• Meine Partnerin lässt sich total gehen

    Mir reicht’s und ich weiß nicht mehr weiter: Ich bin seit über 15 Jahren verheiratet und wir haben Kinder. Wir haben viel gemeinsam erlebt und durchlebt. Das hat uns lange zusammengeschweißt. Auch das erotische Moment war lange Zeit echt schön. Sprich wir sind wirklich lange Jahre aufeinander total abgefahren und hatten unseren Spaß. Und dann – ich…
  • 144 Antworten

    Noch ein kleiner Nachtrag..


    Bei mir war es früher auch so, dass ich mit meinem Körper Probleme hatte.


    Ich habe recht früh viele Haare verloren und dachte mir dann, ich sehe eh scheiße aus, also brauche ich auch nicht mehr an meinem Körper arbeiten. Ich habe in der Zeit keinen Sport mehr gemacht, mir keine neuen Klamotten mehr gekauft und mich insgesamt ziemlich vernachlässigt.


    Ich habe für mich ziemlich lange gebraucht, um zu merken, dass dass der falsche Weg war. Irgendwann habe ich, bedingt durch eine Wette im besoffenen Kopf, angefangen, Ausdauersport zu machen und habe ein neues Verhältnis zu meinem Körper bekommen. Der ganze Prozess hat bestimmt 3 Jahre gedauert, aber mittlerweile weiß ich, dass das früher nur Einbildung war und fühle mich recht wohl in meiner Haut.


    Vielleicht hat deine Frau ja ein ähnliches Problem..

    Hallo Hexenheuler,


    ich kann sehr gut verstehen,dass du sehr unzufrieden mit deiner Ehe bist.


    Daran finde ich absolut nichts verwerflich.


    Ich denke auch,dass deine Frau eventuell Depressionen hat und dringend professionelle Hilfe braucht.


    Ich kann auch sehr gut verstehen,dass du dich damit überfordert fühlst. Du hast ja weiter oben geschrieben,dass es dir selbst momentan nicht sehr gut geht.


    An deiner Stelle würde ich versuchen sie zu einer Therapie zu bewegen und mir selbst Hilfe holen. Ihr geht es sicher auch nicht gut dabei.

    Lieber Hexenheuler


    ich kann den Damen hier nur beipflichten und sehe auch ein ernsthaftes psychisches Problem bei deiner Frau.


    Für mich klingt das, was du erzählst, stark nach Depressionen. Hier wurde nach Symptomen gefragt, Antriebslosigkeit, Anteilnahmslosigkeit, wenn man es nicht einmal mehr hinkriegt die simpelsten alltäglichsten Dinge zu vollziehen wie Zähneputzen oder Duschen, sich von Allem überfordert fühlen, sind eigentlich ganz klassische Äußerungen einer Depression. Eine gute Freundin von mir hat es während ihrer Depression nicht einmal mehr geschafft sich anzuziehen, ihr Freund musste ihr die Anziehsachen wie bei einem kleinen Kind morgends aufs Bett legen.


    Ich denke auch, dass eine Paartherapie da erst einiges später Hilfe bieten könnte, und zu allererst deine Frau 'allein' an ihren Problemen arbeiten müsste.


    Kannst du dich denn zurückerinnern, wann die Verwahrlosung deiner Frau begonnen hat? Gab es irgendein einschneidendes Erlebnis? Redheadlove fragte z.B. nach der Geburt? Oder war das zu dem Zeitpunkt des Trauerfalls (vermutlich in der Familie?)? Oder begann das Alles schleichend?


    Mich würde ebenfalls interessieren, ob deine Frau noch in Behandlung ist, das konnte ich hier nicht so ganz rauslesen und was ihr Therapeut sagt. Und wenn sie noch in Behandlung ist, spricht sie mit dir darüber?


    Ich kann es auch absolut nachvollziehen, dass du langsam auf dem Zahnfleisch gehst. Wenn jemand psychisch so am Ende ist, dass der Partner zum Pfleger mutiert, ist das eine Zerreißprobe für jede Partnerschaft!


    Nichtsdestotrotz, dem hier:

    Zitat

    ist es ganz alleine Deine Entscheidung, was Du daraus machen wirst und welche Schlüsse Du ziehst, meiner Meinung nach aber ist die verquerte sexuelle Kiste Euer geringstes Problem, auch wenn Du das ganz anders empfinden magst.

    kann ich nur zustimmen!

    Wie alt seid ihr beiden denn? Wie alt die Kinder?


    Gab es ein besonderes Ereignis, oder einen Zeitpunkt seid wann sie sich so gehen lässt oder ging das eher schleichend?


    Alles in allem schwierig und damit leben könnte ich sicherlich nicht. Denke aber irgendwo wird der Knackpunkt sein und da sollte man vielleicht ansetzen. Was dabei raus kommt wird dann die Zeit zeigen. :-/

    Zitat

    Ich schätze, wenigstens Du gehst mit gutem Beispiel voran, um Deinen Kindern (wie viele sind es eigentlich und in welchem Alter sind sie?) eine sichere, vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. Nicht wahr?

    Nein, ich gebe hier kein gutes Beispiel ab. Schaff es einfach nicht. Das meinte ich damit, das ich kein Heiliger bin. Es kommt mir geradezu übermenschlich vor, das zu schaffen. Ich setze die Kids auch mal vor den Fernseher, um eine "ruhige Minute" zu haben, ich schnauze sie auch an, weil ich einfach nicht mehr kann.


    Wir haben zwei Kinder, der Kleine ist Kindergartenkind, die Große geht in die Grundschule. Er fordert viel Aufmerksamkeit, ist sehr lebhaft und laut. Sie ist intorvertierter, sensibel und sehr kreativ. Es sind tolle Kinder und sie haben mehr verdient, als das, was wir ihnen zur Zeit geben.


    Der Kleine kommt eigentlich jede Nacht zu uns ins Bett oder ruft nach mir. Oft schlafe ich dann bei ihm einfach ein. So auch heute Nacht. Ich bin heute morgen in seinem Bett davon aufgewacht, dass ich hörte wie meine Frau mit ihm schimpfte. Er muss aufgestanden sein und zu ihr gegangen, sie wollte aber noch schlafen. Also bin ich so schnell wie es mir möglich war mit Brummschädel aufgestanden. Bis ich bei ihnen sein konnte, war er schon vor dem Fernseher. Meine Tochter kam auch hinzu.


    Also hab ich die beiden "kleiner roter Traktor" schauen lassen, mal hier im Forum die zwei neuen Beiträge überflogen und den Frühstückstisch für uns drei aufgebaut. Dann haben wir gefrühstückt und den Fernseher ausgeschaltet :-D. Danach wollte ich mal schnell hier antworten. Das scheiterte daran, dass der Kleine mit der Schwester spielen wollte, die aber nicht mit ihm. Meist liegt es daran, dass er viel kleinkindlicher und wilder spielt und sie auch mal auf ihre Art spielen will. Kurz und gut, ich musste mich mit ihm beschäftigen. Das ist ja auch o.k., wenn ich aber nur eine Sekunde was anderes machte, ging er schnell ins Schlafzimmer und störte meine Frau beim Ausschlafen.


    Daran werden die Dinge klar, die mich hier zur Verzweiflung, zur Wut und zu Fehlverhalten bringen: Sein Wunsch nach Aufmerksamkeit ist ja - in gewissem Rahmen - berechtigt. Meine Tochter geht mal wieder leer aus :-(, und sitzt traurig und allein in ihrem Zimmer. Meine Frau hat sicher auch das Recht, mal auszuschlafen. Nur ist mein Gefühl, dass sie die beiden sehr häufig zurückstößt (früher noch mehr als jetzt). Ich verstehe, dass sie mal Zeit für sich braucht, ich habe ja gerade geschildert, dass auch ich - jetzt, wo sie aufgestanden ist - Zeit für mich möchte. Aber mein Verständnis hört auf, wenn ich sehe, was sie dann macht: Computerspiele spielen, Nintendo spielen, Kreuzworträtsel lösen. Sie hat gestern den halben Tag mit dem Nintendo verbracht, während er mit dem "Babysitter" Fernseher allein gelassen war :(v! Das kann man vielleicht mal machen, aber ...


    So, ich muss mich jetzt mal wieder in die Familie "einklinken", vielleicht kann ich ja heute Nacht noch etwas mehr erklären. Ich sehe gerade, dass da noch einige neue Beiträge gekommen sind. Danke Leute *:), ist toll von Euch! Nur noch kurz ein paar Antworten zu Sydneys Fragen:

    Zitat

    einfach ein wenig Ablenkung und Spaß mit einer anderen Frau, oder doch ganz aus Eurer Ehe aussteigen, oder denkst Du, Du kriegst sie mit einem Ultimatum, so nach dem Motto: "Entweder Du kriegst Dein Leben schnellstens wieder in den Griff, oder ich bin weg", wieder zur "Besinnung"? Nun, so einfach wird das nicht funktionieren.

    Ich träume nicht von einer Affaire, das würde mich ganz ehrlich komplett ins Chaos stürtzen; ich habe auch nicht "Trost bei einer anderen Partnerin gesucht", wie MGD vermutet. Da lief nichts, ich hatte keine Affaire (das dauert jetzt zu lang, es genau zu erklären); ja, ich wollte und will immer wieder einen Neuanfang, auch dieser Punkt ist aber nicht mit einem Satz abgeklärt; und auch das mit dem Ultimatum ist nicht ganz falsch: habe mir sogar selbst schon mal eins gesetzt, aber du hast Recht, Sydney, so einfach funktioniert das alles nicht.

    O.k. noch kurz (der Kleine ist schon wieder neben mir): Meine Frau ist nicht in Therapie, das war sie mal. In unseren Gesprächen haben wir ermittelt, dass sie sich seit der zweiten Geburt in "ihrer Haut nicht wohlfühlt". Sie hat ihren Vollzeitberuf nach langem Betteln meinerseits reduziert und ich meinen Halbtagsjob etwas aufgestockt. Finanziell kommen wir so gerade über die Runden. Hier versuche ich durch Downshifting unsere Ansprüche weiter runter zu drehen.


    *:)

    Ich weiß nicht, was eine Wochenbett-Depression ist, aber hört sich schon an, als wäre sie depressiv.


    Setz sie nicht unter Druck wegen ihrer Körperpflege, damit machst Du nur alles noch schlimmer.

    @ Hexenheuler

    Hat sie denn ihren Job reduziert, weil Du ihr die Belastung abnehmen wolltest, oder weil Du etwas mehr arbeiten wolltest? So etwas könnte zusätzlich zu der Geburt ja auch ein Auslöser sein. Dass man sich nicht mehr selbst als 'nützlich' oder 'funktionsfähig' wahrnimmt.


    Wenn sie derzeit nicht in Therapie ist, sollte sie m.E. aber unbedingt wieder damit anfangen. Und wie ja auch schon vorher gesagt, vielleicht nicht unbedingt als Paartherapie, denn ich denke ebenso wie Sydney, dass Euer Eheleben eher ein Symptom als die Ursache ist.

    Zitat

    Ich kann es auch absolut nachvollziehen, dass du langsam auf dem Zahnfleisch gehst. Wenn jemand psychisch so am Ende ist, dass der Partner zum Pfleger mutiert, ist das eine Zerreißprobe für jede Partnerschaft!

    Ohja, und v.a. auch eine enorm große Belastung für den "pflegenden" Partner, gerade, wenn noch Kinder da sind. Es nutzt auch niemandem, wenn am Ende beide psychisch am Zahnfleisch gehen, weil sich Hexenheuler aufgeopfert hat :-/ Es klingt immer so gut: Du darfst den depressiven Partner nicht unter Druck setzen uswusf. Manchmal ist es aber auch notwendig dem andren ganz deutlich zu sagen, dass man selbst nicht mehr kann und er sich professionelle Hilfe holen soll/muß. Ich weiß, dass das hart klingt, aber Hexenheuler hat nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für seine Kinder.

    Zitat

    Es nutzt auch niemandem, wenn am Ende beide psychisch am Zahnfleisch gehen, weil sich Hexenheuler aufgeopfert hat :-/

    Nein, natürlich nutzt das niemand. So meinte ich das auch!


    Wenn jemand ernsthafte psychische Probleme hat, hilfts nichts als Laie und am besten noch als involvierter Partner da rumzudoktorn. Schon alleine weil man emotional so weit mit drinhängt, dass man selbst mit den Nerven fertig ist, verhindert jemandem 'neutrale' Hilfe zu leisten, ohne gleichzeitig Vorwürfe zu machen.

    Zitat

    Manchmal ist es aber auch notwendig dem andren ganz deutlich zu sagen, dass man selbst nicht mehr kann und er sich professionelle Hilfe holen soll/muß. Ich weiß, dass das hart klingt, aber Hexenheuler hat nicht nur die Verantwortung für sich, sondern auch für seine Kinder.

    Das sehe ich auch so. Und zwar unabhängig davon, ob er entschließt bei seiner Frau zu bleiben oder nicht!

    @ Kamikazi0815

    :)z Ich war selbst mal in einer ähnlichen Lage wie Hexenheuler, ich habe mich damals bis an den Rand verausgabt, weil ich meinen Partner liebe und ich ewig Rücksicht nahm. Als ich merkte, dass ich für meine Kinder keinerlei Kraft mehr hatte, sie nur noch als Last empfand, ihnen keine Aufmerksamkeit mehr schenkte, eher im Gegenteil nur noch anmotzte, weil all meine Kraft mein Partner verbrauchte (von mir mal ganz zu schweigen), war das für mich das STOP-Schild. Ich bin regelrecht erschrocken und habe die Notbremse gezogen. Ich habe ihm damals sozusagen das Messer auf die Brust gesetzt, dass er sich dringend Hilfe suchen muß. Er hat diesen Tritt offenbar gebraucht (sagt er heute selbst!) um da wieder herauszukommen.

    Zitat

    ich habe mich damals bis an den Rand verausgabt, weil ich meinen Partner liebe und ich ewig Rücksicht nahm

    und genau DAS würde dem Partner, wenn auch indirekt, den Eindruck vermitteln, es ist gut so wie es ist. Um etwas zu verändern, muss etwas getan werden. Durch Rumsitzen und Abwarten ändert sich nunmal nichts.


    Ich würde nochmal in Ruhe mit ihr reden, also keine "Ansage", sondern es als Wunsch formulieren. "Ich würde es schön finden...." .."Mir wäre es lieber..." anstatt "Du stinkst..." "Du musst..." "Du solltest..."


    Und wenn es sich um eine Depression handelt, sollte sie sich behandeln lassen, denn ohne ärztliche Hilfe kommt man da nicht mehr raus (ich rede von der Krankheit, nicht von depressiven Verstimmungen).


    Weitergehen kann es so ja nicht wirklich. Ich glaube auch nicht, dass sich jemand wirklich wohler "in seiner Haut" fühlt, wenn er nicht mehr auf die Hygiene achtet.


    Vielleicht suchst Du auch Anlaufstellen für Dich selbst um Dich beraten zu lassen und Dir Tips geben zu lassen.


    Ich denke in Richtung Depressionen ist das ganze schon bei ihr.

    Zitat

    Um etwas zu verändern, muss etwas getan werden. Durch Rumsitzen und Abwarten ändert sich nunmal nichts.

    So ist es.

    Zitat

    Ich würde nochmal in Ruhe mit ihr reden, also keine "Ansage", sondern es als Wunsch formulieren. "Ich würde es schön finden...." .."Mir wäre es lieber..." anstatt "Du stinkst..." "Du musst..." "Du solltest..."

    Ich habe damals nur von mir selbst gesprochen, nämlich, dass ich nicht mehr kann, am Ende meiner Kräfte bin und diesen Zustand nicht mehr aushalte. Und dass ich aus reinem Selbstschutz (und dem meiner Kinder) auch eine Trennung erwäge, wenn ich nicht sehe, dass er aktiv wird. "Es ist keine Schande krank zu sein, aber eine Schande sich nicht helfen zu lassen". Das mag für manche wie Erpressung aussehen, für mich war es die letzte Möglichkeit bevor ich und unsere Beziehung vor die Hunde ging :°( Mein Partner ist damals durch dieses Gespräch "aufgewacht" und hat den Ernst der Lage erkannt.

    @ Kestra:

    Zitat

    Ich habe ihm damals sozusagen das Messer auf die Brust gesetzt, dass er sich dringend Hilfe suchen muß. Er hat diesen Tritt offenbar gebraucht (sagt er heute selbst!) um da wieder herauszukommen.

    :)^:)^


    Dann war das genau der richtige Schritt!