Meine Kinder als Halbgeschwister - Wer hat Erfahrungen?

    Hallo zusammen,


    ich würde gerne eure Erfahrungsberichte, Tipps oder Ideen zu meinem Thema/zu meinen Themen hören.


    Kurz zusammengefasst:

    Wir sind eine Patchworkfamilie. Ich habe eine Tochter (knapp fünf Jahre alt) aus meiner früheren Beziehung. Mit meinem Mann haben wir einen gemeinsamen Sohn (im November wird er zwei). Meine Tochter war etwas über zwei Jahre alt, als ich meinen Mann kennengelernt habe.


    Im Großen und Ganzen verläuft alles relativ harmonisch. Mein Exfreund und ich können uns neutral unterhalten und unser Fokus auf das Wesentliche, also auf das Wohlbefinden unserer gemeinsamen Tochter, legen.


    Seit 1-2 Monaten vermisst unser Sohn sichtlich seine große Schwester, wenn sie bei ihrem Papa ist. Meine Tochter ist alle 14 Tage dort von Donnerstagabend und das ganze Wochenende (ich hole sie dann am Montag aus der Kita ab) oder sie bleibt nur von Do Abend bis Freitagmorgen bei ihm (ich hole sie dann aus der Kita am Nachmittag ab).


    Unser kleiner Sohn sucht seine Schwester und fragt wo sie ist. Meine Erklärungen versteht er natürlich noch nicht ganz. Jedes Mal blutet mir das Herz, da ich meine Tochter sehr vermisse und der Kleine vermisst sie auch wohl sehr. Wie kann ich es für uns alle etwas entspannter gestalten? Wie kriege ich meine traurige Gedanken (meine Kinder werden immer nur teilweise zusammen aufwachsen) weg?


    Dazu kommt, dass meine Tochter mich das erste mal vor etwa zwei Monaten gefragt hat, warum ihr Papa und ich nicht mehr zusammen wohnen. Manchmal sagt sie, wir sollen doch gerne wieder zusammen wohnen. Es tut mir dann so unendlich, dass sie die "normale" Familie nicht erlebt. Ich weiß aber auch, dass vieles von den Gefühlen und Emotionen meine und nicht ihre sind. Ich weiß, dass es ihr sehr gut geht. Sie hat viele Menschen um sich rum, die sie lieben. Es gibt keinen Streit, keine Schuldzuweisungen.


    Wie ihr lesen könnt, ich habe viele Gedanken und Themen im Kopf, die mich beschäftigen.

    Tut mir Leid, dass der Text so wirr wirkt.


    Mich würde interessieren, wie andere Familien in ähnlicher Konstellation solche Situationen meistern.

    Wird mein Sohn es irgendwann besser verstehen, warum seine Schwester ein paar Tage nicht da ist und damit ganz entspannt umgehen können? Wer hat Erfahrungsberichte?

    Wie soll ich mit den Fragen von meiner Tochter umgehen? Ich habe zum Thema einige Bücher, z.B. auch das Buch "Glückliche Scheidungskinder" von Remo H. Largo gelesen und fand es sehr gut. Ich beschäftige mich mit dem Thema. Das einzige was ich will, dass meine Kinder zu starken, ausgeglichen, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.


    Ich bedanke mich schon mal!@:)

  • 22 Antworten

    Je älter deine Kinder werden, um so besser werden sie es verstehen.

    Ich würde ihm erklären dass der Vater seine Tochter vermisst,

    wenn sie bei euch ist. Er soll ja auch nicht immer traurig sein.

    Daher ist es gut, wenn er sein Kind sehen darf.

    Und die Schwester freut sich ja auch ihren Papa zu sehen.

    Plüschbiest schrieb:

    Je älter deine Kinder werden, um so besser werden sie es verstehen.

    Ich würde ihm erklären dass der Vater seine Tochter vermisst,

    wenn sie bei euch ist. Er soll ja auch nicht immer traurig sein.

    Daher ist es gut, wenn er sein Kind sehen darf.

    Und die Schwester freut sich ja auch ihren Papa zu sehen.

    Danke für Deine Antwort, Plüschbiest.


    Da ich selber ohne Vater aufwuchs (er hatte allerdings kein Interesse an seiner Tochter), will ich unbedingt, dass meine Tochter mit ihrem Papa Kontakt hat. Egal was zwischen uns mal war und wie wir zueinander stehen.


    Ich denke, für die Kinder ist es Normalität. Natürlich sucht der Kleine nach seiner Schwester, wenn er nach dem Mittagschläfchen sie nicht mehr in ihrem Zimmer findet oder schaut etwas traurig hinterher, wenn sie mit ihrem Papa wegfährt. Natürlich gibt es Tage, wo meine Tochter lieber hier bleiben möchte, es geht dann aber nicht. Ich habe in solchen Momenten schlimme Schuldgefühle den beiden Kindern gegenüber. Ganz klar, weil ich natürlich mir immer eine stinknormale Familie gewünscht habe. Ich bin sehr glücklich mit meinem Mann. Dann denke ich, warum habe ich ihn nicht schon vor 14 Jahren getroffen. Dann gäbe es aber meine Tochter nicht. Und schon sind sie wieder da - die Schuldgefühle gegenüber meiner Tochter, die ich über alles liebe und niemals auf sie verzichten wollen würde. Ich drehe mich im Kreis.


    Ist es denn nachvollziehbar?

    Das ist nachvollziehbar.

    Ich finde es sehr gut,dass du deiner Tochter den Kontakt ermöglichst.

    Für Kinder hat es auch Vorteile mehrere erwachsene Bezugspersonen zu haben.

    Einfach das positive rauspicken: die Schwester ist jetzt bei ihrem Papa, und du hast ganz viel Zeit für ihn! Macht was besonderes, Mama Sohn Zeit. Oder noch besser der Papa - dann kannst du sagen, dieses Wochenende macht jeder was mit seinem Papa. Und der Tochter auch die Wahrheit - dass es nicht gut wäre, wenn du und ihr Papa wieder zusammenwohnen, denn ihr streitet dann viel und man soll ja mit dem Leben, den man richtig lieb hat und das ist bei dir der X (der Stiefpapa).

    Tinchen1986 schrieb:

    Unser kleiner Sohn sucht seine Schwester und fragt wo sie ist. Meine Erklärungen versteht er natürlich noch nicht ganz. Jedes Mal blutet mir das Herz, da ich meine Tochter sehr vermisse und der Kleine vermisst sie auch wohl sehr. Wie kann ich es für uns alle etwas entspannter gestalten? Wie kriege ich meine traurige Gedanken (meine Kinder werden immer nur teilweise zusammen aufwachsen) weg?

    Sie haben sich doch schon ziemlich viel, dafür dass eure Konstellation so ist wie sie ist. Ich empfinde dieses "jedes 2. Wochenende und halbe Ferien" als ziemlich antiquiert und würde immer eine Lösung so nah wie möglich an 50-50 (Wechselmodell o.ä.) anstreben im Trennungsfall.

    Wenn deine Tochter gern bei ihrem Vater ist und alles gut funktioniert, würde ich versuchen, das als Bereicherung für euch alle zu sehen.

    Auf jeden Fall würde ich es für den Kleinen möglichst transparent machen. Kindgerecht erklären, dass sie einen anderen Papa hat, der für sie genauso wichtig ist wie sein Papa für ihn. Das wird ihm reichen für den Anfang.

    Wenn dir das "Herz blutet" wenn sie weg ist, finde ich das ungünstig, aber das suchst du dir ja nicht aus. Hier würde ich aber möglichst keine große Sache draus machen, sonst schürst du seine Sehnsucht noch weiter oder ihr steigert euch gegenseitig rein. Versuch lieber (für dich und für ihn), dich auf das zu fokussieren, was ihr beide/drei jetzt gerade macht und dass sie ja ganz bald wieder da ist.

    Tinchen1986 schrieb:

    Wie kriege ich meine traurige Gedanken (meine Kinder werden immer nur teilweise zusammen aufwachsen) weg?

    Puh. Bist Du ganz sicher, dass DAS die Quelle Deiner Traurigkeit ist? Denn sie haben sich ja wirklich recht viel, die meiste Zeit sind sie zusammen. Kann es eventuell sein, dass Du vielleicht noch Deiner Vorstellung einer Happily-ever-after-Nichtpatchworkfamilie nachtrauerst?

    Ihr habt eine normale Familie. Es ist schade, dass eure Ehe nicht funktioniert hat, aber Deine Tochter erlebt, dass sich ihre Eltern um ihretwillen gut miteinander einigen, und anscheinend erlebt sie Geborgenheit in beiden neuen Familien. Seit es Menschen gibt, sind Kinder unter diversen denkbaren Umständen aufgewachsen, und eure Konstellation rangiert da trotz der Trennung noch weit oben, was Geborgenheit und erlebte Zuwendung betrifft.

    Tinchen1986 schrieb:

    Das einzige was ich will, dass meine Kinder zu starken, ausgeglichen, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

    Dann würde ich der Tochter zuhören und ihr Raum für ihre Fragen und auch ihre gelegentliche Traurigkeit geben und zusehen, dass ich die eigene Traurigkeit sortiere. Mehr kannst Du nicht machen, und Kinder haben immer, wirklich absolut immer ihre eigenen "Lebensthemen", ihren eigenen kleinen und großen Schmerz, ihre eigenen Ängste, aber auch ihre eigenen Quellen von Kraft und Fröhlichkeit. Vertrau Deinen Kindern, sei für sie da ... und kümmere Dich darum, dass es Dir selbst gut geht. Kinder fühlen sich schnell verantwortlich. Meiner Ansicht nach vermittelt nichts einem Kind ein größeres Sicherheitsgefühl als liebevolle Eltern, die gut mit ihrem eigenen Leben klarkommen.


    Wie offen redest Du mit Deiner Tochter? Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht, die Fragen unseres Kinds immer ehrlich und nach bestem Wissen (und auch eingestandenem Unwissen) zu beantworten - aber nur die Fragen - solange er fragt, antworte ich bereitwillig, aber ich greife nicht vor und beantworte Fragen, die er noch gar nicht gestellt hat. So kann er selbst dosieren, was er wissen möchte. Man kann auch absolut mal zusammen traurig sein oder miteinander über Traurigkeit reden, solange das Kind deutlich merkt, dass der Erwachsene für seine Traurigkeit selbst verantwortlich ist, damit gut umgehen kann und das Kind nichts dagegen tun muss.

    Wenn Dich Deine eigene Traurigkeit so ratlos macht, würde ich überlegen, mir eine Weile Hilfe zu suchen. Jemanden, mit dem Du reden kannst, falls möglich. Es gibt zum Beispiel total nette Familiencoaches, mit denen man mal telefonieren kann, vielleicht hilft da schon ein einziges Gespräch, um die Gefühle ein bisschen vorzusortieren, dass Du sie besser einordnen kannst?

    Plüschbiest schrieb:

    Ich würde ihm erklären dass der Vater seine Tochter vermisst,

    wenn sie bei euch ist. Er soll ja auch nicht immer traurig sein.

    Bitte bitte auf gar keinen Fall so! Das vermittelt dem Kind, dass Kinder (Mit-)Verantwortung tragen für die Gefühle der Erwachsenen, und das ist immer definitiv falsch und schädlich und überfordernd und schlimm und grausam fürs Kind. Sowas macht krank.

    Shojo schrieb:

    Ihr habt eine normale Familie. Es ist schade, dass eure Ehe nicht funktioniert hat, aber Deine Tochter erlebt, dass sich ihre Eltern um ihretwillen gut miteinander einigen, und anscheinend erlebt sie Geborgenheit in beiden neuen Familien. Seit es Menschen gibt, sind Kinder unter diversen denkbaren Umständen aufgewachsen, und eure Konstellation rangiert da trotz der Trennung noch weit oben, was Geborgenheit und erlebte Zuwendung betrifft.

    Ganz genau.

    Meine Eltern haben sich getrennt als ich 7 oder 8 war und es immer geschafft, in meiner Gegenwart und wenn es um mich ging, vernünftig und zielorientiert miteinander umzugehen. Obwohl die Trennung selbst von der unschönen Sorte war, was ich aber erst deutlich später verstanden habe - und das war gut so!

    Ich rechne es den beiden bis heute dermaßen hoch an, welche Mühe sie sich da gegeben haben und behaupte, dadurch sogar mehr über Sicherheit, Menschlichkeit, angemessene Prioritätensetzung, Disziplin und Souveränität gelernt zu haben, als ich es in einer "intakten" Familie gelernt hätte (und über 2. Chancen und Verzeihen und nochmal ganz viel über Prioritäten habe ich gelernt, als meine Eltern dann wieder zusammen kamen, als ich etwa 15 war (mein Vater war zwischenzeitlich anderweitig verheiratet und meine Mutter hatte einen Partner, der auch bei uns gelebt hat, übrigens den, mit dem sie meinen Vater zuvor betrogen hatte, soviel zur unschönen Trennung), aber das ist im Gegensatz zu einer "einfachen" Trennung ja dann doch eher ungewöhnlich).

    Bei einer Freundin erlebe ich das gerade nochmal intensiver: Eltern getrennt, machen aber trotzdem weiter ab und an gemeinsame Ausflüge, verbringen Feiertage und Geburtstage zusammen etc. Regulär sind die Kinder jede Woche mind. 2, meist eher 3 Tage bei ihm, woran sie oft knabbert, ist sich aber bewusst, dass das mit ihren eigenen Mutter-Idealen zu tun hat und sie machts mit sich allein aus (bzw mit Hilfe von Freunden und auch zeitweise einem Profi = Therapeut). Sie will keinen neuen Partner, er hatte einige kürzere Liebeleien, aber lebte dabei immer den Grundsatz "Kinder an erster Stelle", woran dann wohl auch eine seiner Bekanntschaften gescheitert ist (war der "Neuen" nicht genug). Ich finde das in höchstem Maße beeindruckend.

    Ach so, noch was vergessen: für mich war immer essentiell, dass ich nie, keine Sekunde lang auch nur ansatzweise das Gefühl hatte, mich zwischen meinen Eltern entscheiden zu müssen oder dass einer der beiden "traurig" war, wenn ich gerade beim anderen sein wollte. Das kann ich natürlich erst so verstehen und ausdrücken, seit ich selbst erwachsen bin, aber emotional war das das allerwichtigste rückblickend, und das habe ich gespürt und hat mir größtmögliche Sicherheit gegeben. Wie gesagt, vielleicht mehr, als wenn meine Eltern zusammen geblieben wären.

    Dorfnixe schrieb:

    Bitte bitte auf gar keinen Fall so! Das vermittelt dem Kind, dass Kinder (Mit-)Verantwortung tragen für die Gefühle der Erwachsenen, und das ist immer definitiv falsch und schädlich und überfordernd und schlimm und grausam fürs Kind. Sowas macht krank.

    Japp. Überhaupt solltet ihr alles vermeiden, was emotionalen Druck auf die Kinder ausübt. Es ist scheißegal, wie es den Erwachsenen wegen etwas geht, das die Kinder machen oder nicht machen. Die Erwachsenen sind groß und müssen ihre Gefühle halt sortieren.

    Kinder nehmen Dinge, die nun mal so sind, im Normalfall total gut hin. Die Schwester ist eben alle 14 Tage mal für zwei bis vier Tage beim Vater. Da kann man ganz problemlos sagen, dass es eben so ist, dass er eben ihr Vater ist und sie ihn natürlich auch liebhat und Zeit mit ihm verbringen will.

    Vielleicht wäre es ja möglich, dass der Kleine auch mal mitgeht? Dass sie ihn mit in den Zoo nehmen oder so, oder dass er einen Nachmittag dort ist, damit es für ihn greifbarer wird? Keine Ahnung, ob die beiden beteiligten Väter da mitspielen, und natürlich kanns dann Zeter und Mordio beim Abschied geben, muss aber nicht.

    Und Zeit allein mit den Eltern zu haben, ohne Geschwister, kann auch sehr schön sein. Nehmt euch doch für die betreffenden Wochenenden immer was Schönes vor, entwickelt kleine Rituale miteinander. Unser Kind LIEBT es, in den Ferien, wenn mein Kerl arbeiten muss und wir zu zweit sind, mit mir zusammen zu frühstücken und ein Hörspiel zu hören. Kinder brauchen oft nix Aufwendiges, sondern einfach nur was Kleines, Nettes, was wiederkehrt und verlässlich ist und ihnen Freude macht.

    Und wenn er traurig ist und seine Schwester vermisst, dann ist er eben traurig und vermisst seine Schwester. Die Traurigkeit seiner eigenen Kinder muss man als Eltern aushalten können. Dann nimm ihn auf den Schoß, tröste ihn, und wenn er ein bisschen getröstet ist und die Traurigkeit ihren Platz hatte, seht euch ein Buch an oder macht einen Spaziergang oder baut den höchsten Bauklotzturm der Welt. Bisher ist noch kein Kind der Welt daran zugrundegegangen, dass die Schwester alle 14 Tage für zwei bis vier Tage beim leiblichen Vater ist, das verspreche ich Dir ganz fest.

    Wir mussten dieses Jahr unsere sehr alten Katzen einschläfern lassen, und jetzt, nach Monaten, rückt beim anfangs eher ungerührt wirkenden Kind die Traurigkeit nach. Wir haben anfangs keine Traurigkeit von ihm "eingefordert", und jetzt, da sie kommt, halten wir sie aus. Er setzt sich damit auseinander, dass Lebewesen sterblich sind, auch welche, die man liebt. Unser Hund ist nicht mehr jung, er wird jetzt mir ausgesuchter Zärtlichkeit behandelt, und es ist immer mal Thema, dass er nicht mehr lange leben wird. Wenn das Kind weint, dann weint es. Wenn es Angst hat, dann hat es Angst. Wir sind da, wir hören zu, wir reden, wir erzählen von Tieren und Menschen, die es vor dem Kind in unserem Leben gegeben hat. Ich glaube, dass man als Eltern keine Angst vor den Gefühlen seiner Kinder haben darf. Wenn man welche hat, muss man sie aushalten. Das ist elementar wichtig, denn sonst lässt man sie damit allein. Kann man machen, ist halt scheiße.

    Es entstehen mitunter sehr schöne, innige Momente daraus, diese Gefühle gemeinsam anbranden zu lassen, sie auszuhalten, ihrem Verebben zuzusehen und dann zu schauen, was zu tun man dann Lust bekommt. Tinchen, Du hast da gerade die ganz tolle Chance, Deinem kleinen Sohn beizustehen, während er seine allerersten ganz kleinen, harmlosen Erfahrungen mit einem wiederkehrenden, auch schmerzlichen, aber harmlosen Verlust macht und mit seinen eigenen, noch in der Entwicklung befindlichen Gefühlen. Er liebt, er vermisst, er freut sich über die Rückkehr eines geliebten Menschen, und Du kannst dabei sein, er teilt seine Gefühle mit Dir, und Du kannst sein Fels in der Brandung sein und es mit ihm gemeinsam erleben. Das ist manchmal schmerzlich, aber doch auch schön. Und Du kannst ihm gerade jetzt ganz viel mitgeben.


    Und eurer Tochter gebt ihr beide als Eltern auch ganz viel mit. Dorfnixes Beschreibung finde ich da sehr lebendig und schön. Ihr gebt ihr gerade mit: Sie wird von beiden Eltern sehr geliebt, auch dann, wenn die Eltern sich nicht mehr gut verstehen. Aber eure Liebe für sie ist verlässlich, und ihr Wohlergehen liegt euch am Herzen.

    Es ist superschön, dass ihr als Eltern noch so gut funktioniert, obwohl ihr kein Paar mehr seid.

    Tinchen1986 schrieb:

    (meine Kinder werden immer nur teilweise zusammen aufwachsen)

    Das tun sie doch. Alle 2 Wochen 4 Tage getrennt fällt sicher auf, aber ich würde es nicht als "nur teilweise zusammen aufwachsen" bezeichnen. Deine Kinder wachsen schließlich auch noch zusammen auf, wenn erstmal ganze Wochenenden bei Freunden geschlafen wird.

    Zeig dem Kleinen nicht, dass du auch traurig bist, das würde ihn nur unnötig bestärken in seiner Traurigkeit. Und du als Erwachsene könntest dir vielleicht auch mal das Positive vor Augen führen, denn eigentlich gibt es da keinen grund für regelrechte Traurigkeit. Vermissen deiner Tochter an den Tagen - klar.

    AnnaKarma schrieb:

    Einfach das positive rauspicken: die Schwester ist jetzt bei ihrem Papa, und du hast ganz viel Zeit für ihn! Macht was besonderes, Mama Sohn Zeit. Oder noch besser der Papa - dann kannst du sagen, dieses Wochenende macht jeder was mit seinem Papa. Und der Tochter auch die Wahrheit - dass es nicht gut wäre, wenn du und ihr Papa wieder zusammenwohnen, denn ihr streitet dann viel und man soll ja mit dem Leben, den man richtig lieb hat und das ist bei dir der X (der Stiefpapa).

    Danke für Deine Antwort, AnnaKarma,


    deine Tipps finde ich sehr gut und Deine Erklärung sehr kindgerecht und plausibel. So in der Art habe ich es meiner Tochter auch erklärt, nur ohne den letzten Satz, den ich aber wirklich gut finde. :)