Sorry, wollte hier nichts verfälschen.


    Der letzte Teil meines Posts müsste eigentlich so aussehen:



    Zitat

    Ich denke jeder Mensch hat Angst davor sich ganz grob in einem anderen Menschen zu täuschen. Das Gefühl der Desillusionierung bringt das Eingeständnis vor einem selbst mit, dass man sich getäuscht hat, dass man naiv und blauäugig gewesen ist und man als Idiot dasteht. Sich einzugestehen einen Fehler gemacht zu haben, vielleicht sogar über Jahre hinweg, ist ein sehr schlimmes Gefühl für die meisten Menschen.

    Ich denke, dass man diesbezüglich teilweise auch sehr undankbar ist. Ich meine, wenn eine Beziehung z.B. 8 oder 12 Jahre für mich in Ordnung ist, und dann aus irgendeinem Grunde nicht mehr, z.B. weil der Partner dann fremd geht, ändert es ja nichts daran, dass die 8 oder 12 Jahre davor für mich in Ordnung waren. Ein für mich inakzeptables Ereignis jetzt oder in der Zukunft mindert ja nicht den Wert der Vergangenheit.


    Was die unerwünschte Desillusionierung betrifft, funktioniert es meines Erachtens auch in die andere Richtung, sprich erwünschte Illusionierung. Wie oft vermeidet man Auseinandersetzungen und offensichtliche Probleme, um eine attraktive Illusion aufrecht zu erhalten. Ich finde das auch sehr nachvollziehbar. Warum sollte ich mich mit einer problembehafteten Realität auseinandersetzen, wenn Illusion und Hoffnung doch viel schöner sind. Verliebtheit ist eine dieser großartigen Illusionen, die man nicht aufgeben will, aber irgendwann muss. Hier in diesem Forum gibt es viele dieser Geschichten, wo man versucht, eine Illusion einer Verliebtheit oder funktionierenden Partnerschaft aufrecht zu erhalten, obwohl realistisch betrachtet schon jegliche Grundlage entzogen ist.


    Es ist schon richtig, dass eine Desillusionierung schmerzhaft sein kann, aber es ist nicht immer so, dass man das unfreiwillige Opfer einer Illusion ist, sondern, im Gegenteil, sie oft mit großer Hoffnung selbst erschafft.




    Hab leider ein paar Zeichen falsch gesetzt. Vielleicht kann die Moderation das ja korrigieren?

    Hermina

    Zitat

    Habt ihr noch eine Idee wie man sich selbst besser finden kann und sich auch somit einen "besseren" Partner zugesteht. Unabhängig der selbstgesehenen Unzulänglichkeiten?

    Ist eigentlich gar nicht so kompliziert, wenn auch nicht unbedingt einfach.


    Es gibt zwar viele Probleme die ein ungesundes Ego aufweisen könnte aber die häufigsten und die wichtigsten sind wohl folgende:


    Problem:


    Konfrontationsangst - Man hat in der Kindheit gelernt, dass man den Eltern nicht direkt widersprechen soll, daraus resultiert das Verlangen seinen Standpunkt bzw. seine Meinung irgendwie auf eine manipulative Art und Weise durchzusetzen.


    Wirkung:


    Man vermeidet direkte Konfrontation, hat Angst seine eigene Meinung durchzusetzen, enzieht sich vielen unangenehmen Situationen, die eigentlich konfrontiert werden müssten.


    Ist wohl auch die Ursache für die "sozialen Maske", die wir tragen.


    Heilung: Bewusst darauf achten immer ehrlich und direkt zu den Menschen zu sein auch wenn das negative Reaktionen oder Gefühle bei den Menschen auslösen könnte.


    Problem:


    Kritikangst auch angst Fehler zu machen, weil man unbewusst denkt, dass man für seine Fehler von jemandem bestraft wird. Weil man früher von seinen Eltern dafür bestraft wurde.


    Wirkung:


    Man verkauft sich oft unter seinem Preis, das heißt man versucht nicht etwas zu erreichen, was eine Chance zum scheitern haben könnte, man setzt sich lieber auf die sichere Seite. z.B. das man als Mann keine "Supermodels" anspricht, weil man Angst hat zu scheitern etc.


    Heilung:


    Sich klar machen, dass man nur selbst für seine eigene Entscheidungen verantwortlich ist, ab einem gewissen Alter haben die Eltern oder sonst irgendwelche Menschen keine Bestimmungsrechte über das eigene Verhalten. Ganz bewusst darauf achten, dass man nur nach eigenen Wünschen handelt zumindest in den Entscheidungen, die sich selbst betreffen.


    Und wohl das Wichtigste


    Bedingte Liebe --- Man wurde von den Eltern nur geliebt, wenn man ihren Erwartungen etspricht.. das kennt wohl so gut wie jeder.


    Wirkung:


    Man hat das Verlangen es allen recht zu machen, man hat Angst von Fremden Menschen in seinen Handlungen beurteilt zu werden. Man denkt dass man nur geliebt werden kann, nur wenn man gewissen Erwartungen eines Menschen entspricht. Ist auch die Ursache für die Unsicherheit, was die begehrte Person von einem denkt.


    Heilung:


    Hm.. ich glaube dieses Konzept ist so tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, dass einige sich gar nicht vorstellen können, jemanden bedinungslos zu lieben, oder von jemandem bedinungslos geliebt zu werden. Die effektivste Methode meiner Meinung nach: Meditation über Bedinungslose Liebe. Man stellt sich z.B. vor das Gefühl der Liebe vor was man für eine Person empfindet und versucht es auf jeden anderen Menschen zu projezieren. Ausserdem man macht sich klar, das Liebe ein freiwilliges Geschenk an eine andere Person ist, und keiner hat den Anspruch darauf geliebt zu werden, egal wie weit die Beziehung fortgeschritten ist.


    Und ausserdem muss man darauf achten sich keine Gedanken darüber zu machen was die Menschen von einem denken könnten. Wenn sie überhaupt an dich denken und sie etwas stark stört dann werden sie es schon sagen.


    Dazu muss auch noch gesagt werden, dass hier keine Wunderpille exestiert und man nur durch die Übung, Achtsamkeit, und Beständigkeit an sich etwas ändern kann.

    Zitat

    Das setzt voraus, dass wir unsere gefühle in der Großhirnrinde verarbeiten, die dafür nicht geeignet bzw. von der Natur nicht vorgesehen ist. Ich glaube das ist auch die Ursache dafür, das wir so lange leiden und uns an irgendwelche Gedanken festbeißen, die wir mit bestimmten Gefühlen verbinden.

    Durchaus interessant. Würde mir erklären, warum ich mir manchmal den Kopf zerbreche, warum ich jetzt so komisch fühle und es mir nicht erklären kann und rational gesehen doch alles bestens sein müsste.

    Zitat

    Ich glaube, dass scoot vielleicht ein wenig missverstanden wird. Ich denke es geht gar nicht um akute starke Eifersuchtsgefühle, sondern einfach um ein nagendes Grundgefühl. Ich kenne das auch ein wenig. Wenn man sich eine zeitlang mit dem Frauenaufreißen beschäftigt und zwar auch noch auf dem "Niveau" wie wir es tun und selbst die eine oder andere Erfahrung sammelt (und zwar als derjenige, der die Kleine will, egal ob sie einen Freund hat oder nicht und sie dann auch bekommt), kommt man früher oder später zu dem Ergebnis, dass einem im Laufe der Erziehung eine Menge Bullshit eingetrichtert wird. Vielleicht, scoot, ist dein Eifersuchtsgefühl weniger ein wirkliches Eifersuchtsgefühl, sondern das Gefühl von Desillusionierung. Man würde ja gerne an die "wahre Liebe" und "die Richtige" glaube, insbesondere wenn man verliebt ist und so wird es einem ja in den Medien und der Filmwelt auch vorgelebt.

    Endlich hab ich mal das Gefühl verstanden zu werden! Man WA, danke dafür.


    Ich hab das Gefühl Themroc und hrs-le (meine beiden Hauptfeedbackgeber) häufig zu sehr verbissen "auf das Spiel" und lassen zu selten "laufen". WA kann sich auch mal ein bisschen davon lösen. Fällt mir schwer das zu beschreiben. Auf jeden Fall zeugt dein Beitrag von einer Menge Verständnis und Einfühlungsvermögen.

    Zitat

    Man ist verliebt, irgendwie ist alles an ihr speziell und neu und anders und dazu kommt noch das Märchen von der ewigen Liebe und "dem richtigen Partner" und dass sie mal mit einem anderen in die Kiste hüpft, passt einfach nicht in dieses Bild rein, was man so gerne glauben würde.

    Volltreffer.

    Isser.


    Aber beide Betrachtungsweisen führen zu dem fehlenden Grundvertrauen bei dir. Ob man die Auswirkungen etwas allgemeiner betrachtet wie WA oder etwas konkreter - wie du das bisher selbst getan hast.


    Die Unterstellungen sind dir nun selber peinlich und jetzt ist also die Welt ganz allgemein schlecht - und die Gletscher schmelzen. Scoot, langsam begreife ich, was dich hierher verschlagen hat.

    Zitat

    Die Unterstellungen sind dir nun selber peinlich

    Nicht wirklich.

    Zitat

    und jetzt ist also die Welt ganz allgemein schlecht

    Hö?

    Zitat

    - und die Gletscher schmelzen.

    Das tun sie eh schon.

    Zitat

    Scoot, langsam begreife ich, was dich hierher verschlagen hat.

    Aha? Klär mich auf.


    Meine Sicht: Sobald die Beziehung angefangen hatte, wollte ich eigentlich ohne fremde Hilfestellung alles alleine regeln. Als mich das Dienstag überforderte kam ich hierher um darüber zu reden. Im Grunde genommen hat mir keiner eurer Tipps (sofern welche vorhanden) wirklich weiter geholfen. Vielmehr habe ich durch das darüber Reden und alles Aufschreiben und dem Lesen eurer Sichtweisen (auch wichtig!) das Ganze verarbeitet. Wirklich.


    Aber auf Themrocs Fantasie bin ich auch gespannt.

    @ SchwarzerTee

    Zitat

    Wann ist für dich Schluss mit Treue? Wenn du kein Verlangen verspührst treu zu bleiben? Oder sonst irgendein anderer Vorfall / Etwicklung in deiner Beziehung ?

    Ich weiß nicht, ob es Vorfälle gibt, die krass genug sind, um alle Gefühle für einen Menschen auszulöschen oder ins Gegenteil zu kehren. Ich würde eher sagen, es ist immer eine Entwicklung, auch wenn bestimmte Vorfälle vordergründiger, eher zu sehen und zu fassen sind.


    In meiner letzten Beziehung gab es einen Punkt, an dem von den Gefühlen nichts mehr außer Mitleid übrig war. In diesem Moment hatte mein damaliger Partner sein "Alleinstellungsmerkmal", nämlich, meine "love" verloren. Allerdings mochte ich ihn ja immer noch und natürlich tat mir dieser Verlust auch weh. Insofern wäre das vielleicht ein Punkt gewesen, an dem ich kein Verlangen zur Treue mehr gespürt hätte, allerdings war ich viel zu traurig und noch mit dem Begraben dieser Beziehung beschäftigt (unhöflicherweise bevor ich ihn davon in Kenntnis gesetzt habe), als das ich mir über andere Kontakte Gedanken gemacht hätte.


    Heute würde ich das anders handhaben, bzw. versuche auch, es anders zu handeln. Ich möchte, dass mein Partner über meine grundlegenden Geisteszustände informiert ist.


    Damit meine ich nicht, dass ich ihm jeden Mist, der mir am Tag durch den Kopf geht, brühwarm erzähle. Aber wenn ich tiefgreifendere Veränderungen in meiner Gefühlswelt bemerke, möchte ich damit nicht allein sein. Ich halte es für fair, ihm zu sagen, woran er gerade bei mir ist.


    Daher hoffe ich, dass ich nicht mehr in die Situation komme, dass sich mein Bezug, meine Beziehung zu meinem Partner bei mir ändert, seine zu mir aber weitgehenst unberührt bleibt, weil da keine klare Kommunikation stattgefunden hat. Und solange ich noch in Kontakt – kommunikativ, emotional - mit meinem Partner bin, solange wir noch gemeinsam an unserer Beziehung arbeiten, fühle ich mich ihm noch so weit verbunden, dass ich da nicht durch fremde Betten hüpfen würde. Oder auch keine emotionale Nähe zu einem anderen Menschen zulassen würde. Auch wenn die Liebe vielleicht weg ist, bleibt er ja ein besonderer Mensch.

    RajMerchant

    Zitat

    Schöne Beispiele, nur leider am Kern vorbei. "Vorstoß ins Unbekannte" ist nichts davon, das sind alles Optimierungen und Weiterentwicklungen des Bekannten. Krieg, Ausbeutung, Ausbeutung, Kommunikation. Neue Strophen in altem Lied. Interessiert mich nicht. Können andere sich dran verausgaben.


    Ach, du meinst, alle Berge seien schon bestiegen, alle Wüsten durchquert und alle Pole besucht? Kein Widerspruch. Ich muß auch nicht der erste sein, der das mit rattengezogenem Fahrzeug macht. Eben deswegen finde ich die Herausforderungen und Unbekanntheiten neuer Eroberungen spannend. Seien wir mal ehrlich: rein körperlich ähnelt sich das doch alles sehr. Das runde muß ins eckige, sozusagen. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, sich Zugang zu Personen und Persönlichkeiten zu erkämpfen. Das ist das Unbekannte, das heute noch bleibt. Außer den Wäldern am Kongo und am Amazonas. Aber da fahre ich auch noch hin.

    Schöne Argumentation, nur leider am Kern vorbei.

    Zitat

    Ach, du meinst ...

    Nö. Nix davon mein ich ...


    Menschen sind toll. Keine Frage. Ihnen zu Begegnen, über die Ladentheke, in der U-Bahn, während der Arbeit an gemeinsamen Projekten, beim Barflyen, oder Inet-Surfen; täglich oder einmalig; jahre- oder minutenlang. Natürlich ist es spannend, zu schauen, wie sie reagieren, wenn sie überfordert sind. Wie sie sich gehen lassen und/oder das Ruder in die Hand nehmen. Es ist aufregend dabei zu sein, wenn Leute körperliche Reaktionen auf Außeneinwirkung zeigen ... sei es, dass eine Frau rote Wangen kriegt, wenn ihre jüngeren Angestellten beiderlei Geschlechts das Wort an; oder, dass Miss Eloquent die Hand in den Ausschnitt legen muss, wenn sie sich in eine Diskussion hineinsteigert - zum kühlen, weil sie an der Stelle über der Brust unregelmäßige rote Flecken bekommt. Oder Leute beobachten, die subtiler reagieren. Klar, Nächte, in denen möglich wird, was zu keiner anderen Tageszeit sein könnte, sind Irrsinn - und in dieser Hinsicht "nächtliche" Begegnungen Wahnsinn. ... Logisch macht Getänzel und Gerangel, Gebalze und Gespiele Spaß. 'Gegeneinander' "Wer ist die härtere Sau" oder 'miteinander' "Wie tief kommen wir noch". Logisch ist man (ich jedenfalls) neugierig drauf, wie Leute ticken und ficken. Und wie man selbst mit Leuten tickt und fickt.


    Ja, ja, ja! ... sich selbst und andere 'zu entdecken' ist eine der ganz ganz ganz ganz großartigen Sachen hier!!! (Andere ähnlich großartige Sachen fallen mir grad nicht ein)


    Was mir nicht so gefällt, sind deine heldenhaft-martialische Weltentdeckermetaphorik und die Logik und nicht zuletzt der Subjektbegriff (und seine Voraussetzungen), die sie impliziert ...

    Zitat

    "Vorstoß ins Unbekannte", verausgaben, Herausforderungen, Eroberungen, Zugang erkämpfen

    :-o


    ... allerdings nicht unspannend ;-D

    Meine Tastatur ist kaputt. Sie macht schöne Töne, aber keine Zeichen mehr. Damn.




    Was ist das denn für ein Breigeschleiche? (wie Optimusmus sagen würde)

    Zitat

    Schöne Beispiele, nur leider am Kern vorbei.

    Zitat

    Schöne Argumentation, nur leider am Kern vorbei.

    Was ist der Kern?

    Zitat

    Was ist das denn für ein Breigeschleiche? (wie Optimusmus sagen würde)

    Ich nehme an, Du meintest mich damit.


    |-o Sage ich das so offensichtlich? Na dann. Immer geradeheraus. Das verstehen alle. ;-D:)*

    WA

    ich begreife nicht, dass die Ablösung der Biedermeier-Romatik durch die Erfahrungen des Frauenaufreißers oder das Lesen des Regelwerks und umliegender Ortschaften Schmerzen auslöst. Lass uns doch mal chronologisch vorgehen. Irgendwas passt oder klappt nicht im "mit den Frauen". Man versucht dies und das, redet sich den Mund fusselig, gibt sich noch mehr Mühe bei den Wenigen, die überhaupt noch zuhören. Oder der Einen. Man macht irgendwas grundsätzlich falsch, Kopfstand, wackelt mit den Füßen und spielt Lieder dazu. Nuscht. Es fehlt ein "Sinn", den andere offensichtlich mit in die Wiege bekommen haben. Nie würden die Frauen einem erklären, woran es hapert. Teils, weil sie es selber nicht reflektiert haben (wozu auch?), teils stimmt die Sprache nicht - oder die Ohren. Außerdem wäre es ungeil, damit kontraproduktiv.


    Mit genügend Neugier oder Leidensdruck, Chance und Flatrate liest man MKs Eingangspost (und anderes zum Thema) und es ist, als würde ein Vorhang weggezogen. In der ersten Zeit danach rennt man mit blödsinnigem Grinsen durch Partys und Clubs, weil nun das Puzzle sich Stück für Stück zusammensetzt. Man denkt in manchen Situationen "Nu probier mal das", und Scheiße, es funktioniert. Wenn du willst, nenn es

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    Gefühl von Desillusionierung

    Ich sage, die Nebel verfliegen und man kann das Territorium begehen.


    Klar, ist da eine Menge an Abschied enthalten, aber es ist doch nicht so, dass die Leitlinien des

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    Erziehungs-Bullshits

    ein Zuckerschlecken waren. Im Gegenteil, das war doch die Grube, in der man gesessen hat. Wenn man da rausklettert und bei der Aussicht anfängt zu heulen, ist man eben eine Labormaus, die sich nach dem Käfig sehnt.


    Für mich haben sich Möglicheiten ergeben, ich wusste was sich tut und was ich tun kann. Wer beim Betrachten der Realität in Tränen ausbricht, den kann ich einfach nicht verstehen.

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    Das Gefühl der Desillusionierung bringt das Eingeständnis vor einem selbst mit, dass man sich getäuscht hat, dass man naiv und blauäugig gewesen ist

    Ja

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    und man als Idiot dasteht.

    Nein! Vorher war man der Idiot und deshalb hat es ja auch nicht funktioniert.

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    Sich einzugestehen einen Fehler gemacht zu haben, vielleicht sogar über Jahre hinweg, ist ein sehr schlimmes Gefühl für die meisten Menschen.

    Mag sein, aber jetzt bemühe ich wieder den Ablauf der Ereignisse: die Fehler (Illusionen) vorher haben viel mehr wehgetan. Das Folgende hat weit weniger neue Verletzungen zu bieten.


    Vertrauen


    Da sagst du sehr richtig, dass Vertrauen - im hier relevanten Sinn - hauptsächlich aus Ansprüchen besteht. Die stellt man, weil man sich selber nicht über den Weg traut. Man denkt, dass der eigene Wert oder die eigene Attraktivität möglicherweise mal nicht ausreichend ist, oder - noch wichtiger - man mit Situationen, die eine Beziehung in Frage stellen, nicht klar kommt. Nur deshalb versucht man, vielleicht in Absprache, solche Situationen auszuschließen. Das ist aber nicht der Grund des Problems, sondern nur der Katalysator. Dass Menschen das eigene Leben betreten und wieder verlassen, ist doch völlig normal. Wenn man sich sicher ist, dass es danach weitergeht und man auch weiterhin Freu(n)de haben kann, dann schockt es einen doch nicht. Die 1Mio.$-Frage ist tatsächlich: "Wie weit traue ich mir selber?"




    Ihr könnt mir gratulieren, ich bin jetzt seit langem mal wieder eine "beste Freundin" geworden ;-)


    Da war diese Ex-Kollegin aus der Ausbildung, die sich gehörig rangeschmissen hat und wo es bei den seltenen Zusammenkünften ganz schön gefunkt hat. Die räumliche Distanz und damit die viel zu lange Zeitschiene haben eine echte Entwicklung torpediert. Kurz: Fenster zu, Ofen aus. Ich habe mich auch nicht reingehängt. Gestern haben wir 1 Std. telefoniert und sie hat mir ihr Leid geklagt und ich habe ihr ein Tempo gereicht und gute Ratschläge erteilt. So geht das jetzt bestimmt alle 2 Monate. ;-D


    Ich mag sie auch so.

    Themroc

    Zitat

    Gestern haben wir 1 Std. telefoniert und sie hat mir ihr Leid geklagt

    Was hat dich dazu bewegt, sie nicht einfach abzuwürgen? Du kannst mir nicht erzählen, dass dich ihre Problemchen auch nur die Bohne interessiert haben *:)


    .


    .


    Zweiohrküken empfehle ich jedem, der ihn noch nicht gesehen hat, mal anzuschaun. Ein sehr lustiger Film, der sich mit dem Thema Eifersucht in einer Beziehung auseinandersetzt. Nur das Ende ist kitschig :)D

    Kuhlio

    Zitat

    Was hat dich dazu bewegt, sie nicht einfach abzuwürgen?

    Weil ich das (Anhören) bewusst und mit einem Lächeln auf den Lippen so entschieden habe. Irgendwelche darüberhinaus gehende Interessen waren schon vorher bei mir weg und ich bin aber froh, dass der Kontakt da ist und habe mir vorgenommen, den zu halten. Also es dreht sich nunmehr ums Thema Freundeskreis. Erwähnenswert ist die Sache auch nur als Beispiel, dass ein und dieselbe Sache unter anderen Umständen (wenn du selbst am Steuer sitzt) ganz anders erlebt wird.

    Zitat

    Du kannst mir nicht erzählen, dass dich ihre Problemchen auch nur die Bohne interessiert haben

    Nun, ein bisschen schon. Sie hat mir natürlich ihr Leid mit den Männern geklagt und dass sie keine Beziehung hinkriegt, die ihren Vorstellungen entspricht. Ihre Wünsche gehen so Richtung "Wärmflasche mit Ohren", die gelegentlich Blumensträuße auswirft. Irgendwie höre ich sowas in letzter Zeit öfter. Ich glaube aber, dass das Teil der Herbststimmung ist und im Mai schon wieder ganz anders aussieht ;-D

    Zitat

    Ein sehr lustiger Film (...) Nur das Ende ist kitschig

    Na, das scheint ja gerade die Mode zu sein, nicht nur auf der Leinwand ;-)