Mir sind jetzt doch noch ein paar Punkte eingefallen, warum ich PUA nicht grundsätzlich für schlecht halte.


    Wir sind uns einig, dass Reflexion der Schlüssel ist. Ich denke bei den meisten Menschen gibt es automatisch ein gewisses Maß an Reflexion. Ein Beispiel hierfür ist meine Geschichte von Montag. Ich treffe sie, sie wirkt interessiert, wir gehen was Trinken und verabschieden uns, ich gehe mit einem guten Gefühl nach Hause. Am Mittwoch melde ich mich bei ihr, doch sie antwortet kurz und knapp, das Hochgefühl verfliegt und der Denkapparat fängt an zu rattern. Die Reflexion setzt ein: Was habe ich falsch gemacht, was ist los mit ihr usw.? Erstrebenswert ist es natürlich die Reflexion nicht "einfach so" geschehen zu lassen, sondern in bestimmte Bahnen zu lenken. Sich Gedanken darum machen, was man hätte besser machen können und nun beginnt das Dilemma, welches MK ja auch schon verdeutlicht hat: Man kann dieses Problem nicht männlich-logisch lösen.


    Wie will man also Reflexion positiv und zu seinem Nutzen betreiben, wenn man gar nicht die Möglichkeit hat dahinter zu kommen? Zwei Dinge noch dazu:


    1. Ich kann mir vorstellen, dass die Reflexionsfähigkeit mit der Erfahrung verbessert wird. MK würde sich um solch eine Situation möglicherweise weit weniger Gedanken machen, als ein Anfänger.


    2. "Einfach nicht reflektieren" ist keine Antwort. Das Hirn läuft auch Hochtouren und sucht des Rätsels Lösung und ohne Lösung wird es nicht aufhören zu Denken.


    Ein sehr gutes Beispiel ist auch Fragius' Anflug von Zweifeln, als er ihr Verhalten nicht richtig deuten konnte. Sein beschränkter Erfahrungshintergrund lies ihm nur zwei mögliche Schlussfolgerungen zu:


    a) sie will, dass ich ihr hinterherrenne


    b) sie mag mich nicht mehr


    Dass sie ihn möglicherweise nur ein wenig testet (und selbst MK bestätigte ja, dass Frauen um die 20 gerne testen), schien ihm gar nicht als Interpretationsmöglichkeit zur Auswahl zu stehen (ich erinnere nochmal daran: "Einfach nicht interpretieren" ist keine Lösung!).


    Nun stellt sich also die Frage, was PUA denn nun genau ist? PUA ist ein Regelwerk zum Frauenaufreißen. Es ist in sich logisch durchdacht, es bietet Anfängern viele Möglichkeiten sich zu entfalten, genauso wie das Regelwerk in diesem Thread auf Seite 1. Jeder der hier hin und wieder reinplatzt und sagt "Regel X ist scheiße, das stimmt doch gar nicht", kriegt als Antwort zu hören, dass es eigentlich gar nicht so sehr um die Regeln geht, sondern die Regeln nur ein Anhaltspunkt sind seine Fähigkeiten zu entwickeln.


    Nun mal der Blogeintrag aus der Perspektive des Verfassers:


    Heute will ich mal meine Erfahrungen mit dem Augenkontakt aufschreiben. Ich habe damit großen Erfolg und es gelingt mir gut. Wie war das nochmal, als ich angefangen habe? Ja so ungefähr müsste es gewesen sein *tipptipp*. Ah und dann habe ich dies gemacht *tipp* und jenes *tipp*. Gut, mit diesem Tohuwabohu kann ein Anfänger eigentlich überhaupts nichts anfangen. Er soll eigentlich lieber erstmal A machen und dann B. Aber wie bringe ich es ihm bei, dass es auch jüngere Leser checken? Naja, vielleicht formuliere ich es in Regeln *tipptipp*. Hmm, bringt das meine Intention richtig rüber? Ich bin der Meinung, dass die Anfänger sich nur schaden, wenn sie sofort B machen und A noch nicht gemacht haben und dann kriege ich den ganzen Ärger am Ende selbst noch ab. Wie wärs mit "an die verdammten Regeln müsst ihr euch halten" *tipptipp*? Scheint zu passen.


    So seh ich die Sache. Arm sind die Leute, die über das Stadium des Regelnanwendens nicht hinauskommen, sondern immer auf dem Level stehen bleiben. Ich schätze, dass davon sogar ein Großteil der PUA-Szene betroffen ist, insbesondere die ganzen jüngeren Typen, die mal einen auf Aufreißer machen wollen.


    Jetzt nochmal die konkrete Frage am Schluss: Wie reflektiere ich effizient ohne männliche Logik?

    Mal was anders...

    Welternarchitekt, ich muss dich jetzt mal öffentlich loben.


    Du schreibst ein so lesefreundliches Deutsch, stilistisch und satzbautechnisch klar gegliedert, lebendig erzählt und dazu ohne erkennbare Orthografie- oder Grammatik-Fehler - das hat echt schriftstellerische Qualität.


    Und es ist wie gesagt "lesefreundlich". Es liest sich wirklich sehr leicht und angenehm.


    Old school writing.


    Äh ... Schreibkunst der alten Schule! ;-)

    Weltenarchitekt

    Logik ist weder maennlich, noch falsch. Das Problem mit der Logik ist, dass sie in ihrer praezisen Form nur auf sehr spezielle Fragen anwendbar ist, zu denen viele der hier diskutierten Aspekte nicht gehoeren.


    Maenner neigen oft dazu, den Anwendungsbereich von Logik zu ueberschaetzen. Das wird wohl landlaeufig als "maennliche Logik" bezeichnet.


    Wie man sinnvoller denkt:


    * Aufmerksam sein, ob man sich beim Denken im Kreis dreht. Wenn man Sachen wieder und wieder denkt, mit denen man schon durch sein sollte, das ist schlechtes Denken.


    * Mehr Kreativitaet, d.h. gezielt versuchen, dass man Gedanken bekommt, die man vorher nicht hatte. Und sich Anregung von ausser holen. Oft ist das Problem, dass man Moeglichkeiten ausser acht laesst oder eine einseitige Sichtweise hat.


    * Sich klar machen dass Logik und Rationalitaet Grenzen haben und die eigenen Gedanken nicht zu ernst nehmen. Immer die Moeglichkeit offen lassen, dass man gedanklich in die falsche Richtiung gegangen ist, immer fuer Korrekturen offen sein.

    Lewian -> :)^


    .


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    Buddha und die Frauen ;-)

    Zitat

    ...Wie wärs mit "an die verdammten Regeln müsst ihr euch halten" *tipptipp*? Scheint zu passen.


    So seh ich die Sache.

    So gesehen...??? Ja, als Präentivmaßnahme leuchtet das ein.

    Zitat

    Jetzt nochmal die konkrete Frage am Schluss: Wie reflektiere ich effizient ohne männliche Logik?

    Lautet das Schlüsselwort denn "Reflexion"? Dein Reflexionsvermögen ist immer an dein Erleben gekoppelt. Es widerspiegelt immer dein Erleben und deine Erfahrungen. An dieser Leinwand kannst du dich selbst betrachten (Selbstreflexion) oder deine Umwelt. Aber der Scheinwerfer ist immer derselbe. Es ist dein Scheinwerfer.


    Ich bringe einen anderen - sehr wichtigen - Begriff ins Spiel: Empathie. Einfühlungsvermögen.


    Also, die Frage lautet nicht:


    "Wie kann ihr ihr Verhalten verstehen?"


    sondern:


    "Wie kann ich ihr Erleben verstehen?"


    Daraus leitet sich ja ihr Verhalten ab. Erledige als A und B folgt daraus kausal-automatisch. ;-)


    Empathie ist eine hohe Fähigkeit. Oder Neudeutsch: Einer der höchsten menschlichen "Softskills". "Vermitteln" kann man diese Kunst nicht. Sie basiert auf Bemühung und Erfahrung. Aber der Ansatz wird auf der oben verlinkten Seite unter "Perspektivenübernahme" geliefert.


    Empathie ist wichtig, wenn man mit einem Menschen unmittelbar zusammen ist. Dann kann der "Emotionale Scanner" die Gefühlswelt des Gegenübers abtasten.


    In deinem Fall WA sieht die Sache anders aus, denn da spielen unbekannte Variablen eine Rolle. Du weißt einfach nicht, was die Gründe für ihr Desinteresse sind. Und die liegen aller Wkt, nach nicht bei dir!


    Somit wären Reflexionsversuche reines Rätselraten.


    Nach dem Pfeilgiftgleichnis Buddhas ist es unerheblich, sich mit Einzelfällen zu vertun. Wichtig ist es, das übergeordnete Ziel zu erreichen.


    Also kann ich in deinem Fall WA nicht zur "Reflexion" raten, sondern empfehle dir, dich statt dessen in der nicht minder hohem Kunst der Akzeptanz zu üben. ;-)


    Nimm dieses Erlebnis als abgeschlossen und "unerklärlich" hin, es wird nicht das letzte unerklärliche Erlebnis mit Frauen sein. ;-D


    Und nun nimm das mit, was an dieserf Begegnung wertvoll war, nämlich deine Erfahrungen, packe die in deinen "Rucksack des Karma" (na, da sind die ohnehin schon drin) und auf zur Nächsten!


    Übe dich in der Begegnung mit der Frau in Empathie und reflektiere im Nachgang die Ereignisse. Aber nur im konstruktiven Rahmen! Sobald nichts Verwertbares mehr rauskommt, wird es kreisläufige Grübelei und Zeitverschwendung.


    Eine weitere "Lehre des Buddha" ist die des Weges von der goldenen Mitte.


    Oder pragmatischer formuliert: vom rechten Maß. ;-)

    Mist, jetzt wollte ich eigentlich noch was posten, aber nun habe ich einen Anruf bekommen und jetzt mag es nicht mehr so recht passen. Egal, ich poste es trotzdem, sonst war die Arbeit umsonst ;-)


    ---- Schnipp -----

    Zitat

    Keiner der "Mega-Alphas" war "Alpha genug" um das mal in die Muttersprache zu übersetzen? Warum?

    Ich denke dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die PUA-Szene umfasst in Deutschland wohl kaum mehr als 2000-3000 Leute. Dabei werden viele Materialien einfach nur ins Deutsche übersetzt. Du müsstest also den wissbegierigen auf jeden Fall ein Wörterbuch zur Hand stellen. Entweder, so wie es gemacht wird: PUA -> Deutsch oder, wenn die Begriffe übersetzt wären: PUA-Deutsch -> Englisch, sonst kommt man durcheinander, wenn man sich Materialien aus deutschen und englischen Quellen holt.

    Zitat

    Sie übernehmen es wie ein Backrezept. Es bleibt ihnen ja nichts anders übrig, die "Grundlagen des Backens", also warum was wie funktioniert, werden ja nicht erklärt. Also werden sie auch nicht befähigt, eigene Rezepte zu entwerfen.

    Das stimmt nicht so ganz. Ein grundlegendes Modell ist schon vorhanden, was sicher nicht immer greift, aber doch oft genug, um zur Erklärung und zur Bildung neuer Rezepte ausreichend zu sein. Das wird in Deutschland auch weniger stark betrieben als in den USA.


    Aber mal von der anderen Seite aus betrachtet, folgende Gespräche:


    A


    Sie: "Ich denke Kleidung an Männern macht viel aus und sollte nicht unterschätzt werden."


    Er: "Ja das finde ich auch, ich habe mir erst gestern 3 neue T-Shirts gekauft."


    und das hier nicht:


    B


    Sie: "Ich denke Kleidung an Männern macht viel aus und sollte nicht unterschätzt werden."


    Er: "Und was ist mit Frauen? Dürfen die wie Müllmänner rumrennen?"


    Als Anfänger, der ein verkorkster Nice Guy ist, wird dabei folgende Interpretation zu Stande kommen: Bei Gespräch A ist der Mann höflich und weiß ihr zu gefallen, bei Gespräch B ist er respektlos und wird sie verärgern.


    Der Profi wird sagen:"A ist langweilig und B zeigt, dass man ihr richtig zuhört und gerne auch mal Kontra gibt."


    Der PUA wird sagen:"A = DLV, B = C&F" ;-D


    Du, MK, schreibst hier immer wieder Dinge rein, die ich in der gleichen Form auch schon in der PUA-Szene gelesen habe. Bei dir wirkt es etwas differenzierter, mit mehr Hintergrund, aber die Aussage ist die gleiche.


    ---- Schnapp -----


    Ich denke, wir sind uns sowieso einig. PUA hat seine Daseinsberechtigung und wer drauf hängen bleibt, ist ein Idiot. (punkt)

    Zitat

    Welternarchitekt, ich muss dich jetzt mal öffentlich loben.

    Danke MK, das freut mich sehr :-)


    Lewian

    Zitat

    Logik ist weder maennlich, noch falsch.

    Guter Punkt. Ich habe die Terminologie "männlich-logisch" einfach aus Konsistenzgründen (dem landläufigen Verständnis) gewählt.

    Zitat

    Oft ist das Problem, dass man Moeglichkeiten ausser acht laesst oder eine einseitige Sichtweise hat.

    Genau, aber manchmal steckt man nunmal fest und es ist einem fast schon vor sich selbst peinlich sich mit solch einem Firlefanz auseinander zu setzen, aber sein Gehirn anzuhalten ist nicht gerade einfach. Mir hat die Erklärung "sie testet dich nur" dabei geholfen mit der Sache abzuschließen und damit sind wir auch beim nächsten Punkt:

    Empathie ist wichtig, keine Frage. Aber ist sie auch ein guter Ratgeber für einen Anfänger? Ich halte meine empathischen Fähigkeiten für sehr ausgeprägt und gerade weil sie ausgeprägt sind und ich Stimmungsschwankungen sehr leicht erkenne, ist sie nicht immer ein guter Ratgeber für mich, weil ich mich in einer Situation, in der ich eine negative Emotion ihrerseits wahrnehme, frage, was ich tun kann, um ihr positive Gefühle zu verschaffen. Meine Empathie führt dazu, dass ich mich betroffen fühle. Mein Reflexionsvermögen reguliert die Empathie. Es ist dafür zuständig negative Gefühle ihrerseits nicht direkt auf mich zu beziehen. Empathie ist nur das Wahrnehmen der Gefühle. Es geht aber darum seine Empathie weise einzusetzen und das kann nicht mit Empathie selbst gelingen. Es muss also eine zweite Komponente geben.


    Ich habe einen interessanten Satz in einem Computerspiel erlebt, der mir nie mehr aus dem Kopf ging. Es war Knights of the old Republic:


    Eine ältere Dame sagte zu mir etwa in der Art: "Du hilfst wohl jedem Menschen, aber ist dir nicht bewusst, dass du sie mit deiner Hilfe schwächst, ihr eigenes Wachstum, ihr Fortkommen beschränkst? Sie lernen nicht sich selbst zu helfen."


    Der nächste Punkt sind die abstrakten Begriffe, die du, MK, verwendet hast. Ich habe ebenso ein Faible für solche "Lebensweisheiten", mir gefallen sie. Aber ein Problem gibts damit trotzdem: Sie dienen nicht als Ratgeber. Sie dienen als Wegweiser und später, wenn man XY gelernt hat, als Selbstbestätigung. Ich soll mich in Akzeptanz üben? Das ist ein guter Wegweiser, aber was bedeutet das konkret? Wie schalte ich meinen Gedankenstrom aus, der dazu führt, dass ich vor 4 Uhr nachts kein Auge zu mache, morgens mit Appetitlosigkeit aufwache und mich vor lauter Kribbeligkeit kaum auf meine Arbeit konzentrieren kann? Ohne befriedigende Lösung kann man das Problem nicht richtig verarbeiten und meines Wissens nach funktioniert auch genau so eine Psychotherapie: Dem Patienten allerlei Ideen, Gedanken und Modelle geben, mit deren Hilfe er seine Gedankenschleifen auflösen kann, indem er Zusammenhänge erkennt, auf die er selbst nicht gekommen ist.


    Die Lösung eines Problems liegt oftmals in dessen Verständnis. Man muss nur die richtige Tatik finden, um sein Problem zu verstehen und "Akzeptanz" ist dafür einfach nicht zu gebrauchen.

    Zitat

    Ich halte meine empathischen Fähigkeiten für sehr ausgeprägt ... Meine Empathie führt dazu, dass ich mich betroffen fühle. Mein Reflexionsvermögen reguliert die Empathie. Es ist dafür zuständig negative Gefühle ihrerseits nicht direkt auf mich zu beziehen.

    Nun, damit hast du doch alles Nötige in der Hand!


    Ich muss aber zugeben, dass ich an der Stelle im Moment mit meinem Latein am Ende bin.


    Ich verstehe, was du meinst, aber mir will im Moment nichts so richtig Konstruktives aus den Fingern fließen.


    Ich denke aber, dass dein Erleben, bzw. die Diskrepanz zwischen Empathie und Reflexionsvermögen leicht in "Zusammenarbeit" zu konvertieren ist. Beide Regungen/Fähigkeiten ergänzen sich gegenseitig, wenn man sie ineinandergreifen lässt.


    Empathie - Gespür und Achtsamkeit fürs Gegenüber


    Selbstreflexion - Ehrlichkeit dir selbst gegenüber und "Erdung" der Empathie, damit die sich nicht ins Ängstliche steigert


    So ungefähr...


    Bitte vergiss auch nicht, dass alle wichtigen Entwicklungsprozesse "im Untergrund" ablaufen! Im Unsichtbaren. Arbeite daran (was weniger bedeutet: "Regele was!", sondern mehr: "Beschäftige dich damit!") und die Entwicklung wird sich gesetzmäßig vollziehen.


    Bemerken tust du das oftmals erst, wenn du dich nach einer gewissen Zeit umdrehst. Dann stellst du fest, vielviel du erreicht hast und mitunter auch, dass du schon lange dort bist, wo du immer hinwolltest.

    Zitat

    Ich soll mich in Akzeptanz üben? Das ist ein guter Wegweiser, aber was bedeutet das konkret? Wie schalte ich meinen Gedankenstrom aus, der dazu führt, dass ich vor 4 Uhr nachts kein Auge zu mache, morgens mit Appetitlosigkeit aufwache und mich vor lauter Kribbeligkeit kaum auf meine Arbeit konzentrieren kann?

    Da sprichst du mit genau dem Richtigen! Genau so ging und geht mir das nämlich oft.


    Unter diesem Licht betrachtet, war meine "Ermahnung zu Akzeptanz" tatsächlich inpraktikabel. Denn die Gedankenturbine kann man nicht einfach so anhalten.


    Es gibt mentale Methoden wie Autogenes Training oder Konzentrationsübungen, die bei sowas wundersam effektiv sein können!


    Ebenfalls Wunder wirken kann körperliche/sportliche Betätigung.


    Auf mich wirkt Jogging z.B. unglaublich ausgleichend. Wenn ich früh laufen war, bringt mich den ganzen Tag lang nichts wirklich aus der Ruhe. Mir kommt das vor wie eine Blutwäsche. also dass alle Stresshormone rausgewaschen werden.


    Sollte ich mal wieder regelmäßig machen! Die von dir beschriebene "innere Unruhe" (wenn ich das richtig interpretiert habe) kenne ich zu gut und die plagt mich oft ("mich vor lauter Kribbeligkeit kaum auf meine Arbeit konzentrieren kann")!

    Zitat

    meines Wissens nach funktioniert auch genau so eine Psychotherapie: Dem Patienten allerlei Ideen, Gedanken und Modelle geben, mit deren Hilfe er seine Gedankenschleifen auflösen kann, indem er Zusammenhänge erkennt, auf die er selbst nicht gekommen ist.

    Ja, das kann man grob so sagen. Hast du mit sowas persönliche Erfahrungen?

    Zitat

    Die Lösung eines Problems liegt oftmals in dessen Verständnis.

    "Meist" sogar!


    Albert Einstein hat mal gesagt, wenn die Welt vorm Untergang stünde und er noch eine Stunde hätte, sie zu retten, dann würde er 45min dafür verwenden, das Problem so genau wie möglich zu beschreiben und zu analysieren, 10min auf Lösungsfindung verwenden und 5min auf die Umsetzung der geeignetsten Lösung.


    Die genaue Beschreibung des Problems birgt in aller Regel die Lösung desselben bereits in sich. Aber auch diese Aussage ist theoretisch und hilft dir nicht...

    Zitat

    Man muss nur die richtige Tatik finden, um sein Problem zu verstehen und "Akzeptanz" ist dafür einfach nicht zu gebrauchen.

    Bedingt richtig. Denn oftmals findest du im Grobstofflichen/Sichtbaren gar keine greifbare Lösung! Die bildet sich oft erst, im Laufe der Zeit. Was machst du bis dahin?


    Eine Antwort ist: akzeptieren (den du hast im Moment keine Lösung) und aushalten ("Mal sehen, was ich ertragen kann...").


    .


    .


    .


    Ich sage dir - ganz konkret imd praktisch - was ich an deiner Stelle täte (und in vergleichbaren Situationen/Phasen getan habe)!


    In dir herrscht der Druck der Unzufriedenheit. Der macht dich unruhig und hält dich unter Strom und mentaler Spannung. Druck wird immer dann quälend, wenn er "statisch" ist. also wenn er sich nicht "dynamisch entladen" kann.


    Also entlade deinen Druck! Du bist mit dem Erlebnis im Schwimmbad und danach nicht zufrieden? Nimm diese Unzufriedenheit als Treibstoff, das bevorstehende Wochenende (geht heute abend los!!) konkrete Ziele zu erreichen. Sprich zum Beispiel drei Frauen an. Eine, sagen wir, im Supermarkt, nachdem du dich mit ihr über Babyklamotten/Wein/Gemüse unterhalten hast, eine in der Disko und eine auf der Straße. Beobachte dabei genau was passiert. sowohl in ihr


    Halte dabei im Hinterkopf, dass du einen Kontakt legen kannst aber nicht musst! Läuft das Gespräch gut, verabschiede dich, komme später mit deiner Nummer wieder und gib ihr die mit einem kurzen Spruch und der Betonung der Handlungsoption.


    Erfolgserlebnisse bauen immer auf. Das sind "Einzahlungen auf das Konto des Selbstbewusstseins", das "persönliche Integritätskonto", den "Glauben an dich selbst. Damit deine Ziele auch zu Erfolgen werden, stecke sie niedrig!


    Herausforderung, nicht Überforderung!


    Also kurze Begegnungen, dafür lieber mehrere. Gieskanne, Streufeuer, Schrotflinte.


    Das sorgt erstens dafür, dass dein Unterbewusstsein lernt, dass du "mit Jeder" ins Gespräch kommen kannst, zweitens wird deine kommunikative Trickkiste aufmunitioniert und drittens wird deine Empathie im Zaum gehalten und wird nicht "überreaktiv". Also eine gewisse Abgebrühtheit sollte als Nebeneffekt auch noch rauskommen.


    Zusätzlich kannst du dir Sonnabend vormittag den Wecker stellen und joggen gehen. Nimm dir dabei vor, in spätestens einer Stunde wieder da und bereits fertig geduscht zu sein. Also 30min laufen, 10min Vorbereitung, 20min für hinterher.


    Alles klein und überschaubar.


    Eine Treppe erklimmt man Stufe für Stufe.


    Ach so und dann ist es "Zeit für Reflexion"! Dann analysiere und werte für dich selber aus, was du erlebt hast!

    Okay, dann versuchen wirs mal...

    Also der Satz, dass ich es dir in 20min beibringen könnte, bezog sich auf "persönlichen Unterricht"! Nicht auf einen Onlinekurs. ;-)


    Erstmal hol dir dieses Bild auf den Monitor.


    - Nimm jetzt deinen Zeigefinger und halte ihn kurz vor den Monitor und zwar an die Unterkante des Bildes.


    - Nun führe den Zeigefinger langsam zu dir und gucke ihn an, so dass er scharf bleibt.


    - Währenddessen achtest du aber mit halber Aufmerksamkeit auf das Bild im Hintergrund. Achte darauf, wie die beiden Hälften übereinanderwandern. Guck aber die ganze Zeit deine Zeigefingerspitze an! Positioniere die Spitze deines Zeigefingers am besten auf Höhe der beiden blauen Hocker.


    - Bei einem bestimmten Abstand deines Fingers zum Monitor werden sich die "beiden blauen Hocker" überdecken. Das ist der "Finger-Monitor-Abstand", der relevant ist. Siehst du hinter dem "scharfen Finger" den unscharfen "vereinigten blauben Hocker", dann ist das schon die halbe Miete.


    - Nun spielst du ein bisschen mit dem Abstand "Finger-Monitor" herum. Guck immer auf den Zeigefinger und fahre ihn ein paar Zentimeter vor und zurück. Achte darauf, wie die beiden unscharfen blauen Hocker zusammen- und auseinanderwandern.


    - Jetzt schwenke deinen Kopf um die Längsachse. Also die Achse, die von hinten durch deinen Kopf bis vor zur Nasenspitze geht. ;-) Neige also deinen Kopf uns guck, wie sie die beiden unscharfen blauen Hocker hinter deinem Zeigefinger verhalten. Sie bewegen sich wechselseitig auf und ab und zwar genau andersrum als deine Augen. Neigst du deinen Kopf nach links und geht dementsprechend also dein linkes Auge nach unten (und das rechte nach oben), geht der linke Hocker nach oben (und der rechte nach unten).


    Am deutlichsten siehst du das, wenn die Hocker genau nebeneinanderstehen, also "sich berühren".


    - Halte den Kopf schließlich in der Position an, dass die Hocker genau horizontal auf einer Linie sind.


    - Nun bringe sie wieder übereinander, in dem du den "Finger-Monitor-Abstand" entsprechend austarierst. Wichtig dafür sit, dass du streng auf den Finger guckst. Sonst verlierst du den Fokus.


    - Hast du diesen Zustand erreicht, versuche dich sekundenweise von der Zeigefingerspitze zu lösen und den "vereinigten blauen Hocker" scharf zu stellen.


    Mach das ein paar Mal, vielleicht morgen nochmal, zu Anfang ist es anstrengend, also mach niocht zu lange wenn es nicht gelingen will, aber irgendwann kannst du auf das "übereinandergeschielte Bild" scharfstellen und den Finger "loslassen" und das Stereobild bleibt stabil. Und dann siehst du ... tataaa! ... eine räumliche bibliothek. ;-)

    Ich habe bei der Bundeswehr...

    ...solche 3D-Fotos übrigens selbst geschossen. Mit zwei aneinandergeklebten Einweg-Kameras. Die habe ich heute noch. Kann ich mal eins hosten.


    Noch was: Übe nicht zu lange, von dem unkoordinierten Rumgeschiele kann einem regelrecht übel werden.

    oh gott sieht ja kompliziert aus. ich dachte das wird ein Zweizeiler^^.


    Versuchen kann ich es ja mal. Persönlicher Unterricht wäre natürlich Klasse, aber geht ja nicht.


    Jetzt werd ich es mal probieren, berichte nachher ob es geklappt hat*:)

    Zitat

    (bzgl. Psychotherapie) Hast du mit sowas persönliche Erfahrungen?

    Nein, ich habe aber eine Freundin, die mal eine Therapie gemacht hat, weil sie unter Emetophobie litt. Hat ihr sehr geholfen. Sie sagte halt, dass sie Zusammenhänge erkennt, die ihr vorher nicht klar waren.

    Zitat

    Eine Antwort ist: akzeptieren (den du hast im Moment keine Lösung) und aushalten ("Mal sehen, was ich ertragen kann...").

    Das auf jeden Fall. Aber früher oder später stellt sich dann möglicherweise doch die Lösung ein und bei mir war "Shittest" die naheliegendste und plausibelste, wenn auch nicht zwangsläufig die richtige Lösung. Das werde ich vielleicht in einer Woche merken, sofern ich mich nochmal bei ihr melden werde.

    Zitat

    In dir herrscht der Druck der Unzufriedenheit. Der macht dich unruhig und hält dich unter Strom und mentaler Spannung. Druck wird immer dann quälend, wenn er "statisch" ist. also wenn er sich nicht "dynamisch entladen" kann.

    So ist es ;-)

    Zitat

    Also kurze Begegnungen, dafür lieber mehrere.

    Vorhin stand ich an der Bushaltestelle rum und traf ein Mädel, die sehr aufgeweckt wirkte. Ich studierte den Busfahrplan und sie sagte "ist gerade 44". Ich guckte nach und stellte fest, dass in 4 Minuten der nächste Bus kommen sollte. Sie setzte sich auf die Bank und ich daneben. Nach ein paar Sekunden fragte ich sie, ob sie wisse was in unserem Kaff heute so geht. Wir kamen dann ins Gespräch, laberten auch im Bus noch weiter. Dann stieg ein Kumpel von mir ein mit seiner Freundin. Auf ihn muss es gewirkt haben, als ob wir uns schon lange kennen würden(!), seinem Verhalten und seinen Fragen nach zu urteilen. Das Mädel und ich stiegen dann an der gleichen Haltestelle aus. Ich fragte, wohin sie müsse und ging noch etwa 10m mit ihr mit und sagte:"Jetzt musst du mir noch deinen Namen verraten, sonst wirds peinlich, wenn wir uns mal wieder über den Weg laufen." Sie verriet ihn mir, ich sagte ihr meinen und dann ging jeder seine Wege.


    Mehr wollte ich nicht und es war gut so. Wieder einen kleinen Happen, den ich reflektieren kann ;-)

    Fragen zum 1. Teil

    Zitat

    - Nimm jetzt deinen Zeigefinger und halte ihn kurz vor den Monitor und zwar an die Unterkante des Bildes.


    - Nun führe den Zeigefinger langsam zu dir und gucke ihn an, so dass er scharf bleibt.

    Also die Zeigefingerspitze?, in die Mitte der Unterkante?

    Zitat

    - Währenddessen achtest du aber mit halber Aufmerksamkeit auf das Bild im Hintergrund. Achte darauf, wie die beiden Hälften übereinanderwandern. Guck aber die ganze Zeit deine Zeigefingerspitze an! Positioniere die Spitze deines Zeigefingers am besten auf Höhe der beiden blauen Hocker.

    Wenn ich den Finger fixiere, dann verschiebt sich aber nichts im Hintergrund, es verschwimmt etwas, je näher ich in zu mir ziehe, desto weniger nehme ich wahr:-/

    Missy

    Kannst du denn ganz normal schielen? Wenn ja, vielleicht kannst du es ja doch auf Anhieb und du solltest Folgendes versuchen:


    Such dir 2 gleiche Karten (z. B. Memory), setz dich irgendwohin, sodass der Hintergrund relativ neutral ist und halte die Karten hoch (parallel, etwa 5cm Abstand). Nun schiele und beobachte, wie die beiden Karten aufeinander zuwandern. Je mehr du schielst, desto stärker wandern die Karten aufeinander zu. Es kann sogar passieren, dass du so stark schielst, dass die linke Karte über die rechte rüber wandert, das ist dann zu weit. Versuche so zu schielen, dass beide Karten direkt übereinander liegen. Dein Gehirn sollte dann automatisch scharf stellen und du siehst eine dritte Karte zwischen den beiden anderen Karten (sie kommt dir möglicherweise schärfer vor, als die Originalkarte).