Zitat

    Es spielt mit ihren Emotionen und Gedanken und schmeichelt ihr, weil du sie begehrst.

    ich begehre sie ja wirklich. Ich sehe da keine manipulation :-)

    Zitat

    Könntest du darauf etwas genauer eingehen? Wenn dir deine Gefühle bewusst sind, was machst du dann mit ihnen? Ausleben, erklären, beschreiben? Was machst du, wenn du ambivalente Gefühle hast? Nach welchem Gefühl entscheidest du dich? Angenommen du bist auf einer Party, dein eines Gefühl ist:"Mir ist langweilig, ich hab kein Bock mehr und will nach Hause.", dein anderes Gefühl ist:"Ich will nicht zu früh heim gehen, vielleicht kann ich ja doch noch Spaß haben auf dieser Party". Vielleicht ein etwas banales Beispiel, aber naja.

    Ich beobachte sie. Wenn sie gerade meiner Absicht nicht hindern, dann lasse ich mich von ihnen inspirieren. Solche Gefühle wie Angst lasse ich einfach vorbeiziehen.


    Bei deinem Beispiel, würde das davon abhängen, wie stark das Gefühl ist, dass mich zum Nachhausegehen verleitet. Wenn nicht so stark würde ich es auch vorbeiziehen lassen, ansonsten gehe ich einfach Nachhause. Ich bin auch noch nicht vollständig in Kontrolle über mein Verhalten, es ist ein langer Weg dahin..


    Und Frauen sage ich gerne welche Gefühle ich im Moment habe, das merken sie ja sowieso recht gut, Frauen sind Profis, wenn es darum geht, die Gefühle einer anderen Person zu erraten;-D

    Ich platze auch mal wieder rein, wünsche den Damen und Herren einen angenehmen Wochenbeginn, brauche aber etwas Aufklärung zum Post von hrs-le von gestern abend.

    hrs-le

    Zitat

    Totale Offenheit und Ehrlichkeit in Beziehungen führt zum totalen Verlust sexueller Spannung.

    Dein Beitrag wirft für mich einige Fragen auf. Es passiert ja immer wieder, dass wir hier auch die Post-Aufriss-Phase besprechen und du tust das in dem Beitrag auch. Verkürzt gesagt empfiehlst du, das Verhalten des erfolgreichen Aufreißers einfach fortzusetzen, da sich nichts Grundlegendes geändert hat: "Mann trifft Frau".


    Da möchte ich doch mal fragen, ob du das (diese Empfehlung) schon in der Praxis durchgezogen hast, sagen wir mal über eine Zeitraum von über 12 Monaten? Deine Empfehlung der gesitteten Unehrlichkeit wird nämlich von den meisten Frauen für eine Beziehung als no-go und als unattraktiv empfunden. Etwas Chuzpe gehört schon dazu, das als kollektiven Wahn anzusehen. Optimismus widerspricht deiner These vehement und wirkt überhaupt nicht inkongruent dabei. Stan schreibt, dass "Ehrlichkeit" eine gültige Variante für Mr. Prof gewesen wäre, selbst in der Flirt-Phase. Dass es andersherum läuft, nimmt sie als "seine Tour" hin und macht ein Spiel daraus (wäre ja gelacht ...). Bei den Jungs liegt SchwarzerTee etwa auf der Linie. Ich bin unentschieden, meine Frage ist also ernst gemeint.


    Vieles ändert sich in einer Beziehung. Es gibt einen dynamischen Übergang zwischen den Phasen, der auch das Verhalten der Beteiligten in ein anderes Licht setzt. Wenn push-pull in der Anfangsphase als Zeichen von wild und ungezähmt unterstellt wird, heißt es dann: "Er weiß nicht, was er will". Ein Verhalten, das in der Werbephase kongruent erscheint, wird danach umgewertet.


    Auch einfach, weil das Repertoire irgendwann nichts Überraschendes mehr bietet. Man kennt sich. weiß sich einzuschätzen. Vorschusslorbeeren sind verbraucht. Auch Ambivalenz oder Eigenständigkeits-Duftmarken werden Alltagsphänomene, genauso vorhersagbar, wie Sportschau mit Hefeweizen. Das Verhalten in der Beziehung anders anzulegen, hat auch nicht unbedingt etwas mit Selbstverleugnung oder Verlust von Souveränität zu tun. Wenn ich mit einer längerfristigen Freundin in den Club gehe und anfange sie zu gamen, bekäme sie einen Lachkrampf oder zeigt mir den Vogel. Sowas passt nur für Neu-Bewerber. So ist meine Erfahrung


    Noch etwas anderes:

    Gen-Olympiade ist Humbug

    Diese ganzen Erklärungsmuster, die auf genetischen Präferenzen beruhen, sind völliger Bullshit. Es gibt überhaupt keine beobachtbaren Mechanismen, mit dem Gene ihren "Wirt" im sozialen Verhalten steuern könnten. Ginge es um die Überlieferung der "besten" Gene, wäre auch die geschlechtliche Fortpflanzung die zweitbeste Variante. Genetische Erklärungsversuche zum Paarungsverhalten sind eine Modeerscheinung von der Evolutionsbiologen, die vorne mitmarschieren, schon lange nichts mehr hören wollen. Von Psychologen oder Soziologen ganz zu schweigen. Diese Mode stammt im wesentlichen aus einem Trend, ökonomische Regeln auf das menschliche Zusammenleben außerhalb der Ökonomie zu übertragen. Das ist recht abgestandener, kalter Kaffee. Hinter diesen Ansätzen steht mehr der Wunsch nach einfachen Erklärungen, weniger eine streng wissenschaftliche Methode. Solchen Methoden hält das "Gen Erklärungsmodell" nämlich nicht stand. Nur wo ökonomische Kriterien im Vordergrund stehen, ist es auch so einfach. Da geht's dann aber auch nicht um Gene, sondern um Erbschaften.


    Analogien aus der Tierwelt, die so gerne herangezogen werden, sind in der Regel beliebig. Vogelmännchen bauen hübschen Nester, präsentieren fette Maden oder plustern sich auf um die Vogelin zu locken. Das soll dann Karriere-Fixierung und dicke Schlitten bei Männern erklären. Aha, aber nichts sonst haben wir mit diesen Kreaturen gemein, die können noch nicht mal Auto fahren. Genauso könnte man Schwarze Witwen oder die Weicheier von der Seepferdchen-Fraktion zum Beispiel aufbauen. Gemacht wird das nicht, weil's eben grad nicht passt. Selbst bei den genetisch nächsten Verwandten unterscheidet sich Paarungsverhalten zwischen den Arten fundamental, vor allem aber von dem des Menschen. Das Silberrücken-Prinzip ist uns z.B. genetisch fremder, als das unausgesetzte Rudelbumsen der Bonobos. Warum soll das eine als Analogon gelten, das andere aber nicht?


    Es reicht sich umzuschauen. Offenbar wählen Frauen nicht "den Besten" zum Partner. Der, den sie wählen, ist wahrscheinlich "der Passende". Verwundert das? Bestimmt nicht - ihr Mr. Right ist nicht Muttis Mr. Right. Die Frau ist ja selber der wichtigste Teil bei einer (erfolgreichen) Fortpflanzung. Liebt sie gemütliche Abende vorm Kamin, kann es sein, dass ihr mit einem geistreichen oder witzigen Gegenüber besser geholfen ist, als mit einem Hufschmied. Oder mit einem Hufschmied, falls sie Pferde liebt.


    Es ist der Passende, den sie sucht, nicht der genetic superstar.

    Wow- _Themroc_


    Ich glaube, wir kommen einigen Dingen etwas näher. ;-)

    Zitat

    Es gibt einen dynamischen Übergang zwischen den Phasen, der auch das Verhalten der Beteiligten in ein anderes Licht setzt.

    Gut erkannt. Was aber nicht heisst, dass man das immer als Schicksal (vor allem, wenn es mal nicht so läuft, wie man(n) es gerne hätte), das unabänderbar scheint, hinnimmt. Auch wenn die Beziehung sich verändert - die Menschen entwickeln sich ja schliesslich weiter - kann man (und auch frau) viel dazu beitragen, dass die Beziehung gut läuft.

    Zitat

    Offenbar wählen Frauen nicht "den Besten" zum Partner.

    Leider nein. Ich habe mit Sicherheit die falsche Person geheiratet. Hinterher ist man immer klüger. Aber trotzdem war nicht alles umsonst.

    Zitat

    Der, den sie wählen, ist wahrscheinlich "der Passende".

    Jein - nur, wenn beide vorher ehrlich und "offen" zueinander waren, dass jeder auch wirklich weiss, worauf er/sie sich einlässt. Sonst kommt plötzlich die Ernüchterung, dass sich jemand unglaublich verändert hat (was natürlich auch manchmal vorkommt.)


    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen: Wer mir offen und ehrlich begegnet - auch beim Streiten - mit dem kann ich grundsätzlich auch was anfangen.


    Eigentlich ganz einfach.

    Optimismus

    Zitat
    Zitat

    Offenbar wählen Frauen nicht "den Besten" zum Partner.

    Leider nein. Ich habe mit Sicherheit die falsche Person geheiratet. Hinterher ist man immer klüger. Aber trotzdem war nicht alles umsonst.

    Die falsche Person geheiratet? Überraschung: das kann der Passende gewesen sein. ;-D Man darf den Begriff nicht zu eng wählen, im Sinn von "bessere Hälfte". Ich zitiere mal zuendstoff sinngemäß:

    Zitat

    Oft suchen wir auch das Messer, mit dem wir uns am besten verletzen können.

    Auch sowas ist Ergebnis einer Auswahl, der eigenen. Tja, Partnerwahl hat oft etwas von Selbstverletzung. Wenn das eine Frauendomäne ist, dann gilt umgekehrt für Männer:


    Aha, ihr fühlt euch eingeengt, unterdrückt in eurer Beziehung? Unter der Fuchtel? Wie wäre es denn mal damit, sich die Wäsche wieder selbst rauszulegen, mal ne vernünftige Mahlzeit einzukaufen und auf den Tisch zu stellen? Wer sich benimmt wie ein Gör, wird auch so behandelt. Man(n) kann es sich nämlich in der Unmündigkeit auch bequem machen, sowas beobachte ich jedenfalls bei einigen Geschlechtsgenossen.

    Ich finde, wenn man eine Beziehung um Beziehungs willen aufrecht zu erhalten versucht, dann belügt man sich selber. Wenn zwei ehrliche Menschen sich auseinander Leben, dann besteht auch kein Grund witer zusammen zu bleiben. Andererseits passiert es bei ehrlichen Menschen nicht so oft, weil *das ist jetzt meine Überzeugung* genau diese Ehrlichkeit die Liebe auch weiter erhält. Ich fühle mich zu einer Frau verbunden, wenn sie starke Gefühle durchlebt, meistens durchlebe ich dann genau die gleichen Gefühle. Die Frage ist nur wie man damit umgeht. Wenn man ein Gefühl von vorne herein als falsch oder schlecht einstufft und es unterdruckt, ist das dann ein Problem, weil der Partner dann dich nicht mehr verstehen kann. Ich glaube daran scheitern die meisten Beziehungen... Ich finde man sollte alles fühlen, was auf einen zukommt, ob man dann nach dem Gefühl handelt, kann man dann immernoch entscheiden.

    SchwarzerTee

    Zitat

    Ich finde, wenn man eine Beziehung um Beziehungs willen aufrecht zu erhalten versucht, dann belügt man sich selber.

    Das ist sicher richtig und passt auch nicht mehr ins 21. Jahrhundert. Aber warum bin ich mit 15 nicht von zu Hause abgehauen? Aus Angst vor den Konsequenzen. Das hält heute auch noch Paare zusammen. Auch ohne Haus und Kinder. Der alte Affe Angst ist ein uralter Instinkt, der heutzutage nicht immer gut berät. Angst hemmt oftmals, gegen die Einsicht.


    Im Eingangspost von MK ist über 10 mal von der Angst die Rede, die es zu überwinden gilt.


    Gefühle

    Zitat

    Die Frage ist nur wie man damit umgeht. Wenn man ein Gefühl von vorne herein als falsch oder schlecht einstufft und es unterdruckt, ist das dann ein Problem, weil der Partner dann dich nicht mehr verstehen kann.

    Das ist genau der Punkt. Gefühle zulassen und realisieren. Möglichen Scham oder schlechtes Gewissen zurück drängen und dann offen dazu stehen. Also bei den Leuten, die es angeht.


    So ein Gefühl ist zum Beispiel Geborgenheit oder der Mangel daran. Wenn ich mit Frauen darüber rede (pervers, was? ;-D ) bin ich meistens erstaunt. Denn ich vermutete auch immer so eine Mischung aus starker Schulter und Bankkonto als Auslöser (archaisches Muster). Als erster Affekt funktioniert das auch noch, aber nicht lange. Dann reden die nämlich von emotionaler Geborgenheit, nicht verarscht zu werden. Bzw. reden sie meistens als erstes davon, man weiß aber, dass Körperkraft und Knete weiterhin gern genommen werden. ;-)


    Das wäre also so ein Punkt wo der Aufriss sich von der Beziehung unterscheidet. Und irgendwie sagen viele auch, dass ohne Offenheit Geborgenheit nicht möglich ist. Das Gelingen ist also nicht von den archaischen Mustern abhängig, Chefarzt-Ehen scheitern genauso, wie die von Zehnkämpfern.


    Ich muss hrs-le aber insofern recht geben, als das in einer Beziehung der Aufriss in Variante weitergeführt werden muss und dass Begehren unverzichtbare Voraussetzung bleibt. Dazu gehört selbstverständlich ein gewisser Wert, den man nicht aufgeben darf.

    Das gebe ich dir Recht. Sexuelles Begehren ist ein unverzichtbarer Teil der Beziehung. Dennoch bin ich nicht damit einverstanden, dass sexuelles Begehren zusammen mit Ehrlichkeit unmöglich ist. Sexuelles begehren ist ein Gefühl, es entsteht in der Dynamik zwischen mann und Frau. Ich bin der Überzeugung, dass es meistens zuerst durch den Mann entsteht, weil Männer allein schon das Optische einer Frau erregend finden. Bei Frauen entsteht dann das sexuelle Begehren in der ehrlichen emotionellen Verbindung, weil sie es spühren, dass der Mann sie begehrt. Und das erregt sie auch. Genau da kommt die ehrlichkeit ins Spiel. Wenn ich eine Frau als erregend empfinde und es ihr Mitteile, dann fühlt sie sich auch erregt. Das funktioniert auch umgekehrt! Ich glaub es ist in userer Natur die gegenseitigen Gefühle zu spiegeln.

    hrs-le

    Zitat

    Diese Kategorien "Ehrlich" vs. "Unehrlich" werden der Sache nicht abschließend gerecht!

    Diesem Satz stimme ich zu.

    Zitat

    Ehrlichkeit heißt, dass man sich völlig offenbart.

    Das hingegen sehe ich ganz anders. Wir reden nicht von morgens bis abends und geben staendig unsere Befindlichkeit kund, und das ginge auch gar nicht, weil die Sprache oft dem nicht gewachsen ist, was in uns vorgeht. Absolute Ehrlichkeit in deinem Sinne ist beim besten Willen voellig unmoeglich. Ehrlichkeit ist immer selektiv, und ich bin fuer Ehrlichkeit, aber auch fuer das bewusste Auswaehlen, was man sagt und was nicht. Ich stimme dir zu, dass der (notwendigerweise missglueckte) Versuch absoluter Ehrlichkeit unerotisch ist, aber ich sehe nicht, was das Problem an praktisch machbarer auswaehlender Ehrlichkeit ist - wobei man natuerlich diskutieren kann, was man auswaehlt (oder nicht sagt oder auch vorerst nicht sagt) und warum.


    Im Uebrigen finde ich deine Vorstellung von Ehrlichkeit ein wenig durcheinander:

    Zitat

    Man muss immer ehrlich sein, man muss immer die Wahrheit sagen, man muss immer höflich sein, man muss immer.....

    Ehrlich sein und hoeflich sein stehen sehr haeufig im direkten Widerspruch.

    Zitat

    eben nicht immer die Wahrheit zu sagen, eben nicht jedes Problem zu diskutieren, sondern sie auch mal - männlich hart - auflaufen zu lassen ("Schätzchen, jetzt nicht, meine Kumpels warten.")

    Haeh? Hier propagierst du doch gerade Ehrlichkeit und nicht Hoeflichkeit. (Bzw. sowas zu sagen, wenn es nicht ehrlich ist, macht fuer mich so wenig Sinn, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass es das ist, was du meinst.)

    Zitat

    Ich stimme dir zu, dass der (notwendigerweise missglueckte) Versuch absoluter Ehrlichkeit unerotisch ist.

    Hast du das schon probiert? Also für mich ist es erotisch, wenn eine Frau zu mir sagt, dass ich sie feucht mache.


    Ansonsten stimme ich dir zu. Ich sehe zwar kein Problem darin, überall und immer Ehrlich zu sein, ausser unserer innerer Blokaden, aber schon der Versuch so ehrlich wie möglich zu sein ist viel Wert!

    _Themroc_

    Zitat

    Da möchte ich doch mal fragen, ob du das (diese Empfehlung) schon in der Praxis durchgezogen hast, sagen wir mal über eine Zeitraum von über 12 Monaten?

    Ja. In meiner letzten Beziehung. Davor nur im Verführungskontext. Ich muss aber dazu sagen, dass meine Ex-Freundin ein sehr schwieriger Charakter ist, mit Entwertungstendenzen. Sie hatte schon sehr viele Beziehungen, die alle daran gescheitert sind, dass die Männer nach einer Weile nicht mehr gut genug waren. Sie hat unglaublich viel getestet und versucht zu manipulieren. Meine Empfehlung ist nicht, sich völlig statisch und stoisch der Unehrlichkeit hinzugeben, sondern genau zu beobachten, zu analysieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Ob eine Beziehung gelingt, oder scheitert, liegt wohl selten an einer Person allein.

    Zitat

    Deine Empfehlung der gesitteten Unehrlichkeit wird nämlich von den meisten Frauen für eine Beziehung als no-go und als unattraktiv empfunden.

    Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt. Weder möchte ich permanent lügen und betrügen, noch möchte ich belogen und betrogen werden. Jeder, der eine lange Beziehung mal geführt hat, weiß, dass Vertrauen und Ehrlichkeit zwischen zwei Menschen sehr sehr schöne Dinge sind. Aber auch jeder, der mal in einer langen Beziehung war, weiß (wenn er gut genug beobachtet), dass es immer wieder Tests von der Frau gibt, auch Manipulationsversuche. Ich kenne aus meinem näheren Umfeld konkret zwei Beispiele, wo lange Beziehungen sexuell überhaupt nicht mehr funktionieren, obwol in allen Fällen gesagt wird, dass sich die Partner lieben. Es wird viel geredet, respektvoll miteinander umgegangen. Die Männer versuchen auf die Frauen einzugehen, mit ihnen zu diskutieren, aber es ändert sich nichts. Abgesehen davon, dass es dafür viele Gründe geben kann, ist meine These, dass hier einfach die Grundanziehung nicht mehr stimmt. Die Männer fühlen sich an ihr Treueversprechen gebunden und handeln entsprechend. Es findet hier keinerlei Verführung mehr statt. Wo steht geschrieben, dass es in einer Ehe auf sexuelle Lust eine Garantie gibt?


    Direkte Ehrlichkeit im Gespräch, in dem der Mann sagt, dass er mit seiner Frau gern schlafen möchte, führt hier nicht zur Lösung des Problems, egal wieviel geredet wird.


    Die Anwendung von Verführungsstrategien würde aber schon helfen. Dazu müsste man jedoch die totale Offenheit und Ehrlichkeit aufgeben.


    Es stellt sich nun die Frage, wie soll man sich in einer solchen Situation entscheiden?

    Zitat

    Optimismus** widerspricht deiner These vehement und wirkt überhaupt nicht inkongruent dabei. Stan schreibt, dass "Ehrlichkeit" eine gültige Variante für Mr. Prof gewesen wäre, selbst in der Flirt-Phase.

    Du meinst Shak? Shak und Optimismus sind beide Frauen und nehmen die weibliche Sichtweise ein. Ich möchte damit keinen Graben ziehen oder Feindbilder an die Wand malen. Ich mag Frauen, sehr sogar. Aber es sollte dir klar sein, dass das was Frauen sagen in erster Linie sozial konditioniert ist, sie verkörpern die Werte der Zeit. Männer tun das auch, deshalb sind sie z.B. als verheiratete Ehemänner oft treu, auch wenn nix mehr läuft, auch wenn es trotzdem Bedürfnisse gibt, die dann unterdrückt werden. Es gibt aber noch eine Ebene, die darunter liegt. Es geht dabei um Anziehungskräfte, wie sie entstehen und vergehen. Dinge, denen man nur sehr schwierig rational beikommen kann. Lies mal hier im Forum, was Frauen für Empfehlungen geben, wenn z.B. Männer fragen, was sie in bestimmten Situationen tun sollen, wenn es mit einem Mädchen nicht funktioniert. "Schreib deine Gefühle in einen Brief", "Gib ihr Zeit", es gibt nicht wenige Männer, die es auch mit Blumen versuchen..... Sicher ist das alles romantisch. Manchmal funktioniert es sogar mit einem Brief, aber noch häufiger kommt die Antwort: "Du bist echt süß, aber ich empfinde nichts, lass uns Freunde bleiben". Genau das gleiche ist es, mit dem "Zeit geben". In der Zeit, die man einem Mädchen gibt, um sich zu entscheiden, während man in der Bude sitzt und die Wände hoch läuft, verführt sie ein anderer, der einfach die richtigen Knöpfe in der richtigen Reihenfolge drückt und ihr nicht Zeit gibt.


    Um es kurz zu machen: Ich beobachte, wie sich Menschen verhalten und ziehe Schlüsse. Das, was Frauen sagen, wie Männer sein sollen, ist oft nicht das, was dann wirklich anziehend auf Frauen wirkt.


    Das bekannte Arschloch-Phänomen ist auch so eine Sache. Keine gesunde Frau will ernsthaft ein Arschloch als Freund. Im Gespräch mit der Freundin sagt die Frau dann vielleicht trotzdem: "Er ist so ein Arschloch, aber ich liebe ihn." In den Jungmänner-Threads wird oft sogar von Frauen gesagt, der Mann solle "nett" sein.


    Wenn man das genau übersetzt, weiß man schon, wie es zu verstehen ist. Man weiß, dass gewisse nette Charakterzüge durchaus begehrt sind, aber nicht nur. Und ein Fakt bleibt. Es gibt einen Haufen netter Jungmänner, AFCs und andere Nice Guys, die einfach wenige Chancen haben. Richtige Arschlöcher (also richtig krasse Typen) schreiben aber nie in irgendwelchen Foren, dass sie Probleme haben, Frauen zu finden.


    Wenn ein Mädel zu mir sagt: "Du Arsch", weil ich ein bischen frech gewesen bin, dann ist das jedenfalls ein untrügliches Zeichen, dass die Marschroute stimmt.

    Zitat

    Ich bin unentschieden, meine Frage ist also ernst gemeint.

    Hast du nie mit einer Freundin stundenlang geredet, um der Ursache auf den Grund zu gehen, warum sie sich ihrer Gefühle nicht mehr sicher ist, mit dem Resultat, dass sie am Ende des Gespräches noch unsicherer war?

    Zitat

    Wenn push-pull in der Anfangsphase als Zeichen von wild und ungezähmt unterstellt wird, heißt es dann: "Er weiß nicht, was er will".

    So lange alles gut läuft und zwei Menschen sich gut verstehen, gibt es doch keinen Grund, dagegen zu halten oder die Frau "im Schach" zu halten. Trotzdem kann es eine Phase geben, wo man mit offenem Reden nicht weiter kommt. Vielleicht hat die Frau einen anderen kennen gelernt und findet ihn jetzt toll. Wenn man hier nun anfängt zu reden (Typisch: "was hat er, was ich nicht habe", "willst du ihn wieder sehen"....), dann bringt man doch nur eine eigene Unsicherheit zum Ausdruck. Dabei ist das eine ganz normale Verführungssituation. Wenn sowas vor einem Aufriss passierte, ließe sich der Verführer nicht in Konkurrenz zu anderen Frauen bringen. Ehrlichkeit funktioniert hier nur bedingt.

    Zitat

    Diese ganzen Erklärungsmuster, die auf genetischen Präferenzen beruhen, sind völliger Bullshit.

    Ob dieses Erklärungsmuster gültig ist, oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich würde sehr gern mehr darüber lesen und wissen, was Menschen zusammen hält, und was sie auseinander bringt. Es gibt aber Dinge, die man beobachten kann. Bestimmte männlich-dominante Verhaltensweisen werden als attraktiv empfunden, AFC oder Nice Guy Verhaltensweisen werden als unattraktiv empfunden, viele Männer verlieren in Beziehungen an Attraktivität, wenn sie sich zu wenig männlich-dominant verhalten. Die unglücklichen Männer in meinem Freundeskreis sind eigentlich alles Weicheier. Sie leben in Partnerschaften, die nicht lange halten, oder in denen die Männer nichts zu sagen haben (die Frau dominiert), oder viel Rumgezicke/Drama von den Frauen. Ich sehe da große Bemühungen, das mit Worten zu klären, aber es ändert sich eigentlich nichts. Obwohl "miteinander Reden" aktuell als Wert hoch im Kurs steht, führt das nicht zur Lösung der Probleme. Ich unterstelle also, dass es irgendwelche Muster in uns geben muss, die tiefer liegen, als das sozial Konditionierte und die dafür sorgen, dass zwei Menschen miteinander gut umgehen können, oder nicht.

    Zitat

    Offenbar wählen Frauen nicht "den Besten" zum Partner. Der, den sie wählen, ist wahrscheinlich "der Passende". Verwundert das?

    Der im Moment Passende, ja. Aber das ist keine Entscheidung auf Dauer. Sie wird gelegentlich hinterfragt.

    Schwarzer Tee

    Zitat

    Hast du das schon probiert? Also für mich ist es erotisch, wenn eine Frau zu mir sagt, dass ich sie feucht mache.

    ;-D Wenn du glaubst, ich haette gemeint, sie soll solche Sachen fuer sich behalten, hast du nicht so ganz die beabsichtigte Folgerung aus meinem Posting gezogen...

    hrs-le

    Du versuchst die Beziehung zwishen Mann und Frau auf logischer ebene zu Beschreiben. Es funktioniert nur bedingt. Die Beziehungen laufen auf emotionellen Ebene ab!


    z.B. Deine Version von Problemen klären, bedeutet sie mit der Frau zu besprechen und eine Gemeinsame Lösung finden. Es ist der logische Ansatz! Klar funktioniert das nicht.


    Die Probleme müssen nicht immer "gelöst" werden, meistens sind es auch gar keine Probleme, sondern Gefühle, die von etwas ausgelöst werden und als unangenehm empfunden werden.


    Es reicht einfach aufmerksam zu sein, sich in die Gefühlwelt der Frau hineinzuversetzen und sagen "Ja, jetzt verstehe ich wie du dich fühlst. Ich kann es auch fühlen." Und schon ist Das Problem gelöst! Gefühle gehen genauso schnell, wie sie kommen. Plötzlich fühlt sich die Frau verstanden, und es gibt kein Problem mehr.


    Ehrlich zu sein ist genau der Gegensatz von "NiceGuy", "AFC" oder was auch immer da noch gibt. Ehrlich zu sein bedeutet dass man keine Soziale Fassade aufsetzt, sondern mit seinen eigenen Gefühlen im Einklang handelt.


    Arschlöcher sind ehrlich, deswegen finden manche Frauen sie so anziehend. Aber "Arschlöcher" hassen die anderen Menschen, weil sie sich nicht ausreichend geliebt fühlen. Deswegen sind sie ehrlich in ihrem hass aber auch in ihrem sexuellen verlangen. Das können Frauen mit genau gleichen seelischen Problemen anziehen finden...

    @ SchwarzerTee

    Zitat

    Hast du das schon probiert? Also für mich ist es erotisch, wenn eine Frau zu mir sagt, dass ich sie feucht mache.

    Und wenn sie sagt: "Du machst mich feucht, aber heute gehts nicht, ich hab vom Kohl essen gestern so schreckliche Blähungen und mit Sicherheit Bremsspuren im Schlüpper."


    Auch ehrlich - aber nicht unbedingt angemessen. ;-) Und erotisch nur für Menschen einer bestimmten Interessengruppe. Ehrlichkeit und Vertrautheit sind schöne Dinge, aber bedingungslos und absolut funktionieren nur sehr, sehr wenige Dinge auf dieser Welt. Das ist eben die Kunst des menschlichen Miteinanders, alles ist situationsabhängig - sich darüber Gedanken machen, wie es hier in diesem Thread vorrangig unter der Prämisse "Frauen kennenlernen" geschieht, bringt nicht lauter gewissenlose Manipulateure (keine Garantie für die Existenz der in meinen Beiträgen verwendeten Begriffe) hervor, sondern vielleicht eher aufmerksame, empathische und sozial kompetente Menschen.

    Lewian

    Zitat

    Im Uebrigen finde ich deine Vorstellung von Ehrlichkeit ein wenig durcheinander:

    Ich hatte hier einige allg. akzeptierte Werte aufgeführt, die man Kindern als Imperativ beibringt. Generell geht es nicht nur um Ehrlichkeit. Sondern es ging um die Frage, inwiefern gesellschaftlich hoch im Kurs stehende Werte einer dauerhaften erotischen Beziehung zwischen Mann und Frau im Weg stehen können, weil sie evtl. unattraktiv machende Einblicke und Berechenbarkeit mit sich bringen. Bedingungslose Ehrlichkeit in allen Belangen ist dabei nur ein Aspekt.

    Zitat

    Haeh? Hier propagierst du doch gerade Ehrlichkeit und nicht Hoeflichkeit. (Bzw. sowas zu sagen, wenn es nicht ehrlich ist, macht fuer mich so wenig Sinn, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass es das ist, was du meinst.)

    Ich habe hierbei unterstellt, dass es "vernünftigen" Männern ein Bedürfnis ist, ein Problem mit ihrer Freundin zu klären. Oft enden aber lange Gespräche nicht damit, dass die Partner wie zwei Liebende sich in den Armen liegen, sondern mit einer tiefen Kluft, die durch das Gespräch nicht überbrückt werden kann. Wenn es um irrationale Themen geht, von denen ich schon im Voraus weiß, dass ich das nicht klären kann, weil mit gefühlsgespeisten Argumenten hantiert wird, denen rational nicht beizukommen ist (das typische Problem des aneinander Vorbeiredens), dann ist es unter Umständen besser, ein solches Gespräch gar nicht zu führen, obwohl man vielleicht gern reden möchte, in der Hoffnung, das Problem zu klären.

    a.fish

    Zitat

    Das ist eben die Kunst des menschlichen Miteinanders, alles ist situationsabhängig - sich darüber Gedanken machen, wie es hier in diesem Thread vorrangig unter der Prämisse "Frauen kennenlernen" geschieht, bringt nicht lauter gewissenlose Manipulateure (keine Garantie für die Existenz der in meinen Beiträgen verwendeten Begriffe) hervor, sondern vielleicht eher aufmerksame, empathische und sozial kompetente Menschen.

    Das hast du sehr schön gesagt. Diese Hoffnung verbinde ich mit dem Nachdenken über das Thema und der Diskussion.