@ ElGusto

    Zitat

    Auch das auf das Ableben der Mutter vom Vater gewartet wird lese ich nirgendwo heraus aus dem beschriebenen Verhalten des Vaters.

    1) Neue Partnerin wird nicht mehr als "Affäre" (wie frühere Frauen), sondern als neue Freundin bezeichnet.


    2) Mein Vater hat anscheinend vor, die Frau direkt nach dem Tod meiner Mutter einziehen zu lassen.


    3) Die Frau hat vor meiner Mutter und deren Wünschen Priorität. (Die Affäre an sich stört meine Mutter nicht, das ums-Haus-schleichen und die Übergriffigkeit der Frau aber schon, mein Vater setzt dem aber keinen Riegel vor)


    Das sind die Dinge, die ich benennen kann und woraus sich meine Wahrnehmung ableitet.

    Zitat

    Auch hat der Vater laut der Berichte mit keinem Wort gesagt, dass er die Mutter verlassen will oder wird.

    Das stimmt.

    Zitat

    Das Auftauchen der Affäre hat die Mutter zwar irritiert, wurde aber mittlerweile vom Vater unterbunden.

    Das leider nicht. Die Frau taucht zwar bisher nicht mehr bei Familienmitgliedern auf, schleicht aber weiter um die Wohnung, was nicht erwünscht ist, aber nicht unterbunden wird.

    Zitat

    Ebenso lese ich aus den Beiträgen heraus, dass die Eltern wohl offen kommunizieren und sich auf ihrer Ebene sogar gut verstehen.

    Das ist auch richtig.

    Zitat

    Du sagst auf der einen Seite Du willst schon sehr lange, dass Deine Eltern sich lieber trennen sollten. Andererseits aber passt Dir dann eine neue Frau an der Seite Deines Vaters nicht?

    Hmm, drücke ich mich da so seltsam aus? Mein Vater darf gerne eine neue Frau haben. Die darf auch gerne seltsam oder creepy sein, solange sie und ich keine Freundinnen werden oder uns öfters sehen müssen. Aber das sollte nicht auf dem Rücken meiner Mutter passieren. Wenn er es so eilig mit einer neuen Beziehung hat, dann soll er sich trennen und die neue Frau gefälligst die "Pflichten" meiner Mutter übernehmen lassen. Und wenn er es nicht so eilig hat, dann gibt es keinen Grund, die neue Frau beim Ableben meiner Mutter sofort als neue Mitbewohnerin einzuplanen - dann könnte man zumindest für die Kinder und generell aus meinem ganz persönlichen, moralischen Empfinden heraus da zumindest eine gewisse Zeit verstreichen lassen.

    @ Caramala 3

    Zitat

    Ich denke, der Vater macht immer den gleichen Fehler, er sucht sich bevorzugt Personen, die von ihm abhängig sind. Das gibt ihm, so schätze ich diese Affären-Konstellation ein, ein Gefühl von Nützlichkeit und wenn er dabei auch so etwas wie sexuelle Befriedigung empfinden kann, dann ist für ihn sein Leben wohl in Ordnung. Er hat inzwischen viele Abhängigkeiten. Aber anscheinend belastet ihn das nicht.

    Er ist definitiv gestresst, das schon, aber ich denke auch, dass es ihm irgendwo gutzutun scheint, dass er das ausleben kann. Auch aus religiösen Gründen; er möchte diese christliche Nächstenliebe sehr exzessiv praktizieren.

    Zitat

    Und die Angst machenden religiösen Ansagen, die der Vater einem überstülpt, halte ich auch nicht für besonders feinfühlig.

    :)z Das sind sie nicht, aber damit kann ich umgehen. Er kann mir tausendmal Bücher geben, um mich vor der Hölle zu retten - wenn ich eh nicht dran glaube, dann tangiert mich das nicht. Es ist nur nervig, wenn man sich ganz normal über irgendwas unterhält und plötzlich kommt irgendwas religiöses. (Total zufälliges Thema letztens war die Verdauung von Kaninchen und wie anders sie von der menschlichen ist. Ich: "Ich habe gelesen, das man deshalb viel X füttern soll." Vater, ganz plötzlich: "...Ist schon toll, wie wunderbar und verschieden Gott alles geschaffen hat und wie das alles funktioniert, oder? Wie schade, dass die Menschen so sündigen und alles kaputtmachen müssen. Gut, das wir im Zeitalter der Erlösung leben." Ich: "....oooookay?")

    @ pelztier86

    Zitat

    Das ist jetzt OT, aber ich frage mich wirklich die ganze Zeit, wie eine 68-Jährige mit 35kg schon über 50 Jahre mit Magersucht (über)leben kann. Die Frau muss eine sehr gute Genetik haben, was die körperliche Seite betrifft.

    Stimmt. Meine Mutter sagt selbst schon immer, dass sie kaum glauben kann, dass sie 64 geworden ist (nicht 68 ;-) Habe ich mich irgendwo vertippt?) und echt zäh ist. Dazu kommt aber sicherlich, dass sie kontinuierlich isst, halt nur eben zu wenig und immer das gleiche, aber sie isst und das regelmäßig. Sie erbricht auch nicht. Es ist halt Magersucht durch Zwangsstörung und nicht "normale" Magersucht.

    Zitat

    Sie verhält sich mMn in gewissem Sinne ebenfalls egoistisch und manipulierend, v.a. auch der Tochter gegenüber.

    Hmm, das finde ich nicht. Sie ist eher die, die sich am meisten zurückhält. Auf der Familienfeier, als die neue Frau anrief, hat meine Mutter erstmal gar nichts gesagt und mein Vater hätte sich ja schlichtweg rausreden können ("Falsch verbunden"), aber meine Schwester hat da ja direkt die Konfrontation gesucht.




    So, das hat jetzt drei Stunden zu tippen gedauert. Ich hoffe, man verzeiht mir Rechtschreibfehler - es ist 1 Uhr nachts und ich hatte auf Korrekturlesen keinen Bock mehr. :=o

    Ja, wie ich mir dachte. Das wäre ein wichtiges Thema um es mit deiner Therapeutin zu besprechen. Wenn es dir gelingt deine Mutter weniger als Opfer zu sehen sondern als aktivhandelnde Person die ihre eigenen Entscheidungen getroffen hat (beispielsweise sich keine professionelle Hilfe zu suchen um sich von deinem Vater unabhängig machen zu können) dann könntest du daraus, so denke ich, auf vielen vielen Ebenen einen Gewinn für dich ziehen. Nicht zuletzt auch in dem du die Position deines Vaters neu bewerten könntest.


    Von aussen, ohne emotionale Verstrickungen sieht es für mich wie folgt aus: Deine Ma hat gewisse Einschränkungen und hatte verschiedene Optionen mit diesen umzugehen. Sie wählte einen Mann aus der es für sich braucht die Defizite anderer Personen zu kompensieren. Sie kann diesem Mann aber nicht alles geben was der braucht, körperliche Nähe, beispielsweise. Also kompensiert er das ausserhalb. Bisher hat er offenbar da hauptsächlich Frauen getroffen die nur diesen Teil seiner Bedürfnisse abdecken, jetzt aber scheint er eine Frau gefunden zu haben die sowohl das Bedürfnis nach gebraucht-werden erfüllt als auch das Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Damit gerät das Konstrukt ein wenig ins Wanken, aber bisher hält ihn irgendwas in der Ehe, sei es Gewohnheit, sei es Pflichtbewusstsein.


    Kurz: er stellt ihr den Raum für ihre Zwänge und Lebensweises nicht nur wörtlich, sondern auch übertragend in dem er ihr das so ermöglicht, durch seine Unterstützung, sie stellt einen gewissen Service zu Hause und ihre Bedürftigkeit für sein Ego zur Verfügung. Es ist also beide ein Geschäft bei dem sie geben und nehmen.


    Am Anfang gab es offensichtlich eine körperliche Komponente, du und deine Schwester, ihr beweist das qua Existenz, aber die fiel irgendwann raus und wurde outgesourced, aber der Rest des Deals ist der alte.


    Deine Ma alleine als Opfer zu sehen wird ihrer Position meiner Meinung nach nicht gerecht und macht sie kleiner als sie ist. Und man muss auch nichts sagen oder tun um jemanden für die eigenen Dynamiken einzupannen, was viele Menschen unter "Manipulation" zusammenfassen. Das passiert innerhalb von Familien aus purer Notwendigkeit von alleine.


    Ich kann frömlich sehen wie du gerade in Verteidigungshaltung gehst und sich dein Nackenfell sträubt, aber erlaube dir mal einen Moment darüber nachzudenken welche Optionen sich durch diese Befreiung aus der Opferrolle für deine Mutter und die Interpretation ihres Lebens ergeben. Sie wird dann vom Spielball der Mächte und Genetik zur Mitspielerin. Und das wird einer Frau die trotz enormer Anstrengungen sich umzubringen so alt geworden ist wohl viel eher gerecht. Denn dafür muss ein starker Anteil in einem für das Leben kämpfen und dafür muss der irgendwas am Leben finden.


    Fühl mal an, wenn du deine Ma aus deinem gedankenkäfog lassen kannst, dann rüttelt das sich einiges bei dir durch, aber es könnte dich heute und auch zukünftig freier machen davon was dein Vater tut oder lässt, in Sachen Beziehung.


    ??Ich hab in deinen anderen Thead geguckt und da nur deine Beiträge gelesen, so fürs Bild. Deswegen nun was zu deinem Schließzwang: hast du es mal mit einem guten altmodischen Riegel versucht? Da kannst du ZU und Offen ähnlich klar sehen wie bei deiner Mikrowelle und sowas könnte eventuell auch in einem Wohnheim für Zwangerleichterung sorgen??

    Jetzt schau ich doch noch mal kurz rein. ;-D


    Liebe danae, vielen Dank für den ausführlichen Beitrag. Und ganz so stellen sich mir auch nicht die Nackenhaare auf. ;-)


    Ich habe keine Therapeutin mehr (Kasse zahlt nach mehreren, jahrlangen Krankenhausaufenthalten und zig ambulanten Therapien nicht mehr, erst recht keine Onlinetherapien), sondern nur noch einen Psychiater, von daher muss ich da ziemlich alleine durch.


    Viel, was du sagst, stimmt. Meine Mutter jammert gerne, macht aber wenig, um irgendwas zu ändern - sei es was ihre körperlichen, aber auch ihre seelischen Probleme angeht. Die körperliche Komponente gab es sicher mal (meine Schwester ist adoptiert, ich bin das einzige Kind der beiden, wobei ich noch eine größere, verstorbene Schwester aus der ersten Ehe meiner Mutter hatte). Meine Mutter sagt heute auch, vielleicht war es für sie ein Fehler, jemals zu heiraten, wo sie dieses Nähebedürfnis nicht hat. Kinder wollte sie aber immer und mittlerweile haben meine Eltern ihre silberne Hochzeit ja auch weit hinter sich gelassen.


    Was ich nicht so stehenlassen kann ist die Sache, dass meine Mutter versucht hat, sich umzubringen. Das hat sie nie; ihre Magersucht resultiert aus einer Zwangsstörung, nicht aus dem Wunsch, dünn zu sein. Sie hat sich höchstens selbst geschadet, indem sie nie Hilfe gesucht hat, aber einen Todeswunsch hatte sie nie.


    Ich habe die Nacht über viel nachgedacht und ich denke, viel meines Problems liegt aber auch darin begründet, dass ich selbst ganz viel Angst vor dem Tod meiner Mutter habe. "Tod" ist sowieso ein großes Problemthema - es gibt Tage, da habe ich solche Panik vor meinem eigenen Tod (also nicht das ich denke, dass ich tot umfalle, sondern einfach weil ich nicht - auch nicht in 80 Jahren - "weg" sein will), dass ich kaum klarkomme. Hab deshalb ja auch viele Medis. Meine Mutter ist der Mensch, den ich am meisten liebe und ich habe natürlich daher schon lange wegen ihres Zustandes Angst, dass sie stirbt. Seit Jahren verwahre ich jede Geburtstagskarte von ihr, während andere entsorgt werden, weil ich mir immer denke, dass ich nicht weiß, wie viele sie schreibt. Solche Dinge.


    Worauf ich hinauswill: Die Affäre meines Vaters und sein planen für "danach" reibt mir jedes Mal, wenn die Frau erwähnt wird, immer wieder unter die Nase, dass meine Mutter wahrscheinlich nicht mehr lange lebt. Es ist für mich, die mit dem Thema Tod so Probleme hat, dann nicht mehr möglich, die Zeit, die wir eben noch zusammen haben, zu genießen, sondern ich bin dann erstmal total von der Rolle, wenn man mich mit der Nase wieder auf diesen Countdown stößt. Und dass mein Vater mit dem Gedanken an den Tod meiner Mutter scheinbar so gut klarkommt ist dann noch einmal ein weiterer Schlag in die Magengrube, den ich jedes Mal bekomme, einfach weil ich nicht weiß, wie es für mich weitergehen soll, wenn meine Mutter stirbt. Mein Verhältnis zu meinem Vater war nämlich schon immer deutlich schlechter und durch Dinge aus der Vergangenheit auch getrübt, von der momentanen Situation mal ganz unabhängig.


    ??Das mit dem Riegel ist ein lieber Tipp, aber der würde nicht funktionieren; das Ding würde ich die ganze Nacht dann auch auf- und zuschieben. Beim normalen Schlüssel kann ich ja auch an der Klinke testen, ob zu ist und merke es dann, aber es hilft nicht, den Schlüssel weniger zu drehen. Die Schließzwänge sind leider so problematisch bei mir, dass die sich nicht wie "leichtere" Zwänge austricksen lassen.??

    ?? Schade, ich dachte es lässt sich vielleicht so besser regeln, weil du da eine visuelle Kontrolle hättest??

    Zitat

    Ich habe keine Therapeutin mehr (Kasse zahlt nach mehreren, jahrlangen Krankenhausaufenthalten und zig ambulanten Therapien nicht mehr, erst recht keine Onlinetherapien), sondern nur noch einen Psychiater, von daher muss ich da ziemlich alleine durch.

    Das ist sehr sehr kacke, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Geht da auch nichts mehr wenn es sich nun eben dezidiert nicht um deine Zwänge drehen soll? Also mit anderer Indikation? Manchmal bewegt sich dann ja noch was. Du könntest den Psychiater mal fragen, vielleicht sieht er da einen Weg, gerade auch mit der Zukunftsperspektive. Denn so wie du das beschreibst möchte ich lieber nicht in deiner Haut stecken, wenn der Tag kommt an dem deine Mutter stirbt. Ehrlich nicht. Ich fürchte deine Zwänge könnten massiv explodieren.

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    Was ich nicht so stehenlassen kann ist die Sache, dass meine Mutter versucht hat, sich umzubringen. Das hat sie nie; ihre Magersucht resultiert aus einer Zwangsstörung, nicht aus dem Wunsch, dünn zu sein. Sie hat sich höchstens selbst geschadet, indem sie nie Hilfe gesucht hat, aber einen Todeswunsch hatte sie nie.

    Na, aber man kann sich ja auch durch Unterlassung umbringen oder zumindest in Gefahr bringen. Dazu muss so ein Todeswunsch ja nicht bewusst sein, aber der Tod erscheint ihr offensichtlich als wesentlich leichter handhabbares Risiko als die andere Optionen. Aber egal, was ich meine ist, sie ist nicht einfach ein Opfer, sie selbst hat Entscheidungen getroffen und tut es noch, jeden Tag, der sie da hingebracht hat wo sie ist und sie da hält. Das darf sie, ist voll in Ordnung, hat ja jeder nur sein eines Leben und damit kann man machen was man will, aber wieso sollte dein Vater an der Stelle die Verantwortung für sie übernehmen und für sie etwas entscheiden wo sie andere Prioritäten gesetzt hat? Wäre das nicht auch irgendwie unfair?


    Ich meine, wenn er nun geht, obwohl es ihr unfassbar wichtig ist, dass er bleibt, wer sagt dir, dass sie sich nicht den nächsten Mann sucht der sie so hält oder das sie vollkommen verwarlost oder stirbt? Du nimmst an, dass es ihr dann mittelfristig besser ginge, aber das ist durchaus nicht zwangsläufig so. Sie hat sich da gut eingekeilt, in Stützen und die halten sie senkrecht. Ob sie selbst noch die Kraft hätte sich aufzurichten weiß nur irgendwer in einem Paralelluniversum oder der geier oder gott oder das Sphaghettimonster. Wie auch immer.

    Zitat

    Ich habe die Nacht über viel nachgedacht und ich denke, viel meines Problems liegt aber auch darin begründet, dass ich selbst ganz viel Angst vor dem Tod meiner Mutter habe.

    Darf ich fragen was sie dir gibt? Was eure Beziehung ausmacht und für dich so besonders wertvoll macht? @:)

    Zitat

    Das ist sehr sehr kacke, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Geht da auch nichts mehr wenn es sich nun eben dezidiert nicht um deine Zwänge drehen soll?

    Nur, wenn ich wieder ins Krankenhaus gehen würde - diesmal mit Indikation Depressionen - aber das ist ganz massiv furchtbar für meine Zwänge; deutlich schlimmer als die momentane Situation. Das es sein kann, dass ich auf Station muss, wenn meine Mutter stirbt, sehe ich aber ähnlich. Aber ich bezweifle, dass mir da ein Psychologe vorher eine "Prävention" geben kann, die mich davor bewahrt. Man kann zwar viele Dinge in Gedanken durchspielen, aber wenns dann in echt passiert, dann ist es etwas ganz anderes. Und wenn meine Mutter dann mal stirbt, dann muss ja auch die Wohnheim-Sache neu angedacht werden und sowas geht ohnehin mit einem Sozialarbeiter einer Station deutlich schneller als alleine. Wenn halt "Not am Mann" ist sind die in den Wohnheimen auch etwas schneller.

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    Na, aber man kann sich ja auch durch Unterlassung umbringen oder zumindest in Gefahr bringen. Dazu muss so ein Todeswunsch ja nicht bewusst sein, aber der Tod erscheint ihr offensichtlich als wesentlich leichter handhabbares Risiko als die andere Optionen.

    Jein. Ich habe vor nichts mehr Angst als vor dem Tod und bin trotzdem suizidgefährdet, wenn mir jemand einen Schlüssel gibt. Zwänge sind scheiße. Man macht sie, um nicht zu sterben. Paradox, wenn dann so Essenszwänge einen eigentlich näher an den Tod ranbringen.

    Zitat

    Ich meine, wenn er nun geht, obwohl es ihr unfassbar wichtig ist, dass er bleibt, wer sagt dir, dass sie sich nicht den nächsten Mann sucht der sie so hält oder das sie vollkommen verwarlost oder stirbt?

    Meine Mutter ist schon ganz oft mit Kleinigkeiten überfordert, das stimmt. Einen neuen Mann würde sie sich nie mehr suchen, aber sie müsste aus der Wohnung, da sie zu wenig Rente dafür bekommt, und in eine altersgerechte Wohnung. Vielleicht stelle ich es mir zu einfach vor - einfach weil ich es von mir kenne - aber ich könnte mir vorstellen, dass sie mit einer BeWo Betreuung gut klarkäme. Und bei den Putzzwängen, die sie hat, verwahrlost sie nicht. :-| Das Problem wäre nur die Umstellung/der Umzug. Das ist für jemanden mit Zwängen ein Albtraum. Vor vier Jahren haben meine Eltern aber unser Haus verkauft und das hat auch funktioniert.


    Vielleicht erledigt sich das Thema - ich hoffe es fast - wenn meine Mutter die Treppen in ihre Wohnung nicht mehr hochkommt und dann ohnehin neu geschaut werden muss. Meine Großeltern sind jetzt in zwei verschiedenen Heimen. Vielleicht passiert irgendwann die Trennung einfach aus Notwendigkeit.


    Das ihr die Trennung von meinem Vater emotional viel zusetzt glaube ich nicht. Etwas sicherlich, aber mein Vater fährt auch mal wochenlang ohne sie in Urlaub und sie ist dann immer froh, dass sie Ruhe hat (und alle anderen machen sich Sorgen, dass sie fallen könnte).

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    Darf ich fragen was sie dir gibt? Was eure Beziehung ausmacht und für dich so besonders wertvoll macht? @:)

    Meine Mutter ist so ziemlich der einzige Mensch, der meine Erkrankung versteht und daher begreift, wenn für mich etwas nicht geht, während alle anderen immer versuchen, an mir zu rütteln oder mich verändern zu wollen. Sie versteht auch, dass ich mittlerweile keine neuen Medikamente mehr ausprobieren will, weil ich alles durchhabe, weil sie selbst nie irgendwas nehmen will. Generell hat sie also Verständnis, was ich vom Rest der Welt nicht bekomme, einfach weil sie es aus Erfahrung selber kennt.


    Aber auch ansonsten war sie in meiner Kindheit immer der "liebe" Part. Vor meinem Vater hatte ich als Kind Angst. Er kann Gefühle nur sehr schlecht zeigen und war für mich immer unberechenbar (und die paar Male - wirklich wenige, aber sehr eindrückliche - wo ihm die Hand ausgerutscht ist, kamen für mich daher aus dem Nichts), während meine Mutter sehr empathisch ist. Auch sie hat natürlich früher immer versucht, mich zu irgendwelchen Verabredungen mit anderen Kindern zu überreden, die ich nie haben wollte, aber sie hat frühzeitiger akzeptiert, dass ich eben nicht so wollte wie andere Kinder.


    Aber man muss auch sagen, dass sie eine Glucke war und mich sehr betüddelt hat (auch durch das Abdriften meiner verstorbenen, älteren Schwester in die Drogen- und Alkoholszene), so dass da die Bindung ohnehin immer eng war.


    Mein Vater ist sozusagen der, der mich tatkräftig unterstützt, mich aber nicht versteht. Also so gar nicht. Für ihn ist meine Krankheit eher ein "das kann doch nicht so unmöglich sein, den blöden Schlüssel nicht loszulassen". Er akzeptiert es mittlerweile, versteht es aber nicht. Meine Mutter ist die, die es akzeptiert, aber mich nicht mehr so tatkräftig unterstützen kann - wobei auch mit ihrem Tod bei meinem Vater mehr Arbeit hängenbleiben würde; oft ist es so, dass meine Mutter mich zu Terminen abholt und mein Vater dann nachher mit mir alle Einkäufe erledigt und zurückfährt, so dass er nur Abends eingespannt ist. Es kann also auch sein, dass zu dem Tod meiner Mutter das Pflegeheim für mich obendrauf kommt und das ist natürlich eine Kombi, vor der ich wirklich Horror habe, weil schon eines von beidem schlimm genug ist.


    Ansonsten ist meine Mutter für mich wertvoll, weil sie genauso wenig mit anderen Menschen zusammensein mag wie ich. Wenn wir telefonieren, dann dauert das zwei Minuten. Wenn wir Nachmittags dann mal ins Cafe gehen, dann sitzen wir da 20 Minuten, trinken was, quatschen etwas und gehen dann. Das ist für uns beide genug Smalltalk für eine Woche. Wir werden beide total zappelig und fahrig, wenn wir irgendwo länger herumsitzen und uns mit Leuten unterhalten sollen. Wir "passen" einfach, weil wir uns in unseren Bedürfnissen (oder vielmehr deren Abwesenheit, wenn es um soziale Bedürfnisse geht) sehr ähneln, uns aber dadurch nur noch mehr liebhaben. :)z

    Zitat

    Aber ich bezweifle, dass mir da ein Psychologe vorher eine "Prävention" geben kann, die mich davor bewahrt.

    Das glaub ich auch nicht, aber ich denke es könnte den Sturz vielleicht etwas abfedern wenn du schon Pläne liegen hast. Weil du dann nicht ins bodenlos unkontrollierte fallen würdest sondern schon klare Strukturen hässtest an denen du dich festhalten kannst. Dazu sind ja sonst meistens die Zwänge da und deshalb würde ich zumindest versuchen da vorzuarbeiten. Quasi schonmal das Kissen unters Fenster schieben.

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    Jein. Ich habe vor nichts mehr Angst als vor dem Tod und bin trotzdem suizidgefährdet, wenn mir jemand einen Schlüssel gibt.

    Ja, aber du hast aktiv etwas dagegen getan undzwar in dem du dich von Schlüßeln getrennt hast, weil du nämlich wirklich nicht sterben möchtest. Deine Mutter aber hat nichtmal nach dem Kieferbruch etwas unternommen, es hat offenbar nicht dieselbe Dringlichkeit für sie wie für dich. Verstehst du wie ich meine?


    Und auch hier im Forum hast du aktiv Hilfe gesucht, von wegen bewegung und Ernährung, also Punkte die auf die Lebensdauer Wirkung haben können. Da ist der Wille zum Leben weit deutlicher zu spüren als in den kurzen Erzählungen über deine Mutter. Aber es sind ja auch nur kurze Erzählungen, ich hab da ja keinen echten Einblick, nur einen Eindruck hier. @:)

    Zitat

    Zwänge sind scheiße. Man macht sie, um nicht zu sterben.

    Dieser Kelch ist an mir vorübergegangen, zum Glück, aber ich hatte in der Klinik eine Mitpatientin mit zalhreichen Zwängen, einer davon machte es ihr unmöglich in ihrem eigenen Bett zu schlafen ohne Panik zu bekommen. Ein wenig kann ich es mir also vorstellen wie gefangen man da sein kann und wie übel das ist. Sie meinte immer die Angst vor dem Kontrollverlust sei schlimmer als jede andere Angst, weil dann der sofortige Tod droht und deshalb kommt sie da nicht raus. Aber andere Zwangspatienten haben das durchaus anders erlebt und hatten keine solche Angst vor dem Tod. Für sie war die Angst vor bestimmten Lebensmitteln so schlimm, dass der Tod eine entspanntere Alternative bot. Ich glaub da muss man schon gucken, wo beim Einzelfall der Schwerpunkt liegt.

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    Vor vier Jahren haben meine Eltern aber unser Haus verkauft und das hat auch funktioniert.

    Aber da ist ja auch das allermeiste irgendwie gleich geblieben. Einrichtungsgegenstände wurden mitgenommen, der Partner blieb und mit ihm die normalen Tagesabläufe inklusive der integrierten Zwänge und soweiter. Eine Trennung wäre weit mehr als nur ein Umzug. Das wäre eine komplette Umstellung des ganzen Lebens.

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    Das ihr die Trennung von meinem Vater emotional viel zusetzt glaube ich nicht. Etwas sicherlich, aber mein Vater fährt auch mal wochenlang ohne sie in Urlaub und sie ist dann immer froh, dass sie Ruhe hat (und alle anderen machen sich Sorgen, dass sie fallen könnte).

    Sicher, weil alles andere ja bleibt wie es ist. Aber wie geschrieben, so eine Trennung wäre ja eher so als würde man dir deine Wohnung nehmen, dein gewohntes medizinisches Personal und deine Eltern als Kontaktpersonen. Auf einmal.


    Zusammengefasst ist deine Mutter also wertvoll für dich weil sie dich darin unterstützt so zu bleiben wie du bist und keine weiteren Anforderungen an dich stellt, dich so wie du nun bist, was ja für dich ein großer Fortschritt ist, stabilisiert und zudem war sie als Kind so eine Art sicherer Hafen und stellt eine emotionale Heimat dar? Eine feste Komponente?

    (Letzter Post von mir heute.)

    Zitat

    Dazu sind ja sonst meistens die Zwänge da und deshalb würde ich zumindest versuchen da vorzuarbeiten. Quasi schonmal das Kissen unters Fenster schieben.

    Das stimmt natürlich schon. Ich wünschte echt, die Kassen würden endlich anfangen, Onlinetherapien zu übernehmen, dann wäre das alles nicht so kompliziert. :-( Dadurch, dass meine Eltern mich auch nur einmal die Woche "rauslassen" und ich da schon so viele Termine habe, ist es ja auch nochmal schwerer. Ich werde meinen Psychiater nochmal fragen, ob er eine Idee hat, da habe ich am 22.1. eh einen Termin.

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    Da ist der Wille zum Leben weit deutlicher zu spüren als in den kurzen Erzählungen über deine Mutter. Aber es sind ja auch nur kurze Erzählungen, ich hab da ja keinen echten Einblick, nur einen Eindruck hier. @:)

    Ich bin ja froh, dass mal jemand sowas sagt und nicht immer nur, dass ich tausend Sachen vermeide. @:)


    Hm, was meine Mutter angeht, da kann ich natürlich auch schlecht in sie reinschauen. Früher hat sie sicherlich noch viel mehr Sachen gegessen. Und sie war auch in Therapie (hat auch noch immer eine Therapeutin, wo sie Stunden nach Bedarf nehmen kann), aber das war nichts gegen ihre Zwänge, sondern mehr so allgemeine Alltagssachen (glaube ich, ist schon etwas her). Generell ist meine Mutter an dem Punkt, wo ich auch bin - logisch wissen wir alles, kennen die ganzen Therapiemethoden, aber an der Umsetzung/Konfrontationstherapie/Zwänge aushalten scheitert es zu 100%. Und bei meiner Mutter kommt halt noch dazu, dass sie keine Medikamente schlucken will (hängt auch mit den Esszwängen zusammen) und nicht gerne zu Ärzten geht.

    Zitat

    Für sie war die Angst vor bestimmten Lebensmitteln so schlimm, dass der Tod eine entspanntere Alternative bot.

    Meine Mutter sagt immer, ihr würden alle Dinge schmecken, wenn sie sie nur "essen könnte". Und sie hat auch Zwänge, wo sie z.B. von einer Brotpackung nur die ersten beiden Scheiben gegessen hat und den Rest dann wegschmeißen muss. Macht nicht viel Sinn, aber Zählzwänge sind so doof. Hab ich ja selber. Den Stuhl neunmal ranzuschieben macht auch keinen Sinn - hungert mich aber auch nicht zu Tode.

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    Einrichtungsgegenstände wurden mitgenommen, der Partner blieb und mit ihm die normalen Tagesabläufe inklusive der integrierten Zwänge und soweiter. Eine Trennung wäre weit mehr als nur ein Umzug. Das wäre eine komplette Umstellung des ganzen Lebens.

    Die Einrichtung wurde bis auf das Schlafzimmer grunderneuert. Allerdings ist wirklich zu bemerken, dass meine Mutter ihre Putzzwänge erst seit der neuen Wohnung hat. Im Haus hat sie sich nie wohlgefühlt und die Einrichtung auch nicht gemocht, aber ob die Zwänge jetzt durch die Veränderung an sich oder die Tatsache, dass sie die Möbel jetzt mag und pflegen möchte gekommen sind, ist schwer zu beurteilen. Vielleicht sogar unmöglich, das verschwimmt ja alles.


    Ich will das alles gar nicht abstreiten, was du sagst. Ich kann meiner Mutter ja auch nur vor den Kopf schauen, vielleicht hast du total Recht. Und gerade weil ich das Thema "Affäre" ja so ausklammer, weil ich damit nicht klarkomme, hab ich natürlich auch mit meiner Mutter auch nie über sowas im Detail gesprochen.

    Zitat

    Aber wie geschrieben, so eine Trennung wäre ja eher so als würde man dir deine Wohnung nehmen, dein gewohntes medizinisches Personal und deine Eltern als Kontaktpersonen. Auf einmal.

    Ja, das ist wohl wahr. :-( So habe ich das nicht gesehen. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass meine Eltern durchaus immer irgendwie befreundet sein würden, aber natürlich würde mein Vater woanders leben. Im Grunde sind sie jetzt ja schon eine WG und nichts weiter.

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    Zusammengefasst ist deine Mutter also wertvoll für dich weil sie dich darin unterstützt so zu bleiben wie du bist und keine weiteren Anforderungen an dich stellt, dich so wie du nun bist, was ja für dich ein großer Fortschritt ist, stabilisiert und zudem war sie als Kind so eine Art sicherer Hafen und stellt eine emotionale Heimat dar? Eine feste Komponente?

    Genau! :)z Das fasst wunderbar zusammen, wofür ich (wie immer) tausend Worte gebraucht habe. ;-D Ich würde keinem anderen erzählen, wenn ich wieder Probleme mit irgendwelchen Zwängen habe oder sonstwelchen Kummer egal welcher Art. Sie ist da die einzige, der ich sowas anvertraue. Auch, weil ich weiß, dass sie meine Probleme ernst nimmt, auch wenn wir nicht stundenlang rumdiskutieren oder hin- und herüberlegen. Aber natürlich sind die "guten" Stunden am schönsten, wenn man einfach mal kurz einen Kaffee trinken geht und sich austauscht und weiß, dass der andere viele Dinge ähnlich (seltsam) sieht wie man selbst.

    Ich glaube ein Grundübel in diesem Konstrukt hier ist, dass dein Vater der alleinige Buhmann ist, dem gleichzeitig vorgeworfen wird, die Familie zu zerstören und dem vorgehalten wird, er wäre verantwortlich, sie zu erhalten. Beides ist falsch.


    Deine Eltern sind erwachsene Leute, die beide entscheiden dürfen, wie sie ihre Ehe leben. Jeder von beiden hat die Freiheit, zu gehen. Niemand muss sich beschweren, wenn man vom Partner schlecht behandelt wird, der Weg der Trennung ist immer da. Als Außenstehender Forenuser ist es nicht klar, warum die beiden zusammen sind, für beide liegen die Vorteile einer Trennung klar auf dem Tisch, der Ehepartner scheint nur ein Klotz am Bein. Aber wer weiss, was die beiden bewogen hat, noch zusammen zu bleiben...


    Jeder von Euch muss seinen Weg finden, mit der Situation umzugehen. Also auch Du Deinen.


    Nun ist Dein Vater Herr seines eigenen Lebens und er hat eine Freundin. Sein gutes Recht. Dein gutes Recht ist es, die Freundin für Dich abzulehnen. Aber Du willst, dass Dein Vater dieses Problem löst, indem er die Freundin aus Deinem Leben fernhält oder vermutlich am besten indem er sie in den Wind schießt. Das wird so nicht funktionieren. Du kannst nicht auf der einen Seite deinen Vater um Dich haben wollen, auf der anderen sein Leben aber zum Teil ablehnen. Ihn gibt es nur komplett, d.h. mit Freundin. Du wirst ihn nicht umerziehen oder ihm seine Art zu leben vorschreiben können. Es liegt also an Dir, sich mit der Freundin zu arrangieren oder das Gesamtpaket - Vater mit Freundin abzulehnen.


    Versteh mich nicht falsch. Moralisch gesehen und vom gesunden Empfinden her bin ich völlig bei Dir. Es kann nicht angehen, dass Dein Vater laut über die Zeit nach dem Tod der Mutter nachdenkt wenn er mit Freundin da einziehen kann. Ein absolutes no-go. Solche Gedankengänge macht man allein mit sich selber aus. Aber was nutzt Dir das? Dir bleibt nur, das zu schlucken, oder den Kontakt zu reduzieren.


    Es wäre für alle wünschenswert, wenn die Reihenfolge eine andere wäre. Erst die Trennung und dann neue Lebenspartner, die man dann als neue Freunde in der Familie willkommen heißen kann. So wie das hier läuft, geht es gar nicht anders als "die neue" als Konkurrenz zu empfinden. Eine unglückliche Lösung. Aber vielleicht kannst Du Dich bemühen, die ganze Situation ein bisschen mehr aus der Sicht Deines Vaters zu sehen, der diese Frau offenbar sehr mag. Versuch nicht nur, in ihr alles schlechte zu sehen. Sie war es nicht, die die Ehe Deiner Eltern zerstört hat, so wie es aussieht. Das Feindbild schlechthin zu sein, hat sie vielleicht gar nicht verdient.

    Wirklich letzter Post für heute. Immer diese Internetsucht. ;-D

    @ danae87

    Zitat

    Ich schreib dir erst die Tage wieder und wünsche dir erfolgreichen Ausgang ohne zuviel zwangsgewurstel im vorausgang und als folge. @:)

    Vielen Dank! @:) Du hast mir heute sehr geholfen!

    @ Ralph_HH

    Zitat

    Ich glaube ein Grundübel in diesem Konstrukt hier ist, dass dein Vater der alleinige Buhmann ist, dem gleichzeitig vorgeworfen wird, die Familie zu zerstören und dem vorgehalten wird, er wäre verantwortlich, sie zu erhalten.

    Zitat

    Aber was nutzt Dir das? Dir bleibt nur, das zu schlucken, oder den Kontakt zu reduzieren.

    So formuliert klingt das echt genauso bescheuert und paradox, wie es auch ist.

    Zitat

    Es liegt also an Dir, sich mit der Freundin zu arrangieren oder das Gesamtpaket - Vater mit Freundin abzulehnen.

    Ja, da liegt der Hase im Pfeffer. Ich kann mich mit der Freundin - bzw. seinem Umgang mit ihr - nicht arrangieren und möchte ihn ablehnen. Aber gleichzeitig fühle ich mich seelisch nicht in der Lage, die Loslösung zu vollziehen, weil für mich die Situation "Pflegeheim" soviel schlimmer ist als eine eigene Wohnung. Wäre dem nicht so und würde die Möglichkeit bestehen, irgendwie von wem anders hier in der Wohnung betreut zu werden, dann würde ich für mich da einen Cut vollziehen. Zumindest, solange die Situation so ist, wie sie jetzt ist. Wenn sich die verworrene Beziehungssituation und Abhängigkeitssituation in der Familie irgendwann verschiebt (Pflegeheim, Tod, Trennung, was auch immer) und sich dadurch Dinge zwischen meinen Eltern ändern kann und wird das mein Empfinden auch verschieben.

    Zitat

    Aber vielleicht kannst Du Dich bemühen, die ganze Situation ein bisschen mehr aus der Sicht Deines Vaters zu sehen, der diese Frau offenbar sehr mag. Versuch nicht nur, in ihr alles schlechte zu sehen. Sie war es nicht, die die Ehe Deiner Eltern zerstört hat, so wie es aussieht. Das Feindbild schlechthin zu sein, hat sie vielleicht gar nicht verdient.

    Ich hasse diese Frau nicht (auch wenn mir die anderen Affärenfrauen einfach lieber waren, weil diese nicht creepy und unhöflich waren). Erst recht nicht auf sie, denn sie ist eine Außenstehende für mich und nicht Teil des Konstrukts unserer Familie. Das Problem ist für mich der Umgang meines Vaters mit der Situation, wobei ich auch ihn nicht hasse.


    Das ändert aber nichts daran, dass die Situation für mich in dieser Form nicht mehr erträglich ist. Aber nicht weil ich so wütend bin, sondern wegen ganz vieler anderer Emotionen - dem Wunsch, sich moralisch von seinem Verhalten abzugrenzen, Sorge wegen meiner Mutter, einer riesigen Portion Entsetzen über sein Verhalten und seine Aussagen, aber vor allem, weil mich eben diese dauernde Präsenz des Themas gar nicht mehr die Zeit, die meine Mutter noch hat, genießen lässt, sondern mich die reine Erwähnung durch die Aussagen meines Vaters gedanklich immer auf das "Nachher, nach ihrem Tod" katapultieren und dann der emotionale Einbruch von mir erfolgt. Natürlich auch wegen seiner Aussage - wobei er ja "nur" auf meine Ansage/Frage, ob er vor hat, die Dame direkt nach Mamas Tod ins Haus zu holen, geschrieben hat, dass ihm der Kontaktabbruch weh tun würde und ihn meine Ansage "Kontaktabbruch" betroffen macht und er sich natürlich auch nach dem Tod meiner Mutter gerne weiter um mich kümmert (habe gerade extra nochmal nachgeschaut). Er hat nicht laut darüber nachgedacht oder irgendwelche Aussagen direkt diesbezüglich getätigt, aber es ist halt bei mir durch das Ausweichen der Frage und die Tatsache, dass er die Frau offiziell als seine Freundin betitelt, so angekommen und da hängt jetzt der emotionale Rattenschwanz dran. Selbst, wenn er mir jetzt erklären würde, dass er das nicht so gemeint hat und er sich einfach nur schriftlich schlecht ausdrücken kann, würde mir das nicht soviel bringen, weil die Verknüpfung "Affärenfrau"-"Gedankensprung zur der Zeit, wenn meine Mutter tot ist" jetzt bei mir drin ist.




    So, jetzt verabschiede ich mich für heute und wahrscheinlich auch morgen (da ich erst spät wiederkomme) erst einmal. Mittwoch antworte ich wieder.


    Ich möchte auf jeden Fall allen danken, die hier geschrieben haben. Der Faden nimmt mich emotional sehr mit und ich habe furchtbar geschlafen und eine Lösung habe ich noch immer nicht, aber mich hat das hier schon sehr viel weiter gebracht, weil ich mittlerweile doch schon viel genauer benennen kann, was mein Problem ist und wo der Hase im Pfeffer liegt. @:)

    Dein Vater hat eine Freundin, das ist eine Tatsache. Hoffen wir für ihn, dass er mit ihr glücklich wird, dann wird das, sollte Deine Mutter sterben auch noch so sein. Und dann wird er, wenn er das will mit ihr zusammen leben. Sie das als Fakt an, den Du nicht ändern kannst und gegen den es sich nicht lohnt, Energie zu investieren, um ihn zu bekämpfen.


    Es sollte Dich nicht davon abhalten, die Zeit mit Deiner Mutter zu genießen. Wenn das Thema Freundin sich zwischen Dich und Deine Mutter drängt, dann räumt ihr beide dem Thema viel mehr Raum ein als nötig. Das ist ein Problem, was sich bei Euch, bei Dir im Kopf abspielt!


    Wenn Deine Mutter sich bei Dir "ausheult" was die Freundin angeht, dann zeig Du ihr die Grenze auf, dass das kein Thema zwischen euch sein sollte. SIE ist diejenige, die längst die Konsequenzen hätte ziehen können. Ich kenne offene Beziehungen, ich hatte selbst mal eine, entweder es geht einem gut damit oder eben nicht. Wenn nicht, lässt man das und wenn der Partner da nicht zurück will, trennt man sich. Aber Deine Mutter ist abhängig von ihm? Weil was? Ist sie pflegebedürftig? Wo sie ihm doch noch das Essen kocht?

    sie putzt.. hat einen putzzwang, sagt morwena.


    sie kocht.


    sie bügelt ihm die hemden.


    sie kann kaum aus dem haus.


    autofahren geht nicht mehr


    treppensteigen aua.


    ________


    deine mutter wird sterben, so wie wir alle


    so wie du es beschreibst vermutlich sogar sehr bald.


    geniess die zeit mit ihr!


    was nach ihrem tod kommen wird:


    dein pa und seine süße werden zusammen ziehen.


    #er will es offensichtlich uns sie auch


    was sollte er aus deiner sicht "richtig machen"?


    schamfrist einhalten?


    dass er zu seiner affäre mehr als du für richtig hälts steht


    heisst führ ihn:


    egal was er machen würde


    er würde es falsch machen



    lieg ich da falsch?