Ich kann die Frau verstehen. Unsicher ist sie und gekränkt. Und ich denke auch, irgendwann wird sie deinen Fetisch nicht mehr teilen, weil es sie scheinbar unter "Konkurrenzdruck" setzt.


    Klar, ist dein Leben und dein Fetisch. Aber wenn du es übertreibst (und das könnte ja durchaus in ihren Augen so sein), dann wird das Problem nicht kleiner.


    Paar sein bedeutet immer, man sollte aufeinander zugehen, Kompromisse finden, sich in den Partner hineinversetzen und nicht seine Bedürfnisse gnadenlos durchboxen.


    Mit etwas Fingerspitzengefühl agieren hilft immer.

    Eine Beziehung ist ein Ding zwischen zwei Menschen. Diese zwei Menschen verschmelzen nicht zu einer symbiotischen Einheit, sie bleiben unabhängige Individuen.


    Ihr habt ein gemeinsames Sexleben, wo ihr beide gleichberechtigt entscheidet, was geht, was nicht geht, was Spaß macht, was man probieren will etc.


    Und jeder von euch hat als Individuum sein eigenes sexuelles Empfinden und sein eigenes Sexleben. Es ist prinzipiell mal Dein gutes Recht, das mit Dir selbst auszuleben, wie immer Du das für richtig hältst. Die Lügen wären nicht nötig, wenn sich Deine Frau da schlicht raushalten würde. Es geht sie nichts an.


    Nun endet die Freiheit des einzelnen regelmäßig da, wo man beginnt, anderen zu schaden. Das heißt, dass man sich in der Beziehung auf Grenzen einigt. In der Regel z.B. nicht fremd zu gehen. Aber auf die Grenzen einigt man sich gemeinsam, die muss man sich nicht diktieren lassen. Du schadest Deiner Frau nicht. Du gehst nicht fremd, ihr habt nicht weniger Sex dadurch, dass Du Deine Lust nur noch an Bildern und nicht mehr an Deiner Frau auslebst. Und wenn ihre Krankheit da ein Grund ist, dass ihr weniger Sex habt... Ja, irgendwo muss die Lust ja hin. Und ob Du das heimlich auf dem Klo machst oder nachts, wenn sie schläft oder am PC ist allein Deine Sache.


    Ich würde aufhören, Deine Frau anzulügen, ich würde mich an Deiner Stelle weigern, drüber zu reden. ein "Geht Dich nichts an" reicht. Auch in einer Beziehung gibt es ein Privatleben, eine Intimsphäre, die man für sich allein beansprucht. Wenn Deine Frau so verklemmt ist, dass sie mit Deiner Sexualität nicht umgehen kann, dann soll sie sich einen anderen Mann suchen. Einen ohne Libido, aber da wird sie schnell merken, dass sei dann auch zu kurz kommt.

    Puh ein schwieriger Fall!


    Auf der einen Seite mutest du deiner Frau ziemlich viel zu. Sie soll deinen Fetisch befriedigen, ständig bereit sein und ein Kind bekommen.


    Ich glaube einfach, dass deine Frau deinen Fetisch nicht wirklich mit dir teilt, sondern es nur dir zu Liebe macht. Daraus leitet sie dann eben ab, dass wenn du Bilder anderer Frauen anschaust, nicht schätzt, was sie für dich tut.


    Es geht bei euch vordergründig um den Fetisch, aber eigentlich geht es um die Kompatibilität in der Beziehung.


    Bist du wirklich bereit, dauerhaft mit der Quantität an Sex auszukommen, den dir dein Frau bieten kann?


    Auf der anderen Seite solltest du dich aber auch mal fragen, ob dieser Fetisch nicht schon eine Sucht ist. Warum schaust du diese Bilder an? Was fühlst und denkst du dabei? Sich nicht dabei selbst zu befriedigen ist die eine Sache. Was für Gefühle hast du, wenn du die Bilder anschaust.


    Ich will weder auf Dich noch auf deine Frau verbal einprügeln, weil ich jeden von Euch verstehen kann. Allerdings führt dies eben bei mir zu dem Schluss, dass ihr nicht wirklich kompatibel für eine Beziehung seid.

    Zitat

    Allerdings führt dies eben bei mir zu dem Schluss, dass ihr nicht wirklich kompatibel für eine Beziehung seid.

    Wobei ich mich frage, ob es in einem solchen Fall überhaupt eine Kompatibilität mit irgendeiner Frau geben kann. Ich könnte mir vorstellen, selbst wenn der TE eine Frau findet, die ebenso wie er auf Nylons und Beine steht, er sich früher oder später dennoch auch wieder Bilder von anderen Frauen anschaut.


    Kompatibilität nur dahingehend, dass es der Frau egal ist, wenn er es macht.


    Aber ich denke, dafür muss man nicht unbedingt die Partnerin wechseln, sondern kann erst mal versuchen, der Frau die Eifersucht zu nehmen, die ja wohl aus unseren Augen unbegründet ist, aus ihren heraus aber nicht - und darauf kommt es ja letztlich an.

    Zitat

    Aber ich denke, dafür muss man nicht unbedingt die Partnerin wechseln, sondern kann erst mal versuchen, der Frau die Eifersucht zu nehmen, die ja wohl aus unseren Augen unbegründet ist, aus ihren heraus aber nicht - und darauf kommt es ja letztlich an.

    Ich glaube es nicht, dass es nur Eifersucht ist. Er signalisiert und sagt ihr ja auch, dass er ein sexuelles Defizit aufgrund ihrer Krankheit hat. Außerdem verstehe ich schon, dass seine extreme Orientierung auf diesen Fetisch dazu führt, dass sie sich als sozusagen neutrales Objekt zur Befriedigung seines Fetisch sieht. Beides zusammen bedeutet Druck für Sie.


    Sein Verhalten ist schon sehr egoistisch geprägt. Was liebt er mehr seine Frau oder den Fetisch?

    Zitat

    Sein Verhalten ist schon sehr egoistisch geprägt. Was liebt er mehr seine Frau oder den Fetisch?

    Das ist in meinen Augen die falsche Frage. Und auch die, die sie selbst stellt. Ebenso gut könnte man sie fragen: Was liebst du denn mehr, ihn oder dein Ego?
    Ich sehe da nur eine Lösung, wenn beide (und das schließt wirklich beide ein, einer allein kann Beziehungsprobleme nicht lösen) anfangen, das Wohl des anderen UND das eigene im Blick zu haben. Wenn sie sich fragen, was beide brauchen, wirklich brauchen und wollen, in aller Ehrlichkeit, und wenn beiden daran liegt, dass der andere das, was er braucht, in der Beziehung auch bekommt.
    Wenn sich dabei herausstellt, dass die Bedürfnisse beider langfristig wirklich nicht vereinbar sind, dann ist eine Trennung tatsächlich das Sinnvollste. Aber mit dem beiderseitigen Willen, dafür zu sorgen, dass es beiden gut geht, und zwar wirklich gut, nicht nur irgendwie erträglich oder okay, lassen sich erstaunlich viele Unterschiedlichkeiten überbrücken.


    Ich kann mir gut vorstellen, dass den beiden dieses Gefühl verloren gegangen ist. Das des beiderseitigen unbedingten Willens, Probleme gemeinsam zu lösen (oder eben gemeinsam daran zu scheitern, es aber wenigstens zu zweit nach Kräften versucht zu haben). Und wenn dieses Gefühl fehlt, dann kommt es zu "Machtkämpfen". Man fragt nicht mehr, was im anderen wirklich vorgeht, sondern versucht verzweifelt, den eigenen Boden zu sichern, um nicht unterzugehen. Und auf einmal ringt man gegeneinander statt miteinander. Das ist eine Spirale, aus der rauszukommen nicht leicht ist, weil sie das Vertrauen ineinander beschädigt und Angst macht.