Mir ist noch etwas eingefallen. Ich wollte noch eine Anmerkung zu dem Begriff "monogame Denkweise” machen, den ich oben geschrieben hatte. Ich meine dies eigentlich gar nicht unbedingt auf monogam beschränkt, obwohl, ich vermute mal, das recht verbreitet ist. Ich meine viel mehr, dass wir auf Grund unserer gesellschaftlichen Herkunft, d.h. die persönliche/individuelle Entwicklung hat sich innerhalb bestimmter Gesellschaftsformen vollzogen, in unseren Denkweisen von Beziehungsmustern stark geprägt sind. Doch diese müssen für einen selber nicht passend sein und man muss sich in ihnen auch nicht wohlfühlen. Doch gibt es (bisher) keine wirklich vielfältige gesellschaftlichverankerte Basis von Beziehungsformen, daher müssen wir uns im Grunde selber welche erfinden. Dies beinhaltet zum einen eine große Freiheit und eine Umdeutung sowie Neuschaffung von Werten, doch andererseits führt dies natürlich zur Schwierigkeiten, weil man sich auf unbekanntem Terrain bewegt und seine Grenzen neu ausjustieren muss.


    Ich weiß jetzt nicht, ob das so gut hierher passt. Wie auch immer...

    Da hat jemand einen weiten Weg zurückgelegt. Sehr schön. Der muss jetzt einfach sein.




    1. Sich aneinander reiben, bis dass die Funken sprühen. Gut.


    2. Sich in Ruhe lassen, wenn man sich gegenseitig auf den Sack geht. Auch gut.


    3. Sich in eine Abwärts-Spirale aus Abhängigkeit und überzogener Erwartungshaltung begeben. Nicht gut. (die Sache mit CCzero war so ein Fall)




    Spontan fällt mir ein, was mir eine gute Freundin vor Kurzem sagte:


    Umsonst geht nur die Sonne auf, und sicher ist nur der Tod.

    the voyages

    Zitat

    Übrigens, wenn dein Kumpel, wo du dein Techtelmechtel hattest, halbwegs "intelligent" wäre, dann hätte er euch beide "in Ruhe" gelassen. Vielleicht solltest du ihm das beibringen - für das nächste Mal.

    Mit dem habe ich fast nichts mehr zutun. Aber nicht deswegen und nächste mal werde ich mir vorher über so was Gedanken machen hoffe ich.:)z


    Ich habe sie übrigens jetzt an 3 Tagen einmal angerufen und immer war ihr Handy aus. Vielleicht eine neue Nummer, jetzt versuche ich es aber auch nicht mehr.

    Weltenarchitekt

    Zitat

    Hehe, viel schwieriger ist es bequem zu stehen ohne sich irgendwo anzulehnen oder irgendwas zu verschränken ;-)

    Stimmt. Bis jetzt lasse ich die Arme normalerweise einfach neben mir hängen. Weiß nicht, was ich sonst machen soll.

    Zitat

    So, ich rufe nun dazu auf heute drei bis fünf Frauen anzuquatschen. Der Faden wird sonst zu theorielastig ;-)

    Bei dem Aufruf war ich schon unterwegs. Dafür habe ich heute 5 fremde gegrüßt. ;-D

    Chrysantheme

    Zitat

    Ja beim "Aufreissen" stimmt das sicher, aber kann Mann bzw. Regelwerker das auch in einer Beziehung täglich umsetzen, in allen Alltagssituationen usw. auf seine Sitzhaltung achten...

    Das halte ich für absurd. Wie gesagt, das war jetzt nur ein Beispiel.

    In einem Buch das ich mal gelesen habe, ging es genau darum. Körperhaltung im Alltag. Es war interessant und trifft auf jeden, jederzeit zu. Genau wie _Themroc_ schon sagt. Am Ende wurde noch gesagt, mit etwas Übung wird man mit der Zeit genau die Haltung von anderen recht schnell wahrnehmen und deuten können. Klappt auch wirklich gut bei mir. Besonders interessant wenn man die eigene Körperhaltung dann mal analisiert. Es kommt öfter mal vor das ich mich bei schützenden Gesten erwische, z.B. einen Gegenstand vor den Körper halte. Falls du oder jemand anderes hier Interesse hat, schaue ich nach ob ich das ebook noch habe.


    Eifersucht ist so eine Sache die ich auch zu gut kenne. Ich habe schon vor längerer Zeit mal mit mir selbst abgemacht, so zu Handeln als ob sie nicht da wäre. Hilft sowieso nicht weiter aber wenn Gefühle im Spiel sind, ist es verdammt schwer.

    Wandrer

    Was du zum Thema Eifersucht schreibst macht klar, dass du eine Entwicklung bei dem Thema durchgemacht hast. Ich glaube, da unterscheidet sich die weibliche nicht von der männlichen Perspektive. Anscheinend hat dich dein Ex mit seinem Verhalten dazu gezwungen, denn er auch noch Beziehungen zu anderen Frauen gehabt hat, als ihr wieder "zusammen gekommen" seid.


    Früher warst du ja eifersüchtig und du hast dir das dann abtrainiert. So ist es normal, denn eigentlich wollen wir uns nicht bewegen. Wir tun das nur, wenn wir gezwungen sind oder eine Belohnung in Aussicht steht.

    Zitat

    Besonders hilfreich war, dass zwischen den Treffen immer ein paar Tage lagen,so dass ein gewisser Abstand bestand. Irgendwie ist es etwas bizarr: Ich wollte diese Momente der Nähe und Vertrautheit konservieren und stellte sie in Abhängigkeit zu seinen Beziehungen zu anderen Frauen. Je mehr ich mich selbstverpflichtet hatte für mein Glück verantwortlich zu sein, desto mehr konnte ich sein Glück, z.B. In Form von bereichernden Beziehungen zu anderen Menschen mitempfinden/fühlen,

    Das mit den Pausen wollte ich Outgoing auch schon vorschlagen.


    Was ich aber nicht verstehe - oder nur mit einer Unterstellung - ist das gesellschaftlich-philosophische Gerüst (Kritik der "monogamen Denkweise"), das du um diese Entwicklung herum gebaut hast. Das klingt für mich doch sehr nach Rationalisierung.


    Kann es nicht ganz einfach sein, dass du dich auf ihn eingestellt hast und nun noch nach einem "übergeordneten Prinzip" suchst, damit du diesen simplen Mechanismus nicht allein verantwortlich machen musst?


    Ich neige immer zu einfachen Erklärungen. ;-)

    Themroc

    Zitat

    Anscheinend hat dich dein Ex mit seinem Verhalten dazu gezwungen, denn er auch noch Beziehungen zu anderen Frauen gehabt hat,

    Das absurde bei der Eifersucht ist ja, dass sie sich auch gegen ganz unsexuelle, unintime Beziehungen beziehen kann. Was rational völlig sinnfrei ist...


    Es war gar nicht so sehr mein Ex. Man wird aber einfach nicht froh dabei. Eifersucht ist einfach kein schönes Gefühl, es ist ein Gefängnis, das man selbst konstriert hat. Das zu akzeptieren widersprach einfach meinen Lebensvorstellungen.

    Zitat

    So ist es normal, denn eigentlich wollen wir uns nicht bewegen. Wir tun das nur, wenn wir gezwungen sind oder eine Belohnung in Aussicht steht.

    Das hast du ziemlich treffend formuliert. Ich spüre in mir immer wieder eine Trägheit. So muss ich ganz bewusst Unannehmlichkeiten auffrischen, mich ganz bewusst an Grenzen treiben um mich herauszufordern. So findet sich auch immer leicht eine vorgeschobene Ausrede....

    Zitat

    Ich neige immer zu einfachen Erklärungen. ;-)

    Ich auch, aber... ;-)

    Zitat

    Kann es nicht ganz einfach sein, dass du dich auf ihn eingestellt hast und nun noch nach einem "übergeordneten Prinzip" suchst, damit du diesen simplen Mechanismus nicht allein verantwortlich machen musst?

    Ich denke, ich habe mich gerade nicht auf ihn eingestellt, sondern, im Gegenteil, von ihm gelöst. Eifersucht impliziert auch eine gewisse Abhängigkeit, zumindest verbinde ich das damit. Dass ich das so rationalisiere liegt daran, dass ich noch vor einigen Jahren eine sehr andere Auffassung von Beziehung/-sformen hatte, und dies ursächlich in meiner Entwicklung , d.h. Erziehung, Wertevermitllung durch mein Umfeld, …, sehe. Die Emotionalität hilft an bestimmten Punkten nicht weiter. Es stellt sich dann die Frage, inwiefern man reflektiert eine bestimmte Einstellung vertritt, oder mehr als unbewusste Verinnerlichung, z.B. Durch frühe Prägung oder unkritischer Betrachtung, auslebt.

    Wandrer

    Zitat

    Eifersucht ist einfach kein schönes Gefühl, es ist ein Gefängnis, das man selbst konstriert hat.

    Dazu fällt mir eins meiner Lieblingszitate ein:


    "Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft."


    :-)

    Zum ebook

    Versprecht euch jetzt nicht zu viel davon. Ich kann nicht sagen inwiefern der Inhalt "richtig" oder für euch zu gebrauchen ist. Ich habe meine Haltung jedoch des öfteren da wieder gefunden und dann daran gearbeitet. Ausserdem hat es mir die Augen geöffnet, Menschen in bestimmten Situationen richtig unter die Lupe zu nehmen. Was machen sie gerade, wie fühlen sie sich wohl in der Situation und wie zeigen sie das.


    Ich gehe jetzt schlafen gute Nacht *:)

    Morgen gibt's Haue von WA, aber egal ...

    Wandrer

    Zitat

    Das absurde bei der Eifersucht ist ja, dass sie sich auch gegen ganz unsexuelle, unintime Beziehungen beziehen kann.

    Da ist gar nichts absurdes dran, aus der Sicht des Eifersüchtigen. Beispiel Gespräch ohne Anfassen. DEr Eifersüchtling denkt: "Was zum Teufel kann der Partner so viel besser mit einem anderen teilen, aber nicht mit mir?" So eine Frage ist im System der Eifersucht überhaupt nicht abwegig. Aber was du auf den Punkt bringst: Eifersucht ist eine ausweglose Situation, da sich irgendwann die Grenzen der eigenen Einflussnahme auf das Geschehen unasuweichlich aufdrängen. Man erkennt irgendwann, dass es für die Eifersucht keinen praktikablen Weg gibt.


    Man könnte das monogame Modell zwar weiterführen, auf serielle Weise. Das hieße aber auch gleichzeitig, beim geringsten Anlass die Reißleine zu ziehen. Also im Grenzfall schon beim Verdacht, dass die Monogamie vom Partner verletzt wurde. Ja, und dann auch noch im Geiste oder im Gespräch. Hast du nicht "Gefängnis" geschrieben?

    Zitat

    Ich denke, ich habe mich gerade nicht auf ihn eingestellt, sondern, im Gegenteil, von ihm gelöst. [...] Die Emotionalität hilft an bestimmten Punkten nicht weiter.

    Und, wie hat sich das angefühlt? Welche Spielwiese hat deine Leidenschaft dann gefunden, wenn die Eifersucht dafür nicht mehr herhalten konnte? Mann/Frau ohne Emotionalität? Hm ...

    Zitat

    DEr Eifersüchtling denkt: "Was zum Teufel kann der Partner so viel besser mit einem anderen teilen, aber nicht mit mir?"

    Genau. Und ich denke, hier sollte man als Eifersüchtling von seinem Ross mal absteigen, und der Vielfältigkeit und Individualität eine Chance geben. Ich glaube, es ist wichtig, wenn man erkennt, dass die Beziehungen zu anderen nicht die eigene einschränken. Sie wird zwischen den Beziehungs"haltern" definiert und gestaltet. Sie muss kein festes Konstrukt darstellen. D.h. mal etwas übertrieben: Die Beziehung erliegt nicht einem Schicksal, das von Außen über einem hereinbricht und dem man sich fügen muss. Gleichzeit gilt es dabei auch seine eigenen Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.

    Zitat

    Und, wie hat sich das angefühlt? Welche Spielwiese hat deine Leidenschaft dann gefunden, wenn die Eifersucht dafür nicht mehr herhalten konnte? Mann/Frau ohne Emotionalität? Hm ...

    Nee, nee ....Holzweg! ;-) Ich meinte nur, die Emotionalität kann die notwendige Reflexion blockieren. Ich hatte das mal etwas weiter oben irgendwo geschrieben: Es kann helfen, wenn man sich bestimmte Situationen, in denen man die Eifersucht emporkriechen spürt, ausmalt und ganz bewusst die entstehenden Gefühle wahrnimmt und lebt. Im nächsten Schritt sich wieder bewusst davon distanziert und versucht sein Gefühl (nüchtern) zu reflektieren. ... bis dann irgendwann die Ideen kommen, was und wie man genau spüren und handeln möchte. Wie gesagt:alles gedanklich. In den jeweiligen Situationen will ich das Maximum an Emotion. Und durch diese Unabhängigkeit sind das auch ganz neue Gefühle geworden. Irgendwie unmittelbarer. Vorher war das wie ein Schleier, der darüber lag. Vielleicht auch einfach, weil mir nicht ganz klar war, woher diese Gefühle kamen und was sie bedeuteten....


    Ich frage mich gerade, ist denn Eifersucht eine Form von Leidenschaft? Irgendwie verbinde ich das damit nicht.....


    Leidenschaft als Verknüpfung von Lust und Schmerz... Ein verzehrendes Leiden, dem man sich nicht entziehen kann und in gewisser Weise selbst auferlegt, verbunden mit Sehnsucht....


    Ich sehe das eher als eigenständiges Gefühl. Oder wie siehst du das?

    Zitat

    Leidenschaft als Verknüpfung von Lust und Schmerz... Ein verzehrendes Leiden, dem man sich nicht entziehen kann und in gewisser Weise selbst auferlegt, verbunden mit Sehnsucht....

    Das wäre mir definitiv zu heftig. Klingt zwar interessant, aber auch so... hmm, weiß nicht... selbstzerstörerisch.

    Zitat

    Stimmt, aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum sich etwas zu beweisen, sondern das zu tun, wohin man durch seine innere Unruhe getrieben wird

    Zum ersten Punkt. Ich stell momentan auf jeden Fall fest, in welche Richtung mich meine innere Unruhe lenkt. Wenn ich etwas in die Richtung unternehme, fuehle ich mich besser. Es ist meistens ein unglaubliches Gefuehl. Doch auf der anderen Seite frag ich mich auch, seit wann ich dieses Verlangen verspuere? Ich denke erst seitdem ich den Faden kenne, auf PU gestosen bin, auf die Begriffe Selbstwertgefuehl und Selbstverwirklichung. Ich lebe jetzt sehr viel bewusster. Doch frueher hatt mich das alles ueberhaupt nicht interessiert und ich war glaub ich trotzdem gluecklich. Wenn nicht sogar gluecklicher. Oder hatte einfach andere Bereiche in denen ich mich verwirklichen wollte. Jetzt stellt sich eben fuer mich die Frage, vielleicht auch fuer euch, inwieweit diese neuen Ziele und Wuensche fuer ein perfektes Leben ueberhaupt aus mir selbst kommen? Oder muessen sie das ueberhaupt. Ich frage mich, ob diese neue Werteordnung fuer mich ueberhaupt der beste Weg ist. Aber da kann ich mir vermutlich auch schon wieder selbst die Antwort geben, indem ich diesen Weg wieder ein Stueck gehe.

    Zitat

    So, ich rufe nun dazu auf heute drei bis fünf Frauen anzuquatschen.

    War heut aktiv. Hatte auch ein ganz nettes Gespraech. Und hab hier einfach noch ein paar Leute nach dem Weg gefragt und im Supermarkt nach irgendwelchen Sachen. Was mir aufgefallen ist, ist das es mir hier viel leichter faellt, fuer mich als Auslaender, offensichtliche Fragen zu stellen. Es ist ja legitim nach dem Weg zu fragen. Zuhause in Deutschland fuer mich aber nicht. Da hab ich sehr deutlich gemerkt wie einem der eigene Verstand sein Verhalten vorgibt und einen Riegel vorschiebt. Werd das jetzt einfach mal die naechsten Tage und Wochen weitermachen und mal schauen wie es sich verhaelt und anfuehlt. Was mir aber immernoch schwer faellt ist zu akzeptieren, dass das gegenueber vielleicht auch Interesse an einem Gespraech hat. Ich rutsch immernoch sehr schnell in die Denke, das ich hier unerwuenscht bin und auch eine Fortfuehrung des Gespraechs zu einem spaeteren Zeitpunkt meist nicht erwuenscht ist.


    Wie ists denn bei euch gelaufen?