Es besteht überhaupt kein Grund, die Freundin dazu zu zwingen, sich der Wahrheit zu stellen. Das läuft sich einfach irgendwann tot, ich habe vieler solcher Mütter kennengelernt, die meisten hören mit der Heiligsprechung des eigenen Kindes auch irgendwann wieder auf.


    Man darf aber bei Gelegenheit ein wenig mit den Augen rollen und sagen, ochmann, du und dein Goldkind nun wieder, halt mal den Ball etwas flacher. Das kann man liebevoll und nett sagen, ohne den anderen vorzuführen.

    Ich habe das aus diesem Satz

    Zitat

    Weil ich ein Mensch bin, der die Wahrheit liebt und nicht mag, wenn jemand Dinge verbreitet, die nicht den Tatsachen entsprechen, um andere übertrumpfen zu wollen.

    herausgelesen. Und aus deinem Eröffnungsbeitrag - wenn es dir egal wäre, hättest du diesen Faden ja nicht eröffnet.


    Und, btw, "Wahrheit"? Für deine Freundin ist das, was sie von sich gibt, die Wahrheit, für dich stellt sich das anders dar. Wie gesagt: ein bisschen mehr Gelassenheit, ein augenzwinkernder Hinweis, ein bisschen mehr Humor. Wie ich schon sagte, in den allermeisten Fällen beruhigen sich solche Mütter auch wieder.

    Zitat

    Ich definiere Freundschaft wie du. Freunde kommen und gehen im Leben ;-)

    Nein, das ist nicht meine Definition von Freundschaft. Ich bezeichne nur wenige Menschen in meinem Umfeld als Freunde. Die meisten sind Bekannte. Durchaus auch sehr gute Bekannte, aber eben keine Freunde.


    Freunde sind und bleiben in so ziemlich jeder Lebenslage Freunde und es kommt sehr selten vor, dass sich die Wege so auseinander entwickeln, dass eine Freundschaft nicht mehr möglich ist. Aber ja, es kann vorkommen, trotz der Bemühung, die Freundschaft noch zu erhalten.


    Aber das kann ja jeder für sich definieren, wie er möchte (ganz ohne Wertung!). Und es hat auch mit dem Thema nicht direkt etwas zu tun. Ich wollte die zitierte Aussage nur für mich nicht so stehen lassen.

    Zitat

    wenn man seine Kinder für perfekt hält, obwohl oder weil man ihre Schwächen genau kennt, ist das für mich der richtige Weg...

    Das stimmt. Absolut. Ist aber am Thema vorbei. ;-)


    Es geht darum das die Freundin allen ständig vor den Kopf stößt, weil ihr Spross ja der allerbeste der Welt ist. Damit meint sie:


    "Eure Kinder sind im Gegensatz zu meinem fehlerbehaftet und dehalb taugt ihr auch als Eltern nichts."


    Sie betont zusätzlich das das Kind besonders gut geraten ist weil es nach ihr kommt. Und das es deshalb auch später keine Probleme geben kann, weil sie schließlich auch so ein perfekter Mensch ist, im Gegensatz zu den anderen.


    Wenn ich mir das ständig anhören müsste würde ich das als Vorwurf werten. Und da ist von Augen rollen bis zum Kontaktabbruch alles drin an Konsequenzen.


    Natürlich kann, darf und soll man als Eltern stolz sein auf seine Kinder und muss Schwächen nicht überbewerten. Alles andere wäre auch irgendwie komisch. Aber dieses ständige "ich bin besser als ihr" und "meine Wäsche ist noch weißer als eure" geht nicht.

    Das ist ganz bestimmt nicht aus dem Wüstenplaneten. Der Film ist allerdings in jedem Falle empfehlenswert.

    Zitat

    Natürlich kann, darf und soll man als Eltern stolz sein auf seine Kinder und muss Schwächen nicht überbewerten. Alles andere wäre auch irgendwie komisch. Aber dieses ständige "ich bin besser als ihr" und "meine Wäsche ist noch weißer als eure" geht nicht.

    Dazu gerne zum dritten Mal von mir: ja, es gibt solche Eltern, ja, die nerven, nein, die bleiben nicht immer so. Entspannt euch, nehmt es mit Humor.

    Danke Gauloise. :)^ Klar kann sowas nerven, solche Exemplare gibt es überall. Vor allem, wenn man sich und das Kind krampfhaft in ein gutes Licht rücken will... aber... Na und? Wenn ich die Texte der TE so lese, finde ich ihre Einstellung zu dem Thema mindestens genauso unsympathisch, wie das der besagten Freundin. Schenkt sich in meinen Augen nix!


    Am Besten die Sache nicht so sakrisch ernst nehmen, nicht so kleinlich sein, Gnade walten lassen (wer weiß, wie Du mal als Mutter sein wirst?) - und wenn man das nicht kann, Distanz schaffen.


    Leben und leben lassen - da steckt so viel Wahrheit drin. Und ich finde schon, dass es hier eine kleine Rolle spielt, ob man noch kein oder bereits ein Kind hat...


    Ideal vs Realität... Nachsichtiger mit anderen Menschen sein zu können, ist eine der Errungenschaften, die ich erst als Mutter so richtig erfahren habe. Schließlich bin ich auch nicht perfekt (und ich war vor dem Kind immer so verdammt nah dran :-D)

    Zitat

    Warum hast du dann gefragt wie ich Freundschaft definiere?

    Na weil mich interessiert hat, wie Du das definierst. Hast Du ja auch beantwortet. Danke dafür.


    Da Du aber gleichzeitig meintest, Du würdest es so sehen wie ich, wollte ich gern klar stellen, dass das nicht so ist. Wird doch eigentlich deutlich in meiner letzten Antwort.

    Wenn es die beste Freundin ist... Hast Du mal versucht, ihr das Thema vorsichtig beizubringen? Dass sie mit ihrem Verhalten nervt? Dich ein bisschen und andere Mütter mit Kindern noch viel mehr?


    Ansonsten ist es so, dass sich Menschen sehr stark verändern, wenn sie Kinder haben. Von Freundschaften, Hobbys, Job ist der Fokus auf einmal 100% Richtung Kind gewendet. Da gibt es so einige, die schaffen es nicht, da normal zu bleiben und sich gegenüber Freunden weiterhin wie normale Menschen zu benehmen. Freunde kommen und gehen und gerade als junge Eltern merkt man doch, dass sich zu der Zeit der Freundeskreis auch mal austauscht. Auch deine Freundin wird vermutlich irgendwann Menschen finden, die ähnlich ticken wie sie und damit gut klar kommen.


    Ansonsten kann man Menschen, die man mag und nicht verlieren möchte nur versuchen, zu sagen, was da nicht passt. Du hast keine Kinder, das heisst der Vergleich mit Deinem eigenen Nachwuchs ist es nicht, was Dich stört. Was dann? Das ständige Gerede um das Thema "Kind" mit dem Du nichts anfangen kannst? Das wird sich nicht ändern, denn für die Freundin ist das Kind der neue Lebensmittelpunkt für die nächsten Jahre. Oder doch tatsächlich dieses Gerede von Perfektion? Dann finde Dich damit ab, jede halbwegs normale Mutter findet ihr Kind perfekt und ist dabei alles andere als objektiv. Nur so kann es funktionieren, beispielsweise auch behinderte Kinder zu lieben. Nur andere Kinder dabei schlecht machen geht gar nicht, aber damit hast DU ja kein Thema.

    Zitat

    Schlimm finde ich es dann, wenn die Kinder dann nicht lernen das Fehler ok sind. Kinder sind ja nicht blöd und merken, dass das was die Eltern von sich geben manchmal nicht mit dem Gesagten übereinstimmt, gestehen sich eigene Fehler dann nicht mal selbst ein aber haben auch ständig eine diffuse Angst das jemand merken könnte das sie auch nur mit Wasser kochen. Dann entwickeln sie oft eine nach außen getragene Arroganz die nicht "echt" ist sondern vor allem eben auf Angst basiert.

    passt 100 % zu einer Nachbarin, Ihr Selbstverständnis zum Sohn passt nicht mit der Realität überein und dieser übernimmt zwangsläufig ihr falsches Selbstverständnis. Wir haben damit kein Problem, aber unser Sohn der vorher Recht Dicke mit Ihm war kommt mit dessen Gehabe und eingebildeter Arroganz überhaupt nicht klar.


    Ein Weichei zum Freund zu haben ist nicht schlimm, aber ein Weichei mit dem Ego von Superman schon

    @ seventree:

    Ich finde es völlig unabhängig davon ob ein Kind jetzt wirklich superklasse in allem ist einfach nervig und unschön. Da spielt die Tatsache ob es ein "Weichei" ist (blöder Ausdruck übrigens) einfach keine Rolle.