Da hier öfters der von mir geprägte Ausdruck des "monogamen Dauervögler" verwendet wird, fühle ich mich gemüßigt noch was dazu zu schreiben und diesen "Sexualttypus" noch etwas genauer zu beschreiben.


    Aber zuerst mal danke, dass dieser Ausdruck hier von manchen Frauen positiv aufgenommen wurde. Ich hätte von Seite der Damen eher Protest ob des primitiven Ausdrucks erwartet.


    Das Wort monogam trifft es nicht exakt. Das monogam steht eher dafür, dass dieser Typ Mensch zufrieden ist, wenn er mit immer demselben Menschen Sex haben kann. D.h. er braucht für seine sexuelle Erregung nicht ständig einen wechselnden Sexualpartner. Im Gegensatz zu den Menschen deren sexueller Trieb ebenfalls sehr stark ausgeprägt ist und denen aber es langweilig wird, öfters mit demselben Menschen Sex zu haben. Für diese Menschen ist die Komponente, immer wieder mit einem wechselnden Partner zu schlafen, wichtig.


    Wenn der monogame Dauervögler nicht ausreichend mit Sex versorgt wird, dann überlegt er schon Alternativen. Also eben nicht nicht mehr monogam zu sein, oder doch den Partner zu wechseln. (Wobei es gibt auch die "leidende" Version: "Ich bleibe meinem Partner unbedingt treu auch, wenn's keinen oder nicht ausreichend Sex gibt.")


    Nach meinem Weltbild gibt es streng genommen 5 Typen:


    Zwei Typen mit durchgehend großer Libido.


    1. Der "polygame Dauervögler"


    2. Der "monogame" Dauervögler"


    3. Der "sexuelle Schläfer". Schon im ersten Beitrag beschrieben. Dessen Trieb erwacht mit dem Zustand des Verliebtsein. Ist an den Hormon-Cocktail der Verliebtheitsphase gekoppelt. Ein typisches Beispiel ist der Faden von Alias 738653.


    Libido wiedergefunden


    Ihr Problem ist, dass sie gar nicht weiß, dass sie zu diesem Typ gehört. Wüßte sie das, dann würde sie sich nicht über ihre plötzlich wieder erwachte Libido wundern.


    4. Der asexuelle Typ. Er hat von Natur aus entweder eine sehr geringe oder gar keine Libido. Er verliebt sich auch, aber selbst der Verliebtheits-Hormon-Cocktail bringt keine oder nur eine sehr geringe Veränderung hinsichtlich seiner Libido.


    5. Alle Menschen, die in keine der der vier Schubladen passen. Wie bei jedem "Schubladen"-System gibt es immer Ausnahmen, die nicht passen.


    Bei Frauen, die hormonell verhüten, ist auch zu beachten, dass die langjährige Einnahme der Pille oder anderer Hormon-Präparate deren Typus verdecken kann. Ich schreibe hier absichtlich kann. Weil es Frauen gibt, die von ihrer starken Libido trotz Pille berichten, während andere nach dem Absetzen der hormonellen Verhütung einen Anstieg ihrer Libido beobachten konnten.


    Da der Faden "Mein Partner, der Panda" heißt, gehe ich auf diesen Typus ein. Und zwar auch auf einen Aspekt, der hier noch gar nicht so deutlich angesprochen wurde. Wenn der Panda sagt er wäre zu faul zum Sex, dann stellt sich die Frage nach seiner Libido. Hat er eine und, wenn ja, dann lebt er die vielleicht eher mit sich selber aus. Diese Fälle gab es hier in med1 auch schon öfters. Ein Partner beklagt sich über zu wenig Sex und muß aber feststellen, dass sein Partner sich stattdessen heimlich selber befriedigt.


    Nun in diesem Fall ist es für den zu kurzkommenden Partner egal, ob der Andere nur zu faul zum Sex ist und es deshalb nicht zum Sex kommt, oder ob er zu faul zum Paar-Sex ist und sich stattdessen lieber selber befriedigt. Er hat auf jeden Fall zu wenig Sex und leidet darunter.


    Deshalb würde ich den Panda unter dem Typ "sexueller Schläfer" einordnen und diesen Begriff des Schlafens der sexuellen Aktivität rein auf die Paarbeziehung reduzieren. D.h. der sexuelle Schläfer hat am Anfang der Beziehung oft und gerne Lust auf Sex mit seinem Partner. Aber mit dem Abflauen der Verliebtheit schwindet auch sein Interesse an Sex mit dem Partner. Unabhängig davon, kann er durchaus noch eine Libido besitzen, die er aber lieber mit sich selber auslebt.


    Und last but not least, nun zu dir Alias 738576


    Ich maße mir nicht an Recht zu haben. Das oben beschrieben System entstammt meiner eigen Beobachtung meiner Umwelt in Sachen Sex. Aber, wenn dem so wäre, dann kommst du mit dieser Strategie

    Zitat

    @ all


    Danke noch einmal für eure Beiträge. Ich habe jetzt beschlossen, das Thema mit meinem Partner erstmal nicht mehr aufzugreifen um es nicht zu zerreden und nicht noch mehr Druck zu erzeugen. Stattdessen genau umgekehrt - erstmal wieder selbst aktiver auf ihn zuzugehen und zu schauen, was passiert. Nach unseren Gesprächen hatte ich mich nämlich immer erwartungsvoll noch ein Stück weiter zurückgenommen, in der Hoffnung, dass wir uns irgendwann in Sachen Initiative und Aktivität die Waage halten...

    auch nicht weiter.


    Mal angenommen ein Jockey kauft ein Rennpferd unbesehen in einer geschlossenen Box. Und darin befindet sich nun kein Araber-Vollblut sondern nur ein wundervolles Warmblut. Dann hat der Jockey nur zwei Möglichkeiten. Entweder er erkennt, dass er ein Warmblut gekauft hat und tauscht es gegen ein anderes Pferd, dieses mal hoffentlich gegen ein Vollblut und kann dann weiterhin Rennen mit einer Aussicht auf Sieg bestreiten oder er akzeptiert, dass er ein Warmblut gekauft hat und gibt die Rennerei auf. Was nicht funktionieren wird ist aus dem Warmblut durch Training oder Fütterung oder sonstiger Maßnahmen ein Vollblut zu machen.


    Dazu noch eine Bemerkung von mir: Die Pferde sind immer so in Ordnung wie sie sind. Was nicht in Ordnung ist, sind die Erwartungen der Menschen in sie, wie sie zu sein haben. Und das ist meine traurige Nachricht an dich. Du mußt deinen Partner nehmen wir er ist. Um nochmals auf den Jockey-Vergleich zurück zu kommen. Wenn der Jockey nicht akzeptiert, dass sein Pferd ein Warmblut ist und er damit keine Rennen gewinnen kann, sondern meint er könnte daraus ein Rennpferd machen wird er unter viel Aufwand und Müher erreichen, dass er das schnellste Warmblut im Stall hat. Aber das selbst das schnellste Warmblut wird nie ein Vollblut sein.

    Zitat

    Sommerkind44, hast Du ein Problem mit monogam veranlagten Leuten?

    Überhaupt nicht. Mein Beitrag war humoristisch gemeint - ist vielleicht nicht richtig rübergekommen. Ich wollte nur ausdrücken, das ich denke, dass der Mensch an sich nicht zur Monogamie neigt - das es einzelne Menschen geben mag, die auch noch nach 20+ Jahren heiß auf ihren Partner sind, schließt sich nicht aus. Wenn man sich aber die Statistiken zum Thema Fremdgehen und gleichzeitig zum Thema sexuelle Zufriedenheit in Langzeitbeziehungen ansieht, dann erkennt man einen großen Unterschied zwischen "monogam leben/sein wollen" und "gut darin sein und zufrieden damit sein, monogam zu leben".


    Toll jedenfalls, dass es bei dir/euch so lange schon so gut läuft. :)^

    Mann042

    :)= Dein letzter Beitrag = @:) Ich glaube tatsächlich, dass an deiner Kategorisierung einiges dran sein könnte. Auch wenn ich denke, dass Typus 1 und 3 am häufigsten sind und deren Auslebung durch gesellschaftliche Normen eingedämmt/verheimlich/sich verkniffen wird.


    Da Problem ist nur: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Partnersuche? Muss man jemanden finden, der dem selben Typus angehört, um dauerhaft glücklich zu sein?


    Eine Beziehung besteht aus so vielen Komponenten, so viele Faktoren entscheiden über die Zufriedenheit. Ähnliche Bildung, Humor, Freizeitverhalten, Ordnungssinn, es kann an so vielen Stellen klemmen oder eben gut passen. Sex ist da eben nur einer von vielen Faktoren.


    Ansonsten gebe ich dir recht, dass man einen Menschen nur unwesentlich verändern kann. Das Beispiel mit dem Pferd mal beiseite

    und das das so groß beliebte "Herumdiskutieren" zum Thema Sex selten zu ansteigender Lust beim lustlosen Partner führt.


    Ich glaube dieser Irrglaube, man könnte sexuelle Störungen in der Beziehung ausdiskutieren, verhandeln wie den Wocheneinkauf und wegtherapieren stammt aus der Behauptung, Kommunikation sei das A und O einer Beziehung. Das mag auch stimmen, und oft helfen, aber sexuelle Lust ist so komplex, passiert auf so einer unterbewussten Ebene, ich behaupte, das kann man nicht ausdiskutieren. Wenn einer keine Lust hat, hat er keine Lust. Warum auch immer.

    @ Mann042 und Sommerkind44

    Zitat

    Die Pferde sind immer so in Ordnung wie sie sind. Was nicht in Ordnung ist, sind die Erwartungen der Menschen in sie, wie sie zu sein haben. Und das ist meine traurige Nachricht an dich. Du mußt deinen Partner nehmen wir er ist.

    Zitat

    Ansonsten gebe ich dir recht, dass man einen Menschen nur unwesentlich verändern kann. Das Beispiel mit dem Pferd mal beiseite

    und das das so groß beliebte "Herumdiskutieren" zum Thema Sex selten zu ansteigender Lust beim lustlosen Partner führt.

    Ich habe absolut keine Ahnung von Pferden und wenn ich eins sehe, wüsste ich nicht, ob es nun ein Warmblut, Arabisches Vollblut, Englisches Vollblut oder was auch immer ist.


    Jetzt ist mir eins zugelaufen und ich möchte, dass es ihm gut geht (und natürlich auch, dass es mir gut geht). Will es nur gemütlich herumstehen? Will es den ganzen Tag herumrennen? Oder irgendwas dazwischen? Ich habe es gefragt, es schaut mich aber nur treuherzig an und steht faul herum. Kann sein, dass das der Charakter des Pferds ist. Ich hab halt noch nie so ein faules Pferd gesehen und habe auch irgendwie den Eindruck, dass es unter anderer Haltung oder mit anderem Futter vielleicht anders reagieren würde. Es dazu zu befragen bringt wenig, das habe ich auch gemerkt, es antwortet nicht und wird nur nervös.


    Von seinem Verhalten her erinnert mich das Pferd auch oft eher an einen Panda.... Gibt es Pandas überhaupt oder sind es nur missverstandene Pferde? Wenn es Pandas gibt, dann möchte ich schauen, wie ich diesen wundervollen Panda behalten kann und wie wir beide glücklich werden.


    Ich möchte nur nicht irgendwann dastehen und sehen, dass es die ganze Zeit ein Pferd war, welches aber nur Rennen gewinnen kann und will, wenn es jeden Tag einen Hackbraten bekommt. Wie soll ich denn darauf kommen, wenn es mir das nicht sagt bzw zeigt? Vielleicht weiß es das selbst nocht nicht mal...

    Ich glaube nicht, dass es deine Schuld ist, Alias. Und selbst wenn es da irgendetwas gäbe, was ihn anturnt, und er kann es dir nicht sagen, weil die Überwindung zu groß wäre oder er es selbst nicht weiß - wer könnte daran denn etwas ändern? Er! Genau. Nicht du. Das liegt in SEINER Verantwortung, nicht in deiner. Du kannst nur Fragen stellen, Bedürfnisse äußern, Konsequenzen ziehen. Ihn auch mal in Ruhe lassen. Aber mehr kannst du nicht machen. Offenheit und Liebe geben und hoffen, dass sich etwas bewegt. Wenn sich dann nichts bewegt, passt es halt nicht oder er kann/will es eben nicht anders.

    Du versuchst einen Panda in ein Pferd zu verwandeln und möchtest wissen, welches Futter du dazu verwendet solltest. Und zwar nicht weil du denkst, dass es dem Panda als Pferd besser ginge sondern weil du lieber ein Pferd als ein Panda im Stall hättest. Du quälst dich und ihn also: Warum bist du ein Panda? Warum kannst du kein Pferd sein? Erkläre mir, warum du lieber herumliegst als Rennen läufst? Warum frisst du Bambus und kein Hafer? Der Panda guckt nur dumm und denkt sich: Weil ich ICH bin.


    Der Panda weiß nicht mal das er ein Panda ist. Er ist einfach ER.


    Euer Problem ist das klassische Männer/Frauen-Problem: Frau verliebt sich in Mann, Mann verliebt sich in Frau. Beide projizieren ihre Idealvorstellungen eines Partners in den anderen. Dann lässt die Verliebtheit nach, Frau merkt: Mist, Mann ist nicht wie ich ihn haben wollte. Frau fängt an, am Mann herum zu erziehen, ihn verändern zu wollen. Immer unter dem Tarnmantel, doch nur das beste für den anderen zu wollen. Bullshit. Frau will das beste für sich, nämlich einen Mann, der ihre sexuellen Bedürfnisse erfüllt, der gefälligst genau so zu sein hat wie sie es gerne hätte.

    Zitat

    Wie soll ich denn darauf kommen, wenn es mir das nicht sagt bzw zeigt?

    Doch er sagt/zeigt es dir. Er möchte nicht mehr Sex mit dir als den, den ihr habt. Er kann nicht erklären, warum, weil er es selbst nicht weiß. Deine Frage sollte nicht sein: Warum, wieso, wie kann ich ihn ändern? Sondern: Kann ich damit leben, das er so ist, wie er ist, oder stört es mich so sehr, dass du Schluss machst und dir einen Partner suchst, der sexuell zu dir passt?


    Bedenke aber, dass dann vielleicht ganz andere Dinge in der Beziehung nicht passen. Mann kann nicht alles haben.

    @ Taps

    Deinen Beitrag hatte ich heute morgen übersehen. Echt toll, dass das bei euch so wundervoll funktioniert und die Anziehung nie nachgelassen hat!

    Zitat

    Warum so kompliziert? Das impliziert doch irgendwie schon, dass dann mehr passieren sollte und erzeugt nur unnötigen Druck.


    Man könnte auch einfach jeden Abend den Tag gemeinsam ausklingen lassen, indem man sich (bevor man zu müde ist) von seiner Beschäftigung losreißt und gemeinsam zu Bett geht. Ob man nur redet, kuschelt oder dann doch mehr draus wird, sollte nicht ausschlaggebend sein.

    Das machen wir schon so ;-) Früher ist (da ich eben die Initiative ergriffen habe) auch jedes Mal mehr gelaufen. Seit ich mich zurückgenommen habe nicht mehr.

    @ Cinnamon

    Du hast wohl recht. Ich sollte aufhören, herumzuraten.

    @ Sommerkind44

    Ich habe das Gefühl, dass du mich missverstehst. Ich frage in meinem Eingangsbeitrag nicht: "Wie bringe ich meinen Partner dazu, dass er mehr Sex mit mir will?" Sondern ich frage nach Austausch mit anderen Partnern von Pandas. Damit ich mir eben darüber klar werden kann, wie ich damit umgehen soll. Und habe mich gefreut, dass sich sogar Leute gemeldet haben, die sich selbst als Panda bezeichnen, um mir ihre Beweggründe zu erklären und konnte da schon was draus mitnehmen. (Also an alle Pandas: Gern mehr davon!) Denn das ist, was mir von meinem Partner fehlt: Klare Kommunikation. Es ist ihm so wahnsinnig unangenehm, über Intimes zu sprechen, dass ich in diesem Bereich selbst nach 3 Jahren noch nicht wirklich schlau aus ihm geworden bin. Das ist auch irgendwie okay, denn ich liebe ihn auch für seine Schüchternheit. Ich muss aber schon ein gutes Ego haben, um das nicht auf mich zu beziehen...


    Ich mach mir Sorgen, dass er mir etwas verschweigt und wir am Ende beide frustriert sind. Weil es ihm unangenehm ist, darüber zu sprechen, weil er mich nicht kränken möchte, weil er es selbst nicht genau formulieren kann. Tja. Aber - wie Cinnamon es schön zusammengefasst hat - da kann ich wohl einfach nichts machen. Diese Sorgen mögen Einbildung sein. Da wir aber wirklich sehr, sehr ähnlich ticken, kommt es mir oft vor, als wüsste ich, was er denkt... :-/

    ich wollte nur mal eben sagen, dass ich den Faden toll finde, ich mag ganz gern, wie du, Alias, über deinen Panda schreibst :-D


    Und ich habe total gerne Sex, aber ich finde ihn auch anstrengend, und manchmal zu anstrengend und dann habe ich lieber keinen.


    Ich hätte dann zwar immer noch Lust mich "besexen" zu lassen, aber alles was mit Initiative zu tun hat, mag ich dann auch nicht |-o

    Ich glaube ich war ü 20 Jahre auch ein Panda. ":/ Sex war mir auch zu anstrengend. 2 Kinder , Haushalt und Co, da war ich Abends immer tot müde.


    Geändert hat sich das mit den Wechseljahren. Das ging bei mir los als ich 39 war. Das kam von einem auf den anderen Tag, wie ein Schalter umgelegt.


    Ich bin froh kein Panda mehr zu sein, jetzt weis ich was ich alles verpasst habe. Zu müde oder zu anstrengend gibt es nicht mehr, die Zeit ist schon lange vorbei und das ist gut so. :)z :)^

    Zitat

    @ Sommerkind44


    Ich habe das Gefühl, dass du mich missverstehst. Ich frage in meinem Eingangsbeitrag nicht: "Wie bringe ich meinen Partner dazu, dass er mehr Sex mit mir will?" ..

    Ich verstehe dich schon, Alias. Ich bin ja selbst ein Panda bzw. eine "sexuelle Schläferin" wie wir hier herausgefunden haben. Ich kann mich also sehr gut reinfühlen in deinen Partner und ich weiß wie nervig es ist, Druck vom Partner zu bekommen, Warum wieso weshalb man gerade jetzt keine Lust hat auf Sex.


    Und man keine Antwort darauf hat.

    Zitat

    Sondern ich frage nach Austausch mit anderen Partnern von Pandas. Damit ich mir eben darüber klar werden kann, wie ich damit umgehen soll. Und habe mich gefreut, dass sich sogar Leute gemeldet haben, die sich selbst als Panda bezeichnen, um mir ihre Beweggründe zu erklären und konnte da schon was draus mitnehmen. (Also an alle Pandas: Gern mehr davon!)

    Was für Beweggründe? Für etwas, was für einen selbst völlig natürlich und normal ist, braucht man keine Beweggründe.


    Alias, der Unterschied zwischen unseren Sichtweisen ist: Du siehst seine Unlust als unnormal, daher als einen Zustand, den man ausdiskutieren, verstehen, analysieren und ändern muss. Ich, aus der Perspektive deines Partners (Sex mit dem selben Partner nach x Jahren ist einfach nur anstrengend, kann man mal machen, muss aber nicht ständig sein) sehe dies als den Normalzustand an. Normalzustände diskutiert man nicht gerne. Warum bin ich abends müde? Warum habe ich immer um halb sieben abends Hunger? Ist halt so.


    Wenn ich dich jetzt nach deinen Beweggründen dazu fragen würde, warum du gerne ausschläfst, gerne Pizza isst oder Fahrrad fährst, hättest du einen Beweggrund dazu? Oder wäre es nicht eher so, dass du es mit einem undefinierbaren Gefühl von "Ist halt so" beschreiben kannst?

    Zitat

    Denn das ist, was mir von meinem Partner fehlt: Klare Kommunikation. Es ist ihm so wahnsinnig unangenehm, über Intimes zu sprechen, dass ich in diesem Bereich selbst nach 3 Jahren noch nicht wirklich schlau aus ihm geworden bin. Das ist auch irgendwie okay, denn ich liebe ihn auch für seine Schüchternheit. Ich muss aber schon ein gutes Ego haben, um das nicht auf mich zu beziehen.

    Du erwartest von ihm Kommunikation. Kannst du denn erklären, WARUM du Lust auf Sex mit ihm hast? Oder ist es einfach so? Und falls es so ist, kann es dann nicht auch einfach sein, dass es für diesen Zustand genauso wenig eine rationale Erklärung gibt wie dafür, das er KEINE Lust hat?


    Viele Menschen haben einfach keine Lust auf irgendwas, nicht immer gibt es dafür einen klaren erkennbaren Grund.


    Noch komplexer ist es mit sexueller Lust: Ich habe schon mit Männer getroffen, die nach objektiven Maßstäben top aussahen, die mich aber sexuell 0 angemacht haben. Dann wieder gab es Männer, nach denen sich niemand umgedreht hätte, klein, unscheinbar, an denen aber irgendetwas dran war, was mich wahnsinnig gemacht hat. Sowas passiert auf unterbewussten Ebenen, ich hätte nicht beschreiben können, warum mich einer völlig kalt gelassen hat und ein anderer extrem heiß gemacht hat (was dann aber auch nicht lange anhielt, wg. Gewöhnungseffekt).


    Würde es dir wirklich helfen, wenn dir dein Partner eine Liste hinlegt an Eigenschaften, die er als Auslöser dafür vermutet, warum er nicht so viel Lust auf dich hat?


    Weißt du, oft ist es ja andersherum in Beziehungen: die Frau verliert recht schnell die Lust am Sex, der Mann will auch nach Jahren noch ständig. Dann geht es los bei der Frau mit den Ausreden: Migräne, Stress, die Kinder, keine Zeit, Periode, dies und das.


    Wäre sie frisch verliebt, wären das alles Gründe, die wurscht sind. Wenn man Lust hat auf Sex, dann hat man Lust, wenn nicht, dann sucht man Ausreden und Begründungen. Die aber nicht unbedingt tatsächlich der Grund dafür sind, warum die Lust weg ist.


    Sei froh, dass dein Partner sich nicht in Ausreden flüchtet, dann hast du nicht das Gefühl, "falsch" zu sein, dich verändern zu müssen, das es an dir liegt.


    Es ist seine Unlust, die wahrscheinlich mit ihm als Mensch zu tun haben und nichts mit dir als Partnerin.

    Zitat

    Ich mach mir Sorgen, dass er mir etwas verschweigt und wir am Ende beide frustriert sind. Weil es ihm unangenehm ist, darüber zu sprechen, weil er mich nicht kränken möchte, weil er es selbst nicht genau formulieren kann. Tja. Aber - wie Cinnamon es schön zusammengefasst hat - da kann ich wohl einfach nichts machen. Diese Sorgen mögen Einbildung sein. Da wir aber wirklich sehr, sehr ähnlich ticken, kommt es mir oft vor, als wüsste ich, was er denkt... :-/

    Dieses "so EINS sein, dass man meint, zu wissen, was der andere denkt" kenne ich aus Anfangsphasen der Verliebtheit in Beziehungen - man bildet es sich meistens ein. Man kann keine Gedanken lesen und ich denke wirklich, dass dein Partner nichtmal selbst weiß, warum er nicht häufiger Lust hat. Sonst hätte er auf dein Gedrängle und Gefrage schonmal nachgegeben und wäre mit der Sprache raus gekommen.


    Und was soll er dir verschweigen? Einen Fetisch? Eine Affäre? Das würdest du merken - ist sein Handy auf lautlos, lässt er seinen Computer nie unbewacht, schiebt er seit neustem Überstunden? Wenn nicht - ist hier wahrscheinlich nichts - und du suchst weiter nach Gründen warum der Himmel heute grau ist und nicht blau.

    @ Süntje

    Oh "besexen" ist schön, das klaue ich mir :-D Ich mag es, wenn man Substantive verbt. Und es beschreibt's echt gut.


    Was sagt dein Partner dann dazu?

    @ sweeny72

    Klingt gut :)^ Klingt aber auch so, als seist du generell abends einfach zu müde für alles gewesen? Oder war wirklich nur der Sex dann zu anstrengend?

    @ Sommerkind44

    Ich hätte dich jetzt nicht der Panda-Fraktion zugeordnet. Denn du schriebst:

    Zitat

    Mir ging es in festen Beziehungen immer wie deinem "Panda"- Partner: Am Anfang noch mit großer Freude dabei, dann im Laufe des gemeinsamen Alltags immer weniger Lust und am Ende empfand ich Sex einfach nurnoch als anstrengend und Arbeit. Ich verstehe Leute nicht, die nach x Jahren noch Lust auf den selben Partner haben.

    Zwar findest du Sex mit der Zeit irgendwann auch anstrengend, jedoch nicht generell. Es liegt bei dir daran, dass es dich langweilt, immer mit dem gleichen Sex zu haben. Oder? Du hast dann einfach keine Lust - nicht mal dann, wenn der Partner dich besext.


    Im Gegensatz dazu hat mein Panda-Partner von Anfang an wenig Initiative gezeigt und von "anstrengend" gesprochen. Gleichzeitig meinte er, er hätte eigentlich immer Lust. Wenn ich also die Initiative ergreife und auch den aktiven Part übernehme, scheint für ihn alles in Ordnung zu sein. Und: Er ist ein sehr monogam veranlagter Mensch, der sich dieses "bis dass der Tod uns scheidet" wünscht.


    Ich denke, ihr seid in dieser Hinsicht sehr unterschiedlich und du kannst dich nicht in seine Situation einfühlen.

    Zitat

    Ich kann mich also sehr gut reinfühlen in deinen Partner und ich weiß wie nervig es ist, Druck vom Partner zu bekommen, Warum wieso weshalb man gerade jetzt keine Lust hat auf Sex.

    Ich hab das mal hervorgehoben. Druck in diesem Sinne, dass ich ihn in einer bestimmten Situation sowas gefragt hätte, habe ich ihm nie gemacht.

    Zitat

    Was für Beweggründe? Für etwas, was für einen selbst völlig natürlich und normal ist, braucht man keine Beweggründe.

    Cinnamons Erklärung mit dem Performance-Druck zum Beispiel finde ich eine ganz nachvollziehbare Begründung. Das zeigt ja auch, dass ein Panda durchaus Gründe für Sexfaulheit benennen kann.

    Zitat

    Wenn ich dich jetzt nach deinen Beweggründen dazu fragen würde, warum du gerne ausschläfst, gerne Pizza isst oder Fahrrad fährst, hättest du einen Beweggrund dazu? Oder wäre es nicht eher so, dass du es mit einem undefinierbaren Gefühl von "Ist halt so" beschreiben kannst?

    Das könnte ich dir gerne alles ausführlich erläutern ;-D Lieber erzähle ich dir aber ein Beispiel von meinem Partner: Ich habe ihn in der Kennenlernphase mal gefragt, warum er eigentlich sein Hobby so mag. Deiner Beschreibung nach wäre "Ist halt so" die naheliegendste Antwort gewesen, oder? Aber nein. Es folgte eine der fesselndsten, bildhaftesten Beschreibungen, was ihm daran alles gefällt - fast hätte ich mich selbst im Verein angemeldet, so ansteckend war seine Faszination in diesem Moment.

    Zitat

    Kannst du denn erklären, WARUM du Lust auf Sex mit ihm hast?

    Auch wenn es als rhetorische Frage gemeint war: Ja, das kann ich. Ich finde ihn unglaublich attraktiv und der Sex ist wunderschön. ??Ich könnte dir auch begründen, warum ich ihn attraktiv finde und warum es wunderschön ist, falls das deine nächste Frage wäre... aber das ist mir zu intim?? Im Umkehrschluss redet mir dann mein Gefühl eben ein, dass er das wohl nicht so empfindet. Was hoffentlich nicht stimmt.

    Zitat

    Würde es dir wirklich helfen, wenn dir dein Partner eine Liste hinlegt an Eigenschaften, die er als Auslöser dafür vermutet, warum er nicht so viel Lust auf dich hat?

    Wenn er denn tatsächlich keine Lust auf MICH hat, dann würde es uns beiden helfen, das zu wissen. Dann stellt sich die Frage, ob mir und auch ihm platonische Liebe reicht, um auf dieser Basis eine Beziehung zu führen. Oder ob es irgendetwas ist, was meine Attraktivität zwar schmälert, ich aber auch ändern könnte, wenn ich denn möchte.

    Zitat

    Es ist seine Unlust, die wahrscheinlich mit ihm als Mensch zu tun haben und nichts mit dir als Partnerin.

    Er hat keine Lust sich anzustrengen. Das ist keine Unlust am Sex an sich, oder?

    Zitat

    Dieses "so EINS sein, dass man meint, zu wissen, was der andere denkt" kenne ich aus Anfangsphasen der Verliebtheit in Beziehungen - man bildet es sich meistens ein.

    Wenn es nach 3 Jahren halt eher noch öfter passiert als anfangs, dass der eine etwas sagt und der andere "das hab ich auch gerade gedacht!" entgegnet, dann fühlt es sich eben so an.

    Zitat

    und ich denke wirklich, dass dein Partner nichtmal selbst weiß, warum er nicht häufiger Lust hat. Sonst hätte er auf dein Gedrängle und Gefrage schonmal nachgegeben und wäre mit der Sprache raus gekommen.

    Wenn du "Lust auf Initiative und Aktivität meinst": Er hat mir ja einen Grund genannt. Er sagt, er findet es zu anstrengend. Darum dreht sich dieser Faden.

    Zitat

    Und was soll er dir verschweigen? Einen Fetisch? Eine Affäre?

    Eine Affäre sicherlich nicht. Wäre viel zu anstrengend ]:D

    Zitat

    Was sagt dein Partner dann dazu?

    er macht das glücklicherweise meistens gerne |-o


    und noch intimer mag ich hier ohne Aliasnamen nicht werden. Aber ich kann dir versichern, dass es bei mir nicht an mangelndem Begehren liegt.

    Im Nachhinein betrachtet waren es bei mir mehrere Faktoren die zusammenkamen.


    Zu müde, zu anstrengend, den Kopf nicht frei bekomnen und Trauma aus der Kinder - und Jugendzeit. So würde ich das bei mir grob umreissen.


    Ob dein Panda sich noch ändert weis ich leider auch nicht. Da auf einen Nenner zu kommen ist ja nicht leicht.


    Bei mir wurde das deutlich besser als unsere Kinder grösser wurden. Abschalten musste ich echt lernen.


    Ich weis nicht ob es bei deinem Partner vielleicht auch ein bisschen daran liegen könnte. Ist sein Job sehr stressig ?


    Vielleicht muss er da täglich seinen " Mann stehen " und möchte darum zu Hause lieber seine Ruhe ":/


    Vielleicht solltest du das Thema doch nochmal anschneiden. Ihm deine Gedanken nochmal sagen. Du stellst dir ja allerlei vor und ich denke das wäre gut ihm das zu sagen.


    Ich drücke dir die Daumen das ihr gemeinsam einen Weg findet der für euch beide akzeptabel ist. :)_

    Das hatte ich noch vergessen

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    Aber ich kann dir versichern, dass es bei mir nicht an mangelndem Begehren liegt.

    Das war bei mir auch nie das Problem. Auch heute nach fast 30 Jahren finde ich ihn noch wahnsinnig scharf und sexy. x:)