Ja, das ist leicht gesagt, und ich weiß natürlich auch, dass es für Dich als seine Tochter nicht so einfach ist.

    Zitat

    Alle drei Frauen haben ihn qualvoll verlassen und wer war am Ende immer da? Ich.

    Willst du das so oder machst Du es, weil Du Dich dazu verpflichtet fühlst?

    Ja, ich habe ihn aufgenommen, als seine Exfreundin ihn ins Gesicht geschlagen hat und verlassen hat. Er hat ein halbes Jahr bei mir gewohnt. Ich bin dann extra weggezogen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe mir das Unheil ständig anzugucken. Ich habe mir den ganzen Tag Sorgen gemacht und konnte mich nicht mehr auf mich selbst konzentrieren. Die 2. Frau hat ihm sogar vorgeschrieben, dass er mir, damals in der Ausbildung, kein Geld mehr zahlt. Da konnte ich dann irgendwann Abstand gewinnen. Danach hatte er eine wirklich nette Frau, seine Nachbarin (die anderen sind alle aus dem Internet). Sie hat sich gut mit meiner Mutter verstanden (meine Eltern haben eigentlich ein gutes Verhältnis, wenn die Frau es nicht verbietet), wir konnten zusammen auf Familiengeburtstage gehen, sie hat ihm keinen Kontakt mit seiner Familie verboten, war sehr nett und natürlich. Alles in allem haben wir uns gewünscht, dass er sie behält. Sie hat ihn aber leider auch verlassen. Ich fühle mich irgendwie verantwortlich, ich glaube, weil ich es auch ständig mitbekomme und meine Familie es nicht versteht, dass ich nichts wissen will. Es heißt immer "Er ist doch dein Vater, er wird sich wieder einkriegen.." Er hat sich immer erst eingekriegt, wenn er verlassen wurde. Dann war er wieder der Alte. Meine Mutter hat ihm übrigens nie Grenzen gesetzt und ihn immer als Freigeist behandelt. Das hat ihm scheinbar nicht gut getan.

    Hm. Ich weiß nicht, wie manche Menschen das Leben betrachten, aber es funktioniert über die Bedürfnisse. :-) Und wenn man diese überwiegend über andere befriedigt, ohne zu wissen, warum und weshalb man so handelt, dann ist man einfach nicht selbstständig und ein Opfer von anderen. Man kann auch über die Gutmütigkeit einen Gewinn für sich herausschlagen, weil man sich nur so angenommen und geliebt fühlt, sonst macht man so etwas nicht. Wir Menschen sind ohnehin nicht ganz selbstständig, aber man kann schauen, wie man sein Leben geregelt bekommt. Dazu gehört die eigene Existenz. Wenn die Firma gut läuft, dann ist schon viel wert. Das wirft man nicht einfach hin, wenn die Firma einen nicht fertig macht oder sie einen seelisch überlastet. Und ja es stimmt, das was man selbst nicht bereit ist zu tun, im eigenen Rahmen, das müssen andere dann für einen tun. Und da solltest du auch deine Grenze ziehen, innerlich. Du bist nicht dafür da, ihn aufzufangen, wenn ihm seine eigene Existenz egal ist, nur weil er für seine Frauen alles macht. Diese Grenze, wenn du sie einmal gedanklich gezogen hast, die wird er spüren, wenn es dir ernst ist. Der größte Teil, der äußeren Kommunikation läuft über seelische Gefühle ab, da ist auch ein Telefon kein Hindernis, das merkt man.


    Wenn du dich in die Ecke gedrängt fühlst, dann hast du selbst noch keine Grenze gezogen, denn du fühlst dich in Anbetracht seiner Wankelmütigkeiten hilflos. Das musst du nicht.

    Also ich bin jetzt 24 und damals war ich 16. Meine Eltern haben sich getrennt und ich wurde von seiner Ex geschlagen und bin dann letztendlich alleine ausgezogen. Heute grenze ich mich natürlich besser ab ;-)

    @ Caramala 2

    Ja, ich glaube auch, dass er sich nur so definiert. Er hat auch insgesamt keine Freunde bzw. schafft es nicht Freundschaften aufrecht zu erhalten, wegen der Frauen. Er hat einen sogenannten Napoleonkomplex. Ich würde ihm gerne zeigen, dass er auch begehrenswert ist, wenn er so ist, wie er ist. Er muss immer allen Menschen erzählen, was er besitzt. Zum Beispiel hat er einen ganz alten Mercedes und erzählt dann aber jedem, dass er einen dicken Mercedes fährt. Versteht ihr? Er tut mir eigentlich unglaublich leid. Er ist so ein toller, liebenswerter Mensch, der es nicht verdient hat, so behandelt zu werden, jedoch ist er immer blind, wenn er verliebt ist. Ich kann es nicht ganz verstehen, weil ich eine sehr gute Selbstreflexion habe und merke was mir gut tut und was nicht. Und ja, es läuft gut, er hat sich auch schon von Geschäftspartner ins unendliche mit Hausdurchsuchungen, Haftbefehln etc. ins Unheil gestürzt. Deshalb war ich ja so froh, dass er endlich Fuß gefasst hat. Aber die Frau möchte nicht zu ihm ziehen (er hat das Haus gekauft, worin auch sein Geschäft ist), weil die Wohnung zu viel Holz hat und das Geschäft gefällt ihr auch nicht. Man kann aber nur beides verbinden, da es ein 24H-Service ist, wo man nicht woanders wohnen kann und gleichzeitig immer Vorort sein kann. Er möchte aber nun mit ihr zusammenziehen. Jedes Mal wenn sie Stress haben, schreibt sie meinem Vater, er solle sich nie mehr melden und ihren Sohn in Ruhe lassen. Er kümmert sich wirklich total toll um den Kleinen, holt ihn immer ab und geht mit ihm Essen. Er hat wohl autistische Züge und geht auch auf eine Sonderschule. Sie sollte einfach froh sein, solch einen Mann gefunden zu haben und lässt sich trotzdem so aushalten. Eigentlich traurig, dass es solche Frauen gibt, die die Gutmütigkeit so ausnutzen.

    Zitat

    Ich kann es nicht ganz verstehen, weil ich eine sehr gute Selbstreflexion

    Dann gebrauche deine Selbstreflexion doch mal um deine Rolle im Kontakt mit deinem Vater eizunorden. Er hat augenscheinlich ein Problem mit sich ausreichend abzugrenzen. Das gleiche hast du auch. Dein letzter Post liest sich wie der einer Mutter oder der einer intimen Freundin oder so. Ich muss sagen dass mich die Art und Weise wie du über deinen Vater sprichst, regelrecht abstösst.


    Was tut dir denn dann so gut, deinen Vater auf eine mMn übergriffige Weise zu beschützen?

    Ich verstehe nicht, wo du ihn abstoßend finden könntest? Er tut mir einfach nur leid, mehr nicht. Bis vor 8 Jahren war er meine einzige Bezugsperson und wir hatten immer schöne Urlaube zusammen, bis die Freundin es verboten hat. Ich finde es einfach sehr traurig, wie man für eine Frau seine Familie wegwirft und seine Prioritäten neu ordnet. Als seine Exfreundin mich damals krankenhausreif verprügelt hat, sind seine damaligen Freunde dazwischen gegangen und mussten sie von mir abhalten. Er konnte es nicht. Danach musste ich die ganze Zeit schweigen und durfte es niemanden erzählen. Die Beziehung ist einfach kaputt und ich wünsche ihm nur das Beste, aber ich bekomme halt immer wieder mit wie er z.B. meine kranke Mutter (schwerkrank) mit reinzieht und sich den Kontakt mit ihr verbieten lässt, wobei sie auf ihn angewiesen ist. Das ist alles so schlimm für mich. Wenn ich mich entscheiden könnte, würde ich nie wieder was von ihm hören wollen. Die Enttäuschung darüber, dass er sich nie ändern wird und wie ein normaler Mann Familie und Freundin, was ja beides wichtig ist, gleichermaßen behandelt, tut mir persönlich weh.

    quisuisje


    Dein letzter Beitrag klingt ganz anders für mich. Da zeigst du wie es für dich ist und wie es dir dabei geht. Das macht mich neugierig und ich habe Lust, mir deine Geschichte anzuhören. Das ist für mich was anderes alswenn du quasi die Mutterrolle einnimmst und dir Gedanken machst, die für mich in dieser Ausführlichkeit fehl am Platze sind und die ich als übergriffig werte.

    Zitat

    ..und wer war am Ende immer da? Ich.

    Ja, exakt. Und so wird es auch immer bleiben, wenn du keinen Abstand gewinnst. Oder aber du brauchst dieses 'Drama' um als Tochter Bestand zu haben. Dann ist die Sache aber auch klar definiert.

    quisuisje

    Zitat

    Sie sollte einfach froh sein, solch einen Mann gefunden zu haben und lässt sich trotzdem so aushalten.

    Sie tut doch das was er auch macht.

    Zitat

    Er ist so ein toller, liebenswerter Mensch, der es nicht verdient hat, so behandelt zu werden, jedoch ist er immer blind, wenn er verliebt ist.

    Ich kann aus deinen Schilderungen nicht wirklich entnehmen, dass er ein "toller, liebenswerter" Mensch ist. Ich sage nicht dass er ein schlechter Mensch ist - aber der Teil wie toll dein Vater so allgemein ist, ist wirklich an mir vorbeigerauscht.

    Zitat

    Heute grenze ich mich natürlich besser ab

    Da ist noch jede Menge Luft nach oben. Leicht ist das sicherlich nicht - Am Anfang steht halt die Entscheidung es tun zu wollen.

    Liebenswert.. Wenn ich so recht darüber nachdenke.. Vielleicht auch nicht.


    Er kommt mir einfach nicht so intelligent vor. In allen Belangen im Leben. Das tut mir irgendwie leid, da er den selben Fehler immer wieder begeht. Ich musste leider sehr schnell erwachsen werden und vermisse es, einfach mal ein schönes, harmonisches Familienleben zu haben. Ein gemeinsames Weihnachten.


    Ich habe mittlerweile schon Hass-Gefühle entwickelt, da bin ich ehrlich, da ich ja eigentlich weiss, dass nicht die Frauen die Bösen sind, sondern es mein Vater selbst ist, denn er lässt es mit sich machen.


    Ich beneide Familien, wo alles reibungslos abläuft. Es ist halt immer so -> Frau trennt sich, er wieder normal, kommt mich mal besuchen, geht jeden Mittag zu meiner Oma essen (was ich auch frech finde, denn sie ist 80, er könnte sie mal einladen zum essen!) und dann lernt er wieder neue Frau kennen, verfällt ins selbe Muster.. Damals hat die Frau gesagt, er soll weniger Kontakt mit seiner Familie haben und schwups, waren wir alle für ihn tot. Ich kann generell schnell mit Dingen abschließen, habe es auch mal geschafft mich ein halbes Jahr nicht zu melden, jedoch tut es ihm dann immer wieder leid und er ist ja mein Vater blablablabla.


    Übrigens waren immer alle Kinder von den Frauen viel toller als ich und haben alle viel mehr erreicht, wobei ich fast 2000 euro netto als Berufsanfänger verdiene und eine gute Allgemein- sowie Schulbildung habe. Mir ist sowas aber nicht wichtig, da ich nicht so oberflächlich bin und ich ja eigentlich weiss, dass die anderen nicht besser sind, da ich genügend Selbstvertrauen habe, aber dennoch fällt es sogar meiner Familie auf, was ich schade finde. Er redet bei mir auch laufend über seine Hunde, sie seien viel besser als meine usw.


    Leute, es tut mir leid, wenn ich mich so ausheule, aber ich bin es so leid. Ich habe letztens schon den Kontakt abgebrochen und kam aus dem Urlaub und da meinte meine Oma "Dein Vater kommt jetzt und will mit dir reden. XY hat schon wieder Schluss gemacht und er sieht es endlich ein". Ich konnte ihn nicht mal trösten oder so, weil er mich schon so oft enttäuscht hat und ich konnte einfach nicht für ihn da sein, ich war eiskalt. Und jetzt tut er mir wieder so leid, weil er einfach unendlich dumm ist. %-|

    Zitat

    Mein Vater selbst hat übrigens auch nicht das große Geld, protzt aber gern und denkt er kann die Frauen für sich durch solche Dinge gewinnen

    Wenn das so ist, wird er seine Gold Digger Freundinnen ja sicher nicht ewig unterhalten können. Spätestens wenn er hoch verschuldet in der Insolvenz sitzt, ist's vorbei. Quasi selbstlimitierend.

    Zitat

    Was soll man da als Tochter machen?

    Da kannst du leider nichts machen. Außer ihn auf die Möglichkeit eines Ehevertrags hinzuweisen :=o


    Ich kann verstehen, dass man das als Tochter nicht so leicht gut sein lassen kann. Du kannst aber eben nichts mehr tun, alles was du versuchen kannst über Gespräche und Vernunft, ist bereits gescheitert. Du kannst jetzt weiter gegen Windmühlen kämpfen und dadurch dann womöglich noch eure Beziehung zueinander verschlechtern, ohne etwas zu erreichen. Du kannst nur für dich Entscheidungen treffen.

    Zitat

    Am Liebsten wäre mir: Er macht was er will, aber meldet sich nicht mehr bei mir. Er droht mir ja förmlich und meldet sich dann doch wieder. I

    Ja nun gut, das kannst du haben und das ist nicht von ihm abhängig. Wenn du das wirklich willst, musst du dir neue Nummern, Mailadresen etc. zulegen. Dann kann er höchstens vor der Haustür stehen und klingeln, wenn er wieder angekrochen kommt - du musst ja nicht öffnen.

    Zitat

    Der Rest würde mich nicht interessieren, wenn er nicht immer die ganze Familie einbinden würde.

    Dazu gehören beide Seiten; der Rest der Familie lässt sich bereitwillig einbinden.

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    Danach musste ich die ganze Zeit schweigen und durfte es niemanden erzählen.

    Warum hast du das gemacht?

    Zitat

    r z.B. meine kranke Mutter (schwerkrank) mit reinzieht und sich den Kontakt mit ihr verbieten lässt, wobei sie auf ihn angewiesen ist.

    Wegen Unterhaltszahlungen oder weshalb? - dafür muss man sich nicht in sowas reinziehen lassen.

    @ quisuisje

    Das Verhalten Deines Vaters kommt mir erschreckend bekannt vor. Allerdings war es bei mir nicht mein Vater, sondern mein Opa. Er hatte 3 Jahre nach dem Tod meiner Oma eine andere Frau kennengelernt und war innerhalb von 2 Wochen total verändert: Plötzlich wurde immer weniger an Familienfeier von Ihm teilgenommen, bis es von Ihm ganz eingestellt wurde. Auch wurde die ganze Familie nach und nach nicht mehr gegrüßt und sein ganzes Leben drehte sich um seine 33 Jahre (er 88, sie 55) jüngere Freundin.


    Wir glaubten auch zeitweise an ein regelrechte Gehirnwäsche. Anfangs hatte er uns erzählt, dass er Sie auf dem Friedhof kennengelernt hätte, als er das Grab seiner Frau und Sie die Gräber Ihrer 4 (!!!) vor Ihr verstorbenen Männer besuchte. Knapp 1 Jahre später war das Kennenlernen plötzlich ganz anders abgelaufen: Angeblich hätte er auf der Friedhofsbank einen Herzanfall erlitten und Sie hätte Ihn in letzter Sekunde gerettet und den Notarztwagen gerufen.


    Selbst an Tagen wie Weihnachten gab es trotz mehrfache Versuche unsererseits keinen Kontakt mit Ihm. Stattdessen hat er seinen Nachbarn erzählt, dass seine brutale Familie mit Ihm armen, alten Mann leider keinen Kontakt mehr haben möchte. Deshalb wäre er so froh, dass die Familie seiner Retterin Ihn jetzt aufgenommen hätte und sich liebevoll um Ihn kümmern würde!


    Auch versuchte er mich bei der Krankenkasse als Simulanten anzuzeigen, da ich seiner Meinung ja überhaupt nichts an gesundheitlichen Problemen haben würde. Nachteilig war für Ihn aber in dem Fall, dass mir kurz vorher das linke Bein bis zum Oberschenkel amputiert wurde und bei mir die Diagnose: inkompletter Querschnitt TH12 gestellt wurde! Davon wusste er aber nichts!


    Die Wende in seinem Verhalten setze nach 4-5 Jahren sehr plötzlich ein. Denn bis zum Alter von 92 Jahren, war mein Opa kerngesund. Lediglich eine Augensalbe nutzte er. Aber irgendwann ist immer ein erstes Mal: Mein Vater bekam eines Nachts einen Anruf, dass sein Vater (mein Opa) mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht worden wäre und sie seinen Namen von der Patientenverfügung haben würden. Mein Vater sagte der Krankenschwester, dass Sie seinem Vater lediglich alles gute wünschen solle und Ihm ausrichten, dass die benötigte Hilfe doch bestimmt viel lieber seine neue Familie (und Freundin) übernehmen würden, da er ja sonst auch keinen Kontakt wünschen würde. Und hat aufgelegt!


    Erstmal hörten wir dann 8 Wochen wieder nichts. Dann kam plötzlich ein Anruf einer Mitarbeiterin des Krankenhauses an meine Tante (Tochter von meinem Opa, übrigens älter als die Freundin meines Opas), ob Sie bitte so nett sei und ins Krankenhaus kommen würde. Dort würde sie ein Gespräch mit meiner Tante führen wollen. Meine Tante war neugierig und ging hin:


    Dort erfuhr Sie jetzt, wie es sich mittlerweile entwickelt hatte. Solange mein Opa fit und großzügig war, war er bei seiner Freundin und Ihrer Familie heißgeliebt und begehrt. Auch beim Kauf von Neuwagen, war er ein gerngesehender Gast, der mehrere tausend Euro (bis zu 35.000 €) springen ließ. Jedoch war er jetzt seit 8 Wochen plötzlich schwer krank


    geworden und außerdem waren sein größeren finanziellen Rücklagen (die meine Oma vor Ihrem Tod angespart hatte), bis auf gut 15.000 € aufgebraucht. Von seiner neuen Familie hat sich KEINER mehr blicken lassen und so sah letztendlich seine Wohnung und seine Klamotten auch aus. Er wurde fallengelassen wie eine heiß Kartoffel und hatte plötzlich keinen mehr und das soll Ihn wohl bei seinem langen Krankenhausaufenthalt angeblich sehr zum grübeln gebracht haben.


    Ich habe Ihm diese Nummer nicht abgekauft. Für mich, wollte er sich nur wieder ins gemachte Netz setzen, da er bei der ersten Familie wieder rausgeworfen wurde. Aber meine Tante und mein Vater hatten beschlossen, dass wir Ihn wieder in der Familie aufnehmen sollten. Schließlich sei er Ihr Vater und man müsse auch alten Leuten mal einen Fehler wieder verzeihen. Ich sehe und sah das anders. Denn es war sein freier Wille, uns zu verlassen. Auch kaufte ich Ihm nicht ab, dass es angeblich die Schuld seiner Freundin gewesen sein soll, dass überall in unserem großen Dorf erzählte wurde, dass ich ja gar nicht krank sei und nur simulieren würde. Dabei haben Nachbarn mir erzählt, dass es eindeutig mein Opa gewesen war, der Ihnen diese Lüge erzählte und niemand anders.


    Zum Glück war mein Opa schon 92 Jahre alt und so wurde das Problem ein Jahr später durch die Natur geregelt. Kurios war aber, dass wir 2 Wochen nach der Beerdigung einen Anruf von seiner Freundin bekamen. Sie sei ja so geschockt von der Nachricht seines Todes gewesen. Und wieso wir Sie nicht zur Beerdigung eingeladen haben? Alle hätten Ihn ja so vermisst und überhaupt nicht nachvollziehen können, wieso der Kontakt überhaupt zu Ihm damals abbrach???


    Der Hammer war aber, dass Sie der Meinung war, dass Ihr das Erbe zustehen würde. Denn angeblich hätte mein Opa immer gesagt, dass er das Testament zu Ihren Gunsten geändert hätte. Zum Glück war das entweder eine Lüge oder er hat es vergessen. Denn es gab immer nur ein Testament und das lag bei seinem Notar und wurde niemals von Ihm geändert.