Mein Schwiegervater ist ein schrecklicher Mensch

    Hallo liebe Forumgemeinde,


    ich weiß nicht genau was ich mir von diesem Thema erhoffe. Eigentlich will ich mir nur den Frust von der Seele schreiben und hoffe auf Tipps eurerseits. Ich versuche es kurz zu machen.


    Mein Mann und ich sind seit 6 Jahren zusammen und seit 3 Monaten verheiratet. Das Verhältnis zu meinem Schwiegervater war anfangs ganz gut. Es schlug dann irgendwann um, als er auf einer Geburtstagsfeier vor allen Anwesenden den Freund seiner Tochter dermaßen runtergemacht hat, dass es mir die Sprach verschlagen hat. Er hatte damals mit Anfang 20 noch keine Ausbildung gemacht, ging aber arbeiten. Es fielen Worte wie: Wie willst du meiner Tochter je was bieten können? Ich verstehe nicht, wie sie dich aussuchen konnte, usw. Die Situation eskalierte, seine Tochter heulte, der Freund versuchte sich wirklich zurückzuhalten … Das alles war vor ca. 4 Jahren. Die beiden sind heute noch zusammen, er macht jetzt eine Ausbildung und kommen regelmäßig zu Besuch (ich weiß nicht wie er das kann)


    Es kann gut sein, dass sich meine Sinne seit diesem Tag gegenüber meinem Schwiegervater etwas geschärft haben, aber seitdem fühle ich mich von ihm auch angegriffen. Nach Beendigung meiner Ausbildung habe ich eine Festanstellung bekommen und wollte mir gerne ein "richtiges" Auto kaufen. Wie fast jeder Mensch (so kenne ich es aus meiner Familie) musste ich dieses Auto zumindest zum Teil finanzieren. Von meinem Schwiegervater kamen dann Kommentare wie: Man kauft sich kein Auto, wenn man es sich nicht leisten kann, sprich es bar auf einmal kaufen kann. Ich würde seinem Sohn auf der Tasche liegen.


    Mein Mann und ich haben seit jeher getrennte Konten, wir haben dies auch nach der Hochzeit so beibehalten. Das nur am Rande erwähnt ….


    Dann kam das Thema Hauskauf auf. Wir suchten nach einem Häuschen für uns beide. Ich war eigentlich dagegen (ich wohne seit jeher in Mietwohnungen und finde das eigentlich ganz bequem), aber mein Mann, der aus dem Eigenheim der Eltern mit mir zusammen in eine Mietwohnung gezogen ist, träumt vom eigenen Haus. Wir haben uns einige Häuser angesehen. Kommentar meines Schwiegervaters: Ich soll aufhören seinen Sohn in den Ruin zu treiben. Dass eigentlich nicht ich, sondern mein Mann das Eigenheim möchte, wollte er nicht hören.


    Vor einigen Wochen gab es eine Situation, die für mich das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Wir kamen zu Besuch weil wir die Dankeskarten für unsere Hochzeit loswerden wollten. Das Thema Steuerklassen kam auf und dann Steuererklärungen. Ich mache meine Steuererklärung jedes Jahr, auch wenn nicht viel beim rum kommt. Mein Mann, der einen wesentlich längeren Arbeitsweg hat, hat noch nie eine gemacht. Ich habe ihm mehrmals alle Unterlagen besorgt, sehe es aber nicht ein, wieso ich es machen soll. Mein Schwiegervater ging mich an und meinte, ICH würde Geld verschenken, weil ICH die Steuererklärung von SEINEM SOHN nicht machen würde. Geht’s noch? Das Gespräch ist etwas eskaliert, weil ich keine Lust habe, mir für alles die Schuld in die Schuhe schieben zu lassen, seitdem habe ich mich dort auch nicht mehr blicken lassen.


    Früher habe ich meinem Mann zuliebe an den Besuchen teilgenommen, aber jetzt ist schluss!


    Mein Mann und seit Vater haben seit jeher kein wirklich gutes Verhältnis. Wie ihr euch denken könnt, ist nichts gut genug für diesen Mann und niemand kann es ihm recht machen. So hatte auch mein Mann in der letzten Zeit wenig Lust seine Eltern, resp. Seinen Vater zu besuchen. Dann muss ich mir anhören, dass ich ihm im Keller einsperre. Na dankeschön.


    Gestern Abend ist mein Mann dann alleine zu seinen Eltern gefahren. Sein Onkel wohnt im selben Haus im Erdgeschoss, die Eltern im ersten Stock (Mehrgenerationenhaus). Er hat sich dann mit seinem Onkel etwas verquatscht. In der Zwischenzeit hat sein Vater wortlos das Haus verlassen, obwohl er die Tage vorher immer mal gefragt hat, wann er sich denn endlich mal wieder blicken lassen will und mein Mann sich für diesen Tag sogar angekündigt hat. Es hat ihm wohl nicht gepasst, dass sein Sohn nicht erst zu ihm gerannt kam um ihm den nötigen Respekt zu zollen.


    Mein Schwiegervater und sein Vater haben sich auch vor vielen Jahren verkracht und seitdem keinen Kontakt mehr gehabt. Wieso das so kam, weiß ich nicht. Ich habe den Opa zumindest nie kennengelernt. Als wir ihn dann auf unsere Hochzeit einladen wollten, stellte sich raus, dass er vor 2 Jahren verstorben ist. Mein Schwiegervater wusste das nicht und tat so als sei es ihm egal. Ich finde allerdings, dass wenn er so weitermacht wie bisher, sein Sohn sich auch von ihm entfernen wird und ich kann mir nicht vorstellen, dass das sein Wunsch ist.


    Was soll ich von so einem Verhalten halten? Jetzt kommt noch dazu, dass wir in der Familienplanung sind und ich mich mit meinem kleinen Säugling noch nicht bei meinem Schwiegervater im Wohnzimmer sitzen sehe, weil ich einfach keine Lust habe. Um meine Schwiegermutter tut es mir ja leid, die ist wirklich toll. Sie muss dann aber einfach vorbeikommen. Oder mein Mann geht alleine mit dem Kind hin.


    Mittlerweile ist sogar die Situation zwischen meinen Schwiegereltern so angespannt und eskaliert, dass er (Frührentner) meiner Schwiegermutter (Teilzeitjob in der Altenpflege) das Haushaltsgeld verweigert. Dabei ist es noch nicht mal sein Haus. Er hat sich damals in das Haus seiner Schwiegereltern eingezeckt.


    Diese ganze Situation verdirbt mir irgendwie die Zeit der Kinderplanung.


    Reagiere ich über oder könnt ihr das verstehen?

  • 66 Antworten

    Ich finde du reagierst da etwas über. Es steht nirgendwo geschrieben das man zu seinen (Schwieger-) Eltern ein gutes Verhältnis haben muss. Wenn dem so ist: Wunderbar. Wenn nicht: Auch gut.


    Niemand kann dich (oder euch) zwingen da hin zu gehen. Dein Schwiegervater hat offensichtlich ne ziemliche Macke, die bekommt ihr dem auch nicht mehr ausgetrieben. Bleibt nur übrig das ihr euch distanziert. Fahr du nicht mehr hin, lad nurnoch die Schwiegermutter zu euch ein. Wenn dein Mann weiter da hin fahren will kann er das ja tun aber fahr konsequent nicht mehr mit.


    Auch was die Familienplanung angeht: Wenn der Opa ein Arschloch ist muss man ihm das Kind nicht in die Hand drücken. Sicher wäre ein "lieber Opa" ne tolle Ergänzung, es wird aber auch ohne gehen.

    Dieser Schwiegervater kann dich offensichtlich einfach nicht leiden. Du könntest machen, was du wolltest, es wäre immer falsch.


    Von daher würde ich, wie hier schon gesagt wurde, diesen Menschen meiden und auch erst gar nicht mehr auf Besserung hoffen. Da wird sich nichts ändern. @:) *:)

    Distanziert euch!! Schwiegermama kann dein Mann ja zu Beusch bei euch abholen und gut ists. Sie kann ja nix dafür.


    Ich bin nun eher ein Mensch mit frecher Klappe...wenn der mir gesagt hätte, ich würde mit dem gemeinsamen Hauskauf SEINEN Sohn ruinieren...ich glaube da wäre mir ein "sagt der,der sich ins gemachte Nest eingeheiratet hat" rausgerutscht ]:D

    Zitat

    Dann muss ich mir anhören, dass ich ihm im Keller einsperre. Na dankeschön.

    Und das nimmst Du ernst? :-D :|N


    Dein SchwieVa ist in meinen Augen eine arme Socke: Niemand scheint ihn zu respektieren, niemand seine Ratschläge zu schätzen und alle sind gegen ihn. ;-)


    Ich weiß nicht, wie er insgesamt ist - anscheinend liegt bei Euch eine ausreichende Antipathie vor, um sich voneinander zu distanzieren.


    Lass Deinen Mann halt allein hingehen, dauerhaft, und ziehe Dich ebenso dauerhaft zurück. Ich finde ja immer gut, wenn man so etwas ohne Feindschaft signalisieren kann, einfach: "Du, ich denke, bei uns beiden passt die Chemie nicht, also machen wir eine Pause".


    Ich würde versuchen, mich möglichst nicht mehr zu ärgern. Das tut Dir nicht gut, und es verändert nichts an der Situation.

    Man kann sich nicht immer distanzieren, jedenfalls kann ich das nicht. Mein Schwiegervater ist auch ein Kotzbrocken, aber es gibt Situationen, die sich nicht vermeiden lassen. Zum Beispiel will mein Mann seinen Vater ja auch sehen, und meine Schwiegermutter will ihren Mann dabeihaben, wenn es irgendwohin geht. Ich könnte nie sagen "dann soll aber bitte nur die Schwiegermutter kommen", das würde aber mächtig böses Blut geben. Es gibt Familienfeste, da sind eben beide da, und zum Thema Kinder: Meine Tochter liebt ihren Opa. Klar würde ich sie lieber nicht in die Hände eines solchen Menschen geben, der rassistische und frauenfeindliche und vor allem vulgäre Sch* am laufenden Band raushaut. Aber sie wäre traurig, wenn sie ihn nicht mehr sehen dürfte, also muss man eben mit ihr darüber sprechen, was da so gesagt wird, und irgendwann ist sie zum Glück auch alt genug, um das selbst beurteilen zu können. Ich hatte selbst einen bösartigen Stinkstiefel als Opa, auf den hab ich irgendwann auch keinen Wert mehr gelegt, kam ganz von allein. ]:D


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann Dich seeeehr gut verstehen, DanielCraig, aber eine Lösung habe ich nicht außer immer schön durchzuatmen und den Quatsch zu ignorieren bzw. nicht so ernst zu nehmen.


    Ich ärgere mich zwar selbst immer wieder, aber da muss ich an mir selbst arbeiten. Andere ändern geht nun mal leider nicht.

    Zitat

    So hatte auch mein Mann in der letzten Zeit wenig Lust seine Eltern, resp. Seinen Vater zu besuchen. Dann muss ich mir anhören, dass ich ihm im Keller einsperre. Na dankeschön.

    Das SO EIN Mensch es sich nicht vorstellen kann, dass sein erwachsener Sohn einen eigenen Willen hat, spricht ja schon für sich. :=o


    DAS würde ich ihm mal genau so an den Kopf klatschen.


    Bist du in irgendeiner Form auf ihn angewiesen? Nein? Dann lass ihn links liegen. Der weiß schon warum.

    Ja, dann werde ich mich wohl komplett zurückziehen. Jetzt wo Weihnachten vor der Tür steht, wird er wohl auch da alleine hingehen.


    Zum Thema Weihnachten fällt mir auch noch was ein: Bei denen in der Familie wird sich zu Weihnachten immer sehr viel und sehr teures Zeug geschenkt, was eigentlich niemand braucht. Für mich ist das eine Geld Hin- und Herschieberei. Das merkte mein Mann auch als er mitbekam, wie das bei uns läuft. Wir schenken uns Erwachsenen nichts, nur für die Kinder liegt was unterm Weihnachtsbaum und meine Eltern bekommen immer ein neues Portrait mit allen Kindern und Enkeln drauf.


    Mein Mann schlug letztes Jahr vor, was man denn davon hielte, wenn man sich einfach mal nichts schenken würde. Mein Schwiegervater kam auf mich zugestürmt (ich war mit der Schwiegermutter in der Küche) und meinte: Ist das schon wieder so eine Polackenscheiße?!


    Ich glaube tatsächlich, dass ich mit diesem Mann nicht mehr warm werde ...

    Zitat

    Jetzt wo Weihnachten vor der Tür steht, wird er wohl auch da alleine hingehen.

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    Meiner will da garnicht ohne mich hin.


    Zitat: "Der interessiert sich eh nicht für andere. Und wenn er mit dir ein Problem hat, muss er eben auch auf mich verzichten!"

    Ich vermute mal das die Familie schön vor dem "Patriarsch" kuscht und nach seinen Regeln gespielt hat. Wenn die Kinder natürlich das normale Leben außerhalb kennenlernen und sich von ihm entfernen sieht er seine Felle davon schwimmen und rudert wie ein ertrinkender mit den Armen.


    Würde mich aber auch mal interessieren ob dein Mann in solchen Situationen für dich Partei ergreift oder sich da zurück hält.

    Ja mein Mann ... der hat mich ihm gegenüber noch nie irgendwie in Schutz genommen. Anfangs habe ich ihm das übel gemommen aber mittlerweile weiß ich, dass es daran liegt, dass er ein meiner Meinung nach gestörtes Verhältnis zu seinem Vater hat.


    Sein Vater erwartet das beste vom Besten und wenn man das nicht leisten kann, dann ist man nichts wert. Deswegen hat er eine Art Angst vor seinem Vater, die soweit geht, dass er ihm verheimlicht hat, als er vor drei Jahren seinen Job verloren hatte. So etwas passiert ja nur den schwachen und schlechten Leuten. Er hat zwar relativ schnell wieder was neues gefunden und für uns war das gar kein Problem, aber er hatte Angst davor, wie sein vater reagiert, wenn er es erfährt. Er war damals wohlgemerkt schon fast 30.

    Dachte ich mir. Ich denke dein Mann hat diesen Psychoterror von Geburt an mitmachen müssen und eben so seine Strategie entwickelt um halbwegs Heil da raus zu kommen.


    Da kann einem echt nur die Mutter leid tun, denn im Gegensatz zu den Kindern kann und wird die wahrscheinlich nie aus diesem Irrenhaus ausziehen und den durchgeknallten Schwiegervater alleine lassen.