Mal ne Frage bzgl. der "guten-Freund-Schiene" (an eigenem Beispiel):


    Ist mir letztens so passiert, abends in nem Club mit ner Frau (Mitte 30) ins Gespräch gekommen, die jetzt zwar nicht genau mein Fall war, aber doch hübsch, so dass ich durchaus interessiert war an ihr. So, mich auch wunderbar mit ihr unterhalten, auch länger, zwar mit Unterbrechung, aber wir waren uns sympathisch. Dann ging's irgendwann auch zum Thema Beziehungen, sie hat mich gefragt ob ich 'ne Freundin hab, was ich kurz beantwortet hab', aber auf keinen Fall so ausführlich, dass ich darüber jetzt groß reden musste/wollte. Hab' sie der Form halber gefragt, ob bei ihr denn Mann und Kinder zu Hause warten (eher rhetorisch, sonst würd' sie vermutlich nicht um halb vier in der Früh in nem Club sein), was sie grinsend verneint hat. Aber irgendwie hat sie dann angefangen von ihrer letzten Beziehung zu erzählen, die gerade vor zwei Wochen zerbrochen ist (nach vier Monaten), er hat ohne Grund Schluss gemacht. Ich hab' nicht gerade groß nachgefragt, da ich mir am WE um diese Zeit sicher nicht Beziehungsprobleme von Anderen anhören will, aber ich hatte unvermittelt, so wie sie mit ihrem Ex angefangen hat, den Eindruck, ein wunderbarer "guter Freund" sein zu können, aber nicht mehr. So, jetzt die Frage:


    Klar, man kann das Thema Beziehungen oder Liebe bei einem längeren Gespräch nicht grundsätzlich ausschließen, man signalisiert ja damit auch ein gewisses Interesse an der Anderen. Aber wo ist bei euch die Grenze? Was hört ihr euch an bei dem Thema Beziehungen noch an (oder erzählt selber), und was nicht mehr (weil man sonst gleich "Frauenversteher" signalisiert)? Gilt jetzt sowohl für erstes Gespräch wie in dieser Situation als auch für zweites, drittes (unverfängliches) Treffen, an dem man sich noch nicht sicher ist, worauf die Andere hinauswill, man aber selber was von ihr will (hab' da grad so nen Fall mit ner Nachbarin, Thema Beziehungen noch nicht gefallen). In obiger Situation hätt' ich natürlich, wie sie mit dem Thema von ihrem Ex angefangen hat, gleich freundlich aber bestimmt sagen sollen, dass ich da keine Lust hab', mir sowas anzuhören. Denn in diesem Fall hab' ich den Fehler gemacht, es mir (trotz desinteressierter knapper Kommentare meinerseits) anzuhören, und was war? Am Ende vielen die Worte "guter Kumpel, aber nicht mehr" --> FAIL;-D (Klar, keine Ahnung wie offen sie prinzipiell gewesen wäre, aber auf jeden Fall die Situation schlecht gelöst.)

    @ Ninova:

    Ach ja, richtig, Widder^^. Und "hart im Austeilen, butterweich im Einstecken"? Och, kommt drauf an, kann konstruktive Kritik (wie z.B. von dir) schon gut ab, da es allgemein einen ja weiterbringt, lass' mich gern belehren, wenn's mir nützt. Würd mich bei beiden Sachen eher so in der Mitte sehen, gewisse Widder-Züge kann ich allerdings nicht leugnen ;-)

    @ Bingofox

    Habs nicht ganz verstanden: Hat die Dame im Club konkret gesagt, dass Du "nur ein Kumpel" sein könntest? Oder hattest Du den Eindruck? Oder beides?


    Was mich stutzig macht, ist, dass sie als Erste nach Deinem Familienstand gefragt hat. Denn wenn sie Dich von vornherein nur als "Kumpel" vom vollquatschen hätte haben wollen, hätte sie das wenig interessiert.


    Aber "Frauenversteher" hin oder her: Wer sich, unabhängig vom Geschlecht, quasi stundenlang Gerede anhört, das ihn nicht interessiert, wird wenig authentisch oder gar positiv rüberkommen.


    Du bist dann evtl. angenervt, traust Dich nicht, etwas zu sagen - aber Deine Körpersprache wird einer halbwegs sensiblen Frau Romane über Dich erzählen. (Gilt Geschlechter-umgekehrt doch auch...)


    Entweder sie merkt dann, dass sie bei Dir falsch ist und schwenkt auf ein besseres Thema um.


    Oder sie kapiert´s nicht gleich, fängt aber ebenfalls an, sich vage unwohl zu fühlen (->"desinterssierte, knappe Kommentare meinserseits" :-/ )


    In jedem Fall eine Situation, die nicht grad Richtung Bettkante führt...


    "Keine Lust, sich das anzuhören" finde ich aber auch einen fiesen Spruch. Was wäre mit: "Nun gut. Aber was mich an Dir viel mehr interessiert ist..." ?

    Zitat

    Was mich stutzig macht, ist, dass sie als Erste nach Deinem Familienstand gefragt hat.

    Ist doch ne gute Gesprächsüberleitung. "Hast du ne Freundin?" - "Ja/Nein" - "Achso, also bei mir ist es so...". Nicht, dass es konkret der Fall war, aber vielleicht hat sie ein wenig mit der Gegenfrage gerechnet ;-)


    Aber sonst hast du natürlich Recht, dass gar nicht klar ist, ob er wirklich nur Kumpel sein könnte.

    War schon vor drei Wochen, ich versuch's nochmal zu rekapitulieren. Also ich glaub das lief so ab, dass sie nach einiger Zeit eben gefragt hat, ob ich eigentlich 'ne Freundin hab', was ich verneint hab'. Dann war das Thema schnell gewechselt, sie hat kurz danach mit nem Kumpel von mir getanzt und gequatscht, wie der dann kurz danach gegangen ist, hab' ich mich wieder mit ihr auf 'ne Couch gehockt (ist alles relativ klein und eng dort) und mich wieder (meiner Ansicht nach) sehr gut mit ihr unterhalten. Dann hat sie nochmal gefragt ob ich 'ne Freundin hab, könnt' sein dass sie's vergessen hat, wie ich nochmal meine vorige Antwort wiederholt hab', hat sie "ach ja, stimmt" gemeint. Und dann hab' ich eben bei ihr auch nachgefragt (von wegen Mann und Kinder zu Hause, hatt ich vorher ja schon gesagt). Ich weiß jetzt nicht mehr ob da noch was dazwischen war, aber jedenfalls hat sie kurz danach eben mit ihrem Ex angefangen. Nicht lang, weil ich eben nicht viel ausser "Tut mir leid etc." beigefügt hab. Bis dahin war ich mir echt nicht sicher, was sie jetzt von mir will. Einerseits kam sie nach kurzem Toilettenbesuch ohne ihre Brille, aber mit aufgefrischtem Parfum wieder, andererseits hat sie meine Frage, ob sie noch Bock hätte, woanders hinzugehen, verneint.


    Also, keine Ahnung, ich glaube zwar, dass sie es allgemein bei mir nicht auf mehr abgesehen hatte als auf Quatschen, halte es aber für möglich, dass evtl. Interesse bestand, aber ich es meinerseits nicht verstanden hab', das Gespräch in diese Richtung zu lenken (z.B. auch mit leichtem, unverfänglichem Körperkontakt und sehen wie sie reagiert, da hab' ich bis jetzt wenig Ahnung bzw. noch Hemmungen davor), und sie sich dann vielleicht gedacht hat, gut,l wenn ich jetzt keine Initiative zeige, dass man wenigstens prima mit mir Quatschen kann. Das mit dem Kumpel hat sie mir am Ende direkt so gesagt, wie im Raum stand, ob wir (wannanders mal) ne andere Kneipe ausprobieren sollen. Da hab' ich nämlich dann die Frage gestellt, ob man, wenn man jemand süß findet, nach ihrer Nummer fragen oder seine hinterlassen sollte. Gut, das lass' ich für mich als "Bock des Abends" stehen :=o, da es in dieser Situation einfach unpassend war, und beziehungstechnisch sie mir doch einige Jahre zu alt ist. Ich hab' also was signalisiert, was ich gar nicht gemeint hab', das einzig Positive war, dass sie (falls sie's vorher nicht gemerkt haben sollte) verstanden hat, dass ich an nur "Kumpel-sein" nicht interessiert bin, trotz gutem Gespräch vorher. Soviel dazu. Ach ja, jedenfalls war sie nach dieser Klarstellung in nullkommanichts weg, da musst ich schon ziemlich über mich lachen. Muss halt vielleicht jeden Fehler eben selber einmal machen, und deren gibt's halt viele^^

    Zitat

    Was mich stutzig macht, ist, dass sie als Erste nach Deinem Familienstand gefragt hat. Denn wenn sie Dich von vornherein nur als "Kumpel" vom vollquatschen hätte haben wollen, hätte sie das wenig interessiert.

    Kann sein, aber einfach so danach fragen kann man denk' ich mal schon (wenn man sich schon ne Zeit lang unterhalten hat). Und wenn ich eine gehabt hätte, dann hätte ich mich evtl. NOCH besser zum "Guten-Freund-Gesprächspartner" geeignet^^.

    Zitat

    "Keine Lust, sich das anzuhören" finde ich aber auch einen fiesen Spruch. Was wäre mit: "Nun gut. Aber was mich an Dir viel mehr interessiert ist..."

    Da würden mich jetzt echt noch andere Meinungen interessieren. Jeder hat verschiedene Ansichten, klar, ich meine mich z.B. erinnern zu können, dass hier im Thread mal gesagt wurde (keine Ahnung wann und von wem), dass man das, wenn so ein, ich nenn's mal negativ "Beziehungsquark", zum Thema wird, so deutlich ablehnen sollte. So nach dem Motto "wenn du über sowas reden willst, dann solltest du dir nen anderen dazu suchen. ich bin jemand zum erleben, nicht zum reden". Ok, der Wortlaut war sicherlich etwas anders, aber auf jeden Fall ähnlich deutlich. (Wie so oft) kommt's da auch vermutlich auf die Gegenüber an. Manche brauchen vielleicht so nen Schuss vor den Bug, um zu raffen, was der eine eigentlich will, andere finden die schroffe Art erst recht scheiße und wenden sich dann ab, obwohl sie sich nur einen Tick Verständnis erhofft haben, bevor mehr laufen könnte. Wie dem auch sei, ich hau mich jetzt hin,


    bis denne,

    Ich war nun für einige Wochen in einer Position, die vielleicht den Anschein hatte, als sei sie beneidenswert, weil zwei Frauen zugleich eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt haben und beide damit umgehen konnten. Ich bin froh diese Erfahrung gemacht zu haben und dennoch gibt es daran im Prinzip nichts beneidenswertes. Wenn man viel hat, kann man zum einen viel verlieren, zum anderen bringt es Verantwortung mit sich. Zumindest von meinen Ansprüchen an mich selbst her. Ich bin für Ehrlichkeit und Offenheit und mir fällt es schwer Menschen zu verletzen. Aufgrund dieser Ansprüche trage ich Verantwortung. Zu allem Überfluss gibt es noch die eigenen Bedürfnisse, Prinzipien und Ideale, denen man gerecht werden will und die Angst davor inkongruent zu sein, obwohl es durchaus Sinn machen könnte sich schonmal mit der Inkongruenz anzufreunden. Die Inkongruenz ist in meinem Leben vielleicht ein seltener Gast, aber dennoch ist sie hin und wieder anzutreffen und man tut gut daran mit seinen Gästen befreundet zu sein.


    Das, was in den letzten Monaten durch die Verführungskunst begann und zwar die Konfrontation mit mir selbst, wurde in den letzten Wochen fortgesetzt durch eine Situation, in der die Verhältnisse durchaus nicht ganz klar waren. Nicht, weil ich nicht ehrlich gewesen wäre und Chaos angestrebt hätte, sondern weil sich die Gesamtsituation nicht in einen dämlichen Begriff hätte pressen lassen können. Ich fühlte unterschiedliche Dinge zugleich und sollte und musste Entscheidungen treffen und hatte Angst davor.


    Die Verführungskunst habe ich aktiv gar nicht weiter verfolgt. Ich habe Gelegenheiten genutzt, die sich mir geboten haben, mehr oder weniger jedenfalls, auch wenn es nicht furchtbar viele waren, aber danach gesucht habe ich nicht. Ich habe ganz andere Dinge gelernt und an mir entdeckt in einer sehr umfassenden Wechselwirkung. Das Niederschreiben meiner Gedanken, Gefühle und Erlebnisse hat dazu geführt, dass ich ebendiese viel präziser wahrnehme und auch ausdrücken kann. Ich glaube, dass ein Buch mit gewissem literarischem Anspruch und tollen Formulierungen genau dann auf Resonanz in einem stößt, wenn es die Gefühle beschreibt, die normalerweise kaum sichtbar sind. Die Gefühle, die für den Bruchteil einer Sekunde durch den Wahrnehmungsbereich flitzen und sonst immer kurz unter der Oberfläche liegen. Man entwickelt mit der Zeit ein Gespür für diese Gefühle. Man erkennt die Ambivalenz von Gefühlen und spürt, dass sie meistens keineswegs eindeutig sind.


    Gleichzeitig habe ich angefangen "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" zu lesen. Ich habe viel über meine Gefühle nachgedacht und auch zum Ausdruck gebracht bei beiden Frauen. Das alles war eine große Inspiration für mich und hat eine Sinnlichkeit in mir zum Vorschein gebracht, die zwar schon vorher vorhanden war, dessen Umrisse ich mir aber keineswegs bewusst war.


    Nun warte ich auf den Moment, an dem das Pferd, auf dem ich sitze, über den nahenden Abgrund hinaus jagt und der Fall in die Tiefe beginnt, denn es kam, wie es kommen musste: Ich kann nicht alle Erwartungen erfüllen und die Konsequenz davon ist, dass ein Schlussstrich gezogen wurde, weil ich zu nahe gekommen bin. Ich habe das Taschenmädel emotional berührt, sehr sogar, und sie hat mich berührt, doch die Umstände lassen das nicht weiter zu.


    Warum poste ich das hier?


    Weil dieser Thread bisher ein steter Begleiter war in einer Entwicklung, die ich nicht missen wollte, auch wenn ich meine Erlebnisse nach einiger Zeit nicht mehr weiter gepostet habe.


    Weil ich gelernt habe, was es bedeutet man selbst zu sein. Ich habe es mit Sicherheit noch nicht ganz begriffen, aber ich halte es weder für erstrebenswert Menschen etwas vorzumachen, noch glaube ich, dass es überhaupt möglich ist selbstbewussten Frauen etwas vorzumachen. Wenn also aus einer "Verführung" ein Gefühl entsteht, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man nur noch ist und kaum noch spielt. Man kann meines Erachtens nach in gewissem Maße erst man selbst sein, wenn man erkennt, wer man eigentlich ist und Selbsterkenntnis ist ein langer Weg. Insofern halte ich den Tipp "sei einfach du selbst" für unbrauchbar, auch wenn er wahr ist.


    Weil ich zur Zeit jede Sekunde meines Lebens genieße und das vor allem deswegen, weil ich mich und meine Umwelt bewusster wahrnehme und einen großen Teil dieses Bewusstseins habe ich durch eben dieses Regelwerk bzw. die Verführungskunst erhalten.


    Weil es viel zu entdecken gibt und ich nur jeden dazu ermutigen kann sich nicht mit Dingen zufrieden zu geben, zu arrangieren, sondern möglichst viel rauszuholen.


    Weil ich es für mich tue und damit irgendwas verarbeiten will.


    Weil ich es eigentlich gar nicht so genau weiß. Aus einer Laune heraus vielleicht? Wer weiß, vielleicht schreibe ich gerade richtigen Bullshit aufgrund der Melancholie, die der bevorstehende Fall erzeugt, vielleicht kann auch jemand etwas damit anfangen. Ich kann es nicht sagen.


    Möge sich ein neues Kapitel in meinem Leben auftun. Es gibt viel zu erleben und zu berichten :-)

    Zitat

    @WA


    Guten Morgen, melancholischer Strangnachbar.


    Ein neues Kapitel.


    Spannend.


    Zwei Kommentare aus der Altersweisheits-Fraktion ;-)

    Zitat

    Weil ich gelernt habe, was es bedeutet man selbst zu sein.

    Ist immer wieder interessant, dass man zwischendurch meint, etwas genau zu wissen. ;-) Und in ein paar Wochen/Monate/Jahren fragt man sich erneut: "Wer bin ich, wo stehe ich?" Hat das Gefühl, wieder bei Null anfangen zu müssen. Der nächste Entwicklungs-Schub wird notwendig.


    Erst fand ich das schockierend - mittlerweile scheint es mir ein wesentlicher Aspekt des Mensch-Seins. Wie Du schon sagst: "Selbsterkenntnis ist ein langer Weg."

    Zitat

    Insofern halte ich den Tipp "sei einfach du selbst" für unbrauchbar, auch wenn er wahr ist.

    Tja, fällt in eine Kategorie mit: "Du must doch nicht traurig sein", "so bin ich eben" und "sieh das doch mal positiv". Ist alles so nützlich wie eine Mondrakete ohne Abschussrampe....

    Zitat

    aber dennoch ist sie hin und wieder anzutreffen und man tut gut daran mit seinen Gästen befreundet zu sein.

    Schön gesagt! Erinnert mich stilistisch an die uralten Remarque-Romane, die ich grad lese und die sich alle sehr ähneln: Liebe und Lebenslust in Zeiten zweier Weltkriege. Handfest poetisch. Und sehr lehrreich, wenn man sieht, auf welch hohem Niveau heute gejammert wird...

    @ Bingofox

    Frau kommt ohne Brille und mit aufgefrischtem Parfum vom WC? Ich schmeiß mich weg! Ich denke, da warst Du tatsächlich zu jung/zurückhaltend/zu wenig abgebrüht, um die Situation auszunutzen. Vermute, Du hattest ein Zeitfenster, in dem Du Chancen gehabt hättest. Dann bekam die Dame womöglich Angst vor der eigenen Courage.


    Aber das ist nur eine Ferndiagnose, die darauf basiert, wie ich mich in der Situation verhalten und gefühlt hätte.


    Aber nochmal zur Abgrenzung (nerviges Gespräch über den Ex): Denke, man kann es erstmal sanft und indirekt versuchen und bei etwas "stumpferen" Gesprächspartnerinnenen dann natürlich deutlicher werden. Gleich so loszuschießen (Widder?! ;-D ) kann übelst die Stimmung verderben...

    Zitat

    Ist immer wieder interessant, dass man zwischendurch meint, etwas genau zu wissen.

    Ja, es fühlt sich so an, aber weil es mit Sicherheit wieder anders kommen wird, wie du beschrieben hast, habe ich mir durch das Anhängsel "ich habe es noch nicht ganz begriffen" diese Option freigelassen ;-)

    @ ninova

    Zitat

    Ich denke, da warst Du tatsächlich zu jung/zurückhaltend/zu wenig abgebrüht, um die Situation auszunutzen.

    Wie sie sich wirklich gefühlt hat, keine Ahnung, aber diesen Satz kann man sicherlich so stehen lassen. Ich brauch allgemein öfters mal zu lange, um Sachen zu raffen, bzw. die Zeit, bis ich mich trau', ist hier und da manchmal zu lang (--> zurückhaltend) und da ähnliche Situationen "noch nicht wirklich oft" vorgekommen sind bei mir, bin ich eben wohl noch zu unsicher, was Zeichen erkennen betrifft (--> zu wenig abgebrüht).

    Zitat

    Vermute, Du hattest ein Zeitfenster, in dem Du Chancen gehabt hättest. Dann bekam die Dame womöglich Angst vor der eigenen Courage.

    Der zweite Satz ist recht interessant, da hatt' ich noch nicht drüber nachgedacht. Ok, natürlich lässt 'ne Frau einen mal links liegen, wenn sie merkt, dass der das nicht mehr rafft, aber ich hatte bis jetzt nicht bedacht, dass der Zeitraum, in dem eine Frau auf ihre Weise "offensiv" vorgeht, auch sehr klein sein kann, da sie dann evtl. auch den Mut verliert. Wenn ich da an mich selber bedenke, wenn ich merke, dass die Andere nicht wirklich drauf eingeht (egal aus welchem Grund), kann's auch sein, dass mir das Herz in die Hose rutscht und ich nen Rückzieher mach, es sein lass und versuch's nicht bis zum St.Nimmerleins-Tag. Diese Sache werd' ich mir auf jeden Fall merken; und schon wieder was gelernt ;-)

    @ Bingofox

    "zu wenig abgebrüht" ist doch eher ein Kompliment...


    Und denke, Du hast Recht: Die Zeiträume, in denen entschieden wird, sind kleiner als man denkt.


    Wenn ein Kandidat potenziell interessant ist, mich aber nicht gleich umwirft, besteht eine "endgültige" Entscheidung aus vielen Mosaiksteinchen, die von "jaaaa!" bis "ach herrjeh" im Laufe des Kennenlernens ein Bild ergeben, das dann ein Paar zeigt - oder eben nicht. Die Steinchen klickern in Sekundenschnelle an ihren Platz, aber es ist lange recht flexibel. (Bei Deiner Dame kam offensichtlich irgendwann Geröll ins Rutschen...:-/ )


    Wie gesagt: Gilt wohl für Männer, die einen weder sofort abstoßen noch umhauen. Das sind eigentlich die meisten...

    @ roadrunner

    Schätze, das funktioniert, unter sehr hohem Druck. Ob es langfristig hält, ist eben die Frage.


    Siehe auch: Text zur Selbsterkenntnis auf dieser Seite oben von WA sowie weitere Gedanken zum Thema "Persönlichkeitsentwicklung" in diesem Strang.


    Lernpsychologisch ist es wohl so, dass Du dieses neue Verhalten, das Du durch extrem viel Zuspruch in kurzer Zeit in der Sendung "auftrainiert" bekommst, langfristig festigen musst. Das geht nur, indem Du für weiteres, positives Feedback auf Deine Entwicklung sorgst. (WA zum Beispiel hat so lange "Ansprechen" geübt, bis er es sicher konnte.)


    Wenn die Jungs einfach fallengelassen werden und sich nicht massiv selbst kümmern, zerkrümeln sie beim ersten Misserfolg gleich wieder in ihre ursprüngliche Form.


    Wahrscheinlich...

    Ich habe es mal auf einem Video eines Urlaubers gesehen, wo das Topmodel und der Freak auf Ibiza zum "üben" waren. Tatsächlich musste der Freak Frauen ansprechen, begleitet von der Kamera, was denken denn da die Frauen :-/.


    Ich bin jedenfalls der Ansicht, ein Mensch kann sich verändern. Auch ich hab mich selbst verändert, in positiver Hinsicht. Werde mal den Text von WA durchlesen.

    Zitat

    Insofern halte ich den Tipp "sei einfach du selbst" für unbrauchbar, auch wenn er wahr ist.

    Diese Aussage ist meiner Meinung nach totaler Blödsinn, größtenteils jedenfalls.


    Ich bin nicht immer ich selbst, vor Fremden bin ich zum Beispiel ganz anders als bei guten Freunden. Vor guten Freunden bin ich offen, mir fallen gute Sprüche ein...aber vor Fremden, nein niemals!


    Wer bin ich denn jetzt, wenn Ich, Ich selbst sein müsste?


    Bin ich der, wie er sich vor Freunden oder Bekannten gibt, oder bin ich der anfangs gegenüber Fremden (insbesondere Frauen) eher zurückhaltende Typ. Es gibt Situationen, wo ich das Gefühl habe auch vor mir fremden Personen die Rolle meines "selbstbewussten Ich" einzunehmen. Nicht oft aber es kommt durchaus vor.

    Zitat

    WA zum Beispiel hat so lange "Ansprechen" geübt, bis er es sicher konnte.)

    Puh, wenn du dich da mal nicht täuschst ;-) Ich muss mal wieder etwas experimentieren, weil es mich nach wie vor Überwindung kostet und ich es wohl noch nicht "sicher" kann. Bei manchen Frauen ja, bei anderen nein :-)

    Zitat

    Bin ich der, wie er sich vor Freunden oder Bekannten gibt, oder bin ich der anfangs gegenüber Fremden (insbesondere Frauen) eher zurückhaltende Typ.

    Man versteht unter "man selbst sein" normalerweise den Zustand, in dem man frei über seine Gefühle und Gedanken reden kann unabhängig davon, wie andere darauf reagieren. Wenn du bei Fremden also zurückhaltend bist, dann könnte man zwar durchaus sagen, dass du so bist (also eben zurückhaltend), man kann aber auch sagen, dass du nur deswegen zurückhaltend bist, weil du Angst vor den Reaktionen der anderen hast (aus gutem Grund, weil du nicht bei jedem x-beliebigen Fremden Verletzbarkeit zeigen kannst, allein schon aus Gründen des Selbstschutzes).


    Es ist gar nicht so einfach zu definieren, weil man in der Regel immer auf Reaktionen der Anderen achtet. Man ist also vielleicht "mehr man selbst", wenn man sich dem Gegenüber öffnet und einfach das redet und zeigt, was einem in den Sinn kommt. In einen solchen Zustand kommt man normalerweise, wenn man keine Angst vor den Reaktionen der anderen hat. Das kann zum einen dadurch erreicht werden, indem es einem prinzipiell egal ist, wie andere reagieren und zum anderen dadurch, dass man einem Menschen insofern vertrauen kann, als dass er die eigene Offenheit und Verletzbarkeit nicht ausnutzt.


    Was heißt das konkret? Es gibt vertraute Menschen, bei denen man sich so fühlt, als sei man einfach man selbst. Das ist einfach ein Gefühl des Fallenlassen-Könnens. Man kann seine Schutzschilde herunterfahren und sich hingeben. Das ist relevant, wenn man Verletzbarkeit zeigen will.


    Dann gibts noch das "man selbst sein" im Umgang mit völlig Fremden und es kommt dann zustande, wenn man, wie bereits erwähnt, mehr oder weniger "absichtslos" mit ihnen spricht bzw. die einzige Absicht die Interaktion selbst ist ohne darüber nachzudenken, was daraus werden könnte, ohne sich selbst zu kontrollieren, ob man auch ja nichts Falsches sagt usw.


    Hat jeder schonmal erlebt, beispielsweise dann, wenn eine Frau auf einen steht, die einen selbst nicht die Bohne interessiert. Dann ist man völlig man selbst.


    Kleine Einschränkung: Es ist durchaus angebracht rücksichtsvoll zu sein und nicht jedem Menschen sofort alles an den Kopf zu werfen, was einem so in den Sinn kommt. Insofern kann man "man selbst" wohl zu 100% nur alleine für sich sein. Aber es ist durchaus erstrebenswert auch im Umgang mit anderen Menschen nahe an die 100% heranzukommen. Die Stichwörter hierfür lauten Kongruenz und Authentizität.

    Zitat

    Wenn die Jungs einfach fallengelassen werden und sich nicht massiv selbst kümmern, zerkrümeln sie beim ersten Misserfolg gleich wieder in ihre ursprüngliche Form.

    So sehe ich das auch. In einer Woche kann man wahnsinnig viel erleben und eine enorme Veränderung durchmachen. Aber damit sie Substanz bekommt, muss einige Zeit vergehen und es müssen weitreichende Erfahrungen gemacht werden (und zwar nicht nur positive).

    @ WA

    Aber bist du gegenüber Fremden immer super offen und freundlich?

    Zitat

    Man versteht unter "man selbst sein" normalerweise den Zustand, in dem man frei über seine Gefühle und Gedanken reden kann unabhängig davon, wie andere darauf reagieren. Wenn du bei Fremden also zurückhaltend bist, dann könnte man zwar durchaus sagen, dass du so bist (also eben zurückhaltend), man kann aber auch sagen, dass du nur deswegen zurückhaltend bist, weil du Angst vor den Reaktionen der anderen hast (aus gutem Grund, weil du nicht bei jedem x-beliebigen Fremden Verletzbarkeit zeigen kannst, allein schon aus Gründen des Selbstschutzes).

    Ist es wirklich die Angst vor der Reaktion :-/. Ich bin in dieser Hinsicht total merkwürdig. Ich kann mit Freunden aus dem Bekanntenkreis, welche ich zum ersten mal kenne, super locker sein. Dann gibt es Tage, an denen kann ich das garnicht!


    Beispiel: Ich habe mich nie getraut die Frau im Fitnessstudio anzusprechen, bis ich es dann getan hab! Und was war, ich war im Stande ein schönes Gespräch zu führen. Jetzt kann ich sogar hergehen und sie einfach fragen "Na alles fit, nach was für einem interessanten Stystem trainierst du denn da?" Hätte ich mich voher nie getraut. Mit solchen Sätzen habe ich das Gefühl, ich selbst zu sein. In der Ansprechphase war ich schüchtern, zurückhaltend ihr gegenüber, aber war das ICH? Meiner Meinung nach erkenn ich mich in solchen Situtionen selbst nicht wieder, "warum so schüchtern Jung, dir tut doch keiner was".


    Man lebt nur einmal, dass muss ich mir immer wieder vor Augen führen, es kann NICHTS passieren.

    Zitat

    Aber bist du gegenüber Fremden immer super offen und freundlich?

    Kann man so pauschal nicht sagen, aber prinzipiell bin ich offen und freundlich, ja. Kommt drauf an, wie ich drauf bin und kommt drauf an, wie mein Gegenüber auf mich wirkt. Es ist nicht verkehrt mit Menschen so umzugehen, als würde man sie schon lange kennen und komischerweise stellt sich dieses Gefühl bei mir z. T. auch sehr schnell ein. Es ist leichter, wenn es etwas gibt, was einen "verbindet", auch wenns banal ist. Beispiel:


    Ich gehe einkaufen und stehe vor dem Bäcker im Supermarkt. Hinter der Theke eine junge Frau. Ein Mann mit ausländischem Akzent kommt angelaufen, zeigt auf eines der beiden Schokocroissants und ruft irgendwas von wegen, dass er eins reservieren will und nur kurz durch den Supermarkt läuft. Er macht das auf eine absurde Weise, sodass ich ein amüsiertes Fragezeichen auf meinem Gesicht habe, genauso wie die junge Frau und dann spreche ich völlig unbefangen auf spielerische Weise mit ihr, weil dieses "gemeinsame Erlebnis" schon eine Verbindung geschaffen hat.


    -"Die Brötchen sind alle leer?"


    -"Ja."


    -"Hmm, was will ich denn dann? Was sind denn das für Sesamdinger da drüben?"


    -"Das sind ... Kornstangen."


    -"Kornstangen *süffisantes Grinsen*, soso, was kostet denn so ne ... Kornstange *übertriebene Betonung*?"


    -"Die Kornstange kostet 60 Cent."


    -"Ahja, dann nehme ich zwei Kornstangen *wieder übertriebene Betonung und lächeln*"


    Ist etwas blöd wiederzugeben, weil entscheidend war, wie der Dialog vonstatten ging, aber ich konnte mit ihr auf eine charmante Weise reden.


    Oft sind es merkwürdige Beobachtungen, die mehrere Menschen machen, die Verbindungen aufbauen und das macht den Einstieg in Offenheit nochmals deutlich leichter.


    Beispiele:


    - Ich stehe an der Kasse und warte darauf, dass sie aufgemacht wird, nachdem eine Durchsage "noch ne Kasse bitte" im Supermarkt ertönte. Doch niemand kommt. Hinter mir stehen noch zwei Leute und es kommt wie es kommen musste: Man fängt an miteinander zu reden und das auf völlig unverfängliche Weise ohne Absicht, weil die Situation es erlaubt. In diesem Moment kann man sehr gut "man selbst" sein.


    - Man steht an der Bushaltestelle, aber der Bus kommt nicht. Irgendwann fängt man an sich mit den anderen über diese Situation zu unterhalten.


    Ich weiß, das sind triviale Beispiele gewissermaßen. Sie sollen nur zeigen, wie man im Umgang mit fremden durchaus man selbst sein kann. Entscheidend ist in den Beispielen wohl die Absichtslosigkeit. Man spricht um des Gesprächs willen und wegen nichts anderem.


    Ich hatte, als ich den obigen Text geschrieben habe, allerdings eher den vertrauten Umgang mit einer Frau gemeint, die man schon einige Zeit kennt und man sich immer mehr öffnet und auch seine Schwächen aufdeckt. Man kommt an einen Punkt, an dem es sinnlos ist zu überlegen, wie man wirkt, weil man sowieso schon die ganze Zeit irgendwie wirkt und wenn die Frau ein bisschen aufmerksam ist, sieht sie sowieso all die Dinge, die man sonst vielleicht versucht zu verstecken. Bei den ersten Treffen, wie man hier auch nachlesen kann, habe ich immer interpretiert und versucht die Dinge zu deuten und auch überlegt, wie ich wirke. Das hat einfach mit der Zeit nachgelassen und ich konnte glasklar erkennen, dass sie auch kleinste Details wahrnimmt und ich auf sie wirke, weil ich bin wie ich bin und nicht, weil ich irgendwas tue.


    Es gibt ja dieses Klischee davon, dass Frauen Antennen für sowas haben. Ich maße mir mal an, dass ich solche Antennen auch habe. Jeder Mensch hat sie, wenn man nur aufmerksam genug ist auch die subtilen Gefühle wahrzunehmen, die in jeder Situation und in jedem Gespräch mitschwingen.


    Ich weiß gar nicht mehr, worauf ich eigentlich hinaus wollte, naja, nicht so wichtig ;-)