Ich stimme Desaparecida teilweise zu - das ist einfach eine Art von Konfliktführung, die völlig losgelöst ist von Dir als Person. Die. Freund handelt wie ein kleiner Junge "Mama, wenn Du das nicht machst habe ich Dich nicht mehr lieb!" Das klingt als hätte er nie gelernt sich erwachsen auseinanderzusetzen.


    Aber das ist nicht Dein Bier und ich finde nicht, dass Du ihm was beibringen musst. Ich würde ihm einen Schuss vor den Bug geben indem ich nach seinem nächsten Schluss machen einfach wirklich mal weggehen würde.Und nicht mit Entschuldigungen zurückkommen sondern mit einem "Wieso, Du wolltest doch die Trennung?" erstaunt reagieren wenn er wirklich hinterherkommt.


    Ansonsten: Ich glaube wenn Du wirklich Kinder haben willst solltest Du Dir jemanden suchen der sich erwachsener verhält. Wer weiß was er zu den Kindern sagt, wenn die ihn nerven? Ob er die dann auch emotional erpresst?

    @ desaparecida:

    Stimmt. Damit könntest du Recht haben. Haben wir eine Meinungsverschiedenheit, wird diese nie ausdiskutiert sondern ende mit einem: OK, hab einen schönen Tag. Oder wenn von mir noch ein Standpunkt kommt, kommt immer nur ein "OK".


    Und so stehe ich mit meinem Frust und dem (ungelösten) Problem alleine da, und es staut sich dann in mir auf.


    Seine Mutter machte das auch immer so. Anscheinend war sie nach jedem Streit mit seinem Vater für ein paar Tage bei ihrer Schwester.


    Ja werde ich machen. Sollte er sich jemals wieder bei mir melden. :-/ Danke!

    @ Thalina:

    Oh nein, das tut mir total Leid. :( :)_


    Und genau das macht mir auch Angst. Dass er es soweit hinauszögert, dass er dann in ein paar Jahren sagt, dass er überhaupt keine Kinder möchte.


    Ja eindeutig. Er ist viel zu impulsiv. Nicht zu Bekannten von ihm, aber eindeutig mir gegenüber. Auch sehr manipulativ und bestimmend.

    Zitat

    Wie ging's dann bei dir weiter? Wie hast du es geschafft, dich daraus zu "befreien"?

    Naja, wir waren 8 Jahre zusammen. Wir waren jedes Jahr kurz getrennt und erst beim letzten Anlauf bin ich stark geblieben und habe noch 9 Monate seinen Rückeroberungsversuchen getrotzt. Wäre meine Familie nicht gewesen im Akutfall, wär ich wieder schwach geworden, ich habs also auch da nicht ohne Hilfe geschafft. Meine Schmerzgrenze ist aber dennoch so gut wie erreicht gewesen. Hab danach 5 Jahre Pause gebraucht und wollte von Männern nix wissen. Nun bin ich wieder in einer Beziehung und leide trotzdem noch unter den damals entstandenen Narben, reagiere oft falsch und weiss manchmal nicht, was richtig und falsch ist. Ich hab 5 Jahre versucht, das zu verarbeiten und hatte dann kuz vor meiner jetzigen Beziehung ein Techtelmechtel mit genau so einem Typ wie mein Ex und ich bin schon nach 1 Tag wieder ins alte Muster verfallen und würd es auch in 25 Jahren wieder, fürchte ich.


    Also von daher - Du hast es schon früh erkannt, lass es nicht so weit kommen wie bei mir. :)*


    Übrigens: wenn man abhängig ist, verfällt man oft in dieses Muster, dass man nach Zuneigung lechzt und je mehr man danach lechzt, desto weniger gibt es der andere zurück und der Teufelskreis beginnt von Neuem. Ich habe damals angefangen, meinen Partner "wenigstens" auf ein Stückchen Sicherheit festnageln zu wollen, eben sowas wie "aber in 2 Jahren wollen wir zusammen ziehen / wir wollen heiraten" etc. Ich wollte nur eine Zustimmung haben, damit ich mich daran festklammern und vor den miesen Beziehungsbedingungen die AUgen zumachen kann. So kommt mir das bei Euch auch mit dem "Kinder-Plan" vor.

    Für mich klingt das, was Du da schreibst eben nicht so als müsstest Du nur Angst vor eine Entwicklung.in diese Richtung haben, sondern als ob er schon längst für sich festgestellt hat dass er die Verantwortung und So weiter nicht tragen will. Abgesehen davon scheint er ja generell nicht darüber nachzudenken womit er Dich verletzt und warum sollte er dann Euer Kind rücksichtsvoller behandeln? Abgesehen davon ist Elternschaft auch Arbeit, normalerweise Zusammenarbeit. Wie würde die aussehen bei Euch, wenn er jetzt schon wegen Kleinkram so ausrastet? Die erste Babyzeit ist kein Kleinkram mehr und auch später...


    Ich kann nur raten nicht zu unterschätzen. Du willst sicher nicht zusätzlich zu durchwachten Nächten auch noch einen Mann der Wutausbrüche kriegt wie ein Kind. Ganz davon ab dass er gegenüber Kindern dann ja ähnlich impulsiv sein dürfte. Denn die "Fassade" von ruhig und freundlich hat er sicher nicht mehr wenn er nachts von einem Dreijährigen geweckt wird und er doch eigentlich h schlafen will.

    Thalina

    Zitat

    Aber das ist nicht Dein Bier und ich finde nicht, dass Du ihm was beibringen musst. Ich würde ihm einen Schuss vor den Bug geben indem ich nach seinem nächsten Schluss machen einfach wirklich mal weggehen würde.Und nicht mit Entschuldigungen zurückkommen sondern mit einem "Wieso, Du wolltest doch die Trennung?" erstaunt reagieren wenn er wirklich hinterherkommt.

    Ist halt die Frage, wie viel einem die Beziehung wert ist. Ich wäre mir jedenfalls nicht zu schade dafür, meinem Partner etwas zu erklären, oder "beizubringen", wie du es nennst, wenn sich dafür unsere Paar - Probleme auflösen lassen. Ich bin der Ansicht, man darf seinem Partner auch in solchen Dingen ruhig mal unter die Arme greifen. Auch wenn er sich daneben benimmt, muss man ihn meines Erachtens nicht zwangsläufig dafür bestrafen. Man kann ihm stattdessen auch helfen, sich besser zu benehmen. Das eigene Ego mal runterschlucken. Das wäre für mich pragmatisch und lösungsorientiert. Aber klar, so hat jeder seine eigene Einstellung zur Partnerschaft. @:)

    Zitat

    wir streiten eigentlich immer über Belangloses, aber der Streit eskaliert jedes Mal ziemlich heftig.

    Mal abgesehen davon, dass ich eine Diskussion über Kinder ja/nein/wann keine Kleinigkeit finde, bin ich davon überzeugt, dass häufiges Streiten zeigt, dass die Beziehung schlecht läuft. Egal, worüber man streitet. Vor allem, wenn das dann auch immer sich aufschaukelt. Insofern verstehe ich in der Tat seine Trennungsgedanken, wäre das bei mir so, käme mir der Gedanke sicher auch bei diesen Streitereien. Und sicher auch jedes Mal, nur würde ich es nicht jedes Mal aussprechen.

    Hallo Desaparecida,


    Ich glaube gar nicht, dass wir da so unterschiedlich sind. Ich hatte bisher zwei langjährige Partnerschaften, werde bald vierzig und habe keine davon selbst beendet.


    Ich sehe hier allerdings das Problem das es nicht um Kleinigkeiten geht sondern um unterschiedliche Lebenswünsche. Und wenn ein Partner einen Kinderwunsch hat während sich der andere selbst keines mehr wünscht - und er auch noch mit emotionaler Erpressung arbeitet - hat das nichts mehr damit zu tun Kleinigkeiten angleichen oder ausbügeln zu wollen. Ganz davon ab ist man nicht der Erzieher seines Partners bzw eine Partnerschaft die darauf basiert dass einer mit dem anderen schon grundlegend nicht einverstanden. ist steht auf tönernen Füßen.


    Wenn es nicht um Kinder ginge würde ich sagen "Versucht es doch" Aber wie möchte Kinder, er möchte sein Kinderloses Leben genießen.


    Was willst Du ihm beibringen? Das zu wollen, was sie will? Das fände ich daneben

    Ich glaube der erste Schritt zu mehr Selbstbewusstsein wäre weniger das Gewicht sondern überhaupt mal vermehrtes "sich-selbst-wahrnehmen". Also darauf achten, zum Beispiel: "was möchte ich? Ich möchte losgehen, was hält mich davon ab? Ist das was mich abhält real? Wie kann ich mein Bedürfnis erfüllen?" Also Achtsam mich sich selbst umgehen wäre ein erster Schritt. Alles andere sind Äußerlichkeiten.


    Und ich würde mir dumme Spielchen schenken wie eine Woche verschwinden oder so. Das schlägt dann doch nur in die Kerbe die bei ihm eh schon besteht und setzt defizitäres Streitverhalten nur fort. Wenn man will das eine Sache eine Wendung bekommt, dann muss man sein eigens Verhalten ändern. Dann kann der andere entweder mitgehen oder es stellt sich raus, dass das was der eine leben will inkompatibel ist mit dem was der andere leben will. Und dann ist das eben so, so traurig das auch sein mag.


    Also, schau auf dich, überleg dir welches Leben zu leben willst, was keine Kompromisse duldet und wo du auch mal fünfe gerade sein lassen könntest, wenn nötig und dann fang an dein Leben entsprechend zu leben. Und dann guckt ihr ob und wo ihr unter den Vorraussetzungen einen gemeinsamen Weg findet.


    Und wenn ihr zusammen sucht, dann schaut welches die positiven Ergebnisse eurer Streitkultur sind. Man macht sowas ja nicht mit wenn da gar kein positives Feedback bei rumkommt. Das ständige auf und ab bietet eben auch hohe Hormondosen wenn man sich wieder versöhnt, wenn alles wieder gut ist, es bestätigt einem immer wieder wie wichtig der andere einem ist und wie wichtig man dem anderen ist. Solche Spielchen erfüllen ja immer auf beiden Seiten eine bestimmte Funktion und ohne daran zu arbeiten kommt man da nicht raus.

    Thalina


    ich glaube hier geht es erstmal gar nicht um Kinder sondern um ein Austesten der Liebe wie bei kleinen Kindern. Er guckt wieviel er als Zeichen ihrer Liebe fordern kann, beim Job, bei der Freizeitgestaltung und nun bei einem ihrer letzten verbliebenen Kernthemen, Kindern.


    Und Trennung steht für die Te offensichtlich nicht wirklich im Raum, es geht darum die Beziehugn zu erhalten. Jede Planung über das Morgen hinaus ist eigentlich Augenwischerei, es geht nur darum irgendwie die Beziehung zu halten, koste es was es wolle.

    Thalina

    Zitat

    Was willst Du ihm beibringen? Das zu wollen, was sie will? Das fände ich daneben

    Ich will ihm gar nichts beibringen, ich kenne den Mann nicht. Ich habe der TE auch nicht dazu geraten, ihrem Partner das beizubringen, "was sie will", das ist nicht richtig.


    Ich habe gesagt: Wenn jemand so seltsam streitet, wie der Partner der TE, dann hat das Ursachen. Der Partner der TE macht sich offensichtlich über sein Benehmen und über die Ursachen dafür keine Gedanken. Ich persönlich bin aber der Ansicht, dass es sehr augenöffnend sein kann, sich klarzumachen, dass das eigene Verhalten nicht üblich ist und dass es möglicherweise Ursachen dafür geben kann. Und dass es bei der Lösung des Problems helfen kann, die Ursachen für das Problem zu kennen.


    Daher habe ich der TE geraten, ihrem Partner nicht gleich den Mittelfinger zu zeigen, sondern zu versuchen, die Ursachen für sein seltsames Verhalten aufzudecken und mit ihm zusammen daran zu arbeiten, dass er das in den Griff bekommt, damit eine harmonische Partnerschaft möglich wird.


    Dir würde ich raten, dich ein bisschen in Freundlichkeit zu üben, das würde dir sicherlich gut stehen. @:)


    Das grundlegende Problem, dass die TE Kinder will und der Partner der TE auf keinen Fall, sehe ich übrigens auch nicht in der Deutlichkeit wie du. Zumindest wollte der Partner der TE bis vor kurzem auch noch sehr gerne Kinder. Auch hier könnte man erst einmal nachforschen, weshalb er seine Meinung geändert hat, ob er sie wirklich geändert hat, ob es nur eine kurzfristige Laune ist, ob ihn etwas Grundlegendes an der Beziehung gestört hat, ob er einfach nur kalte Füße bekommen hat...anstatt gleich schreiend im Kreis herumzulaufen und die dringende Erforderlichkeit der baldigen Trennung zu prophezeien. :-)

    Irgendjemand hat geschrieben, es sei seine Art Konflikte zu lösen


    Ich sehe da nur, daß er sie so beendet. Gelöst ist da ja gar nix. Aber wenn die Diskussion nicht nach seinem Geschmack verläuft, wirft er das "dann trennen wir uns" in den Raum und schon hält die TE die Füße still und kuscht.


    Und solch große Themen wie Familienplanung sind a) keine Kleinigkeiten und b) nicht in 2 geschriebenen Nachrichten geklärt bzw zu klären. Zwischenmenschliche Kommunikation ist nicht so sein Ding, fürchte ich. :(v

    Geht es in euren Streits denn häufiger um so etwas wie Zukunftsplanung/Kinderwunsch? Oder war das eine Ausnahme?


    Denn meiner Erfahrung nach, bei allem was ich im Freundeskreis und auf der Arbeit jetzt so mitbekommen habe, sind sehr viele Männer um die 25 noch nicht bereit Kinder zu planen oder sich festzulegen, wann sie die wollen müssen. Das ändert sich mit Ende 20 dann meistens radikal. Klar, der grundsätzliche Wunsch irgendwann Kinder zu wollen muss schon konform gehen in der Partnerschaft aber ich glaube festnageln auf "im August 2020 hören wir dann auf die verhüten" lassen sich die wenigsten Partner gerne.


    Nichts destotrotz ist sein Verhalten und das ständige Androhen des Schlussmachens ziemlich unreif und daneben. Glaube, ich würde auch beim nächsten Mal zustimmen und schauen, was passiert.

    Zitat

    :)z Genau. Einfach mal einen tiefen Atemzug nehmen, um sich zu beruhigen (wenn man streitet ist man ja selten ruhig) und dann mal ganz cool sagen "Okay, damit bin ich einverstanden". Denn er bekommt dich mit dem Argument ja klein, du suchst den Fehler bei dir, weil du die Beziehung retten willst. Aber wenn du einfach mal zustimmst und das so ruhig wie möglich, damit es nicht nach Affekt aussieht sondern nach durchdacht und "lässig", dann nimmt ihm das den Wind aus den Segeln und wird ihn vielleicht auch mal dazu bringen, einzuhalten und nachzudenken, was da im Moment passiert.

    Finde ich einen guten Vorschlag...allerdings muss es auch authentisch sein und durchgezogen werden.


    ??Irgendwo schrieb die TE, dass sie so schon einmal reagiert hat, aber dann doch (leider) wieder zurückgerudert ist.??


    Sie sagt ja selbst von sich, sie ist sehr unsicher...das hat er natürlich auch inzwischen durchschaut und weiß evtl., dass sie nicht ernstzunehmen ist bei sowas!? Genau DESWEGEN wäre es wichtig, seine "Schlussmach-Arien" einfach mal umso ernster zu nehmen. ]:D