Mein Vater, seine Affäre und die Unmöglichkeit der Abgrenzung

    Hallo Forum,


    ich möchte wegen eines Themas, was mich schon länger umtreibt, um Ratschläge fragen.


    Vor mittlerweile bestimmt sieben Jahren eröffnete mir meine Mutter, dass sie und mein Vater eine (einseitig) offene Beziehung führen. Meine Eltern kommen gut miteinander klar, aber irgendwelche Küsse usw. gab es schon in meiner Kindheit nicht. Meine Mutter ist zudem magersüchtig und mittlerweile auch Schmerzpatientin und lässt selbst keine Nähe zu (und braucht auch keine). Von daher kann und konnte ich das Bedürfnis meines Vaters verstehen. Ich selbst konnte damit leider sehr schlecht umgehen, weswegen ich direkt gesagt habe, dass ich da keine weiteren Geschichten drüber hören möchte und mir verbitte, involviert zu werden. Belastet hat es mich, aber es war in Ordnung, da mein Wunsch respektiert wurde.


    Seit jetzt fast einem Jahr allerdings weiß ich von der neuen Affäre, die schon über 2 Jahre geht und die er auch offen als seine "Freundin" bezeichnet und seitdem ist alles echt gruselig. %:|


    - Kennenlernen "durfte" ich die Dame, weil sie drei Euro Busgebühr sparen wollte und meinen Vater solange zugelabert hat, bis er zustimmte, sie und mich - die von nichts wusste - im gleichen Auto zu befördern. Die Dame stellte sich auch nicht vor, als sie mir die Hand gab und da es dunkel war dachte ich daher, dass es sich um meine Tante handelte. Nachher redete sich mein Vater mit "Arbeitskollegin" heraus, bis er dann auch noch eine SMS an sie versehentlich an mich schickte und nach Drängen meiner Mutter es dann zugab, meinen eindringlichen Wunsch, nicht involviert zu werden, zugunsten der Dame und ihres Wunsches, nicht mit dem Bus zu fahren, ignoriert zu haben. Er entschuldigte sich für die "Notlüge" und das alles so "dumm gelaufen" ist. Sich dafür wirklich entschuldigt, dass er sie überhaupt mitgenommen hat, hat er nie. Auf meine Nachfrage, ob ihm das auch Leid tut, kam keine Antwort mehr (das war per Mail, ich hätte damals ein Telefonat nicht ertragen).


    - Als daraufhin der Haussegen erstmal schiefhing kam ich in den Genuss, ebenso tolle Geschichten der anderen Familienmitglieder zu erfahren:


    1) Als mein Vater krank war, stand die Dame vor der Wohnungstür, um ihm Bananen zu bringen. Sie stellte sich meiner Mutter nicht vor, als diese die Tür öffnete, sondern wollte einfach mal so vorbeischauen.


    2) Als meine Mutter eine Darmspiegelung hatte und am Tag davor Abführmittel schlucken musste, dachte sich die Dame, einfach mal vorbeizuschauen und meine Mutter auf einen Spaziergang einzuladen. Mein Vater war arbeiten, das wusste sie.


    3) Bei meiner Schwester tauchte sie in der Arbeit auf. Ich weiß bis heute nicht, was genau vorfiel, aber sie muss sich wohl unmöglich verhalten haben. Meine Schwester hat einen absoluten Hass auf die Frau.


    4) Die Dame stalkt regelmäßig um die Familienwohnung.


    Mein Vater versicherte mir damals (vor einem Jahr), dass er da jetzt klare Ansagen gemacht hätte und die Dame die Familie in Ruhe lassen würde. Ich durfte an Weihnachten erfahren, dass sie immer noch ums Haus schleicht...


    - Mein Computer ging kaputt und mein Vater bot mir einen Laptop für 300 Euro an. Ich habe direkt abgewunken, weil das Ding winzig war. Dann erfuhr ich von meiner Mutter, dass der Laptop von der Dame war, die ihn sich gekauft hatte, aber ihr waren PCs dann doch zu kompliziert ( :=o) und naja... Kurz und gut: Der Laptop kostet neu online 150 Euro. Die Dame hat sich für 450 Euro über den Tisch ziehen lassen und ich bekam von meinem Vater das 300 Euro "Sonderangebot".


    Dazu muss ich sagen, dass mein Vater mich normalerweise finanziell total unterstützt. Durch meine Schwerbehinderung/Erwerbsunfähigkeit bekomme ich H4 und kann mir nicht viel leisten und er hilft mir absolut oft aus. Umso fassungsloser war ich, dass gerade er mich für seine Trulla so über den Tisch ziehen wollte.


    - Mein Wunsch, seine Affäre in meiner Gegenwart nicht zu erwähnen, wird absolut null respektiert. Der Rest der Familie muss auch leiden, wobei es da je nach Familienmitglied unterschiedlich aufgenommen wird.


    1) Auf Autofahrten fing mein Vater schon mehrfach von ihr an. Aufstehen und gehen war also keine Option.


    2) Da die Dame mit ihm jeden Tag mindestens dreimal telefonieren muss (Sie hat auch Angst, dass er sie betrügt und eine Affäre hat... wie putzig... ]:D ) ging auch während einer Familienfeier im Restaurant das Handy. Er - früher Handyhasser - kann selbst da das Handy nicht ausschalten. Eine extrem böse Ansage meiner Schwester hat ihn dann immerhin dazu gebracht, nicht abzunehmen.


    3) Selbst an Weihnachten wurde sie plötzlich Thema bei der Bescherung. Meine Schwester war schlagfertig-sauer wie immer (und brachte eine ziemliche unter-der-Gürtellinie-Bemerkung an, über die sich der Rest der Familie amüsierte), ich ging für fünf Minuten aufs Klo flennen und war froh, dass es keiner mitbekam.


    - Die Dame ist, mit den Worten meiner Mutter, "strunzdumm" und mein Vater hat mit ihr keine Bereicherung, sondern eine Belastung. Die Dame schließt z.B. dauernd Verträge ab, die sie dann nicht bezahlen kann und mein Vater darf dann für sie alles regeln. Sie ist komplett abhängig von ihm. Während ich die anderen Affären also immer irgendwie unter "mein Vater hat es sich verdient, einen Ruhepol zu haben - ich bin krank, meine Mutter ist krank, meine Großeltern mittlerweile auch im Altenheim, ein Haus muss verkauft werden..." verstehen konnte, hat mein Vater jetzt noch mehr Stress wegen ihr und alles macht sich bei ihm nicht nur gemütsmäßig, sondern auch gesundheitlich bemerkbar.




    Was ist nun also mein Problem? Mein Problem ist, dass ich durch meine Schwerbehinderung von meinen Eltern abhängig bin. Wenn insbesondere mein Vater sich nicht um einige Dinge kümmern würde, so müsste ich in ein Wohnheim. Das wird natürlich früher oder später eh passieren, aber ich weiß von meinen Krankenhausaufenthalten, wie viel schlimmer meine Erkrankung unter solchen Bedingungen ist und so bin ich dankbar für jeden Tag, den ich in meiner eigenen Wohnung leben kann.


    Und ja, das kann ich dank meines Vaters, der sich sehr, sehr kümmert und bemüht, sowohl was Zeitaufwand (einmal die Woche treffen sowie einige Behördendinge) als auch finanzielle Unterstützung angeht. Und gerade deshalb habe ich all diese Sachen immer geschluckt. Ich denke mir immer, dass es doch das Mindeste ist, dass ich das aushalte, wo er so viel für mich tut. Aber es geht mir immer und immer schlechter damit und ich weiß nicht, was ich tun kann. :-( Wenn er die Frau im Auto erwähnt sage ich schon immer etwas, dann heißt es nur immer "Ich kann sie doch mal erwähnen!" Wieso kann er nicht einfach mal das Handy ausschalten, wenn wir vielleicht zwei Stunden die Woche miteinander verbringen, wenn er weiß, dass ich danach immer total fertig bin, wenn sie wieder anruft? Er kann sie doch einfach später zurückrufen...


    Es ist nicht nur diese Sache - mein Vater ist in letzter Zeit auch in anderen Dingen sehr übergriffig geworden und auch das belastet mich - aber das ist was mich fertig macht. Alles andere ist irgendwo immer "gut gemeint, schlecht gemacht". Aber bei dieser Frau setzt bei ihm alles aus und ich würde, wäre ich nicht auf ihn angewiesen, an diesem Punkt den Kontakt eigentlich auch erstmal abbrechen, bis er meinen simplen Wunsch, sie rauszuhalten, respektiert; alles andere ist im Grunde seine Sache und sein Leben und der Rest der Familie muss auch jeder für sich wissen, wie er damit umgeht. Aber ich kann mich eben nicht so verhalten, wie ich gerne würde. %:| Daher halte ich den Mund, obwohl seit einem Jahr gar nichts mehr okay ist - und mein Vater denkt daher, dass sich alles wieder wunderbar eingerenkt hat, ich damals nur zwei Tage ein paar Auszucker hatte und nun wieder alles wie vorher gut ist. Alle (vorsichtigen) Ansagen, die ich eben bei Erwähnungen von ihr gemacht habe, werden dann zwar für diesen Tag akzeptiert, aber es passiert dann halt immer wieder. Klar, ganz offenbar nicht nur bei mir, sondern auch beim Rest der Familie - der ja noch mehr mitbekommt als ich, die weiter weg wohnt - aber das macht es nicht besser.


    Wie kann ich mich in meiner Situation klarer abgrenzen, so dass es mich nicht mehr so belastet und ich es besser aushalten kann? Hat jemand einen Tipp?

  • 101 Antworten

    Deine Eltern führen eine offene Beziehung und dein Vater kann zusammen sein mit wem er will. Er wird seine Gründe dafür haben warum es diese Frau sein soll. Ob du dich über sie lustig machst oder nicht, er ist dir keine Rechenschaft schuldig. Er existiert nicht um dir zu Diensten zu sein und du entscheidest nicht was gut für ihn wäre. Sei froh dass der Mann euch nicht längst hinter sich gelassen hat. Wundern würde mich das nicht. Ich finde deinen ganzen Text wirklich extrem egoistisch und unsympathisch.

    Zitat

    Ich denke mir immer, dass es doch das Mindeste ist, dass ich das aushalte, wo er so viel für mich tut.

    Bleib bei dem Gedanken, da bist du auf dem richtigen Weg.

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    Er existiert nicht um dir zu Diensten zu sein und du entscheidest nicht was gut für ihn wäre.

    Das ist richtig und er kann auch machen, was er will. Aber ich möchte entscheiden, was gut für mich ist und die momentane Situation ist es nicht.

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    Sei froh dass der Mann euch nicht längst hinter sich gelassen hat. Wundern würde mich das nicht.

    Ich habe eine Trennung/Scheidung meiner Eltern immer (schon als ich von den ersten Affären erfahren habe) befürwortet und für den besseren Weg gehalten, aber meine Mutter hat zuviel Angst, ohne meinen Vater nicht klarzukommen und hat die offene Beziehung daher akzeptiert. Auch bei ihr kann ich nicht entscheiden, was gut für sie wäre und sie muss es selbst wissen.

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    Bleib bei dem Gedanken, da bist du auf dem richtigen Weg.

    Da ich wegen der Sache mittlerweile auf Antidepressiva bin möchte ich bezweifeln, dass dies für meine Gesundheit der richtige Weg ist.

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    Wie kann ich mich in meiner Situation klarer abgrenzen, so dass es mich nicht mehr so belastet und ich es besser aushalten kann? Hat jemand einen Tipp?

    Wohnst Du bei Deinen Eltern? Gibt es Möglichkeiten, mehr Abstand zwischen euch zu gewinnen? Ich kann nachvollziehen, dass Dir die Freundin Deines Vaters nicht passt, aber mir ging es beim Lesen ähnlich wie Sweet Fanny Adams - der arme Kerl kann einem eigentlich nur leid tun. In einer lieblosen Ehe gefangen, von den übrigen Familienmitgliedern gegängelt - wäre ich er, mir wäre schon längst der Kragen geplatzt.

    Die Eltern scheinen eine Möglichkeit gefunden zu haben, ihre Ehe trotz Affäre weiterzuführen.


    Dies schließt jedoch nicht mit ein, dass man sich als Tochter diese Geschichte(n) antun muss.


    Mehr als eine klare Ansage, fällt mir hierzu auch nicht ein.


    Konsequent bleiben und alles abblocken.


    Bei gesundheitlicher Belastung ist es besonders wichtig, sich Menschen, die einem nicht gut tun, vom Leib zu halten. Die Affäre des Vaters gehört offenbar in diese Kategorie. Als Vater sollte man hier besser differenzieren, es ist SEINE Affäre.


    Heimlich zu weinen, ist vermutlich kontraproduktiv. Dem Vater muss KLAR gemacht werden, dass man mit der Dame nichts zu tun haben will.


    Manche Affärenfrauen werden dies vermutlich anders sehen. Teilweise erhoffen sich diese, auf Platz 1 aufzusteigen. Besonders wenn sie sehr bedürftig sind.

    @ kamikaze

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    Wohnst Du bei Deinen Eltern?

    Nein, ich wohne wegen meiner Erkrankung auf einem Krankenhausgelände, sehe meine Eltern aber wegen meiner Schwerbehinderung jede Woche und kann mich daher schlechter abgrenzen (und möchte meine Mutter, der es ja sehr schlecht geht, natürlich auch sehen).

    Zitat

    In einer lieblosen Ehe gefangen, von den übrigen Familienmitgliedern gegängelt - wäre ich er, mir wäre schon längst der Kragen geplatzt.

    Wie oben geschrieben wäre mir ganz persönlich eine Trennung meiner Eltern am liebsten. Aber das ist nicht meine Entscheidung. Die Familie gängelt ihn übrigens wirklich erst seit seiner jetzigen Affäre. Die Damen davor - ich weiß von zweien, es dürften aber mehr gewesen sein - waren auch für den Rest der Familie in Ordnung, da sie nicht ums Haus gestalkt sind oder plötzlich einfach mal so in der Wohnung geplatzt sind. Sich also aus dem Familienleben rausgehalten haben (wie eine Affäre das auch machen sollte, meiner Meinung nach).

    Zitat

    Ich wundere mich dann aber umso mehr, weshalb Dich das so extrem mitnimmt. ":/

    Hm, ich denke, das hat mehrere Gründe.


    Mich stört die Übergriffigkeit meines Vaters am meisten. Wenn ich seit Jahren klargemacht habe, dass ich mit den Damen nichts zu tun haben möchte und nichts darüber hören möchte, dann möchte ich mich nicht plötzlich gemeinsam und ohne Ankündigung oder vorherige Frage mit einer im Auto befinden oder mir Storys anhören müssen.


    Offene Beziehungen sind generell nicht mein moralischer Kompass, aber das muss jeder selbst wissen. Aber die Sache bei meinen Eltern ist ziemlich komplex. Meine Mutter "benötigt" meinen Vater, weil sie von vielen Dingen überfordert ist - sowohl körperlich als auch generell (Behördensachen usw). Mein Vater findet es widerrum klasse, Abends in eine geputzte Wohnung zu kommen, meine Mutter stellt ihm das Abendessen auf den Tisch - ist ja auch angenehm - aber gleichzeitig seine Dame schon auf Abruf zu haben, wenn meine Mutter sterben sollte (so im Sinne von "Bäumchen wechsel dich"). Im Grunde nutzen sich also beide aus, aber bei meiner Mutter ist das Hilflosigkeit, bei meinem Vater aber schon eher Bequemlichkeit/weiterdenkendes Kalkül. Deshalb auch meine eigentliche Befürwortung einer Trennung.


    Ansonsten, in geringerem Maße, kommt noch hinzu, dass ich generell eine Abneigung gegen Leute habe, die anderen etwas aufdrängen wollen, aber dann nichtmal selbst dazu stehen. Mein Vater - früher leicht moderat religiös - ist seit ein paar Jahren in einer Religionsgruppe und nervt die ganze Familie mit Predigten und will alle zum Christentum bekehren. Glaubt plötzlich an Adam und Eva und nicht mehr an die Evolution usw. - alles okay, ist seine Sache, aber die ganze Familie mit der Bibel terrorisieren (ich bekomme ganz oft zu hören, ich würde gesund werden, wenn ich nur mehr bete und ins Kloster soll ich doch am besten auch; meine Schwester bekommt Anrufe, dass er mit ihr über Gott reden will - wir sind beide nicht religiös) und uns Bücher aufzudrücken, wie wir es vermeiden, in die Hölle zu kommen... nur, damit dann auf der ersten Seite dieser Bücher steht, dass man, um die Hölle zu vermeiden, kein Ehebrecher sein darf... joa... :=o Aber wie gesagt, das ist so eine kleine Nebensache.

    @ Seldom

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    Bei gesundheitlicher Belastung ist es besonders wichtig, sich Menschen, die einem nicht gut tun, vom Leib zu halten. Die Affäre des Vaters gehört offenbar in diese Kategorie. Als Vater sollte man hier besser differenzieren, es ist SEINE Affäre.

    Genau das ist alles, was ich will. Sie ist kein Familienmitglied. Mein Vater war/ist sonst ein extrem konsequenter Mensch, aber bei dieser Frau eben nicht. Wenn er das so handhaben würde wie mit seinen vorherigen Affären, wäre das kein Problem. Nur die Dame darf sich sozusagen in die Familie "integrieren" und das möchte keiner von uns.

    Zitat

    Dem Vater muss KLAR gemacht werden, dass man mit der Dame nichts zu tun haben will.

    Das funktioniert nur leider nicht. :-( Ich bin die, die heimlich heult - meine Schwester tickt da ganz anders, aber auch ihre klaren und wütenden Ansagen bringen nichts. Die Frau übergeht einfach, was mein Vater ihr sagt (also z.B. nicht ums Haus schleichen...) und mein Vater resigniert dann und lässt es halt dann mit sich (und dem Rest der Familie) machen. Aber klar, dass er immer von ihr erzählen muss, ist ganz alleine sein Ding.

    Zitat

    Manche Affärenfrauen werden dies vermutlich anders sehen. Teilweise erhoffen sich diese, auf Platz 1 aufzusteigen. Besonders wenn sie sehr bedürftig sind.

    Die Dame ist wohl sehr bedürftig, im Sinne von "abhängig". Mein Vater darf/muss alle ihre Sachen erledigen. Sie hat drei Kinder, die im Heim leben, weil das Jugendamt sie ihr weggenommen hat und sie selbst bekommt den Behördenkram z.B. nicht hin. Selbst ein Schreiben aufsetzen ist für sie unmöglich, sie kann ja nichtmal mit einem Computer umgehen. Mein Vater hat bis zu seiner Rente vor ein paar Monaten als Beamter gearbeitet, er kennt sich also auch aus. Ich will der Frau nicht einmal absprechen, meinen Vater zu lieben, aber im Grunde steckt da auch ein ganz großes Abhängigkeitsverhältnis hinter. Anders als seine vorhergehenden Affären ist diese Beziehung also auch nicht wirklich gesund.

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    Mehr als eine klare Ansage, fällt mir hierzu auch nicht ein.


    Konsequent bleiben und alles abblocken.

    @:) Das mache ich schon immer und es reicht (mir) nicht, aber gut zu wissen, dass ich zumindest nicht falsch reagiere.

    Zitat

    1) Als mein Vater krank war, stand die Dame vor der Wohnungstür, um ihm Bananen zu bringen. Sie stellte sich meiner Mutter nicht vor, als diese die Tür öffnete, sondern wollte einfach mal so vorbeischauen.

    Und was war das Ende von der Geschichte? Was ist zwischen deinen Eltern vereinbart?

    Zitat

    2) Als meine Mutter eine Darmspiegelung hatte und am Tag davor Abführmittel schlucken musste, dachte sich die Dame, einfach mal vorbeizuschauen und meine Mutter auf einen Spaziergang einzuladen. Mein Vater war arbeiten, das wusste sie.

    Wieder: Und, hat deine Mutter deutlich gemacht, dass sie das nicht will (?)

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    3) Bei meiner Schwester tauchte sie in der Arbeit auf. Ich weiß bis heute nicht, was genau vorfiel, aber sie muss sich wohl unmöglich verhalten haben. Meine Schwester hat einen absoluten Hass auf die Frau.

    Frag doch nach, sonst kannst du dir kein Bild davon machen.

    Zitat

    4) Die Dame stalkt regelmäßig um die Familienwohnung.

    Inwiefern?

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    - Die Dame ist, mit den Worten meiner Mutter, "strunzdumm" und mein Vater hat mit ihr keine Bereicherung, sondern eine Belastung. Die Dame schließt z.B. dauernd Verträge ab, die sie dann nicht bezahlen kann und mein Vater darf dann für sie alles regeln.

    Doch, irgendeine Bereicherung ist sie für ihn, sonst wäre es auch ihm zu blöd. Vielleicht gefällt es ihm auf eine irre Art und Weise, für sie der zu sein, der alles regelt, was sie mal verkackt hat.

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    ährend ich die anderen Affären also immer irgendwie unter "mein Vater hat es sich verdient, einen Ruhepol zu haben - ich bin krank, meine Mutter ist krank, meine Großeltern mittlerweile auch im Altenheim, ein Haus muss verkauft werden..." verstehen konnte, hat mein Vater jetzt noch mehr Stress wegen ihr und alles macht sich bei ihm nicht nur gemütsmäßig, sondern auch gesundheitlich bemerkbar.

    Den ersten Teil kann ich absolut verstehen, den zweiten nicht. Dein Vater kriegt das, was er selbst sich ausgesucht hat. Diese Frau ist seine Wahl. Er hätte eine Affäre wie die vorherigen führen können bzw. diese Frau abservieren können, als er merkte, dass sie penetranter ist, als die vorherigen.

    Zitat

    Ich denke mir immer, dass es doch das Mindeste ist, dass ich das aushalte, wo er so viel für mich tut.

    Nun ja, Dankbarkeit für seine Unterstützung ist sicherlich angebracht. Aber "nur" weil du krank bist und Hilfe brauchst (hast du dir schließlich auch nicht ausgesucht) ist das kein Freifahrtsschein für dir, die nicht so einfach "weg" kann, diese Frau aufzuzwängen. Genauso können deine Mutter und deine Schwester sich ganz klar irgendwelche Heim- und Arbeits-Besuche verbitten. Ich würde eine Frau, die mein Vater anschleppt und die ich dumm finde, auch hochkant bei mir rauswerfen, egal ob er machen kann was er will oder nicht.

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    Wenn er die Frau im Auto erwähnt sage ich schon immer etwas, dann heißt es nur immer "Ich kann sie doch mal erwähnen!" Wieso kann er nicht einfach mal das Handy ausschalten, wenn wir vielleicht zwei Stunden die Woche miteinander verbringen, wenn er weiß, dass ich danach immer total fertig bin, wenn sie wieder anruft? Er kann sie doch einfach später zurückrufen...

    Habt ihr darüber schonmal ruhig geredet oder immer erst in diesen Moment auf genervte Art und Weise (so nach dem Motto *Handy klingelt* "Ooooohh maaan musst du da jetzt drangehen"?)

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    Deine Eltern führen eine offene Beziehung und dein Vater kann zusammen sein mit wem er will.

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    er ist dir keine Rechenschaft schuldig.

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    und du entscheidest nicht was gut für ihn wäre.

    Das sind doch Binsenweisheiten. Das will sie auch alles nicht. Sie möchte nur keine neuen Familienmitglieder, die als solche nicht erwünscht sind, aufgezwängt bekommen. Kann ich absolut nachvollziehen. Mische mich auch nicht in das Leben meiner Eltern an, aber sollte jemals einer eine Person anschleppen, die ich saudämlich finde, dann werde ich auch nichts mit der zu tun haben und entsprechend reagieren, wenn die trotzdem bei mir auf der Arbeit aufkreuzt oder bei Familienfesten nervt oder um meine Wohnung schleicht.

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    Er existiert nicht um dir zu Diensten zu sein

    Das hat sie ja auch nicht gesagt. Eine gewisse familiäre Unterstützung ist in meiner Welt aber durchaus "normal" und nichts, wofür man alles andere schlucken muss und sich Personen aufzwängen lassen muss, die niemand sonst als neues Familienmitglied wünscht.

    Zitat

    Sei froh dass der Mann euch nicht längst hinter sich gelassen hat

    Finde diese Form von schlechtem Gewissen machen gerade sehr unangebracht.

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    Und was war das Ende von der Geschichte? Was ist zwischen deinen Eltern vereinbart?

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    Wieder: Und, hat deine Mutter deutlich gemacht, dass sie das nicht will (?)

    Im ersten Fall ist mein Vater dann an die Tür gekommen und hat die Bananen genommen. Im zweiten Fall hat meine Mutter - die dann auch immer nett und freundlich ist - sich sogar noch mit der Frau unterhalten, ist aber natürlich nicht mit spazieren gegangen. Nachher hat sie meinen Vater jedesmal gebeten, dass das nicht mehr passiert. Meiner Mutter tut die Frau aber auch leid, weil sie sie eben für so lebensunfähig/dumm hält. Sie glaubt - was durchaus stimmen kann - dass die Frau selbst nicht einmal merkt, dass ihr Verhalten sehr strange ist.

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    Frag doch nach, sonst kannst du dir kein Bild davon machen.

    Das habe ich, man wollte nicht darüber sprechen.

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    Inwiefern?

    Die Frau wurde schon mehrfach gesichtet, wie sie in der Straße meiner Eltern auf und abläuft (sie wohnt nicht in der Stadt), halt ums Haus schleicht - eben seitdem sie da zweimal erschienen ist (die Sache mit den Bananen und mit dem Spaziergang) und nicht so wirklich willkommen war. Sie "darf" halt nicht mehr rein, aber man kann ja trotzdem ums Haus schleichen. Sie wird halt von den Anwohnern gesehen. Meine Mutter abpassen oder so ist aber - nach meinem Wissen - nicht geschehen.

    Zitat

    Doch, irgendeine Bereicherung ist sie für ihn, sonst wäre es auch ihm zu blöd. Vielleicht gefällt es ihm auf eine irre Art und Weise, für sie der zu sein, der alles regelt, was sie mal verkackt hat.

    Zitat

    Den ersten Teil kann ich absolut verstehen, den zweiten nicht. Dein Vater kriegt das, was er selbst sich ausgesucht hat. Diese Frau ist seine Wahl. Er hätte eine Affäre wie die vorherigen führen können bzw. diese Frau abservieren können, als er merkte, dass sie penetranter ist, als die vorherigen.

    Erklärung/Erzählung meiner Mutter: Mein Vater kotzt sich bei ihr angeblich auch regelmäßig über die Frau aus (weil sie eben nicht die Hellste ist und immer wieder die gleichen Sachen verbockt). Er ist wohl auch öfter von ihr genervt. Meine Mutter denkt, dass der religiöse Wahn meines Vaters (Stichwort "Christliche Nächstenliebe") viel damit zu tun hat, aber auch die Tatsache, dass mein Vater über die Jahre angefangen hat, sich wirklich über dieses 'Regeln für andere' zu identifizieren. Er kümmert sich um mich, auch ein bisschen um meine Mutter (Einkäufe machen usw, was sie halt nicht mehr kann) und bei bestimmten Dingen auch fast schon ungefragt bei meiner Schwester (Reifenwechsel und so unregelmäßige Dinge). Sie denkt, dass das schon so in ihm drin ist. Ich denke, sie kann damit durchaus Recht haben - es gab schon skurrile Situationen: Ich brauchte einen Lattenrost, mein Vater wollte kurioserweise mit mir mit und nicht in der Zeit was anderes erledigen, im Laden rannte er sofort auf den Verkäufer zu und schwallte ihn zu, dass ich einen Lattenrost brauchte. Mein Vater hatte keine Ahnung von Lattenrosten. Ich wusste genau, was ich wollte. Nach fünf Sekunden, in denen ich erstmal checken musste, dass mein Vater gerade für mich - ich bin 32 Jahre alt - versuchte, etwas zu kaufen, während ich daneben stand, habe ich ihn dann in die Seite geknufft und klar gesagt, dass ich auch für mich sprechen kann. Mein Vater stutzte für eine Sekunde - und redete dann einfach weiter auf den Verkäufer ein. :-/ Das sind so Geschichten, wo ich mir dann immer denke, dass meine Mutter weiß, was sie sagt.

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    Habt ihr darüber schonmal ruhig geredet oder immer erst in diesen Moment auf genervte Art und Weise (so nach dem Motto *Handy klingelt* "Ooooohh maaan musst du da jetzt drangehen"?)

    Die Sache wurde einmal in großer Länge diskutiert und durchgesprochen - eben nachdem nach der Autofahrt, wo mir die Dame vorgesetzt wurde, alles rauskam und wo ich noch einmal ganz klar sagte, dass ich mit der Sache nichts zu tun haben will. Seitdem mache ich kurze und knappe Ansagen, wenn das Thema wieder aufkommt ("Ich habe dich gebeten, nicht darüber zu sprechen" o.ä.) und erkläre das Thema damit dann für beendet. Im Rahmen von Familienfeiern, wenn die Dame wieder mal anruft oder das Thema auf sie kommt, kann ich gar nicht so schnell etwas sagen, wie meine Schwester irgendwas in der Runde zum besten gibt.


    Die mysteriöse Sache ist ja nicht nur, dass das Problem dieser Übergriffigkeit nicht nur bei den früheren Affären nicht bestand, sondern auch im ersten Jahr der Affäre mit der momentanen Frau nicht. Erst, als ich dann alles zwangsweise rausfand, sind dann da die Hemmungen gefallen und meine Bedürfnisse wurden von da an ignoriert. Wobei der gesamte Grundtenor aller in der Familie dann auch war, dass sie froh sind, dass ich es jetzt weiß. :-/

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    Das sind doch Binsenweisheiten. Das will sie auch alles nicht. Sie möchte nur keine neuen Familienmitglieder, die als solche nicht erwünscht sind, aufgezwängt bekommen.

    :)z @:) Danke! Ich will wirklich nur, dass es so wird, wie bei den früheren Affären - mein Vater kann machen, was er will; es ist sein Leben. Ich darf mir Sorgen um ihn machen und meine Meinung haben, aber ich spreche weder ihm noch meiner Mutter ihre Entscheidung ab, es sind mündige Menschen. Aber ich möchte schlichtweg aus der ganzen Sache rausgehalten werden und zwar komplett. Meine Ansage ist nicht "Trenn dich von der, Vater!", sondern "Ich will nichts darüber hören/wissen!". Und das ist das einzige, was ich (wieder) respektiert haben möchte.

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    Das hat sie ja auch nicht gesagt. Eine gewisse familiäre Unterstützung ist in meiner Welt aber durchaus "normal" und nichts, wofür man alles andere schlucken muss und sich Personen aufzwängen lassen muss, die niemand sonst als neues Familienmitglied wünscht.

    Ich bin für die Unterstützung meiner Eltern dankbar, fordere sie aber nicht ein. Ich habe meinen Eltern schon mehrfach klar gesagt, dass sie sagen sollen, wenn sie sich nicht mehr kümmern können/wollen. Ich habe bereits mehrere Wohnheime für mich angeschaut, bin auch schon vorstellig geworden und weiß auch, in welches ich einmal am liebsten ziehen würde - und wo ich im Notfall unterkommen könnte, bis dort ein Platz frei ist. Es ist nicht so, dass ich es für selbstverständlich halte, dass meine Eltern sich kümmern.

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    Finde diese Form von schlechtem Gewissen machen gerade sehr unangebracht.

    :)_ Danke! @:)

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    Im zweiten Fall hat meine Mutter - die dann auch immer nett und freundlich ist - sich sogar noch mit der Frau unterhalten, ist aber natürlich nicht mit spazieren gegangen. Nachher hat sie meinen Vater jedesmal gebeten, dass das nicht mehr passiert.

    Hmm, vielleicht ist nett und freundlich sein und unterhalten vielleicht auch nicht die richtige Reaktion. Sie muss sie ja nicht ankeifen, sehr stilvoll, dass seine Mutter das nicht tut. Aber nett und freundlich direkt wieder wegschicken hätte vielleicht mehr den Groschen bei der Frau zum Fallen gebracht. Dein Vater scheint es so direkt ja nicht zu sagen, und wenn die Gute ohnehin ein bisschen creepy ist , ohne es zu merken (also ums Haus meines Angebeteten und seiner Familie tigern hab ich 1x mit 14 gemacht...) sind klare Worte denke ich mal unabdingbar. Zumindest wenn sich so eine komische Situation nochmal ergibt.

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    Erklärung/Erzählung meiner Mutter: Mein Vater kotzt sich bei ihr angeblich auch regelmäßig über die Frau aus

    Und hier vielleicht auch? Ich weiß ja nicht, ob deine Mutter damit todunglücklich ist oder es bis auf ein paar Aufreger insgesamt doch ok für sie ist. Aber das klingt auch nicht so wirklich gesund. Ist natürlich letztlich auch ihre Entscheidung. Mich würde das als Tochter aber auch aufregen :-X Ist schließlich normal, dass man auch mitleidet, wenns einen de facto nix angeht.


    Steht die Erkrankung deiner Mutter damit irgendwie in Zusammenhang, mit der belastenden Situation?

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    religiöse Wahn meines Vaters (Stichwort "Christliche Nächstenliebe")

    Oder Helferkomplex? Das mit dem Lattenrost klingt aber eher lustig als komisch ;-D :-/

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    Er kümmert sich um mich, auch ein bisschen um meine Mutter (Einkäufe machen usw, was sie halt nicht mehr kann) und bei bestimmten Dingen auch fast schon ungefragt bei meiner Schwester (Reifenwechsel und so unregelmäßige Dinge).

    Hat er sonst noch irgendwas "eigenes", Hobbys, Freunde oder ist er noch berufstätig?


    Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch nicht einfach ist. Vor allem wenn diese Frau jetzt auch noch irgendwie seinen Beschützerinstinkt oder was weiß ich triggert :-/

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    Seitdem mache ich kurze und knappe Ansagen, wenn das Thema wieder aufkommt ("Ich habe dich gebeten, nicht darüber zu sprechen" o.ä.) und erkläre das Thema damit dann für beendet.

    Naja, trotzdem sehr unschön, dass es nötig ist. Aber solange dein Vater da gar kein Problembewusstsein hat, dass er seine Affäre haben soll aber eben nicht auf den anderen Lebensbereich, die Familie, ausbreiten soll, seh ich auch keine Lösung als es wie bisher zu halten %:| Hast du denn noch andere Freunde oder Verwandte, die ein paar Aufgaben, bei denen dir jetzt dein Vater hilft, übernehmen könnten? Oder gibt es (ich weiß nicht, was du hast) irgendwelche Helfer/Betreuer/?, deren Kosten man erstattet bekommen kann?

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    Hmm, vielleicht ist nett und freundlich sein und unterhalten vielleicht auch nicht die richtige Reaktion. Sie muss sie ja nicht ankeifen, sehr stilvoll, dass seine Mutter das nicht tut. Aber nett und freundlich direkt wieder wegschicken hätte vielleicht mehr den Groschen bei der Frau zum Fallen gebracht. Dein Vater scheint es so direkt ja nicht zu sagen, und wenn die Gute ohnehin ein bisschen creepy ist , ohne es zu merken (also ums Haus meines Angebeteten und seiner Familie tigern hab ich 1x mit 14 gemacht...) sind klare Worte denke ich mal unabdingbar. Zumindest wenn sich so eine komische Situation nochmal ergibt.

    Ich kann unglaublich schwer einschätzen, wie es meiner Mutter wirklich geht. Als mein Vater sich die allererste Affäre während einer Kur angelacht hat, hat er danach meine Mutter gefragt, ob es für sie okay ist. Sie hat das bejaht. Später hat sie - bei der nächsten Affäre - auch gesagt, dass es für sie okay wäre, mit der Frau einmal zu telefonieren, weil diese die ganze Nummer komisch fand und nicht glauben konnte, dass das für meine Mutter okay ist.


    Meine Mutter selbst glaubt, dass sie zumindest Anteile einer Asberger-Erkrankung hat. Sie mag keine körperliche Nähe, pflegt keine Freundschaften und hasst Dinge wie Geburtstage. Sie bezeichnet sich als "verheirateter Single". Aber manchmal hört man doch so raus, dass es sie irgendwie belastet. Einfach im Tonfall; sie sagt immer, es "sei für sie okay", was aber auch wieder anders klingt als "ist total in Ordnung". :-/ Dadurch, dass ich meine Eltern nur einmal die Woche sehe, bin ich natürlich da nicht ganz so an der Quelle.


    Klar, bei der momentanen Affäre sind klare Worte das einzige, was sie eventuell versteht. Aber darin ist meine Mutter echt schlecht - ich habe ihr gesagt, dass ich sowas eben anders handhaben würde (eben auch direkter) aber meiner Mutter tut die Frau "in ihrer Dummheit" eben Leid und da sie eh immer zu nett ist... Meine Mutter hat früher beim Sozialamt gearbeitet und fragt bei meinem Vater sogar oft nach, wie es den Kindern der Frau im Heim geht oder gibt Tipps, weil die Frau ja auch mit dem Arbeitsamt totale Probleme hat und nichts auf die Reihe bekommt. Meine Mutter ist total übersozial und empatisch, was sowas angeht.

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    Mich würde das als Tochter aber auch aufregen :-X Ist schließlich normal, dass man auch mitleidet, wenns einen de facto nix angeht.


    Steht die Erkrankung deiner Mutter damit irgendwie in Zusammenhang, mit der belastenden Situation?

    Ich mache mir Sorgen um meine Mutter, weil meine Mutter eben auch öfters mal stürzt (sie wiegt bei 1,68m knapp 34 Kilo, da hat man nicht viel Standsicherheit mit 64 Jahren...). Mein Vater genießt das "gemachte Nest" daheim, alles ist schön sauber und ordentlich und es wird für ihn gekocht, aber die Hälfte der Woche ist er dann bis Abends bei seiner Geliebten und meine Mutter ist alleine zu Hause. Alleine-Sein stört meine Mutter nicht und meine Eltern können sich gut gegenseitig auf den Wecker gehen (meine Mutter liebt Jammern, mein Vater religiöse Monologe), aber als Tochter sorgt man sich natürlich schon, wenn die Mutter alleine ist und sich gerne mal auf die Nase legt...


    Und klar, wenn dann gegenüber dem Vater Dinge gesagt werden wie "Sollte Mama versterben und du holst dir deine Affäre dann sofort ins Haus, dann breche ich den Kontakt ab" und die Antwort meines Vaters ist dann nur "Also der Kontaktabbruch würde mich dann schon total betroffen machen" und man erahnt so, was er so plant, dann ist das als Kind schon schwer zu ertragen. Wir hatten das in der Umgebung zweimal - unser alter Nachbar hatte zwei Wochen nach dem Krebstod seiner Frau die neue Freundin im Haus wohnen und die Vermieter meiner Eltern sind ein sehr nettes Paar, bei dem sie die Pflegerin seiner verstorbenen Frau war, mit der er schon zu deren Noch-Lebzeiten etwas angefangen hatte. Und bei der Vorstellung, dass das bei mir in der Familie auch mal so wird - egal, ob mit der momentanen Affäre oder dann einer anderen - wird mir schon ziemlich schlecht. Einfach weil ich das so verachtend meiner Mutter gegenüber finde.

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    Oder Helferkomplex? Das mit dem Lattenrost klingt aber eher lustig als komisch ;-D :-/

    Ja, das war schon bizarr mit dem Lattenrost. Ich war auch mehr irritiert als sauer. ;-D


    Helferkomplex weiß ich nicht... kann sein, aber mein Vater meckert gleichzeitig den ganzen Tag, dass er ja immer an alles denken und alles machen müsste und nie Zeit hat. Ist aber eben auch viel selbstgemachter Stress dabei.

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    Hat er sonst noch irgendwas "eigenes", Hobbys, Freunde oder ist er noch berufstätig?


    Ich kann mir schon vorstellen, dass das auch nicht einfach ist. Vor allem wenn diese Frau jetzt auch noch irgendwie seinen Beschützerinstinkt oder was weiß ich triggert :-/

    Mein Vater ist seit letztem Juni in Rente. Er hat alle zwei Wochen mit seinen ehemaligen Kollegen Kegeln, mein Patenonkel kommt eigentlich fast jede Woche vorbei und sie gehen auch nach dem Kegeln dann noch einmal zusammen essen. Außerdem trifft er sich ab und zu noch mit einem Schulfreund und in der Hausgemeinschaft im Haus meiner Eltern gibt es ab und zu Skatabende und viiiiiele Geburtstagsfeiern, zu denen mein Vater gerne geht. Außerdem interessiert er sich sehr für Aktien/Börse und sammelt Oldies. Er hat ein eigenes Zimmer in der Wohnung, wo er meistens am PC sitzt und Musik hört oder seine Börsendinge verfolgt.


    Und ja, einfach ist das sicher nicht für ihn. Er hat sich das am Anfang mit der Frau sicherlich auch anders vorgestellt und ist sich sicher auch bewusst, dass die Dame, sollte er sich trennen, dann nicht so einfach loslassen wird. Und dann halt jetzt noch mehr Stress; meine Großeltern sind beide seit kurzem im Altenheim und haben ein marodes Haus, in dem auch noch Mieter sind... er hat unheimlich viel zu organisieren und kann eigentlich nur froh sein, dass er jetzt in Rente ist, wo da so viel zusammenkommt und er zeitlich an alles Ecken und Enden eingespannt ist. Aber die Frau ist halt irgendwie "selbstgemachter Stress". Mein Vater hat sich ja auch von früheren Affären getrennt, wenn er sich also wirklich trennen wollen würde, dann könnte er da ja. Will er aber nicht, egal aus welchen Gründen - und das ist ja seine Sache. Nur dass er die Familie so reinzieht nervt.

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    Naja, trotzdem sehr unschön, dass es nötig ist. Aber solange dein Vater da gar kein Problembewusstsein hat, dass er seine Affäre haben soll aber eben nicht auf den anderen Lebensbereich, die Familie, ausbreiten soll, seh ich auch keine Lösung als es wie bisher zu halten %:| Hast du denn noch andere Freunde oder Verwandte, die ein paar Aufgaben, bei denen dir jetzt dein Vater hilft, übernehmen könnten? Oder gibt es (ich weiß nicht, was du hast) irgendwelche Helfer/Betreuer/?, deren Kosten man erstattet bekommen kann?

    Leider habe ich außer meiner Familie keine weiteren Verwandten im Umkreis. Ich war früher im betreuten Wohnen (die sind also einmal die Woche vorbeigekommen), aber aufgrund meiner Erkrankung können und dürfen die sich nicht mehr kümmern. Das wäre mir natürlich das liebste, weil es bedeuten würde, auch unabhängig von meinen Eltern dauerhaft in meiner Wohnung bleiben zu können, aber da ist nichts machbar. Das wurde während meines letzten Krankenhausaufenthaltes sehr lange mit sehr vielen Stellen durchdiskutiert. (Kurzfassung: Ich bin in meiner Wohnung eingeschlossen, weil ich eine Zwangsstörung habe und sonst stundenlang und die Nacht durch die Tür auf- und zuschließen würde. Aufgrund des Brandschutzes darf mich offiziell von außen niemand einschließen - das läuft also privat über meine Eltern. Offizielle Stellen würden sich strafbar machen.)


    Daher habe ich da bisher halt keinen Ausweg gesehen... und ja, anscheinend gibt es da auch keinen. Aber ich vertrage das Antidepressiva so schlecht, dass ich es zwischendurch wegen Magenbeschwerden auch immer (auf ärztliche Anordnung) absetzen muss und daher dachte ich, dass hier vielleicht einer einen ganz tollen Tipp hat. Aber klar, auf eine wundersame Erleuchtung zu hoffen wäre doof.

    Ich antworte morgen (oder so ;-D) nochmal ausführlicher, aber hierzu:

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    Ich mache mir Sorgen um meine Mutter, weil meine Mutter eben auch öfters mal stürzt (sie wiegt bei 1,68m knapp 34 Kilo, da hat man nicht viel Standsicherheit mit 64 Jahren...).

    Ist deine Mutter wegen ihrer Magersucht in Behandlung? Das ist ein BMI von 12 und da wird es auch langsam bedrohlich (da klappt man auch als 20-jährige öfter mal um) und akuter, als die Sache mit der Freundin deines Vaters

    %:|

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    Ist deine Mutter wegen ihrer Magersucht in Behandlung? Das ist ein BMI von 12 und da wird es auch langsam bedrohlich (da klappt man auch als 20-jährige öfter mal um) und akuter, als die Sache mit der Freundin deines Vaters

    %:|

    Meine Mutter ist magersüchtig, seit sie 18 Jahre alt ist. Sie findet sich auch nicht "zu dick" wie andere magersüchtige und wiegt sich auch nicht, sondern ist es im Zuge ihrer eigenen Zwangserkrankung (genetische Vererbung, juhu... %:|). Da ist also nach fast 50 Jahren Magersucht nichts zu machen, da ist sie stur. Sie vermeidet sowieso alle Arztbesuche jeder Art, weil sie Ärzte hasst - das war auch schon immer so. Ich weiß nicht, wie oft sie schon ihre Zahnreinigung abgesagt hat, weil sie schlichtweg "was besseres zu tun hat, als im Wartezimmer zu sitzen". %:| Da trifft sich Unvernunft mit Altersstarrsinn. Wobei ihre Erkrankung vor ca. 8 Jahren schlimmer geworden ist; da stürzte sie und brach sich den Kiefer und musste daher zwangsweise anders essen als vorher - davor konnte sie noch Brötchen mit Käse essen, das geht jetzt nicht mehr gut. Mittlerweile isst sie (glaube ich) sechs Milchreis/Quark und vier Brote am Tag. Jeden Tag, seit acht Jahren. Aber zunehmen tut sie davon natürlich nicht.

    Ich finde, da sind einfach gewisse Gegebenheiten, also Dinge die du nicht ändern kannst, und du musst abwägen was für dich da noch das geringste Übel ist.


    Dieses Affairendreieck besteht aus Zweckgemeinschaften, da haben die Beteiligten auch abgewogen, dass das für sie mehr Vor- als Nachteile bringt, deshalb leben sie es so. Genauso wenig wie du das ändern kannst, kannst du den Umgang der Beteiligten damit ändern. Dass dein Vater deine Grenzen da nicht respektiert, ist nicht in Ordnung, aber es ist so und es wird so bleiben.


    Du musst abwägen: Schaffst du es die Ohren in Bezug auf diesen Aspekt einfach auf Durchzug zu stellen? (Das geht, man kann sich durchaus so ein Leck-mich-Mantra angewöhnen, und ich schätze dich mental so ein dass du das hinkriegen kannst) Oder greift es dich so dermaßen an dass du auf Besuche und damit auch Hilfe von deinem Vater lieber verzichtest, dann solltest du dich mit dem Wohnheim näher beschäftigen.

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    Schaffst du es die Ohren in Bezug auf diesen Aspekt einfach auf Durchzug zu stellen? (Das geht, man kann sich durchaus so ein Leck-mich-Mantra angewöhnen, und ich schätze dich mental so ein dass du das hinkriegen kannst)

    Gibts da irgendwelche Tricks? Ich habe nämlich das Gefühl, dass ich da im letzten Jahr keinerlei Fortschritte diesbezüglich gemacht habe. Normalerweise bin ich auch keine Heulsuse oder sonstwas, aber bei dem Thema ist bei mir irgendwie alles zu spät.

    Vielleicht nicht auf Durchzug stellen sondern das Problem bewusst angehen? Du schreibst du bist abhängig von deinen Eltern wirst auch finanziell unterstützt. Sowas geht schon über normalen familiären Support hinaus und ist wirklich nicht selbstverständlich.


    Vermeidung scheint dein großes Thema im Leben zu sein und nun bist du in einer Situation in der du eine für dich unangenehme Sache nicht vermeiden kannst. Deine Vater ist nunmal wer er ist und diese Frau ist seine Partnerin, ob du das ausblenden möchtest oder nicht. Sie spielt offenbar eine große Rolle in seinem Leben und vielleicht hat er bei all seiner Kümmerei einfach keinen Bock drauf sich in Anwesenheit seiner Restfamilie zu verstellen und so zu tun als gäbe es sie nicht.


    Ich verstehe immernoch nicht was dein riesen Problem sein sollte. Du hast die Frau einmal (?) getroffen und ansonsten hörst du nur hin und wieder was über sie. Ist jetzt nicht direkt viel für mein Empfinden. Aber meine Familie ist jetzt auch kein Ponyhof, vielleicht bin ich da abgehärtet.


    Was stellt diese Frau denn für dich dar? Eine Bedrohung? Eine weiterer Sauger am Futternapf? Oder ein unangenehmes Spiegelbild?

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    Was stellt diese Frau denn für dich dar? Eine Bedrohung? Eine weiterer Sauger am Futternapf? Oder ein unangenehmes Spiegelbild?

    Eine immer wieder erwähnte Erinnerung daran, dass im Grunde auf das Ableben meiner Mutter gewartet wird. Und meine Mutter ist meine wichtigste Bezugsperson und ich persönlich empfinde das als gruselig, respektlos und beleidigend ihr gegenüber.

    Nebst ignorieren oder flüchten könntest Du auch Variante drei wählen: Akzeptieren. Dies hätte den grossen Vorteil, dass Du wirklich etwas ändern könntest, da dies bei DIR ansetzt. Woanders Einfluss zu nehmen hast Du vergeblich versucht. Seine Familienmitglieder kann man sich nicht aussuchen. Das gilt bei Dir nun halt auch für die Halb-Partnerin Deines Vaters.

    Die Ehe Deiner Eltern ist am Ende, aber trotzdem wohnen sie noch zusammen. Dein Dad hat eine neue Partnerin, Du bist sein Kind.


    Ist doch normal dass er möchte, dass ihr zusammenkommt, eben auf Erwachsenenbasis. Nach zwei Jahren scheint es ja auch nicht gerade ein one night stand zu sein, evtl. bleibt sie langfristig länger zusammen als er mit Deiner Mom.


    Trefft Euch halt in der Mitte. Weil sonst hat iwann keine Lust mehr auf diese stressige Situation, in der Du ihm nicht mal erlaubst, von ihr zu reden oder mit ihr. Ihc glaube, er lässt Dir lange Leine, aber iwann solltest Du, solltet Ihr da einen m.o. finden.