• Meine Partnerin lässt sich total gehen

    Mir reicht’s und ich weiß nicht mehr weiter: Ich bin seit über 15 Jahren verheiratet und wir haben Kinder. Wir haben viel gemeinsam erlebt und durchlebt. Das hat uns lange zusammengeschweißt. Auch das erotische Moment war lange Zeit echt schön. Sprich wir sind wirklich lange Jahre aufeinander total abgefahren und hatten unseren Spaß. Und dann – ich…
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    Zitat

    "Es ist keine Schande krank zu sein, aber eine Schande sich nicht helfen zu lassen".

    Genau so!


    Denn der Partner oder sonstige Angehörige können nichts dafür und dürfen darunter nicht leiden.


    Den Allerwertesten nicht bewegen, dafür darf man nicht noch Mitleid erwarten. Von Mitleid und ausharrern ist noch keiner gesund geworden.

    Hm, bin jetzt etwas skeptisch geworden. Vielleicht sehe ich das alles zu übertrieben ???und habe es darum krasser dargestellt, als es wirklich ist? Schon die Überschrift: "lässt sich total gehen":=o, hätte ich ja auch diplomatischer (und wahrheitsgemäßer) formulieren können: Sie lässt sich manchmal zu sehr gehen.


    Im Augenblick hat sie es ja eigentlich ganz gut im Griff und wie gesagt, es fällt zumindest unserem Umfeld nicht so sehr auf. Obwohl der eine oder die andere schon mal etwas gesagt hat, als es schlimmer war. Und schließlich kann man sehr unterschiedlicher Ansicht über die ausreichende Körperhygiene sein.


    Das mit der Pupserei kann ja nun auch ein medizinisches Problem sein. Und sie soll ja auch nicht dauernd unterdrücken. Normalerweise sind halt meist die Männer die "Sesselpupser" ;-)!


    Angst vorm Zahnarzt kommt ja auch nicht selten vor. Und das kann auch zu einem schlechten Zahnzustand beitragen. (Allerdings finde ich schon, dass man sich mindestens einmal täglich die Zähne putzen sollte.)


    Das sich das alles bei mir so auswirkt, dass ich auf manches "allergisch" reagiere, ist eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt und die vermutlich dafür spricht, dass ich sie nicht mehr liebe. Drum hab ich mich ja auch in eine andere Mutter verguckt, die das alles scheinbar prima vereinbaren konnte mit einem lockeren und fröhlichen Umgang mit ihren Kindern.

    Zitat

    Vielleicht hat Deine Frau ein inneres Problem mit ihrem Körper und vernachlässigt sich deswegen, um sich nicht mit ihrem Körper auseinanderzusetzen. Wenn sie aus dem Grund depressiv sein sollte und Du sie unter Druck setzt, tut sie halt beim Baden nur so, als ob sie sich waschen würde, kann sich aber nicht mit sich/ihrem Körper auseinander setzen und macht sich, während sie in der Wanne sitzt, selbst total fertig.

    Das allerdings gibt mir gewaltig zu denken! Sie hat eindeutig ein Problem mit ihrem Körper, seit sie unseren Sohn geboren hat. Es war eine sehr langwierige und schmerzhafte Geburt, da er ein so genannter "Sternengucker" war. Das bedeutet, dass der Kopf zwar unten lag, der Körper sich unter der Geburt allerdings nicht rotierend gedreht hat, sondern er mit dem Gesicht nach oben herauskam. Sozusagen mit dem Kopf durch die Wand wollte. Ich war bei der Geburt dabei und habe gesehen, wie aufgerissen sie war. Es war ein ziemlich blutiges Bild, fast wie in einem Horrorstreifen. Hab’ da bald ein halbes Jahr dran geknackt{:(. Und vor etwa einem Jahr hat sie in den abendlichen Paargesprächen, die wir führten, gesagt, dass sie es auch so empfunden hat und seitdem ihren Körper hasse:°(.


    Es kommt auch sehr häufig vor, dass unser Sohn (selten auch mal unsere Tochter) meiner Frau weh tut, wobei sie m.E. immer maßlos überzogen reagiert. Ich habe sie mal darauf angesprochen, wie es so wehtun könne, wenn er auf ihren Fuß tritt, wo er doch kaum was wiegt und sie Schuhe anhat. Sie sagt, es läge an ihrem Zehnagel, … Na ja, eine Antwort gibt es irgendwie immer!?

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    Ich habe in der Zeit keinen Sport mehr gemacht, mir keine neuen Klamotten mehr gekauft und mich insgesamt ziemlich vernachlässigt.

    So könnte man es auch bei ihr zusammenfassen. Mal sehen, was die Therapeutin dazu sagt, schließlich ist sie ja nicht ausschließlich Paartherapeutin.

    @ Kresta

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    Ich habe damals nur von mir selbst gesprochen, nämlich, dass ich nicht mehr kann, am Ende meiner Kräfte bin und diesen Zustand nicht mehr aushalte. Und dass ich ... auch eine Trennung erwäge, wenn ich nicht sehe, dass er aktiv wird. ...


    Das mag für manche wie Erpressung aussehen, für mich war es die letzte Möglichkeit bevor ich und unsere Beziehung vor die Hunde ging ...

    Ja, genau so hab' ich es auch vor etwa einem Jahr gemacht (habe gekürzt, was nicht zu meiner Aktion passt), nur dass ich noch nicht davon ausgegangen bin, dass sie krank ist. Das habe ich ja komischer weise nie so recht in Erwägung gezogen, bis es hier im Faden sofort aufkam.


    (Übrigens finde ich, dein Beitrag lässt die Deutung zu, dass dein Partner zwar etwas geändert hat, ihr euch aber trotzdem getrennt habt.)

    Zitat

    Obwohl der eine oder die andere schon mal etwas gesagt hat, als es schlimmer war.

    :-o Also, da wär bei mir definitiv eine Schmerzgrenze überschritten...Wie peinlich. Ich will mich doch nicht für meine Frau schämen und entschuldigen müssen...:|N

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    Und schließlich kann man sehr unterschiedlicher Ansicht über die ausreichende Körperhygiene sein.

    Nö, eigentl nicht...wenns im Umfeld schon auffällt, bleibt eigentl keinerlei Interpretationsspielraum mehr offen, dann ist sie ungepflegt. Anders wäre es viell, wenn du einer bist, der dreimal täglich duscht etc und dich dann beschwerst, sie würde ja nur einmal täglich duschen...:-/ Aber so ist es wohl nicht?

    Zitat

    Das mit der Pupserei kann ja nun auch ein medizinisches Problem sein.

    Und? Kann man trotzdem rausgehen für.

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    Und sie soll ja auch nicht dauernd unterdrücken.

    Also ich würde das verlangen, wobei ich dazu sagen muss, dass ich bei sowas generell überempfindlich bin.

    Zitat

    Normalerweise sind halt meist die Männer die "Sesselpupser"

    Genauso daneben, wie wenns ne Frau macht...:-/

    Hey damian, du bist ja auch noch mit dabei. Schön, ehrlich! Vermutlich hast du Recht, ich sollte nicht versuchen, Dinge schön zu reden ...


    Allerdings bin ich hier ganz anderer Ansicht:

    Zitat

    Wie peinlich. Ich will mich doch nicht für meine Frau schämen und entschuldigen müssen...

    Peinlich war es mir eigentlich nicht. Entweder es waren die üblichen Lästereien, die man ja kennt ala "Guck mal die da, die ist aber dick geworden" etc. Da sollten sich lieber die schämen, die so daherreden! Noch dazu war es eher dezent, in der Art, sie könne ja "auch mal mehr aus sich machen", oder so. Und auf eine alte Freundin war ich tatsächlich ziemlich sauer, was sie sich rausnimmt.


    Es ist ein heikles Thema, wer will schon ausschließlich mit rein inneren Werten glänzen? Und es ist mir auch peinlich, hier so viel Preis zu geben. Aber es ist unter dem Schutz der Anonymität und so kann ich ganz ehrlich mal runterschreiben, was mich ankotzt. Außerdem finde ich viele Beiträge, die mich wirklich weiterbringen.:)^*:)


    Besonders Kestras Beitrag stimmt ziemlich genau mit dem überein, wie ich mich fühle:

    Zitat

    Ich ... habe mich damals bis an den Rand verausgabt, weil ich meinen Partner liebe und ich ewig Rücksicht nahm. Als ich merkte, dass ich für meine Kinder keinerlei Kraft mehr hatte, sie nur noch als Last empfand, ihnen keine Aufmerksamkeit mehr schenkte, eher im Gegenteil nur noch anmotzte, weil all meine Kraft mein Partner verbrauchte (von mir mal ganz zu schweigen), war das für mich das STOP-Schild. Ich bin regelrecht erschrocken und habe die Notbremse gezogen.

    Habe einige PNs bekommen, in der nach den genauen Vorfällen gefragt wird, die wir durchgemacht haben: 5 Todesfälle in der direkten Verwandschaft: Alle Eltern ein Geschwister von ihr. Außerdem wäre meine Frau in unserer Ehe zweimal fast gestorben (Unfall & Infektion) und hatte mehrere Komplikationen wie Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften.


    Habe auch schon überlegt, ob ich das genauer reinsetze. Aber irgendwann ist es nicht mehr so anonym. Und die Anonymität gibt mir den Schutz, frei zu schreiben. Und das tut soooo gut!:)z

    @ Hexenheuler

    Zitat

    (Übrigens finde ich, dein Beitrag lässt die Deutung zu, dass dein Partner zwar etwas geändert hat, ihr euch aber trotzdem getrennt habt.)

    Ja? :-o Nein, wir sind heute noch zusammen :-D , das alles ist mittlerweile schon ein paar Jahre her.

    hm, also für mich ist es unverständlich wie man sich nicht pflegen, waschen kann!


    duschen ist keine arbeit und wenn man sich beeilt ist das in 10 minuten inklusive zähne putzen erledigt!

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    Wie peinlich. Ich will mich doch nicht für meine Frau schämen und entschuldigen müssen...

    Peinlich war es mir eigentlich nicht. Entweder es waren die üblichen Lästereien, die man ja kennt ala "Guck mal die da, die ist aber dick geworden" etc. Da sollten sich lieber die schämen, die so daherreden!

    naja, ich habe damals mit meinem ex einen ausflug gemacht, er war wieder mal mit abgetragenen kleidern unterwegs.


    der pullover voller hundehaare; es war recht warm und ich war heilfroh wie er den pulli ausgezogen hat, was hatte er drunter an???


    ein weisses shirt mit einem riesen loch in der einen achsel und einem fleck in der bauchgegend....ich habe mich sooooo geschämt für ihn. da war mir der hundehaar-übersehte pulli doch lieber


    dies war auch der erste und letzte ausflug!


    und mal ehrlich, die leute reden doch, wie läuft der den rum oder was will die denn von dem abgesandelten usw....mal ehrlich!!!?


    auch die ungepflegtheit von ihm selbst und seiner kleidung war ein trifftiger trennungsgrund!


    eine freundin meinte das ich das nicht notwenig habe, ich sei hübsch und knusbrige 26....da werd ich mich mit so einem abgesandelten doch nicht zufrieden geben wollen! - und recht hatte sie....


    mein ex-ex ist da ganz anders, der ist gepflegt und nie würde er auf die idee kommen shirts mit löchern zu tragen....mit ihm verstehe ich mich sehr gut und wir gehen oft miteinander aus....jetzt wo ich den unterschied kenne bin ich stolz drauf mit einem gepflegten menschen was unternehmen zu können und nicht schauen zu müssen das da nicht all zu viele leute sind.


    bist du dir so wenig wert das du so einen ungepflegten menschen nötig hast?


    mal ehrlich!!!


    wenn er nichts ändert wird der tag kommen wo du es satt hast und dich trennst und irgendwann wirst du einen mann finden der gepflegt ist und mit dem du ohne bedenken unter leute gehen kannst...das gefühl ist unbeschreiblich wenn man das und das kennt:)*

    @ MGD

    Zitat

    Geht sie arbeiten oder ist sie Hausfrau

    Wenn man schon antwortet, sollte man vorher den gesamten Faden gelesen haben. ;-) Im letzten Posting vom 02.01. steht's:

    Zitat

    Etwas abschwächend möchte ich noch sagen, dass meine Frau ja arbeitet und im normalen Alltag nicht auffällig ungepflegt erscheint

    Hallo Hexenheuler,


    so ein wenig erkenne ich mich in Deiner Frau wieder, allerdings sind die Voraussetzungen bei mir vollkommen andere.


    Vor fünf Jahren hatte ich innerhalb kurzer Zeit drei große Darm-OPs (und noch etliche kleinere OPs). Seitdem habe ich keinen Dickdarm mehr, habe ein endständiges Ileostoma (künstlicher Dünndarmausgang) und einen schweren Verwachsungsbauch. Hinzukommen auch noch weitere schwere Erkrankungen, so dass ich erwerbsunfähig, 90%ig schwerbehindert und Pflegegeldempfängerin bin.


    Die Körperpflege ist für mich inzwischen eine lästige Angelegenheit, sie fällt mir oft genug schwer und muss sorgfältig geplant werden. Da ich meist zu Hause bin, sehe ich auch keine Veranlassung, mich besonders hübsch zurecht zu machen. Ich trage also überwiegend superbequeme Klamotten, in denen ich mich mit meinem schmerzhaften Bauch wohl fühle. Das sind dann weite Leggings, langes T-shirt drüber oder ein langer Sweater und Birkenstock-Latschen (jetzt im Winter mit dicken Socken) - der Alptraum für Männer, die gern eine attraktive Frau an ihrer Seite haben.


    Manches hat sich erst mit der Zeit eingeschlichen. Eines Tages sagte mir mein Mann, dass ich einfach unmöglich schlampig ausschaue. Ich stellte mich vor den Spiegel und musste ihm Recht geben: Nicht mal meine Haare waren vernünftig gekämmt ...


    Tatsache ist, dass ich meinen Körper mit dem Beutel am Bauch und den riesigen Narben nicht mehr besonders mag. Früher bin ich durchaus auch mal splitterfasernackt durch die Wohnung gelaufen. Das tue ich schon lange nicht mehr. Ich finde mich ganz einfach unattraktiv. Es ist für mich schwer zu erklären, warum dies so ist. Im angezogenen Zustand sieht mir kein Mensch etwas an - selbst im Badeanzug würde nur der etwas sehen, der etwas weiß. Auch habe ich keine schlechte Figur. Mit meinen 53 Jahren und 167 cm Größe wiege ich gerade mal 47-50 kg, bei mir schwabbelt nix, ich habe keinen Hängebusen und auch keinen fetten Bauch. Trotzdem habe ich große Hemmungen, weil ich meinen Körper seit den Verunstaltungen unterschwellig wohl verabscheue.


    Mein Mann ist über mein Aussehen ganz sicher immer noch nicht begeistert, obwohl ich mich schon bemühe, Kompromisse zu schließen bzw. ein wenig modischere Sachen anzuziehen. Dann nöhlt er über meine bequemen Latschen, die natürlich alles andere als sexy aussehen. Ich habe aber auch Rheuma und oft starke Schmerzen in den Füßen.


    Psychisch meine ich in Ordnung zu sein, auch bin ich meistens zufrieden. Bei mir ist es einfach der Effekt des permanenten Zuhauseseins und allgemeiner Bequemlichkeit. Nichtsdestotrotz wirkt es sich im Eheleben aus, was ich irgendwo auch verstehe.


    Übrigens sind wir seit 1983 ein Paar, seit 1986 verheiratet und leider kinderlos geblieben (5 gescheiterte Schwangerschaften, für mich auch schon ein mächtiger Einschnitt in mein weibliches Selbstbewusstsein).


    Ich weiß nicht, ob Dir/Euch mein Beitrag irgendwie weiterhilft. Ich möchte damit eigentlich nur sagen, dass es immer Gründe für eine körperliche Vernachlässigung gibt - die auch bei mir nicht sooo sein müsste.


    Liebe Grüße


    Angie

    Hallo Angie@:), vielen Dank für deinen mutigen und ehrlichen Beitrag. Mir ist aufgefallen, dass du sagst, dass du sogar im Badeanzug mit schlanker Figur eine gutaussehnde Frau bist. Aber du fühlst dich seit den "Verunstaltungen" verabscheuungswürdig und nennst dich hier im Forum "Monsti". Diesen Namen :(v solltest du schnell ändern!!!


    Das macht mich sehr traurig und nachdenklich, denn ich denke weder du noch meine Frau sind "Frankensteins Tochter" (auch wenn ich leider hier bei einigen fälschlicher Weise ein Bild in dieser Richtung erzeugt haben mag)! Vielleicht könnte dir ein guter Gesprächspartner (es muss ja nicht immer ein Psychotherapeut sein) ja helfen, die Kluft zwischen deiner Selbsteinschätzung und deinem Selbst(wert)gefühl zu überbrücken???


    Ich finde eigentlich, man sollte versuchen sich für seinen Partner attraktiv zu halten. Meine Frau ist eine schöne Frau mit Ausstrahlung, d.h., sie könnte es mit ein paar Handgriffen sein! Das mit der Ausstrahlung allerdings, das kommt nicht von jetzt auf gleich wieder, da muss sich erstmal im Kopf was ändern, damit sie ihren Körper wieder lieb hat |-ox:).

    Hallo Hexenheuler,


    nööö, mein Name bleibt. ;-D So wurde ich nämlich schon von den Lehrern in der Schule genannt. Später - ohne von den Lehrern zu wissen - nannte mich mein Mann so. Inzwischen bin ich bei nahezu allen guten Freunden die "Monsti". Das hat mit meiner Optik auch nichts zu tun ... Hier kannst Du mich übrigens sehen: http://almgarten.de.tl und Dir ein eigenes Urteil bilden.


    Ich im Kostüm und in schicken Pumps ... absolut undenkbar! Das geht schon aufgrund unserer alpinen Umgebung gar nicht - Pumps könnte ich schon nach 100 m auf unseren Schotterwegen wegschmeißen. Hier trägt jeder Sport- oder Bergschuhe. Nichtsdestotrotz wäre es angebracht, würde ich mich auch innerhalb der eigenen vier Wänden ein wenig attraktiver als bisher zurechtmachen. Aber dem steht halt neben meinen Behinderungen auch meine Bequemlichkeit und die Macht der Gewohnheit gegenüber ...


    Liebe Grüße aus Tirol


    Angie