzer Zeit.


    Gab es jemals eine unbeschwerte Zeit, die ihr für euch hattet? Und wie war es da mit gemeinsamer Paarzeit? Die ersten 3 Jahre müssen ja bombig gut gelaufen sein, dass ihr in die Familienplanung eingestiegen seid.


    Auch das hier

    Zitat

    Er hatte in dieser Zeit schon einen anspruchsvollen Job in der Forschung und Entwicklung


    ...


    er arbeitet ja ohne Diss schon mehr als 60 Stunden in der Woche

    klingt nicht gerade so, als wäre er vor kurzem noch ein entspannter junger Mann gewesen, der am Wochenende mit dir mal noch stundenlang im Bett liegengeblieben ist oder mit dem man spontan auf ein Bier in den nächsten Biergarten radelt. Seine Verschwiegenheit war auch nach deinem Bekunden schon immer da, aber damit allein kamst du offensichtlich klar.


    Was ist es an Leidenschaft, die ihn erfüllt und die dich damals mitgerissen hat? Der Job ja hoffentlich nicht. Irgendwas muss doch noch da gewesen sein.

    Zitat

    Über seine Tage wollte er nicht sprechen, also fragte ich nicht mehr nachUnsere Kommunikation ebbte vollständig ab.

    Das ist kein Wunder, wenn du ihm dafür auch noch den Weg ebnest. Hast du es jemals thematisiert, dass dir diese Schweigsamkeit unbehaglich ist? Andererseits gibt es auch Dinge, die du ihm mitteilen willst - da wäre mir egal, ob er das hören will oder nicht, wenn es mir selbst wichtig ist. Manchmal muss man auch Eskalation betreiben, damit man wieder ins Gespräch kommt.

    Zitat

    Beim Aufräumen und Staub putze nicht fand ich nun aber sämtliche Dokumente, die für die Einreichung einer Dissertation benötigt werden.

    Ich gehe davon aus, dass diese Unterlagen im erwähnten Büro lagen, in dem er sich immer aufhält? Wenn ja, denk mal scharf darüber nach, warum du dort aufräumst und Staub putzt. Kann er das nicht selbst, wenn das sein Zimmer ist? Du bist in seiner Welt praktisch und bietest ein Zuhause, aber er hat sich eine eigene Welt in "eurer" Welt eingerichtet.

    Zitat

    Er hat nur seine Arbeit


    ...


    Macht eine solche Beziehung überhaupt Sinn?

    Ich finde es traurig, wenn sich jemand so intensiv in Bildung und Beruf hineinstürzt und sich dann eine halbherzige Fassade eines Privatlebens anschafft. Entweder man schafft die Balance, oder man sollte sich eingestehen, dass das Leben eben nur aus Arbeit besteht und man im akademischen Zölibat besser aufgehoben ist. Ich würde mir zuerst die Frage stellen: macht so viel Arbeit überhaupt Sinn? Er sagt ja selbst, dass er für andere Dinge keinen Kopf hat. Nur erkennt er das Problem nicht - er ist möglicherweise davon besessen oder eben arbeitssüchtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sein Beruf pauschal mitbringt, noch 20 Stunden die Woche zuhause zu arbeiten und dann noch eine Dissertation zu planen. Wenn er so intelligent ist, sollte er erkennen, dass das Irrsinn ist. Aber dazu braucht man auch eine emotionale Intelligenz und er muss für sich selbst die Frage beantworten, was er vom Leben erwartet. Wenn dann die Antwort "akademische und berufliche Erfolge" lautet, dann weißt du, wo dein Platz in seinem Leben ist. Und musst eine Entscheidung treffen.


    Für die ursprüngliche Frage, ob eine solche Beziehung Sinn macht, möchte ich dich vorsichtig darauf hinweisen, dass eine Beziehung von zwei Menschen gestaltet wird - nicht nur von ihm. Du könntest dir Freiräume schaffen, indem im Haus eben nicht mehr alles von dir erledigt wird. Anstatt auf ihn zu warten könntest du in einem Freundeskreis unterwegs sein und ihm einfach mal die Kinder überlassen - er wird dich ja hoffentlich nicht einsperren. Vielleicht kann man sich damit arrangieren. Du hättest deine Freizeiten, ihr macht eine partnerschaftliche Beziehung, ein gutes Einkommen, und Samstag abends gibt es mal stilvoll ein Glas Rotwein zum Essen, während man sich des gesellschaftlichen Erfolges erfreut und ein paar pflichtgemäße Förmlichkeiten austauscht. Für's Bett kannst du die Beziehung dann öffnen und dir offiziell einen Lover zulegen.


    Wenn du jetzt denkst, ich übertreibe, dann würdest du dich wundern, wieviele Ehen mit einem solchen Arrangement funktionieren. D.h. wenn du das vorschlägst, musst du damit rechnen, dass es ihn nicht einmal unter Druck setzt.


    Oder aber du setzt direkt die ganze bequeme Fassade auf's Spiel. Wenn er keine Familie mehr lebt, dann kann er auch ohne Familie leben. Das würde dann die Trennung bedeuten - nicht, weil kein Sinn hinter der Beziehung stünde, sondern weil es keine Beziehung nach deinen Vorstellungen ist.


    Wie gesagt: für die Gestaltung einer Beziehung sind beide verantwortlich. Also auch du. Ändere das, was du ändern kannst, und lebe auch dein Leben. Und mache ihm eine klare Ansage, was und warum sich das ändert. Wenn er dann wach wird, wird er sich ändern. Wenn nicht, musst du schlussendlich Entscheidungen treffen, die dir niemand abnehmen kann.

    Uih, das ist ja mal an ganz schwierige Situation und du hast ja schon Einiges an Ratschlägen erhalten.


    Das Einzige was ich hinzufügen möchte.


    Ich würde darauf bestehen, dass er seinen Dokotrtitel (zumindest jetzt) nicht macht.


    Unabhängig davon, dass ich mich frage warum er ein zweites Kind wollte, wenn es ihn eh nicht interessiert, würde ich ihn an die Abmachung erinnern.


    Ich würde von ihm verlangen, dass er sein Versprechen einhält und endlich seinen Beitrag zum Familienleben leistet.


    Wenn du ihm den Doltortitel zugestehst sieht er es als Zeichen dafür, dass er mir dir machen kann was er will.


    Ich nehme an nach dem Doktortitel kommt dann die Traumstelle im Ausland, bei der dich nicht fragen wird, ob du da überhaupt hin willst.


    Du und die Kinder ihr seid die Fassade die zu seinem Erfolg dazu gehören. Der Umgang mit dir und den Kindern ist lieblos.


    Was du tun musst ist Zeichen setzen und das bedeutet ihn die Konsequnzen seines Handelns spüren zu lassen. Wie hart der Schuss vor den Bug sein muss kannst nur du entscheiden. Wenn ich das lese, was du geschrieben hast. muss der Schuss schon ziemlich hart sein.


    Mir fällt da gerade so etwas ein, wie sich einen Ratgeber "Leben nach der Scheidung " zuzulegen und ihn so hinzulegen, dass er ihn entdeckt. Auf seine dann wahrscheinliche Frage, was das soll, würde ich ihm antworten, dass du mit Niemanden zusammenleben willst, der Abmachungen nicht einhält und sich nicht für seine Familie interessiert.

    Zitat

    Ja, total!


    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.


    Wenn es sein Traum ist einen Doktor zu machen würde ich ihn lassen bis er sich den Traum erfüllt hat.

    jo. die andere seite der medallie is, daß sie sich NULL verwirklichen kann, wenn er sich da 100% gönnt. das is nich fair.

    @ TE

    das is ne eingefahrene situation, die du nur ändern kannst, wenn du dich da nicht mehr in deine rolle pressen lässt.


    warum genehmigst du ihm so viel mehr zeit für seine bedürfnisse, als für die deinen? bist du dir nicht wichtig?


    die kinder brauchen ne ausgeglichene mutter UND einen vater und deine verantwortung isses, ihnen das zu bieten.


    DU kannst nicht der vater sein, aber du kannst davür sorgen, daß er seine pflichten wahr nimmt.


    stell ihn vor vollendete tatsachen. mach dir einen termin mit ner freundin, geh aus und sag ihm, daß du an dem und dem tag/abend/wochenende nicht da bist.


    dein lieber gatte macht sichs ganz schön einfach- beruflich siche rnicht. aber familiär.

    Hallo! Ich kann Dir aus dem von Dir gewünschten "neutralen" Standpunkt antworten, weil ich Euch nicht ausreichend kenne, wohl aber ein Ehepaar, bei dem es auch zum kommunikativen Stillstand gekommen ist.


    Dazu schließe ich mich gleich Layla101 an und meine, dass es bei diesem mir bekannten Ehepaar auch mit 2 Kindern aus und vorbei ist, weil der Mann ein Vollegoist ist, der zu nichts zu gebrauchen ist. Jedenfalls nicht für eine Familie, höchstens für seinen Beruf. Die Folge ist, dass in seiner Familie alles schief läuft, was nur schief laufen kann (teils richtig teuer) und er auch beruflich nicht so der Bringer ist, wie er glaubt, denn immer wenn er auf der Arbeit etwas privates erzählt, wird heimlich hinter seinem Rücken darüber gelacht - weil es einfach zu weltfremd ist, wie er die Dinge sieht.

    Ich danke euch für eure Antworten.


    Ich denke, ihr habt den Kern unseres Problems verstanden. Eigentlich ist es nur mein Problem, er hat kein Problem. Die ersten 3 Jahre unserer Beziehung waren echt schön. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Das Wochenende war für uns beide frei. Auch in der Woche gab es noch viele gemeinsame Stunden. Das fällt jetzt fast vollständig weg. Auch das Wochenende verbringt er fast ganztags in seinem Kellerbüro.


    Vor dem 2. Kind gab es Gespräche, was ich von ihm erwarte und wie ich mir unser Familienleben vorstelle. Er stellte es sich angeblich genau so vor. Doch daraus wurde nichts. In der Schwangerschaft fragte er nie nach meinem Befinden oder nahm mir Arbeit ab. Danach war er der Ernährer der Familie, aus diesem Grund gab er vor, so lange im Büro arbeiten zu müssen.


    Manchmal denke ich wirklich, dass er uns hat, um das im Lebenslauf stehen zu haben. Wenn er mal Zeit mit den Kindern verbringt, dann ist es eigentlich recht liebevoll. Ich denke, dass er kein großes Interesse hat, Zeit mit mir zu verbringen. Alle Gesprächsversuche kommen von mir. Er blockt sie ab und erwähnt das Thema nie wieder.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei ihm die Diagnose Asperger gestellt werden könnte.


    Es ist einfach im Moment ziemlich verfahren.