• Mein Regelwerk zum Frauenaufreißen

    Wohlwissend der Tatsache, dass mein im Folgenden veröffentlichter Text ein sehr kontroveres Thema berührt, will ich hier doch mal - aus reiner Beobachtungsfreude - mein "Regelwerk zum Aufreißen von Frauen" posten und mich damit mehr oder weniger ins moralische Kreuzfeuer begeben. Diese "Regeln" habe ich mal für einen Bekannten aufgeschrieben, der im…
  • 15 Antworten

    WA

    Zitat

    Du machst einen entscheidenden Fehler, wie so einige "Kritiker" in diesem Faden: Du nimmst an, dass es sowas wie "natürliches Verhalten" gibt und dass das, was hier gelehrt wird "antrainiert" ist. Das ist schlichtweg falsch.

    :)^ Endlich. Mir wurde schon schlecht beim Lesen und mir haben echt die Worte gefehlt.


    Als wäre es auch nur im Entferntesten natürlich, alles dem Zufall überlassen zu wollen. Außerdem ist es total pervers rational, sich bei der Partnersuche nur an Interessen, Gleichartigkeit oder weiß ich was noch für Müll zu orientieren, DAS ist doch oberflächlich. Dann hab ich ne Beziehung, in der alles bestens funktioniert, die einfach an sich "funktioniert", als Selbstzweck sozusagen, mir nutz sie aber insofern nichts, wie sie nur an der Oberfläche kratzt. Da such ich doch lieber unter den 723 potentiellen Frauen die richtige oder eine der richtigen aus, bei der nicht nur das passt, was für ne Beziehung oder politische Gespräche notwendig ist. Ich leb doch nicht dafür, ein Idealleben nach irgendner bescheuerten Vorstellung zu durchleben. Ist doch sowieso totaler Dreck an unsrer modernen Welt: sie ist derart komplex, dass es immer krasserer Rationalität bedarf (jetzt generell auf unser hochtechnisiertes, weit vernetztes Leben bezogen). Das auch noch auf alles andre übertragen zu wollen, nur weil sich das bei der pragmatischen Alltagsbewältigung als richtig erweist, wäre doch Quatsch.


    Ich findes es übrigens wesentlich tiefgründiger, nach der Ausstrahlung, nach dem Aussehen, meinetwegen nach den Brüsten zu suchen, die mir gefallen. Das was meine Vorliebe ist, kommt von ganz innen, ist das, wie ich erlebt habe und erlebe, lässt sich nicht großartig reflektieren. Aber dann politische Interessen oder sonstige Themenbereiche, die ich mir irgendwo angelesen habe, die womöglich noch ein Thema wie Politik behandeln, das geradezu das krankeste Konstrukt ist, alles andere als "natürlich", DAS als Basis zu setzen, das finde ich unnatürlich und... keine Ahnung, mir stößt da einfach auf. Nicht übel nehmen ;-)

    a.fish

    Zitat

    der Ton wird schärfer

    Stimmt, das sind keine Leisetreter hier und der Fadentitel hat dich ja auch gewarnt. Hier wird Tacheles geredet, weil man den hilfesuchenden Männern anders nicht beikommt. Bitte sieh einen leidenschaftlichen Disput aber nicht als Beleidigung oder gar den Versuch dich zu vertreiben. Damit du das glaubst: deine Fragen (Anwürfe) haben eine Reihe erstklassiger Beiträge provoziert. Besten Dank dafür :)^


    WAs Beitrag zu kultureller Prägung und Anpassung, und dem Begriff 'natürlich' auf diesem Hintergrund, gehört gedruckt. Da hat Ninova völlig recht. Übrigens: der Begriff 'Natur', wie wir ihn heute noch verwenden, stammt aus dem 18. Jahrhundert - gepoppt wurde allerdings schon vorher.


    Ich will jetzt nochmal auf einige Vorstellungen eingehen, die durch deine Posts schimmern. Versuche aber, den Anschein des Angriffs zu vermeiden.


    Ein populäres Missverständnis ist, dass der 'Aufriss' im Moment der Ansprache beginnt. Der berühmte 'Spruch'. Das ist absolut falsch. Da Kommunikation zu 80% non-verbal erfolgt, hat der Spruch ein schwaches Gewicht. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ich dich erkennen kann, ohne mich dir zu nähern oder dich anzusprechen. Ich brauche dich einfach nur zu beobachten und weiß genug von dir, um zu entscheiden ob ich Interesse habe oder nicht. Ich überspitze: wenn ich dich eine halbe Stunde beobachtet habe, erfahre ich in den anschließenden drei Stunden Gespräch kaum Neues. Deine Körpersprache, die Klamotten, die Leute mit denen du dich umgibst: das alles sagt mir viel mehr, als die gefilterten Aussagen, die ich danach zu hören bekomme. Kommt einer und spricht dich an, weiß er längst mit wem er es zu tun hat. Von Beliebigkeit ist da keine Spur.


    Mach dir mal den Spaß und schau dir das Treiben an. Im Club, auf einer Party. Es läuft wie auf Schienen. Und diese Gesetze gilt es zu erkennen. Nicht um zu manipulieren, sondern um endlich Klarheit zu schaffen und als Subjekt komplett zu werden. Manche Eltern sorgen dafür, dass schon die Kinder ausreichend auf diesem Gebiet Erfahrung sammeln. Und das merkt man diesen Leuten auch an. Die sind dann mit Mitte Zwanzig Virtuosen auf dem Gebiet und würden hier nie reinschauen. Vielen ist da etwas entgangen, und deshalb erledigen die das im Selbststudium. Mit Praktikum :-D

    @ Themroc Die Bemerkung über Eltern,

    die ihre Kinder schon früh darauf vorbereiten...könntest du die wohl noch mal detaillierter ausführen ? Habe nämlich nicht wirklich verstanden, worauf du hinaus wolltest, finde das aber grundsätzlich sehr interessant.

    Weltenarchitekt

    Ersteinmal Danke für diesen Beitrag, solchen Input hab ich mir gewünscht. Ich hab ihn gestern schon gelesen und seitdem raucht mir der Kopf, wunderbar :-)

    Zitat

    Völlig richtig. Und weißt du was? So ist es mit allen Dingen in dieser Welt.

    Darüber habe ich beim und nach dem Verfassen meines Beitrags auch nachgedacht. Nicht das erste Mal, aber das erste Mal auf die Situation "Kennen lernen" gemünzt. Ich bin zu dem nicht ganze neuen Schluss gekommen:


    Ich hasse den Gedanken, beeinflusst zu werden. Ich reagiere allergisch auf jede Form von Werbung, ich kann keine Geschenke annehmen, bei jeglicher Meldung in Presse oder Internet erfolgt erst einmal eine Recherche, wer das geschrieben hat und welche Interessen dahinter stehen könnten, Produkte, deren Verpackung in schönen, freundlichen Farben möglichst anziehend gestaltet wurde, werden schon erstmal gar nicht gekauft (oder doch, dann aber mit der grimmigen Gewissheit, dass ich den "Schwindel" durchschaut habe und es nur kaufe, weil es gerade im Angebot ist..doch, ganz bestimmt, das ist wahr.. :°(), es bereitet mir fast körperliche Schmerzen, wählen zu gehen, weil selbst die Partei, mit deren Program ich übereinstimme, alles daran setzt, dieses Program medienwirksam und gut verkäuflich darzustellen und damit eig. moralisch bei mir durchgefallen ist. Ich tue mich unheimlich schwer damit, Zuneigung zu zeigen, weil ich ja weiß, dass ich dann zurückgeliebt werde - aber das ist dann schließlich von mir provoziert, also nichts wert. (Zum Glück habe ich eine Beziehungsform gefunden, in der das kein Problem ist)


    Ich möchte nicht beeinflusst werden und nicht beeinflussen. Ich möchte die Welt und die Menschen beobachten, erkennen, aber ich bin der Störfaktor, der das Bild verzerrt.


    Und sowas hält mich nachts wach :-D Naja, wenn man keine Probleme hat usw.


    Deinen Ausführungen über das sog."natürliche" Verhalten kann ich nichts entgegensetzen, _Themroc_ hat Recht, das gehört gedruckt. Es ist so, wie du es schreibst, ich will aber keine Einflussgröße im Lernen Anderer sein, so wie ich keinen Einfluss spüren möchte. Das Prinzip "Mensch" funktioniert genau so, wie du es beschreibst, aber genau das gefällt mir nicht. Du brauchst mir nicht schreiben, dass völlige Autonomie völligen Stillstand bedeuten würde, diesen schlimmen Verdacht hab ich selber ;-) Es ist ein ungelöstes Dilemma (ist das jetzt doppelt?).

    Zitat

    Und woher weißt du denn, dass nicht gerade ein noch besserer Traumprinz auf der Matte steht? Du wirst ja sicherlich mal einen Freund vor deinem jetzigen Traumprinzen gehabt haben und damals dachtest du sicherlich auch, dass er dein Traumprinz ist oder nicht ;-) ?

    In der Tat, hier muss ich sagen, dass ich ganz einfach einen Schnitt gesetzt und meine Optionen selbst eingeschränkt habe: weniger Entscheidungen, mehr Zeit zum Glücklich sein. Soll heißen, ich könnte mich natürlich weiter nach einer "besseren" Partie umsehen oder aber ich übe mich in einem einzigen Bereich meines Lebens mal in Zufriedenheit ;-) Warum sind die Mönche im Kloster so glücklich? Weil die morgens nicht überlegen müssen, was sie anziehen sollen.

    @ Gullideggl

    Ich weiß nicht direkt, wo sich unser Ansatz in der Partnersuche unterscheidet, bis darauf, dass wir sie an anderen Merkmalen festmachen.

    Zitat

    Ich findes es übrigens wesentlich tiefgründiger, nach der Ausstrahlung, nach dem Aussehen, meinetwegen nach den Brüsten zu suchen, die mir gefallen. Das was meine Vorliebe ist, kommt von ganz innen, ist das, wie ich erlebt habe und erlebe, lässt sich nicht großartig reflektieren.

    Genau das ist der Grund, weshalb die Einstellung des Menschen zur Welt mir wichtig ist. Weil meine Einstellung, meine Werte, das, was ich als richtig/falsch als wichtig erachte - welches sich in Teilen in einer politischen Richtung niederschlägt - von ganz innen kommt und auch wenn an der Oberfläche andere Interpretationen und Sichtweisen möglich, nötig und interessant sind, möchte ich einen Menschen als Partner, dessen grundsätzliche Werte mit den meinen übereinstimmen.


    Diese Werte, dieses Gefühl habe ich mir nicht "angelesen", sondern sie machen meine Persönlichkeit aus. Die "Ausführung" in Politik, sozialen Engagement, persönlicher Lebensgestaltung, konkret zu bezeichnender Ansichten zu best. Themen ist soz. der Phänoytp. Der kann bekannterweise auch bei gleichem Genotyp variieren, aber er gibt zumindest schon mal wichtige Hinweise, also warum ist es "unnatürlicher" sich danach zu richten als nach der Größe der Brust?

    @ _Themroc_

    Zitat

    Stimmt, das sind keine Leisetreter hier und der Fadentitel hat dich ja auch gewarnt. Hier wird Tacheles geredet, weil man den hilfesuchenden Männern anders nicht beikommt.

    Tacheles ist mir nur Recht :-) Schade finde ich allerdings, dass Alexx82 sich anscheinend irgendwie persönlich von mir angegriffen fühlt. Der Erfolg gibt ihm und dem Regelwerk doch Recht, warum meine allein von mir und meiner kleinen Welt ausgehenden Überlegungen ihn so aufregen, verstehe ich nicht.


    Besten Dank für die Beiträge zurück, ich kann daraus wirklich so Einiges ziehen um meine Reaktionen besser zu verstehen.


    Hier z.B.:

    Zitat

    Ich überspitze: wenn ich dich eine halbe Stunde beobachtet habe, erfahre ich in den anschließenden drei Stunden Gespräch kaum Neues.

    haben sich mir die Fußnägel gekräuselt. Ich denke, da hast du noch etwas angesprochen, was mich so negativ gegenüber Kennen-lern-Versuchen macht. Ich schrieb ja schon weiter oben, dass ich versuche, so wenig Außenwirkung wie möglich auszustraheln, um die Reaktion der Menschen auf mich nicht zu verfälschen. Ich versuche keine äußerlichen Zeichen zu tragen, die mich irgendeiner Gruppe zugehörig erscheinen lassen - geht aber natürlich schlecht, denn irgendwie muss ich ja aussehen.


    Ich gehe nicht gern in Clubs, ich bin da nur öfter, weil mein Partner da gern hingeht. Ich bin dort nicht gerne, auf Grund dessen, was du später schreibst: es läuft alles wie auf Schienen.


    Soziale Mechanismen sind leicht zu erkennen, wenn man das Auge darauf richtet. Und sie wiederholen sich immer und immer und überall und bei jedem. Voraussehbar, einprogrammiert, vorprogrammiert.


    Ich will mich dem nicht unterwerfen - ich lehne es ab! So! Der Himmel ist blau? Nö, dagegen! ;-D


    Spricht mich nun jemand an, dann


    - hat er mich von der Position des Beobachters zum Beobachteten gemacht. Gruuuselig.


    - unterstellt er mir, dass ich nach eben diesen Mechanismen funktioniere, was mich fuchsig macht, was er aber natürlich nicht wissen kann


    - zwingt er mich in eine Situation, in der ich bewusst und - in meinen Augen - gegen mein eig. "natürliches" bzw. angestrebtes Verhalten agieren muss. Das bringt mich dazu, mich falsch zu fühlen und daher unterstelle ich ihm dasselbe.


    Und am Ende kann ich mich der Frage von biggerbang anschließen. Magst du das näher ausführen? :-)

    a.fish

    Zitat

    Ich weiß nicht direkt, wo sich unser Ansatz in der Partnersuche unterscheidet, bis darauf, dass wir sie an anderen Merkmalen festmachen.

    Nicht ganz. Der Unterschied liegt nicht nur darin, wie sich die Lebenseinstellung bei uns äußert, sondern der Hund liegt da tiefer begraben:

    Zitat

    Ich hasse den Gedanken, beeinflusst zu werden.

    ZACK!

    Zitat

    Ich reagiere allergisch auf jede Form von Werbung, ich kann keine Geschenke annehmen

    Da bist du mir insofern extrem ähnlich, als dass ich sowas eigentlich auch nicht mag. Nur dass bei mir die Allergie ausbleibt und ich Geschenke durchaus annehmen "kann", nur mach ichs nicht gern. Und ich denk da nicht an Manipulation.


    Das ist jetzt etwas extrem:

    Zitat

    Ich tue mich unheimlich schwer damit, Zuneigung zu zeigen, weil ich ja weiß, dass ich dann zurückgeliebt werde - aber das ist dann schließlich von mir provoziert, also nichts wert.

    Was ist daran nichts wert? Darfst du nicht leben? Leben heißt unter aderem Interaktion, auf andere Wirken, andere auf sich wirken lassen, das heißt in Kausalketten zu treten, diese zu ändern oder neue anzuzetteln. Hast du Angst davor, etwas falsch zu machen? Ists für dich tatsächlich besser, jegliches Hervorrufen positiver Gefühle zu unterlassen, weil das Manipulation ist? Vielleicht hast du einfach zu große Angst, selbst anderen Menschen zu schaden, diese zu beeinflussen und womöglich tragen diese dann nen Schaden davon oder lernen gar daraus!?

    Zitat

    Ich möchte nicht beeinflusst werden und nicht beeinflussen. Ich möchte die Welt und die Menschen beobachten, erkennen, aber ich bin der Störfaktor, der das Bild verzerrt.

    Stichwort: Menschenauster... :-/

    Zitat

    Und sowas hält mich nachts wach :-D Naja, wenn man keine Probleme hat usw.

    Tu was dagegen, das geht so nicht. Find ich zumindest. Wenn ich nur ansatzweise solche Gedanken hab wie du, bin ich schon schlechte gelaunt, ist auf Dauer nicht gesund.


    Was ich komisch finde: Du willst keinerlei Beeinflussung. Was du aber an dir selbst ständig manipulierst, gestützt auf den manipulierenden Umwelteinflüssen (Werbung, werbende Männer usw.), das ist noch wesentlich weitreichender. Und woher kommts? Von den Umwelteinflüssen, gepaart mit deinem Hass auf dieselben. Letztendlich kommts doch von außen. Was willst du also wirklich nicht, dich selbst nicht beeinflussen lassen oder andere nicht beeinflussen?

    Zitat

    Die "Ausführung" in Politik, sozialen Engagement, persönlicher Lebensgestaltung, konkret zu bezeichnender Ansichten zu best. Themen ist soz. der Phänoytp. Der kann bekannterweise auch bei gleichem Genotyp variieren, aber er gibt zumindest schon mal wichtige Hinweise, also warum ist es "unnatürlicher" sich danach zu richten als nach der Größe der Brust?

    Es wird durch das unnatürlich, was du als Gründe für deine Einstellung aufführst. Ich dachte mir schon irgendwas in die Richtung. Wenn du Interaktion in der Welt vermeiden willst, weil du weder manipuliert werden noch selbst manipulieren willst, ist das natürlich der beste Weg.


    Übrigens orientiere ich mich nicht nur an Äußerlichkeiten. Aber das ist das erste, was ich seh. Und auch gewissermaßen KO-Kriterium: Wenns da nicht passt, kann ich mir mit der Person nichts über ne Freundschaft hinaus vorstellen. Bin da übrigens auch sehr flexibel. Und letztendlich entscheidet der Charakter, wie sie drauf ist und wie sie auch mich wirkt und ich auf sie. Das stellt sich sehr schnell beim ersten Date heraus, obs von der Wellenlänge her grob passt. Und dass der Rest auch passt, dafür hat die Auswahl davor schon gesorgt. Was ist daran schlimm? Unnatürlich? Was ist daran manipulativ?


    Was ich nicht sagen wollte: dass die innersten Dinge die höchsten sind. Ich hab noch dermaßen viel Mist in mir, der irgendwann raus muss, da ist nicht alles gut. Aber wofür leb ich denn? Das wird nicht besser, wenn ichs einschließe und mich isoliere.

    bigger und fish

    Zitat

    Die Bemerkung über Eltern, die ihre Kinder schon früh darauf vorbereiten...könntest du die wohl noch mal detaillierter ausführen

    Los geht's:


    Das Regelwerk befasst sich mit einem kleinen (aber wichtigen) Teilaspekt des Themas 'Soziale Kompetenz'. In den letzten Jahren erleben wir eine Art Roll-Back was Veranlagung versus Aneignung hinsichtlich der Persönlichkeit eines Menschen betrifft. Das heißt, mit der zunehmenden "Popularität" genetischer Forschung werden Anlagen immer wichtiger in der Diskussion (Gewalt-Gen, Schwulen-Gen, ...). Bei der 'Sozialen Kompetenz' aber bin ich überzeugt, dass sie fast ausschließlich erworben ist.


    Soziale Kompetenz müssen wir lernen, den Rahmen dafür stecken Familie und Schule (ein sozialer Raum, den Kinder und Jugendliche per Gesetz betreten müssen). Zunächst Familie: sind sich die Eltern der Schlüsselkompetenz bewusst, gestalten sie das Familienleben entsprechend: kommunikativ und verlässlich (im Gegensatz zu beliebig / verwahrlost). Sie machen die Kinder zu Akteuren. Sie können aber noch mehr tun: bewusst weitere Sozialkontakte für das Kind herstellen, die den Fundus an unterschiedlich Erfahrungen erweitern. Platt: Jugendgruppe, Sportverein, etc. Hier sind die Rollen erstmal nicht klar verteilt wie zu Hause, es stellen sich somit neue Anforderungen und ein anderes Lernprogramm.


    Dieses umgehen mit und schließlich selbst gestalten wechselnder/neuer Situationen führt mit der Zeit zu einem erweiterten Repertoire beim Subjekt. Und wird Teil des Charakters der Person. Das - nun sind wir wieder bei WA und Gulli - wird dann von dir als authentisch ('natürlich') wahrgenommen. Wie aufs Fahrrad schwingen.


    Wo Regeln für Interaktion gesetzt werden (jetzt sind wir zB bei der Schule), liegen die Schwerpunkte zunehmend auf integrativem, ausgleichendem Verhalten (Frauen-Quote im Grundschule-Lehrerzimmer: 98%). Das ist auch gut und schön, reicht aber nicht. Denn: man muss auch führen können. Willst du Präsident werden, musst du zuhören und vermitteln. Aber auch deinen Punkt rüberbringen und deine Interessen verfolgen können.


    Es gibt aber noch ein Feld -neben der Politik - wo Führung gefordert ist: beim Frauen aufreißen (Bill Clinton, Nicolas Sarkozy, Willy Brandt: notorische Womanizer). Vergiss alle politisch korrekten Ansätze zu dem Thema, das ist Humbug. Es läuft seit vielen 100000 Jahren gleich, und es ist besser die Realität zu erkennen, als Luftschlösser zu bauen. Das jedenfalls empfehle ich. Und hier gehört das Regelwerk hin. Denn: die Rollen sind bei dem Spiel klar verteilt, und vom Mann wird einfach Initiative und Führung erwartet. Es wird vorausgesetzt, dass er das kann. Wie Reifen wechseln, Baum fällen, Zündung einstellen. Keine Diskussion. Und wie heißt es noch: "Wenn wir das nicht können, werden wir das üben!"


    Fish: dass du vieles nicht begreifst mit dem wir uns hier rumschlagen, liegt ganz einfach daran, dass du als Frau einem anderen Programm folgst. Diese extreme Passivität und 'sich verstecken', wie du das hier schilderst, wäre keine Option für den Mann, der als solcher wahrgenommen werden will. Du kannst in deiner Komfortzone verharren, für die Jungs geht das nicht. Was deine Einstellung angeht, hat Gulli oben aus meiner Sicht viel Wahres geschrieben. Ok, danach hast du nicht gefragt ...


    Wenn ich es mit einem so verkopftem Wesen zu tun hätte, würde ich Bildung und Kultur zur Seite legen und versuchen, den Höhlenmensch von der zu Leine lassen. Signale durch Ohren, Augen und Haut einschleusen, an der Großhirnrinde vorbei manövrieren, um dann per Kleinhirn und Rückenmark das vegetative Nervensystem System zu stimulieren. ;-)

    a.fish

    Zitat

    Ich hasse den Gedanken, beeinflusst zu werden. Ich reagiere allergisch auf jede Form von Werbung, ich kann keine Geschenke annehmen, bei jeglicher Meldung in Presse oder Internet erfolgt erst einmal eine Recherche, wer das geschrieben hat und welche Interessen dahinter stehen könnten, Produkte, deren Verpackung in schönen, freundlichen Farben möglichst anziehend gestaltet wurde, werden schon erstmal gar nicht gekauft (oder doch, dann aber mit der grimmigen Gewissheit, dass ich den "Schwindel" durchschaut habe und es nur kaufe, weil es gerade im Angebot ist..doch, ganz bestimmt, das ist wahr.. :°(), es bereitet mir fast körperliche Schmerzen, wählen zu gehen, weil selbst die Partei, mit deren Program ich übereinstimme, alles daran setzt, dieses Program medienwirksam und gut verkäuflich darzustellen und damit eig. moralisch bei mir durchgefallen ist.

    Es gibt eine grundlegende gegenseitige Abhaengigkeit zwischen Menschen. Kein Mensch kann ohne andere Menschen existieren. Der Baerenanteil unseres psychologischen Innenlebens inklusive all dessen, was sich ueberhaupt durch Sprache benennen laesst, kommt von anderen menschen (denn wir haben die Sprache von anderen menschen gelernt, jedes einzelne Wort).


    Gegenseitige Beeinflussung gehoert zu den Grundbedingungen des Mensch-Seins. Da kommt keiner raus.


    Wenn du mal ueberlegst: Als Kind warst du extrem abhaengig, deine Eltern und viele andere haben dich beeinflusst. Daran kannst du nichts mehr aendern. Aber ist es nicht irgendwie seltsam, dann heute, wo du erwachsen bist und einen viel besseren bewussteren Zugriff hast, Einfluesse von aussen, mit denen du dich weiterbringen und entwickeln koenntest, ausschalten willst? Damit gibst du den aelteren Einfluessen, die zu dir gekommnen sind, als du noch viel abhaengiger warst, und die in deinem (wie in jedem) Unterbewusstsein wirken, eine groessere Kraft.


    (In der Politik ist es aehnlich; wenn man Demokrat ist, erkennt man an, dass eine gute Meinung nur dann Wirkung entfalten kann, wenn man in der Lage ist, andere davon zu ueberzeugen. Eine Partei, die ihr Programm nicht verkaufen kann, ist keine gute - weil einflusslose - Partei.)

    Zitat

    Ich möchte nicht beeinflusst werden und nicht beeinflussen. Ich möchte die Welt und die Menschen beobachten, erkennen, aber ich bin der Störfaktor, der das Bild verzerrt.

    Interaktion ist nicht "Verzerrung". Wir leben durch Interaktion. Wenn man Menschen nicht in ihrer Kommunikation erkennt, erkennt man sie gar nicht. Und wenn man nur in der Ferne bleibt, waehrend andere interagieren, dann ist man vor allem ... fern. Das ist keine gute Position fuer praezises Beobachten.

    Zitat

    Ich tue mich unheimlich schwer damit, Zuneigung zu zeigen, weil ich ja weiß, dass ich dann zurückgeliebt werde - aber das ist dann schließlich von mir provoziert, also nichts wert. (Zum Glück habe ich eine Beziehungsform gefunden, in der das kein Problem ist)

    Liebe und Zuneigung sind etwas zwischen Menschen. Dazu gehoert der Kontakt, und was waehrend des Kontaktes passiert.


    OK, so sehe ich diese Sachen. Ich finde aber auch, an die


    anderen:


    Wenn a.fish nicht angesprochen werden will, dann ist das eben so. Das ist ihr gutes Recht. Da muss der ansprechfreudige Mann eben andere finden. Hilft ja nichts.

    Gullideggl

    Danke für die Antwort. Auf die Aussagen zu meiner Einstellung einzugehen, würde, denke ich, endgültig vom Thema wegführen. Aber sei dir sicher, dass ich sie mit Interesse gelesen und bedacht habe.


    Nur eines versteh ich immer noch nicht, den Unterschied zw. deiner und meiner Vorauswahl. Wir sind uns beide einig, dass im Endeffekt der Charakter passen muss.


    Du vorsortierst nach Brüsten ( ;-) ), ich vorsortiere nach Weltanschauung. Nichts davon finde ich besser oder schlechter als das Andere, es sind nur unterschiedliche Kriterien.

    Zitat

    Das stellt sich sehr schnell beim ersten Date heraus, obs von der Wellenlänge her grob passt. Und dass der Rest auch passt, dafür hat die Auswahl davor schon gesorgt.

    Ganz genau. Aussehen ist nur einfach kein Kriterium für mich, wie der Mensch vor mir aussieht, beeinflusst Anziehungskraft und (sexuelle) Attraktivität für mich nicht. Seine Einstellung sehr wohl. Also handeln wir doch im Grunde beide gleich, was diesen Teil der Partnerwahl angeht.

    _Themroc_

    Zitat

    Wenn ich es mit einem so verkopftem Wesen zu tun hätte, würde ich Bildung und Kultur zur Seite legen und versuchen, den Höhlenmensch von der zu Leine lassen. Signale durch Ohren, Augen und Haut einschleusen, an der Großhirnrinde vorbei manövrieren, um dann per Kleinhirn und Rückenmark das vegetative Nervensystem System zu stimulieren.

    |-o Da bekomm ich es ja glatt mit der Angst zu tun. Eine von der Leine gelassene a.fish hat die Welt noch nicht erlebt und ich glaub, das will auch keiner ;-D

    Lewian

    Danke für deine Gedanken zum diesem Thema. Dies hier:

    Zitat

    Wenn du mal ueberlegst: Als Kind warst du extrem abhaengig, deine Eltern und viele andere haben dich beeinflusst. Daran kannst du nichts mehr aendern. Aber ist es nicht irgendwie seltsam, dann heute, wo du erwachsen bist und einen viel besseren bewussteren Zugriff hast, Einfluesse von aussen, mit denen du dich weiterbringen und entwickeln koenntest, ausschalten willst? Damit gibst du den aelteren Einfluessen, die zu dir gekommnen sind, als du noch viel abhaengiger warst, und die in deinem (wie in jedem) Unterbewusstsein wirken, eine groessere Kraft.

    ist ein sehr interessanter Gedanke, den ich so noch nicht hatte. Allerdings will ich Einflüsse nicht komplett ausschalten - nur solche filtern und erkennen, die auf (unbewusste) Manipluation ausgelegt sind. Ich will Einflüsse haben, das habe ich zu allgemein geschrieben, aber ich will sie eben ganz bewusst auswählen und nur diese zulassen, die mich auch wirklich weiterbringen, nicht solche, die mich "benutzen" hin zu dem einen oder anderen Verhalten.


    Viel Erfolg bei den Frauen und ein schönes Wochenende wünsche ich!

    -Stippvisite-


    Wow, spannende Diskussion hier, tolles Niveau.


    Lieber Fisch, ich hoffe, dass du noch mal irgendwann Mut fasst, dich auf das einzulassen, was auch ohne dein Zutun sowieso um dich herum abläuft: Das Leben, in all seinen Farben und Formen, so prosaisch es manchmal auch daherkommt...


    Meine Reaktion auf die - wohl frauentypische - Angst vor Manipulation ist übrigens eine ganz andere als deine, vielleicht sogar sowas wie gegenphobisch: Ich MACHE - manchmal um jeden Preis. Bezogen auf Männer heißt das: ICH suche aus und spreche an (...das hat meist nix mit Aufreißen zu tun...aber auch schon mal;-D).


    Das ist natürlich ein ungewöhnliches Modell, soll aber nur kurz die Bandbreite dessen belechten, wie man mit unangenehmen Gefühlen alternativ umgehen kann.

    @ WA

    LEHRER haben also gesagt, dein Stil sei nicht gut?:-o:-o:-o


    Wer in diesem Land hat eigentlich erlaubt, dass ausgerechnet Schmalspur-Germanisten wie unsere Deutschlehrer darüber entscheiden, wer schreiben kann und wer nicht?! Verflixt!!!!!! (Gibt hier gar nicht genug Ausrufezeichen...)


    .


    Dazu zwei Anmerkungen: Unter Text-Profis gelten zum Beispiel Lehrer als notorisch schlechte Stilisten: Hör dich in solchen Kreisen mal um.


    Und in der Journalisten-Ausbildung ist dann auch der Begriff "Aufsatzstil" eins der unflätigsten Schimpfworte, mit denen man einen Text kommentieren kann.


    .


    Ich kann und werde dir sicher keinen Pulitzerpreis prophezeien - das wäre unseriös. Aber ich kann dich bitten, die These zu vergessen, ein Lehrer habe mehr Kompetenz im Beurteilen von Texten als ein Wüstenkamel in der Herstellung von Speiseeis.


    Schönes Wochenende. Klasse, dass (fast) alle wieder da sind - außer MK...:-/

    fish

    Zurück zum Kern. Es ist für den Mann, der ein Auge auf dich geworfen hat, völlig egal ob er romantisch verliebt, fasziniert von deinen politischen Ansichten oder scharf auf deinen Arsch ist. Er muss was tun. Sieht er außergewöhnlich gut aus, oder hat viel Geld, verdient das sogar auf der Bühne: dann hat er kein Problem. Hier geht es um die restlichen 95%, die - wenn sie passiv bleiben - in die Röhre schauen. Also haben sich einige gesagt: so geht das nicht weiter. Mit solchen Leuten hast du es hier zu tun.


    Wir sprechen hier von einem Anbieter-Markt. Dein Verhalten - wie von dir geschildert - können sich nur diese (potentiellen) Anbieter erlauben. Die Nachfrager brauchen Initiative, Durchhaltevermögen und eine klare Vorstellung vom Ziel.


    Topf/Deckel - Da findet sich schon was. Auch darum geht es nicht. Klar kann man immer den Kerl mit der Zange oder die Wärmflasche mit Ohren spielen. Was die Jungs hier sehen wollen, ist das Blitzen in den Augen der Frau. Wenn ich mal gut drauf bin und das was ich weiß auch praktiziere, kommt unweigerlich der Punkt, wo die Frau mich anfasst. Immer ändert sich dabei ihr Gesichtsausdruck. Um so etwas geht es mir. Um direkte, unvermittelte Anziehung.


    Was dir fehlt, ist Selbstvertrauen. Lass den ganzen Frauen/Männer-Kram außer acht: da musst du ran, ist in anderen Bereichen noch viel wichtiger. Aber übe auch ein bisschen mit den Jungs: so haben wir alle mehr Spaß.

    Ninova

    Zitat

    ... tolles Niveau ...

    Ja, das geht mir auch zunehmend auf den Sack. ;-D

    Zitat

    Unter Text-Profis gelten zum Beispiel Lehrer als notorisch schlechte Stilisten

    So hab ich das noch nie gesehen. Naja, ich versuche meinen Schreibstil definitiv weiter zu verbessern. Gibt noch viel zu lernen.


    Ich habe ein paar Seiten zuvor ein wenig von "Rachel" erzählt. Die Story geht noch weiter: Letzte Woche habe ich nach dem Tangokurs noch eine gute Stunde mit ihr im Gebäude rumgesessen, gequatscht, ihr Boxen beigebracht und mir von ihr eins, zwei Yogaformen zeigen lassen, weil es wie aus Eimern geschüttet hat und ich abwarten wollte, ob sich das vielleicht noch gibt, bevor ich auf meinen Drahtesel steige und nach Hause fahre. Das gute Stündchen mit ihr hat Spaß gemacht. Sie bietet mir an mich nach Hause zu fahren. Wir laufen über den Campus und eigentlich wäre die Stimmung wirklich gut, um sie zu küssen. Es regnet, es ist dunkel, nur die Wege sind vom gelben Laternenlicht beleuchtet. Wir machen einen kurzen Abstecher im "Secret Garden" und obwohl sie kein Problem mit diesem kurzen Abstecher abseits des Weges hat, wirkt sie generell in Eile (oder einfach nur nervös?). Wir erreichen das Auto, unsere Füße sind durchnässt und sie fährt mich die zwei, drei Meilen nach Hause. "I should invite you for a tea. What do you think?" sage ich. Hätte etwas entschlossener und ohne "should" sein können, aber was solls. Sie sagt:"No.", nicht mehr und nicht weniger. Einfach nur "No". Ich gucke etwas belämmert und sage, dass ich sie dann wohl am Montag wiedersehen werde und steige aus. Ich weiß ich weiß, ich hätte das besser machen können, besser verpacken können und vor allem die Hintergründe erklären sollen. Wer weiß was sie sich dabei gedacht hat. Ich jedenfalls habe mir nicht viel dabei gedacht. Es war ein blöder Tee, weil wir beide nasse Füße hatten. Was solls.


    Ich sehe sie in der darauffolgenden Woche wieder. Ich winke sie zu mir, um mit ihr die Techniken der letzten Woche zu üben und sie stolziert grazil auf mich zu, legt einen Arm um mich und nach dieser stilvollen Begegnung fangen wir an zu üben. Wir tanzen recht eng und im Laufe der Woche wird es noch enger. Sie scheint es sehr zu genießen so nah bei mir zu sein und die Berührungen verändern sich subtil. Ein aufmerksamer Beobachter würde sehen, dass da irgendwas ist. Sie erwähnt, dass sie am Tag zuvor eine böse Verspannung hatte und sich gewünscht hätte, dass ich da gewesen wäre, um sie ein wenig zu massieren (aha!). Ich tanze nun regelmäßig nach der Stunde noch 15 Minuten mit ihr, weil der Folgekurs erst dann beginnt. Am Mittwoch laufen wir noch ein Stückchen gemeinsam über den Campus, sitzen noch einige wenige Minuten zusammen rum. Sie verabschiedet sich von mir mit einer merkwürdigen Umarmung von der Seite. Etwas scherzend frage ich sie, was das denn bitteschön sein soll und umarme sie richtig, streichle kurz ihren Nacken und Rücken und lasse sie dann gehen. Ich mochte die Spannung zwischen uns bisher, aber so langsam stellt sich das Gefühl ein, dass ich sie mal nach einem Treffen außerhalb des Kurses fragen sollte. Am Donnerstag gehe ich auf eine Tanzveranstaltung. Sie hat keine Zeit, sagt, dass sie möglicherweise aber nachkommt. Während ich die Veranstaltung sehr genieße, weil es sich für mich nach all den Wochen sogar endlich mal anfühlt wie richtiges Tanzen und es immer toll ist Frauen so nah zu sein, schaue ich dennoch immer wieder mal, ob sie aufkreuzt. Tut sie aber nicht.


    Ich habe das gesamte Wochenende frei und würde sie gerne sehen. Ich habe weder ihre Nummer, noch sonst etwas. Ich suche sie bei Facebook und schreibe sie kurzerhand am Samstag Morgen an und frage, ob sie am Abend mit mir auf Berg XY gehen will, um den Sonnenuntergang anzugucken (der hier jeden Abend ein Traum ist und heute zu allem Überfluss besonders atemberaubend gewesen ist). Sie kann nicht, muss "Catern", freut sich aber über die Einladung und meint, wir können das ja ein andermal machen. Ich schlage ihr direkt noch Sonntag vor, sie antwortet aber nicht mehr. Und jetzt könnte ich mir in den Hintern beißen. Auf der einen Seite will ich keine Ungeduld oder gar Aufdringlichkeit signalisieren, auf der anderen Seite habe ich keinen Bock auf "strategische Spielchen", wenn ich sie ganz einfach sehen will und dieses Wochenende hätte mir einfach super in den Kram gepasst. Natürlich, wenn sie nicht will, dann kann ich nichts machen und ich werde nach dieser Aktion sicher erstmal einige "strategische Tage" verstreichen lassen.


    Ich habe heute festgestellt, dass sie offenbar Mormonin ist und das gibt mir kein gutes Gefühl. Das würde so einiges erklären (das, was ich als ambivalentes Verhalten wahrnehme. Beispielsweise habe ich sehr oft beim Tango das Gefühl, dass sie geküsst werden will. Wenn wir dann aber draußen sind, ist das Gefühl nicht mehr da), aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen. Mal abwarten.


    Ich verbringe den Tag also mit mir alleine, fahre endlich mal ein paar Meilen weiter weg mit meinem Motorrad. Der Wind bläst mir ganz ordentlich um die Ohren und an einem kleinen Aussichtspunkt halte ich an, um ein Foto zu schießen. Eine junge Frau und ein älterer Typ stehen mit ihren Motorrädern direkt neben mir. Sie guckt mich neugierig an. Ich frage den Typen, ob er ein Bild von mir machen kann. Wir kommen ins Gespräch über Motorradfahren und natürlich hören sie auch sofort meinen Akzent. Sie sagen, dass sie runter ins Tal fahren (ans Ende des Highways), um dort in einem Restaurant was zu essen. Die beiden wünschen mir alles gute und zischen ab, ich fahre dann auch irgendwann. Unten angekommen bestelle ich mir gerade einen überdimensionalen Hotdog, als ich die beiden wiedersehe. Das Mädel lädt mich kurzerhand an deren Tisch ein. Ich frage mich, ob das dem Typen in den Kram passt oder nicht und verhalte mich relativ passiv. Mein Gehirn hat spontane Totalaussetzer und mein Englisch ist so schlecht wie schon lange nicht mehr. Scheint die beiden aber nicht zu stören. Das Mädel stellt mir allerlei Fragen, will ein Foto von mir machen, dann eins mit mir zusammen. Ihr Begleiter erklärt dann irgendwann, dass sie nur befreundet sind und ich bekomme das Gefühl, dass ich doch nicht ganz unwillkommen bin. Sie fragt nach meinem Namen, um mich bei Facebook zu finden. Da sie in einer sehr schönen Gegend rund 1,5 Stunden nördlich von mir wohnt, habe ich das Gefühl, dass ihr eine Art Einladung auf der Zunge liegt, sie sagt aber nichts. Ich genieße es sehr mal nichts zu machen und passiv zu sein. Dann fahren die beiden irgendwann. Ich drücke das Mädel zum Abschied und mache mich dann selbst auf den Weg.


    Etwas später will ich mir dann noch besagten Sonnenuntergang ansehen. Ich fahre wie ein Bekloppter zum nächstbesten Hügel, weil man sonst nicht viel sieht. Dort angekommen, sehe ich nur noch die letzten Sonnenstrahlen, wie diese hinter der Bergkette am Horizont die darüberhängenden Wolken in ein sanftes Orange tauchen. Ein joggendes Mädel mit süßem Gesicht kommt vorbei. Ich drehe meinen Kopf leicht zur Seite, schenke ihr ein Lächeln, was von ihr erwidert wird. Dann merke ich, dass sie ein paar Meter weiter auf einem Stein Platz nimmt. Ich sitze noch rund zwei Minuten auf meinem Stein und breche dann auf. Sie ebenfalls, sodass sie einige Meter vor mir läuft (und ich ihren Hintern anglotzen kann). Ich bin etwas schneller als sie und hole irgendwann auf. "Have you seen the sunset from the top?" fange ich an. Sie steigt sofort drauf ein, übernimmt dann das Gespräch irgendwie, was sich merkwürdig anfühlt. Einige Meter weiter muss ich nach rechts, sie zögert kurz, folgt mir dann. Wir labern noch ein, zwei Minuten und sie fragt nach meinem Namen. Sie sagt mir ihren und dann verabschiedet sie sich relativ schnell. Ich bin mal wieder viel zu unentschlossen und tue nichts. Nicht, dass das furchtbar tragisch wäre, aber generell versumpfe ich z. T. in unangenehmer Passivität. Es ist toll zu sehen, dass so viele Dinge automatisch ablaufen, aber wenn man daraus dann nichts macht, wird man irgendwann frustriert. Ich meine, es ist auch gut für mich zu sehen, dass ich relativ unabhängig davon bin, ob sich daraus nun was entwickelt oder nicht, aber an meiner Unentschlossenheit muss ich dennoch mal arbeiten. Kann doch nicht so schwer sein.


    Ich weiß, wirkliche Erfolgsstories poste ich hier nicht, ich schreibe nur ganz gerne hin und wieder meine Erlebnisse auf und naja, manche von euch lesen das ja ganz gerne ;-)

    So sieht das aus! :-D


    Zwei kleine Kommentare: a) "should" klingt wirklich nicht toll, so als fuehlst du dich verpflichtet. b) Nach meinen (begrenzten) Erfahrungen mit Amerikanern faende ich es ganz und gar nicht ueberraschend, von einem fremden Paerchen an den Tisch eingeladen zu werden wenn ich alleine bin und schonmal ein paar Worte mit denen gewechselt habe, und dass die Frau bei dieser Art von Geselligkeit Vorreiter ist, wundert mich auch nicht. Ich haette dem Umstand alleine nicht viel Bedeutung zugemessen.

    WA

    Schöne Beiträge, schöne Stories. Es ist das, was du schreibst und wie du es schreibst. Höchstes Niveau und ein Genuß, es zu lesen. Lehrreich und lebensnah. Keine Spur von Beliebigkeit.


    In Bezug auf deinen letzten Beitrag möchte ich mir erlauben, zu kommentieren und zu fragen. Das wird hart - wie immer. Eine Antwort ist nicht erwartet.


    Unentschlossenheit ist Beliebigkeit. Zumindest mag es den meisten Frauen so vorkommen.

    Zitat

    Ich mochte die Spannung zwischen uns bisher,

    Kann es sein, dass dir diese Spannung sehr wichtig ist? Diese Spannung zwischen Mann und Frau. Diese Spannung zwischen einem Mann (also dir) und vielen Frauen. Diese Spannung verfliegt naturgemäß recht schnell, wenn man sich festlegt, sich entscheidet. Da ist es dann vielleicht besser, unentschlossen zu bleiben. Das birgt dann weniger Risiko, weniger Risiko der Enttäuschung oder der Langeweile zu verfallen.

    Zitat

    Ich weiß, wirkliche Erfolgsstories poste ich hier nicht,

    Was wäre für dich ein Erfolg? Und wenn du diese Frage beantworten kannst, reicht dir dann ein Erfolg oder müssen es mehrere sein?