Meine Frau, Ihre Eltern, Das Haus, Meine Eltern Und Ich

    Hallo Allerseits


    Ich würde gerne objektive Meinungen bezüglich meiner Sachlage einholen. Es geht um eine Meinungsverschiedenheit zwischen mir und meiner Frau bzw ihren Eltern und meiner Familie.


    Und zwar: Meine Eltern wohnen in einem Einfamilienhaus. Da mein Vater leider im Rollstuhl sitzt (er ist seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmt), ist meine Mom etwas überfordert sich um meinen Vater zu kümmern und um das Haus. Meine Mom wünscht sich schon seit Jahren in eine Wohnung zu ziehen (Mietwohnung).


    Nun haben meine Eltern (eigentlich eher meine Mom, mein Vater wurde mehr oder weniger die Pistole auf die Brust gesetzt, aber das ist eine andere lange Geschichte) mir und meinem Bruder ein sehr großzügiges Angebot unterbreitet, das Erbe vorzuziehen und das Haus auf mich zu überschreiben. Im Gegenzug müsste ich ein Kredit aufnehmen und meinem Bruder die Hälfte des Hauses auszahlen. Ich würde also allein im Grundbuch stehen.


    Nachdem ich das meiner Frau erzählt habe (wir sind übrigens seit 1 Jahr verheiratet), hat sie angefragt, ob sie nicht auch in das Grundbuch übernommen werden könnte. Meine Mom war von diesem Vorschlag nicht sehr begeistert, um es mal freundlich auszudrücken.


    Für meine Eltern ist es total weltfremd das hart erarbeitete Haus, einfach mal so an die Schwiegertochter mitzuvererben.


    Die Eltern meiner Frau haben diesbezüglich eine komplett gegensätzliche Meinung. Wenn sie ihr Haus vererben würden und meine Frau wäre das alleinige Erbe, würden die mich genauso beteiligen, wie meine Frau. Die Eltern meiner Frau fungieren in dieser Geschichte übrigens als Berater meiner Frau.


    Als nächstes kam der Vorschlag bzw die Forderung meiner Frau, dass wenn Sie mit mir in das Haus einziehen würde, sie jeden Euro der zur Tilgung der Schulden bei der Bank eingesetzt werden würde im Falle einer Scheidung von mir zurück erhalten würde (notariell festgelegt). Das heißt meine Frau würde sich an den laufenden Kosten für Strom, Heizung, Internet, Versicherungen etc 50/50 beteiligen aber der Rest würde von ihr im Falle einer Scheidung komplett eingefordert werden.


    Um Teile der monatlichen Schuldenrückzahlung bei der Bank zu tilgen, würden 2 Zimmer im Haus untervermietet werden. Von diesen Einnahmen würde meine Frau ebenfalls 50% beanspruchen, um ihren monatlichen Kreditrückzahlungsanteil teilzufinanzieren. Dieses Geld würde wie gesagt im Falle einer Scheidung komplett von ihr zurück eingefordert werden.


    Meine Eltern finden diese Forderungen von meiner Frau unangebracht. Mein Bruder meinte auch, dass ich bei diesem Deal nicht gut bei wegkommen würde. Mein Bruder ist der Ansicht, dass es nicht fair ist wenn meine Frau sich quasi an eine "Kaltmiete" gar nicht beteiligt und die Warmmiete geteilt wird.


    Als ich meiner Frau gesagt hatte, dass man es auch so sehen kann, dass mir das Haus gehört und sie mir quasi eine Miete zahlt war sie und ihre Eltern empört. Ok, ich muss zugeben, dass in diesem Zusammenhang "Miete von der eigenen Frau einfordern" sich wirklich etwas weltfremd und gemein anhört.


    Momentan wohnen wir in einer Mietwohung und wenn wir in das Haus einziehen würden, wären ihre monatliche Kosten mehr oder weniger genauso. Trotzdem pocht sie darauf, im Falle einer Scheidung jeden Euro für die Schuldentilgung zurück zu erhalten + andere Kosten, die für die Anschaffung von neuen Dingen bzw Renovierung von ihr gezahlt wurden (Reparaturen augeschlossen)(ob Neuwert oder Zeitwert müsse man hierbei auch noch aushandeln).


    Sie hat massive Probleme damit an einem Ort zu wohnen, der ihr nicht "gehört". Ich meinte zu ihr, dass unsere Mietwohnung ihr/uns genauso wenig "gehört". Sie sieht das dennoch anders, da sie denkt, dass im Zweifel im Haus ich mehr Rechte (unterbewusst) hätte bzw nehmen würde. Ich habe ihr gesagt, dass das trotzdem unser Haus ist.


    Ich habe erklärt, dass das der Willen meiner Eltern ist und z.B. beim Tod meiner Eltern könnte ich Sie in das Grundbuch übernehmen. Sie würde dafür aber jetzt schon eine Garantie wollen.


    Die ganze Angelegenheit hat für ein wenig Missstimmung bei allen gesorgt.


    Ich würde jetzt gerne mal andere Meinungen zu dem Thema hören.

  • 97 Antworten

    Hallo Matze,


    das ist echt eine verzwickte Situation. Ich könnte mir vorstellen, dass dies eine der Situationen ist, wo man ganz plötzlich wieder neue Seiten am Partner kennenlernt und somit vor einer großen Herausforderung steht. :)_


    Wie siehst Du das denn? Du hast ihr zwar angeboten, sie nach dem Tod Deiner Eltern mit eintragen zu lassen aber wie stehst Du denn jetzt dazu? Wenn es rein nach Dir ginge und nicht danach, jemandem es recht zu machen: würdest Du sie eintragen lassen wollen oder nicht?

    Ojee, keine schöne Situation. Einerseits kann ich es verstehen, das sie nicht ohne jeden Anspruch mitzieht, aber andererseits....Deine Eltern entscheiden..niemand anderes.


    Ausschlaggebend bei der ganzen Sache ist doch.....ihr lebt sicher in Gütergemeinschaft. Somit würde sie im Fall der Fälle schon gewisse ANsprüche haben. Aber was mir beim Lesen wirklich Bauchweh bereitet....nach nur 1 Jahr Ehe....soo gierig??? Keinerlei Vertrauen das Du das nach dem Ableben Deiner Eltern zur Zufriedenheit regelst? Das würde mir mehr Kopfzerbrechen bereiten ehrlich gesagt.


    Weiterhin muß man bedenekn, Du bekommst das Haus zu Lebzeiten, also als Schenkung...zahlst Deinen Bruder aus. Steuerlich alles im Grünen Bereich weil hohe Freibeträge. Will Deine Frau aber die Hälfte auf sich....sollte sie mal googeln was an Steuer auf Sie zukommt^^ Eventuell regt das zu Einsichten an. Alternativ würde ich ihr einen Ehevertrag anbieten, ordentlich beraten lassen , einigen und fest machen. Dann seid ihr beide gut gesichert.

    @ Matie27

    Ja, natürlich würde ich meine Frau eintragen lassen, nach dem Tod meiner Eltern, wenn wir uns dann hoffentlich noch immer lieben.


    Sie jetzt schon in das Grundbuch einzutragen finde ich persönlich genauso realitätsfern und ich und meine Familie denken, dass das auch nicht die gängige praxis ist, aber genau deswegen frage ich ja hier nach.


    Meine Eltern treffen sich hoffentlich bald mit einem Notar und der wird hoffentlich auch hilfreichen Input geben. Soweit wir informiert sind, ist ein Notar dazu verpflichtet objektiv zu bleiben und dafür zu sorgen, dass niemand "übers Ohr gehauen wird".

    Und wenn Du das Haus einfach nicht kaufst? Deine Eltern verkaufen an Dritte. Wäre das eine Option?


    Ich kann Deine Frau verstehen, es ist für sie keine leichte Situation.


    Und wer gibt ihr die Sicherheit, dass sie im Falle einer Trennung nicht mit leeren Händen dasteht?

    Habt ihr euch einmal von jemandem, der neutral ist (Notar) beraten lassen?


    Ihre Eltern als Berater, deine Eltern, die emotional an dem Haus hängen...ich kann beide Seiten verstehen, dass eine gerechte wirkende Einigung für alle nicht direkt zu finden ist.

    @ koboldine44

    Zitat

    ihr lebt sicher in Gütergemeinschaft

    Also wir haben bei der Ehe nichts besonders vereinbart (kein Ehevertrag). Daher weiß ich nicht, was da normal zutrifft.


    Kann man noch im Nachhinein ein Ehevertrag aufsetzen? Naja, in dem Zusammenhang mit dem Haus, hätte sie gewollt, dass wir zu einem Notar gehen (einen anderen, als meine Eltern) und das über den geregelt hätten. Das wäre doch eigentlich wie eine Art Ehevertrag oder?


    Übrigens hatten wir erst überlegt, dass wir statt einem Kredit bei der Bank, meinem Bruder monatlich einen Anteil an das Haus zahlen, bis es abgezahlt ist. Mein Bruder meinte jedoch, dass das steuerlich Nachteile bringen würde und er deshalb einen sauberen Cut bevorzugen würde, was ich in Ordnung finde.

    @ Benetton

    Nein das ist gar keine Option! Eigentlich müsste ich mich sogar bei meinen Eltern dazu verpflichten, dass Haus niemals zu verkaufen, abgesehen von wenigen Ausnahmen (z.B. ich werde schwer krank und kann das Haus nicht mehr finanzieren, ich erhalte einen Traumjob im Ausland)

    Zitat

    Und wer gibt ihr die Sicherheit, dass sie im Falle einer Trennung nicht mit leeren Händen dasteht?

    Im Falle einer Trennung hätte sie durch das Haus nicht weniger, als was sie hätte, wenn wir weiter in der Mietwohnung leben würden. Der Einzige Unterschied ist, dass ich dann das Haus hätte bzw das, was schon abgezahlt ist und sie nicht und das findet sie unfair. Das wiederum findet mein Bruder komisch diese Einstellung, weil sie mir das also nicht gönnt, obwohl sie keine Nachteile hat, sondern in ein schönes Haus gewohnt hat, statt in einer Mietwohnung, die an bestimmten Stellen schimmelt.

    @ LilaLina

    Nee wie gesagt, deswegen hoffe ich ja auch, dass meine Eltern sich endlich mit einem Notar treffen und sich beraten lassen.

    Also Gütergemeinschaft^^.


    Ja einen Ehevertrag kann man jederzeit aufsetzen lassen. Ich würde euch wirklich empfehlen...sprecht diverse Punkte ab..mit denen ihr beide leben könnt und laßt euch dann mit euren konkreten Vorstellungen von einem Notar beraten. Als Kombi Ehe/Erbvertrag seid ihr dann beide auf der sicheren Seite und alles ist geregelt.


    Schön ist es son Vertrag zu haben, auch wenn man hofft ihn niemals zu brauchen. Aber das geht manchmal schneller als man denkt...(mein Mann starb ziemlich rasch an Krebs und wir hatten Gott sei Dank so einen Vertrag sonst hätte man mir das Dach übern Kopf genommen)

    Ich kann deine Frau da schon irgendwie verstehen..


    sieh es mal so: würde sie im Grundbuch stehen von Anfang an, und eben auch von Anfang an die Kosten 50/50 mit tragen.. im Fall einer Trennung würden ihr dann aber auch 50% zustehen ;-)


    Steht sie nicht im Grundbuch und ihr trennt euch, hat sie deine Schulden mit getilgt, nicht eure sondern nur eben deine ;-)


    im Endeffekt kann mans eben einfach nicht gleichsetzten mit Miete wo eben beide ihren Anteil zahlen aber im Fall einer Trennung auch keiner einen "Gewinn" dadurch hat.. bei Eigentum hast in dem Fall dann ja du den Gewinn.. ;-)


    Wie siehts aus kannst du den Kredit den du aufnehmen musst selbst abbezahlen ohne das sie mitzahlt?


    Dann würd ich das nämlich so handhaben und sie soll sich eben 50% an den laufenden Kosten beteiligen.. im Falle eine Trennung musst du ihr dann aber nichts ausbezahlen.


    Ich würd sie dann aber nach dem Tod deiner Eltern auch nur mit einem geregelten Ehevertrag mit ins Grundbuch aufnehmen, wenn sie/ihr dass denn so unbedingt möchtet..


    Überleg mal, hättest du das Haus einfach geerbt ohne das du irgendwen ausbezahlen müsstest, also ohne dann noch irgendwelche Schulden tilgen zu müssen und du hättest nur die laufenden Kosten, dann müsste deine Frau doch auch keine Kaltmiete an dich zahlen oder? ;-)


    Wir (mein Partner und Ich) haben auch so eine Regelung.. ich zahl bei den Laufenden Kosten mit, den Kredit zahlt er aber alleine zurück und das Haus läuft auch nur auf ihn.. klar so lange wir zusammen sind hab ich genau das gleiche Mitspracherecht was Veränderungen betrifft usw und fühl mich da auch nicht irgendwie benachteiligt weil das Haus nicht auch mir "gehört".. aber so sind im Fall einer Trennung schon klare Verhältnisse da, das Haus gehört ihm und da gibts keinen Streit deswegen ;-)

    @ koboldine44

    Das ist auch ein Punkt, der meiner Frau Sorgen bereitet. Was ist wenn ich sterbe? Ich habe gesagt, man könnte doch überlegen, dass ich eine Riskikolebensversicherung abschließe, der sie für solche Fälle schützt egal welche anderen Konditionen bzgl des Hauses vereinbart wurden. Eigentlich wollte ich niemals eine Lebensversicherung abschließen (wer viel Medical Detectives schaut, kann sich denken warum ;-D ).

    Zitat

    Nee wie gesagt, deswegen hoffe ich ja auch, dass meine Eltern sich endlich mit einem Notar treffen und sich beraten lassen.

    Ich halte es für wichtiger, dass deine Frau und du neutral beraten werdet.

    Matze das Thema ist zu komplex um es hier , ohne in Rechtberatung abzutriften, klären zu können.


    Nehmt das Geld in die Hand und laßt euch Fachmännisch beraten. Es gibt soviel Für und Wider....da kann ein Profi echt mehr klären für euch.

    Ich hab da vieles miterleben müssen, wo große Gefühle über die Vernunft gestellt wurden, und dann kam die Trennung und das Drama war da.. Haus überschrieben, um ein Zeichen für die Ehe zu setzen, dann kurze Zeit später doch die Trennung und das Haus ein zweites Mal gekauft... Absurde Stories.


    Das Erbe der Eltern gehört den Kindern, nicht der Ehefrau. In dem Moment, wo sie im Grundbuch steht, schenkst Du ihr die Hälfte Deines Vermögens. Warum? Eine Ehe ist in Deutschland prinzipiell als Zugewinngemeinschaft ausgelegt, wenn man nicht vertraglich anderes vereinbart. Von diesem Zugewinn hat selbst der Gesetzgeber Erbschaften ausgenommen. Aus rein romantischen Gründen einfach mal die Hälfte des Erbes verschenken... Blödsinn!! Um oben angesprochene Story kurz zu vertiefen: da hat die eine Seite vererbt und an den Ehepartner überschrieben, nach der Trennung war das futsch. Die andere Seite hat während der Ehe nichts gemacht und nach der Trennung war dann plötzlich Geld da ohne Ende. Ein Partner ruiniert, der andere Partner mit zwei Häusern. Man sollte beizeiten auch mal auf sich selber achten.


    Last not least: Wenn die Eheleute glücklich zusammen im Haus wohnen, ist das am Ende unerheblich, wem es gehört.


    Das mit dem Notarvertrag halte ich für sinnvoll, aber da muss man aufpassen, wie das geregelt wird. Zunächst mal erbst Du eine Haushälfte !! Die andere Haushälfte kaufst Du dem Bruder ab, damit ist das nicht Erbmasse sondern Zugewinn in der Ehe, der eh beiden Eheleuten gehört. Dass dann der Kredit von beiden bezahlt werden sollte, ist logisch. Nach einer eventuellen Trennung gehört der Frau die Hälfte der Hälfte, das kann sie dem Mann, also Dir verkaufen, das kommt etwa aufs selbe raus, wie wenn sie den Tilgungsanteil der Kreditraten zurückfordert. Zinsen bitte nicht zurück! Von daher wäre der Vertrag im Prinzip unnötig. Aber die Details regelt man besser doch über einen Notar.