Meine Beziehung ist nur noch ein Kraftakt für mich

    Hallo,


    Ich weiß garnicht wo ich anfangen soll, muss mir aber mal den Frust von der Seele reden und das kann ich ihm wirklichen Leben nicht.


    Kurz zu uns: ich Mitte zwanzig, er Mitte dreißig und haben einen 1 jährigen Sohn. Sind seit 3 Jahren zusammen.


    Tja schon mit der Schwangerschaft hatte ich die Befürchtung, dass des mit meinem Freund nicht so traumhaft laufen wird wie vorgestellt. Er hat mir schon während der Schwangerschaft garnicht im Haushalt geholfen und zu dem Zeitpunkt war ich ja selbst noch voll Berufstätig. Dann mussten wir umziehen, da die Wohnung zu klein wurde. Also hab ich hochschwanger die Renovierung übernommen, während er das Wochenende beim saufen war.


    Als wir dann in der neuen Wohnung waren, hat er eine Woche fast nicht mit mir gesprochen und mir deutlich gezeigt wie unwohl er sich da fühlt. Mir damit vermittelt, dass ich schuld sei, dass er aus seiner geliebten Wohnung musste- wenn man ihn drauf angesprochen hat war immer alles "gut"


    Das war des 1. Mal wo ich an ihm gezweifelt hab und gemerkt hab, was für ein egoist er ist.


    Nach der Geburt seines Sohnes ist er direkt heim, weil er so müde war. Dabei war er nicht mal groß davei. Als er in den kreißsaal kam, war der Kopf schon fast da. Nicht mal mit zurück auf Station ist er gegangen. Ich sah natürlich alle anderen Väter auf der Station und war schon wieder enttäuscht.


    Als wir aus dem Krankenhaus kamen ist er abends auf Geburtstag, ich dachte "naja, soll er halt mal ne Stunde er will ja sicher drauf anstoßen, dass er Papa wurde". Er kam erst nachts um halb 3 wieder, völlig besoffen. Hat den ganzen nächsten Tag verpennt anstatt mir mal den kleinen abzunehmen. Ich hatte da bereits 4 Nächte fast nichts geschlafen und auch noch Milcheinschuss. Ich hab den ganzen Tag geheult weil ich wieder so enttäuscht war. Er hat's nicht verstanden


    Die ersten Monate hatte ich kaum Schlaf, der kleine wat anstrengend und hat nur auf einem geschlafen. Ich hab ihn einmal gebeten, ob er nicht ausnahmsweise mal eine nacht übernehmen kann. Pfff, der hat mich angeschaut als hätte ich verlangt zum Mond zufliegen. Gemacht hat er es noch nie, bis heute nicht. Selbst wenn ich krank bin muss ich nachts raus.


    Mittlerweile kümmert er sich zwar super um den kleinen, aber trotzdem ist es ihm wichtiger, Samstag mittag in die Kneipe zu gehen und Fussball zu schauen. Effektiv hat er also nur Sonntag was von seinem Sohn. Dadurch, dass er ständig weg ist, bin ich halt nur daheim und immer mit Kind. Manchmal würde ich auch gern mal was anderes tun.


    Im Haushalt macht er sowieso garnix, mittlerweile bin ich froh, dass er seinen Teller in die Spülmaschine räumt.


    Belanglos Gespräche gibt's bei uns auch nicht, ihn interessiert einfach nix was man ihm erzählen will also hab ich s irgendwann aufgegeben. Das war aber schon ommer so, allerdings hat es mich da nicht gestört weil ich ja auf der Arbeit etc. Genug Unterhaltung hatte. Das hab ich jetzt nicht mehr, also würde ich gern mit ihm reden. Scheitert aber jedesmal an seinem Desinteresse....und mir fehlt da echt was.


    Er hat mir in 3 Jahren auch noch nie gesagt, dass er mich liebt oder zumindest ein "hab dich lieb" nix, garnix kommt da.


    Oder mal ein Kompliment, wenn ich für eine Hochzeit etc zurecht gemacht war. Er ist da total lieblos und mittlerweile stört es mich sehr.


    Kurz und knapp fühl ich mich bei ihm nur noch als Putzfrau, Köchin und Babysitterin und nicht wie seine Freundin.


    Mittlerweile hat sich der Frust so angestaut, dass ich derzeit nur noch die Trennung will. Mit ihm darüber zu reden ist schwer, weil er nicht versteht was ich sag. Für ihn ist alles gut.


    Eigentlich würde ich ja schon gern die Beziehung weiter führen weil ich kein Freund davon bin, alles gleich weg zuwerfen. Es muss sich aber was ändern und ich weiß nicht wie ich ihm noch den ernst der Lage klar machen soll.


    Ich bin auch keine leichte Persönlichkeit und Momentan auch ziemlich abweisend zu ihm, aber gerade kann ich einfach nicht mehr normal zu ihm sein

  • 14 Antworten

    Um Gottes Willen, was hat Dich vor dem Kind dazu bewogen mit ihm zusammen sein zu wollen ?


    Irgendwie passt da gar nix zusammen. Viele Männer sind beim Kinder machen durchaus motiviert :)z , doch wenn das Kleine erstmal da ist, sieht es anders aus. War es denn ein Wunschkind ?

    Hallo Bambi,


    kennt er das gesamte Ausmaß deines Frusts? Hast du schon mit ihm darüber gesprochen oder behälst du ihn für dich, weil du weißt wie frühere Gespräche abgelaufen sind und du denkst es wird genauso laufen, dass er dich nicht versteht etc.?


    Ich würde ihn zu einem Gespräch "zwingen" und ihm das was du uns hier beschreibst schildern.

    Zitat

    Eigentlich würde ich ja schon gern die Beziehung weiter führen weil ich kein Freund davon bin, alles gleich weg zuwerfen.

    So wie du eure "Beziehung" beschreibst, frage ich mich aber ganz ehrlich - was würdest du denn "wegwerfen"?


    Du fühlst dich als Putzfrau, Köchin und Babysitterin, und letztendlich bist du für ihn doch anscheinend auch nicht mehr.

    Zitat

    Es muss sich aber was ändern

    Was es denn früher anders zwischen euch? Du schreibst öfter mal, dass es dich "inzwischen" stört. Das klingt ja fast, als sei eure Beziehung schon immer so gewesen?

    Irgenwie hab ich da großzügig drüber hinweg gesehen, also eigentlich kann ich es mir auch nicht erklären wenn ich so drüber nachdenke. Vielleicht auch wirklich weil ich vorher noch genug andere soziale Kontakte hatte. Da hab ich des einfach nicht so wahrgenommen.


    Ja, das war ein wunschkind, allerdings bin ich mir sicher, dass er sich nie bewusst war, was das für eine Veränderung mit sich zieht, daher hat er wirklich sehr lange gebraucht sowieso mal in diese Vaterrolle reinzuwachsen.


    Ich bin mit Sicherheit auch ein großes Problem, ich hab zwar die letzten Wochen immer mal wieder angesprochen was mich stört und warum ich so abweisend bin, aber mal so richtig konsequent war ich dabei nie. Er weiß ja nicht mal am Ansatz, dass mir schon die Trennung im Kopf rum schwirrt.

    Das klingt jetzt verrückt, aber ich denke schon, dass ihm was an der Beziehung liegt. Woran ich das fest mach? Keine Ahnung. Die letzten Tage, lässt er mich öfters mal frühs schlafen oder geht mal zum Bäcker um mir Frühstück zu holen. Er merkt deutlich, dass ich mich zurück zieh und des ist wohl gerade doch seine Art irgendwie wieder Pluspunkte zusammeln.


    Er weiß halt wirklich nicht wie frustriert ich wirklich bin, aber da kann ich mich komischerweise auch nicht immer richtig überwinden alles deutlich anzusprechen, mach oft immer nur Andeutungen.


    Vielleicht sollte ich mal alle meine Gedanken in einen Brief schreiben und ich geben.

    Also sinnvoll wär’s auf jeden Fall, wenn er erfährt, was Dich stört. Und wenn Du fürchtest, in einem persönlichen Gespräch entweder nicht alles auf den Tisch zu bringen oder wegen des langen Ärger-Rückstaus ausfallend zu werden, ist aufschreiben nicht verkehrt.

    Das klingt schon alles sehr heftig, was Du aus euren Beziehungsanfängen geschildert hast. Irgendwie scheint in ihm lange der nicht erwachsen werdende Bub geschlummert zu haben. Du bist von Anfang an mehr in die Verantwortung gegangen und hast ihm seine Freiheiten gelassen. Wie Du selbst schreibst, über vieles, dass sich schon zu Anfang negativer anfühlte großzügig hinweggesehen.


    Ganz wichtiger Ansatz ist, dass ihr beide lernt konstruktive Gespräche zu führen über die Vorstellungen, die euer Familienleben ausmachen sollen. Wie sich Haushalts- und Familienaufgaben bündeln lassen, sodass auch Du selbst Auszeiten außerhalb der Familie zum Auftanken genießen kannst.


    Es gibt nicht wenig Männer, die mit sehr jungen Kindern bzw. Säuglingen aus Unerfahrenheit und Angst Fehler zu machen, allen Aufgaben und Vaterpräsenz aus dem Weg gehen. Hier wäre es vielleicht günstiger gewesen ihn im Geburtsvorbereitungskurs u. a. näher an das Leben mit einem Säugling heranzuführen. Aber gut, die Zeit ist vorbei. Heute ist euer Sohn 1 Jahr alt und der Alltag läuft vielleicht etwas entspannter, weil die Nächte nicht mehr von zu häufigen Unterbrechungen und Schlafentzug gekennzeichnet sind.


    Du brauchst auf jeden Fall mehr soziale Außenkontakte, wenn möglich mit Mamis, die Kind/er im ähnlichen Alter haben für gemeinsame Unternehmungen oder auch um sich gegenseitig zu entlasten, wenn Besorgungen anstehen, die ohne Kind schneller erledigt sind.


    Wie sieht es mit Unterstützung durch die Großeltern aus? Es ist auch wichtig, dass ihr ohne Kind die Gelegenheit habt, wieder als Paar Nähe, Harmonie und gelebte Liebe verspürt. Nicht nur rein im Eltern-Modus verharrt, sondern euch als Partner und Individuen wahrnehmen könnt.


    Durch zu viel Alltagsroutine, sowie zu wenig Absprachen zwischen euch, entwickeln sich schnell Missverständnisse und Streitmomente, in denen sich Frust und enttäuschte Gefühle aufstauen. Ihr müsst unbedingt über eure Wünsche und Vorstellungen für Alltag- und Wochenendplanungen reden, damit keiner von euch beiden zu kurz kommt in seinen Bedürfnissen. Es ist wichtig einen regelmäßigen Austausch darüber zu führen, welche Vorstellungen und Grundbedürfnisse sich durch die neue Situation verändert haben, seit ihr Eltern seid. Ohne das konkrete Wissen, wem an welcher Stelle etwas fehlt bleiben zu viel offene Problemlagen bestehen, die in genau diese Situation führt, wie ihr sie gerade erlebt.

    Zitat

    Die letzten Tage, lässt er mich öfters mal frühs schlafen oder geht mal zum Bäcker um mir Frühstück zu holen.

    Alle Achtung ! Das ist natürlich schon eine große Leistung. Wenn Du Dich damit zufrieden gibst ":/


    Ich denke, er braucht mal einen ordentlichen Tritt in den Hintern. Kennt er das Pascha-Leben auch so von seinem Elternhaus ?

    Zitat

    Mittlerweile hat sich der Frust so angestaut, dass ich derzeit nur noch die Trennung will.

    Meinst Du, Du liebst ihn überhaupt noch ?

    Erstmal muss ich jetzt erstmal das Gespräch suchen und diesmal alles klipp und klar sagen. Es macht sonst wirklich keinen Sinn mehr. Vielleicht einfach auch wirklich mal Zeit einfordern.


    Wir hätten theoretisch, zumindest ab 19 Uhr Zeit als paar vor dem Fernseh oder wie auch immer, aber wisst ihr wie trostlos unser abends ausschaut? Wenn ich ins Wohnzimmer komm liegt er mit dem Handy da, des wird natürlich auch nicht weg gelegt, also hol ich dann auch mein Handy raus. Ein altes Ehepaar ist wohl ein Scheiss gegen uns.


    Leute, wenn ich mir hier so meine Texte nochmal les, frag ich mich wirklich, warum ich so davon überzeugt war, mit ihm den mann meines Lebens gefunden zuhaben. Ich hätte ihn sogar geheiratet. Kann man sooo blind sein?


    Seine Eltern bzw viel mehr seine Mutter ist glaub des Problem an allem. Verzogen wie noch was. Ausbildung hat er bei seinem Vater gemacht, jetzt die Firma übernommen. Wäsche gewaschen hat immer seine Mutter. Gegessen hat er auch immer dort. Bis ich eingezogen bin hat er auch ne Putzfrau gehabt. Der musste nie was grossartig tun, war und ist von Beruf Sohn.

    Das was Du schilderst ist wohl eine Erkenntnis, die zu spät kommt. Wobei einige Eltern, die beruflich selbstständig tätig sind, ihren Kindern versuchen über materielle Zuwendung das zu ersetzen, was an emotionaler und zeitlicher Zuwendung nicht stattfinden konnte. Wie sieht sein Firmenalltag aus? Läuft es beruflich für ihn erfüllt und organisatorisch ausgewogen? Hat er noch Unterstützung über die Eltern in Bezug auf die Firma?


    Es nutzt euch beiden nichts über alte Baustellen aus der Vergangenheit zu diskutieren. Habt ihr vor der Geburt eures Sohnes nicht darüber geredet, wie die Versorgung des Babys stattfinden wird, wie sich die Aufgaben aufteilen werden usw.?


    Liege ich mit der Vermutung richtig, dass Du mit in sein Elternhaus gezogen bist? Sehr liebevoll klingt der Umgang wahrlich nicht, als ob ihr beide sehr ernüchtert in einem Alltag angekommen seid, den keiner von euch beiden so haben und leben wollte. Die Entscheidung ein Kind zu bekommen wurde offenbar gleich nach der Honey-Moon-Zeit der Anfänge getroffen. Wie gut habt ihr euch kennengelernt dabei? Was genau hat Dich an Deinem Freund begeistert, was hat die Liebe für ihn entstehen lassen?

    Zitat

    Erstmal muss ich jetzt erstmal das Gespräch suchen und diesmal alles klipp und klar sagen. Es macht sonst wirklich keinen Sinn mehr.

    Ja, das solltest Du unbedingt tun. Und dann musst Du auch deutlich werden und klipp und klar sagen wo der Schuh Deiner Ansicht nach drückt. Am besten schreib Dir vorher die Punkte auf, die Du unbedingt loswerden willst. Und manchmal ist es sogar von Vorteil , wenn man solche Gespräche ausser Haus, sprich in einem Café, Bar,... oder sowas führt. Da ist man eher zum Ruhigbleiben gezwungen. Sag ihm aber auf jeden Fall, welche Konsequenzen es haben wird, wenn er nichts ändert.


    Weißt Du, wir Männer erkennen das Problem nicht immer sofort, sondern erst dann, wenn es mal unmittelbar zur Sprache kommt. Wir erkennen dafür, wenn sie mit einem halbplatten Reifen rumfährt oder sonstige eher techn. materielle Dinge. Aber beim Erkennen und Reden über Beziehungsprobleme, da sind wir Männer doch etwas blind/blöd und träge. Also, gehe es an !


    Ja, und dass er von Haus aus ein Pascha-Leben geführt hat, weil die Mama alles getan hat, habe ich fast vermutet. Das muss er erkennen. Du bist nicht seine Mutter, die ihm alles an den Hintern trägt. Dieses Leben ist nun endgültig vorbei.


    Ich denke, Du hast da einiges zu tun....

    Nein wir wohnen nicht in seinem Elternhaus.


    Kennengelernt haben wir uns schon 2 Jahre bevor wir zusammen kamen. Wir haben uns da schon gut kennengelernt uns hat es beide wie ein Blitz getroffen, aber eine Beziehung wollte er nicht eingehen. Er wollte seine Freiheit behalten.


    Als ich es dann akzeptiert hab, kam er doch wieder an. Von da an waren wir zusammen. Vielleicht hätte mir des ganze Drama schon zu denken geben sollen.


    Wir haben anfänglich einfach total viel gelacht zusammen abends auf der Couch war nicht diese Langeweile da. Wir haben viel unternommen, aber jeder hatte trotzdem sein eigenes Ding. Früher wurde erstmal gekuschelt nach der Arbeit, heute gibt's noch net mal mehr einen Kuss.


    In der Firma ist er überfordert, er hatte eine Zeitlang 20 Mitarbeiter, dann blieb die Arbeit plötzlich weg. Ich hab immer Verständnis gehabt, dass er sich Sorgen macht wie es da weiter geht usw. Hab seine sorgen über Wochen mitgetragen, konnte aber im Gegenzug nie über meine Sorgen sprechen. Irgendwann bin ich dann mal heulend zusammen gebrochen, damit war er aber überfordert.

    Ich habe nur eine einzige Frage: Wann schaust Du Dir Dein Leben an und übernimmst dafür die Verantwortung?


    Der Mann hat es doch gut... Warum sollte er sich ändern?


    Nur Du kannst Dich ändern. Schluß jetzt mit solchen Fisimatenten, aus, vorbei, so was braucht kein Mensch. Oder offensichtlich nur Du.... ???