• Mein Mann redet nicht mit mir

    Ich kenne meinen Mann nun seit 7 Jahren. Verheiratet sind wir seit 4 Jahren. Wir haben ein gemeinsames Haus und 2 wundervolle Kinder. Finanziell geht es uns gut. Er arbeitet Vollzeit, ich Teilzeit. Nun zu meinem Problem: Mein Mann war schon immer eher verschwiegen und hat seine Probleme mit sich selbst ausgemacht. Er hat sich aber auch für mich und meine…
  • 38 Antworten

    Was mir als erstes dazu einfällt ist die Frage, ob ihr euch jemals wirklich kennengelernt habt? Ihr seid jetzt 7 Jahre zusammen und vor 4 Jahren hat er sein Studium gemacht. Dennoch habt ihr Hochzeit, Haus, Kinder irgendwie zusammen hinbekommen. Und das alles irgendwie in auffällig kurzer Zeit.


    Gab es jemals eine unbeschwerte Zeit, die ihr für euch hattet? Und wie war es da mit gemeinsamer Paarzeit? Die ersten 3 Jahre müssen ja bombig gut gelaufen sein, dass ihr in die Familienplanung eingestiegen seid.


    Auch das hier

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    Er hatte in dieser Zeit schon einen anspruchsvollen Job in der Forschung und Entwicklung


    ...


    er arbeitet ja ohne Diss schon mehr als 60 Stunden in der Woche

    klingt nicht gerade so, als wäre er vor kurzem noch ein entspannter junger Mann gewesen, der am Wochenende mit dir mal noch stundenlang im Bett liegengeblieben ist oder mit dem man spontan auf ein Bier in den nächsten Biergarten radelt. Seine Verschwiegenheit war auch nach deinem Bekunden schon immer da, aber damit allein kamst du offensichtlich klar.


    Was ist es an Leidenschaft, die ihn erfüllt und die dich damals mitgerissen hat? Der Job ja hoffentlich nicht. Irgendwas muss doch noch da gewesen sein.

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    Über seine Tage wollte er nicht sprechen, also fragte ich nicht mehr nachUnsere Kommunikation ebbte vollständig ab.

    Das ist kein Wunder, wenn du ihm dafür auch noch den Weg ebnest. Hast du es jemals thematisiert, dass dir diese Schweigsamkeit unbehaglich ist? Andererseits gibt es auch Dinge, die du ihm mitteilen willst - da wäre mir egal, ob er das hören will oder nicht, wenn es mir selbst wichtig ist. Manchmal muss man auch Eskalation betreiben, damit man wieder ins Gespräch kommt.

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    Beim Aufräumen und Staub putze nicht fand ich nun aber sämtliche Dokumente, die für die Einreichung einer Dissertation benötigt werden.

    Ich gehe davon aus, dass diese Unterlagen im erwähnten Büro lagen, in dem er sich immer aufhält? Wenn ja, denk mal scharf darüber nach, warum du dort aufräumst und Staub putzt. Kann er das nicht selbst, wenn das sein Zimmer ist? Du bist in seiner Welt praktisch und bietest ein Zuhause, aber er hat sich eine eigene Welt in "eurer" Welt eingerichtet.

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    Er hat nur seine Arbeit


    ...


    Macht eine solche Beziehung überhaupt Sinn?

    Ich finde es traurig, wenn sich jemand so intensiv in Bildung und Beruf hineinstürzt und sich dann eine halbherzige Fassade eines Privatlebens anschafft. Entweder man schafft die Balance, oder man sollte sich eingestehen, dass das Leben eben nur aus Arbeit besteht und man im akademischen Zölibat besser aufgehoben ist. Ich würde mir zuerst die Frage stellen: macht so viel Arbeit überhaupt Sinn? Er sagt ja selbst, dass er für andere Dinge keinen Kopf hat. Nur erkennt er das Problem nicht - er ist möglicherweise davon besessen oder eben arbeitssüchtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sein Beruf pauschal mitbringt, noch 20 Stunden die Woche zuhause zu arbeiten und dann noch eine Dissertation zu planen. Wenn er so intelligent ist, sollte er erkennen, dass das Irrsinn ist. Aber dazu braucht man auch eine emotionale Intelligenz und er muss für sich selbst die Frage beantworten, was er vom Leben erwartet. Wenn dann die Antwort "akademische und berufliche Erfolge" lautet, dann weißt du, wo dein Platz in seinem Leben ist. Und musst eine Entscheidung treffen.


    Für die ursprüngliche Frage, ob eine solche Beziehung Sinn macht, möchte ich dich vorsichtig darauf hinweisen, dass eine Beziehung von zwei Menschen gestaltet wird - nicht nur von ihm. Du könntest dir Freiräume schaffen, indem im Haus eben nicht mehr alles von dir erledigt wird. Anstatt auf ihn zu warten könntest du in einem Freundeskreis unterwegs sein und ihm einfach mal die Kinder überlassen - er wird dich ja hoffentlich nicht einsperren. Vielleicht kann man sich damit arrangieren. Du hättest deine Freizeiten, ihr macht eine partnerschaftliche Beziehung, ein gutes Einkommen, und Samstag abends gibt es mal stilvoll ein Glas Rotwein zum Essen, während man sich des gesellschaftlichen Erfolges erfreut und ein paar pflichtgemäße Förmlichkeiten austauscht. Für's Bett kannst du die Beziehung dann öffnen und dir offiziell einen Lover zulegen.


    Wenn du jetzt denkst, ich übertreibe, dann würdest du dich wundern, wieviele Ehen mit einem solchen Arrangement funktionieren. D.h. wenn du das vorschlägst, musst du damit rechnen, dass es ihn nicht einmal unter Druck setzt.


    Oder aber du setzt direkt die ganze bequeme Fassade auf's Spiel. Wenn er keine Familie mehr lebt, dann kann er auch ohne Familie leben. Das würde dann die Trennung bedeuten - nicht, weil kein Sinn hinter der Beziehung stünde, sondern weil es keine Beziehung nach deinen Vorstellungen ist.


    Wie gesagt: für die Gestaltung einer Beziehung sind beide verantwortlich. Also auch du. Ändere das, was du ändern kannst, und lebe auch dein Leben. Und mache ihm eine klare Ansage, was und warum sich das ändert. Wenn er dann wach wird, wird er sich ändern. Wenn nicht, musst du schlussendlich Entscheidungen treffen, die dir niemand abnehmen kann.

    Uih, das ist ja mal an ganz schwierige Situation und du hast ja schon Einiges an Ratschlägen erhalten.


    Das Einzige was ich hinzufügen möchte.


    Ich würde darauf bestehen, dass er seinen Dokotrtitel (zumindest jetzt) nicht macht.


    Unabhängig davon, dass ich mich frage warum er ein zweites Kind wollte, wenn es ihn eh nicht interessiert, würde ich ihn an die Abmachung erinnern.


    Ich würde von ihm verlangen, dass er sein Versprechen einhält und endlich seinen Beitrag zum Familienleben leistet.


    Wenn du ihm den Doltortitel zugestehst sieht er es als Zeichen dafür, dass er mir dir machen kann was er will.


    Ich nehme an nach dem Doktortitel kommt dann die Traumstelle im Ausland, bei der dich nicht fragen wird, ob du da überhaupt hin willst.


    Du und die Kinder ihr seid die Fassade die zu seinem Erfolg dazu gehören. Der Umgang mit dir und den Kindern ist lieblos.


    Was du tun musst ist Zeichen setzen und das bedeutet ihn die Konsequnzen seines Handelns spüren zu lassen. Wie hart der Schuss vor den Bug sein muss kannst nur du entscheiden. Wenn ich das lese, was du geschrieben hast. muss der Schuss schon ziemlich hart sein.


    Mir fällt da gerade so etwas ein, wie sich einen Ratgeber "Leben nach der Scheidung " zuzulegen und ihn so hinzulegen, dass er ihn entdeckt. Auf seine dann wahrscheinliche Frage, was das soll, würde ich ihm antworten, dass du mit Niemanden zusammenleben willst, der Abmachungen nicht einhält und sich nicht für seine Familie interessiert.

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    Ja, total!


    Nun, es gibt Träume und Wünsche die man sich erfüllen möchte und das ist bei deinem Mann vielleicht der Doktortitel. Das ist keine leichte Aufgabe und mit viel Zeit und Energie verbunden den zu erlangen.


    Wenn es sein Traum ist einen Doktor zu machen würde ich ihn lassen bis er sich den Traum erfüllt hat.

    jo. die andere seite der medallie is, daß sie sich NULL verwirklichen kann, wenn er sich da 100% gönnt. das is nich fair.

    @ TE

    das is ne eingefahrene situation, die du nur ändern kannst, wenn du dich da nicht mehr in deine rolle pressen lässt.


    warum genehmigst du ihm so viel mehr zeit für seine bedürfnisse, als für die deinen? bist du dir nicht wichtig?


    die kinder brauchen ne ausgeglichene mutter UND einen vater und deine verantwortung isses, ihnen das zu bieten.


    DU kannst nicht der vater sein, aber du kannst davür sorgen, daß er seine pflichten wahr nimmt.


    stell ihn vor vollendete tatsachen. mach dir einen termin mit ner freundin, geh aus und sag ihm, daß du an dem und dem tag/abend/wochenende nicht da bist.


    dein lieber gatte macht sichs ganz schön einfach- beruflich siche rnicht. aber familiär.

    Hallo! Ich kann Dir aus dem von Dir gewünschten "neutralen" Standpunkt antworten, weil ich Euch nicht ausreichend kenne, wohl aber ein Ehepaar, bei dem es auch zum kommunikativen Stillstand gekommen ist.


    Dazu schließe ich mich gleich Layla101 an und meine, dass es bei diesem mir bekannten Ehepaar auch mit 2 Kindern aus und vorbei ist, weil der Mann ein Vollegoist ist, der zu nichts zu gebrauchen ist. Jedenfalls nicht für eine Familie, höchstens für seinen Beruf. Die Folge ist, dass in seiner Familie alles schief läuft, was nur schief laufen kann (teils richtig teuer) und er auch beruflich nicht so der Bringer ist, wie er glaubt, denn immer wenn er auf der Arbeit etwas privates erzählt, wird heimlich hinter seinem Rücken darüber gelacht - weil es einfach zu weltfremd ist, wie er die Dinge sieht.

    Ich danke euch für eure Antworten.


    Ich denke, ihr habt den Kern unseres Problems verstanden. Eigentlich ist es nur mein Problem, er hat kein Problem. Die ersten 3 Jahre unserer Beziehung waren echt schön. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Das Wochenende war für uns beide frei. Auch in der Woche gab es noch viele gemeinsame Stunden. Das fällt jetzt fast vollständig weg. Auch das Wochenende verbringt er fast ganztags in seinem Kellerbüro.


    Vor dem 2. Kind gab es Gespräche, was ich von ihm erwarte und wie ich mir unser Familienleben vorstelle. Er stellte es sich angeblich genau so vor. Doch daraus wurde nichts. In der Schwangerschaft fragte er nie nach meinem Befinden oder nahm mir Arbeit ab. Danach war er der Ernährer der Familie, aus diesem Grund gab er vor, so lange im Büro arbeiten zu müssen.


    Manchmal denke ich wirklich, dass er uns hat, um das im Lebenslauf stehen zu haben. Wenn er mal Zeit mit den Kindern verbringt, dann ist es eigentlich recht liebevoll. Ich denke, dass er kein großes Interesse hat, Zeit mit mir zu verbringen. Alle Gesprächsversuche kommen von mir. Er blockt sie ab und erwähnt das Thema nie wieder.


    Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei ihm die Diagnose Asperger gestellt werden könnte.


    Es ist einfach im Moment ziemlich verfahren.

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    Manchmal habe ich das Gefühl, dass bei ihm die Diagnose Asperger gestellt werden könnte.

    Wenn er vor den Kindern und dem Master anders drauf war, wird's wohl eher die Diagnose "Rücksichtslosigkeit" sein, oder?


    Du kannst ihn da nicht ändern, aber deinen Umgang mit der Situation sehr wohl. Wenn du nicht in dieser Situation verharren willst und die Gesprächsversuche scheitern, bleibt dir in meinen Augen nur: Trennung oder aktiv für dich selbst eintreten. Weniger verfügbar sein, ihm weniger den Rücken frei halten etc...das wurde ja aber auch schon gesagt.

    Laelya, Deine Schilderung nimmt mich grad ziemlich mit, weil ich vor nicht allzu langer Zeit ähnliches erlebt habe. Bei meinem (baldigen Ex-)Mann war es aber neben einer sehr anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit (mit 60 h aufwärts die Woche) nicht das zwanghafte Weiterbilden, sondern sein Sport, durch den er sich dem Familienleben vollständig entzogen hat. Wie oft ich den Satz "Du interessierst Dich nicht für mich" gesagt habe, geht auf eine Kuhhaut.


    Ich habe folgende These zu Männern, die so agieren: der wirkliche Wille nach Familie und Zeit mit Familie besteht gar nicht, sondern es ist etwas, was man in der To do Liste abhakt, das gehört halt zum Leben dazu. Und es ist ja auch toll, wenn einer die Arbeit macht (in diesem Fall Du) und der andere sich verwirklicht und dann später, wenn es darum geht, die Vorteile vom Kinderkriegen (aus deren Sicht) einzusammeln (nicht allein sein im Alter, Stolz auf die Kinder etc.), dann voll dabei zu sein. Das ist soooo unfair und tut mir in der Seele weh, weil das wirklich nicht so gedacht ist....meiner Meinung nach.


    Frag ihn doch mal, weshalb er eigentlich eine Ehe mit Dir führen will. Wenn er ehrlich ist, wird er sagen: Damit meine Wäsche gemacht wird, ich bekocht werde und ich ein schönes Heim habe. Das ist es doch, was es bei Euch noch ist? Wenn ihr gemeinsam nichts anders mehr teilt, und sei es nur die gemeinsame Serie, Freunde besuchen, ein gemeinsames Hobby (Sex zum Beispiel), was genau will er dann noch mit Dir? Dann bist Du für ihn wirklich einfach nur noch bequem. Es tut mir leid, Dir das so direkt sagen zu müssen, aber für mich klingt das nach Deiner Schilderung wirklich so.


    Ich habe vor einem Jahr die Probe aufs Exempel gemacht und bin "unbequem" geworden: ich bin 4 Wochen ausgezogen und habe verlangt, dass er sich mit mir auseinandersetzt und meine Wünsche respektiert. Du glaubst nicht, wie schnell das dazu geführt hat, dass er sich von mir abgewandt hat....die Enttäuschung meines Lebens. Wir waren 10 Jahre zusammen und ich habe alles für ihn gemacht und heute weiß ich: genau das war falsch. Bewegung in die Sache (und ihn) kam erst, als er erfuhr, dass ich mich für einen anderen Mann interessiere, da war plötzlich dann angeblich doch alles möglich (ich habe ihm das nicht mehr geglaubt und bin heute mit meinem neuen Partner mehr als glücklich).


    Ich rate Dir deshalb: werd unbequem. Und zwar so definitiv unbequem, dass er den Ernst der Lage begreift.


    Eins ist nämlich jedenfalls sicher: So kann ja Dein Leben nicht weitergehen. Du lebst unter einer Glasglocke und das echte Leben zieht an Dir vorbei, weil Dein Mann Dich null unterstütz. Verteidige Dich und Dein Leben (und das Deiner Kinder, denn die brauchen eine glückliche Mutter).

    @ Laelya

    Du hast jetzt hier eine Menge an Einschätzungen zu deiner Beziehung erhalten. Das wolltest du so haben.


    Du hast auch viele Antworten auf deine Frage, ob deine Bezeihung so Sinn macht erhalten. Die Antworten war selten so einstimming und sagen dir alle, dass es keinen Sinn macht.


    Was wirst du nun tun? Reicht dir das Mitgefühl hier schon aus oder wirst du wirklich aktiv?

    Was mir Bedenken macht:

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    Die Bedingung für ein 2. Kind lautete: Keine Dissertation!

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    Vor dem 2. Kind gab es Gespräche, was ich von ihm erwarte und wie ich mir unser Familienleben vorstelle. Er stellte es sich angeblich genau so vor.

    Von wem ging der Wunsch nach dem zweiten Kind aus?


    War zu dem Zeitpunkt schon klar, dass der Mann die Dissertation will?


    Was habt ihr für eine Diskussion und Einigungskultur, jetzt mal von deiner Seite aus?


    Wie sieht eure Zusammenarbeit aus? Nimmst du die Bedürfnisse deines Mannes ernst oder erstmal wahr?


    Der Threadtitel besteht aus einer lupenreinen Schuldzuweisung = 100 % Abschiebung von Verantwortung auf den abwesenden Konfliktpartner. Ich verstehe deinen Beitrag hier so: Du nimmst stets Rücksicht auf die Bedürfnisse, die deinem Mann am meisten am Herzen liegen, während er als stummer Elefant stets alle deine Bedürfnisse zertrampelt?


    Was für andere Baustellen habt ihr? Im Bereich Kommunikation, Interssenkonflikte, Bedürfnisse?


    Wie geht ihr sonst aufeinander ein?





    Zum Forum: Es ist ein systemisches Problem, dass in einem Forum wie diesem der Threaderöffner (der Threaderöffnerin) strukturell überbestätigt wird. Die abwesende Partei hingegen wird systemisch abgewertet. Ein so wenig überraschendes wie bedenkliches gruppendynamisches Problem.


    Sachlicher Analyse oder gar Objektivität wird unvermeidlich stark in Schieflage gestoßen.


    (Unter anderem mutmaßlich auch von Leuten die selber schonmal Konfliktpartei in bewältigten oder unbewältigten Konflikten waren und sich mit ihrem Alterlebnis erneut identifizieren?)


    Es ist unseriös, hier abschließende Bewertungen abzugeben, die die Verantwortung zu 100 % auf den Abwesenden abschieben.


    Wenn zentrale Fakten hier nicht auf dem Tisch liegen, schadet ein allfälliges verzerrt erfolgtes Urteil übrigens allen Beteiligten, inklusive Threaderöffnerin.

    Zitat

    Dass wir zu zweit etwas unternehmen, kommt nicht vor, auch Sex, Zärtlichkeiten oder Umarmungen bleiben auf der Strecke, weil er vorgibt, den Kopf dafür nicht frei zu haben.

    Das ist sehr oft tödlich für eine Beziehung.


    Vermutlich liebt er seine Arbeit und seine Karriere mehr als dich. Kann es sein, dass du ihm keine wertvolle, anspruchsvolle Gesprächspartnerin und Freundin (mehr) bist- warum auch immer? Vielleicht unterscheidet ihr euch in der Wichtung diverser Tätigkeiten zu stark. Ging der Kinderwunsch überwiegend von Dir aus? Worüber kannst du dich mit deinem Mann unterhalten? Wenn es deinerseits vorrangig um Kosmetik, Handtaschen, Klamotten, Schuhe und Wohnung porentief rein putzen geht, sehe ich für eure Beziehung ziemlich schwarz.


    Welche Möglichkeiten gemeinsamer Unternehmungen bezüglich der Interessenlage siehst du denn- vielleicht sind auch eure Interessen zu unterschiedlich oder die Angebote in eurer Wohnumgebung zu schlecht bzw. zu uninteressant?

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    Von wem ging der Wunsch nach dem zweiten Kind aus

    Ich mag ja eine systemische Nullnummer sein ;-) , aber spielt das heute in der jetzigen Situation wirklich noch eine Rolle? Kann die Argumentation bei Kindern wirklich sein: Du wolltest das ja, dann kümmer Dich auch bitteschön komplett alleine drum? Ich hab keine Kinder, eigentlich darf ich dazu nichts sagen, aber das finde ich doch einen echt schrägen Ansatz, wenn es um gemeinsame Kinder, d.h. Menschen geht.

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    Es ist unseriös, hier abschließende Bewertungen abzugeben, die die Verantwortung zu 100 % auf den Abwesenden abschieben.

    Natürlich hat jede Geschichte zwei Seiten und die Wahrheit liegt immer in der Mitte. Und natürlich mag der Abwesende auch Beweggründe haben wie z.B. "ich muss doch Geld verdienen für meine Familie", deshalb die Dissertation.


    Aber dieses Forum ist eben nicht professionell, sondern für mich erfüllt es eher die Funktion "Freunde". Man schildert sein Anliegen und Laien berichten - vorwiegend aus dem eigenen Erfahrungsschatz, woher sonst? - wie sie mit ähnlichen Situationen umgegangen sind. Unseriös ist das längst nicht, unprofessionell sicher schon.

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    Du wolltest das ja, dann kümmer Dich auch bitteschön komplett alleine drum?

    Naja, eine Frau ist frei in der Partnerwahl.

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    Ich hab keine Kinder, eigentlich darf ich dazu nichts sagen

    Doch darfst du- manchmal ist auch ein Blick "von außen" hilfreich.

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    Was wirst du nun tun? Reicht dir das Mitgefühl hier schon aus oder wirst du wirklich aktiv?

    Das klingt jetzt in der Formulierung ein bisschen voyeuristisch und arg fordernd. Aber ja, ich verfolge den Werdegang von Themen, die ich hier begleitet habe, auch gerne und freue mich über Rückmeldungen.


    Nun ist die Situation aber so, dass man nicht von heute so Entscheidungen trifft, die ein ganzes Lebensmodell ins Wanken bringen könnten. Gestehen wir ihr einfach etwas Zeit, dass sie sich über ein paar Dinge klar wird und den Mut zu Veränderungen oder klarer Ansprache sammelt.


    Einen Anspruch, dass sie der Meinung des Forums folgt, haben wir allerdings nicht. Es ist auch ihr Leben und nicht unseres.

    Ich greife mal zu dem Ausdruck: zeig mit dem Zeigefinger auf jemanden, dann zeigen 3 Finger zurück in deine Richtung.


    Es ist völlig wurscht, was er macht.


    Was machst Du? Er macht, Du läßt zu.


    Wenn er seit Jahren so ist, wird das in 10 Tagen. in 10 Wochen, in 10 Monaten und in 10 Jahren immer noch so sein.


    Du kannst das mitmachen und mit 80 zurückblicke und Dir sagen, wegen der Kinder hab ich durchgehalten, aber unglücklich war ich seit Jahrzehnten.


    Du kannst Dich trennen, lebst das Leben, was in Deine Vorstellung paßt und hast dabei die Chance,mal auf jemanden zu treffen, dem Du wichtig ist, der Dich schätzt, der Dich auf Händen trägt.


    Du hast dann erst mal böse Wochen, schlimme Monate, dann den Blick nach vorne für die Dinge, die Dir am Herzen liegen.


    Ich glaube nicht, dass hier was zu retten ist.

    Wenn Du sagst, dass er nicht mit Dir redet: wie reagiert er denn, wenn Du ihn ansprichst? Geht er weg? Antwortet er kurz?


    Wie verbringt er seine Abende? Seine Wochenenden? Hat er Hobbys? Ist er unbegründet nicht zu Hause anwesend?


    Ich denke, die Sache mit der Doktorarbeit wirst Du ihn nicht ausreden können. Ist mein Gefühl.


    Ich würde ihn fünf Dinge fragen: Wie ist es für Dich, dass wir nun noch nebeneinander herlegen? Machst Du die Doktorarbeit? Hast Du eine Freundin? Siehst Du eine Zukunft für uns? Kannst Du Dir vorstellen, Dich scheiden zu lassen?


    Auf diese Dinge müsste er antworten können und die letzten beiden Fragen müsste er zumindest schonmal reflektiert haben.